Oggetto parlamentare: Voranschlag 2004 (03.051),

03.051, 03.052

Budget de la Confédération 2004 / Budget 2003. Supplément II

Binder Max · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Antrag Zisyadis

Rückweisung an den Bundesrat

mit dem Auftrag, einen Voranschlag vorzulegen, der zusätzliche Einnahmen vorsieht.

Proposition Zisyadis

Renvoi au Conseil fédéral

avec mandat de présenter un budget intégrant des recettes supplémentaires.

Marti Werner · Mit-M · Consiglio nazionale · Glarona · Gruppo socialista

Die Finanzkommission schlägt Ihnen ein an und für sich unspektakuläres Budget vor. Es hält sich an die Linie des Bundesrates und stimmt in den Grundzügen, mit geringen Abweichungen, mit den Beschlüssen des Ständerates überein. Obwohl dieses Resultat als unspektakulär erscheint, waren die Budgetberatungen relativ schwierig, da sie durch zwei Parameter vorgegeben waren, die den Handlungsspielraum der Finanzkommission doch erheblich eingeschränkt haben: Auf der einen Seite haben wir das Entlastungsprogramm, welches für das Jahr 2004 die Grundlage unseres Budgets bildet, und auf der anderen Seite haben wir das Instrument der Schuldenbremse, welche den finanzpolitischen Rahmen für das Budget vorgibt.

Das Vorgehen in der Finanzkommission war folgendermassen: Unsere Beratung basierte auf dem Entlastungsprogramm 2003, und zwar gemäss Stand Nationalrat; da haben wir selbstverständlich gewisse Abweichungen gegenüber dem Entwurf des Bundesrates und dem Beschluss des Ständerates. Zwischenzeitlich hat sich diese Basis, die die Grundlagen unserer Beratungen bildete, durch die Beschlüsse des Nationalrates zum Entlastungsprogramm verändert. Teilweise sind Differenzen entfallen, teilweise bestehen Differenzen nach wie vor. Ich gehe davon aus, dass ich Ihnen am Schluss in der Eintretensdebatte zumindest hier die Ausgangslage für das Budget klar darstellen kann.

Ich möchte mich deshalb beim Eintreten auf wenige Kennziffern beschränken: Einerseits basiert unser Budget auf den ordentlichen Einnahmen von rund 48 Milliarden Franken; damit liegen die Einnahmen 3 Milliarden Franken unter jenen des Budgets 2003. Damit zeigt sich auch bereits ein wesentlicher Grund für die angespannte Finanzlage, die wir haben und die das Budget 2004 geprägt hat. Ausgegangen sind wir von einem Konjunkturfaktor von 1,0102 - damit Sie die genaue Zahl kennen -; dies als Folge des prognostizierten geringen Wirtschaftswachstums. Dies ergibt dann einen Ausgabenplafond von 48,4 Milliarden Franken. Der K-Faktor gibt uns hier also einen zusätzlichen Handlungsspielraum von gut 400 Millionen Franken.

Wir haben in unserem Budget einen ausserordentlichen Zahlungsbedarf von 1,128 Milliarden Franken. Hier handelt es sich um das Deckungskapital für die besonderen Dienstverhältnisse bei der Post mit 213 Millionen, für die Pensionskasse der Flugverkehrsleiter bei Skyguide mit 20 Millionen, für die Ausfinanzierung der Pensionskasse der ETH-Professoren mit 810 Millionen und für die Erhöhung des Aktienkapitals bei Skyguide von 50 Millionen.

Dies ergibt diesen ausserordentlichen Zahlungsbedarf von 1,128 Milliarden Franken - wobei wir hier auch noch eine Minderheit der Finanzkommission haben, welche diesen ausserordentlichen Zahlungsbedarf um die 50 Millionen der Aktienkapitalerhöhung bei Skyguide kürzen will und hier lediglich einen ausserordentlichen Zahlungsbedarf von 1,078 Milliarden sieht.

Dieser ausserordentliche Zahlungsbedarf zeigt Ihnen aber ein weiteres Mal, dass die Verschuldung des Bundes eben nicht nur auf einen Fehlbetrag in der Finanzrechnung zurückzuführen ist, sondern auf zusätzliche Ausfinanzierung, auf zusätzliche Finanzmittel. Man kann also nicht immer nur davon sprechen, dass hier mit dem Geld des Bundes schlecht umgegangen worden sei, sondern die zusätzliche Verschuldung ist eben einerseits auch auf Entscheide in der Vergangenheit zurückzuführen, indem man entschieden hat, die Regiebetriebe zu verselbstständigen. Die notwendige Konsequenz daraus, nämlich die Ausfinanzierung der Pensionskassen, schlägt sich nun in der Rechnung nieder. Andererseits ist dieser ausserordentliche Zahlungsbedarf, der sich dann in der Verschuldung niederschlägt, auch eine Folge eines transparenteren Rechnungssystems.

Neben diesem ausserordentlichen Zahlungsbedarf haben wir ein strukturelles Defizit von 3 Milliarden Franken. Auch diese Frage haben wir im Rahmen des Entlastungsprogramms 2003 geklärt, sodass sich für die Ausgaben ein höchstzulässiger Plafond von 52,5 Milliarden Franken ergibt. Das Budget, das wir Ihnen nun beantragen - und auch dasjenige, das der Ständerat beschlossen hat -, sieht Gesamtausgaben von 52,8 Milliarden Franken vor. Damit hätte sich eine Differenz zu den gemäss Schuldenbremse zulässigen Maximalausgaben ergeben. Die Finanzkommission des Nationalrates hat darauf so reagiert, dass sie die Kreditsperre gegenüber dem Entwurf des Bundesrates und dem Beschluss des Ständerates auf 2 Prozent erhöht hat, sodass sie Ihnen ein schuldenbremsenkonformes Budget unterbreiten kann.

Ich muss hier aber mit aller Deutlichkeit darauf hinweisen, dass dieser Antrag auf Erhöhung der Kreditsperre eben dadurch bedingt war, dass das Budget des Nationalrates auf einer anderen Ausgangslage beruhte, nämlich auf den Ergebnissen der Beschlüsse zum Entlastungsprogramm 2003; die Beschlüsse sind in der Zwischenzeit wieder geändert worden.

Zu diesen Gesamtausgaben ist noch zu sagen, dass sie etwa der Höhe des Vorjahres entsprechen. Man kann doch feststellen, dass es gelungen ist, diese Ausgaben zu stabilisieren. Noch ein formeller Hinweis: Die Eidgenössische Finanzverwaltung hat zwischen der Botschaft und der nun vorliegenden Präsentation einen Systemwechsel vorgenommen. Gemäss neuer Version der Fahne enthalten die Gesamtausgaben in Artikel 1 Absatz 1 des Bundesbeschlusses auch die Ausgaben, für die der ausserordentliche Zahlungsbedarf beansprucht worden ist. In der Botschaft sind diese Ausgaben nicht enthalten, weshalb zusammen mit den Nachmeldungen eine Differenz von 1,138 Milliarden Franken resultiert. Das sind nicht etwa Mehrausgaben, die die Kommission beschlossen hat, sondern es ist lediglich eine andere Darstellung des gleichen Inhaltes.

Eintreten auf den Voranschlag 2004 ist obligatorisch. Ich ersuche Sie im Namen der Mehrheit der Finanzkommission, das Budget in der beantragten Form anzunehmen.

Abate Fabio · Mit-M · Consiglio nazionale · Ticino · Gruppo radicale liberale

Quelques considérations préliminaires. Dès septembre 2002, à l'instar de nombreux pays européens, la Confédération suisse a enregistré un effondrement aussi brutal qu'inattendu de ses recettes. En quelques mois, notre Etat fédéral a connu un recul des recettes de 4 milliards de francs. Le budget 2003, que nous avons adopté en décembre de l'année passée, s'est rapidement révélé trop optimiste et l'on doit attendre un excédent de dépenses de l'ordre de 4 milliards de francs dans les comptes. Les comptes 2002 devaient être équilibrés; on a accusé un excédent de dépenses de 3,3 milliards de francs. La détérioration attendue pour 2004 est encore plus grande et d'ici 2006, ce sont près de 6 milliards de francs d'excédent de dépenses qui sont attendus.

Pour parer à cette situation, sous l'impulsion des Commissions des finances, le Conseil fédéral a lancé le programme d'allègement que vous avez traité durant la session d'automne; il est dans la procédure d'élimination des divergences. C'est dans ce contexte que votre Commission des finances a abordé comme deuxième conseil le budget 2004.

Le message tel que le Conseil fédéral l'a adopté le 26 septembre 2003 se présentait à l'origine comme suit: au compte financier, on a des dépenses pour 51,4 milliards de francs, plus 0,6 pour cent par rapport à l'année précédente. Pour les recettes: 47,9 milliards de francs, c'est-à-dire moins 5,7 pour cent par rapport à l'année précédente. Et on a un excédent de dépenses de 3,4 milliards de francs. Le compte de résultats - qui s'apparente, nous l'avons dit, aux comptes de fonctionnement des cantons ou aux comptes de pertes et profits d'une entreprise - accuse un excédent de charges de 6,7 milliards de francs. Nous verrons plus tard d'où vient le paradoxe entre le résultat du compte financier et du compte de résultats.

Les chiffres clés dans le budget sont les suivants: les dépenses représentent 12 pour cent du produit intérieur brut (PIB), ce qui est une diminution par rapport à 2003 ainsi que par rapport à 2002. Les recettes atteignent 10,4 pour cent du PIB; elles sont stables par rapport aux années précédentes. Les intérêts passifs restent très élevés par rapport aux dépenses. Ils atteignent un taux de 7,4 pour cent, sans changement par rapport à l'année précédente et à 2002. Enfin, le solde du compte financier est de moins 0,8 pour cent par rapport à 0,1 pour cent en 2003.

Le budget financier est établi sur les indicateurs économiques suivants: une croissance de 1,8 pour cent du PIB en terme nominal et un renchérissement de 0,7 pour cent.

En ce qui concerne les dépenses, si celles-ci sont prises par groupe de tâches, le classement est le même que l'an dernier. La prévoyance sociale est toujours en tête avec des dépenses de 13,3 milliards de francs, ce qui représente 27,1 pour cent de l'ensemble des dépenses de la Confédération. Cela correspond à une augmentation de 592 millions de francs, soit 4,4 pour cent par rapport au budget de l'année passée. Cette augmentation est imputable en particulier aux dépenses supplémentaires liées à l'assurance-invalidité, à l'assurance-vieillesse et survivants et à l'assurance-chômage. Les nouvelles prestations destinées aux familles et aux enfants entraînent une légère hausse des dépenses.

Les finances et les impôts absorbent 19,4 pour cent des dépenses fédérales, soit 10 milliards de francs. Ils représentent une diminution de 475 millions de francs, soit moins 4,7 pour cent par rapport au budget 2003. Ce secteur engloutit 1 franc sur 5 du budget de la Confédération et constitue ainsi le deuxième groupe de dépenses du budget par ordre d'importance. Le recul de 475 millions de francs s'explique pour l'essentiel par les parts des tiers aux recettes fédérales, qui diminuent elles-mêmes de 594 millions de francs, soit moins 9,1 pour cent.

En revanche, la gestion des titres, les services de la dette augmentent de 119 millions de francs.

En ce qui concerne le trafic, celui-ci constitue la deuxième tâche de la Confédération, mais apparaît comme troisième groupe des dépenses. Il figure au budget 2004 pour environ 7,1 milliards de francs des dépenses, soit un septième de l'ensemble du budget. Les dépenses relatives aux transports publics représentent 4,3 milliards de francs, celles relatives au domaine des routes 2,9 milliards de francs.

Les CFF sont les principaux bénéficiaires du budget des transports publics avec des indemnisations de 2 milliards de francs. Il sied de relever que le financement spécial de la circulation routière présente un surplus de 96 millions de francs; on atteint un solde cumulé de 3,6 milliards de francs.

Les dépenses consacrées à la défense nationale dans le budget 2004 s'élèvent à 4,8 milliards de francs, soit 64 millions de francs ou 1,4 pour cent de plus que l'année passée. Les crédits de paiement affectés à la défense nationale militaire augmentent de 40 millions de francs, ceux consacrés à la défense nationale civile de 2 millions de francs. La part des dépenses fédérales affectées à la défense nationale atteint 9,4 pour cent en 2004, sans changement par rapport à l'année 2003.

