11.3844, 11.3910
Revitalisierung der Schweiz als Forschungs- und Pharmastandort / Stärkung der Schweiz als Forschungszentrum und Pharmastandort
Altherr Hans · P-M · Ständerat · Appenzell A.-Rh. · FDP-Liberale Fraktion
Präsident (Altherr Hans, Präsident): Es liegt zu beiden Motionen je ein schriftlicher Bericht der Kommission vor. Die Kommission und der Bundesrat beantragen die Annahme der beiden Motionen.
Bruderer Wyss Pascale · Mit-F · Ständerat · Aargau · Sozialdemokratische Fraktion
Die beiden hier traktandierten Motionen sind sich inhaltlich sehr ähnlich; die Titel verraten es. Sie wurden jedoch in unterschiedlichen Kommissionen behandelt. Die SGK behandelte die Motion 11.3844, "Revitalisierung der Schweiz als Forschungs- und Pharmastandort". Diese Motion beauftragt den Bundesrat, innerhalb von sechs Monaten einen Masterplan zum Erhalt der Standortqualität der Schweiz für die Forschung und die biomedizinische Industrie vorzulegen. Mit der Motion 11.3910 hat sich die WBK auseinandergesetzt. Auch diese Motion verlangt ein Massnahmenpaket, mit dem die Spitzenposition der Schweiz bei den Verfahren zur Genehmigung von klinischen Studien und zur Zulassung und Rückerstattung von Medikamenten sichergestellt werden soll.
Beide Motionen werden vom Bundesrat zur Annahme empfohlen, beide wurden von der jeweils vorberatenden Kommission einstimmig angenommen. Im Falle der Motion 11.3844 gab es in der SGK eine Enthaltung. Der Vollständigkeit halber sei noch auf eine dritte Motion verwiesen, nämlich auf die Motion 11.3923 der ehemaligen Ständerätin Erika Forster. Diese Motion wurde von Kollege Gutzwiller übernommen und hier bei uns in der vergangenen Wintersession angenommen. In der laufenden Session wurde sie auch vom Nationalrat angenommen.
Das Ziel dieser Vorstösse ist klar: Der Standort Schweiz soll hinsichtlich Forschung, Entwicklung und Produktion im Bereich der biomedizinischen Industrie gestärkt oder eben revitalisiert werden. Je nach Bereich geht es um Beschleunigungsmassnahmen, um den Abbau unnötiger bürokratischer Hürden und um die ganz grundsätzliche Stärkung der Forschung, zum Beispiel dank eines verbesserten Schutzes des geistigen Eigentums.
Die grosse Bedeutung der biomedizinischen Forschung und Industrie wurde in der Kommission betont und gewürdigt, ist doch die Pharmaindustrie in diesem Land nicht nur für die Volkswirtschaft, sondern auch für das Gesundheitswesen ein bedeutender Faktor. In diesem Sinne freut sich die Kommission darüber, dass diese Ansicht auch vom Bundesrat geteilt wird, dass er die Motionen zur Annahme empfiehlt und einen entsprechenden Masterplan in Aussicht stellt. In diesem Masterplan sollen sowohl bereits beschlossene als auch zusätzliche Massnahmen koordiniert werden, damit ein möglichst kohärenter Rahmen für die Förderung geschaffen werden kann. Tangiert werden dabei sowohl verschiedene Bundesgesetze als auch verschiedene Ausführungsbestimmungen.
Wir wurden in der Kommission betreffend Fahrplan darüber informiert, dass die Verwaltung bereits mit Hochdruck an der Entwicklung dieses Masterplans und an der Abstimmung dieser Bereiche arbeitet. Vielleicht kann uns der Bundesrat anschliessend noch eine aktualisierte Prognose geben, bis wann der Masterplan vorliegen wird.
Mir scheint es abschliessend wichtig - dies eine persönliche Schlussbemerkung -, dass die bundesrätlichen Bestrebungen zur Würdigung und Stärkung des Forschungs- und Pharmastandorts auch seitens des Parlamentes zur Kenntnis genommen werden. Diese persönliche Bemerkung füge ich an aufgrund einer neulich eingereichten Motion der SGK des Nationalrates, welche sich jedoch sehr eng dem Thema "Neufestsetzung der Medikamentenpreise" widmet.
