Oggetto parlamentare: Preventivo 2013 (12.041)

12.041

Preventivo 2013

Graf Maya · P-F · Consiglio nazionale · Basilea-Campagna · Gruppo dei Verdi

Eintreten ist obligatorisch

L'entrée en matière est acquise de plein droit

1. Voranschlag der Verwaltungseinheiten

1. Budget des unités administratives

Detailberatung - Discussion par article

Sofern nichts anderes vermerkt ist:

- beantragt die Kommission Zustimmung

zum Entwurf des Bundesrates;

- stimmt der Rat den Anträgen der Kommission zu.

Sauf indication contraire:

- la commission propose d'adhérer

au projet du Conseil fédéral;

- le conseil adhère aux propositions de la commission.

Präsidentin (Graf Maya, Präsidentin): Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass die Detailberatung in Blöcke gegliedert ist. Sie haben ein Blatt verteilt bekommen, auf welchem vermerkt ist, welche Positionen pro Block und Thema behandelt werden.

Kontengruppen

Groupe de comptes

Block 1: Personalaufwand des Bundes

Bloc 1: Charges de personnel de la Confédération

Antrag der Mehrheit

Personalaufwand

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

Antrag der Minderheit

(Aeschi Thomas, Amaudruz, Gasche, Grin, Hausammann, Müller Thomas, Müri, Schwander)

Personalaufwand

Kreditsperre von 2 Prozent auf allen Personalausgaben (entspricht 107 528 112 Franken)

Proposition de la majorité

Charges de personnel

Adhérer au projet du Conseil fédéral

Proposition de la minorité

(Aeschi Thomas, Amaudruz, Gasche, Grin, Hausammann, Müller Thomas, Müri, Schwander)

Charges de personnel

Un blocage des crédits de 2 pour cent est appliqué aux dépenses de personnel (correspond à 107 528 112 francs)

Aeschi Thomas · Mit-M · Consiglio nazionale · Zugo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Im Jahr 2006 lag der Personalaufwand des Bundes noch bei 4,3 Milliarden Franken. Heute, nur wenige Jahre später, sind wir bereits bei 5,4 Milliarden. Das heisst, wir haben 25 Prozent mehr Ausgaben beim Personal in den letzten sieben Jahren. Dies ist aus Sicht der SVP definitiv zu viel. Der Bundesrat schreibt in der Botschaft zum Budget, dass es sich nur um eine Steigerung von 2 Prozent handelt. Dies ist aus unserer Sicht falsch. Wie eben gesagt, bezieht er sich nur auf das letzte Jahr und vergisst, eine Zeitperiode von fünf oder sogar zehn Jahren mit einzubeziehen. Zudem muss man auch die Entwicklung auf der Einnahmenseite beachten. Sie sehen, bei den Einnahmen haben wir lediglich Mehreinnahmen von 0,9 Prozent für das nächste Jahr budgetiert. Aus diesen Gründen ist es für uns zu viel, wenn wir nun beim Personal auf der Ausgabenseite um 2 Prozent wachsen.

Was genau will der Antrag aus der SVP-Fraktion auf Seite A12 der Fahne? Wir fordern eine Kreditsperre von 2 Prozent. Das bedeutet, dass 2 Prozent der Personalausgaben zurückbehalten werden. Der Bundesrat hat jedoch die Kompetenz, diese 2 Prozent freizugeben, wenn es Gründe dafür gibt. Er muss es begründen, er kann begründen, weshalb man diese 2 Prozent freigeben soll. Anschliessend kommt dieser Beschluss zu uns ins Parlament, und wir können den Beschluss des Bundesrates bestätigen oder ablehnen.

Im Sinne einer vorausblickenden Finanzpolitik bitte ich Sie, diesen Antrag zu unterstützen, dass wir hier bei den Personalausgaben ein Zeichen setzen, dass wir hier eine Kreditsperre von 2 Prozent installieren. Eben auch im Hinblick auf die verschlechterte Konjunkturaussicht sollten wir hier bei den Ausgaben etwas auf die Bremse treten. Ich denke, dass eine Kosteneinsparung von 2 Prozent vertretbar ist.

Roth-Bernasconi Maria · Mit-F · Consiglio nazionale · Ginevra · Gruppo socialista

Tout d'abord, je déclare mes intérêts: je suis secrétaire générale de l'Association du personnel de la Confédération.

Comme un rituel, "alle Jahre wieder", la proposition d'opérer une coupe linéaire dans le budget prévu pour le personnel revient désormais chaque année à l'approche des fêtes. Heureusement, cette année, ce cadeau empoisonné n'est proposé que par une minorité de la commission qui voudrait diminuer de 2 pour cent le crédit alloué aux charges de personnel. Ce qui équivaut, si l'on retire le papier d'emballage, à une surprise de 107,5 millions de francs en moins, alors que les charges de personnel ne représentent que 8 pour cent et quelques miettes de l'entier du gâteau.

En tant que secrétaire générale de l'Association du personnel de la Confédération, j'aimerais vous rappeler que ces dépenses ne sont pas une fleur faite aux employés à l'occasion de Noël, mais des investissements justifiés par les tâches de plus en plus nombreuses et complexes que ce Parlement attribue au personnel fédéral. La mise en oeuvre, jour après jour, du soutien à la place économique suisse, des assurances sociales et du système de santé ne se fait pas toute seule, mais grâce à des femmes, à des hommes compétents, flexibles et loyaux. La confrontation quotidienne aux nouveaux défis sécuritaires et aux catastrophes climatiques ne se fait pas sans ressources humaines, mais exige des personnes qualifiées et motivées pour travailler au service d'un employeur qui doit rester attractif dans un contexte de forte concurrence sur le marché du travail.

Les employés de la Confédération ne travaillent pas dans un atelier protégé, ni dans celui du père Noël. Ils connaissent une forte pression sur leurs conditions de travail, des réorganisations, des externalisations, en passant par l'affaiblissement de leur protection contre le licenciement. Leur revenu disponible diminue, de 0,4 pour cent entre 2010 et 2011, alors que leur productivité augmente. Il serait donc injuste, autant qu'injustifié - je pense à l'excédent des comptes 2012 -, d'en rajouter encore en diminuant la masse salariale globale. Ce n'est pas un hasard si le Conseil fédéral est d'accord d'augmenter, fût-ce modestement, les salaires de ce personnel.

En outre, couper de manière linéaire dans le paquet ficelé par le Conseil fédéral et arrangé par la Commission des finances n'a pas de sens. En effet, la commission, puis le Parlement sont censés examiner le budget ligne par ligne. La même minorité de la commission qui réclame cette coupe a du reste aussi sorti ses ciseaux dans l'examen ligne par ligne, toujours sur le dos du personnel.

Comme on peut le voir dans le dépliant, les membres de la minorité proposent par exemple de tailler dans les rétributions du personnel de l'Office fédéral des migrations, déjà mis à mal par une réorganisation et en manque d'effectifs. Serait-ce parce que ces collègues souhaitent que la Confédération soit moins efficace dans la réglementation des conditions dans lesquelles une personne peut entrer, vivre et travailler en Suisse? Qu'il y ait davantage de laisser-aller dans ce domaine? Les connaissant, cela m'étonnerait! Un peu de cohérence, de grâce!

L'équation est simple: les défis et missions auxquels le personnel de la Confédération doit faire face, parce que telle est la volonté du Parlement, requièrent des moyens. La magie des fêtes n'y change rien.

C'est pourquoi je vous invite à suivre le Conseil fédéral ainsi que la majorité de la commission et à rejeter la proposition de la minorité Aeschi Thomas.

Müller Leo · Mit-M · Consiglio nazionale · Lucerna · Gruppo PPD-PEV

Die CVP/EVP-Fraktion beurteilt den Minderheitsantrag auf Einführung einer Kreditsperre keinesfalls als unterstützungswürdig. Dies gilt für beide Minderheitsanträge, nämlich für die Kreditsperre von 2 Prozent beim Personalaufwand und für die Kreditsperre von 2,5 Prozent beim Sach- und Betriebsaufwand. Solche Kreditsperren, wenn das hier auch anders gesagt wurde, entsprechen faktisch einer Budgetkürzung. Es ist zwar möglich, dass der Bundesrat über diese Kredite verfügen kann. Aber es ist in Artikel 37b des Bundesgesetzes über den eidgenössischen Finanzhaushalt geregelt, dass nur in ganz vereinzelten Fällen diese Kreditsperren aufgehoben respektive übersteuert werden können. So kann der Bundesrat nur dann über diese Mittel verfügen, wenn eine schwere Rezession stattfindet oder wenn Zahlungen geleistet werden müssen, für die ein gesetzlicher Anspruch besteht.

Es ist ja davon auszugehen, dass bei solchen generellen Kreditsperren irgendwo immer genügend Mittel vorhanden sind, um den gesetzlichen Auftrag zu erfüllen, und dann für die Restmenge eine solche Kreditsperre wie eine Kürzung des Budgets wirkt. Die CVP/EVP-Fraktion kann solchen Rasenmähermethoden nicht zustimmen, denn man würde bei allen Bereichen im gleichen Masse kürzen, und das will die CVP/EVP-Fraktion nicht. Die CVP/EVP-Fraktion geht davon aus, dass die Bundesfinanzen nicht ein derartiger Sanierungsfall sind, dass so rigorose und undifferenzierte Sparmassnahmen durchgesetzt werden müssen.

Ich bitte Sie deshalb, diese beiden Minderheitsanträge abzulehnen.

Schwander Pirmin · Mit-M · Consiglio nazionale · Svitto · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Es ist nicht ein alljährliches "Ritual" der SVP, wenn wir solche Anträge stellen. Seit 1997 werden Kreditsperren zur Haushaltsteuerung verwendet, und zwar erfolgreich verwendet. Oder, meine Damen und Herren, wollen wir eines Tages Budgetkürzungen vornehmen, wie wir das in den Entlastungsprogrammen 2003 und 2004 machen mussten? Dann schmerzt es, wenn wir mit der Schuldenbremse einfach gezwungen werden, das Budget effektiv zu kürzen.

Kreditsperren können, im Gegensatz zu Budgetkürzungen, aus zwei Gründen ganz oder teilweise aufgehoben werden, es ist schon gesagt worden: erstens zur Einhaltung zwingender gesetzlicher Verpflichtungen, die also das Parlament beschlossen hat, sowie zur Einhaltung vertraglicher Verpflichtungen und zweitens im Falle einer schweren Rezession. Diese Hürden sind zwar hoch, aber Sie können die Kredite entsperren, wenn es wichtig erscheint oder wenn ein Auftrag nicht mehr erfüllt werden kann.

Wir möchten vermeiden, dass wir eines Tages effektiv Budgetkürzungen machen müssen. Wir möchten darauf hinweisen, dass wir in all den Bereichen, in denen es zu grossen Steigerungen gekommen ist, aufpassen müssen. Diese Kredite zu sperren ist eigentlich ein Mittel, um dem Bundesrat aufzuzeigen, er soll bei diesen Positionen aufpassen. Natürlich ist die Position "Personalaufwand" ein Pool, ein grosser Pool. Mit der Kreditsperre haben Sie die Möglichkeit, Teilkredite dort zu entsperren, wo es nötig ist.

Ich bitte Sie deshalb, von diesem Instrument jetzt Gebrauch zu machen, damit wir nicht eines Tages dazu kommen, auch im Personalbereich effektiv Budgetkürzungen vornehmen zu müssen.

Müller Walter · Mit-M · Consiglio nazionale · San Gallo · Gruppo liberale radicale

Aus den Reihen der SVP-Fraktion, aber auch von uns kam immer wieder die Forderung nach Aufstockung des Personalbestandes beim Grenzwachtkorps. Jetzt hat man 24 Stellen bewilligt und aufgestockt. Welche Auswirkungen hätte jetzt diese Kreditsperre auf den Personalbestand, z. B. beim Grenzwachtkorps?

Schwander Pirmin · Mit-M · Consiglio nazionale · Svitto · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Die Kreditsperre von 2 Prozent gilt ganz klar für den ganzen Bereich des Personalaufwands. Man könnte aber hingehen und sagen: "Wir entsperren den Bereich des Grenzwachtkorps." Der Bundesrat hat den Auftrag - es steht ja entsprechend da -, die vertraglichen Verpflichtungen einzuhalten. Wenn wir hier beschliessen, die gesetzliche Grundlage zu schaffen, damit wir beim Grenzwachtkorps entsprechend aufbauen können, kann dieser Kredit eben auch entsperrt werden.

Vitali Albert · Mit-M · Consiglio nazionale · Lucerna · Gruppo liberale radicale

Wie Sie wissen, stellt eine Minderheit der Finanzkommission beim Personalaufwand den Antrag auf eine Kreditsperre von 2 Prozent auf allen Personalausgaben, und zwar mit der Begründung, so die Personalkosten in den Griff zu bekommen. Die FDP-Liberale Fraktion lehnt diesen Antrag ab. Eine Kreditsperre von 2 Prozent würde etwa 107 Millionen Franken ausmachen. Wir sind der Meinung, dass dies einen Stellen- und Leistungsabbau zur Folge hätte. Grundsätzlich sind wir einer genaueren Überprüfung der Personalkosten nicht abgeneigt, eine Kreditsperre ist jedoch das falsche Instrument. Sie würde nicht zuletzt auch die Stellen im Bundesamt für Migration betreffen, die gerade kürzlich im Zusammenhang mit den Beschleunigungsmassnahmen im Asylwesen aufgestockt wurden.

