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Spese per le procedure davanti ai tribunali cantonali delle assicurazioni

Scherer Marcel · Mit-M · Consiglio nazionale · Zugo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Artikel 61 Buchstabe a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) soll geändert werden und neu folgenden Wortlaut haben: "Das Verfahren muss einfach, rasch, in der Regel öffentlich und für die Parteien im Rahmen von 200 bis 1000 Franken kostenpflichtig sein. Einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, ist jedoch in jedem Fall eine Spruchgebühr aufzuerlegen."

Bei der Schaffung des ATSG wurde für die letztinstanzlichen kantonalen Verfahren grundsätzlich von einer Kostenpflicht für die Parteien abgesehen. Allerdings zeigte sich schnell, dass diese neue Bestimmung sehr problematisch ist. Viele Verfahren werden, selbst wenn die Aussicht auf Erfolg gering ist, weitergezogen. Dies belastet die Gerichte und schafft zudem eine Besserstellung von Rechtsuchenden im Sozialversicherungsrecht gegenüber Rechtsuchenden in anderen Rechtsgebieten, in welchen die Kostenpflicht eben gilt.

Im Rahmen der Vorlage 05.034 wurde in Artikel 69 Absatz 1bis IVG wieder eine marginale Kostenpflicht für die Invalidenversicherung im Rahmen von 200 bis 1000 Franken eingeführt. Der Bundesrat schrieb damals in der Botschaft: "Aus heutiger Sicht lässt sich daher nicht mehr begründen, weshalb Streitigkeiten über Sozialversicherungsleistungen kostenlos sein sollen." Die grundsätzliche Kostenpflicht wurde auch in der Botschaft zur UVG-Revision aufgenommen. Die Einführung der generellen Kostenpflicht bei letztinstanzlichen kantonalen Sozialversicherungsfällen hat sich, wie die Fallzahlen im IV-Bereich zeigen, bewährt. Weiter würde eine solche Änderung zu einer Angleichung des Sozialversicherungsrechtes an die anderen Rechtsgebiete führen. Anreize zur Prozessverlängerung würden vermindert, und unnötige Gerichtsfälle würden vermieden. Selbstverständlich bleibt das Recht auf unentgeltliche Rechtspflege gemäss Artikel 29 der Bundesverfassung bestehen.

Der Bundesrat beantragt Ihnen, diese Motion anzunehmen. Ich beantrage Ihnen dies ebenfalls.

Leutenegger Oberholzer Susanne · Mit-F · Consiglio nazionale · Basilea-Campagna · Gruppo socialista

Ich beantrage Ihnen, diese Motion abzulehnen. Warum? Die Motion ist in Bezug auf das Anliegen von Herrn Scherer - Herr Scherer, ich bitte Sie zuzuhören! - völlig kontraproduktiv. Warum? Die Motion schlägt eine generelle Kostenpflicht im Sozialversicherungsverfahren vor und orientiert sich dabei an der Kostenpflicht, wie wir sie neu im IV-Verfahren kennen, das heisst, es sollen generell Kosten im Rahmen von 200 bis 1000 Franken angerechnet werden. Gerade die IV zeigt, dass die Kostenpflicht in diesem Rahmen ausser Spesen gar nichts bringt: Bei der IV trifft es die sozial Schwächsten. Viele von ihnen haben Anspruch auf unentgeltliche Prozessführung. Die Abklärung der unentgeltlichen Prozessführung bedingt einen riesigen Zusatzaufwand, der mit diesem Kostenanteil nie und nimmer abgegolten ist.

Ich hätte es begrüsst, wenn der Bundesrat, statt diese Motion zu befürworten, bei den kantonalen Sozialversicherungsgerichten abgeklärt hätte, was die Kostenpflicht im IV-Verfahren generell gebracht hat. Gerade bei der IV müsste man sie wieder abschaffen. Und, Herr Scherer: Man kann sehr wohl über Kostenpflichten im Sozialversicherungsprozess diskutieren. Aber dann muss man sie da einführen, wo sie tatsächlich etwas bringen, etwa im Verfahren zwischen Versicherungsunternehmen, z. B. zwischen einer Krankenversicherung und einem Unfallversicherer. Wenn Sie aber da einen Kostenrahmen von 200 bis 1000 Franken ansetzen, liegen Sie viel zu tief - viel zu tief! Da haben Sie ausser Spesen gar nichts. Nehmen wir ein anderes Beispiel, bei dem man über die Kostenpflicht im Sozialversicherungsprozess diskutieren könnte: Bei den BVG-Verträgen, wenn z. B. bei der zweiten Säule Austrittsleistungen geteilt werden müssen, geht es um Hunderttausende von Franken. Da können Sie doch nicht einen Kostenrahmen von 200 bis 1000 Franken vorgeben. Orientieren Sie sich da am Zivilprozess! Da sind es Tausende von Franken.