Ihre Kommissionen, die SGK und die WBK, halten die breite Stossrichtung dieser hier heute traktandierten Motionen für richtig. Wir unterstützen diese zwei Vorstösse aus Überzeugung. Ich bitte Sie um die Annahme der beiden Motionen.
Gutzwiller Felix · Mit-M · Ständerat · Zürich · FDP-Liberale Fraktion
Ich gestatte mir, zu dem, was die Berichterstatterin, Kollegin Bruderer, schon gesagt hat, etwas nachzudoppeln. Ich glaube, wenn man auf die jüngere Vergangenheit zurücksieht, muss man klar sagen, dass die Wirtschaftskrise gezeigt hat, dass eben eine Diversifikation unserer Möglichkeiten ganz wichtig ist. Die Pharmaindustrie war als einer von wenigen Sektoren ein Wachstumsmotor der Volkswirtschaft auch während der Wirtschaftskrise. Ich zitiere nur, dass während der Krisenjahre 2008 und 2009 die reale Bruttowertschöpfung annähernd 7 Prozent betrug; sie hat sich auf 2010 hin auf etwa 4 Prozent vermindert. Auch für das laufende Jahr sind die Prognosen wieder optimistisch, sodass die Pharmaindustrie mit einem etwas stärkeren Wachstum als jenem der Gesamtwirtschaft rechnen kann.
Sie wissen auch, dass das arbeitsplatzrelevant ist. 2010 - das zeigt eine Studie - waren es über 135 000 Arbeitsplätze in der Schweiz, die direkt oder indirekt von der Pharmaindustrie abhängen. Damit will ich nur unterstreichen, dass diese Roadmap oder dieser Masterplan eine entscheidende Thematik aufgreift. Wir hoffen sehr, dass ihm der Bundesrat das gebotene Interesse zukommen lässt. Wir müssen uns ganz konkret überlegen, welche Standortfaktoren und welche Standortindustrien auch in zehn Jahren noch zum schweizerischen Wohlstand beitragen. Dazu wird die Pharmaindustrie sicher gehören. Dazu gehören Fragen der Forschung und der Rahmenbedingungen, die wir vorhin gerade diskutiert haben. Es gehören aber etwa auch Fragen der Preisgestaltung im europäischen Zusammenhang dazu. Es gehören die Fragen der klinischen Studien dazu, die erwähnt worden sind. Wir hoffen auf Antworten im entsprechenden Masterplan, den wir dann natürlich auch diskutieren können.
Ich muss schliesslich nicht darauf hinweisen, wie wichtig das Thema ist, wenn wir uns an die Schliessung von Standorten wie bei Merck-Serono erinnern, was uns intensiv beschäftigt. Es ist entscheidend wichtig, dass wir uns überlegen, wie die Rahmenbedingungen gestaltet sein können, sodass wir auch in der Zukunft vom Wachstumspotenzial dieses Wirtschaftssektors profitieren können.
Berset Alain · BR-M · Bundesrat · Freiburg
Il s'agit effectivement de plusieurs motions dans lesquelles ont été exprimées des préoccupations au sujet du site suisse de recherche et de production pharmaceutique. Leurs auteurs demandent au Conseil fédéral de présenter un catalogue de mesures qui permettent de pérenniser la position de leader que nous avons dans ce domaine. Le plan directeur, sur le principe, est déjà adopté par le Conseil fédéral; suite à votre décision, il s'agira - en fait, de toute façon, parce que c'est aussi la volonté du Conseil fédéral - de réaliser ce plan de mesures.
Ces motions vont toutes dans la même direction: elles demandent de présenter un plan directeur qui vise au maintien de l'attractivité de la Suisse pour la recherche et l'industrie biomédicale, la technologie médicale, la biotechnologie, l'industrie pharmaceutique. Elles prévoient la mise en place de politiques dans les domaines suivants: le cadre qui régit les examens d'économicité, les procédures d'approbation des études cliniques, les autorisations de médicaments, la technologie médicale, la question de l'obligation de remboursement, la propriété intellectuelle - il y a encore d'autres questions qui peuvent être traitées dans ce cadre-là.
Pour le Conseil fédéral, il est clair qu'il s'agit là d'un enjeu majeur. La recherche et l'industrie biomédicales revêtent une importance majeure pour le domaine sanitaire et pour l'économie du pays - Madame Bruderer Wyss l'a rappelé au nom de la commission, Monsieur Gutzwiller l'a rappelé également. Il faut dire que depuis des années, le Conseil fédéral mène une politique axée sur les besoins spécifiques de la recherche académique, de l'industrie pharmaceutique et de la technique médicale en Suisse. Ce n'est donc pas quelque chose qui vient de nulle part: cela se produit déjà aujourd'hui, et quelques exemples peuvent l'illustrer.
