19.213
Tribunale penale federale. Presidente e vice-presidente 2020-2021
Moret Isabelle · P-F · Consiglio nazionale · Vaud · Gruppo liberale radicale
Ordnungsantrag der sozialdemokratischen Fraktion
Die sozialdemokratische Fraktion beantragt, die Wahl der Präsidentin und des Vizepräsidenten des Bundesstrafgerichtes in Bellinzona zu verschieben. Die Gerichtskommission soll diesen Entscheid dem Bundesstrafgericht und auch dem Bundesgericht kommunizieren und mit der Bitte verbinden, den gerichtsinternen Entscheid vom 20. August 2019 respektive 24. September 2019 noch einmal zu prüfen.
Schriftliche Begründung
Vor einem Jahr hat die Gerichtskommission das Präsidium des Bundesstrafgerichtes darauf hingewiesen, dass man ein Präsidium bestehend aus einem Richter und einer Richterin aus derselben Sprachregion und derselben Partei für eine Übergangszeit von neun Monaten unterstützen werde, dass aber für die Zeit nach dem 31. Dezember 2019 eine neue Lösung präsentiert werden müsse. Dies wurde protokollarisch festgehalten, nicht zuletzt auch, weil der Präsident und die Vizepräsidentin des Bundesstrafgerichtes aus der grössten Sprachregion und auch aus der gleichen Partei stammen. Der banale Wechsel im Präsidium - die Vizepräsidentin wurde zur Präsidentin gemacht und der Präsident zum Vizepräsidenten - entspricht nicht einer neuen Lösung, wie sie die Gerichtskommission gefordert hatte. Im Gegenteil, sie darf aus Sicht der sprachlichen Minderheiten in unserem Land als Affront gewertet werden. Kommt hinzu, dass das jetzige Präsidium in seiner bisherigen Amtszeit nicht im Geringsten dazu beigetragen hat, das Bundesgericht in Bellinzona zu reformieren und es so aus den Schlagzeilen zu nehmen.
Motion d'ordre du groupe socialiste
Le groupe socialiste propose de reporter l'élection de la présidente et du vice-président du Tribunal pénal fédéral, à Bellinzone. La Commission judiciaire devra communiquer cette décision au Tribunal pénal fédéral ainsi qu'au Tribunal fédéral, tout en demandant que les décisions prises par ces derniers respectivement le 20 août 2019 et le 24 septembre 2019 soient reconsidérées.
La présidente (Moret Isabelle, présidente): En vertu de l'article 52 alinéa 1 lettres a et b de la loi sur l'organisation des autorités pénales, la Cour plénière du Tribunal pénal fédéral propose d'élire respectivement Mme Sylvia Frei à la présidence et M. Stephan Blättler à la vice-présidence du tribunal pour la période 2020/21. La Commission judiciaire s'est ralliée à cette proposition, qui est soutenue par le groupe UDC, le groupe libéral-radical et le groupe du centre. Vous avez reçu un rapport de la commission. Les représentants du groupe du centre et du groupe libéral-radical désirent faire une déclaration.
Müller Leo · Mit-M · Consiglio nazionale · Lucerna · Il Gruppo del Centro. Alleanza del Centro. PEV.
Zum Geschäft Richterwahlen gebe ich im Namen der Mitte-Fraktion CVP-EVP-BDP eine Fraktionserklärung ab. Die Mitte-Fraktion stützt sich bei ihrem Vorgehen auf die Anträge der Gerichtskommission und unterstützt das Vorgehen, wie es die Gerichtskommission beantragt. Sie alle haben gestern in verschiedenen Medien den wohlplatzierten Bericht über das Bundesstrafgericht gelesen. Die Mitte-Fraktion stützt sich, wie gesagt, auf die Gremien innerhalb des Parlamentes, insbesondere auf die Gerichtskommission, aber auch auf die Geschäftsprüfungskommission.
Wir haben gestern innerhalb unserer Fraktion über dieses Vorgehen gesprochen, auch mit Mitgliedern der Gerichtskommission. Eines ist klar: Heute geht es nicht um die Frage, ob wir Richterpersonen beim Bundesstrafgericht wählen wollen oder nicht, sondern es geht um die Frage des Präsidiums und des Vizepräsidiums. Deren Amtsperiode läuft auf den 31. Dezember dieses Jahres aus. Wichtig ist, dass dieses Gericht nach wie vor eine Führung hat. Mit einer Verschiebung der Wahl lösen wir das Problem nicht, denn das Gericht muss so oder so geführt werden.
