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Assicurare il valore aggiunto nell'agricoltura. Niente marketing con offerte di carne a basso costo
Baumann Kilian · Mit-M · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo dei Verdi
Viele Landwirtschaftsbetriebe in der Schweiz stehen unter grossem wirtschaftlichem Druck. Immer wieder machen sich darum Bäuerinnen und Bauern für bessere Produzentenpreise stark. Auch bei den aktuellen Bauernprotesten ist der durch die Abnehmer von Agrargütern erzeugte Preisdruck ein zentrales Thema. Insbesondere die Preispolitik des Detailhandels steht in der Kritik. Während die Preise für Agrargüter immer tiefer ausfallen, werden gleichzeitig in den Geschäften der grossen Detailhändler regelmässig Lebensmittel weit unter ihrem Wert angeboten. Solche Aktionen und Sonderangebote sorgen bei uns Bäuerinnen und Bauern für Unverständnis, insbesondere wenn dabei arbeits- und ressourcenintensiv produzierte, wertvolle Produkte wie Fleisch billig und unter Wert auf den Markt geworfen werden. Zwar können Sonderangebote und Aktionen sinnvoll sein, um Überbestände abzubauen und so Food Waste zu vermeiden, aber häufig werden solche Billig- und Billigstangebote nur als Frequenzbringer eingesetzt.
Mit der aggressiven Vermarktung und Bewerbung von Billigfleischaktionen werden Konsumentinnen und Konsumenten in die Läden gelockt und zu zusätzlichem Konsum animiert. Besonders stossend sind in diesem Zusammenhang Billigfleischaktionen mit importierter Ware. Dabei kann es nicht mehr um den Abbau von Überbeständen und um die Vermeidung von Food Waste gehen, dabei handelt es sich einzig um einen Marketingtrick auf Kosten der Landwirtschaft. Die Verramschung wertvoller Agrarprodukte setzt die Produzentenpreise weiter unter Druck und befeuert die Abwärtsspirale, die wir Bäuerinnen und Bauern seit Langem beklagen.
Das vorliegende Postulat verlangt deshalb vom Bundesrat, dass er prüft, mit welchen Mitteln und Massnahmen die Werbung und das Marketing für Billigfleischaktionen eingeschränkt werden könnte. Es geht nicht darum, dem Detailhandel die Preispolitik zu diktieren oder Aktionen und Sonderangebote generell einzuschränken. Es geht darum, die aggressive und penetrante Bewerbung und Vermarktung solcher Aktionen zu verhindern.
Die Beeinflussung des Marktes, um gesellschaftlich und politisch unerwünschte Folgen bestimmter Konsummuster zu verhindern oder zu minimieren, ist nichts Neues. Der Hebel über die Reglementierung der Werbung für bestimmte Produkte oder Zielgruppen hat sich bereits bewährt. Mit einer Einschränkung der Werbung für Aktionen und Sonderangebote mit Billigfleisch kann der Bund die Verramschung wertvoller Lebensmittel minimieren und so die Wertschöpfung der Schweizer Bauernbetriebe stärken. Welche konkreten Massnahmen und Mittel dafür am besten geeignet sind, soll geprüft werden. Das müssen keine Verbote sein. Auch wenn der Bund den Detailhandel für eine freiwillige, aber wirksame Selbstverpflichtung gewinnen kann, unterstützt er damit die Schweizer Landwirtschaft.
Ich bitte Sie deshalb, dem vorliegenden Postulat zuzustimmen.
Egger Mike · Mit-M · Consiglio nazionale · San Gallo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Geschätzter Herr Kollege Baumann, Sie haben von Billigfleischaktionen mit importierter Ware gesprochen. Ist Ihnen bewusst, dass wir im Schweizer Fleischmarkt über 80 Prozent mit Schweizer Fleisch abdecken? Was sagen Sie dazu? Das zeigt doch ganz klar, dass mit Importfleisch eben nur die Spitzen gebrochen werden und dass der Löwenanteil Schweizer Qualitätsfleisch aus unseren Bauernbetrieben ist.