En l'an 2004, les crédits pour la formation et la recherche fondamentale atteindront 3,97 milliards de francs, soit 117 millions de francs de plus que l'année précédente. Ce groupe de tâches passe devant celui de l'agriculture pour occuper la quatrième place. Les écoles polytechniques fédérales coûtent 1,8 milliard de francs à la Confédération. Les universités cantonales touchent environ 629 millions de francs de subventions et les autres écoles spécialisées 240 millions de francs. Le solde est destiné à la formation professionnelle - 547 millions de francs - et à la recherche fondamentale qui dépasse le 1 milliard de francs avec une augmentation de 45 millions de francs, soit de 4,5 pour cent.

Avec 3,9 milliards de francs, l'agriculture et l'alimentation constituent désormais la cinquième tâche de l'Etat fédéral. On assiste à une légère augmentation de 15 millions de francs par rapport à l'année précédente. Cette situation reflète l'orientation nouvelle adoptée par la politique agraire en direction d'une meilleure prise en compte des mécanismes du marché de l'écologie. Près de 60 pour cent des crédits demandés, soit un peu moins de 2,5 milliards de francs, sont affectés à des paiements directs. Le budget 2004 prévoit 69 millions de francs de moins que celui de l'année précédente pour les mesures de soutien à la production.

Les dépenses pour les relations avec l'étranger sont de 2,5 milliards de francs. Sont compris les dépenses pour l'aide au développement de 1,4 milliard de francs, 847 millions de francs pour nos relations diplomatiques et consulaires à l'étranger, et 203 millions de francs pour les relations économiques. Par rapport à l'année 2003, on constate une augmentation de 2,5 pour cent.

Les 5 milliards de francs restants sont répartis sur les six autres groupes de tâches: le domaine de l'administration générale/dépenses non ventilables, près de 2 milliards de francs; environnement et aménagement du territoire, 763 millions de francs. Les autres secteurs économiques - 679 millions de francs, comprenant entre autres la sylviculture, la garantie contre les risques à l'exportation, l'énergie ainsi que la culture - jouent un rôle important au niveau des dépenses. Par rapport à l'année 2003, on constate que les dépenses du groupe administration générale diminuent de 15 millions de francs. Les dépenses pour les domaines de justice et police, budgétées à 760 millions de francs, marquent pour la troisième année consécutive une hausse substantielle qui s'élève à 33 millions de francs en 2004. Le surplus de dépenses est en grande partie lié à l'augmentation des montants affectés à la lutte contre la criminalité organisée, le blanchiment d'argent, la corruption et la criminalité économique, donc au projet d'efficacité, mais également à la hausse des indemnités versées aux cantons pour assumer la tâche de protection au profit de la Confédération.

Selon le classement des dépenses suivant les groupes par nature, qui montre le type des dépenses opérées par la Confédération, on distingue les dépenses courantes ou de consommation, qui représentent 89 pour cent du budget de la Confédération, et les dépenses d'investissement, c'est-à-dire 10,9 pour cent. Contrairement à ce qui se passe dans les cantons, ces dernières ne représentent qu'une faible part des dépenses totales. Elles sont aussi en diminution par rapport à l'année 2003. Les transferts à des tiers constituent la plus grande partie de la classification des dépenses selon les groupes par nature. On constate en effet que la Confédération transfère 37 milliards de francs, c'est-à-dire 73 pour cent des dépenses, à des tiers. Les postes de transfert sont la part de tiers aux recettes fédérales, les participations ou les contributions à des investissements. Les principaux destinataires en sont les assurances sociales, les cantons, les entreprises publiques telles que les CFF, les chemins de fer privés ainsi que des établissements de la Confédération comme les écoles polytechniques fédérales.

Pour les recettes, par rapport à l'année en cours, le budget de l'année 2004 prévoit une régression qui, en termes nominaux, s'élève à 2,9 milliards de francs. Le budget total s'établit à 47,9 milliards de francs. C'est ainsi que l'impôt fédéral direct est fixé à 11,5 milliards de francs, 1,5 milliard de moins que l'année passée; la TVA se maintient comme l'année dernière à 17,7 milliards de francs; les taxes routières, moins 81 millions de francs par rapport à l'année passée; l'impôt anticipé accuse 1,1 milliard de francs en moins; enfin, les droits de timbre, qui diminuent de 300 millions de francs, sont budgétés à 3 milliards de francs.

Crédits d'engagements. Des crédits d'engagements pour une somme de 1,5 milliard de francs sont sollicités par le budget 2004. Ils concernent principalement des acquisitions militaires. Environ la moitié de ces crédits entraînent des paiements pour l'année 2003. Au regard de la gestion budgétaire basée sur le moyen terme, l'examen des crédits d'engagements revêt une importance très grande, car les paiements obèrent non seulement le budget voté, mais aussi les budgets qu'on votera les prochaines années.

Compte de résultats. Enfin, le compte de résultats clôt avec un excédent de charges de 6,7 milliards de francs, alors que l'excédent de dépenses du compte financier est de 3,4 milliards de francs dans le message. Or, c'est l'excédent des charges du compte de résultats qui indique le véritable résultat patrimonial, et en l'occurrence l'appauvrissement de la Confédération. Les causes en sont les amortissements d'anciennes charges pour un montant de 2,8 milliards de francs pour éponger les découverts des caisses de pensions de la Confédération, des CFF et de la Poste. Cet excédent de charges vient augmenter encore le découvert du bilan de la Confédération qui atteindra à fin 2004 plus de 90 milliards de francs. Ce découvert a quintuplé depuis 1990. En effet, à cette date il s'élevait à 17,5 milliards de francs pour des recettes de 31,1 milliards de francs au budget. Aujourd'hui, il est presque de 90 milliards de francs. Ce seul chiffre montre à quel point se trouvent les finances de notre Etat et on peut bien en être préoccupé.

Le fonctionnement du mécanisme du frein à l'endettement. Comme vous pouvez le constater, le déficit net du budget est de 3,5 milliards de francs. Si l'on tient compte du relèvement du plafond des dépenses de 1,1 milliard de francs pour les besoins financiers exceptionnels, on arrive à un déficit brut de 4,6 milliards de francs. Même en situation normale, un tel déficit n'est pas compatible avec le frein à l'endettement de l'article 126 de la Constitution fédérale. C'est pourquoi, dans le cadre du programme d'allègement 2003, vous avez décidé sur proposition du Conseil fédéral de relever de 3 milliards de francs le plafond des dépenses avec une disposition transitoire, c'est-à-dire avec l'article 40a de la loi sur les finances de la Confédération. Dès lors, compte tenu de la part de recettes estimée à 47,8 milliards de francs, multipliée par le facteur conjoncturel, le plafond de dépenses s'élève à 48,4 milliards de francs.

Compte tenu ensuite du besoin extraordinaire du paiement des 8 milliards de francs de la Confédération, selon l'article 24 LFC, ainsi que du relèvement précité à 3 milliards de francs du déficit structurel, le montant des dépenses autorisé selon le frein à l'endettement est de 52,527 milliards de francs. Comme le montant budgétisé par le Conseil fédéral s'élève à 52,733 milliards de francs - y compris les besoins extraordinaires -, ce montant dépasse de 206 millions de francs le plafond autorisé. C'est pourquoi le Conseil fédéral a fait usage du blocage du crédit pour une somme de 230 millions de francs, ce qui lui permet de vous proposer un budget constitutionnellement correct.

S'agissant du fond pour les grands projets ferroviaires, il faut rappeler que les dépenses consacrées à la nouvelle transversale ferroviaire alpine (NLFA), à "Rail 2000", aux deux étapes du raccordement de la Suisse orientale et occidentale au réseau européen de trains à grande vitesse, ainsi qu'aux mesures anti-bruit le long des voies ferrées, n'apparaissent plus dans les comptes d'Etat. Les moyens financiers nécessaires à la réalisation de ces différents projets sont directement portés au débit du budget 2004 du fonds pour les grands projets ferroviaires et prélevés sur un montant de 2,4 milliards de francs. La majeure partie de ces prélèvements sont les 1,7 milliard de francs pour la NLFA qui servent principalement à financer les travaux pour les tunnels de base du Lötschberg et du Gothard.

Les attributions au fonds provenant de recettes affectées diminuent de 87 millions de francs en 2004. Les recettes ne suffisent pas à couvrir les prélèvements pour les différents projets budgétisés à 2,4 milliards de francs. Le fonds clôt avec un découvert de 820 millions de francs. Ce défaut de financement est comblé par les avances de la Confédération. Le total cumulé des avances passe ainsi de 2,7 à 3,3 milliards de francs. Le fonds fait l'objet de l'arrêté fédéral II du budget que vous serez appelés à approuver plus tard.

Le domaine des écoles polytechniques: le Conseil fédéral soumet un arrêté fédéral III concernant le budget du domaine des écoles polytechniques fédérales pour l'année 2004. Vous trouverez les explications à ce sujet aux pages 8ss. du message. Le budget des écoles polytechniques fédérales est alimenté par une contribution de la Confédération à concurrence de 1,8 milliard de francs. En 2004, les écoles auront des dépenses pour 1,9 milliard de francs et des recettes pour 2,2 milliards de francs, soit un résultat positif de 300 millions de francs à peu près.

Régie fédérale des alcools. Pour la première fois, le budget de la régie ne fait pas l'objet d'un message séparé, mais il est intégré au message sur le budget. Les informations se trouvent à la page 624 du message.

La régie présentera en 2004 un bénéfice de 274 millions de francs, dont 90 pour cent reviendront à la Confédération en faveur de l'AVS et de l'AI, et 10 pour cent aux cantons pour la lutte contre la toxicomanie.

Supplément II au budget 2003. Le Conseil fédéral demande des suppléments de crédit d'un montant total de 500 millions de francs environ, ainsi qu'un crédit d'engagement de 15 millions de francs et un crédit additionnel d'un montant total de 50 millions de francs.

Enfin, le Conseil fédéral soumet par le biais d'un arrêté fédéral séparé une augmentation des crédits de paiement de 35,6 millions de francs pour les nouvelles transversales ferroviaires alpines. Cette augmentation est inévitable en raison de l'évolution imprévue de la situation.

Ajouté au supplément I, les suppléments de crédits sollicités pour l'exercice 2003 entraînent une augmentation du volume global des dépenses de 680 millions de francs environ.

C'est au titre de deuxième conseil que votre commission a entrepris les travaux d'examen du budget 2004, qui est étroitement lié au programme d'allègement budgétaire que nous sommes en train d'examiner en procédure d'élimination des divergences.

C'est ainsi que de nombreuses réductions de crédit sont déjà la conséquence des positions prises par le Conseil fédéral dans le message sur le même programme d'allègement. Mais la commission a reporté sur le dépliant budgétaire, à l'instar de sa commission soeur au Conseil des Etats, d'une part les modifications adoptées par les deux conseils dans le cadre du programme d'allègement - annotation en page 2 -, d'autre part les modifications en divergence avec celles du Conseil des Etats, modifications que le Conseil national a adoptées. Ces divergences ne pourront être éliminées qu'après que les deux conseils auront définitivement adopté le programme d'allègement.

Binder Max · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Herr Abate, ich bitte Sie, zum Schluss zu kommen.

Abate Fabio · Mit-M · Consiglio nazionale · Ticino · Gruppo radicale liberale

Ich versuche es! Alors, je saute les chiffres et j'arrive à la conclusion.

C'est dans cet esprit que la commission vous propose, par 14 voix contre 8 et 2 abstentions, d'adopter le budget 2004 (arrêté fédéral I); par 22 voix et 2 abstentions, l'arrêté fédéral II concernant les prélèvements sur le fonds pour les grands projets ferroviaires pour l'année 2004; par 22 voix et 2 abstentions, l'arrêté fédéral III concernant le budget du domaine des écoles polytechniques fédérales pour l'année 2004; à l'unanimité, l'arrêté fédéral IV concernant le budget de la Régie fédérale des alcools pour l'année 2004; et, à l'unanimité, le supplément II au budget 2003.

