01.412
Initiative parlementaire Abate Fabio. Eligibilité dans les conseils d'administration
Christen Yves · P-M · Consiglio nazionale · Vaud · Gruppo radicale liberale
La commission propose, à l'unanimité moins 1 abstention, de donner suite à l'initiative.
Abate Fabio · Consiglio nazionale · Ticino · Gruppo radicale liberale
Siamo confrontati ad un'iniziativa parlamentare presentata da chi ora vi parla, in forma generica nel corso della primavera 2001, durante la sessione di Lugano. Coloro che sono stati condannati da un tribunale penale per crimini o delitti nel fallimento e nell'esecuzione di debiti ai sensi degli articoli 163-171 del Codice penale non possono più far parte di un consiglio di amministrazione. I criteri di eleggibilità in un consiglio d'amministrazione non possono più semplicemente limitarsi a quanto contenuto nelle attuali norme di legge del Codice delle obbligazioni.
Purtroppo le funzioni di consigliere di amministrazione negli ultimi anni sono state oggetto di abusi che hanno condotto della società in modo decisamente inaccettabile al fallimento, con conseguenze ben immaginabili per tutti i creditori - qui penso allo Stato, alle assicurazioni sociali, nonché ad una moltitudine di piccoli artigiani e commercianti appartenenti già ad una fragile categoria. Senza scrupoli, coloro che hanno seminato debiti godono della facoltà di poter nuovamente ripetere l'esercizio grazie ad un consiglio di amministrazione che ne esclude la responsabilità patrimoniale personale. Il ciclo economico deve così poter escludere dal gioco coloro che intenzionalmente ne violano le norme.
Je vous invite à donner suite à cette initiative qui réclame la création d'une norme tendant à empêcher ceux qui ont été jugés coupables par un tribunal pénal de délits punissables selon les articles 163ss. du Code pénal de faire partie d'un conseil d'administration. La possibilité de répéter des exercices délictueux en utilisant les droits de membre d'un conseil d'administration est un abus qu'on doit éviter pour protéger les créanciers comme l'Etat, les assurances sociales et les petites entreprises.
Hier geht es nicht darum, Unglück zu bestrafen, sondern die Leute, die absichtlich die Rechte eines Verwaltungsrates missbrauchen und von einem Strafgericht gemäss Artikel 163 StGB verurteilt worden sind, von den Spielfeldern zu entfernen. Es ist klar zu vermeiden, dass solche Leute auf derart einfache Weise wieder in einen Verwaltungsrat sitzen und dieselben Straftaten verüben können.
Deswegen bitte ich Sie, diese Initiative, die in der Form der allgemeinen Anregung eingereicht worden ist, zu unterstützen.
Gross Jost · Consiglio nazionale · Turgovia · Gruppo socialista
Ich beantrage Ihnen für die fast einstimmige Kommission - es gab keine Gegenstimme, nur eine Enthaltung -, dieser Parlamentarischen Initiative in der ersten Phase Folge zu geben.
Die Initiative verlangt, im Obligationenrecht vorzusehen, dass Personen, welche wegen Konkurs- oder Betreibungsdelikten strafrechtlich verurteilt worden sind, nicht in den Verwaltungsrat einer Aktiengesellschaft gewählt werden können. Es geht um die Delikte der Artikel 163 bis 171 StGB, also um Delikte wie beispielsweise betrügerischer Konkurs, Gläubigerschädigung durch Vermögensminderung, Misswirtschaft, Unterlassung der Buchführung, Bevorzugung eines Gläubigers, Bestechen bei Zwangsvollstreckung, Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögenswerte. Diese Delikte haben alle einen direkten Bezug zur unternehmerischen Funktion des Verwaltungsrates, in der der Betreffende zum Schaden von Gesellschaft und Gläubiger versagt hat.
Bei dieser Gelegenheit ist auf das in der letzten Strafgesetzbuchrevision verschärfte Berufsverbot von Artikel 67 StGB hinzuweisen, das aber natürlich einen sehr viel weiter gefassten Anwendungsbereich hat. Hier geht es gewissermassen um den zivilrechtlichen Vollzug im Aktienrecht, um strengere Auswahlkriterien bei einer heute sehr liberalen Fassung der Artikel 707 und 708 Obligationenrecht. In diesen Bestimmungen ist ja praktisch nur das Erfordernis vorhanden, dass in einem Verwaltungsrat eine Mehrheit von in der Schweiz wohnhaften Schweizer Bürgern bestehen muss, und selbst dieses Erfordernis ist im Verhältnis zur EU nicht mehr praktikabel; es wird in Bälde schon revidiert.
Nach Auffassung der Kommission ist der Vorstoss einerseits etwas eng und andererseits vielleicht etwas unflexibel formuliert, denn die Unvereinbarkeit soll bei jeder Verurteilung - unabhängig der Schwere des Deliktes - gelten. In der ersten Phase eines in der Form der allgemeinen Anregung eingereichten Vorstosses ist das aber kein Hindernis. Man kann die nötigen Differenzierungen dann ja in der zweiten Phase setzen.
