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Ripristino dei controlli alle frontiere fino a quando l'Italia tornerà a rispettare l'Accordo di Dublino

Marchesi Piero · Mit-M · Consiglio nazionale · Ticino · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Il Consiglio federale è incaricato di ripristinare i controlli alle frontiere con l'Italia fino a quando l'accordo di Dublino non sarà nuovamente rispettato da quest'ultima. Questa è la proposta contenuta nella mia mozione. Da dicembre 2022 l'Italia ha sospeso in modo unilaterale l'accordo, di fatto causando un problema al nostro paese, perché se l'Italia non applica più l'accordo significa che i controlli ai margini dello spazio di Dublino non sono più garantiti e di conseguenza le frontiere svizzere a loro volta non sono più controllate.

Sono stupito dalla passività del Consiglio federale. Sembra infatti che sia più intenzionato a non dispiacere ai paesi a noi vicini e all'Unione europea piuttosto che a trovare delle soluzioni per la sicurezza del nostro paese. In effetti si dimostra sempre ligio e leale con gli accordi internazionali, mentre proprio alcuni paesi membri dell'Unione europea non li rispettano senza farsi particolari problemi. Il sistema di Dublino, vincolante per gli Stati membri dell'UE e per gli Stati associati come la Svizzera, prevede che la competenza dell'esecuzione della procedura d'asilo spetti al primo paese in cui la persona rifugiata arriva. Se in seguito si trasferisce in un altro Stato, quest'ultimo può rinviare la persona nel paese d'arrivo, anche se lì non aveva presentato domanda di asilo.

Tuttavia, con la sospensione dell'accordo da parte dell'Italia questo concetto è caduto e, di fatto, l'unica soluzione per fare quanto l'Italia non fa è che la Svizzera ripristini i controlli ai confini. L'esempio dell'Austria dimostra che ciò è possibile, anche in base al diritto europeo. Da settembre 2022 a gennaio 2023 ha introdotto dei controlli alle frontiere con la Slovacchia. Anche la Germania ha ripristinato i controlli alle frontiere con l'Austria dopo la crisi dei rifugiati del 2015 e li ha recentemente prorogati.

Nella sua presa di posizione il Consiglio federale sostiene: "Intanto il ripristino dei controlli alle frontiere interne conformemente all'articolo 25 del codice frontiere Schengen non implica né una sospensione della cooperazione Schengen né una vera e propria chiusura delle frontiere, bensì consiste nell'introdurre controlli delle persone ai confini.

Le frontiere resterebbero dunque aperte alle persone in cerca di protezione." Esatto, è proprio quello che si chiede. Nessuno di noi esige la costruzione di muri ai confini, ma unicamente l'applicazione delle leggi e degli accordi internazionali.

Per questi motivi, con la mia mozione chiedo di fatto di attuare una soluzione straordinaria di fronte a un problema straordinario, almeno fintanto che l'Italia non tornerà ad applicare l'accordo di Dublino e a garantire il controllo e la registrazione dei richiedenti l'asilo ai confini.

Jans Beat · BR-M · Consiglio federale · Basilea-Città

Geschätzter Herr Nationalrat Marchesi, Sie fordern, dass die Schweiz ihre Grenzkontrollen zu Italien wieder einführt, solange Italien die Dublin-Überstellungen nicht wieder aufgenommen hat. Wie Sie wissen, hat Italien im Dezember 2022 aufgrund des starken Migrationsdrucks beschlossen, die Dublin-Überstellungen auszusetzen. Für die Schweiz bedeutet dies, dass wir keine Asylsuchenden mehr gemäss dem Dublin-Abkommen nach Italien zurückschicken können. Diese Situation ist unbefriedigend. Die Schweiz verfügt jedoch seit 2000 mit Italien über ein bilaterales Abkommen zur erleichterten Rückübernahme. Dieses ermöglicht es, Personen, die irregulär eingereist sind und kein Asylgesuch in der Schweiz stellen, direkt an der Grenze nach Italien zu überstellen. Diese Zusammenarbeit mit den italienischen Behörden funktioniert gut. Sie ist für die Schweiz zahlenmässig sogar wichtiger als die Dublin-Überstellungen nach Italien.

