07.3281

Pflichten und Rechte von rechtsberatend oder forensisch tätigen Angestellten. Gleichstellung mit freiberuflichen Anwältinnen und Anwälten

Brändli Christoffel · P-M · Ständerat · Graubünden · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Sie haben einen schriftlichen Bericht der Kommission erhalten. Die Kommission beantragt einstimmig, die Motion anzunehmen. Der Bundesrat beantragt ebenfalls die Annahme der Motion.

Recordon Luc · Mit-M · Ständerat · Waadt · Grüne Fraktion

Le problème posé est assez limité: il s'agit en réalité de savoir si les juristes d'entreprises bénéficieront du droit de refuser de témoigner ou de transmettre des documents, en particulier dans des affaires impliquant l'étranger.

C'est en effet essentiellement dans le cadre de procès aux Etats-Unis que l'on a pu remarquer que les entreprises suisses qui confiaient la défense de leurs intérêts à des juristes internes de leur service juridique, plutôt qu'à des avocats externes, étaient défavorisées. En effet, les juristes américains, lorsqu'ils travaillent dans des entreprises, peuvent, en vertu de la législation locale, se prévaloir d'un droit de refuser de témoigner ou de produire des documents alors que, faute de base légale suffisante, pour nos entreprises, il n'en va pas de même. Cela constitue donc une discordance et une distorsion de concurrence.

La question n'est toutefois pas aussi simple qu'il y paraît, parce que le droit de refuser de témoigner et de produire des documents est une entorse importante aux règles de fonctionnement de la justice, et on ne saurait, simplement d'un trait de plume, assimiler les juristes d'entreprises aux avocats. C'est ce que nous avions bien compris lorsque nous avons édicté la loi fédérale sur la libre circulation des avocats (LLCA) il y a quelques années, et c'est ce que nous rappelle opportunément la Fédération suisse des avocats dans un courrier.

La commission a été assez réticente au départ, lorsqu'il pouvait être question d'intégrer des juristes d'entreprises à la LLCA. Aujourd'hui, nous avons trouvé l'amorce d'une solution, semble-t-il, dans les travaux qui sont à conduire, de manière à ce que l'on fasse une claire distinction entre les conseillers juridiques d'entreprises et les avocats indépendants.

C'est dans cette optique que la commission peut se rallier à la décision du Conseil national, sachant que certains travaux sont déjà en cours au sein de l'administration, et qu'elle propose donc d'adopter cette motion, tout comme d'ailleurs le Conseil fédéral, en veillant à l'écueil que je viens de signaler.

Widmer-Schlumpf Eveline · BR-F · Bundesrat · Graubünden

Die Motion ist im Zusammenhang mit einem Antrag im Nationalrat zu sehen, welcher die Aufnahme des Zeugnisverweigerungsrechts für Unternehmensjuristen in die Strafprozessordnung forderte. Der Antrag wurde schliesslich zugunsten der vorliegenden Motion abgelehnt.

Obwohl sich die Motion nicht auf strafprozessuale Aspekte beschränkt, weist sie einen Bezug zur Strafprozessordnung auf. Der Bundesrat unterstützt die Motion. Unternehmensjuristen haben gegenüber ihren Unternehmen bis zu einem gewissen Grad eine Stellung analog jener freiberuflicher Anwältinnen und Anwälte, etwa wenn Juristen ihre Firma in einem laufenden Verfahren beraten oder wenn sie zu den rechtlichen Risiken einer Unternehmensstrategie konsultiert werden. Die Motion lässt genügend Spielraum, um das Anliegen einer weitgehenden Gleichstellung von Unternehmensjuristen und freiberuflich tätigen Anwältinnen und Anwälten vertieft anzugehen. Der Rahmen der Strafprozessordnung wäre dazu zu eng gewesen, weil auch Aspekte der Zivil- und Verwaltungsverfahren berücksichtigt werden müssen. Offen ist zudem, welche Pflichten Unternehmensjuristen sinnvollerweise obliegen müssen.

Beachtet werden muss insbesondere der internationale Zusammenhang: Im Ausland verfügen Unternehmensjuristen teilweise bereits über Zeugnisverweigerungsrechte. Die Gefahr, dass schweizerische Unternehmen in ausländischen Verfahren benachteiligt werden, ist geringer, wenn ihnen auch in der Schweiz möglichst analoge Rechte zur Verfügung stehen. Wie gross die Gefahr der Benachteiligung in der Praxis tatsächlich ist, lässt sich allerdings nicht direkt sagen; die Beurteilungen sind unterschiedlich. Besonderes Augenmerk gilt US-Zivilverfahren, bei welchen Unternehmen ein hohes finanzielles Prozessrisiko zu tragen haben. Wir müssen deshalb insbesondere sicherstellen, dass ein schweizerisches Berufsgeheimnis für Unternehmensjuristen vor US-Gerichten im Rahmen des "pre-trial discovery"-Verfahrens eine Chance auf Beachtung hat. Dies wird durch die Tatsache erschwert, dass die Praxis in den einzelnen US-Gliedstaaten unterschiedlich ist. Wir werden hier eine optimale Regelung finden müssen.

Allerdings dürfen auch Schweizer Binneninteressen nicht aus den Augen gelassen werden: Die Regelung muss klar sein; der Kreis der geschützten Geheimnisträger und die Kommunikationen, die das Berufsgeheimnis schützen will, sind hinreichend deutlich zu umreissen. Weiter darf ein Berufsgeheimnis für Unternehmensjuristen die Strafverfolgung oder die Feststellung des rechtswesentlichen Strafsachverhaltes in einem Verwaltungsverfahren oder Zivilprozess in der Schweiz nicht unnötig erschweren oder gar vereiteln. Ein unklarer Anwendungsbereich könnte zu Verzögerungen oder gar zu Verhinderungen gerechtfertigter Verfahren führen. Schliesslich ist auch sicherzustellen, dass es nicht zu Ungleichbehandlungen gegenüber den freiberuflichen Anwältinnen und Anwälten kommt; den Rechten der Unternehmensjuristinnen und -juristen müssen also auch entsprechende Pflichten gegenüberstehen.

Um allen Punkten Rechnung zu tragen, bedarf es eines erweiterten Blickwinkels. Das Bundesamt für Justiz hat bereits einen Vorentwurf für ein Unternehmensanwaltsgesetz ausgearbeitet. Es ist geplant, dass der Bundesrat diesen Entwurf noch im Laufe dieses Jahres in die Vernehmlassung schickt.

Brändli Christoffel · P-M · Ständerat · Graubünden · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Angenommen - Adopté