Baumann Kilian · Mit-M · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo dei Verdi
Ja, geschätzter Kollege Egger, es freut mich natürlich sehr, dass gerade ein bezahlter Vertreter des orangen Riesen zu dieser Frage Stellung nimmt. Ich als Bauer bin, glaube ich, die richtige Person, um angesprochen zu sein. Wir kennen alle diese Werbung. Wir haben hier eine Auslage von Zeitungen mit Grossinseraten. Überall werden ganzseitig Rindsfilets zum halben Preis angeboten, häufig aus Südamerika, aus Ländern wie Uruguay, und die Leute gewöhnen sich leider einfach an diese Tiefstpreise. Ich als Direktvermarkter von Fleisch habe dann das Problem, dass ich die Edelstücke nicht mehr verkaufen kann, weil sich die Bevölkerung einfach an diese tiefen Preise gewöhnt hat. Selbstverständlich werden auch mit Schweizer Fleisch Aktionen gemacht.
Kolly Nicolas · Mit-M · Consiglio nazionale · Friburgo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Cher collègue, dans votre prise de position, vous avez beaucoup parlé de la différence entre la viande suisse de qualité et la viande importée. Ma question est la suivante: pourquoi n'avez-vous pas limité votre proposition uniquement à la viande importée puisque, comme vous l'avez mentionné, c'est là qu'il y a des prix cassés? Finalement, est-ce que votre proposition ne vise pas, de manière sous-jacente, à attaquer uniquement la publicité pour la viande et, par là, la consommation de viande?
Baumann Kilian · Mit-M · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo dei Verdi
Vielen Dank für Ihre Frage, Herr Kollege. Es geht hier nicht darum, generell ein Werbeverbot auszusprechen. Ich glaube, das habe ich auch deutlich ausgeführt. Ich habe auch die Frage in den Raum gestellt, ob es überhaupt Einschränkungen braucht. Das soll eben gerade mit diesem Postulat abgeklärt werden. Es gibt ja auch die Möglichkeit mit Selbstverpflichtungen, dass die Grossverteiler dazu gebracht werden, genau das eben nicht mehr zu machen, weil sie wissen, dass wir ein Problem haben. Es geht genau in diese Richtung, die auch der Bundesrat eigentlich mit der zukünftigen Ausrichtung der Agrarpolitik möchte, dass man eben nicht mehr nur Massnahmen auf Stufe Landwirtschaft macht, sondern dass man auch anfängt, die ganze Wertschöpfungskette in die Pflicht zu nehmen. Da müssen wir eben auch die Grossverteiler in die Pflicht nehmen - der Kollege des Migros-Genossenschaftsbundes fühlte sich ja angesprochen.
Nicolet Jacques · Mit-M · Consiglio nazionale · Vaud · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Cher collègue Baumann, c'est une question relativement simple: pourquoi n'avez-vous pas élaboré un texte disant simplement: "Oui à la promotion de la viande suisse"?
Baumann Kilian · Mit-M · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo dei Verdi
Ich habe versucht, Ihre Frage zu verstehen - aber eigentlich verstehe ich Ihre Frage nicht ganz. Sie haben, glaube ich, nicht ganz verstanden, um was es geht. Es geht um die Werbung, die unsere Preise für Fleisch - Sie sind ja auch ein Bauernkollege - unter Druck setzt. Es handelt sich hier um ein zentrales Anliegen der aktuellen Bauernproteste: Unsere Preise kommen unter Druck. Jetzt müssen Sie einfach auch in Ihren Kreisen schauen, wofür wir kämpfen und welche Mittel und Möglichkeiten wir haben. Das hier wäre ein Vorschlag, wie die Preise für landwirtschaftliche Produkte in der Schweiz verbessert oder zumindest gehalten werden könnten, damit sie eben nicht immer weiter sinken.
Strupler Manuel · Mit-M · Consiglio nazionale · Turgovia · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Kollege Baumann, das ist ein weiterer Versuch, unseren Konsumenten zu entmündigen. Sind Sie nicht auch der Meinung, dass der Konsument und die Konsumentin selber entscheiden kann, was er oder sie kaufen möchte?