Kollege Aeschi hat gesagt, dass die Personalkosten in den letzten Jahren um 25 Prozent zugenommen haben. Da müssen wir vom Parlament uns selber in die Pflicht nehmen. Wir haben den Bund immer wieder beauftragt, neue Aufgaben zu übernehmen. Wir haben gerade vorhin gehört, dass beim Grenzwachtkorps eine Aufstockung um 24 Stellen vorgesehen ist.

Der gesamte Personalaufwand nimmt beim Bund, im Vergleich zum Voranschlag 2012, um rund 100 Millionen Franken oder 1,9 Prozent zu. Damit wächst der Personalaufwand deutlich weniger stark als in den Vorjahren. Für allfällige Lohnmassnahmen sind vorsorglich 0,6 Prozent oder 25 Millionen Franken eingestellt. Auch diese Massnahmen liegen im gleichen Verhältnis wie bei der übrigen Wirtschaft. Bereits bei der Staatsrechnung 2011 habe ich festgehalten - das habe ich heute auch schon gesagt -, dass der Bund die Personalentwicklung über den Aufwand in Franken ausweist. Ich habe schon damals festgestellt, dass die verschiedenen Departemente und Dienststellen die Personalplanung unterschiedlich handhaben. Das hat zur Folge, dass die Zahlen nicht vergleichbar sind. In der Zusatzdokumentation zum Personalwesen kann ich zumindest nachlesen, dass 64 Personen vorzeitig in Pension gehen und die Durchschnittskosten pro Mitarbeiter bei 150 000 Franken liegen.

Quadranti Rosmarie · Mit-F · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo BD

Um es an den Anfang zu stellen: Die BDP-Fraktion wird diesen Minderheitsantrag mit überwiegender Mehrheit nicht unterstützen.

Wenn man jetzt eine Kreditsperre einführt, also eben doch quasi eine Budgetkürzung vornimmt, kann man ja einfach Posten suchen, bei denen eine Sperre einen beachtlichen Betrag ausmacht. Sie auf das Personalbudget auszurichten entspricht nur dann einer bestimmten Logik, wenn man über die Kreditsperre zum Beispiel das Personal demotivieren möchte. Wir können doch nicht immer neue Aufgaben einführen und meinen, wir könnten dann den Personalaufwand reduzieren. Wenn man wie Herr Aeschi auf der einen Seite vorrechnet, wie sich der Personalaufwand entwickelt, müsste man auf der anderen Seite doch auch sagen, wie sich die Aufgaben entwickelt haben. Wir geben dem Personal immer mehr Aufgaben und möchten sie schnell erledigt haben - und dann möchte man eine Kreditsperre einführen! Das geht irgendwie nicht auf. Im Moment werden die Aufgaben noch durch Personal, also durch Menschen, erledigt. Wir können Verfahren, deren Länge wir in unterschiedlichen Gebieten monieren, nicht durch eine Kreditsperre blockieren. Wir haben ein Budget, welches die Vorgaben der Schuldenbremse einhält, und der konjunkturellen Entwicklung wird Rechnung getragen. Das Budget ist in diesem Sinn ausgeglichen. Unter diesen Umständen auf dem Buckel des Personals zu sparen ist fragwürdig oder fahrlässig. Man könnte auch sagen: Weil die Aufgaben erfüllt werden müssen, muss man die Kreditsperre sowieso wieder aufheben. In diesem Fall macht eine Kreditsperre definitiv keinen Sinn.

Der Antrag der Minderheit Aeschi Thomas ist abzulehnen.

Fischer Roland · Mit-M · Consiglio nazionale · Lucerna · Gruppo verde liberale

Die grünliberale Fraktion wird der Mehrheit folgen und den Antrag der Minderheit Aeschi Thomas ablehnen.

Wir befinden uns ja fast in der Adventszeit, und wenn man den Minderheitsantrag für eine Kreditsperre bei den Personalausgaben sieht, so kommt einem unweigerlich das bekannte Weihnachtslied "Alle Jahre wieder" in den Sinn. Und auch in diesem Jahr sind die Argumente, welche gegen eine solche Kürzung mit der Rasenmähermethode sprechen, eigentlich die gleichen geblieben. Zum einen ist eine solche Kreditsperre in der kurzen Frist kaum sinnvoll umsetzbar. Es ist nicht möglich, vor Jahresende die entsprechenden Prioritäten zu setzen. Was bedeutet das, eine Kreditsperre bei den Personalausgaben? Es bedeutet unweigerlich einen Personalabbau, ohne auf ganz bestimmte Ziele fokussiert zu sein.

Auch können gesetzliche Aufgabenbereiche und Ausgabenanteile in der kurzen Frist nicht mit einbezogen werden. Sie sind durch gesetzliche Vorgaben gebunden, vor allem Subventionen und Beiträge. Dies führt zwangsläufig dazu, dass ein überproportionaler Anteil der Kürzungen im Personalbereich bei anderen Teilen des Bundeshaushalts, welche eben nicht durch gesetzliche Vorgaben gebunden sind, erfolgen muss. Es sind häufig auch wachstumsfördernde Bereiche von solchen Massnahmen betroffen, wie Bildung und Forschung oder die Infrastruktur oder auch Aufgabengebiete wie die Verteidigung oder die Entwicklungshilfe, die sehr personalintensiv sind.

Des Weiteren zeugt es nicht gerade von kluger und weitsichtiger Finanzpolitik, wenn wir dem Bundesrat lediglich eine Sperre der Personalausgaben verordnen, ohne ihm klar Ziele und Prioritäten mitzugeben. Das sollten wir nur dann tun, wenn es wirklich absolut notwendig ist, das heisst zum Beispiel, wenn es die Einhaltung der Schuldenbremse erfordert.

Hier hat Herr Schwander vorhin erwähnt, dass Kreditsperren eigentlich seit Jahren ein gängiges Mittel zur Ausgabenkontrolle sind. Wir müssen doch feststellen, dass wir mit der Schuldenbremse heute ein weitaus wirksameres Mittel haben, um die Ausgaben des Bundes zu begrenzen. Es ist deshalb nicht sinnvoll, dass wir dann zusätzlich durch solche flächendeckenden Kürzungen die Ausgaben weiter reduzieren, wenn wir die Schuldenbremse haben.

Wie wir aber bereits in der allgemeinen Debatte festgestellt haben, liegt der Voranschlag 2013 sehr komfortabel im Rahmen der Schuldenbremse. Es ist somit keine finanzpolitische Notwendigkeit einer solchen Kreditsperre zu entdecken, und es wäre auch im Hinblick auf die Konjunktur im Moment falsch, die Personalausgaben zu senken. Seien wir doch ehrlich - meine Kollegin Quadranti hat es gesagt -: Wohl die wichtigsten Kostentreiber in der Bundesverwaltung sind letztlich wir, die Parlamentarier, selbst. Wir hätten es in der Hand, die Verwaltungsausgaben durch eine Reduktion der Vorstösse und einen massvolleren Einsatz der gesetzgeberischen Tätigkeit in Grenzen zu halten. Es ist deshalb weitaus vernünftiger, im Rahmen des geplanten Konsolidierungs- und Aufgabenüberprüfungspakets Einsparungen vorzunehmen.

Ich bitte Sie deshalb im Namen der grünliberalen Fraktion, der Mehrheit zu folgen.

Beim Sach- und Betriebsaufwand, der im nächsten Block ebenfalls mit einer Kreditsperre zur Diskussion steht, bitte ich Sie aus denselben Gründen, der Mehrheit zu folgen.

Rytz Regula · Mit-F · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo dei Verdi

Wir haben es in der Eintretensdebatte bereits gehört: Der Personalaufwand beim Bund hat sich in den letzten Jahren zwischen 8 und 9 Prozent stabilisiert, dies, obwohl das Parlament - wir - im gleichen Zeitraum eine Reihe von neuen Aufgaben beschlossen hat, die in der Bundesverwaltung zusätzlichen Aufwand auslösen. Stichworte sind die Energiewende, die Umsetzung der Quellenbesteuerungsabkommen oder die bereits diskutierte Aufstockung des Grenzwachtkorps. Aber auch die geforderte Beschleunigung der Asylverfahren erfordert zusätzliches Personal, sonst kann sie nämlich gar nicht umgesetzt werden. Trotz grosser Ausgabendisziplin hinterlassen die neuen Aufgaben und die zunehmenden Ansprüche an die Verwaltung ihre Spuren. So steigen die Überstunden und die Ferienguthaben, und die Arbeitsintensität nimmt weiter zu.

Eine Kreditsperre würde diesen Druck undifferenziert erhöhen und die Falschen treffen. Man muss es hier nämlich einmal ganz klar und deutlich sagen: Die Angestellten des Bundes machen im Allgemeinen einen hervorragenden Job; davon können wir uns tagtäglich überzeugen.

Erlauben Sie mir noch eine Schlussbemerkung zu diesen Minderheitsanträgen vonseiten der SVP-Fraktion. Die Dramatik, mit der Kollege Aeschi vorhin die Finanzlage des Bundes beschrieben hat, kontrastiert doch sehr mit den Anträgen aus der SVP-Fraktion zum Thema Landwirtschaftspolitik. So wird zum Beispiel die Erhöhung des Budgets um 15 Millionen Franken zur ausserordentlichen Finanzierung der Sanierung der AOC-Weinbestände unter der Position 706.A2310.0148, "Beihilfen Pflanzenbau", verlangt. Wir werden das dann nachher noch ausführlich hören. Man könnte fast sagen: Hier wird Wasser gepredigt und Wein getrunken. Das ist keine sehr überzeugende Finanzpolitik.

Ich bitte Sie deshalb, die Minderheitsanträge Aeschi abzulehnen.

Widmer-Schlumpf Eveline · BPR-F · Consiglio federale · Grigioni

Zunächst zum Minderheitsantrag, bei den Personalbezügen und Arbeitgeberbeiträgen eine Kreditsperre von 2 Prozent vorzusehen: Ich bitte Sie, diesen Minderheitsantrag abzulehnen. Eine Kreditsperre von 2 Prozent würde heissen: 107 Millionen Franken weniger. Es würde auch heissen, dass wir im Personalbudget von 2013 unter das Niveau des Budgets 2012 fallen würden. Das kann man ja wohl nicht so regeln, zumal für 2013 von Ihrem Rat neue Aufgaben beschlossen wurden. Ich werde Ihnen dann noch kurz zeigen, welche Stellen wir eliminieren müssten, die Sie für das Jahr 2013 neu beantragt bzw. gebilligt haben.

Der Bundesrat ist bestrebt, das Wachstum im Personalbereich im Griff zu haben und es so tief wie möglich zu halten. Wir haben bereits entsprechende Massnahmen vorgesehen, wir setzen sie auch um. Wir haben Steuerungsinstrumente eingeführt, um die Budgetgenauigkeit zu erhöhen, um das Wachstum bei den Personalausgaben einzudämmen. So haben wir beispielsweise ein Zielband für den Personalaufwand festgelegt und auch eine Reduktion der Kreditreste vorgesehen; im Moment haben wir im Personalbereich ja immer noch Kreditreste. Das heisst, wir konnten auch den Zuwachs des Personalaufwands gegenüber dem Budget 2012 dämpfen. Der Zuwachs im Jahr 2013 beträgt 1,9 Prozent; er war in den letzten Jahren, in Prozenten gesehen, immer höher als jetzt.

Woraus setzt sich das Wachstum des Personalaufwands zusammen? Wenn Sie sich jetzt diese Position anschauen, sehen Sie, dass es zum einen Lohnmassnahmen sind, die wir vorgesehen haben. Für den Teuerungsausgleich und für Lohnmassnahmen haben wir ursprünglich 31 Millionen Franken vorgesehen; das ist 0,6 Prozent der Lohnsumme. Dann haben wir stellenseitige Aufstockungen von 55 Millionen Franken, insbesondere für 300 Vollzeitstellen. Hier möchte ich auch darauf hinweisen, dass diese zu zwei Dritteln einnahmen- oder ausgabenseitig kompensiert werden. Dann haben wir noch Ausgaben zur Abfederung des Grundlagenwechsels in der Publica von 14 Millionen Franken; dort geht es um die Senkung des überobligatorischen Umwandlungssatzes.

Wenn hier die Kreditsperre beschlossen würde, müssten wir in erster Linie auf die Lohnmassnahmen verzichten. Das wäre unserem Personal, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber nicht korrekt - nicht zuletzt auch darum, weil wir ja sehen, was in der Wirtschaft und auf den übrigen Ebenen der öffentlichen Hand abläuft. Dort ist im Durchschnitt eine Lohnsteigerung - in einem sehr bescheidenen Mass, aber immerhin von 0,8 bis 1,1 Prozent - vorhanden. Eine Nullrunde wäre ein schlechtes Signal an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Ich habe am 15. November mit den Personalverbänden Diskussionen über Lohnmassnahmen geführt. Wir haben uns auf einen Zuwachs von 0,5 Prozent geeinigt, also auf ein sehr bescheidenes Wachstum. Das entspricht 26 Millionen Franken. Ich möchte Sie noch einmal daran erinnern, dass wir ursprünglich 0,6 Prozent, also 31 Millionen Franken, eingestellt hatten. Dieses Verhandlungsergebnis, das in einer guten Atmosphäre erarbeitet, ja erkämpft wurde, muss noch vom Bundesrat genehmigt werden; das werden wir demnächst machen.

