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Koordinierter Hitzeaktionsplan zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung
Häberli-Koller Brigitte · P-F · Ständerat · Thurgau · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Präsidentin (Häberli-Koller Brigitte, Präsidentin): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
Graf Maya · Mit-F · Ständerat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion
Ich hoffe, dass Ihnen etwas warm wird, wenn wir jetzt mitten im Winter während des ersten Kälteeinbruchs von der Hitze sprechen. Es ist tatsächlich so, dass wir 2022 einen der heissesten und bis August auch einen der trockensten Sommer überhaupt erlebt haben und dass gemäss der Weltwetterorganisation in Genf solche lange Hitzephasen wie eben jene im vergangenen Sommer künftig zum europäischen Klima gehören. Solches wird also leider in Zukunft Normalität sein. Dieser extreme Hitzesommer hat uns auch gezeigt, dass wir die Menschen in der Schweiz ungenügend vor den Folgen der Hitze schützen und dass koordinierte Aktionspläne zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung fehlen, schlicht auch deshalb, weil wir sie bis heute nicht brauchten und solche extreme Hitzesommer eine Seltenheit waren.
Mit meinem Postulat möchte ich den Bundesrat deshalb bitten zu prüfen, wie ein nationaler Hitzeaktionsplan in Koordination mit den Kantonen erstellt werden kann. Dieser Massnahmenplan soll aufzeigen, wie die Bevölkerung vor den gesundheitlichen Folgen zunehmender Hitzeperioden geschützt werden kann. Hitzestress und hohe bodennahe Ozonkonzentrationen während der Hitzewellen können nämlich schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben; es gibt zwar nicht unbedingt Langzeitfolgen für Jüngere - das wissen wir noch nicht -, aber bei älteren Menschen nehmen Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen zu.
In seiner zu bedauernden Ablehnung meines Postulates weist der Bundesrat auf zahlreiche Grundlagen hin, die er den Kantonen und Gemeinden bereits zur Verfügung stellt, wie etwa die Strategie zur Anpassung an den Klimawandel, die daraus folgende Teilstrategie zur Gesundheit von Mensch und Tier oder die Erfassung von Grundlagendaten zur Ermittlung des neuen Hitzeindikators "Tagesmitteltemperatur", den er um neue Schwellenwerte und zusätzliche Gefahrenstufen ergänzt hat.
Diese Arbeiten sind wichtig, und sie werden anerkannt. Die vom Bundesrat aufgezählten Massnahmen sind Empfehlungen der WHO oder lehnen sich an diese an, wenn es um eine bessere Erfassung und Vorbereitung betreffend Hitzeperioden geht. Doch diese Empfehlungen sind ungenügend, und sie sind viel zu allgemein. Es fehlt der Anschluss an konkrete Handlungsanleitungen und vor allem die aktive Ansprache bestimmter Bevölkerungsgruppen. Es fehlen Anleitungen, wie sich diese zu verhalten haben und wo und wie sie Rat und Hilfe finden.
Meine Postulatsforderung zielt deshalb weniger auf die umfassenden und natürlich wichtigen Grundlagenarbeiten. Mein Vorstoss möchte einen nächsten Schritt einleiten, nämlich regional angepasste Aktionspläne. Diese sollen sich direkt an die Bevölkerung richten, sensibilisieren und Verhaltensempfehlungen vermitteln. Solche Massnahmen gibt es übrigens bereits. Sie sind nämlich vollständig in der Toolbox für Hitzeschutz aufgeführt, die unser Swiss Tropical and Public Health Institute im Auftrag des BAG erstellt hat.
Die Befragung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte zu Beginn des Jahres 2019 ergab, dass bereits die Hälfte der Kantone solche Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor extremer Hitze eingeführt hat. Es bestehen aber deutliche Unterschiede, vor allem zwischen den Sprachregionen. Während in der Deutschschweiz nur vereinzelte Massnahmen zu Bildung und Information in Kraft sind, bestehen im Tessin und in der Westschweiz auch sogenannte Hitzeaktionspläne. Am stärksten differenziert sind die Pläne der Kantone Waadt, Genf und Tessin sowie neustens auch Zürich. Es werden Sensibilisierungskampagnen durchgeführt. Risikopersonen und Gesundheitspersonal werden informiert, und es werden auch Verhaltensempfehlungen abgegeben.
Die Hitzeaktionspläne umfassen auch Hitzefrühwarnsysteme, die in Zusammenarbeit mit Meteo Schweiz betrieben werden. Sie sind wichtig, damit man sich vorbereiten kann. So kann auch das Krankheitsgeschehen überwacht und Massnahmen geplant werden.
Die erwähnten Kantone haben erkannt, dass Hitzewellen eine ernsthafte und zunehmende Gesundheitsgefährdung für unsere Bevölkerung darstellen. Es gibt vermehrt Notfalleinweisungen. Auch aus den Mortalitätsraten der letzten Jahre müssen die richtigen Schlüsse gezogen werden. Es sollte daher unbedingt ein koordiniertes Vorgehen von Bund und Kantonen erfolgen.