Zisyadis Josef · Mit-M · Consiglio nazionale · Vaud · Non iscritto

Ainsi donc, il ne s'est trouvé aucune voix d'opposition au Conseil des Etats pour refuser le budget 2004 de la Confédération, budget, à notre avis, d'austérité et de casse du service public. Faut-il y voir une sorte de préfiguration de la nouvelle formule magique où les quatre partis gouvernementaux se retrouvent unis sur l'essentiel de ce qui caractérise ce budget, c'est-à-dire d'abord l'austérité à sens unique - qui frappe essentiellement les milieux populaires, qui met à mal la politique environnementale, qui casse le service public, qui met la pression sur le personnel fédéral et qui tend la fracture régionale au sein du pays -, et ensuite le refus de mettre comme principale priorité l'augmentation des recettes, à savoir l'imposition des plus riches de la société?

Ce budget est non seulement un mauvais budget, mais, une fois de plus, les partis gouvernementaux refusent de voir la réalité en face. Et la réalité, c'est que la Suisse a, plus que jamais, besoin d'une nouvelle politique fiscale qui permette de faire face aux besoins sociaux qui sont, eux, croissants.

Notre groupe "A gauche toute!" en a assez des sempiternelles jérémiades sur la hausse inadmissible des charges, qui ne sont qu'un moyen de pression des forces bourgeoises de ce pays pour étrangler le service public et casser les assurances sociales.

La vérité, c'est que la Suisse est un eldorado pour les entreprises. Le faible poids de l'imposition fiscale, mais aussi le niveau de concurrence en font le pays numéro un du continent européen, comme le révèle une étude toute récente du Centre de recherche économique européenne, à la demande de l'Institut conjoncturel bâlois BAK. Par ailleurs, "Standard and Poor's" confirme le triple A sur la solvabilité de la Confédération: comme l'indique son communiqué d'il y a quelques jours, ces notations reflètent la forte position du pays en tant que créancier, ainsi que ses finances publiques toujours plus fortes. Mieux, l'agence américaine de notation indique que, avec une prévision de déficit de 2,6 par rapport au PIB, les finances suisses sont robustes, et la dette publique de 37,3 par rapport au PIB est largement en dessous de celle de l'Allemagne et de l'Autriche. Et ne parlons même pas des critères de Maastricht, nous en sommes les meilleurs élèves. Alors, arrêtons d'être plus royalistes que le roi dans ce pays!

Alors que les Etats-Unis s'endettent à outrance avec une économie de guerre sur notre dos, alors que les pays de l'Union européenne, notamment la France et l'Allemagne, se débattent dans des problèmes de déficits publics et d'endettement autrement plus préoccupants que les nôtres, les partis bourgeois, ici, peignent délibérément le diable sur la muraille pour dramatiser notre situation.

A notre avis, c'est une mascarade délibérée. Ce n'est pas de compression de charges que nous avons besoin, mais de nouvelles recettes prises dans la poche des plus riches de la société. Pour cela, il n'y a pas à tergiverser. Il faut instaurer d'urgence un impôt fédéral sur les successions. Il pourrait rapporter au bas mot 1 milliard de francs. Cet impôt a plusieurs avantages: il est sans douleur; il touche l'augmentation de la fortune d'un bénéficiaire qui n'a pas travaillé pour en profiter; il permet aussi de toucher l'accroissement de fortunes qui échappent au fisc comme les gains en capitaux; en plus, au moment où tous les cantons rivalisent dans la concurrence fiscale en le supprimant sans scrupule, la Confédération mettrait de l'ordre dans les disparités régionales.

Et à notre avis, il faut aussi instaurer d'urgence un impôt fédéral sur les grosses fortunes. Dernier pays du continent qui s'y refuse, on peut considérer que c'est un véritable scandale qui fait de la Suisse le pays le plus inégalitaire d'Europe. Notre conviction est faite: notre pays a un urgent besoin de solidarité sociale, c'est-à-dire que les plus riches passent à la caisse pour rétablir les finances fédérales.

C'est pourquoi, au nom du groupe "A gauche toute!", j'ai déposé cette demande de renvoi et vous demande de la soutenir; une demande de renvoi du budget 2004 au Conseil fédéral afin qu'il revienne avec des propositions de recettes supplémentaires, en espérant qu'il y aura quelques courageux de gauche dans ce Parlement pour ne pas se défiler.

Et si cette demande de renvoi est rejetée, eh bien, nous refuserons d'approuver le budget 2004.

Binder Max · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Wir beginnen mit der Rednerliste. Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass die FDP-Fraktion nochmals fünf Minuten Redezeit als Reserve angemeldet hat. Sie hat auf der gedruckten Liste die Redezeit nicht ausgeschöpft.

Zuppiger Bruno · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Einen Vorteil hat eine so geringe Besetzung des Nationalratssaales: Es herrscht ein einigermassen verträglicher Lärmpegel, wenn man hier vorne spricht!

Jetzt aber zur Sache, nämlich zum Voranschlag 2004 und zu den Nachtragskrediten II zum Voranschlag 2003. Einmal mehr - als ob es nicht anders möglich wäre - präsentiert uns der Bundesrat ein Budget, welches ein riesiges Defizit von beinahe 3,5 Milliarden Franken ausweist. Dies, obwohl bei diesem Budget die Sparmassnahmen des eben beratenen Entlastungsprogramms bereits berücksichtigt sind, zumindest was den Vorschlag des Bundesrates betrifft. Trotz des Entlastungsprogramms 2003 wachsen die Ausgaben immer noch, zwar nicht mehr so stark wie in früheren Jahren, aber sie wachsen immer noch, einzelne Bereiche sogar weit überdurchschnittlich.

Die Erfolgsrechnung weist ein noch weit schlechteres Ergebnis aus. Sie schliesst mit einem Aufwandüberschuss von sage und schreibe 6,7 Milliarden Franken ab. Diese Differenz - das sei zugegeben - ist vor allem auf Altlasten zurückzuführen, Altlasten bei den Pensionskassen von Bund, SBB und Post. Falls diese Zahlen Ende 2004 auch Realität werden, werden die Schulden des Bundes auf eine Rekordhöhe von 128 Milliarden Franken ansteigen. Wahrlich keine rosigen Aussichten für die Steuerzahlerinnen und -zahler in diesem Lande! Die kommenden Generationen werden diese Altlasten zu tragen oder zu beseitigen haben.

Für die SVP bringt dieser Voranschlag zwei Erkenntnisse:

1. Die heutigen und künftigen Ausgaben können bei Beibehaltung einer tiefen Steuer- und Fiskalquote nicht mehr bezahlt werden.

2. Die ausgabenseitige Sanierung der Bundesfinanzen ist eine der vordringlichsten Aufgaben von Bundesrat und Parlament in der nächsten Legislaturperiode.

Mit einer umfassenden Verzichtplanung, welche zu einer deutlichen Reduktion der Ausgaben und damit zur Beseitigung des strukturellen Defizits beiträgt, muss jetzt begonnen werden.

Die SVP-Fraktion ist nicht bereit, ein so defizitäres Budget mitzutragen. Aus diesem Grund hat sie bei den Vorberatungen in der Finanzkommission eine Reduktion der Ausgaben um mindestens 500 Millionen Franken gefordert. Entsprechende Kürzungsanträge wurden sowohl in den Subkommissionen als auch im Plenum der Finanzkommission eingebracht - leider mit sehr bescheidenem Erfolg. Wann endlich, frage ich mich, helfen die bürgerlichen Kräfte in diesem Rat mit, die Ausgaben in den Griff zu bekommen? Wann endlich halten wir diesen unübersichtlichen und bürokratisch gewordenen Moloch Bund von einem weiteren und teilweise übertriebenen Ausgabenwachstum ab? Wann endlich sind wir bereit, bereits beim Beschluss von neuen Investitionen und Ausgaben oder Aufgaben auch die Folgekosten ehrlich und transparent aufzuzeigen? Ich muss Ihnen sagen: Jedes privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen wäre bei einem solchen Finanzgebaren längst in den Konkurs gegangen. Die SVP-Fraktion verlangt, dass dem Volkswillen, nach dem die Schuldenbremse anzuwenden ist, endlich Nachachtung verschafft wird, dass Ausgaben und Schuldenwachstum eingeschränkt werden und dass die Staatsquote nachhaltig reduziert wird.

Nehmen wir z. B. die Personalausgaben. Hier haben wir nach wie vor ein Ausgabenwachstum, das mit 2,6 Prozent weit über der erwarteten Entwicklung des BIP liegt. Dies trotz Entlastungsprogramm, trotz Reduktion von Aufgaben und trotz "Armee XXI", wo ausgeführt wird, dass im Personalbereich wesentlich reduziert werden soll. So geht es nicht!

Auch wenn die SVP-Fraktion den Rückweisungsantrag Zisyadis nicht unterstützt - er zielt nämlich unserer Ansicht nach um 180 Grad in die falsche Richtung -, fordert sie die verantwortungsvollen Kräfte hier im Parlament auf, den Kürzungsanträgen unserer Fraktion zuzustimmen und damit das immense Defizit des Voranschlages 2004 etwas in Grenzen zu halten. Wenn das nicht der Fall sein wird, wird die SVP-Fraktion dieses Budget nicht mittragen.

Loepfe Arthur · Mit-M · Consiglio nazionale · Appenzello Interno · Gruppo popolare-democratico

Die Politik hat in der Vergangenheit bewiesen, dass sie nicht in der Lage ist, den Finanzhaushalt ohne feste Leitplanken in Ordnung zu halten. Mit der Annahme der Schuldenbremse hat das Volk uns vorgeschrieben, im Mittel nicht mehr auszugeben, als wir einnehmen. Die in den Mechanismus eingebaute Flexibilität ermöglicht die Berücksichtigung der Wirtschaftslage. Die Schuldenbremse bringt finanzpolitische Disziplin in die Arbeit des Bundesrates und des Parlamentes. Ein gestrafftes Budget für das laufende Jahr, das Entlastungsprogramm 2003 und eine schuldenbremsenkonforme Budgetvorlage 2004 des Bundesrates sind die ersten Ergebnisse. Das ist erfreulich, und ich möchte dem Bundesrat dafür danken.

Der Einstieg in die Schuldenbremse ist jedoch nur durch Nutzung aller möglichen Flexibilitäten und auf ungewohnten Umwegen gelungen. Aus Rücksicht auf die Konjunktur muss das strukturelle Defizit über drei Jahre abgebaut werden. Hier war nachträglich eine Gesetzesänderung notwendig. Das Entlastungsprogramm 2003 gibt diesen Abbaupfad vor. Zudem werden die ausserordentlichen Ausgaben für die Ausfinanzierung der Pensionskasse von Bund und Bundesbetrieben an der Schuldenbremse vorbei verrechnet. Es sind über 1 Milliarde Franken, die eben in der Finanzrechnung nicht auftauchen.

Will man die Glaubwürdigkeit vor dem Volk nicht verlieren, kann man solche Adaptionen der Schuldenbremse nur einmal machen. Das Vorgehen ist nur aufgrund der schwierigen Situation zu rechtfertigen - entstanden durch das überbordende Ausgabengebaren in den vergangenen Jahren, die aktuellen Einnahmeneinbrüche des Bundes und das dadurch resultierende strukturelle Defizit - und auch aufgrund des offensichtlichen Willens von Bundesrat und Parlament, die Vorgaben der Schuldenbremse durch ein Anschlussprogramm zu erfüllen.

Trotz Entlastungsprogramm und Kreditsperre zeigt der Voranschlag 2004 ein düsteres Bild: ein Defizit von rund 3,5 Milliarden Franken in der Finanzrechnung. Hauptursache sind die Einnahmeneinbrüche als Folge der lahmenden Konjunktur. Die Einnahmen von 47,9 Milliarden Franken sind rund 3 Milliarden Franken unter dem Voranschlag 2003 budgetiert. Die budgetierten Ausgaben von 51,4 Milliarden Franken liegen real auf dem Vorjahresniveau. Ähnliches galt schon für den Voranschlag 2003 im Vergleich zum Jahre 2002. Damit ist bewiesen, dass die Staatsausgaben auf dem Niveau der Teuerung zu halten sind, was ja früher immer wieder infrage gestellt wurde. Dies hat die Motion Walker Felix verlangt, und es ist in der Realität möglich.