Der Rest dieser Massnahme, wie Sie sie mit dem Minderheitsantrag und einer Kreditsperre fordern würden, müsste dann über alle anderen Departemente ausgeglichen werden. Anders gesagt: Wir würden die in den letzten zwei Jahren geschaffenen Stellen für die Bewältigung neuer Aufgaben streichen müssen: Aufstockungen im Zusammenhang mit der Asylpolitik, wo wir mehr Mitarbeitende brauchen, um schneller zu sein; Aufstockungen beim Grenzwachtkorps, wo wir 35 Stellen aufgestockt haben, zum Glück, möchte ich sagen; dann auch Aufstockungen, die wir brauchen, um die Energiestrategie umzusetzen - alles eigentlich Aufstockungen, die im Zusammenhang mit Beschlüssen Ihrerseits stehen, also mit Forderungen und Beschlüssen der eidgenössischen Räte. Eine Querschnittkürzung müssten wir jetzt im Dezember umsetzen. Wir könnten selbstverständlich nicht Schwerpunkte setzen und müssten das linear machen. Damit - und das ist auch eine Argumentation, die Sie kennen - würden auch diejenigen bestraft, die sehr eng budgetieren und sich sehr bemühen, effizient zu arbeiten.

Dann noch zur Position "Sach- und Betriebsaufwand": Auch hier möchte ich Sie bitten, den Antrag der Minderheit abzulehnen. Das ist ein Sammelbecken mit einer grossen Heterogenität. Das heisst aber nicht, dass diese Steigerung hier einfach auf ausufernde Verwaltungstätigkeit zurückzuführen wäre. Es sind in dieser Position Aufwendungen für wichtige Funktionen der Verwaltung enthalten, Teile beispielsweise der Informatikaufwendungen, aber auch Teile der Aufwendungen für den Betrieb der Armee, für Munition, Sold, Verpflegung, und auch Teile der Aufwendungen für die Nationalstrassen; das ist hier ebenfalls enthalten. Wenn wir im Sinne der Minderheit eine Kreditsperre vorsehen würden, müssten wir Bereiche, in welchen eine Sperrung keinen Sinn macht, ausklammern, sodass man in anderen Bereichen wieder überproportional sparen müsste. Überproportional gespart werden könnte - einfach weil es gesetzlich und auch faktisch möglich wäre - bei der Armee, bei der Zollverwaltung und beim Astra. Das macht, denke ich, keinen grossen Sinn.

Ich möchte noch auf die Ausführungen eingehen, man könne dem Anliegen bezüglich des Grenzwachtkorps, personell aufzustocken - was ja nötig ist und was Sie auch mit einem entsprechenden Vorstoss verlangt haben -, dann trotzdem nachkommen und irgendwo anders ausgleichen. Dabei ist aber zu bedenken, dass zwei Voraussetzungen ganz klar gegeben sein müssen, um eine Entsperrung gesperrter Kredite zu erreichen: Die erste ist, dass eine schwere Rezession die Aufhebung der Sperrung erforderlich macht. Wir gehen aber zumindest davon aus, dass wir nächstes Jahr nicht in eine solche geraten werden; diese Frage stellt sich also glücklicherweise nicht. Die zweite ist, dass Zahlungen geleistet werden müssen, für die ein gesetzlicher Anspruch besteht oder die verbindlich zugesichert worden sind. Selbstverständlich kommt auch das nicht zum Tragen, wenn gewisse Kategorien in der Verwaltung aufgestockt werden; auch diese Bestimmung können Sie daher nicht anwenden.

Ich möchte Sie daher bitten, die beiden Minderheitsanträge abzulehnen.

Gschwind Jean-Paul · Mit-M · Consiglio nazionale · Giura · Gruppo PPD-PEV

Concernant le domaine des charges de personnel à la page A12 du dépliant, le montant s'élève à 5 376 405 622 francs. La proposition défendue par la minorité Aeschi Thomas, visant une réduction linéaire, un blocage des crédits de 2 pour cent appliqué aux dépenses de personnel, soit un montant de 107 528 112 francs, a suscité un large débat au sein de la Commission des finances. L'argumentation de la minorité s'appuie sur le fait que le budget de la Confédération est déficitaire et que la situation devrait se péjorer à l'avenir, avec notamment l'augmentation des taux d'intérêt et une diminution des rentrées fiscales.

Pour la majorité de la commission, le budget proposé est équilibré et respecte le frein à l'endettement. C'est un budget satisfaisant comparé à celui des pays qui nous entourent; un budget où le léger déficit, environ 300 millions de francs, représente moins de 0,5 pour cent du montant total des dépenses. Pour la majorité de la commission, de nouvelles tâches vont voir le jour dans différents domaines, par exemple dans les domaines de l'immigration ou de la stratégie énergétique.

La majorité de la commission s'oppose à la méthode de la tondeuse à gazon, comme l'ont si bien dit Messieurs Müller Leo et Fischer Roland. Si une réduction des charges de personnel doit avoir lieu, elle se fera lors du prochain programme de consolidation, soit en 2014. N'oublions pas que certains départements sont sous-dotés en ressources de personnel et que l'augmentation des charges de personnel au budget 2013 se monte à 1,9 pour cent, dont 0,6 pour cent pour la masse salariale. Des augmentations, vous en conviendrez, qui sont plus que raisonnables.

Lors du vote, la Commission des finances a adopté, par 17 voix contre 8, la proposition défendue par la majorité, à savoir l'adhésion au projet du Conseil fédéral.

Hadorn Philipp · Mit-M · Consiglio nazionale · Soletta · Gruppo socialista

Die Finanzkommission hat sich intensiv mit den möglichen Folgen einer solchen Pauschalmassnahme auseinandergesetzt. Fast jedes Amt wurde gefragt, was dies bedeuten würde. Immerhin gilt es zu bedenken, dass eine Kreditsperre von 2 Prozent Einsparungen von über 107 Millionen Franken bedeutet. Dabei zeigte sich, dass eine solche Massnahme, die heute vielmals als Rasenmähermethode bezeichnet worden ist, völlig ungeeignet ist. Sie führt zu völlig unterschiedlichen Folgen. Flag-Ämter hätten freie Hand, wie die Massnahme umzusetzen wäre, da ihnen gar keine konkrete Massnahme wie Personalabbau vorgeschrieben werden kann. Die personalintensiven Ämter hätten die Hauptlast zu tragen. Nicht zu vergessen ist, dass es doch auch gerade das Parlament war, das vom Bund die Erfüllung zusätzlicher Aufgaben verlangte. Es geht nicht an, dass Quantität und Qualität von Service und Dienstleistungen ständig ausgebaut werden müssen, aber wir nicht bereit sind, den gerechtfertigten Preis hierzu zu bezahlen. Die Lohnmassnahmen für das Jahr 2013 sind, gelinde gesagt, äusserst moderat, wenn wir bedenken, dass das Lohnsystem Anstiege vorsieht. Zudem wurde uns auch dargelegt, dass der Bund einem Benchmark sehr gut standhalten könnte. Die Diskussion in der Finanzkommission ergab, dass es nicht angeht, einseitig über Kosten zu sprechen, ohne unsere Aufträge und die von uns übertragenen Aufgaben zu diskutieren.

Die Finanzkommission lehnt den vorliegenden Kürzungsantrag mit 17 zu 8 Stimmen ab.

Votazione

Abstimmung - Vote

Für den Antrag der Mehrheit ... 126 Stimmen

Für den Antrag der Minderheit ... 46 Stimmen

Graf Maya · P-F · Consiglio nazionale · Basilea-Campagna · Gruppo dei Verdi

Block 2: Kürzungen beim Sach- und Betriebsaufwand

Bloc 2: Réductions concernant les charges de biens et services et charges d'exploitation

Antrag der Mehrheit

Sach- und Betriebsaufwand

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

Antrag der Minderheit

(Aeschi Thomas, Amaudruz, Grin, Hausammann, Müller Thomas, Müri, Schwander)

Sach- und Betriebsaufwand

Kreditsperre von 2,5 Prozent auf dem Sach- und Betriebsaufwand (entspricht 110 823 063 Franken)

Proposition de la majorité

Charges de biens et services et charges d'exploitation

Adhérer au projet du Conseil fédéral

Proposition de la minorité

(Aeschi Thomas, Amaudruz, Grin, Hausammann, Müller Thomas, Müri, Schwander)

Charges de biens et services et charges d'exploitation

Un blocage des crédits de 2,5 pour cent est appliqué aux charges de biens et services et charges d'exploitation (correspond à 110 823 063 francs)

Aeschi Thomas · Mit-M · Consiglio nazionale · Zugo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Beim Sach- und Betriebsaufwand haben wir wiederum eine ähnliche Ausgangslage. Gewisse Sprecherinnen und Sprecher haben es vorhin schon angetönt: Auch hier hatten wir bei der Rechnung 2011, also vor zwei Jahren, verglichen mit dem Budget 2013, noch weniger als 4 Milliarden Franken an Ausgaben, und nun haben wir bereits Mehrausgaben von mehr als 10 Prozent. Auch hier sind wir der Meinung, dass dieses Wachstum zu gross ist, vor allem auch in Anbetracht der viel tieferen Einnahmen von nur plus 0,9 Prozent, die für die nächsten Jahre budgetiert sind.

Wir anerkennen zwar, dass, wie Frau Bundespräsidentin Widmer-Schlumpf gesagt hat, das Ausgabenwachstum abgenommen hat. Das ist immerhin eine gute Entwicklung, aber es ist eben nicht so viel, wie wir gerne hätten. Wir sind der Meinung, dass noch beträchtliches Sparpotenzial vorhanden ist. Denken Sie nur an die IT. Wir haben den Fall Insieme; hierfür wurden ungefähr 100 Millionen Franken ausgegeben, ohne dass man danach konkrete Ergebnisse in der Hand hatte. Wenn man sieht, wie viel Geld hier ausgegeben werden kann, so wird klar, dass bei den 4,4 Milliarden Franken noch beträchtliches Sparpotenzial vorhanden ist. Nun hat die Frau Bundespräsidentin gesagt, selbstverständlich könne man jetzt keine Schwerpunkte setzen. Aber genau dies erwarte ich vom Bundesrat, dass er solche schon im August jeweils beschliesst. Dann weiss er für den Fall, dass im Parlament im November oder Dezember Kürzungsanträge gestellt werden - was jedes Jahr zu erwarten ist -, wo Schwerpunkte gesetzt werden können. Wir befürworten keine radikale, gleichmässige Kürzung über alle Departemente hinweg. Vielmehr erwarten wir vom Bundesrat, dass er Schwerpunkte setzt und dass er selber sagt, wo man sparen soll und wo das Sparen wenig angebracht ist.

Ich gebe aber der Frau Bundespräsidentin Recht hinsichtlich der Feststellung, dass vom Parlament immer mehr Aufgaben beschlossen werden. Hier appelliere ich an die anderen Parteien, dass sie die SVP unterstützen, wenn wir auf die Bremse treten wollen und sagen: "Nein, nicht schon wieder mehr Bundesaufgaben, nicht schon wieder mehr Aufgaben für den Bundesrat, die er umzusetzen hat."

Noch einige Bemerkungen zu meinen Vorrednern:

An Herrn Leo Müller von der CVP: Er hat gesagt, wir hätten hier einen undifferenzierten Antrag gestellt. Dies ist eben nicht so, sondern der Bundesrat kann in eigener Kompetenz entscheiden, wo er bei den Ausgaben Geld sparen möchte.

An Herrn Vitali von der FDP: Er hat gemeint, das Parlament müsse selbst in die Pflicht genommen werden. Ich bin völlig einverstanden mit Ihnen, Herr Vitali, wir müssen selber schauen, dass die Ausgaben nicht weiter ansteigen. Aber hier appelliere ich auch an Sie; Sie wissen, dass z. B. bei der Entwicklungshilfe die SVP-Fraktion in der Frühjahrssession die einzige Fraktion war, die sagte, die Kostensteigerung von 9 Prozent wolle man nicht. Die SVP-Fraktion war die einzige Fraktion, die sagte, die Ausgaben für die Entwicklungshilfe über die nächsten vier Jahre hinweg in der Höhe von 13,4 Milliarden Franken wolle man nicht. Ich bitte Sie, sich hier an das eigene Wort zu halten.

An Frau Quadranti: Sie haben gesagt, auch Sie wollten mithelfen, die Aufgaben zu reduzieren. Ich begrüsse das, und ich freue mich, dass auch Sie uns das nächste Mal unterstützen werden, wenn wir Anträge stellen, um die Aufgaben zu reduzieren.

Zuletzt zu Roland Fischers Aussage, Ziele und Prioritäten müssten durch das Parlament vorgegeben werden: Wie gesagt, das Parlament ist kein Mikromanager. Wir sollen hier nicht der Verwaltung überall dreinreden, was genau wir um wie viele Tausend Franken und wo kürzen wollen. Ich denke, dass der Bundesrat und die Bundesverwaltung genau wissen, wo gekürzt werden soll. Aus diesem Grund haben wir ja gerade einen solchen Querschnittantrag gestellt.

Schwander Pirmin · Mit-M · Consiglio nazionale · Svitto · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Die SVP-Fraktion beantragt Ihnen, den Antrag der Kommissionsminderheit zu unterstützen.

Es ist jetzt viel über die Kreditsperre gesagt worden. Natürlich, der Antrag stellt eine Sperre über den ganzen Betrag zur Diskussion. Aber die Entsperrung kann punktuell vorgenommen werden. Da müssen natürlich entsprechend Prioritäten gesetzt werden - das ist so. Das ist keine leichte Aufgabe und auch keine populäre Aufgabe. Darum machen wir es nicht hier im Saal und beauftragen viel lieber den Bundesrat, diese Aufgabe zu machen; das ist klar. Wir können jedenfalls punktuell entsperren, nicht nur der Bundesrat kann solche Positionen entsperren. Insofern ist die Kreditsperre ein sehr flexibles Instrument zur Steuerung eines Haushalts. Ich bin der Meinung, dass es auch ein effizientes Instrument ist. Das hat die Vergangenheit immer wieder gezeigt.