Sodann umfasst diese Initiative - das ist aus der Sicht der Kommission wichtig - nur einen Aspekt des umfassenden gesellschaftsrechtlichen Themas der Corporate Governance, das natürlich auch bezüglich anderer Gesellschaftsformen sehr virulent ist und nach Reformen ruft. Es gibt zahlreiche Vorstösse zu diesem Thema. Der umfassendste Vorstoss ist wohl die Motion Walker Felix (01.3329): Sie hat bezüglich der Aktiengesellschaften vor allem die Gewaltentrennung, die Trennung von strategischer und operativer Führung, thematisiert und die Fragen aufgeworfen, ob ein Aufsichtsrat, die Transparenz der Bezüge usw. einzuführen seien. Dieser Vorstoss ist als Postulat überwiesen worden.
Der Bundesrat hat im Zusammenhang mit zahlreichen anderen Vorstössen, die aus allen Fraktionen gekommen sind, einen Expertenbericht zur Corporate Governance in Aussicht gestellt. Auch aufgrund solcher Vorstösse wurde das Kotierungsreglement der Schweizer Börse in Bezug auf die Transparenz von Bezügen von Verwaltungsräten geändert. Die Vorstösse in diesem Bereich haben vor allem folgende Schwerpunkte: Anforderungen an Verwaltungsratsmitglieder, Festlegung von Unvereinbarkeiten - beispielsweise auch der Ausschluss der Einsitznahme in Verwaltungsräte über das Kreuz -, die Trennung von strategischer und operativer Unternehmungsführung, dann natürlich vor allem die Transparenz und die Begrenzung von Verwaltungsratsbezügen - nicht nur in bundesnahen Betrieben, sondern auch in den privatrechtlichen Aktiengesellschaften. Schliesslich versucht die Kommission für Rechtsfragen auch, immer wieder Druck zu machen, dass das Bundesgesetz über die Rechnungslegung und deren Revision nun endlich kommt.
Der Bundesrat hat einen Expertenbericht zu allen diesen Fragen in Aussicht gestellt. Leider hat er in diesem Bereich meines Erachtens und nach Auffassung der Kommission aber wenig Führungskraft gezeigt. Er wird mehr geschoben, als er selber führt, sodass Druck seitens des Parlamentes hier sicher notwendig ist. Die Parlamentarische Initiative ist ein kleiner Schritt in die Richtung, über eine gezielte Reform des Gesellschaftsrechtes das Vertrauen in die Wirtschaft wiederherzustellen. Die angeregte Revision ist dann allerdings in der zweiten Phase in einem grösseren Reformrahmen von Corporate Governance in allen Gesellschaftsformen zu verwirklichen.
In diesem Sinne bitte ich Sie namens der Kommissionsmehrheit, der Initiative Folge zu geben.
Eggly Jacques-Simon · Consiglio nazionale · Ginevra · Gruppo liberale
L'initiative parlementaire Abate illustre le bien-fondé de cette procédure qui consiste à traiter une initiative en deux temps. En effet, elle est d'une part excessive, et d'autre part trop ciblée sur le seul cas de la société anonyme. Mais elle soulève réellement un problème, ce qui fait que la commission, à l'unanimité, avec une abstention, propose dans cette première phase de lui donner suite, étant entendu qu'ensuite nous aborderons la question d'une manière plus générale.
Cette initiative est un peu excessive, en effet, parce que faut-il vraiment ne pas tenir compte de l'écoulement du temps vis-à-vis d'une personne qui, au bout d'un certain temps, retrouve sa dignité, retrouve son égalité de droit et de devoir dans la société et, par conséquent, devrait pouvoir à nouveau siéger dans un conseil d'administration? Elle est trop ciblée parce que, en effet, il n'y a pas que la société anonyme, mais d'autres sociétés qui pourraient entrer en considération. D'ailleurs, la révision de la partie générale du Code pénal, qui est relative à l'interdiction d'exercer une profession et qui va donc plus loin que le droit actuel, pourra s'appliquer aussi à des membres de conseils d'administration. Il y a donc véritablement lieu d'aborder tout cela dans un cadre plus large, mais cette initiative parlementaire peut servir d'aiguillon et de pression pour que, précisément, cette révision ne s'enlise pas dans les méandres d'une certaine lenteur administrative. Par conséquent, cette initiative parlementaire est utile à titre d'aiguillon.
C'est dans cet esprit que la commission, qui a pris sa décision à l'unanimité, vous propose de donner suite à l'initiative parlementaire Abate, de façon à ce qu'elle rejoigne les efforts généraux de révision qui vont dans le sens d'un assainissement et aussi d'une accentuation de la responsabilité des administrateurs de sociétés, ceux-ci devant être non seulement compétents, mais également, comme on disait du chevalier Bayard, sans peur et sans reproche.
Par conséquent, je vous invite, au nom de la commission, à donner suite à l'initiative parlementaire Abate.
Intervento procedurale
Der Initiative wird Folge gegeben
Il est donné suite à l'initiative