Das wichtigste Ausgabengebiet ist mit 13,9 Milliarden Franken oder 27,1 Prozent der Gesamtausgaben die soziale Wohlfahrt. Das Ausgabenwachstum beträgt wiederum 4,4 Prozent. Nominell haben sich die Ausgaben des Bundes für die soziale Wohlfahrt zwischen 1980 und 2004 nahezu vervierfacht - nahezu vervierfacht! In Anbetracht dieser Tatsachen von Sozialabbau zu sprechen, ist unverständlich. Eine nachhaltige Konsolidierung unserer Sozialwerke ist mehr als dringlich. Selbst dann wird die kommende Generation wegen der demographischen Entwicklung mehr für die soziale Sicherheit zahlen müssen. Ohne Konsolidierungsmassnahmen im sozialen Bereich wird der Spardruck bei den übrigen Aufgaben ständig wachsen. Ich bitte Sie, immer wieder daran zu denken: Wenn Sie neue Aufgaben und Ausgaben beschliessen, müssen wir - wegen der Schuldenbremse - an einem anderen Ort zurückschrauben.

Die Schulden werden nicht gebremst, der Schuldenberg steigt leider weiter. Die Schulden steigen im nächsten Jahr um 6 oder 7 Milliarden auf gegen 130 Milliarden Franken. Wesentliche Ursachen sind das budgetierte Defizit, der ausserordentliche Finanzbedarf für die Pensionskassen des Bundes und seiner Betriebe sowie der Ausgabenüberschuss der Arbeitslosenversicherung und des Fonds für den öffentlichen Verkehr.

Die Schuldenentwicklung widerspiegelt den expansiven konjunkturbelebenden, antizyklischen Bundeshaushalt. Fatal ist die Entwicklung, weil die Schulden auch in den nächsten Jahren weiter ansteigen werden. Ein hoch verschuldeter Staat schränkt die zukünftigen Handlungsmöglichkeiten, den Spielraum der jungen Generation, drastisch ein; ein reduziertes Wachstum wird die Folge sein. Die junge Generation wird schon mehr als genug für den Sozialstaat zu bezahlen haben, sie braucht nicht noch einen überschuldeten Staat; wir sollten sie wenigstens vor einer hohen Zinslast verschonen.

Der Budgetprozess in der Finanzkommission war geprägt durch die Vorgaben des Entlastungsprogramms 2003. Die CVP steht für einen gesunden Finanzhaushalt und damit für die Ziele des Entlastungsprogramms ein. Wir wollen ein schuldenbremsenkonformes Budget. Die noch bestehende Differenz ist durch die Bereinigung des Entlastungsprogramms oder durch eine Erhöhung der Kreditsperre zu beseitigen. Es ist erfreulich, dass die Differenzen zwischen dem Entlastungsprogramm und dem Budget jetzt nicht mehr sehr gross sind. Das erleichtert uns die Arbeit wesentlich und wird es voraussichtlich ermöglichen, auf eine zusätzliche Kreditsperre zu verzichten.

Die CVP-Fraktion bittet Sie, bei der Detailberatung des Voranschlages 2004 der Mehrheit bzw. dem Ständerat zu folgen. Der Ständerat hat eine gute Vorarbeit geleistet. Wenn die Vorgaben der Schuldenbremse nicht erfüllt werden sollten, was ich nicht glaube oder nicht hoffe, dann bitte ich Sie, einer Erhöhung der Kreditsperre zuzustimmen. Ich bitte Sie, auch dem Bundesbeschluss über die alte, bisherige Kreditsperre zuzustimmen, weil sie eine Bedingung dafür ist, dass wir einen schuldenbremsenkonformen Abschluss erreichen werden. Ich bitte Sie auch, den Rückweisungsantrag Zisyadis abzulehnen.

Fässler-Osterwalder Hildegard · Mit-F · Consiglio nazionale · San Gallo · Gruppo socialista

Die Geschichte des Budgets 2004 ist schnell erzählt, und sie ist kein parlamentarisches Ruhmesblatt. Wo bleibt die Budgethoheit des Parlamentes? Die Schuldenbremse bremst alles, insbesondere die Diskussion und die politischen Entscheide. Das Entlastungsprogramm gibt alles vor, wir haben eigentlich nichts mehr selber zu entscheiden. Sparpolitiker feiern Urständ, haben "Figgi und Müli": "Spart ihr nicht gemäss Entlastungsprogramm, so kommen wir halt mit der Kreditsperre - oder am besten wir machen gleich beides!" Kurz und ungut: Die Budgetdiskussionen in den Subkommissionen der Finanzkommission, die ich erlebt habe, wurden reine Absegnungsveranstaltungen. Keine Chance, ein Gewicht zugunsten eines drängenden Problems zu verschieben: "Ja, stimmt schon, die Zahl der HIV-Infizierten ist angestiegen, aber ihr müsst halt die Aids-Prävention mit den Mitteln machen, die noch da sind." Zur Aufstockung für unseren Wirtschafts- und Denkplatz Schweiz mit den wichtigen KTI-Geldern hiess es: "Tut uns Leid, wir haben im Moment nicht mehr Geld zur Verfügung." Obwohl dies, wenn Sie in der Legislaturplanung des Bundesrates der letzten vier Jahre nachschauen, ein wichtiges Anliegen war.

Kürzen? Schon eher! Da sind wir schon eher dafür, vor allem beim Personal, heisst es. So wurde uns doch von gewissen Kollegen in der Finanzkommission weisgemacht: "Ja, 10 bis 30 Prozent der Angestellten beim Bund sind eigentlich überflüssig. Aber nein, nein! Wir haben nichts gegen Bundesangestellte, das haben wir nie gesagt." In dieser Art und Weise wurde diskutiert, weit weg von Seriosität.

Dann kam wieder der "Diskussionskiller" Schuldenbremse. Das Volk hat sie mit über 80 Prozent der Stimmen angenommen - das weiss und akzeptiere ich. Aber das Volk hat nicht Ja gesagt zu einem "Streichkonzert", von dem auch Investitionen nicht verschont bleiben, ohne die langfristigen Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum zu ergründen. Das Volk hat nicht Ja dazu gesagt, dass wir den zaghaften Aufschwung der Wirtschaftsentwicklung unter dem Diktat der Staats- und Fiskalquotenjünger abwürgen.

Was mich aber echt beunruhigt, ist der fehlende Link zwischen Finanz- und Wirtschaftspolitik. Frage ich den Wirtschaftsminister, wo seine Massnahmen für ein mittelfristiges oder gar ein kurzfristiges Wirtschaftswachstum bleiben, so antwortet mir der Finanzminister mit seiner Sparlogik. Dabei ist Wirtschaftswachstum in den nachhaltigen Branchen das Wichtigste für die Sanierung der Finanzen. Aber ich rufe in einen Wald und höre kein Echo!

Nehmen wir die Ziele des Bundesrates von 2004: Wir finden dort als Ziel 4: Konzept für einen schuldenbremsenkonformen Legislaturfinanzplan 2005-2007. In Ordnung! Aber ich finde nirgends ein Konzept für Massnahmen für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum für den Legislaturplan 2005-2008. Wenn ich unter den Zielen unter dem Thema Wirtschaft nachschaue, dann gibt es da das Ziel 2: Vernehmlassung zum Bundesgesetz über den Binnenmarkt. Immerhin! Aber alle anderen Massnahmen führen nicht zu Wirtschaftswachstum.

So bleibt zu befürchten, dass das Budget 2004 erst der Anfang war. Die Finanzkommission kann künftig nicht nur die Rechnung einfach absegnen, sondern muss auch das Budget undiskutiert passieren lassen. Wir sind dermassen eingeschränkt von der Schuldenbremse und den Staats- und Finanzquoten-Menschen - Motion Merz, Motion Walker Felix, eben überwiesener Motion Spezialkommission Entlastungsprogramm 2003, sei's geklagt.

Zu so einer Perspektive sagen wir Nein. Was bleibt uns? Packen wir es selber an. Ergreifen wir die Initiative mit gemeinsamen Projekten für die Förderung unseres Werk-, Denk- und Wirtschaftsplatzes Schweiz! Die beste Sanierung der Finanzen geht, neben dem Einsatz von viel mehr Steuerkontrolleuren übrigens, über ein gesundes Wirtschaftswachstum, auf dass wir beim Budget 2005, aber sicher beim Budget 2006 wieder zu diskutieren haben.

Unsere Haltung zu diesem Budget: Sollte eine Erhöhung der Kreditsperre durchkommen und sollte beim Personal massiv gespart werden, können Sie nicht mit unserer Unterstützung rechnen.

Steiner Rudolf · Mit-M · Consiglio nazionale · Soletta · Gruppo radicale liberale

Die FDP-Fraktion hat mit grössten Bedenken und Vorbehalten von diesem Voranschlag 2004 Kenntnis genommen. Warum diese Unruhe, diese Unzufriedenheit? Trotz klar dokumentiertem Sparauftrag des Volkes - Schuldenbremse - budgetiert der Bundesrat mit 3,5 Milliarden Franken das höchste Defizit der letzten fünf Jahre. Volk und Stände haben an der Urne den Abbau der Ausgabenüberschüsse des Bundes und die Einführung der Schuldenbremse verlangt. Wir haben Mühe, diese Vorgabe einzuhalten. Die Ausgaben wachsen wohl nur um 0,6 Prozent, aber gleichzeitig schrumpfen die Einnahmen um 5,7 Prozent. Es kommt hinzu, dass das Budget für das Jahr 2004 von einem Wachstum des BIP plus Teuerung von 1,8 Prozent ausgeht, und es ist für uns mehr als fraglich, ob dies überhaupt je erreicht werden kann. Ein Verfehlen dieser Annahme - Zuwachs von total 1,8 Prozent - wird sich sehr rasch negativ auf die budgetierten Einnahmen auswirken. Einbrüche haben wir ja bereits für das Jahr 2003 im übergrossen Mass zu verzeichnen.

Zu den Ausgaben: Die Ausgaben wachsen um 0,6 Prozent. Auf den ersten Blick, wenn man dem Budget eine Teuerung von 0,7 Prozent unterstellt, ist das eine gute Annahme. Bezüglich dieser 0,6 Prozent Ausgabenwachstum trügt aber der Schein. Warum? Der gemäss Schuldenbremse massgebliche Ausgabenplafond wurde durch die Deklarierung von ausserordentlichen Ausgaben so aufgebessert, dass die Schuldenbremse noch äusserst knapp eingehalten werden kann. Sie wissen, dass das Budget dem Mechanismus der Schuldenbremse unterliegt, das heisst, die Ausgaben dürfen die budgetierten Einnahmen nicht übersteigen. Folgende ausserordentliche Ausnahmen sind aber erlaubt, und wir haben davon Gebrauch gemacht: Erstens sind in konjunkturell rezessiven Phasen antizyklische Defizite erlaubt. Die Konsequenz für den Voranschlag 2004 sind 489 Millionen Franken. Zweitens kann der Ausgabenplafond wegen ausserordentlichem und vom Bund nicht steuerbarem Zahlungsbedarf erhöht werden. Die Konsequenz für das Budget 2004 sind 1,093 Milliarden Franken.

Worin bestehen diese Korrekturen von rund 1,1 Milliarden Franken, die nicht berücksichtigt werden?

1. Bisher wurden die Pensionen der "altrechtlichen" ETH-Dozenten im Umlageverfahren über die Finanzrechnung abgewickelt. Mit der Überführung in die Publica muss neu das erforderliche Deckungskapital von 845 Millionen Franken bereitgestellt werden.

2. Die Deckungslücke im Betrag von 210 Millionen Franken für die berufliche Vorsorge für besondere Dienstverhältnisse war immer vorhanden, wurde aber nie beziffert und muss neu aufgeführt werden.

3. Ein ausserordentlicher Zahlungsbedarf ergibt sich durch die Deckungslücke für die militärischen Flugverkehrsleiter im Umfang von 20 Millionen Franken und durch die Erhöhung des Aktienkapitals der Skyguide um rund 50 Millionen Franken.

Das macht total 1,1 Milliarden Franken, um die wir die Schuldenbremse beschönigen respektive die ausserordentlichen Ausgaben aufbessern.