Zur Position "Sach- und Betriebsaufwand": In den letzten fünf Jahren gab es hier eine Steigerung von 25 Prozent. Es stellt sich hier also schon die Frage, ob das notwendig war oder wo sich punktuell ansetzen lässt. Wenn wir die einzelnen Positionen ansehen, zum Beispiel "Informatik", "Beratung und Auftragsforschung" und vor allem den grossen Block "Übriger Betriebsaufwand", so müssen wir feststellen, dass es da grosse Steigerungen gibt. Allein in diesen drei Positionen liesse sich die Kreditsperre von 2,5 Prozent umsetzen, ohne dass der Wert unter denjenigen des Budgets 2012 fallen müsste. Das sind drei Positionen, die eben schon zu hinterfragen sind. Natürlich gibt es in der Informatik an verschiedenen Orten Probleme, die gelöst werden müssen. Aber die Frage ist, ob sich diese Probleme tatsächlich mit zusätzlichen Ausgaben lösen lassen. Wir sind der Meinung, dass das eher nicht der Fall sein wird. Vielmehr glauben wir, dass es dazu strukturelle Änderungen im gesamten Informatikbereich braucht; es braucht auch organisatorische Änderungen, und Probleme bei den Schnittstellen müssen behoben werden, indem sie effizienter gestaltet werden.

Ich bitte Sie aus diesen Gründen, dem Antrag der Kommissionsminderheit zuzustimmen.

Vitali Albert · Mit-M · Consiglio nazionale · Lucerna · Gruppo liberale radicale

Thomas Aeschi stellt den Minderheitsantrag, beim Sach- und Betriebsaufwand eine Kreditsperre von 2,5 Prozent zu verfügen. Bekanntlich macht ja das eine Summe von rund 110 Millionen Franken aus. Die FDP-Liberale Fraktion lehnt diesen Minderheitsantrag ab. Im Grundsatz kann man nicht auf diese Weise unseren Staatshaushalt ins Lot bringen, sondern es braucht andere Massnahmen. Wir verlangen einen verlässlichen Staat - die Bürgerinnen und Bürger, nicht nur wir im Parlament. Ich glaube, das ist der falsche Ansatz. Meine Recherchen haben ergeben, dass das ein Dauerantrag der SVP-Fraktion ist und er beim Voranschlag eine gewisse Tradition hat. Da kommt mir natürlich das Weihnachtslied "Alle Jahre wieder" in den Sinn.

Ich kann es kurz machen: Bald ist Weihnachten, aber trotzdem lehnen wir diesen Minderheitsantrag ab.

Vischer Daniel · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo dei Verdi

Ich ersuche Sie ebenfalls, diesen Minderheitsantrag abzulehnen. Diese 2,5-prozentige Kreditsperre beim Sach- und Betriebsaufwand ist unbeholfen, sie kommt zum falschen Zeitpunkt, und sie verfehlt letztlich ihr Ziel. Im Grunde tut die SVP so, wie wenn wir ein Globalbudget hätten und der Bundesrat dann einfach schauen müsste, wo er diese Gelder spart und andere Gelder ausgibt. Wir haben aber kein Globalbudget. Wir haben ein Budget, das nach einzelnen Aufwandposten genau strukturiert ist. Wenn Sie Sparanträge stellen, dann müssen Sie sich halt die Mühe nehmen, diese Anträge bei den einzelnen Budgetpositionen einzubringen. Diese Mühe wollen Sie sich nicht nehmen. Das ist begreiflich, denn ganz einfach ist das nicht.

Ihr Antrag ist ja ein bisschen - wie soll ich sagen? - das alljährliche ideologische Bekenntnis "Der Bund gibt zu viel aus", wobei Sie aber eigentlich sagen, dass er dort zu viel ausgibt, wo Ihnen die Ausgaben nicht passen. Dort, wo Sie Ihre politischen Prioritäten setzen, da wollen Sie Mehrausgaben, sprich Landwirtschaft, sprich Armee. Das Budget ist aber eine politische Auseinandersetzung und eine Schwerpunktsetzung für die Ausgaben. Dieser Auseinandersetzung müssen wir uns, Position für Position, stellen. Wir können nicht einfach mit so allgemeinen Anträgen daherkommen.

Sie begründen den Antrag zusätzlich mit dem Insieme-Debakel. Das scheint mir eine unbehelfliche Argumentation zu sein. Wir sind daran, das Insieme-Debakel aufzuarbeiten, das ist heute schon mehrfach dargelegt worden, es wird dafür ja auch ein Kredit eingestellt. Aber Sie können doch nicht einfach aufgrund des Insieme-Debakels sagen: Ja, da wurde zu viel ausgegeben, also kürzen wir jetzt einmal den Sach- und Betriebsaufwand generell um 2,5 Prozent!

Das haben Sie immer noch nicht begriffen, aber Sie haben einfach eine andere Position und wollen das auch nicht begreifen. Ihr Antrag kommt auch zur Unzeit. Es wäre auch konjunkturpolitisch falsch, heute mit solchen Anträgen einzufahren. Es ist der falsche Moment. Sie wollen eigentlich eine Umsteuerung in Richtung mehr sparen, Sie wollen genau den Fehler machen, der heute teilweise in Europa gemacht wird.

Bleiben wir auf unserem mittleren Weg, den das Budget einschlägt. In diesem Sinne ersuche ich Sie, diesen Minderheitsantrag abzulehnen. Er ist nicht sehr originell, und er zeugt eben auch von einer - wie soll ich sagen? -, fast sagen von einer Faulheit, halt im Einzelnen nachzuweisen, wo man tatsächlich Sparanträge stellen muss und kann.

Büchel Roland Rino · Mit-M · Consiglio nazionale · San Gallo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Sie haben gesagt, Europa würde einen Fehler machen, wenn es mehr sparen würde. Denken Sie nicht, dass Europa einen Fehler gemacht hat, als es zu viel Geld ausgegeben hat?

Vischer Daniel · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo dei Verdi

Wissen Sie, es ist eben in einem gewissen Sinne beides. Das ist das Paradoxe. Wir haben eine sehr, sehr schwierige Analyse zu machen, warum es zu dieser Krise in Europa gekommen ist. Zu dieser Krise ist es natürlich gekommen, weil gewisse Länder über ihrem Niveau lebten. Massgeblich war aber, dass Deutschland als Motor der Wirtschaftsentwicklung von Europa auf zu tiefem Niveau lebte, das heisst seine Lohnkosten einfror, womit seine Produkte zu billig wurden und die anderen Länder ihrer Konkurrenzfähigkeit beraubt wurden. Es ist also ein sehr diffiziles Zusammenspiel zwischen einer falschen Dumpingpolitik in Deutschland und einer nicht zum richtigen Zeitpunkt erfolgten Sparpolitik in den südlichen Ländern. Die Schweiz hat eben interessanterweise einen Mittelweg gewählt. Sie hat den Weg des Lohndumpings nicht in diesem Sinne mitverfolgt, und ich hoffe, dass der gewerkschaftlich sorgfältigen Arbeit auch in Zukunft Rechnung getragen und ihr stattgegeben wird, dass also das Lohnwachstum in dieser Weise weitergeht, damit eben die Konjunktur nicht abgewürgt wird. Aber Sie wollen einfach nur sparen. Sie wollen im Prinzip das, was jetzt Griechenland in den Boden reitet - sozial ein Elend!

Graf Maya · P-F · Consiglio nazionale · Basilea-Campagna · Gruppo dei Verdi

Präsidentin (Graf Maya, Präsidentin): Ich mache Sie alle darauf aufmerksam, dass Fragen jeweils kurz sein und knapp beantwortet werden sollen.

Amaudruz Céline · Mit-F · Consiglio nazionale · Ginevra · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Si on suit votre logique, alors pour vous l'Allemagne fait tout faux, alors que la Grèce, le Portugal et l'Espagne font tout juste, j'imagine?

Vischer Daniel · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo dei Verdi

Sie haben mich schon richtig verstanden. Es ist eben eine diffizile Angelegenheit. Wenn ein Land, erst noch ein korruptes, übermässige Ausgaben hat und der Hauptwirtschaftsmotor von Europa seine Produkte durch Lohndumping verbilligt, kommen sich auf dem freien Markt Länder in die Quere. Der grössere Anbieter unterbietet dann nämlich mit den Preisen für seine Produkte die anderen Anbieter, und die anderen Länder fallen punkto Konkurrenzfähigkeit damit gewissermassen aus dem Rennen. Es gibt einen berühmten Ökonomen namens Flassbeck, der das seit zwei Jahren täglich predigt. Leider hören ihm zu wenige zu.

Kiener Nellen Margret · Mit-F · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo socialista

Die SP-Fraktion bittet Sie, den Minderheitsantrag Aeschi Thomas auf eine Kreditsperre von 2,5 Prozent beim Sach- und Betriebsaufwand abzulehnen. Dieser Antrag ist finanzpolitisch und finanzrechtlich unnötig; er ist wirtschafts- und konjunkturpolitisch total daneben. Es ist schon vieles gesagt worden, beim Eintreten haben sich dazu schon einige Vorredner geäussert.

Die Logik der Argumente gegen Ihren Minderheitsantrag, dies an die Adresse Herrn Aeschis und der SVP-Fraktion, ist dieselbe wie beim Antrag zum Personal. Sie wollen alle Jahre wieder die Kosten in den Griff bekommen. Jemand hat vorhin gesagt, dass Sie die Finanzen ins Lot bringen wollen; es war der FDP-Kollege, der zum Glück aber im Namen seiner Fraktion diesen Antrag mit uns, der sozialdemokratischen Fraktion, ablehnt. Ich staune ob solcher Worte. Wir haben bis Ende dieses Jahres voraussichtlich etwa 19 Milliarden Franken auf dem Ausgleichskonto. Das heisst, unserer Bundesverwaltung, unserem Bundesrat, dem Finanzdepartement insbesondere, ist es gelungen, eine Finanzpolitik zu betreiben, die jährlich wiederkehrend zu Überschüssen geführt hat. Jedes Jahr im Juni loben alle hier die sehr gute Ausgabendisziplin von über 30 000 Angestellten des Bundes sowie der Mitarbeitenden der beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen und von anderen angegliederten Bundesinstitutionen. Dann kommt das Budget, und dann muss ein bisschen mit der Peitsche gefuchtelt werden - wahrscheinlich nur, damit es einigen, eben denjenigen, die hinter diesem Minderheitsantrag stehen, ein bisschen wohler wird. Das ist ja ihr Recht; es ist aber finanzpolitisch gesehen vollkommen unnötig.

Ich habe es aufgezeigt: Auch dieses Jahr werden wir mit einem Überschuss abschliessen. Wenn Sie Ihre Scheuklappen entfernen und mithelfen, die Steuerhinterziehung endlich wirksam zu bekämpfen, wenn Sie auch bei der Mehrwertsteuer wieder Kontrollintervalle einführen - bei einem Detailantrag zum Personal der Steuerverwaltung werden wir noch darauf zu sprechen kommen -, wenn die Kontrollintervalle so eingerichtet werden, dass die Steuer gesetzeskonform eingezogen werden kann, dann werden wir auch den Ausfall durch die jetzt etwas einknickenden Einnahmen wieder kompensieren können.

Sie plagen die Falschen; Sie wollen einen Bundesrat plagen, der grossmehrheitlich - fünf zu zwei - aus bürgerlichen Vertretern zusammengesetzt ist. Ich staune immer wieder, wie viel Misstrauen Sie als grosse bürgerliche Partei gegenüber einer solch dominant bürgerlichen Mehrheit im Bundesrat entwickeln; ich kann das ausländischen Gästen jeweils fast nicht erklären. Es ist unglaublich, welche Anträge wir beim Budget zu diskutieren haben und welch profundes Missbehagen Sie gegenüber einer äusserst kostenbewussten Verwaltung, geführt von überaus seriösen Bundesratsmitgliedern - wenn dem nicht so ist, müssen Sie es benennen! -, zum Ausdruck bringen.

Die SP-Fraktion wird also diesen Minderheitsantrag, genau wie denjenigen zum Personal, geschlossen ablehnen. Wir bitten Sie aber, am Donnerstag mitzuhelfen, die Motion zum Ausgleichskonto bei der Schuldenbremse zu unterstützen. Helfen Sie mit, dass wir diese 19 Milliarden Franken, die sich auf dem Ausgleichskonto immer positiv kumulieren - in den Kantonen und Gemeinden nennen wir das Eigenkapital -, gemäss der Motion Kiener Nellen 11.3486, "Ausgleichskonto Schuldenbremse", wieder einmal gerechter verteilen können. So wollte es der Bundesrat ursprünglich, vor Einführung der Schuldenbremse, welche weltweit die restriktivste Ausgabenregel ist. Es gibt kein Land, das eine restriktivere Ausgabenregel kennt als die Schweiz mit dieser Schuldenbremse, die immer eingehalten und jedes Jahr ja noch übertroffen wird. Ihre Anträge sind finanzpolitisch also wirklich unnötig und liegen konjunktur- und wirtschaftspolitisch sowieso total daneben.

