05.3601

Veröffentlichung der Arzneimittelinformation. Übernahme eines funktionierenden privatwirtschaftlichen Angebotes?

Büttiker Rolf · P-M · Ständerat · Solothurn · Freisinnig-demokratische Fraktion

Frau Heberlein ist von der schriftlichen Antwort des Bundesrates nicht ganz befriedigt. Sie beantragt Diskussion. - Die Diskussion ist gewährt.

Heberlein Trix · Mit-F · Ständerat · Zürich · Freisinnig-demokratische Fraktion

Die Antwort ist - wie gesagt - nicht sehr befriedigend. Unbestritten für die Arzneimittelsicherheit ist, wie es der Bundesrat auch ausgeführt hat, die Bedeutung von korrekten und vollständigen Arzneimittelinformationen. In der Antwort des Bundesrates wird hingegen nicht erklärt, weshalb ausgerechnet hier das Subsidiaritätsprinzip staatlichen Handelns nicht zur Geltung kommen soll. Die privatwirtschaftliche Lösung, die sich bisher in der Schweiz bewährt hat, ist für einmal keine schweizerische Sonderlösung, sondern im internationalen Umfeld die Regel.

In seiner Antwort schreibt der Bundesrat, dass die heutige Lösung nicht problemlos funktioniere und zwischen 5 und 30 Prozent der Zulassungsinhaberinnen ihren gesetzlichen Verpflichtungen nicht nachkommen würden. Bei einer Überprüfung dieser Aussage muss jedoch festgestellt werden, dass, gemessen am Marktvolumen der betroffenen Produkte aller Swissmedic-Kategorien - a bis d -, nur gerade bei 1,2 Prozent die Publikationspflicht nicht befolgt wird. Bei den rezeptpflichtigen Produkten beträgt die Rate der Nichtbefolgung gemessen am Marktvolumen sogar nur 0,13 Prozent. Das zeigt, dass es in aller Regel Produkte von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung sind, welche nicht im Kompendium publiziert werden. Wenn man bedenkt, dass ein Grossteil dieser nicht referenzierten Produkte von einer Hand voll komplementärmedizinischer Firmen stammt, fragt man sich, ob ein Nachfassen von Swissmedic bei diesen Firmen nicht sinnvoller wäre als eine unnötige und teure Verstaatlichung des heutigen Kompendiums.

In der Antwort wird auf die hohen Kosten der heutigen Publikation verwiesen. Dass eine staatliche Lösung aber nicht billiger ist, sondern vielleicht teurer zu stehen kommen könnte als die heutige Lösung, zeigt die von Swissmedic geplante massive Gebührenerhöhung, und zwar zum zweiten Mal innert kurzer Zeit. Hinzu kommt, dass die staatlichen Gebühren von den Konsumenten über die Preise finanziert werden müssen. Die heutige Publikation wird aber von der Industrie bezahlt.

Ich möchte nicht weiter in die Details gehen, sondern es bei einer Schlussbemerkung bewenden lassen. In seiner Antwort spricht der Bundesrat davon, dass Swissmedic prüfe, ob sie die Publikation nicht selber sicherstellen solle. Prüfen lässt für mich noch einen Lichtschimmer offen. Es heisst, dass ein Entscheid noch nicht gefallen ist. Ich möchte Swissmedic den Wunsch übermitteln, dass man vor allem auch prüft, ob es für die Einhaltung der bestehenden Publikationspflicht nicht andere, sinnvollere Wege gibt als den von ihr anvisierten Weg einer Verstaatlichung, bei welcher der Bundesrat selber feststellt, dass sie eine Erhöhung der Medikamentenpreise zur Folge hätte.

Ebenso möchte ich den Bundesrat ersuchen, den betroffenen Bundesstellen, die er in der Antwort erwähnt, nämlich Swissmedic, BJ und BAG, nahe zu legen, nicht allein nach einer Lösung zu suchen. Ich ersuche ihn, stattdessen die bewährte Zusammenarbeit mit den Privaten, welche heute diese Arbeit machen, beizubehalten - ich denke, zur Zufriedenheit der allermeisten Verantwortlichen in diesen Bereichen -, sie beizuziehen und mit ihnen zusammen eine Lösung zu suchen.

Couchepin Pascal · BR-M · Bundesrat · Wallis

Tout comme Madame Heberlein, nous ne sommes pas des enthousiastes des solutions étatiques. Mais néanmoins, dès qu'on entre dans le domaine des médicaments et des renseignements qui y sont liés, il y a d'autres principes qui l'emportent sur l'ordre politique, qui ne veut pas que l'Etat fasse quelque chose que les privés puissent faire: il y a la sécurité; il y a la volonté de rendre les renseignements accessibles à tous.

Premier point, Madame Heberlein reconnaît avec nous qu'un certain nombre de renseignements ne sont pas introduits dans le Compendium. S'agit-il de médicaments secondaires et relativement peu importants ou s'agit-il de médicaments plus importants? Je laisse la question ouverte. On constate qu'entre 5 et 30 pour cent - l'imprécision de ces chiffres démontre déjà qu'il y a un certain problème - des médicaments ne sont pas introduits dans le Compendium.

Deuxième point, vous savez comme moi qu'une enquête est ouverte par la Commission de la concurrence (Comco) au sujet de la position de l'éditeur du Compendium. L'enquête a mis en évidence plusieurs indices qui sembleraient prouver que l'éditeur abuserait de sa position dominante, au sens de la loi sur les cartels, en imposant des prix trop élevés aux entreprises pharmaceutiques pour la publication d'informations et en refusant d'entretenir des relations commerciales avec des entreprises concurrentes. Ces éléments ont été énoncés au conditionnel, car l'enquête de la Comco n'est pas terminée, et il s'agit de ne pas anticiper ses conclusions; mais une enquête préalable semble indiquer qu'il y a quelques problèmes.

Si nous avons une meilleure solution privée, nous pensons comme Madame Heberlein qu'il faut la mettre en oeuvre. Des solutions intermédiaires sont probablement aussi possibles, d'autant plus qu'à terme le Compendium ne sera plus édité sous forme de livre, mais que les informations seront données uniquement sur Internet et que certaines des questions qui se posent aujourd'hui seront réglées à ce moment-là.

En conclusion: oui au principe de la subsidiarité, mais à la condition d'avoir la garantie qu'il n'y ait pas d'abus, qu'il y ait l'accès à tous les renseignements et que les choses se passent de manière plus efficace pour tout le monde, les coûts étant relativement élevés et suscitant des protestations de la part d'une partie des intéressés. Mais nous restons ouverts, et nous avons entendu vos critiques.