Hinzu kommt ein weiterer Punkt: Im Rahmen des Entlastungsprogramms 2003 wurde der Abbau des strukturellen Defizits durch eine Übergangsbestimmung im Bundesgesetz über den Finanzhaushalt schrittweise festgelegt. Das bedeutet eine Erleichterung für den Voranschlag 2004 von 3 Milliarden Franken. Wenn wir also budgetierte Einnahmen von rund 48 Milliarden Franken und Gesamtausgaben gemäss Voranschlag von 52,5 Milliarden Franken haben, müssten wir eigentlich ehrlicherweise noch diese 4,5 Milliarden dazuzählen, um die wir bezüglich der Schuldenbremse korrigieren. Ich sage nicht, das sei eine Mogelpackung, aber wir sollten uns nicht auf die Schultern klopfen, wenn das Budget noch einigermassen tragbar und schuldenbremsenkonform daherkommt. Wir können uns dessen nicht rühmen, wir haben klar aufgebessert - ich wiederhole -: 500 Millionen Franken bezüglich des antizyklischen Defizits, 1,1 Milliarden für ausserordentlichen, vom Bund nicht steuerbaren Zahlungsbedarf und 3 Milliarden Franken, weil wir den Abbau des strukturellen Defizits strecken.

Zu denken gibt uns nebst diesem Hinweis auch das Wachstum der Ausgaben im Bereich der sozialen Wohlfahrt: 4,4 Prozent gegenüber dem Voranschlag 2003; für Bildung und Grundlagenforschung zusätzlich 3 Prozent gegenüber dem letzten Voranschlag, für Beziehungen zum Ausland 2,7 Prozent. Wir müssen uns auch vor dem Hintergrund der eben abgeschlossenen Beratungen des Entlastungsprogramms und vor dem Hintergrund des bevorstehenden Entlastungsprogramms 2 wirklich fragen: Können wir solche Wachstumsraten für die Zukunft verkraften? Ist es möglich, das über unsere Einnahmen aufzufangen?

Dabei nützt es auch nichts, wenn ausgewiesen wird, dass der Aufwand bei Finanzen und Steuern um 4,6 Prozent zurückgeht. Das ist ein Nullsummenspiel, das wäre Sand in die Augen gestreut, denn Finanzen und Steuern sind grösstenteils ein Durchlaufposten. Sie mögen sich erinnern: Wenn wir bei früheren Budgetdebatten das Wachstum bei Finanzen und Steuern beklagt haben, wurde jedes Mal erklärt, das müsste man an sich ausklammern und dann wäre das Wachstum der Ausgaben nicht ganz so hoch. Wenn wir nun dasselbe tun und die Reduktion bei Finanzen und Steuern ausklammern, dann ist das Resultat entsprechend schlechter. Wir müssen auch hier ehrlich sein.

Ein Ausgabenüberschuss von 3,5 Milliarden Franken in der Finanzrechnung ist beunruhigend, aber es ist noch nicht die ganze Wahrheit. Das Defizit von 6,7 Milliarden Franken der Erfolgsrechnung ist das wahre Resultat, und das ist eben das viel schlechtere Bild, denn in der Erfolgsrechnung zeigen sich dann diese ausserordentlichen Abschreibungen von Altlasten. Ich erinnere an die Pensionskassen von Bund, SBB und Post. Die Pensionskasse des Bundes wird uns noch längere Zeit beschäftigen.

Warum ist die FDP-Fraktion trotz dieser negativen Aspekte bereit, dem Budget - so, wie es vom Ständerat beschlossen wurde - zuzustimmen? Ich erinnere an die Diskussionen in Zusammenhang mit dem Entlastungsprogramm 2003 in der Kommission, in Ihren Fraktionen, hier im Plenum: Diese Diskussionen haben leider klar gezeigt, dass bei der Frage, wo weiter abgebaut werden kann, kurzfristig kein Konsens zu finden ist. Darum bin ich persönlich - mit der FDP-Fraktion - dankbar und froh, dass die Motion der Spezialkommission überwiesen worden ist. Sie verlangt, dass ein zweites Paket geschnürt wird und dass dort effektiv Aufgabenplanung und Aufgabenabbau an die Hand genommen werden. Wir sind in unserer Fraktion schweren Herzens zur Überzeugung gelangt, dass dies kurzfristig, auch im Rahmen des Voranschlages 2004, nicht möglich ist. Da werden wir keinen Konsens finden. Darum ist das aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. Wir haben wenig Zeit, das zu korrigieren. Darum bin ich froh über diese Motion.

Im Namen der FDP-Fraktion bitte ich Sie also ohne grosse Begeisterung, mit wenig Befriedigung und mit grossen Vorbehalten und Sorgen, dem Voranschlag 2004 so, wie er vorliegt und vom Ständerat verabschiedet worden ist, und auch der Kreditsperre, wie sie ursprünglich beantragt wurde, zuzustimmen. Schliesslich bitte ich Sie, den Nachtragskrediten zuzustimmen, wobei auch dort Vorbehalte zu machen wären. Die Zeit ist zu kurz. Ich erinnere nur an den Kredit zur Aufstockung des Aktienkapitals von Skyguide. Es sind 50 Millionen Franken, die wir wahrscheinlich zusätzlich in den Sand setzen. Denn offensichtlich ist unser schweizerischer Luftraum zu klein, als dass wir selber eine Luftkontrolle einigermassen kostendeckend aufrechterhalten könnten. Aber auch hier müssen wir uns den Gegebenheiten fügen und diesem Antrag contre coeur zustimmen.

Es gäbe noch einige weitere Ausführungen über Bereiche zu machen, bei denen es uns nicht wohl ist. Ich fasse zusammen, weil ich nur noch eine Minute Redezeit habe. Da ist die ganze Effizienzvorlage, die uns Millionen und Millionen von Franken kostet. Wir müssen zumindest in der Finanzkommission feststellen: Wir sind Jahr für Jahr gleich weit. Es bewegt sich nichts. Es stellen sich viele Fragen bezüglich des Bundesstrafgerichtes in Bellinzona. Wird das überhaupt ausgelastet sein? Es stellen sich Fragen bezüglich des Untersuchungsrichteramtes. Wir haben 800 zusätzliche Stellen geschaffen. Aber offenbar geschieht und geht nichts, fehlt es auch dort an der Arbeit. Wir beschliessen im Hochschulbereich 17 Milliarden Franken, sind aber nicht sicher, ob die ganze finanzielle Führung auch tatsächlich effektiv und effizient verläuft. Wir haben in Finanzkommission, Subkommission und im Plenum klare Anzeichen dafür, dass dem nicht so ist. Es hat viele unbefriedigende Dinge, die in diesem Budget noch versteckt sind. Aber ich wiederhole: Wir stimmen mit wenig Begeisterung, mit grössten Bedenken zu und verlassen uns darauf, dass wir im Zusammenhang mit dem zweiten Entlastungsprogramm mit Ihrer Hilfe die Weichen richtig stellen können.

Leuenberger Ueli · Mit-M · Consiglio nazionale · Ginevra · Gruppo dei Verdi

Le débat budgétaire actuel est quelque part biaisé. Le budget 2004 est prisonnier du programme d'allègement, un terme par ailleurs gentil qui cache un méchant programme de sombres coupes. Oui, des coupes sombres, lourdes de conséquences pour la solidarité et la cohésion dans notre pays, lourdes de conséquences pour la paix sociale et la solidarité avec les pays les plus pauvres de notre planète. Des pays qui ont le droit d'attendre des pays les plus riches de la même planète un engagement plus résolu et moins de pingrerie. Avant tout, c'est l'environnement qui trinque énormément à cause de la véritable hystérie d'économies dont la majorité de ce Parlement est atteinte.

La majorité bourgeoise de ce Parlement est engagée dans une course effrénée pour priver toujours plus la Confédération des moyens nécessaires et indispensables pour assumer ses tâches vis-à-vis de notre population et de notre pays. Les questions urgentes qui nous sont posées, les problèmes brûlants que nous devons résoudre ne sont pas l'endettement, d'autant moins que le paquet fiscal décidé par la même majorité - et contre l'avis de la plupart des cantons - accorde des milliards de francs de cadeaux aux plus nantis et à ceux qui ont le moins besoin d'un soutien financier. Nous sommes entrés dans un mécanisme infernal qui favorise les riches avec des cadeaux fiscaux, privant ainsi la Confédération et les cantons de ressources importantes. Pour faire face au manque de ces milliards gracieusement accordés aux nantis, il faut un nouveau programme d'économie, et encore un, et encore un, et ainsi de suite. Les propositions de l'UDC illustrent une fois de plus cette direction.

Les Verts se sont exprimés à maintes reprises pour critiquer et dénoncer la politique menée par le Conseil fédéral et la majorité du Parlement. L'exigence que les budgets publics doivent être équilibrés à moyen terme est une option idéologique et insensée, même du point de vue économique. Des manuels économiques néoclassiques admettent même que l'Etat peut s'endetter. Mais l'Etat devrait investir là où les privés ne le font pas, ou là où ils le font insuffisamment, bien que des bénéfices pour la collectivité en découlent.

Les générations futures bénéficieront particulièrement des investissements dans les domaines de la recherche, de la formation, de l'infrastructure et de l'environnement. Dans ce sens-là, le souci que les dettes d'aujourd'hui puissent représenter une hypothèque trop lourde pour l'avenir n'est pas justifié. Les générations futures profiteront des investissements intelligents que nous faisons aujourd'hui, par exemple sous forme d'un environnement intact, sous forme d'une société de plein emploi et d'une société dont le lien social sera renforcé. Laisser se délabrer certaines infrastructures, tailler à la hache dans les budgets de l'environnement, du social, de la recherche et de la formation, est une politique irresponsable.

Les CFF se sont excusés hier auprès de leurs usagers pour les désagréments causés ces derniers temps, tout en décidant d'engager du personnel supplémentaire pour faire face aux problèmes. J'espère que notre gouvernement et les partis politiques qui imposent la politique actuelle de démantèlement n'auront pas besoin de s'excuser dans quelque temps auprès de la population de notre pays pour les dégâts causés.

Le budget 2004 qui nous est proposé, comme le programme d'allègement, porte une atteinte inadmissible aux exigences du développement durable et d'une société solidaire.

Les Verts, vous l'avez certainement compris, ne voteront pas un tel budget.

Studer Heiner · Mit-M · Consiglio nazionale · Argovia · Gruppo PEV/UDF

Die Fakten sind bekannt: Wir haben dicke Papiere vor uns, Informationen sind durch die Kommissionssprecher gegeben worden. Was ist daraus zu folgern? Einerseits sind wir, wenn wir dieses Budget anschauen - auch im Zusammenhang mit dem Entlastungsprogramm -, in einer bedauernswerten Lage. Ich werde Ihnen aber gleich nachher sagen, dass wir auch in einer glücklichen Lage sind.

Weshalb sind wir in einer bedauernswerten Lage? Weil wir eigentlich nicht mehr all das, was wir als sinnvoll erachten würden, auch realisieren können und somit gezwungen sind - nicht aus eigenem Antrieb, sondern durch die Schuldenbremse, die eine Realität und Teil der Verfassung ist -, auch Prioritäten zu setzen, und das gelingt uns nicht genügend. Dies aus den bekannten Gründen, weil nämlich die politischen Positionen so weit auseinander liegen, dass das nicht möglich ist. Wir sind tatsächlich in einer bedauernswerten Lage: Wir bringen nicht etwas zustande, wozu wir mit Begeisterung Ja sagen können. Trotzdem können wir als Fraktion Ja sagen, denn es geht ja hier um Realitäten, denen wir ins Auge schauen müssen. Mit einem Nein oder einer Rückweisung bringen wir kein Resultat zustande, das tragfähiger und sinnvoller wäre.

Aber auf der anderen Seite bin ich auch der Überzeugung, dass wir ein glückliches Land sind, und zwar deshalb, weil wir als neu gewähltes Parlament in einer Selbstverständlichkeit eine Budgetberatung machen, und beide Räte werden am Schluss diesem Budget zustimmen und mit einem verabschiedeten Budget nach der Session in die Weihnachtsferien gehen; ich bin voll und ganz davon überzeugt, dass das geschehen wird wie immer. Damit haben wir also trotz aller vorhandenen Turbulenzen eine Grundlage, auf der im nächsten Jahr weitergefahren werden kann. Wären wir in einem anderen Land - ich kann nicht mit allen vergleichen, aber doch mit einigen -, dann würde nach den Wahlen zuerst die mühsame Regierungsbildung stattfinden, nachher das intensive Ringen um die Programme, und an dritter Stelle wäre dann vielleicht im Januar oder Februar noch das Budget für das kommende Jahr unter Dach zu bringen, mit sehr vielen Unsicherheiten. Wir sind also doch in einer glücklichen Lage, ein Budget genehmigen zu können, unabhängig davon, ob wir wissen, wer alles es dann im nächsten Jahr politisch zu verantworten hat. Dass es dann Gewählte sind, die auch eine Vorgabe haben, erleichtert vieles.