Im Namen unserer Fraktion gebe ich aber folgende Erklärung ab: Wir sagen damit nicht, dass beim Bundesstrafgericht alles in bester Ordnung sei - im Gegenteil. Die Mitte-Fraktion fordert die zuständigen Organe innerhalb des Parlamentes auf, die Lage beim Bundesstrafgericht zu untersuchen und schonungslos aufzuklären und uns als Parlament darzulegen, was Sache ist.
Wir haben in zwei Jahren Gesamterneuerungswahlen, und nicht heute. Die Mitte-Fraktion erwartet spätestens bis zu den Neuwahlen eine klare Aufklärung der Situation beim Bundesstrafgericht. Es wird sich dann zeigen, ob die Führung dieses Gerichtes ihre Führungsaufgabe wahrgenommen hat oder nicht. Dann werden wir entscheiden, ob die entsprechenden Personen, insbesondere die Führungspersonen, weiterhin wählbar sind oder nicht. Darauf werden wir uns dann stützen. In der Pflicht stehen unserer Meinung nach vor allem die Gerichtskommission, dann auch die Geschäftsprüfungskommissionen. In der Pflicht steht aber auch das Bundesgericht. Das Bundesgericht hat die Aufsicht über das Bundesstrafgericht, und auch das Bundesgericht muss dort seine Funktion wahrnehmen und eine Antwort geben. Es geht auch um Folgendes: Allenfalls gibt es ja beim Bundesstrafgericht auch ausserhalb des Richtergremiums Probleme, die gelöst werden müssen, und das liegt klar in der Führungsverantwortung der entsprechenden Führungspersonen des Gerichtes.
Ich bitte Sie, diese Erklärung so zur Kenntnis zu nehmen.
Moret Isabelle · P-F · Consiglio nazionale · Vaud · Gruppo liberale radicale
La présidente (Moret Isabelle, présidente): Je vous informe qu'une motion d'ordre a été déposée par le groupe socialiste. Cette motion d'ordre est combattue par M. Thomas Aeschi. Nous traiterons de la motion d'ordre après les déclarations de groupe sur ce point de l'ordre du jour. Je vous rappelle que seuls l'auteur de la motion d'ordre et l'opposant à la motion d'ordre pourront s'exprimer. Par contre, des déclarations de groupe peuvent être exprimées maintenant concernant cet objet à l'ordre du jour.
Lüscher Christian · Mit-M · Consiglio nazionale · Ginevra · Gruppo liberale radicale
Madame la présidente, je vous remercie de ces clarifications. Je vous donne la position du groupe libéral-radical, qui est évidemment fonction de la motion d'ordre qui a été déposée, faute de quoi nous ne vous ferions pas part de notre position.
La position du groupe libéral-radical consiste à soutenir la recommandation qui a été faite par la Commission judiciaire. Néanmoins, le groupe libéral-radical vous le dit: il n'est pas totalement satisfait de la situation. Chaque groupe a d'ailleurs fait part au Tribunal pénal fédéral de ce qu'il n'était pas satisfait des propositions qui lui avait été faites. Néanmoins, en réponse à cette préoccupation, le Tribunal pénal fédéral, à une écrasante majorité de ses membres, a décidé de maintenir les propositions de présidente et de président de la même langue et du même parti.
Néanmoins, nous considérons que nous devons, en tant que responsables des institutions et en tant que corps qui élit les juges aux tribunaux fédéraux, prendre nos responsabilités. Il n'est pas sérieux de revenir sur une recommandation de vote connue depuis de nombreuses semaines au moyen d'une motion d'ordre qui a été déposée il y a environ douze heures. Dans cette motion d'ordre, l'auteur se plaint d'ailleurs de ce que les deux juges en question soient de langue allemande. Or cette motion d'ordre a été déposée en allemand par un député romand - petit clin d'oeil à son auteur.
