21.3078

Analisi attuale del budget della divisione "Gioventù e Sport" dell'UFSPO che tenga conto delle differenze di genere

Trede Aline · Mit-F · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo dei Verdi

Ich habe einen Vorstoss gleichen Inhaltes bereits einmal eingereicht. Es geht um eine Budgetanalyse, die im Jahr 2000 bereits einmal gemacht wurde. Es geht darum, zu schauen, wie viele Bundesgelder dem Mädchennachwuchs und wie viele dem Jungennachwuchs zufliessen. Es ist wirklich nur eine Analyse, damit wir sehen, welche finanziellen Ströme wohin fliessen.

Das letzte Mal war der Bundesrat dagegen. Es wurden damals verschiedene Gründe genannt, unter anderem auch, dass bereits im Jahr 2000 eine Analyse vorgenommen worden sei. Jetzt, so viele Jahre später, ist auch der Bundesrat bereit, die Annahme des Vorstosses zu beantragen, denn es sieht doch wirklich ganz anders aus. Es gibt bereits jetzt sehr viele Mädchen, die Sport machen. Die Jungen werden aber immer noch viel mehr gefördert als die Mädchen.

Wir sehen jetzt auch bei den Olympischen Spielen, wer Medaillen heimgebracht hat. Die Frauen sind ganz weit vorne. Sie haben viel mehr Medaillen gewonnen als die Männer. Das ist nicht gut, denn gemeinsam möchten wir eigentlich noch mehr Medaillen gewinnen. Es zeigt aber, dass die Frauen auf höchstem Leistungsniveau bereits gleich gut oder noch besser sind als die Männer.

Es gibt neben zufälligen Entwicklungen zum Teil aber auch immer noch verbandsspezifische Fördermassnahmen, die zu Ungerechtigkeiten führen. Wir möchten, dass beide Geschlechter von Anfang an gleichberechtigt sind und dass geprüft wird, wie viel Geld im Breitensport und in der Nachwuchsförderung in den Frauen- bzw. in den Männersport fliesst. Es geht um eine Analyse. Es geht darum, zu schauen, wie der Ist-Zustand ist. Es geht keineswegs irgendwie darum festzulegen, in welche Richtung die Gelder fliessen sollen.

Ich bitte Sie deshalb, diesen Vorstoss anzunehmen. Der Bundesrat hat, wie gesagt, die Annahme des Vorstosses beantragt. Er ist bereit, diese Analyse durchzuführen.

Aebi Andreas · P-M · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Präsident (Aebi Andreas, Präsident): Das Postulat wird von Frau Gutjahr bekämpft.

Gutjahr Diana · Mit-F · Consiglio nazionale · Turgovia · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Sie haben es gehört: Die Postulantin verlangt, dass ein Bericht erarbeitet wird, der eine geschlechtsspezifische Budgetanalyse der Abteilung "Jugend und Sport" im Bundesamt für Sport macht. Als Basis des Vorstosses dient eine Studie aus dem Jahr 2000, die ergeben hatte, dass Männer von "Jugend und Sport" mit rund 30 Millionen subventioniert wurden und Frauen mit 18 Millionen Franken.

Ich lehne diesen Vorstoss ab, da er zu einem erneuten Bericht mit sehr vielen Seiten, mit sehr viel Papier führen würde. Es ist ein Auftrag, der in erster Linie die Verwaltung damit beschäftigt, Zahlen zusammenzusuchen und auszuwerten, mit dem aber kein Mehrwert generiert wird.

Der Bundesrat kam 2015 zum gleichen Ergebnis und empfahl damals den gleichlautenden Vorstoss zur Ablehnung, mit der Begründung, dass sich eine geschlechtsspezifische Budgetanalyse nicht aufdränge; die Verteilung der Mittel im Bereich von "Jugend und Sport" erfolge nach klaren rechtlichen Vorgaben. Jede qualifizierte Trägerschaft eines Kurses oder Lagers, die ein Angebot in den zugelassenen Sportarten mache, habe Anspruch auf die Ausrichtung von klar umschriebenen Subventionsleistungen. Bei diesen Leistungen differenziert man nicht zwischen den Geschlechtern - und das ist auch richtig so.

Es irritiert mich deshalb schon etwas, dass der Bundesrat die Situation jetzt komplett anders beurteilt. Ich frage mich, ob man allenfalls die rechtlichen Vorgaben umgeht. Falls dem so wäre, müsste man den Subventionsbereich genauer unter die Lupe nehmen und einen anderen Vorstoss prüfen.

