20.4232
Introdurre l'obbligo di dichiarazione per i prodotti a base di cocco provenienti da produzioni che maltrattano le scimmie
Schneider Meret · Mit-F · Consiglio nazionale · Zurigo
Abseits der grossen Schauplätze in Bezug auf Tierschutzthemen herrscht eine grosse Problematik im Zusammenhang mit der Ernte von Kokosnüssen in Thailand, die sich im Zuge der zunehmenden Beliebtheit von Kokosprodukten noch verschärft.
Junge Affen werden in Thailand angekettet, gewaltsam trainiert und gezwungen, Kokosnüsse zu pflücken. Aus diesen werden Kokosmilch, Kokosöl und andere Kokosprodukte hergestellt. Viele Affen werden ihren Familien ganz jung und überdies illegal entrissen. Man legt ihnen Metallhalsbänder an, die den Hals verletzen, und bindet oder kettet sie so lange an, wie sie für die Kokosindustrie von Nutzen sind.
Dies ist jedoch nicht auf allen Kokosnussfarmen der Fall. In Kokosnussanbaugebieten wie in Brasilien, Kolumbien oder auf Hawaii nutzt man tierleidfreie Methoden zur Ernte. Die Kokosnüsse werden dort beispielsweise mit hydraulischen Aufzügen auf Traktoren, Seil- oder Plattformsystemen oder Leitern geerntet. In manchen Anbaugebieten setzen die Menschen alternativ auf Zwergformen der Kokospalme.
Einige Detailhändler in Deutschland haben bereits reagiert und entsprechende Produkte wie Aroy-D und Chaokoh aus dem Sortiment gestrichen. In der Schweiz werden diese noch immer angeboten, ohne dass Konsumierende über die tierquälerische Produktion Bescheid wissen.
Ganz kurz nur möchte ich auf einige Punkte der Antwort des Bundesrates eingehen. Der Bundesrat hat argumentiert, es gebe keine international anerkannte Definition, wann Methoden beim Einsatz von Tieren für die Ernte als tierquälerisch gelten. Dem ist zwar so, doch kann bereits die Ankettung und Unterbringung der Affen aus Schweizer Sicht ohne Weiteres als tierquälerisch bezeichnet werden, was eine Deklarationspflicht rechtfertigen würde. Auch Eier von Hühnern aus Käfighaltung müssen deklariert werden, obwohl die Käfighaltung keine international als tierquälerisch geltende Praxis ist.
Zudem wendet der Bundesrat ein, dass eine Deklarationspflicht die Anforderungen der WTO bezüglich Nichtdiskriminierung erfüllen müsste. Diese gelten als erfüllt, wenn die Praxis bei der Herstellung des Produkts der öffentlichen Moral der hiesigen Gesellschaft widerspricht, was im Falle von Affen, die illegal ihren Familien entrissen und in Käfigen gehalten werden, ohne Weiteres gegeben wäre.
Zu guter Letzt stösst sich der Bundesrat am Kontrollaufwand und der kaum zu bewerkstelligenden Rückverfolgbarkeit. Dieses Problem löst sich jedoch praktisch von selbst. In Bangkok werden Kokosprodukte künftig mit einem Code versehen, der die Rückverfolgbarkeit gewährleistet und sicherstellt, dass die Nüsse aus einer affenfreien Farm stammen. Die Deklaration würde also keinen nennenswerten Zusatzaufwand mit sich bringen, für Konsumierende aber einen grossen Nutzen in Bezug auf Transparenz bieten. Diverse Grosshändler in Deutschland haben bereits auf die Problematik reagiert und Kokosprodukte, die von Affen geerntet werden, aus dem Sortiment gestrichen. Wenn das in Deutschland möglich ist, so sollte es in der Schweiz wenigstens möglich sein, entsprechende Produkte zu kennzeichnen, damit Transparenz für Konsumierende herzustellen und den Druck auf tierquälerische Betriebe zu erhöhen.
Ich danke Ihnen aus diesen Gründen ganz herzlich für die Annahme der Motion.
Berset Alain · VPBR-M · Consiglio federale · Friburgo
C'est vrai, vous avez raison, Madame la conseillère nationale Schneider, le Conseil fédéral a toujours refusé jusqu'à présent de rendre les déclarations obligatoires, en raison des engagements de la Suisse au niveau du droit international public et en raison aussi des difficultés pratiques de mise en oeuvre. On a toujours misé sur des déclarations volontaires plutôt que sur des obligations.
Mais il y a un nouvel élément extrêmement important, qui date de juin 2021. En juin 2021, le Parlement a accepté la motion 20.4267, "Déclaration des méthodes de production interdites en Suisse". Par cette motion, adoptée par le Parlement, il est demandé au Conseil fédéral d'améliorer la transparence à l'égard des consommatrices et des consommateurs en ce qui concerne les produits végétaux et animaux. C'est une motion qui exige que les méthodes de production interdites en Suisse soient soumises à une déclaration obligatoire qui devra indiquer le mode de production et la provenance du produit. Les nouvelles obligations en matière de déclaration devront être définies clairement, être conformes au droit international et être applicables. Cela joue un rôle dans le débat qui vous occupe, parce que là où le Conseil fédéral a toujours privilégié les déclarations volontaires, nous avons aujourd'hui un mandat du Parlement qui demande des déclarations obligatoires. Ces travaux sont donc en cours.
Vous pourriez me dire que c'est un peu facile de faire de cette motion adoptée entretemps un nouvel argument en faveur du rejet de la motion en question. Mais c'est bien le cas, parce que nous sommes en train d'y travailler sur une base plus large, en réalité, et dans le souci d'une exécution cohérente. Nous souhaiterions que vous nous laissiez le temps et l'occasion de mettre les principes en place, parce qu'une décision de base importante a été prise par le Parlement, à savoir l'obligation d'une déclaration des méthodes de production interdites en Suisse. Ensuite nous devrions examiner, à la lumière de ces travaux, si et comment une obligation de déclaration des produits à base de noix de coco cueillies par des singes maltraités pourrait être mise en oeuvre.
C'est un argument qui nous paraît être un argument supplémentaire en faveur du rejet de la motion. Mais l'élément qu'il faut retenir, c'est que dans tous les cas ces travaux sont en cours, suite à l'acceptation de la motion par le Parlement en 2021, et qu'ils vont donner lieu encore à des discussions.
Votazione
Präsidentin (Kälin Irène, Präsidentin): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 92 Stimmen
Dagegen ... 91 Stimmen
(5 Enthaltungen)