Baumann Kilian · Mit-M · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo dei Verdi
Selbstverständlich, Kollege Strupler, das werden die Konsumentinnen und Konsumenten immer noch tun können. Es kann selbstverständlich jeder selbst entscheiden. Es geht hier um die Werbung und darum, wie viel Werbung wir im öffentlichen Raum haben möchten, und das ist zu diskutieren. Ich verstehe einfach nicht, wieso jetzt gerade von bäuerlicher Seite solcher Widerstand kommt. Das ist ein zentrales bäuerliches Anliegen - Sie müssen das einfach realisieren!
Pahud Yvan · Mit-M · Consiglio nazionale · Vaud · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Cher collègue Baumann, on a l'impression que c'est une attaque contre la viande. Pourquoi vous êtes-vous uniquement limité à l'aspect viande, et pourquoi ne vous êtes-vous pas attaqué à tous les produits agricoles?
Baumann Kilian · Mit-M · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo dei Verdi
Gut, das ist wieder eine einfache Frage, vielen Dank für die Frage. Ich habe mich auf das Fleisch konzentriert, weil das Fleisch eben genau dazu genutzt wird, als Frequenzbringer zu dienen. Es geht hier um diese Frequenzbringer-Angebote. Das Fleisch, Edelstücke aus Südamerika, wird weit unter dem Marktwert angeboten, um die Konsumentinnen in den Laden zu locken. Das können Sie nicht mit Broccoli machen oder so, da müssen Sie wertvolle Produkte nehmen, und so locken Sie die Leute in den Laden. Das Ziel der Grossverteiler ist natürlich, dass die Leute dann ihre übrigen Einkäufe auch noch im Laden tätigen - das ist das Ziel der Grossverteiler. Das Problem aber, das wir haben, ist, dass das die Preise für uns Bäuerinnen und Bauern in der Schweiz drückt.
Parmelin Guy · BR-M · Consiglio federale · Vaud
L'auteur du postulat demande au Conseil fédéral de publier un rapport présentant les mesures par lesquelles il serait possible de restreindre la publicité et le marketing pour la viande bon marché lorsque ceux-ci jouent un rôle incitatif. Il s'agirait également d'examiner la possibilité de convaincre les entreprises du commerce de détail de s'engager sur une base volontaire en faveur de pratiques publicitaires responsables.
Le Conseil fédéral partage l'avis selon lequel l'ensemble de la filière agroalimentaire doit être pris en compte lors de l'élaboration des mesures de politique agricole. Il l'a affirmé dans son rapport du 22 juin 2022 sur l'orientation future de la politique agricole. Il importe entre autres de promouvoir une consommation plus durable et plus saine, en améliorant la transparence du marché dans le sens d'une plus grande vérité des prix. Le commerce de détail est donc appelé à y contribuer également.
Dans son rapport sur l'orientation future de la politique agricole, le Conseil fédéral a exposé, dans les grandes lignes, les mesures qui peuvent être prises à cette fin. Avec l'objectif de simplifier les instruments de la politique agricole, il en appelle au sens de la responsabilité des secteurs économiques concernés. C'est pourquoi le Conseil fédéral approuve le fait que les acteurs des différentes filières de l'agroalimentaire cherchent les moyens de rendre leur activité plus durable, plus tournée vers la création de valeurs, et les mettent en oeuvre par eux-mêmes.
Dans sa réponse à la question Munz 21.7644, "Interdire la publicité pour la viande à prix cassés", le Conseil fédéral a déjà déclaré qu'il n'existait pas de base légale permettant d'introduire des restrictions dans les actions promotionnelles des détaillants. L'activité visée par le présent postulat, de même que la formation des prix, reste donc l'affaire du secteur privé.
C'est pour cette raison que le Conseil fédéral vous propose de rejeter ce postulat.
Votazione
Président (Page Pierre-André, deuxième vice-président): Le Conseil fédéral propose de rejeter le postulat.
Abstimmung - Vote
Für Annahme des Postulates ... 66 Stimmen
Dagegen ... 124 Stimmen
(2 Enthaltungen)