Von daher möchte ich abschliessend folgende Bemerkung machen: Ich selber habe in den letzten vier Jahren sehr gerne mit unserem Finanzminister zusammengearbeitet. Man wusste bei ihm, woran man war. Er hat sachlich-korrekt gearbeitet. Und könnte nicht sogar am 10. Dezember die Situation eintreffen, dass wir ihn - ich möchte ihm diese Idee eigentlich gerne noch direkt mitteilen; ich sage es ihm vielleicht nachher, damit er es hört - beim siebten Sitz als seinen eigenen Nachfolger wählen? Denn wenn er noch vier Jahre Finanzminister wäre, dann hätte er das Rentenalter nach Couchepin immer noch nicht erreicht; wir wären also durchaus innerhalb von Limiten, die noch denkbar wären.

Pfister Theophil · Mit-M · Consiglio nazionale · San Gallo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Wenn wir auf die bisherige Behandlung des Budgets und die daraus resultierenden Beschlüsse in der Kommission zurückblicken, haben wir als Kommission trotz des klaren Auftrages unseres Volkes zur Haushaltsanierung mittels Schuldenbremse unsere Aufgabe nicht zufrieden stellend gelöst. Es ist nicht gelungen - und es konnte vielleicht auch nicht gelingen, auch nicht mit Hilfe der Entlastungsprogramme -, mit den verfügbaren Instrumenten auch nur einigermassen eine Angleichung der Ausgaben an die Einnahmen zu erreichen.

Kurzfristige Kürzungen im Budget werden mit dem Killerargument, die Kredite seien - nebst den gesetzlichen Bindungen - bereits an Projekte gebunden, erfolgreich verhindert. Es ist in der Tat so, dass beim grössten Teil der Ausgaben eine gesetzliche Grundlage oder eine Verpflichtung vorliegt. Dies zeigt, wie eingeschränkt der Spielraum der Finanzkommission und des Parlamentes im Budgetprozess ist. Kürzungen müssen zwingend bei der mehrjährigen Planung beginnen, oder wir müssten heute das Budget des Jahres 2005 und nicht jenes des Jahres 2004 behandeln.

Es ist damit auch klar, dass wir seitens der SVP-Fraktion auch in diesem Jahr dem Budget wie in den Vorjahren nicht zustimmen können. Das Schweizervolk hat am 2. Dezember 2001 mit klarer Mehrheit die Schuldenbremse angenommen und damit uns allen einen Auftrag zur Konsolidierung der Bundesfinanzen gegeben. Gefordert wurde in erster Linie die Beendigung der Schuldenwirtschaft. Wir sind heute aber weiter als je von diesem Ziel entfernt. Nur die Spekulation auf einen massiven wirtschaftlichen Aufschwung kann dieses vorliegende Budget noch einigermassen rechtfertigen. Sie wissen aber alle, wie es um diesen seit langem prognostizierten Aufschwung steht. Selbst wenn er kommen sollte, ist die sich ausbreitende Ineffizienz nicht beseitigt. Tatsache ist, dass die Defizite in der Rechnung in der Höhe von 3 bis 4 Milliarden Franken weitergehen und dass damit die Schulden zunehmen. Hinzu kommen bekanntlich noch Restanzen aus der Ausfinanzierung der Pensionskassen.

Zur Effizienz: Es entstehen in unserem Land, ungeachtet der finanziellen Anspannung, immer mehr Förderprogramme und neue Arbeitsverhältnisse, auch Forschungsprogramme, die weder der Produktion noch der Dienstleistung, noch der eigentlichen Verwaltungsaufgabe zuzuordnen sind. Es ist auch offenkundig geworden, dass in der Verwaltung hinsichtlich der Beseitigung von Ineffizienz und bei der Umsetzung von Massnahmen immer noch andere, viel weichere Massstäbe gelten als bei der konkurrierenden Wirtschaft. Auch daraus resultiert eine steigende Staatsquote. Die Notwendigkeit, alle heutigen Aktivitäten kritisch zu hinterfragen und nur noch das Notwendige zu tun, ist noch zu wenig erkannt.

Mit einem kleinen Beispiel - zufällig aus der täglichen Arbeit herausgegriffen, nicht repräsentativ - möchte ich Ihnen die Problematik illustrieren: Ich erhielt kürzlich eine Broschüre mit dem Titel "Die Schweiz muss neu eingeteilt werden". Der herausgebende Verein nennt sich Metropole Schweiz. Ganz hinten in dieser Broschüre wird noch gedankt. Unter den Gönnern figurieren ein Bundesamt, ein Staatssekretariat und eine nationale Kommission. Ich kenne die Höhe dieser Beiträge aus Steuergeldern nicht; sie dürften nicht sehr hoch sein. Ich denke aber, dass es nicht Aufgabe des Bundes und der vom Bund finanzierten Institutionen ist, unkontrolliert allerlei Interessen zu unterstützen, ganz abgesehen von der fehlenden Koordination. Dies sind versteckte Ausgaben, die nirgends im Budget zu finden sind, deren Gesamtsumme jedoch erheblich sein könnte. Wenn vielerorts Bundesgelder derart unkontrolliert fliessen, wie soll man noch Vertrauen in die internen Abläufe aufbauen? Unser Staatshaushalt ist nicht nur in Schieflage, er hat auch Löcher.

Wir von der SVP haben in den letzten vier Jahren mit aller Kraft versucht, einen ausgeglichenen und stabilisierten Haushalt herbeizuführen. Unsere Vorschläge fanden kaum je Gehör. Der Bundesrat ist somit aufgefordert, der Finanzkommission und dem Parlament nebst dem Budget eine nachgeführte vierjährige Finanzplanung vorzulegen, die dem Willen der Bürgerinnen und Bürger entspricht. Dies ist heute insbesondere beim Budget nicht der Fall, und ein gültiger Finanzplan ist infolge des aktuellen Entlastungsprogramms noch ausstehend. Herr Bundesrat, wann dürfen wir einen entsprechenden Finanzplan erwarten? Sind da auch einmal Varianten zu erwarten?

Wie bereits erwähnt, können wir einem solchen Budget nicht zustimmen. Wir anerkennen, dass dank der Schuldenbremse Schlimmeres verhindert wurde, aber das heute vorliegende Budget enthält zu viel Wunschbedarf, zu viel Förderung ohne Effizienz und ist trotz Entlastungsprogramm bei den Ausgaben um 400 bis 500 Millionen Franken zu hoch. Ein zusätzliches Entlastungsprogramm, wie es auch heute Morgen in der entsprechenden Motion gefordert wurde, ist demzufolge unumgänglich. Wir wissen es alle: Die derzeitigen Schulden betragen neu 128 Milliarden Franken.

Maillard Pierre-Yves · Mit-M · Consiglio nazionale · Vaud · Gruppo socialista

Le débat budgétaire - cette année plus que d'autres - est l'heure de vérité. C'est l'heure où les politiques menées ces dernières années trouvent leur concrétisation et où la facture est présentée.

Quelles ont été les politiques menées ces dernières années qui trouvent une concrétisation financière dans ce budget 2004? Essentiellement, il s'agit d'une politique d'externalisation, externalisation de secteurs publics, et également d'une politique de gestion, de nouvelle gestion publique, qui a été menée par l'entourage du conseiller fédéral Villiger, mais qui a été appelée et voulue par toute la droite de ce Parlement. C'est au nom de cette volonté d'externalisation, par exemple, qu'on a créé de manière complètement artificielle des entreprises qui ont été dotées d'un certain capital, par exemple Skyguide, qui fournit pourtant une prestation qui relève du rôle de l'Etat. On en a fait une entreprise hors du giron de la Confédération. Elle accumule des déficits, et maintenant on nous demande pudiquement de faire une augmentation de capital, alors qu'on a simplement à assumer des déficits cumulés. C'est également au nom de ça qu'un certain nombre de ces entreprises investissent, construisent des bâtiments - c'est le cas pour Skyguide - sans que réellement on sache nous dire pourquoi dans l'administration.

C'est au nom de cette politique qu'on a enclenché un système de salaires au mérite, dont le Conseil fédéral dit lui-même qu'il coûte beaucoup plus qu'il ne rapporte. Parce qu'évidemment, ce que vous ne voulez pas savoir, c'est que la plupart des gens dans cette Confédération et dans ces entreprises font bien leur travail. Donc, leurs supérieurs les notent bien, et après, il faut payer les primes que ça représente. Donc à aucun moment cette nouvelle mode du salaire au mérite n'a amené la moindre économie.

Les suppressions de postes que le groupe de l'UDC demande et qu'une partie de la droite soutient, qu'est-ce que ça a induit comme effet? Comme dans toutes les entreprises privées, ce sont d'un côté des frais de restructuration, des plans sociaux, des retraites anticipées, et puis de l'autre côté, des prestations qu'on n'arrive plus à assumer, et donc des consultants qu'on engage, des mandats qu'on donne à des tiers pour un coût 20 à 30 pour cent supérieur à celui qui serait assumé par quelqu'un qu'on engagerait soi-même.

Enfin, on a dans cette affaire également les revenus de Swisscom qui vont fondre parce que la politique de rachat d'actions fait que nous avons toujours moins de dividendes. Puisqu'on a moins d'actions, le volume des dividendes est inférieur alors même que cette entreprise accumule des bénéfices chaque année plus grands. A titre d'exemple, ce budget dont tout le monde dit qu'il est gravement déficitaire, ne prévoit comme revenus de l'entreprise Swisscom que 490 millions de francs, alors qu'en 2002, l'entreprise Swisscom a versé plus de 4 milliards de francs à la Confédération. Il y a donc ici environ 3,5 milliards de francs de revenus latents qui manquent dans ce budget, qui n'apparaissent pas. En regard de ça, tout le discours catastrophiste sur nos finances apparaît bien artificiel.

Ce budget, tel que le Conseil fédéral l'a préparé et tel que vous envisagez de le voter, a trois caractéristiques: il est brutal, il est bête et il est déloyal. Celui qui, il n'y a pas si longtemps, s'exprimait à cette tribune - ou un peu plus haut -, celui qui est tellement attaché à ce Parlement qu'il y siège depuis 24 ans et qui nous invitait à ouvrir les fenêtres et à écouter ce qui se passe dehors, eh bien, celui-ci entendrait aujourd'hui les cris des manifestants tessinois qui sont plus de 10 000 dans la rue, et également de ceux de toute une série de cantons alémaniques et romands. Je dois vous dire: moi, quand je vois ce que vous êtes en train de provoquer comme climat social dans ce pays, je vous admire! Jamais la gauche n'a réussi à provoquer un climat social aussi agité que depuis que vous vous êtes mis à vouloir agir avec des dogmes aussi ultralibéraux. Ce pays est en train de basculer, le climat social est en train de se dégrader à une vitesse catastrophique parce que vous êtes en train de faire une politique stupide et déloyale et parce que vous faites appliquer votre politique aux cantons, qui ne deviennent qu'un simple organe d'application de mesures impopulaires. Mais les gens, à un moment, commenceront à comprendre que ce n'est pas vers le canton qu'ils doivent se tourner, mais vers cette Place fédérale. Et ce jour-là, j'espère que vous irez regarder également par la fenêtre!

C'est une politique déloyale parce qu'elle ne tient pas ses engagements et que la plupart des collectivités publiques ou des entreprises avec lesquelles la Confédération a des liens voient les engagements qui ne sont pas tenus.

C'est une politique stupide parce que par l'assainissement forcé des caisses de pension publiques, dont vous voulez absolument qu'elles soient financées à 100 pour cent, vous êtes en train d'augmenter massivement les prélèvements obligatoires.

C'est une politique brutale parce que dans l'agriculture, dans le domaine des forêts, dans le domaine des handicapés, pour les rentiers AVS/AI et pour ceux qui bénéficient de subsides de l'assurance-maladie, les sacrifices vont être extrêmement violents.

C'est également une politique stupide et je conclus sur cet exemple-là. Vous avez une Commission des finances remplie de gens qui se jugent eux-mêmes très importants et très compétents, un Conseil fédéral qui fait son travail, qui cherche des économies. Et puis, quand on arrive tout au bout de ce long processus où l'exécutif à travaillé, où les services, où les commissaires aux finances ont travaillé, on fait une petite arithmétique. Monsieur Villiger prend sa calculette - je conclus - et il dit: "Il nous manque 70 millions de francs!" Alors, qu'est-ce qu'on fait? Une coupe linéaire de 70 millions de francs pour pouvoir approuver ce budget en fonction des critères et des mécanismes bureaucratiques qu'on a introduits par le trop fameux frein à l'endettement.

