12.3527
Risanamento energetico delle seconde case costruite a scopi turistici
Candinas Martin · Mit-M · Consiglio nazionale · Grigioni · Gruppo PPD-PEV
Mit meiner Motion wird der Bundesrat verpflichtet, einen Drittel der Mittel des Gebäudeprogramms zweckgebunden für die energetische Sanierung von touristischen Zweitwohnungen zu verwenden. Es handelt sich somit um 100 Millionen Franken.
Touristische Zweitwohnungen, also jene Zweitwohnungen, die entweder von den Besitzern selber benutzt oder zu fairen Bedingungen vermietet werden, machen einen erheblichen Teil des Gebäudebestandes der Schweiz aus. Und vor allem: Die selbstgenutzten touristischen Zweitwohnungen stehen während des grössten Teils des Jahres leer, werden aber während der Wintermonate oft beheizt, um Kälteschäden zu vermeiden. Selbst bei vermieteten Zweitwohnungen liegt die durchschnittliche Belegung im Jahresdurchschnitt selten über 60 Tagen. Im Gegensatz zu dauerhaft bewohnten Gebäuden ist der Anreiz zur energetischen Sanierung deshalb geringer. Ein grosser Teil der touristischen Zweitwohnungen wurde in der Boomphase der Sechziger- und Siebzigerjahre erstellt; sie sind oft schlecht isoliert und müssen dringend energetisch saniert werden. In einigen Fällen können sogar der Abbruch oder der Ersatzneubau sinnvoller sein. Etliche touristische Zweitwohnungen aus der Boomphase sind noch mit Elektro- oder Ölheizungen ausgerüstet. Neue erneuerbare Energien, wie bei Wärmepumpen und Solaranlagen, kommen nur bei den neuesten Gebäuden zum Einsatz.
Aus energetischer Sicht muss der Fokus deshalb auf die Sanierung des bestehenden Gebäudeparks gelegt werden. Dadurch kann ein nicht zu vernachlässigender Beitrag zur Reduktion von CO2-Emissionen geleistet werden. Zudem werden durch die energetische Sanierung die touristischen Zweitwohnungen besser vermietbar, was auch im Interesse des Tourismus ist. Die vorgeschlagene Massnahme kann rasch und ohne zusätzliche Belastung des Bundeshaushaltes umgesetzt werden und gleichzeitig auch helfen, die Folgen der Zweitwohnungs-Initiative, die ab nächstem Jahr massiv spürbar werden, wenigstens ein bisschen abzufedern. Die Vernichtung von Arbeitsplätzen im Berggebiet wird gross sein; das wissen wir alle. Wenn nicht mehr gebaut werden darf und wegen fehlender Rechtssicherheit nicht mehr gebaut wird, gibt es keine Arbeit für unsere Handwerker. So einfach ist es.
Meine Motion müsste auch im Interesse der Befürworter der Zweitwohnungs-Initiative sein. Sie wurden nicht müde, immer wieder zu sagen, man müsse nun mehr in Sanierungen im Berggebiet investieren. Mit der Annahme der Motion könnte der Tatbeweis dazu erbracht werden. Das Gewerbe im Berggebiet ist stark verunsichert. Die Investitionsbereitschaft hat massiv abgenommen. Der Bund ist gefordert, Massnahmen zu ergreifen und Zeichen zu setzen. Mit der Annahme meiner Motion schaffen wir eine Win-win-Situation für das Berggebiet und für die Erreichung der Ziele der Energiestrategie 2050.
In diesem Sinne bitte ich Sie, die Motion anzunehmen.
Leuthard Doris · BR-F · Consiglio federale · Argovia
Herr Nationalrat Candinas setzt sich natürlich verdankenswerterweise für seine Region ein. Wir teilen ja auch die Einschätzung, dass die Umsetzung der Zweitwohnungs-Initiative für die Wirtschaft und die Arbeitsplätze dort eine grosse Herausforderung darstellt. Was Sie hier aber verlangen, ist einerseits nicht behelflich und andererseits auch nicht wirklich begründet. Wir müssen in der Schweiz Gebäude renovieren. Wir haben grosses Sanierungspotenzial. Entsprechend gibt es rund 1,6 Millionen Gebäude, die wir auch vom Alter und vom Zustand her sanieren müssten. Nach unserer Schätzung beträgt der Anteil von Gebäuden mit Zweitwohnungen etwa 5 Prozent des schweizerischen Gebäudeparks. Wenn wir jetzt mit Ihrer Motion einen Drittel der für energetische Sanierungen verfügbaren Mittel für diese 5 Prozent des Gebäudebestandes verwenden würden, wäre das wahrscheinlich gegenüber anderen Kantonen und gegenüber dem Ziel, dieses Effizienzpotenzial im Gebäudebereich zu realisieren, nicht vertretbar.
Der Ständerat hat die identische Motion Imoberdorf 12.3451 am 9. Oktober 2012 deutlich abgelehnt. Insofern glaube ich auch nicht, dass Ihre Motion im Ständerat dann plötzlich zu einem Umschwenken führen würde. Wir sind aber nach wie vor bereit und halten es für eine sinnvolle Idee, auch im touristischen Gebiet mit Zweitwohnungen bei den Gebäudesanierungen einen Akzent zu setzen. Das bestimmt aber dann in erster Linie der Kanton Graubünden, wenn er den Globalbeitrag des Bundes bekommt und diesen verwenden kann.
Votazione
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 30 Stimmen
Dagegen ... 148 Stimmen
(11 Enthaltungen)