Es braucht ein nationales Monitoring der Wirksamkeit der Massnahmen. Ein kantonaler Flickenteppich reicht hier nicht aus. Sie wissen, wir haben eine stark älter werdende Bevölkerung. Mit der raschen Überhitzung des Klimas haben wir keine Erfahrung. Die hohen Temperaturen werden uns begleiten. Wir müssen hier vor allem auch an die älteren und vulnerablen Menschen denken. Darüber hinaus möchte ich darauf hinweisen, dass diese Hitzetage, die bald Hitzewochen sind, auch die Wirtschaft beeinträchtigen, indem sie nämlich die individuelle Leistungsfähigkeit sowie die Produktivität und Konzentrationsfähigkeit am Arbeitsplatz reduzieren. Das besagen Studien, die es bereits gibt.
Kurz, ich möchte Sie bitten, das Postulat anzunehmen und damit den Bundesrat zu beauftragen, in Koordination mit den Kantonen solche nationale Hitzeaktionspläne zu erstellen. Damit wären sie nicht nur in der ganzen Schweiz koordiniert, damit könnten wir gemeinsam auch die richtigen Schlüsse ziehen respektive Massnahmen ergreifen, und damit wäre ein Monitoring möglich.
Berset Alain · VPBR-M · Bundesrat · Freiburg
Il est vrai que nous sommes habitués à voir des températures en hausse. L'été dernier a été le deuxième été le plus chaud en Suisse depuis le début des mesures en 1864.
C'est vrai que ces phénomènes climatiques de plus en plus extrêmes ont des conséquences en matière de santé publique, ils provoquent notamment davantage de décès. Si l'élévation des températures se poursuit, la fréquence et l'intensité des canicules vont continuer à augmenter en Suisse aussi; on peut parler de stress dû à la chaleur pour les êtres humains et pour les animaux. C'est la raison pour laquelle nous mettons en oeuvre des mesures pour réagir à cela; je crois que cela va dans le même sens que ce que demande l'auteure du postulat.
Il y a eu tout d'abord en 2012 la stratégie générale "Adaptation aux changements climatiques"; elle comporte des plans d'action avec des mesures dans différents domaines. Il y a un domaine "Santé des êtres humains et des animaux" avec un plan d'action allant de 2020 à 2025. Il prévoit notamment de l'information, des recommandations pour se protéger de la chaleur; il prévoit aussi de surveiller, détecter, et si possible prévenir les vecteurs de maladies infectieuses chez l'être humain. Il y a notamment aussi le sujet des moustiques exotiques qui sont des vecteurs de maladie, qui naturellement peuvent proliférer et se développer de manière plus importante avec l'augmentation des températures. Il y a aussi dans le plan d'action de la Confédération des mesures visant à protéger de la chaleur les personnes qui travaillent, à leur poste de travail.
Le Conseil fédéral a chargé plusieurs offices de mettre en oeuvre ces mesures. En outre, il y a des bases légales qui ont été mises en place pour soutenir les cantons dans leur action contre les effets de la canicule. Tout d'abord, le Conseil fédéral fournit des instructions concrètes dans le domaine du développement urbain, parce que c'est notamment dans le cadre urbain que la contrainte thermique peut être la plus marquée. Ensuite, le Conseil fédéral a développé avec l'Institut tropical et de santé publique suisse (Swiss TPH) une boîte à outils, si on peut le dire ainsi, soit des mesures pour lutter contre la chaleur, qui fournit aux cantons des conseils concrets dans le domaine de la formation et de l'information, dans celui de la gestion des événements extrêmes et pour tous les sujets qui concernent l'adaptation à long terme aux changements climatiques.
Cela dit, il nous manque une base légale. Il n'y a pas de base légale permettant à la Confédération de contraindre les cantons à élaborer un plan d'action cantonal pour lutter contre la chaleur ou alors à en adapter un en conséquence s'il n'y en a pas. Nous ne sommes pas non plus en mesure d'imposer une mise en oeuvre d'un plan d'action national coordonné. La question est de savoir si nous voulons aller jusque-là. Il nous semble qu'avec les mesures de la Confédération que j'ai déjà indiquées et une responsabilité des cantons, il y a suffisamment de bases qui sont mises à disposition des cantons. La Confédération, je le rappelle, active dans son domaine, a permis aussi des évolutions et créé des bases légales dans différents domaines qui concernent les cantons. Il nous semble ainsi que les choses sont déjà bien avancées.
On s'efforce en outre évidemment - ce sera le dernier point - de développer en permanence les bases de données. La Confédération a adapté en 2020 le système d'alerte de Météo Suisse, qui est un élément important dans ce cadre, et développe actuellement un nouvel indicateur pour le monitorage national sur la mortalité due à la chaleur. Il nous semble donc que, dans la répartition des compétences existantes, la Confédération fait déjà beaucoup. Les cantons sont naturellement invités à intensifier encore leurs travaux.
Dans la mesure où nous n'avons pas de base légale pour imposer des éléments aux cantons dans ce domaine - nous ne souhaitons pas en avoir d'ailleurs -, je vous invite, au nom du Conseil fédéral, à rejeter le postulat.
Abstimmung
Abstimmung - Vote
Für Annahme des Postulates ... 12 Stimmen
Dagegen ... 25 Stimmen
(0 Enthaltungen)