Nous recommanderons donc l'élection des juges proposés par le Tribunal pénal fédéral lui-même, par la Commission judiciaire et également par la plupart des groupes, sans - je le répète - que cela constitue un blanc-seing. Néanmoins, ce n'est pas aujourd'hui, à l'Assemblée fédérale, d'une part de se faire dicter son agenda par les médias, et d'autre part d'accomplir la tâche qui consiste à analyser ce qui, le cas échéant, ne fonctionne pas au sein du Tribunal pénal fédéral. Il y a au sein du Parlement des corps constitués que sont les commissions et les sous-commissions, en particulier la sous-commission Tribunaux/MPC de la Commission de gestion, qui devront, effectivement, analyser les problèmes qui ont été exprimés par un certain nombre de personnes concernées de près par les questions judiciaires.
Nous considérons néanmoins qu'aujourd'hui nous avons la responsabilité d'élire les représentants des tribunaux pour garantir la stabilité de nos institutions.
Arslan Sibel · Mit-F · Consiglio nazionale · Basilea-Città · Gruppo dei Verdi
Die Stimmung in Bellinzona ist toxisch, und es ist schade, dass wir das immer wieder in der Öffentlichkeit hören und lesen müssen. Die Gerichtskommission hat versucht, eine Lösung zu finden, welche für alle haltbar ist, sodass es auch eine gute Lösung wäre.
Die Grünen haben schon bei der letzten Nomination des Präsidenten und der Vizepräsidentin gesagt, dass wir es nicht für richtig halten, dass an einem Gericht sowohl das Präsidium als auch das Vizepräsidium mit Vertretern aus der gleichen Partei besetzt werden und dass das so auch getragen wird. Auch die rechtsstaatlichen Begründungen sprechen eben dafür, dass wir hier aufpassen sollten.
Das wurde deponiert. Wir haben das schon bei der letzten Nomination nicht unterstützt - und zwar nicht wegen der Personen. Es sind fachlich qualifizierte Personen; das muss auch hier festgehalten werden. Vielmehr geht es um folgende Fragen: Wie ist das Vertrauen in die Institutionen gewährleistet? Wie ist die Arbeitsweise in den Gremien organisiert, und wie wird sie von den dort arbeitenden Personen getragen? Das alles hat uns dazu bewogen, zu sagen: Auch wenn es zwei grüne Richter bzw. Richterinnen wären, hielten wir es rechtsstaatlich für nicht korrekt, dass man hier die Besetzung aus der gleichen Partei macht.
Dann haben wir mitbekommen, dass man jetzt diesen Wechsel macht: Der Präsident wird zum Vizepräsidenten und die Vizepräsidentin zur Präsidentin. Das ist eigentlich ein Wechsel, den wir so auch nicht akzeptieren sollten. Das Gericht müsste eigentlich in der Lage sein, hier einen akzeptablen Vorschlag zu machen. Nun erfahren wir als Kommissionsmitglieder, dass dies eben nicht möglich ist.
Ich kann aus meiner Arbeit in der Kommission sagen, dass ich schon damals gefordert habe, dass das Geschäft wieder an das Bundesstrafgericht zurückgewiesen wird und das Gericht uns eine tragbare Lösung vorlegen soll, über die wir heute diskutieren könnten. Das wurde leider nicht so gehandhabt. Die Mehrheit hat sich für etwas anderes entschieden. Heute diskutieren wir im Plenum alle zusammen, was eigentlich folgerichtig wäre.
Deshalb wird die grüne Fraktion diesen Ordnungsantrag unterstützen, weil auch wir der Meinung sind, dass wir das Vertrauen in die Institutionen, aber auch in die Rechtsstaatlichkeit gewährleisten sollten. Wir müssen sagen, dass nicht nur die verschiedenen Parteien, sondern auch die verschiedenen Sprachen in diesen Gremien vertreten sein müssen.
Es ist auch wichtig, dass wir uns fragen, warum diese Konflikte in Bellinzona immer wieder dazu führen, dass wir keine guten Lösungen finden können. Die zuständigen Organe müssen in der Tat schauen, welche Lösungen man dort finden könnte. Eine Möglichkeit wäre, eine Subkommission einzusetzen. Auch die Geschäftsprüfungskommissionen könnten diesen Missständen ein Ende setzen. Wir müssen auch die ganzen Abläufe in den Gerichten anschauen. Ich denke, es ist unsere Aufgabe als Parlament, diese Rolle einzunehmen. Wir müssen Verantwortung übernehmen. Deshalb können wir die Forderung, diesen Richter und diese Richterin aus der gleichen Partei zu wählen, nicht unterstützen.