Gasche Urs · Mit-M · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo BD

Ich sage nicht viel Neues, aber ich sage es kurz. Der Sach- und Betriebsaufwand ist ein Sammeltopf. Es geht bei diesen Ausgaben darum, die Funktionsfähigkeit der Verwaltung zu erhalten. Es sind Positionen, die letztlich weitgehend auch das Öl im Getriebe darstellen. Mit einer linearen Kürzung verursachen wir nur Probleme. Eine nachhaltige Sparwirkung kann auf diesem Weg nicht erzielt werden, wie das von mehreren Vorrednerinnen und Vorrednern gesagt worden ist.

Ich habe bereits beim Eintretensvotum dargelegt, dass sich die BDP-Fraktion für eine restriktive Finanzpolitik ausspricht, dass sie für Aufgabenüberprüfungen einsteht, das Heil aber nicht in kurzfristigen oder in nichtnachhaltigen Kürzungen - auch wenn sie den Namen Kreditsperre tragen - sucht. Wir lehnen deshalb diesen Minderheitsantrag ab.

Noch ein Wort zum Votum von Herrn Nationalrat Schwander: Ich glaube, die Aussagen über die Entsperrbarkeit sind gerade in diesem Fall nicht hilfreich, weil es sich um so viele betroffene Positionen handelt, dass am Schluss nicht nur die allfälligen rechtlichen Vorbehalte anzubringen sind, sondern auch solche der Praktikabilität, wenn man vom Entsperren durch das Parlament ausgehen möchte.

In diesem Sinne beantragen wir Zustimmung zum Antrag der Mehrheit.

Widmer-Schlumpf Eveline · BPR-F · Consiglio federale · Grigioni

Zur Sinnhaftigkeit solcher Massnahmen hinsichtlich einer Sperrung habe ich mich bereits geäussert, sowohl bezüglich Personal- als auch bezüglich Betriebsaufwand. Ich möchte mich nicht wiederholen, aber ich möchte doch noch auf das Votum Aeschi eingehen.

Heute ist bereits der 27. November 2012. Sie sagen, wir müssten jetzt Schwerpunkte setzen und diese dann am richtigen Ort umsetzen. Sie sagen, das hätten wir schon früher machen können. Ich muss Ihnen gestehen, ich habe nicht damit gerechnet, dass Sie dieses Jahr wieder mit diesem Antrag kommen; wir haben uns auch nicht entsprechend eingerichtet, denn wir erachten eine solche Massnahme nicht als zielführend.

Zur Frage der Sperrung und Entsperrung noch eine Bemerkung: Es ist nicht so einfach, dann punktuell zu entsperren. Vor allem ist es so, dass das Parlament sperrt und der Bundesrat entsperrt. Der Bundesrat kann mit Zustimmung des Parlamentes entsperren, wenn eine schwere Rezession droht. In allen übrigen Fällen macht es der Bundesrat alleine. Es ist also nicht das Parlament, das wieder entsperrt; das ist im Finanzhaushaltgesetz so geregelt.

Wohin würde das führen, was heute gesagt wird? Es hiess, man könne ja die 3 Millionen Franken für das Grenzwachtkorps (GWK), die ich sehr befürworte, ausrichten und damit die 24 Stellen finanzieren. Damit würden Sie zuerst eine Sperrung machen und dann für die 24 Stellen, für die 3 Millionen Franken, wieder eine Entsperrung vornehmen. Aber was tun Sie dann mit dem übrigen Bestand von 4000 Mitarbeitenden in der Eidgenössischen Zollverwaltung und des GWK? Die stünden unter der Sperre, und gleichzeitig wären die 24 Stellen entsperrt. Das ist keine wahnsinnig sinnvolle Anwendung der Möglichkeiten, die die Sperrung und Entsperrung bieten. Abgesehen davon bin ich auch der Auffassung, dass dies rechtlich gar nicht möglich wäre.

Ich möchte Sie daher bitten, solche Anträge nicht gutzuheissen. Wir können dann gerne konkret über Aufgaben im Zusammenhang mit Kürzungen diskutieren.

Aeschi Thomas · Mit-M · Consiglio nazionale · Zugo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Frau Bundespräsidentin, wenn ich Ihnen schon heute sage, dass wir im nächsten Herbst wieder mit diesem Antrag kommen werden, wären Sie dann bereit, im nächsten August die entsprechenden Schwerpunkte zu setzen, sodass Sie uns dann konkret sagen können, wo Sie vorhaben, die Schwerpunkte zu setzen und zu sparen?

Widmer-Schlumpf Eveline · BPR-F · Consiglio federale · Grigioni

Ich hoffe, Herr Nationalrat Aeschi, dass ich Sie vorher davon überzeugen kann, dass das kein guter Antrag wäre und dass wir besser im Zusammenhang mit der Aufgabenüberprüfung über Ihr Anliegen diskutieren.

Hadorn Philipp · Mit-M · Consiglio nazionale · Soletta · Gruppo socialista

Auch die Problematik dieses Minderheitsantrages zeigt sich nicht nur jetzt im Saal, sie zeigte sich schon bei der Beratung der Finanzkommission. Ein grosser Teil des Sach- und Betriebsaufwands ist schlichtweg nicht beeinflussbar, zumindest nicht derart kurzfristig. Entsprechend müssten dann in einzelnen Bereichen Einsparungen vorgenommen werden, die schlichtweg die Wahrnehmung des erteilten Auftrages verunmöglichen würden. Will tatsächlich eine Mehrheit in diesem Saal, dass die Empfangszentren nicht realisiert, Verträge nicht eingehalten oder andere Massnahmen gesucht und getroffen werden? Ein Drittel des Betriebsaufwands entfällt übrigens auf den Betrieb der Armee. Man stelle sich vor, was eine solche Kürzung bewirken würde!

Die Finanzkommission lehnte den Antrag Aeschi Thomas mit 18 zu 7 Stimmen bei 0 Enthaltungen ab.

Gschwind Jean-Paul · Mit-M · Consiglio nazionale · Giura · Gruppo PPD-PEV

Dans le groupe de comptes, la position "Charges de biens et services et charges d'exploitation" prévoit un montant de 4 432 922 500 francs. La proposition de la minorité Aeschi Thomas demande un blocage des crédits à hauteur de 2,5 pour cent appliqué aux charges de biens et services et charges d'exploitation, soit un montant de 110 823 063 francs.

L'argumentation du commissaire Aeschi Thomas indique les domaines qui pourraient être concernés, par exemple les mandats externes, les contrats de location ou encore les dépenses d'exploitation. Cette démarche ressemble comme une goutte d'eau à celle qui préconise un blocage des crédits de 2 pour cent sur la masse salariale.

La majorité de la commission s'oppose à une réduction linéaire de 2,5 pour cent. Quand bien même elle estime qu'une réduction de certains coûts reste envisageable - au travers de l'examen des tâches qui aura lieu en 2014, notamment lors de l'examen du programme de consolidation -, des augmentations sont toutefois inévitables dans d'autres domaines: l'immigration, les routes nationales ou l'énergie, par exemple.

Par conséquent, la commission a adopté le projet du Conseil fédéral par 18 voix contre 7.

Graf Maya · P-F · Consiglio nazionale · Basilea-Campagna · Gruppo dei Verdi

Präsidentin (Graf Maya, Präsidentin): Bevor wir zur Abstimmung kommen, möchte ich einem Ratskollegen herzlich zum Geburtstag gratulieren: Hans Egloff, wir wünschen dir alles Gute, gute Gesundheit und einen wunderschönen Tag! (Beifall)

Votazione

Abstimmung - Vote

Für den Antrag der Mehrheit ... 129 Stimmen

Für den Antrag der Minderheit ... 47 Stimmen

Graf Maya · P-F · Consiglio nazionale · Basilea-Campagna · Gruppo dei Verdi

Behörden und Gerichte

Autorités et tribunaux

101 Bundesversammlung

101 Assemblée fédérale

Antrag der Verwaltungsdelegation

A2101.0101 Jahresvergütung Mitglieder Nationalrat/Zulagen Ratspräsidium

Fr. 11 866 000

A2101.0102 Jahresvergütung Mitglieder Ständerat/Zulagen Ratspräsidium

Fr. 2 788 000

A2101.0103 Sessionen des Nationalrates

Fr. 7 702 800

A2101.0104 Sessionen des Ständerates

Fr. 1 770 300

A2101.0105 Kommissionen und Delegationen des Nationalrates

Fr. 6 396 700

A2101.0106 Kommissionen und Delegationen des Ständerates

Fr. 2 189 000

Antrag Schwander

A2119.0002 Übriger Betriebsaufwand

Fr. 10 486 200

Schriftliche Begründung

Die beiden Finanzkommissionen und die beiden Geschäftsprüfungskommissionen beschlossen im November 2012, eine gemeinsame Arbeitsgruppe Insieme einzusetzen, um die Vorfälle um das Informatikprojekt Insieme aufzuarbeiten und Lehren für die Zukunft zu ziehen. Damit die Arbeitsgruppe die Arbeiten zügig aufnehmen kann, müssen die nötigen Mittel rechtzeitig zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund wird das Budget 2013 der Bundesversammlung um vorerst 1,5 Millionen Franken aufgestockt. Je nach Verlauf der Arbeiten müssen zusätzliche Mittel im Nachtrag I zum Voranschlag 2013 beantragt werden. Die Mittel werden benötigt für den Zuzug von externen Experten sowie die für das Projekt befristete Verstärkung der Sekretariate der GPK und der FK. Hinzu kommen Arbeitsplatzkosten, Übersetzungskosten, Protokollführungskosten usw. Die Höhe des beantragten Kredits orientiert sich an den Erfahrungswerten bei GPK-Inspektionen, insbesondere der Inspektion "Die Behörden unter dem Druck der Finanzkrise und der Herausgabe von UBS-Kundendaten an die USA".

Proposition de la Délégation administrative

A2101.0101 Indemnité annuelle pour les membres du Conseil national/suppléments pour le collège présidentiel

Fr. 11 866 000

A2101.0102 Indemnité annuelle pour les membres du Conseil des Etats/suppléments pour le collège présidentiel

Fr. 2 788 000

A2101.0103 Sessions du Conseil national

Fr. 7 702 800

A2101.0104 Sessions du Conseil des Etats

Fr. 1 770 300

A2101.0105 Commissions et délégations du Conseil national

Fr. 6 396 700

A2101.0106 Commissions et délégations du Conseil des Etats

Fr. 2 189 000

Proposition Schwander

A2119.0002 Autres charges d'exploitation

Fr. 10 486 200

Développement par écrit

Au mois de novembre 2012, les Commissions des finances et les Commissions de gestion des deux conseils ont décidé d'instituer un groupe de travail mixte pour faire toute la lumière sur les événements entourant le projet informatique Insieme et en tirer des enseignements pour l'avenir. Afin que ce groupe de travail puisse entamer rapidement ses travaux, les ressources nécessaires devront être mises à sa disposition sans tarder. C'est la raison pour laquelle le budget 2013 de l'Assemblée fédérale sera relevé de 1,5 million de francs. Selon le déroulement des travaux, des ressources supplémentaires devront être demandées dans le cadre du supplément I au budget 2013. Les moyens demandés permettront de faire appel à des experts externes et de renforcer les secrétariats des CdG et des CdF pendant la durée de l'enquête. Ils serviront également à couvrir les coûts liés aux postes de travail, à la traduction et à la rédaction des procès-verbaux notamment. Le montant du crédit demandé a été fixé sur la base des montants utilisés lors des précédentes inspections menées par les CdG, et en particulier de l'inspection intitulée "Les autorités sous la pression de la crise financière et de la transmission de données clients d'UBS aux Etats-Unis".

Pos. A2101.0101, A2101.0102, A2101.0103, A2101.0104, A2101.0105, A2101.0106

Angenommen gemäss Antrag der Verwaltungsdelegation

Adopté selon la proposition de la Délégation administrative

Pos. A2119.0002

Gschwind Jean-Paul · Mit-M · Consiglio nazionale · Giura · Gruppo PPD-PEV

La proposition Schwander n'a pas été traitée en commission, donc je ne peux vous faire aucune recommandation au nom de la commission. Mais je peux vous faire une recommandation personnelle, celle d'accepter cette proposition.

Votazione

Präsidentin (Graf Maya, Präsidentin): Die BDP-Fraktion unterstützt den Antrag Schwander.

Abstimmung - Vote

Für den Antrag Schwander ... 112 Stimmen

(Einstimmigkeit)

Graf Maya · P-F · Consiglio nazionale · Basilea-Campagna · Gruppo dei Verdi

108 Bundesverwaltungsgericht

108 Tribunal administratif fédéral

Antrag der Kommission

A2100.0001 Personalbezüge und Arbeitgeberbeiträge

Fr. 68 102 200

Proposition de la commission

A2100.0001 Rétribution du personnel et cotisations de l'employeur

Fr. 68 102 200

Angenommen - Adopté

Block 3: Entwicklungszusammenarbeit und Osthilfe

Bloc 3: Coopération au développement et aide aux pays de l'Est

Departement für auswärtige Angelegenheiten

Département des affaires étrangères

202 Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit

202 Direction du développement et de la coopération

Antrag der Mehrheit

A2310.0295 Osthilfe

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

Antrag der Minderheit

(Grin, Aeschi Thomas, Amaudruz, Hausammann, Müller Thomas, Schwander)

A2310.0295 Osthilfe

Fr. 117 103 300

Proposition de la majorité

A2310.0295 Aide aux pays de l'Est

Adhérer au projet du Conseil fédéral

Proposition de la minorité

(Grin, Aeschi Thomas, Amaudruz, Hausammann, Müller Thomas, Schwander)

A2310.0295 Aide aux pays de l'Est

Fr. 117 103 300

Volkswirtschaftsdepartement

Département de l'économie

704 Staatssekretariat für Wirtschaft

704 Secrétariat d'Etat à l'économie

Antrag der Mehrheit

A2310.0370 Wirtschaftliche Entwicklungszusammenarbeit

A2310.0446 Wirtschaftliche Zusammenarbeit mit osteuropäischen Staaten

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

Antrag der Minderheit

(Grin, Aeschi Thomas, Amaudruz, Hausammann, Müller Thomas, Schwander)

A2310.0370 Wirtschaftliche Entwicklungszusammenarbeit

Fr. 201 014 300

A2310.0446 Wirtschaftliche Zusammenarbeit mit osteuropäischen Staaten

Fr. 73 934 000

Proposition de la majorité

A2310.0370 Coopération économique au développement

A2310.0446 Coopération économique avec les Etats d'Europe de l'Est

Adhérer au projet du Conseil fédéral

Proposition de la minorité

(Grin, Aeschi Thomas, Amaudruz, Hausammann, Müller Thomas, Schwander)

A2310.0370 Coopération économique au développement

Fr. 201 014 300

A2310.0446 Coopération économique avec les Etats d'Europe de l'Est

Fr. 73 934 000

Grin Jean-Pierre · Mit-M · Consiglio nazionale · Vaud · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

J'ai déposé trois propositions de minorité: une pour l'aide aux pays de l'Est, une pour la coopération économique au développement et une pour la coopération économique avec les Etats d'Europe de l'Est. Elles demandent une limitation des augmentations prévues par le Conseil fédéral dans le budget 2013.