Diese Motion zielt völlig in die falsche Richtung und verursacht nur weitere Spesen bei den Sozialversicherungsgerichten. Ich bin erstaunt, dass der Bundesrat diese Frage nicht im Detail abgeklärt hat. So ist die Motion kontraproduktiv. Sollte sie entgegen meinen Empfehlungen angenommen werden, bitte ich den Bundesrat und die Verwaltung schon vorweg einmal, bei den kantonalen Sozialversicherungsgerichten eine Umfrage zu machen, wo und bei welchen Prozessen allenfalls eine Kostenpflicht sinnvoll wäre, nämlich z. B. bei Prozessen zwischen den Sozialversicherungsträgern oder dort, wo es um riesige Summen geht, z. B. im Rahmen des BVG, aber sicher nicht bei den sozial Schwächsten, von denen die Mehrheit unentgeltliche Prozessführung hat. Die entsprechende Abklärung bedeutet einen riesigen Aufwand, der weit über diese paar Hundert Franken hinausgeht.

Ich bitte Sie also, diese Motion abzulehnen. Sie ist auch im Sinne von Herrn Scherer kontraproduktiv.

Burkhalter Didier · BR-M · Consiglio federale · Neuchâtel

Permettez-moi de vous remercier d'avoir déjà retiré trois motions. Cependant, la présente motion n'est pas retirée, et le Conseil fédéral propose en effet de l'accepter.

Même si elle date déjà d'il y a quelque temps, cette motion charge le Conseil fédéral de modifier la loi fédérale sur la partie générale du droit des assurances sociales (LPGA) en prévoyant que les parties supportent des frais de 200 à 1000 francs pour les procédures cantonales de dernière instance. Dans le développement, les auteurs de la motion indiquent en effet que les tribunaux sont surchargés en raison de la gratuité de la procédure introduite par la LPGA, car de nombreux recours sont formés même si les chances de succès paraissent assez minces dans certains cas. Conscient de cette problématique, le Parlement a réintroduit des frais de justice dans le cadre de la révision de la procédure de la loi sur l'assurance-invalidité. Cela est en vigueur depuis le 1er juillet 2006.

Pour cette même raison, il y avait aussi une réglementation du même ordre qui figurait dans le projet de révision de la loi sur l'assurance-accidents (LAA). Il prévoyait également l'introduction de frais de justice pour les procédures concernant l'assurance militaire. Cependant, le Parlement a renvoyé au Conseil fédéral la révision de la LAA à la session de printemps 2011. En conséquence, les procédures cantonales de dernière instance sont encore gratuites dans le domaine de l'assurance-accidents et de l'assurance militaire.

Il faudrait régler la question au niveau de la LPGA, d'autant plus qu'il s'agit ici, comme dans le cas de l'assurance-invalidité, de contestations qui portent sur des décisions d'octroi ou de refus de rente, c'est-à-dire des cas avec une valeur litigieuse élevée. Les contestations relatives à des prestations de l'assurance-invalidité ont certes doublé entre 2005 et 2008, mais cela ne signifie pas que l'introduction des frais de justice n'a pas eu l'effet escompté. Il ne faut pas oublier que le nombre de nouvelles rentes pondérées a diminué de plus de 40 pour cent pendant cette même période. En d'autres termes, il est fort probable que le nombre de contestations aurait été bien plus important sans l'introduction des frais de justice en 2006.

Rappelons également que le droit à l'assistance judiciaire existe toujours, que les assurés le font valoir. Les données relatives à l'assistance judiciaire ne sont collectées que depuis 2008. On constate que 10 pour cent environ des assurés y a recours pour les procédures devant les tribunaux administratifs cantonaux et 5 à 7 pour cent pour les procédures devant le Tribunal fédéral. Le Conseil fédéral continue de penser qu'il n'y a pas de raison que les contestations portant sur des prestations d'assurances sociales soient gratuites. Il est en revanche convaincu que des frais de justice modérés permettraient de réduire le nombre de cas portés en justice, surtout pour ceux de faible valeur litigieuse.

Le Conseil fédéral propose donc d'adopter la présente motion.

Leutenegger Oberholzer Susanne · Mit-F · Consiglio nazionale · Basilea-Campagna · Gruppo socialista

Zuerst eine Vorbemerkung, Herr Bundesrat: Sie haben mir offenbar nicht zugehört. Meine Frage an Sie: Es gibt sinnvolle und wenig sinnvolle Kostenanlastungen im Sozialversicherungsprozess. Sind Sie bereit, bei den kantonalen Versicherungsgerichten einmal zu erkunden, was die Kostenpflicht im IV-Verfahren gebracht hat? Kommt es dabei nicht eher zu mehr Aufwand als zu Einnahmen für die Gerichtskasse? Sind Sie bereit zu fragen, wo allenfalls eine Kostenanlastung sinnvoll wäre, damit nicht einfach die Gerichte zusätzlich belastet würden? Als ehemalige Vertreterin des Sozialversicherungsgerichtes des Kantons Baselland möchte ich Ihnen dies als Empfehlung mitgeben.

Burkhalter Didier · BR-M · Consiglio federale · Neuchâtel

Madame Leutenegger Oberholzer, j'ai bien compris ce que vous avez demandé. Je peux vous confirmer que l'on peut tout à fait obtenir ces informations et que cela n'impose pas du tout l'acceptation de la motion.

Nous maintenons donc notre position et cela n'empêche pas, en effet, que nous recherchions des informations supplémentaires. Mais la motion peut être approuvée.

Votazione

Abstimmung - Vote

Für Annahme der Motion ... 100 Stimmen

Dagegen ... 53 Stimmen