Unterstützen auch Sie den Ordnungsantrag.
Nordmann Roger · Mit-M · Consiglio nazionale · Vaud · Gruppo socialista
Peut-être une précision à l'intention de M. Lüscher: j'ai effectivement déposé ce texte en allemand parce que, les développements n'étant pas traduits et comme je vais parler en français, je me suis dit que, pour les germanophones, c'était un avantage d'avoir le texte en allemand. C'est tout simple!
Comme l'a dit Mme la présidente, nous proposons de reporter l'élection de la présidence et de la vice-présidence du Tribunal pénal fédéral, qui siège à Bellinzone, et demandons à la Commission judiciaire de communiquer cette décision au Tribunal pénal fédéral et au Tribunal fédéral en leur demandant de reconsidérer les décisions prises le 20 août et le 24 septembre 2019, à savoir celles de représenter deux personnes du même canton et du même parti à la présidence et la vice-présidence.
Il y a une année, la Commission judiciaire avait informé le Tribunal pénal fédéral qu'elle pourrait accepter, à titre de solution transitoire jusqu'à la fin de 2019, qu'il ait comme président et vice-président deux personnes du même canton et du même parti parce qu'il s'agissait d'une période transitoire de neuf mois. Cela figure au procès-verbal de la commission.
De plus, ce qui était évidemment délicat, c'est que ces deux personnes, le président et le vice-président, venaient de la même région linguistique, la plus grande, et du même parti, le plus grand. La commission leur a demandé de rechercher une solution à ce problème. Mais leur solution, franchement, frise l'astuce puisque la solution est que le président devienne vice-président et que le vice-président devienne président. Ce n'est pas vraiment une solution! Effectivement, la Commission judiciaire, quand elle a reçu cette information, a dit que c'était inacceptable et elle a demandé au Tribunal pénal fédéral de présenter une autre proposition. Ce que, en septembre dernier, le Tribunal pénal fédéral a refusé en affirmant vouloir rester sur sa position.
Cette façon de faire est inacceptable. Il faut maintenant envoyer le signal clair que nous n'acceptons pas cette solution et nous devons renvoyer l'élection de trois mois pour qu'une nouvelle proposition, équilibrée sur le plan partisan et linguistique, puisse être présentée. La proposition qui nous est soumise est un véritable affront aux minorités linguistiques.
Je précise encore que si vous acceptez ma motion d'ordre et que l'élection est repoussée de trois mois, c'est le doyen ou la doyenne de fonction à Bellinzone qui présidera le tribunal jusqu'à l'élection définitive d'un nouveau président et d'un nouveau vice-président. Cela ne pose donc pas de problème.
Enfin, j'aimerais intervenir sur la question de notre responsabilité, puisque M. Lüscher a dit que c'était de notre responsabilité d'élire les juges fédéraux. Il est vrai que c'est de notre responsabilité de les élire et il est vrai aussi que, en tant qu'Assemblée fédérale, nous n'avons pas la responsabilité de faire une enquête à Bellinzone sur les dysfonctionnements de l'institution. Ce sera le travail de la Commission de gestion. Mais notre responsabilité, ici, en tant qu'Assemblée fédérale, c'est de faire en sorte que les règles soient respectées. Il y a une règle fondamentale en Suisse, c'est de ne pas avoir une présidence et une vice-présidence du même parti, et en plus de la même région linguistique, en même temps, de cette manière. Si on veut que les problèmes de Bellinzone se résolvent, il faut que nous fassions usage de notre compétence, en tant qu'Assemblée fédérale, et que l'on impose le respect des règles. En adoptant cette motion d'ordre, qui charge le Tribunal pénal fédéral de présenter une proposition conforme aux règles, nous ferions un premier pas pour redresser la situation et imposer le respect des règles.
Je vous prie donc d'accepter cette motion d'ordre.