Brutal, stupide, déloyal, voilà le budget que vous êtes en train de construire! Il sera très difficile pour nous de pouvoir voter un tel budget.

Walker Felix · Mit-M · Consiglio nazionale · San Gallo · Gruppo popolare-democratico

Es ist ja ganz natürlich und auch statthaft, dass bei der Verteilung der Mittel hier auch Ideologen aufeinander prallen. Das darf so sein. Eines aber haben wir, haben alle Parlamentarierinnen und Parlamentarier aller Schattierungen gemeinsam, nämlich den verfassungsmässigen Auftrag, Budgets vorzulegen, die schuldenbremsenverträglich sind. Dem weichen wir nicht aus. Dies erfordert eine reale Stabilisierung der Ausgaben auf dem Niveau des Voranschlages 2003. Das heisst: Wachstum der Ausgaben nur noch im Rahmen der Teuerung; Sie kennen diese Motion, eine Motion notabene, die, wenn man die Zahlen richtig beurteilt, jetzt schon weniger rigide ist als das strikte Anwenden der Schuldenbremse. Wegen des Einbruchs der Einnahmen ergibt sich trotzdem ein Defizit von 3,5 Milliarden Franken, wovon 3 Milliarden strukturell und 0,5 Milliarden konjunkturell bedingt sind.

Einnahmenseitige Korrekturen sind kurzfristig nicht möglich, wirtschaftspolitisch nicht opportun und selbst bei allmählicher Erholung der Wirtschaft, auf die wir alle hoffen, nur mit zeitlicher Verzögerung für den Finanzhaushalt wirksam. Ausgabenseitig waren einige Klimmzüge notwendig, um diese Schuldenbremsenkonformität zu erreichen; so etwa der Abbauplan, das heisst, die Erstreckung bis 2007 im Rahmen des Entlastungsprogramms 2003, die Konzession, dass man strukturelles Defizit erst 2007 beseitigt haben wird. Von diesem Entlastungsprogramm betreffen 800 Millionen Franken bereits den Voranschlag 2004. Bei der Kreditsperre gehen 1,5 Prozent auf jene Teile, die nicht dem Entlastungsprogramm unterliegen, und 0,75 Prozent auf jene, die bereits im Entlastungsprogramm berücksichtigt sind. Ich erwähne als Teil dieser Klimmzüge die Anpassung des Konjunkturfaktors, ausserordentliche Ausgaben im Rahmen von 1,1 Milliarden Franken - hauptsächlich im Zusammenhang mit der Pensionskassenfrage - und eine zusätzliche Kreditsperre, falls es uns nicht gelingen sollte, das Entlastungsprogramm so zu gestalten, wie es für den Voranschlag 2004 notwendig ist.

Wir anerkennen ausdrücklich die Anstrengungen des Bundesrates - wie er sie auch im Legislaturziel expressis verbis nennt - für eine nachhaltige Sanierung des Bundeshaushaltes. Dabei sind das Entlastungsprogramm 2 und die von uns seit längerer Zeit anbegehrte Aufgabenüberprüfung mit Verzichtplanung und Organisationsüberprüfung hervorzuheben - wobei wir gerne erwähnen, dass das Parlament auch einen Teil des Problems darstellt -: Studieren Sie nur die Entwicklung der Aufwendungen für die Parlamentsdienste, dann werden Sie sehen, was für Musterknaben wir selber sind.

Wir anerkennen auch die Idee einer Entflechtung von AHV und IV vom Bundeshaushalt; wir meinen, das wäre eine prüfenswerte Idee, denn wie in der Vergangenheit werden die Ausgaben für AHV und IV auch in der nächsten Legislatur stärker steigen als die Gesamtausgaben des Bundes. Die Gründe dafür sind allesamt bekannt. Dieses Auseinanderdriften bedeutet im Regime der Schuldenbremse einen Druck auf andere wichtige Aufgabengebiete - ja sogar deren Verdrängen. Unsere Erwartungen in diesem Zusammenhang sind mehr Transparenz und keine Quersubventionierungen mehr wie beispielsweise bei der Invalidenversicherung, deren Defizite über den AHV-Fonds ausbezahlt werden, und wir begrüssen auch die entsprechende Motion des Ständerates. Wir denken an eine Verselbstständigung der Finanzierung, an mehr Eigenwirtschaftlichkeit, an ein besseres Funktionieren der versicherungstechnischen Voraussetzungen, an mehr Eigenverantwortung der Sozialpartner. Was wir nicht möchten, wäre eine Entsolidarisierung. Wir möchten den Bund auch nicht von seinen Verpflichtungen entlasten, aber es wäre vorteilhaft, wenn er sich wieder auf seine Kernkompetenzen und auf seine Kernaufgaben zurückbesinnen würde.

Sie haben gehört, dass wir dem Voranschlag 2004 zustimmen. Wir tun dies nicht, weil wir uns über ihn freuen, sondern wir tun es, weil wir der Meinung sind, dass er im aktuellen Umfeld eine vertretbare Lösung darstellt.

Kaufmann Hans · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Was für die Staatsrechnung gilt, gilt auch für den Voranschlag: Ohne Transparenz können keine sachlich nachvollziehbaren Beschlüsse gefasst werden. Es gibt verschiedene Methoden, um unangenehme Ausgabenposten, die wegen ihrer unverhältnismässigen Dimension oder aus politischen Gründen auf Widerstand stossen könnten, zu kaschieren.

Eine Methode ist beispielsweise die Aufteilung sachlich zusammenhängender Ausgaben, z. B. die Beiträge an internationale Organisationen, über viele Positionen und Departemente. Ich frage mich, ob Sie sich hier im Saal bewusst sind, dass wir solche Beiträge an internationale Organisationen in der Höhe von 1,3 bis 1,5 Milliarden Franken bezahlen. Im Voranschlag 2004 ist mir auch aufgefallen, dass verschiedene Ausgabenpositionen an neuen Stellen im Kontenrahmen auftauchen. Ich hoffe, das seien einmalige Aktionen. Denn solche Aktionen verunmöglichen natürlich einen sachlichen Vergleich mit den Vorjahren, und es bleibt den Parlamentariern nichts anderes übrig, als diese Zahlen selber mühsam zusammenzugruppieren, um überhaupt festzustellen, um wie viel die Ausgaben wiederum ansteigen werden.

Eine weitere Methode, Zahlen zu vernebeln, besteht darin, im Voranschlag auf andere Publikationen oder Ergänzungsmaterialien zu verweisen, die vorab oder häufig nur den Subkommissionen zur Verfügung standen. Es ist für die meisten hier im Saal schlicht und einfach nicht nachvollziehbar, wie sich die Personalbestände entwickeln und wie stark der Personalstopp mit den heutigen Personalbeständen und den budgetierten neuen Zunahmen überschritten wird. Solche Aussagen gehören inskünftig in die Botschaft und dürfen nicht länger der Öffentlichkeit entzogen werden. Dann wären auch unsere Forderungen vonseiten der SVP-Fraktion im Personalwesen etwas klarer verständlich.

Das trifft insbesondere auch für die Personalkosten zu. So finde ich es unverhältnismässig, wenn man heute um 0,1 Prozent Teuerungsausgleich streitet, wenn gleichzeitig bei den Pensionskassenbeiträgen Nachzahlungen in doppelstelligen Prozentzahlen vom Salärtotal erfolgen. Ein fairer Lohnvergleich mit der Privatwirtschaft müsste diese Zahlen einschliessen, und dann würde es sich auch klar zeigen, dass in Bezug auf die Löhne des Staatspersonals überhaupt kein Nachholbedarf besteht, eher das Gegenteil.

Ich möchte noch auf drei Ärgernisse im Voranschlag hinweisen, auch wenn es hier nicht um Milliardenbeträge geht. Es geht mir hier vielmehr um die Mentalität, die für mich ein klares Indiz dafür ist, dass sich hier noch einiges zum Besseren wenden muss. Ich meine damit zum Beispiel die massive Ausgabensteigerung der Eidgenössischen Bankenkommission. Wenn man solchen Kommissionen "carte blanche" gibt, ihren Leistungskatalog auszudehnen, weil die Kosten ja vom Finanzsektor voll gedeckt werden müssen, dann muss man sich nicht wundern, wenn solche Institutionen wuchern. In nur zwei Jahren hat die Eidgenössische Bankenkommission - wenn ich das Budget mit jenem des Jahres 2002 vergleiche - ihre Ausgaben um 59 Prozent auf über 30 Millionen Franken gesteigert, und niemand kann sich dagegen wehren. Das Problem besteht nun darin, dass dieses gleiche Kostendeckungsprinzip auch auf andere Amtsstellen wie zum Beispiel die Kontrollstelle für Geldwäscherei ausgeweitet wird, und auch da ist zu befürchten, dass diese Ausgaben einfach nach dem Gusto dieser Amtsinhaber gesteigert werden, denn die KMU, die dem Geldwäschereigesetz unterstellt sind, müssen das ja bezahlen.

Die zweite Ausgabe, die uns wahrscheinlich hier alle ärgert, sind weitere 10 Millionen Franken für die Angestellten der Expo.02. Sie haben richtig gehört: Es kommen noch einmal 10 Millionen Franken Personalkosten für diese Expo auf uns zu. Aber Sie wissen, das ist nicht die volle Wahrheit. Wir müssen natürlich auch weiterhin Zinsen für diese Expo bezahlen.

Schliesslich stelle ich fest, dass angeblich Personal fehlt, wenn es darum geht, das Wirtschaftswachstum zu steigern, indem eben die dringenden Reformen im privaten Wirtschaftsrecht vorangetrieben werden. Das gleiche Departement hat aber die Nerven, von uns Steuerzahlern in den nächsten fünf Jahren für jedes Jahr 300 000 Franken für die Rehabilitierung von Fluchthelfern im Zweiten Weltkrieg abzuverlangen. Sie sehen, wie hier die Prioritäten gesetzt werden.

Ich habe Mühe mit diesen riesigen Defiziten von 3,7 bzw. 6,9 Milliarden Franken, und ich werde wahrscheinlich diesem Budget nicht zustimmen.

Dormond Béguelin Marlyse · Mit-F · Consiglio nazionale · Vaud · Gruppo socialista

Le budget 2004, cela a déjà été dit à cette tribune, est fortement marqué: d'une part, par le programme d'économies 2003, les décisions du Conseil fédéral ayant déjà été intégrées, bien que les travaux des chambres sur le sujet ne soient pas terminés; d'autre part, par le corset ou le carcan du frein à l'endettement cher à la droite de ce gouvernement et du Parlement.

Ce corset est appliqué avec une raideur bien plus forte que ce qui avait été annoncé lors de la campagne de votation, et cela bien que la situation économique de la Suisse soit mauvaise. Le corset que représente ce frein à l'endettement et surtout la manière dont il est appliqué tend à faire de la Commission des finances et du Parlement de simples chambres d'enregistrement des propositions du gouvernement. C'est peut-être bien confortable pour l'exécutif, mais ce n'est pas une amélioration du fonctionnement démocratique. Je pense que la manière dont le Conseil fédéral applique son outil est un déni démocratique.

L'avenir ne promet pas d'amélioration de la situation économique dans des délais rapides, et les pronostics d'une reprise pour 2004 sont à prendre avec une certaine réserve. L'expérience vécue dans les années nonante nous a démontré que les prévisions des économistes sont souvent moins fiables que ne l'étaient celles de Madame Soleil. De plus, les spécialistes soulignent qu'une reprise de la situation économique ne s'accompagnera pas d'une amélioration dans le domaine de l'emploi, alors que les licenciements sont actuellement particulièrement nombreux. Les inégalités vont donc continuer à se creuser, et la situation sociale à se dégrader. Or la politique budgétaire du Conseil fédéral accentue la mauvaise situation économique et sociale du pays par un effet de déflation qu'elle entraîne. Cette situation est encore aggravée par vos deux programmes d'économies, le programme 2003 en cours d'acceptation par la majorité de droite de ce Parlement, et le programme 2004 que vous avez annoncé, Monsieur le conseiller fédéral, et dans lequel vous prévoyez des coupes massives dans le domaine social et dans celui des transports publics.