Der Bundesrat hat es schon mehrfach gesagt: In Bezug auf die Wiedereinführung von systematischen Grenzkontrollen sind die rechtlichen Voraussetzungen aus Sicht der Schweiz nicht gegeben. Gemäss Artikel 25 des Schengener Grenzkodexes kann ein Land bei einer ernsthaften Bedrohung für die öffentliche Ordnung oder die innere Sicherheit seine Grenzkontrollen wiedereinführen. Die Aussetzung der Dublin-Überstellungen nach Italien erfüllt diese Bedingungen nicht. Da die Schweiz nicht Mitglied der Zollunion ist, verfügt sie aber trotzdem über umfassende Kontrollmöglichkeiten - umfassendere als die anderen europäischen Länder. Im Rahmen von Zollkontrollen oder bei polizeilichen Verdachtsmomenten werden bereits heute Personenkontrollen durchgeführt. Die Kontrollen wurden im September 2023 an der Grenze zu Italien intensiviert, und sie werden jetzt im Hinblick auf die Fussball-Europameisterschaft und die Olympischen Spiele nochmals intensiviert.

Ich stimme dem Motionär zu, dass die Situation mit Italien unbefriedigend ist. Der Aufnahmestopp Italiens betrifft den ganzen Dublin-Raum, es handelt sich also nicht um eine Massnahme, die spezifisch gegen die Schweiz gerichtet ist. Deshalb hat die Schweiz zusammen mit anderen Staaten gegenüber Italien und der EU auch mehrmals interveniert und wird dies auch weiterhin tun. Zum jetzigen Zeitpunkt hat der Bundesrat daher nicht die Absicht, wieder formelle Schengener Personenkontrollen einzuführen. Eine Wiedereinführung von systematischen Kontrollen würde einen personellen und finanziellen Mehraufwand bedeuten, der in keinem Verhältnis zu den erwarteten Ergebnissen stünde.

Daher beantragt der Bundesrat die Ablehnung der Motion.

Riem Katja · Mit-F · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Sehr geehrter Herr Bundesrat, ich möchte gerne noch eine Klarstellung. Im Rahmen der Frühjahrssession haben Sie am 14. März dieses Jahres gesagt, dass Grenzkontrollen nichts nützen würden. Jetzt werden aber für die Sicherheit der Fussball-EM und der Friedenskonferenz dennoch Grenzkontrollen eingeführt. Da bin ich schon etwas verwirrt: Bringen Kontrollen an der Grenze etwas oder doch nicht?

Jans Beat · BR-M · Consiglio federale · Basilea-Città

Der Bundesrat ist zum Schluss gekommen, dass es im Hinblick auf die erhöhte Terrorgefahr, die im Zusammenhang mit der Fussball-Europameisterschaft und den Olympischen Spielen besteht, sinnvoll ist, die Intensität der Grenzkontrollen zu erhöhen, um einer Gefährdung vorzubeugen. Er macht das auch auf Wunsch der umliegenden Länder, Frankreich und Deutschland, die das ebenfalls tun, um diese Spiele besser zu schützen. Diese Massnahme ist befristet, und es geht hier nicht um die Bekämpfung von sekundärer Migration.

Schmid Pascal · Mit-M · Consiglio nazionale · Turgovia · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Herr Bundesrat, jetzt haben Sie gesagt, dass die Grenzkontrollen nicht unbedingt etwas nützen. Wir haben jetzt die Zeit der Sportveranstaltungen. Kann man diese Phase nicht nutzen, um herauszufinden, ob Grenzkontrollen zur Verhinderung der illegalen Migration etwas nützen?

Jans Beat · BR-M · Consiglio federale · Basilea-Città

Danke für diese Frage, Herr Schmid. Genau das ist geplant.

Votazione

Präsident (Nussbaumer Eric, Präsident): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.

Abstimmung - Vote

Für Annahme der Motion ... 65 Stimmen

Dagegen ... 129 Stimmen

(0 Enthaltungen)