Aeschi Thomas · Mit-M · Consiglio nazionale · Zugo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Mit einem Ordnungsantrag, der gestern am späten Nachmittag eingereicht wurde, beantragt Ihnen die sozialdemokratische Fraktion, das Traktandum 19.213, "Bundesstrafgericht. Präsidium und Vizepräsidium 2020-2021", von der Traktandenliste zu streichen. Ein neuer Termin, wann dieses Geschäft wieder auf die Traktandenliste gesetzt werden soll, nennt die SP-Fraktion nicht. Im Namen der SVP-Fraktion bitte ich Sie, diesen Ordnungsantrag abzulehnen.
Gerne erläutere ich Ihnen die Problematik am Bundesstrafgericht. Am 27. September 2017 wählte die Vereinigte Bundesversammlung Tito Ponti zum Präsidenten und Giuseppe Muschietti zum Vizepräsidenten des Bundesstrafgerichtes. Beide sind italienischer Muttersprache, und beide gehören der FDP an. Die weiteren Mitglieder der fünfköpfigen Verwaltungskommission des Bundesstrafgerichtes für die Jahre 2018 und 2019 waren Giorgio Bomio-Giovanascini von der SP, Martin Stupf von der CVP und Patrick Robert-Nicoud von der SVP.
Die Aufsicht über das Bundesstrafgericht wird durch das Bundesgericht und dort durch die Verwaltungskommission des Bundesgerichtes wahrgenommen. Die Verwaltungskommission des Bundesgerichtes setzt sich zusammen aus dem Präsidenten des Bundesgerichtes, der Vizepräsidentin und einem weiteren ordentlichen Richter. Aktuell besteht die Verwaltungskommission aus Bundesgerichtspräsident Ulrich Meyer von der SP, der Vizepräsidentin des Bundesgerichtes Martha Niquille von der CVP und Yves Donzallaz von der SVP.
Auf Geheiss dieser Aufsichtsbehörde musste die Verwaltungskommission am Bundesstrafgericht per 1. Januar 2019 auf nur noch drei Personen verkleinert werden. Obwohl Giuseppe Muschietti von der FDP, Giorgio Bomio-Giovanascini von der SP, Martin Stupf von der CVP und Patrick Robert-Nicoud von der SVP bis Ende 2019 als Mitglieder der Verwaltungskommission des Bundesstrafgerichtes gewählt waren, schieden diese infolge Rücktritts beziehungsweise Wahl an das Bundesgericht im Laufe des Jahres 2018 als Mitglieder der Verwaltungskommission aus. Wie Sie wissen, trat wenig später per 31. März 2019 auch Tito Ponti von der FDP zurück. Verdankenswerterweise haben sich, nachdem alle fünf bisherigen Mitglieder der ursprünglich fünfköpfigen Verwaltungskommission des Bundesstrafgerichtes nicht mehr zur Verfügung standen, Stephan Blättler und Sylvia Frei für das Präsidium des Bundesstrafgerichtes zur Verfügung gestellt. Es stellten sich keine anderen Kandidaten zur Verfügung.
Sie - also die Vereinigte Bundesversammlung - haben diesen Personen am 30. März dieses Jahres Ihr Vertrauen ausgesprochen und sie ins Präsidium des Bundesstrafgerichtes gewählt. Ich bitte Sie, diesen beiden Personen weiterhin ihr Vertrauen auszusprechen.
Le président et la vice-présidente actuels du Tribunal pénal fédéral ont été élus par l'Assemblée fédérale jusqu'au 31 décembre 2019. Si l'Assemblée fédérale sursoit à l'élection de leurs successeurs d'ici là, le Tribunal pénal fédéral sera sans présidence et sans vice-présidence au 1er janvier 2020.
1. Es kann nicht sein, dass das Bundesstrafgericht per 1. Januar 2020 führungslos ist. Auch ein Gericht muss ein Präsidium haben. Wir als Wahlkörper können uns hier nicht aus der Verantwortung stehlen, sondern müssen Verantwortung übernehmen und sicherstellen, dass das Bundesstrafgericht per 1. Januar 2020 ein durch die Vereinigte Bundesversammlung gewähltes Präsidium hat.