L'aide aux pays de l'Est est destinée à promouvoir et à renforcer l'Etat de droit, le respect des droits de l'homme, la démocratie et la formation. Ces changements de mentalité et de politique doivent sans cesse être encouragés. Par mon amendement, je ne conteste en aucune manière les bienfaits et la pertinence de cette aide; comprenez-moi bien! Mais passer de 108 millions de francs dans le budget 2012 à 129 millions dans le budget 2013, cela dépasse certaines limites du possible et de l'interventionnisme - même en action préventive. Alors que les aides alimentaires en céréales et produits laitiers - produits vivriers - stagnent pratiquement, cette position augmente de plus de 18 pour cent ou de 20 millions de francs. La raison invoquée est qu'on a décidé de porter l'aide au développement à 0,5 pour cent du PIB. Mais restons réalistes: il est utopique de vouloir, en augmentant les moyens financiers de manière démesurée, changer en une année les différentes mentalités politiques de ces pays.

Pour le groupe UDC, l'augmentation de cette rubrique de 20 millions de francs est trop rapide et difficilement contrôlable, surtout dans les pays présentant une certaine instabilité politique. Il faut continuer à accorder cette aide, elle doit augmenter de manière progressive pour ne pas pénaliser les projets en cours ainsi que ceux en préparation. Cela n'est pas contesté. Vous pouvez constater que ma proposition demande une augmentation de 8 millions de francs supplémentaires par rapport au budget 2012 et de 12 millions de francs supplémentaires par rapport aux comptes 2011.

Pour ce qui concerne la coopération économique au développement, mes propositions ne contestent pas du tout la coopération économique dans son ensemble, mais visent également à ramener son augmentation à des proportions plus que raisonnables par rapport aux autres positions de ce budget 2013, comme je l'ai affirmé dans le débat d'entrée en matière.

L'augmentation prévue sera difficile à utiliser de manière efficiente, car dans certains pays une certaine instabilité politique complique parfois les choses. C'est le cas par exemple au Burkina Faso, où la Suisse, par le biais de la Direction du développement et de la coopération, a déboursé 2 millions de francs pour un abattoir et une gare routière. Et dans sa réponse à mon interpellation 12.3364 concernant l'avenir de la gare routière de Ouahigouya, inutilisée par la compagnie locale, le Conseil fédéral explique que des événements sociopolitiques survenus au Burkina Faso, des divergences apparues entre leaders syndicaux, ainsi que l'altération de la santé du maire de Ouahigouya, avaient remis en cause le consensus qui avait été discuté lors de cette construction.

Je ne veux pas faire une généralité de cet exemple, mais inciter à la prudence vis-à-vis de certains investissements faits dans ce cadre et, surtout, éviter une précipitation dans ces investissements, en maintenant les montants, en les augmentant régulièrement, mais pas de manière importante, comme c'est le cas dans ce budget 2013. Pour le budget 2014, des coupes à hauteur de 118 millions de francs devront être faites dans ce qui deviendra le Département fédéral de l'économie, de la formation et de la recherche, comme annoncé par les services compétents, coupes qui toucheront l'agriculture, la formation, le logement et l'innovation.

Je vous propose donc d'accepter ces trois amendements, qui permettront déjà de limiter une partie des coupes prévues pour 2014.

Hausammann Markus · Mit-M · Consiglio nazionale · Turgovia · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Die spitzenmässige Wachstumsrate im Bereich der Beziehungen zum Ausland hat die SVP-Fraktion veranlasst, in der Kommission ausgewogene und moderate Sparanträge zu diesem Bereich einzubringen. Bei der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe betragen die Zuwachsraten im Voranschlag 7 bis 26 Prozent, was grösstenteils auf den Beschluss des Parlamentes zurückzuführen ist, die APD-Quote auf 0,5 Prozent zu erhöhen.

Der betreffende Beschluss ist meines Erachtens sehr euphorisch entstanden. Hintergrund war das Präsidium der Schweiz bei der Uno-Vollversammlung und die Phase der sehr guten Rechnungsabschlüsse auf Stufe Bund, welche den Anschein erweckten, dass die Kapazitäten vorhanden seien. Als neues Ratsmitglied kann ich den Beschluss durchaus nachvollziehen, und ich trage ihn auch mit. Aber wir könnten uns für die Zielerreichung ohne Weiteres mehr Zeit lassen.

Folgendes gilt es bei unseren Budgetentscheiden zu beachten: 2013 ist gemäss der Bundesverwaltung ein Spitzenjahr der Verpflichtungen gegenüber den internationalen Organisationen. Allein an die Uno gehen 36,5 Millionen Franken oder 39 Prozent mehr als im Jahr 2012. In den folgenden Jahren gäbe es in diesem Bereich eher wieder etwas Luft. Eine übertriebene Steigerung im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe im Jahre 2013 macht auch keinen Sinn, wenn im Rahmen der Aufgabenüberprüfung 2014 dann wieder 27,5 Millionen Franken eingespart werden müssen.

Gerade das Argument der Kontinuität, das von der Verwaltung ebenfalls ins Feld geführt wird, lässt mich zum Schluss kommen, dass solch enorme Steigerungen abzulehnen sind. Die Verwaltung hat in der Vorberatung ausserdem bestätigt, dass es für sie eine grosse Herausforderung sei, bei diesen Steigerungsraten zu überprüfen, ob die Mittel tatsächlich effizient und zielkonform eingesetzt würden. Meine Anträge, das Ausgabenwachstum in den Bereichen der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe auf 5 bzw. 15 Prozent zu beschränken, fanden leider ausserhalb der SVP-Fraktion keine Unterstützung. Diese Anträge hätten den betroffenen Bereichen gesamthaft immer noch nahezu 84 Millionen Franken Mehrausgaben zugestanden und das Budget dennoch um 50 Millionen Franken entlastet.

Ich beantrage Ihnen daher namens der SVP-Fraktion, Ihre Budgetverantwortung jetzt mit der Annahme der Sparanträge Grin im Bereich der Osthilfe wahrzunehmen.

Aubert Josiane · Mit-F · Consiglio nazionale · Vaud · Gruppo socialista

Ces trois propositions de minorité Grin, au niveau de la DDC et du SECO, sont des résidus d'une série de propositions de coupes dans l'aide au développement présentées au cours des travaux d'examen du budget par le groupe UDC.

Pour le groupe socialiste, il est clair que le Conseil fédéral, dans la préparation du budget, s'est référé aux décisions prises par le Parlement à plusieurs reprises. Pour rappel, les deux chambres ont décidé, le 28 février 2011, d'élever progressivement l'aide publique au développement à 0,5 pour cent du produit intérieur brut. Cette décision de principe a été confirmée, pas plus tard que le 11 septembre 2012, par l'acceptation du message concernant la coopération internationale 2013-2016. Après ces deux décisions très claires du Parlement, que le groupe socialiste avait appelées de ses voeux depuis longtemps, il est évident que nous ne pouvons pas entrer dans la logique défendue par Monsieur Grin et son groupe. Le groupe socialiste salue la rigueur avec laquelle le Conseil fédéral a préparé le budget pour coller au mieux aux décisions du Parlement. Plus précisément, la coupe de 12 millions de francs que la minorité vous propose dans le DFAE affecterait des projets hautement nécessaires, tels que l'aide à la mise en place d'une clinique d'urgences pédiatriques en Moldavie, l'accès à l'eau potable au Tadjikistan, le soutien des familles paysannes dans le Caucase du Sud pour qu'elles puissent augmenter leur production, un programme de formation professionnelle pour plusieurs milliers de jeunes au Kosovo. Couper dans de tels projets est préjudiciable, en premier lieu pour les populations concernées, mais aussi pour la Suisse et sa politique dans la région des pays de l'Est.

En tant que membre de la même sous-commission des finances que l'auteur de la minorité, après la visite que nous avons effectuée auprès de la DDC, je peux témoigner du sérieux avec lequel les projets sont construits et suivis, ainsi que de la nécessité de poursuivre ceux-ci dans la durée pour obtenir des résultats probants, tout en sachant que ces projets doivent être activés en souplesse en fonction des situations politiques fluctuantes dans ces pays.

Pour les deux autres coupes proposées, la situation est similaire: assainissement des réseaux d'eau en Egypte ou dans les républiques issues de l'éclatement de l'URSS, soutiens à l'agriculture, aux systèmes de santé ou à la formation professionnelle dans des pays d'Europe de l'Est sont quelques-uns des projets soutenus par le SECO que nous devons poursuivre et intensifier, car il est important que la Suisse soit fiable dans ses partenariats pour consolider les processus démocratiques dans ces nombreux pays en pleine mutation.

Proposer des coupes dans ces domaines et des reports pour l'agriculture suisse, comme nous l'avons entendu en commission, n'est absolument pas adéquat. Cela tient de l'idéologie plus que de la politique responsable et bien comprise pour l'avenir.

Pour chacune des propositions de ce bloc, nous soutiendrons avec détermination la majorité de la commission et nous vous invitons à faire de même en repoussant les trois propositions de la minorité Grin.

Müller Leo · Mit-M · Consiglio nazionale · Lucerna · Gruppo PPD-PEV

Ich mache es relativ kurz zu diesem Thema: Die CVP/EVP-Fraktion kann diesen Minderheitsanträgen, mit denen bei der internationalen Zusammenarbeit und bei der internationalen Hilfe gekürzt werden soll, nichts abgewinnen. Es ist ja vorgesehen, die Osthilfe um 12 Millionen Franken zu kürzen, die wirtschaftliche Entwicklungszusammenarbeit um 17 Millionen Franken und die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit osteuropäischen Staaten um 15 Millionen Franken. Es wird also eine Kürzung von insgesamt 44 Millionen Franken beantragt.

Die Ablehnung der CVP/EVP-Fraktion basiert vor allem auf zwei Gründen:

1. Das Parlament hat am 28. Februar 2011 den Beschluss gefasst, dass man die internationale Hilfe auf 0,5 Prozent des Bruttonationaleinkommens anheben will.

2. Diesen Beschluss hat der Bundesrat dann in seine Unterlagen eingearbeitet und dem Parlament in einer separaten Botschaft, nämlich der Botschaft vom 15. Februar 2012 über die internationale Zusammenarbeit 2013-2016, einen entsprechenden Antrag mit einem Finanzrahmen gestellt. Das Parlament hat diesen Antrag respektive diesen Finanzrahmen gutgeheissen.

Es kann ja nicht sein, dass das Parlament einer derartigen Stop-and-go-Strategie das Wort redet. Das Parlament muss aus Sicht der CVP/EVP-Fraktion an sich und an die Verlässlichkeit höhere Anforderungen stellen. Deshalb sagt die CVP/EVP-Fraktion Nein zu diesen Kürzungsanträgen.

Ich bitte Sie deshalb, in diesen Positionen die Mehrheit zu unterstützen.

Feller Olivier · Mit-M · Consiglio nazionale · Vaud · Gruppo liberale radicale

A vrai dire, le groupe libéral-radical peut comprendre les préoccupations exprimées par Monsieur Grin. La Confédération mène une politique financière très rigoureuse, elle applique strictement le mécanisme du frein à l'endettement - mécanisme dont le caractère exigeant est bien connu. Les augmentations de dépenses, lorsqu'elles sont proposées par le Conseil fédéral, sont en général très limitées et, dans ce contexte, il peut être troublant d'observer que, dans le domaine de la coopération internationale, des augmentations de dépenses de 10, de 20 ou même de plus de 30 pour cent sont prévues dans le budget 2013. Il est vrai qu'on peut ressentir un certain décalage entre la facilité avec laquelle des augmentations de dépenses sont préconisées dans le domaine de l'aide au développement et la difficulté à ajuster les dépenses dans d'autres secteurs, comme ceux de la formation ou des infrastructures de transport.