Es darf aber auch festgehalten werden, dass Untersuchungen aus den vergangenen Jahren eher ein düsteres Bild gezeigt haben und dass Sportaktivitäten - unabhängig vom Geschlecht - nach dem 13. Lebensjahr kontinuierlich abgenommen haben. Der Abwärtstrend, der sich im Sportverhalten dieser Altersgruppe zwischen 2008 und 2014 abgezeichnet hatte, konnte aber in der Zwischenzeit gestoppt werden. Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren haben ihre Sport- und Bewegungsaktivitäten zwischen 2014 und Anfang 2020 gesteigert. Der Anteil an sportlich Aktiven hat zugenommen, und auch die Geschlechterunterschiede haben sich seit 2014 reduziert. Dennoch weisen die Knaben und jungen Männer auf sämtlichen Altersstufen weiterhin eine höhere Sportaktivität auf.

Im Zentrum steht also nicht die geschlechtsspezifische Budgetverteilung, sondern die Tatsache, dass sich Jugendliche - unabhängig von ihrem Geschlecht - mehr bewegen und aktiver sein sollten, insbesondere auch in Vereinen. Vergessen wir nicht, innerhalb von 25 Jahren hat sich der Anteil der adipösen Menschen verdoppelt, und das stellt eine grosse Herausforderung für das Gesundheitssystem und die Prävention dar.

Bundesrätin Viola Amherd sagte Anfang September an einer Medienkonferenz, die Erkenntnisse des Kinder- und Jugendberichtes seien eine wichtige Bestätigung der vom Bund ergriffenen Fördermassnahmen. Dazu gehörten etwa die Senkung des Mindestalters bei "Jugend und Sport" oder die finanzielle Unterstützung des freiwilligen Schulsports. Schlussendlich werden die "Jugend und Sport"-Gelder also nach dem geltenden Subventionsgesetz verteilt und nicht nach dem Geschlecht oder nach anderen Kriterien.

Ich bitte Sie deshalb, das Postulat abzulehnen, damit sich die Verwaltung um die Umsetzung der ergriffenen Massnahmen kümmern kann. Gemäss Matthias Remund gilt "Jugend und Sport" als "ein Gütesiegel für Qualität in der Sportausbildung". So soll es auch bleiben.

Amherd Viola · BR-F · Consiglio federale · Vallese

Mit dem Programm "Jugend und Sport" fördert der Bund Sport, der in einem organisierten Rahmen stattfindet. Die Subventionen werden geschlechtsneutral ausgerichtet, d. h., Teilnahmestunden in einem Sportkurs und Teilnahmetage in Sportlagern lösen die gleichen "Jugend und Sport"-Beiträge aus. Dabei spielt es keine Rolle, ob Mädchen, Frauen, Knaben oder Männer an diesen Angeboten teilnehmen.

Rund 40 Prozent der Teilnehmenden sind aktuell Mädchen und Frauen. Der Anteil der Mädchen und Frauen, die regelmässig an "Jugend und Sport"-Programmen teilnehmen, hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Diese Aussage trifft sowohl auf die Teilnehmerinnen als auch auf die Leitenden zu. Nach wie vor nehmen aber deutlich weniger Mädchen und junge Frauen als Knaben und junge Männer an den Programmen teil.

Die verfügbaren Zahlen zeigen auch, dass in den einzelnen Sportarten teilweise grosse Unterschiede bezüglich des Frauen- und Mädchenanteils bestehen. Dem Bundesrat sind die Gleichstellung und die Chancengleichheit von Mädchen und jungen Frauen im Sport ein wichtiges Anliegen. Er hat sich deshalb bereit erklärt, den Prüfauftrag entgegenzunehmen und eine vertiefte geschlechtsspezifische Analyse der Subventionen im Bereich von "Jugend und Sport" vorzunehmen. In seinem Bericht sollen nicht nur die konkreten Zahlen für die einzelnen Sportarten aufgelistet werden, sondern es soll auch aufgezeigt werden, ob und gegebenenfalls auf welchen Ebenen Handlungsbedarf besteht, um den Frauen- und Mädchenanteil weiter zu steigern.

In diesem Sinne bittet Sie der Bundesrat, das Postulat anzunehmen.

Votazione

Abstimmung - Vote

Für Annahme des Postulates ... 83 Stimmen

Dagegen ... 80 Stimmen

(0 Enthaltungen)