2. Die SP-Fraktion präsentiert keine alternativen Kandidaten für das Präsidium. Gerade hier liegt die Problematik des Ordnungsantrages Nordmann: Weder am 20. August 2019 noch am 24. September 2019 haben sich andere Kandidaten als die heute zur Wahl stehenden Personen für das Präsidium zur Verfügung gestellt. Wenn die SP-Fraktion mit der Wahl der durch die Gerichtskommission vorgeschlagenen Kandidaten nicht einverstanden ist, hätte die SP-Delegation ihrerseits alternative Kandidaten für das Präsidium vorschlagen müssen.
3. Die Verantwortung für die Missstände am Bundesstrafgericht, über die sich die Medien geäussert haben, liegt auch bei der Aufsicht, also bei der Verwaltungskommission des Bundesgerichtes. Hier sind Ulrich Meyer von der SP, Martha Niquille von der CVP und Yves Donzallaz von der SVP gefordert, Massnahmen zu ergreifen, um allfällige Missstände am Bundesstrafgericht zu beheben. Es wäre schlicht unehrlich, nun die heute zur Wahl stehenden Personen für allfällige Missstände am Bundesstrafgericht verantwortlich zu machen, da diese das Präsidium erst seit dem 1. April dieses Jahres innehaben.
Entsprechend bitte ich Sie, heute dem Antrag Ihrer Gerichtskommission sowie dem Vorschlag des Gesamtgerichtes zu folgen und für die Amtsperiode 2020/21 Sylvia Frei zur Präsidentin und Stephan Blättler zum Vizepräsidenten des Bundesstrafgerichtes zu wählen und den Ordnungsantrag der SP-Fraktion abzulehnen.
Moret Isabelle · P-F · Consiglio nazionale · Vaud · Gruppo liberale radicale
La présidente (Moret Isabelle, présidente): Nous allons procéder au vote en deux temps. Tout d'abord, les membres du Conseil des Etats s'exprimeront dans un vote à l'appel nominal. Ensuite, les membres du Conseil national pourront voter au moyen du système de vote électronique.
Intervento procedurale
Abstimmung - Vote
Für den Ordnungsantrag der SP-Fraktion ... 94 Stimmen
Dagegen ... 140 Stimmen
(0 Enthaltungen)
Für den Ordnungsantrag der sozialdemokratischen Fraktion stimmen die folgenden Mitglieder des Ständerates:
Les membres suivants du Conseil des Etats acceptent la motion d'ordre du groupe socialiste:
Baume-Schneider, Carobbio Guscetti, Graf Maya, Herzog Eva, Jositsch, Levrat, Mazzone, Rechsteiner Paul, Sommaruga Carlo, Stöckli, Thorens Goumaz, Vara, Zanetti Roberto, Zopfi (14)
Gegen den Ordnungsantrag der sozialdemokratischen Fraktion stimmen die folgenden Mitglieder des Ständerates:
Les membres suivants du Conseil des Etats rejettent la motion d'ordre du groupe socialiste:
Bauer, Bischof, Burkhart, Caroni, Chiesa, Dittli, Engler, Ettlin Erich, Fässler Daniel, Français, Gapany, Germann, Gmür-Schönenberger, Häberli-Koller, Hefti, Hegglin Peter, Juillard, Knecht, Kuprecht, Maret, Michel, Minder, Müller Damian, Noser, Rieder, Salzmann, Schmid Martin, Wicki, Würth, Z'graggen (30)
Entschuldigt sind:
Sont excusés:
Reichmuth, Stark (2)
Für den Ordnungsantrag der sozialdemokratischen Fraktion stimmen die folgenden Mitglieder des Nationalrates:
Les membres suivants du Conseil national acceptent la motion d'ordre du groupe socialiste:
Aebischer Matthias, Andrey, Arslan, Atici, Badertscher, Badran Jacqueline, Barrile, Baumann, Bellaïche, Bendahan, Bertschy, Birrer-Heimo, Brélaz, Brenzikofer, Brunner, Chevalley, Christ, Clivaz Christophe, Crottaz, Dandrès, de la Reussille, Egger Kurt, Fehlmann Rielle, Feri Yvonne, Fivaz Fabien, Flach, Fridez, Friedl Claudia, Funiciello, Girod, Glättli, Graf-Litscher, Gredig, Gysi Barbara, Gysin Greta, Hurni, Jans, Kälin, Locher Benguerel, Mäder, Maillard, Marra, Marti Samira, Masshardt, Matter Michel, Mettler, Meyer Mattea, Michaud Gigon, Molina, Moser, Munz, Nordmann, Nussbaumer, Pasquier, Piller Carrard, Pointet, Porchet, Prelicz-Huber, Prezioso, Pult, Python, Reynard, Roth Franziska, Ryser, Rytz Regula, Schaffner, Schlatter, Schneider Meret, Schneider Schüttel, Seiler Graf, Storni, Suter, Töngi, Trede, Walder, Wasserfallen Flavia, Weichelt, Wermuth, Wettstein, Widmer Céline (80)
Gegen den Ordnungsantrag der sozialdemokratischen Fraktion stimmen die folgenden Mitglieder des Nationalrates:
Les membres suivants du Conseil national rejettent la motion d'ordre du groupe socialiste:
Addor, Aebi Andreas, Aeschi Thomas, Amaudruz, Bäumle, Binder, Bircher, Borloz, Bourgeois, Bregy, Büchel Roland, Buffat, Bulliard, Burgherr, Candinas, Cattaneo, Cottier, de Courten, de Montmollin, de Quattro, Dettling, Dobler, Egger Mike, Estermann, Eymann, Farinelli, Feller, Fluri, Friedli Esther, Gafner, Geissbühler, Giacometti, Giezendanner, Glanzmann, Glarner, Gmür Alois, Gössi, Grin, Grüter, Gschwind, Gugger, Guggisberg, Gutjahr, Haab, Heer, Heimgartner, Herzog Verena, Hess Erich, Hess Lorenz, Humbel, Hurter Thomas, Imark, Jauslin, Kamerzin, Keller Peter, Köppel, Kutter, Landolt, Lohr, Lüscher, Maitre, Marchesi, Markwalder, Martullo, Matter Thomas, Müller Leo, Müller-Altermatt, Nicolet, Nidegger, Paganini, Page, Pfister Gerhard, Pieren, Portmann, Quadri, Rechsteiner Thomas, Regazzi, Riniker, Ritter, Roduit, Romano, Rösti, Roth Pasquier, Rüegger, Rutz Gregor, Sauter, Schläpfer, Schneeberger, Schneider-Schneiter, Schwander, Siegenthaler, Silberschmidt, Sollberger, Stadler, Steinemann, Streiff, Strupler, Studer, Tuena, Vincenz, Vitali, Vogt, von Siebenthal, Walliser, Walti Beat, Wasserfallen Christian, Wehrli, Wismer Priska, Wobmann, Zuberbühler (110)
Entschuldigt sind:
Sont excusés:
Fiala, Klopfenstein Broggini (2)
Haben nicht teilgenommen:
N'ont pas participé au vote:
Fischer Roland, Gallati, Grossen Jürg, Marti Min Li, Moret, Nantermod, Reimann Lukas, Ruppen (8)
1. Wahl der Präsidentin für 2020/21
1. Election de la présidente pour 2020/21
Ergebnis der Wahl - Résultat du scrutin
Ausgeteilte Wahlzettel - Bulletins délivrés ... 235
eingelangt - rentrés ... 234
leer - blancs ... 116
ungültig - nuls ... 1
gültig - valables ... 117
absolutes Mehr - Majorité absolue ... 59
Es wird gewählt - Est élue
Frei Sylvia ... mit 117 Stimmen
2. Wahl des Vizepräsidenten für 2020/21
2. Election du vice-président pour 2020/21
Ergebnis der Wahl - Résultat du scrutin
Ausgeteilte Wahlzettel - Bulletins délivrés ... 235
eingelangt - rentrés ... 234
leer - blancs ... 114
ungültig - nuls ... 0
gültig - valables ... 120
absolutes Mehr - Majorité absolue ... 61
Es wird gewählt - Est élu
Blättler Stephan ... mit 119 Stimmen
Ferner haben Stimmen erhalten-Ont en outre obtenu des voix
Verschiedene - Divers ... 1
La présidente (Moret Isabelle, présidente): Je félicite Mme Frei et M. Blättler de leur élection. (Applaudissements)