Cela étant précisé, le groupe libéral-radical rejettera néanmoins les propositions de la minorité Grin, pour des raisons de cohérence qui viennent d'être rappelées par plusieurs intervenants. Le Conseil des Etats a décidé le 9 décembre 2010 de porter l'aide au développement à 0,5 pour cent du produit intérieur brut d'ici 2015. Le Conseil national a pris la même décision en février 2011. C'est une décision de principe importante; elle a été prise récemment à la suite d'un débat intense. Cette décision doit aujourd'hui être mise en oeuvre. Dans le cas contraire, le Parlement se déjugerait. Et, il y a encore quelques mois, dans le cadre du débat relatif au message concernant la coopération internationale 2013-2016, le Conseil national et le Conseil des Etats ont de fait confirmé leur décision de porter à 0,5 pour cent du produit intérieur brut l'aide au développement. Il importe donc, sous l'angle de la cohérence, de maintenir le budget 2013 sur ce point tel que présenté par le Conseil fédéral.

Enfin, le Conseil fédéral est susceptible de présenter, d'ici quelques mois, un programme de consolidation et d'abandon de tâches. Dans le cadre d'un tel programme, il s'agira de traiter les différents départements de façon égale. Le Conseil fédéral puis les Chambres fédérales devront procéder à une balance des intérêts. Aucun département ne saurait par principe échapper aux mesures de consolidation si d'aventure elles s'avéraient nécessaires. C'est dans le cadre d'un programme de consolidation, et non pas dans celui du débat budgétaire, que nous pourrions, si nous le souhaitons véritablement, réexaminer l'opportunité de diminuer ou de faire augmenter moins vite les dépenses consacrées à l'aide au développement.

Dans ces conditions, le groupe libéral-radical vous invite à rejeter les trois propositions de la minorité Grin.

Vischer Daniel · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo dei Verdi

Ich ersuche Sie, diese Anträge der Minderheit Grin abzulehnen. Es geht hier um die Entwicklungshilfe. Die Bundesversammlung hat die Botschaft über die internationale Zusammenarbeit der Schweiz 2013-2016 dieses Jahr verabschiedet. Damit ist ein rechtsverbindlicher Verpflichtungskredit vorhanden. Es geht darum, die Entwicklungshilfe auf 0,5 Prozent des BIP anzuheben. Damit steht die Schweiz im Mittelfeld - die Schweiz, die Arche Noah der Welt, eines der reichsten Länder der Welt. Sie kennen die Elendssituation der Welt, Sie kennen auch die Probleme, die es in osteuropäischen Staaten gibt. Das Parlament hat einsichtig und klug gehandelt, als es diese Botschaft über die internationale Zusammenarbeit der Schweiz 2013-2016 verabschiedete.

Mit seinen Minderheitsanträgen greift Kollege Grin in diesen Verpflichtungskredit ein. Die entsprechenden Ämter haben ja etappenweise budgetiert. Er will nun für das Jahr 2013 mehr oder weniger willkürlich drei Punkte herausgreifen und dort die Erhöhung nicht zulassen respektive abschwächen. Dies ist ein falsches Vorgehen. Damit könnte der Beschluss der Bundesversammlung bezüglich der erwähnten Botschaft gar nicht mehr erfüllt werden.

Wir haben einen Verpflichtungskredit. Wenn Sie diesen Kredit heute nicht gemäss Bundesrat ausschöpfen, bewirken Sie nur, dass in den kommenden Jahren in den einzelnen Bereichen noch höhere Ausgaben zu tätigen sind. Das kann ja nicht der Sinn der Übung sein. Deswegen wäre es ein schwerer budgetpolitischer Fehler, wenn Sie nun den Anträgen der Minderheit Grin zustimmen würden.

Dass diese Erhöhungen zum Teil natürlich weit über dem Durchschnitt liegen, das liegt in der Natur der Sache, weil ein Aufholbedarf vorhanden ist, um diese 0,5 Prozent überhaupt etappenweise in den nächsten Jahren gemäss Programm 2013-2016 zu erreichen. Das Parlament muss sich aber selber so ernst nehmen, dass es nicht bezüglich der erwähnten Botschaft Beschlüsse fassen und, kaum geht es um die Realisierung im Budget, sagen kann, das sei Schnee von gestern, das interessiere es nicht mehr.

In diesem Sinne ersuche ich Sie dringlich, diese Minderheitsanträge abzulehnen. Sie sind entwicklungspolitisch verfehlt, sie sind aber auch budgetpolitisch verfehlt.

Fischer Roland · Mit-M · Consiglio nazionale · Lucerna · Gruppo verde liberale

Die grünliberale Fraktion wird in diesem Block der Mehrheit folgen und sämtliche Minderheitsanträge ablehnen. Die Ausgaben im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit sind mit über 8 Prozent Wachstum im nächsten Jahr zugegeben hoch. Sie sind jedoch die Folge eines Beschlusses des Parlamentes, das die Ausgaben für die Entwicklungszusammenarbeit schrittweise auf 0,5 Prozent des Bruttonationaleinkommens erhöhen will.

Die grünliberale Fraktion hat das Anheben der Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit und für die Osthilfe stets unterstützt, dies nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund, dass diese Hilfe vor Ort nicht nur der wirtschaftlichen Entwicklung dient, sondern auch dazu beiträgt, internationale Migrationsströme zu verhindern. Jeder Franken, der einem Menschen in seiner Heimat, in seiner vertrauten Umgebung hilft und allenfalls eine wirtschaftlich bedingte Auswanderung verhindert, ist besser investiert, als wenn wir später als Folge der Migration höhere Ausgaben im Integrationsbereich haben. Jeder Franken, der dazu beiträgt, dass ein Mensch in einem stabileren und demokratischeren Staatswesen leben kann, und so eine politisch bedingte Auswanderung verhindert, ist ein besser investierter Franken, als wenn wir später höhere Ausgaben im Asylbereich haben.

Es wäre deshalb nicht sinnvoll, hier im Rahmen des Voranschlags eine Stop-and-go-Politik zu betreiben und nun bei der erstbesten Gelegenheit den vom Parlament beschlossenen Pfad zu verlassen und bei der Entwicklungszusammenarbeit die Mittel zu kürzen. Klar, auch die Schweizer Wirtschaft spürt - wir haben es jetzt schon mehrfach gehört - die weltweite konjunkturelle Abschwächung. Wir sind dennoch in einer komfortablen Situation: Unsere Volkswirtschaft zeigt im Vergleich zu anderen europäischen und westlichen Staaten ein erfreuliches Bild, und auch die Staatsfinanzen stehen auf einem soliden Fundament. Im internationalen Umfeld würde es deshalb der Schweiz schlecht anstehen, ohne budgetäre Not und einfach um des Sparens willen die finanziellen Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit zu kürzen, zumal diese Ausgaben massgeblich dazu beitragen können, die Not vieler Menschen in der Welt zu lindern.

Gasche Urs · Mit-M · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo BD

Für die BDP-Fraktion braucht es auch in diesem Bereich eine minimale Verlässlichkeit und Planbarkeit für die Partner. Das Parlament hat der Zielsetzung, wie sie hier im Budget abgebildet ist und umgesetzt werden soll, zugestimmt. Nun dürfen wir deshalb unserer Ansicht nach im Rahmen des Budgets diesen Sachentscheid nicht korrigieren.

Die BDP-Fraktion hat mehrheitlich dem Rahmenprogramm zur internationalen Zusammenarbeit 2013-2016 zugestimmt und lehnt deshalb heute die Minderheitsanträge Grin ab.

Widmer-Schlumpf Eveline · BPR-F · Consiglio federale · Grigioni

Ich möchte Sie bitten, diese drei Minderheitsanträge abzulehnen. Sie haben am 28. Februar 2011 den Entscheid gefällt, die APD-Quote auf 0,5 Prozent des Bruttonationaleinkommens zu erhöhen, und zwar bis 2015. Sie haben nicht beschlossen, es erst 2015 zu tun, sondern "bis 2015". Wir sind auf dem Weg dorthin.

Vor wenigen Wochen, am 11. September dieses Jahres, haben Sie entschieden, dass Sie die Themenschwerpunkte, die in der Botschaft über die internationale Zusammenarbeit der Schweiz 2013-2016 vorgesehen sind, genehmigen wollen. Das sind Themenschwerpunkte, die auf die Ostzusammenarbeit ausgerichtet sind. Der Grund für den Nachholbedarf im Bereich humanitäre Hilfe und Ostzusammenarbeit liegt darin, dass wir uns 2011/12 entschieden haben, vermehrt Mittel in die Arbeit in den Bereichen Klima, Wasser und Energie zu stecken, und deshalb in diesen Bereichen nun mehr Mittel benötigen.

Wenn Sie nun Kürzungen vornehmen, dann kürzen Sie nicht beim Verwaltungs- und beim Personalaufwand, sondern vielmehr bei den Programmen und bei den konkreten Projekten. Das widerspricht dem, was Sie vor wenigen Wochen entschieden haben. Es wäre auch ein schlechtes Signal; Sie würden damit nämlich verhindern - oder es zumindest nicht im gleichen Masse ermöglichen -, dass man vor Ort in die Lage versetzt wird, sich selbst zu helfen, und dass vor Ort auch für junge Leute Perspektiven geschaffen werden, um dort zu bleiben.

Ich möchte Sie daher bitten, diese drei Minderheitsanträge abzulehnen.

Gschwind Jean-Paul · Mit-M · Consiglio nazionale · Giura · Gruppo PPD-PEV

Je vais traiter en même temps les trois propositions de la minorité Grin.

En ce qui concerne la première proposition, à la position 202.A2310.0295, "Aide aux pays de l'Est", un montant de 129 millions de francs est prévu. Une proposition de minorité Grin vise à réduire les investissements aux pays de l'Est d'environ 10 millions de francs, en faisant passer le montant de 129 millions de francs à 117 millions de francs, en arguant d'une mise en place trop rapide de l'Etat de droit dans les pays de l'Est.

En ce qui concerne les deux autres positions, 704.A2310.0370, "Coopération économique au développement", pour un montant de 218 014 300 francs et la position 704.A2310.0446, "Coopération économique avec les Etats d'Europe de l'Est", où un montant de 88 934 000 francs est prévu, il y a deux propositions de minorité Grin, qui visent à diminuer les crédits destinés à la coopération et au développement, de 17 et 15 millions de francs, soit d'un montant total de 32 millions de francs. L'argument avancé dans le cas présent est que ces diminutions dans le budget 2013 visent à anticiper la diminution de l'enveloppe financière du nouveau Département fédéral de l'économie, de la formation et de la recherche en 2014. Dans ce département, des diminutions sont prévues, pour 118 000 francs, et elles doivent être anticipées, puisque les domaines concernés seront l'agriculture, la formation et le logement.

Pour la majorité de la commission, les montants concernant la coopération portés au budget 2013 sont en parfaite concordance avec le crédit-cadre accepté par le Parlement, c'est-à-dire qu'ils représentent 0,5 pour cent du produit intérieur brut. Cela a déjà été mentionné à cette tribune.

Les investissements prévus correspondent à des projets identifiés et contractés: Madame Aubert en a fait le catalogue tout à l'heure. Par conséquent, une remise en question des montants alloués n'entre pas en ligne de compte. La Suisse doit respecter ses engagements. Il en va de sa crédibilité politique sur le plan international.

Au vote, la commission a rejeté les trois propositions de la minorité Grin, par 17 voix contre 6 et 1 abstention. Par conséquent, elle se rallie au projet du Conseil fédéral pour les montants qui sont portés au budget.

Hadorn Philipp · Mit-M · Consiglio nazionale · Soletta · Gruppo socialista

Zu Recht haben wir diese drei Minderheitsanträge in einem Block zusammengenommen. Im Rahmen der Botschaft über die internationale Zusammenarbeit der Schweiz 2013-2016 wurde der erwähnte Beschluss, wie wir hörten, am 28. Februar 2011 von diesem Parlament hier gefasst. Dieses Parlament hat beschlossen, dass auch auslaufende Kredite der Deza und des Seco bis 2012 um 577 Millionen Franken bzw. 70 Millionen Franken erhöht werden können. Letztes Jahr wurde darüber diskutiert, wo diese Mittel primär eingesetzt werden sollten. Wir hörten: Klima, Wasser, Energie standen im Vordergrund. So werden diese Mittel auch eingesetzt. Das hat dazu geführt, dass dann im Bereich der humanitären Hilfe und auch der Ostzusammenarbeit Mittel gefehlt haben, da sie umgelagert worden sind.

Deshalb besteht auch bei diesen Positionen Nachholbedarf. Es gilt nun, systematisch die festgelegten Ziele bei den Positionen "Osthilfe", "Wirtschaftliche Entwicklungszusammenarbeit" und auch "Wirtschaftliche Zusammenarbeit mit osteuropäischen Staaten" zu erreichen und unsere Ausgaben für Entwicklungshilfe auf 0,5 Prozent des Bruttonationaleinkommens zu erhöhen. Finanzpolitisch wie auch projektmässig ist die etappenweise Angleichung über diese Jahre auch zweckmässig und sinnvoll. Alle drei Minderheitsanträge stehen diesem Ziel entgegen. Die Mehrheit der Kommission steht nach wie vor hinter diesem Akt gelebter Solidarität mit positiven Auswirkungen auf die Menschen in den Ländern, wo die Massnahmen auch greifen, aber auch auf die Migrationssituation in unserem Land.

Die Kommission hat alle drei Anträge abgelehnt, im Verhältnis von 17 zu 6 Stimmen bei 1 Enthaltung.