1. Le Conseil fédéral continue de s'appuyer sur Swissmedic, autorité nationale indépendante de contrôle des produits thérapeutiques.
2. La loi sur les produits thérapeutiques est actuellement en révision. Elle devrait permettre de renforcer davantage les atouts du site suisse de recherche et de production pharmaceutique. Dans ce cadre-là, à titre d'exemple, le Conseil fédéral propose de promouvoir la recherche, le développement et l'autorisation de médicaments pédiatriques. Le message pourrait être transmis au Parlement cet automne.
3. La nouvelle loi relative à la recherche sur l'être humain entrera en vigueur en 2014 et elle dote la Suisse d'une législation moderne et d'un cadre cohérent pour la recherche clinique.
4. L'accent est mis sur le renforcement de la formation, de la recherche et de l'innovation au cours de la législature. Il y a bien sûr le projet FRI dont on vient de parler, mais il y a aussi la révision complète de la loi fédérale sur l'encouragement de la recherche et de l'innovation qui a déjà été traitée par le Conseil national et qui devrait pouvoir être prochainement traitée par votre commission et par le Conseil des Etats.
Le Conseil fédéral partage l'avis des auteurs des motions sur la nécessité de maintenir un cadre favorable et de poursuivre son développement: c'est ce que doit viser un plan directeur. Un plan directeur doit permettre de coordonner les mesures qui sont déjà décidées, de définir celles qui sont à réviser, de prévoir celles qui seront encore nécessaires et de le faire avec une vision globale et une approche multisectorielle.
Même s'il y a un certain consensus sur la nécessité d'agir dans ce domaine, il y a encore quelques points importants sur lesquels j'aimerais attirer votre attention.
Premièrement, la recherche en biomédecine et la branche économique qui en dépend sont naturellement tributaires des échanges et des contacts internationaux. Dans ce cadre-là, il faudra voir où la Suisse, en tant que pays ouvert sur l'extérieur et qui a beaucoup d'échanges commerciaux, dont l'industrie pharmaceutique a beaucoup de contacts et d'échanges avec l'extérieur, a intérêt à se rapprocher des normes internationales et où elle a intérêt à conserver une démarche indépendante. Cela est un point très important et sur lequel il faudra se concentrer dans le cadre du plan directeur.
Deuxièmement, je fais référence à ce qu'a dit Monsieur Gutzwiller sur les places de travail, sur le potentiel de croissance que revêtent les industries pharmaceutiques. Evidemment, on pense à ce qui s'est passé à Genève le 24 avril 2012 avec la fermeture de Merck Serono, mais aussi à la réduction des effectifs dans le canton de Vaud, à tous ces événements qui sont des coups durs pour la région et pour l'ensemble de la place économique. Dans le cadre du plan directeur, il faudra aussi se demander, par rapport à de tels exemples qui peuvent alimenter la réflexion, si des moyens étatiques, et lesquels, auraient permis d'éviter de telles annonces et les redondances qui peuvent parfois exister, qui peuvent être dues à un moment donné à une fusion, au développement de nouveaux produits qui se vendent bien ou moins bien. C'est naturellement un cadre qu'il faudra aussi analyser.
Je veux signifier par là que le Conseil fédéral est vraiment disposé à effectuer une analyse aussi rapidement que possible, complète et large pour toutes les mesures que l'on peut encore prendre. Cela dit, il faut être conscient que cela ne résoudra pas tout le problème. Il ne faudra pas non plus avoir des attentes trop élevées à ce sujet. Le Conseil fédéral va s'engager; le travail est déjà en cours. Ce n'est pas non plus une solution miracle, mais c'est un instrument qui est vraiment utile pour l'avenir, pour voir où nous en serons dans cinq ans, dans dix ans, pour prévoir aussi ce qui pourra se produire.
C'est dans ce sens que le Conseil fédéral vous propose d'accepter les motions. Il travaille déjà dans cette direction.
Altherr Hans · P-M · Ständerat · Appenzell A.-Rh. · FDP-Liberale Fraktion
11.3844, 11.3910
Angenommen - Adopté