Votazione

Pos. 202.A2310.0295

Abstimmung - Vote

Für den Antrag der Mehrheit ... 125 Stimmen

Für den Antrag der Minderheit ... 52 Stimmen

Votazione

Pos. 704.A2310.0370

Abstimmung - Vote

Für den Antrag der Mehrheit ... 124 Stimmen

Für den Antrag der Minderheit ... 51 Stimmen

Votazione

Pos. 704.A2310.0446

Abstimmung - Vote

Für den Antrag der Mehrheit ... 133 Stimmen

Für den Antrag der Minderheit ... 52 Stimmen

Graf Maya · P-F · Consiglio nazionale · Basilea-Campagna · Gruppo dei Verdi

Block 4: Gleichstellung

Bloc 4: Egalité

Departement des Innern - Département de l'intérieur

303 Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann

303 Bureau fédéral de l'égalité entre femmes et hommes

Antrag der Mehrheit

A2100.0001 Personalbezüge und Arbeitgeberbeiträge

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

Antrag der Minderheit

(Carobbio Guscetti, Aubert, Gysi, Hadorn, Kiener Nellen, Rytz, Vischer Daniel, Wermuth)

A2100.0001 Personalbezüge und Arbeitgeberbeiträge

Fr. 2 042 400

Proposition de la majorité

A2100.0001 Rétribution du personnel et cotisations de l'employeur

Adhérer au projet du Conseil fédéral

Proposition de la minorité

(Carobbio Guscetti, Aubert, Gysi, Hadorn, Kiener Nellen, Rytz, Vischer Daniel, Wermuth)

A2100.0001 Rétribution du personnel et cotisations de l'employeur

Fr. 2 042 400

Carobbio Guscetti Marina · Mit-F · Consiglio nazionale · Ticino · Gruppo socialista

In der Schweiz gibt es bezüglich Lohnungleichheit immer noch ein Problem. Der Unterschied zwischen den Löhnen der Frauen und der Männer beträgt immer noch 18 Prozent. Diese Diskriminierung betrifft auch das Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen. Dieses Gesetz sieht vor, dass der Bund Aufträge nur an Unternehmen vergibt, die für die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die Leistungen in der Schweiz erbringen, die Lohngleichheit gewährleisten. Der Auftraggeber kann die Vergabe widerrufen oder bestimmte Anbieterinnen und Anbieter vom Verfahren ausschliessen, wenn diese die in Artikel 8 des Gesetzes festgehaltene Pflicht nicht einhalten.

Das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann führt die entsprechenden Kontrollen durch. Das Gleichstellungsbüro kann pro Jahr nur ganz wenige Unternehmen kontrollieren. Die Auswahl erfolgt mittels eines eingeschränkten Verfahrens, bei dem per Zufall Stichproben ausgewählt werden. Dazu braucht es jedoch Ressourcen. Aber weil die Ressourcen eben ungenügend sind, werden nur wenige Unternehmen kontrolliert.

Während der Bearbeitung des Voranschlages 2013 in der Kommission und in der Subkommission haben wir erfahren können, dass das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann pro Jahr nur fünf Kontrollen im Rahmen des öffentlichen Beschaffungswesens durchführen kann. Das ist zu wenig, vor allem auch, weil ein gesetzlicher Auftrag besteht. Es kann nicht sein, dass dieser gesetzliche Auftrag nicht so ausgeführt wird, wie es sein sollte, vor allem weil die bis jetzt durchgeführten Kontrollen zeigen, dass in einigen Fällen Lohnungleichheiten bestehen.

Mit der Erhöhung des Budgets um den bescheidenen Betrag von 100 000 Franken, wie ich mit meinem Antrag vorschlage, könnten etwa fünfzehn zusätzliche Kontrollen durchgeführt werden - jetzt werden fünf Kontrollen pro Jahr gemacht -, wie von der Verwaltung in der Kommission bestätigt wurde.

In der Legislaturplanung 2011-2015 haben wir eine neue Leitlinie zur Gleichstellung von Mann und Frau beschlossen. Sie betrifft die Verbesserung der Chancengleichheit, Massnahmen zur Förderung der Lohngleichheit sowie den Ausbau der Vertretung von Frauen in Verwaltungsräten und in Kaderpositionen der Verwaltung und bundesnaher Unternehmen. Auch zur Umsetzung dieser Leitlinie braucht es Ressourcen. Es gibt eine entsprechende Motion Aubert (12.3569), für welche der Bundesrat die Annahme empfiehlt, die im Rat noch nicht behandelt worden ist. Sie verlangt, dass genügend Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, um die Leitlinie 7 umzusetzen. In diesem Bereich besteht Handlungsbedarf, auch wenn der Bundesrat für 2014 auf die Umsetzung dieser Leitlinie aus der Legislaturplanung hinarbeitet.

Wie ich vorhin gesagt habe, besteht vor allem im öffentlichen Beschaffungswesen bezüglich der Lohngleichheit dringend Handlungsbedarf, vor allem bezüglich der Umsetzung der Gesetze und der Kontrollen. Mit der beantragten kleinen Erhöhung des Personalkredits könnte viel erreicht werden.

Ich bitte Sie deshalb, meinem Minderheitsantrag zuzustimmen.

Feri Yvonne · Mit-F · Consiglio nazionale · Argovia · Gruppo socialista

Die Gleichstellung ist seit 1981 in der Verfassung verankert, wobei die gleichen Löhne für gleichwertige und gleiche Arbeit in Artikel 8 Absatz 3 speziell erwähnt sind. Der entsprechende Artikel des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1994 über das öffentliche Beschaffungswesen hält zudem fest, dass nur diejenigen Unternehmen vom Bund einen Auftrag erhalten, welche die Lohngleichheit zwischen Frau und Mann gewährleisten. Das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann führt gestützt auf Artikel 6 der Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen und im Auftrag der Beschaffungskommission des Bundes stichprobenweise Kontrollen durch, bei welchen Unternehmen, die einen Auftrag des Bundes erhalten haben, auf die Einhaltung der Gleichbehandlung von Frau und Mann bezüglich Lohngleichheit geprüft werden. Die Stichproben werden aus den auf simap.ch veröffentlichten Bundesaufträgen gezogen.

Im Jahr 2011 wurden bei fünf Unternehmen Kontrollen durchgeführt, während die Auftragsvergabe bei etwa 370 Aufträgen lag. Die Umsetzung des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen ist somit kaum mehr als eine Farce, vom Verfassungsgrundsatz spreche ich nicht einmal.

Es ist völlig unverständlich, weshalb für gleiche und gleichwertige Arbeit nicht derselbe Lohn bezahlt werden sollte. Ich bin überzeugt, dass Sie mir alle in diesem Grundsatz zustimmen, umso mehr, als der Bund die Lohngleichheit als Kriterium für seine Auftragsvergabe definiert. Aber es braucht Ressourcen, damit dieses Kriterium auch überprüft werden kann. Der Antrag der Minderheit Carobbio Guscetti fordert eine Budgeterhöhung für das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann von 100 000 Franken. Das ist ein bescheidener Betrag, der eine Teilzeitstelle zur Überprüfung der Lohngleichheit im öffentlichen Beschaffungswesen ermöglichen soll. Zudem macht dies die stichprobenmässige Überprüfung glaubwürdiger, weil sie dann mehr Fälle umfasst.

Es reicht nicht, Gesetze zu erlassen wie das Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann hinsichtlich des Erwerbslebens und das Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen, wenn die Umsetzung dieser Grundsätze beim Budget sabotiert wird. Es reicht nicht, immer nur schöne Worte zu verlieren, um dann, wenn es um die Wurst geht, andere Prioritäten vorzuschieben. Die Lohngleichheit ist kein "nice to have", sie ist die Basis für die Erwerbstätigkeit der Frauen. Die Lohngleichheit hat notabene Auswirkungen auf die Leistungen der Sozialversicherungen, weil diese vom Lohn abhängen. Der Bund hat hier eine Vorbildfunktion, und er muss sie wahrnehmen. 31 Jahre nach dem Verfassungsartikel zur Gleichstellung und 16 Jahre nach der Einführung des Gleichstellungsgesetzes ist es endlich an der Zeit, die nötigen Mittel zur Umsetzung zu sprechen, egal, welche anderen Prioritäten Sie sonst noch haben mögen, und egal, welche anderen Abklärungen gerade noch im Gang sind.

Die Lohngleichheit verdient Ihre Priorität! Die SP-Fraktion unterstützt deshalb klar den Minderheitsantrag Carobbio Guscetti und bittet Sie, dasselbe zu tun.

Rytz Regula · Mit-F · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo dei Verdi

Auch die Grünen unterstützen den Antrag der Minderheit Carobbio Guscetti. Es handelt sich um eine Massnahme, die mit kleinem Aufwand grosse Wirkung erzielt. Durch die Aufstockung des Budgets des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann können die Lohngleichheitsprüfungen im Rahmen des Beschaffungsprozesses verstärkt werden. Die rund fünfzehn zusätzlichen Kontrollen pro Jahr hätten neben der direkten Wirkung vor allem präventiven Charakter: Jedes Unternehmen, das sich für einen Beschaffungsauftrag des Bundes bewirbt, müsste damit rechnen, die Gleichbehandlung von Frauen und Männern bezüglich Lohn nachweisen zu müssen.

Da der Unterschied zwischen den Löhnen der Frauen und der Männer trotz grossen Bemühungen immer noch rund 18 Prozent beträgt, sind verstärkte Massnahmen nötig. Oft sind sich die Unternehmungen gar nicht bewusst, wo sich die Diskriminierungen und Ungleichheiten in der Lohnberechnung verstecken. Da tragen zusätzliche Kontrollen zur Sensibilisierung bei und bringen die ausgezeichneten Praxishilfen des Bundes unter die Leute.

Die Lohngleichheit ist ein überparteiliches Anliegen, das rasch umgesetzt werden muss. Wir bitten Sie deshalb, diesen Antrag zu unterstützen.

Widmer-Schlumpf Eveline · BPR-F · Consiglio federale · Grigioni

Ich möchte Sie bitten, diesen Minderheitsantrag abzulehnen, nicht weil wir nicht Verständnis für diesen Antrag hätten, sondern weil wir Ihnen bereits die Motion Aubert 12.3569, "Wirkliche Kompetenzen für das EBG", zur Annahme empfohlen haben. Diese sieht ja vor, dass die Federführung und die Verantwortung für die Steuerung und Koordination der Massnahmen aus der Legislaturplanung und das Controlling ihrer Umsetzung beim Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann liegen sollen. Wir haben gesagt, wir beantragen die Annahme dieser Motion. Wir wollen auch ermitteln, wie viele zusätzliche Stellen notwendig sind, um diese Aufgaben auszuführen und umzusetzen. Das Generalsekretariat des EDI wird für den Voranschlag 2014 diese Abklärungen machen und die entsprechenden Anträge stellen.

Wir sind der Auffassung, dass eine Aufstockung des Kredits zum jetzigen Zeitpunkt, bevor wir diese Abklärungen abgeschlossen haben, nicht richtig ist, dass das verfrüht ist. Ich möchte Sie bitten zu warten, bis wir den Bericht haben und auch sehen, für welche Massnahmen, für welche Vorschläge wir zusätzliche Personalressourcen beantragen möchten.

Aus diesem Grund bitte ich Sie, den Minderheitsantrag abzulehnen.

Hadorn Philipp · Mit-M · Consiglio nazionale · Soletta · Gruppo socialista

Unbestritten wurde die noch immer erschreckend hohe Lohnungleichheit in unserem Land in der Finanzkommission zur Kenntnis genommen. Das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann kann pro Jahr lediglich fünf Kontrollen zur Überprüfung durchführen. Die Minderheit möchte fünfzehn zusätzliche Kontrollen ermöglichen. Dass 2011 die zur Verfügung stehenden Mittel höher waren als 2012 und auch als die Mittel, die für 2013 vorgesehen sind, liess Verschiedene erstaunen.

Die Zusicherung des Bundesrates, dass er effektiv auch vermehrten Handlungsbedarf sehe und dass er konkrete Massnahmenvorschläge präsentieren werde, führte in der Kommission zur Ablehnung des Antrages Carobbio Guscetti mit 16 zu 8 Stimmen bei 0 Enthaltungen.

Gschwind Jean-Paul · Mit-M · Consiglio nazionale · Giura · Gruppo PPD-PEV

Concernant la position 303.A2100.0001, "Rétribution du personnel et cotisations de l'employeur", au sein du Bureau fédéral de l'égalité entre femmes et hommes, la minorité Carobbio Guscetti demande une augmentation, certes modeste, de 100 000 francs, qui ferait passer le budget de 1 942 400 millions de francs à 2 042 400 millions de francs. Cette augmentation permettrait notamment au Bureau de l'égalité entre femmes et hommes d'opérer davantage de contrôles: passer de cinq à dix, voir quinze contrôles par année. Ces contrôles portent sur l'égalité salariale dans les marchés publics de la Confédération.

La majorité de la commission estime qu'il faut accorder du temps au Conseil fédéral, notamment sur la demande du conseiller fédéral Berset, pour permettre à la motion, acceptée par le Parlement, visant à donner davantage de moyens au Bureau de l'égalité entre femmes et hommes, d'être réalisée durant le prochain budget 2014.

Le programme de la législature 2012-2016 prévoit d'ailleurs de renforcer les mesures de lutte contre les discriminations raciales.

Lors du vote, la proposition de la minorité Carobbio Guscetti a été rejetée par 16 voix contre 8 et aucune abstention.

Votazione

Präsidentin (Graf Maya, Präsidentin): Die SVP-Fraktion, die CVP/EVP-Fraktion und die FDP-Liberale Fraktion unterstützen den Antrag der Mehrheit.

Abstimmung - Vote

Für den Antrag der Mehrheit ... 118 Stimmen

Für den Antrag der Minderheit ... 55 Stimmen

Die Beratung dieses Geschäftes wird unterbrochen

Le débat sur cet objet est interrompu

Schluss der Sitzung um 12.50 Uhr

La séance est levée à 12 h 50