En fait, vous attaquez là, à mon avis, la substance même de la cohésion du pays. Vos programmes successifs d'économies additionnés aux restrictions budgétaires que nous vivons depuis plusieurs années sont une déclaration de guerre sociale. D'ailleurs vos différents programmes, lancés en rafales, traités par des commissions différentes, empêchent une vision d'ensemble et une mise en perspective pour l'avenir. Je suis persuadée que ce manque de transparence est délibérément voulu par vous et vos services.

Ce d'autant plus que toute cette politique s'accompagne de cadeaux fiscaux aux plus favorisés. Un programme que vous avez instigué, avec l'objectif déclaré d'une opération blanche, mais dont vous avez vite perdu la maîtrise, et le résultat en est catastrophique pour la classe moyenne et pour les cantons. Vous-même aviez parlé devant ce plénum d'un projet dénaturé. Le budget que vous nous présentez va dans le même sens, avec la même philosophie et la même brutalité que les mesures que je viens d'évoquer. Pour cela, il est à mon avis inacceptable. Il ne contient aucune volonté de symétrie des sacrifices, il ne démontre pas de ligne politique tenant compte de la situation sociale de notre pays. Si je peux partager votre souci de revenir à un équilibre des finances fédérales, je ne suis pas d'accord avec la manière ni avec les délais que vous voulez imposer.

J'attendrai du gouvernement que ce but soit planifié en prenant en compte ses responsabilités vis-à-vis du pays. De plus, la Confédération n'est plus un partenaire fiable pour les cantons ou pour les entreprises qui lui sont liées. Dans le cas des cantons, elle prend des engagements, promet des paiements, demande de mettre en oeuvre des programmes, et quand il s'agit d'honorer ses engagements, elle annonce qu'elle n'a pas les moyens et que les montants promis ne pourront pas être honorés dans leur totalité, voire, plus grave, elle annonce qu'elle n'aura plus les moyens de participer à un programme qu'elle a pourtant fortement suscité auprès des cantons réticents, qui se sont finalement laissé convaincre par l'insistance de l'administration fédérale. Pour les entreprises liées par mandat de prestations, elle leur demande de remplir leur mandat en leur coupant une partie non négligeable des moyens nécessaires. La crédibilité du gouvernement est fortement entamée par cette politique et l'image de la Confédération dans les cantons ne cesse de se dégrader.

La proposition d'économies supplémentaires faite par Monsieur Schlüer vise à empêcher notre pays de remplir ses obligations internationales. Elle s'attaque aux tâches liées à notre adhésion à l'ONU découlant d'une votation populaire. De plus, les dépenses concernant la lutte pour l'interdiction et la destruction des armes chimiques et l'aide au désarmement correspondent à une mission fondamentale pour la paix que la Suisse remplit depuis de nombreuses années et qui ont fait sa réputation sur la scène internationale.

Pour conclure, et au risque de me répéter par rapport à l'année dernière, votre budget, dans la mesure où je n'y vois pas une volonté politique de régler les problèmes financiers de la Confédération en respectant un minimum de cohésion sociale, de prise en considération de la situation de l'emploi et de souci de favoriser la reprise économique, je ne peux pas l'accepter, comme je ne peux pas accepter la proposition Schlüer.

Walter Hansjörg · Mit-M · Consiglio nazionale · Turgovia · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Gestatten Sie mir noch eine persönliche Bemerkung: Ich werde in der neuen Legislatur nicht mehr in der Finanzkommission sein. Aber mir fällt natürlich auf, dass die Finanzkommission alleine den Sparauftrag des Volkes nicht erfüllen kann. Ich meine, dass vor allem die übrigen Kommissionen vermehrt den Spargedanken aufnehmen müssen. Es kann nicht sein, dass am Schluss immer wieder die Finanzkommission überall streichen und bei Ausgaben Kürzungen vornehmen muss, die irgendwo einmal politisch beschlossen wurden und für die eine politische Willensbildung stattgefunden hatte. Es geht nur, wenn alle miteinander auf einen ausgeglichenen Bundeshaushalt als Ziel hinarbeiten.

Zum Nachtragskredit möchte ich folgende Bemerkungen anbringen: Unter einem erhöhten Spardruck und einem restriktiven Budget besteht ja die Gefahr, dass trotzdem mehr Nachtragskredite gefordert oder die Kreditsperren wieder aufgehoben werden müssen, weil sie nicht eingehalten werden können. Ich stelle aber fest, dass wir beim vorliegenden Nachtrag II zum Voranschlag 2003 mit einer Forderung von zusätzlich 684 Millionen Franken oder 1,3 Prozent gegenüber den Budgets der Vorjahre, welche mit Parlamentsbeschlüssen und ausserordentlichen Massnahmen belastet waren, ein akzeptables Resultat haben. Darauf haben die Verwaltung und insbesondere auch der Bundesrat eingewirkt. Eine gewisse Restriktion ist also von der Mentalität her bei den Nachtragskrediten sicher feststellbar.

Wir dürfen in der Finanzkommission auch davon Kenntnis nehmen, dass die effektiven Ausgaben im laufenden Jahr - darüber hat uns Herr Bundesrat Villiger informiert - zurzeit gut sind, wenn nicht im letzten Quartal - oder jetzt im letzten Monat - noch alles über den Haufen geworfen wird.

In diesem Zusammenhang erlaube ich mir, zwei Fragen an Herrn Bundesrat Villiger zu stellen: Gibt es aus der Sicht des Bundesrates unter den erhöhten Anforderungen, die Budgets zu erfüllen, ein spezielles, ein zusätzliches Controlling, um auf die Verwaltung einzuwirken, damit die vorgegebenen Zahlen, die vorgegebenen Resultate, die sicher nicht dem Wunsch entsprechen, auch durchgesetzt werden können?

Eine zweite Frage, die zum Teil auch bereits von anderen Votanten gestellt wurde: Wie sehen Sie das bezüglich Finanzplan, den wir demnächst erwarten? Wird der Finanzplan nun bereits das Entlastungsprogramm von 2,5 Milliarden Franken beinhalten, das angekündigt wurde? Und wann dürfen wir Resultate oder Hochrechnungen für den Finanzplan erwarten?

Nochmals zurück zu den Nachtragskrediten: Unsere Fraktion wird diesen zustimmen.

Genner Ruth · Mit-F · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo dei Verdi

Die schweizerische Politik wird, abgesehen vom Kurzzeitthema Bundesratswahlen, eigentlich nur noch von einem Thema beherrscht: Es ist die Finanzpolitik. Die SVP konzentriert sich auf den Abbau des Staates, sie beschränkt die Einnahmen mit Steuersenkungen, mit Geschenken an die Reichen, und sie will den Handlungsradius des Staates verkleinern und immer mehr auf ein Handeln beschränken, das nur das Notwendigste beinhaltet. Wir stellen fest, dass die so genannten Mitteparteien FDP und CVP dieser Strategie in nichts nachstehen. Damit tut ein grosser bürgerlicher Block nichts anderes, als eine finanzielle Aushungerungspolitik zu verfolgen. Dabei wird die eigene Klientel geschont, mit Steuergeschenken an die Reichen und an den Finanzsektor. Das nächste Ziel sind Steuersenkungen für Unternehmungen. Mit Sondersätzen für die Hotellerie wird Protektion betrieben, und zwar ausgerechnet von denen, die eigentlich mehr Markt wollen. Wir erinnern uns dabei an das Nein der SVP beim Kartellgesetz: Auch da geht es letztlich um nichts anderes als um Protektionismus. Ein weiteres Element, mit dem der eigenen Klientel zugedient wird, ist die Forderung nach einer Steueramnestie - wir haben dazu eine Vorlage der WAK vom August 2003 vorliegen, die nächstens auch hier in den Rat kommen wird.

Grundsätzlich stellen wir fest: Der Kuchen, den wir mit dem Budget gleichsam aufschneiden können, wird kleiner. Wir fragen uns: Werden die Stücke denn wenigstens klug geschnitten? Zurzeit ist dabei keine zukunftsträchtige Strategie sichtbar. Vielmehr spürt man die Hemmung des Bundesrates, einige Departemente als prioritär einzustufen und diese entsprechend ihren Aufgaben und den gesetzlichen Vorschriften mit den entsprechenden, allenfalls zusätzlichen Mitteln auszugestalten. Das ist eine Folge der quantitativen Konkordanz. Sie wollen nämlich nicht die Departemente angreifen. Wenn Sie das eine oder andere Departement zurückstufen würden, dann würden Sie gleichsam eine Partei angreifen oder eben entsprechend aufwerten und somit eben das Kräfteverhältnis aus dem Gleichgewicht bringen. Genau das ist die Diskussion, die wir führen müssen, auch im Hinblick auf die Bundesratswahlen. Wir werden nicht darum herumkommen, über eine inhaltliche Konkordanz zu sprechen, weil wir vielleicht so weit kommen müssen, dass wir eben die Departemente umgestalten, sodass die Kräfte in den Departementen nachher anders gelagert sind. Das hat letztlich nichts mit Parteien zu tun!

Das enge Korsett des Sparprogramms tut bei diesem Budget das Seinige. Wichtige Aufgaben werden gleichsam erstickt, ich erinnere Sie an die Umwelt. Die Luftreinhalte- und die Lärmschutzverordnung beispielsweise müssten schon sehr lange zwingend erfüllt sein, weil Folgekosten im gesundheitlichen Bereich entstehen, aber nichtsdestotrotz werden diese Mittel gekürzt. Unter dem Stichwort Klimapolitik haben wir mit dem Sparprogramm enorme Rückschritte beschlossen, was sehr kurzsichtig ist. Das Klima wird sich jedenfalls nicht um diesen Rückschritt scheren, den Sie hier machen.

Generell zwängt das Sparprogramm das vorliegende Budget in engste Grenzen und zeigt damit die beschränkte Handlungsfreiheit des Bundesrates und letztlich auch des Parlamentes. Die grösste Gefahr dabei ist, dass wir uns immer mehr kurzfristig orientieren und dass diese Sichtweise durchschlägt, beispielsweise bei der Prävention: Da bauen Sie im Gesundheitswesen kurzfristig Ausgaben ab, dabei könnten Sie längerfristig nachher Kosten vermeiden. Der Bundesrat hat die ökologische Steuerreform nicht mehr angepackt. Er hat bei dem Bereich, wo er überhaupt Einnahmen generieren könnte, wie bei der Tabaksteuer, darauf verzichtet, wirklich die Aufschläge zu machen, die gleichzeitig Prävention, eine Verringerung des Schmuggels und obendrein eben auch noch Einnahmen, d. h. Mittel, bringen würden.

Wir sehen, dass die bürgerliche Mehrheit, die sich immer als finanzkompetent gibt, seit Jahren im Budgetprozess eine deplorable Figur macht. Sie trägt für den heutigen Scherbenhaufen die Verantwortung. Die Grünen werden dies nicht mittragen und lehnen das Budget ab.

Schlüer Ulrich · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Ich folge dem Aufruf von Kollege Walter, als Nichtmitglied der Finanzkommission wenigstens das Budget jenes Departementes genauer anzusehen, dessen Arbeit ich als Mitglied der entsprechenden Kommission auch beurteilen kann, was auch in Bezug auf mögliche Einsparungen noch drinliegt oder nicht. Wenn ich dies im Blick auf das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten tue, dann muss ich zunächst klar festhalten: Wenn jemand da behauptet, die Zitrone sei ausgepresst, dann ist er meilenweit von der Wirklichkeit entfernt!

Ich habe einen detaillierten Antrag vorbereitet, den ich in der Detailbehandlung allerdings nicht mündlich begründen kann. Ich beschränke mich hier auf zwei Schwerpunkte.

Vor einigen Monaten fand die Uno-Abstimmung statt. Ich sage es hier ausdrücklich: Ich respektiere das Ergebnis dieser Abstimmung. Aber ich erinnere mich auch, dass in der Abstimmungskampagne von Beitrittsbefürwortern bis hinauf zum Staatssekretär immer wieder gesagt worden ist, wenn die Schweiz einmal in New York präsent sei, könnten wir diplomatische Kanäle auf New York konzentrieren und Botschaften an peripheren Standorten aufheben. Damit wurde der Bevölkerung gegenüber immer wieder begründet, dass das New Yorker Uno-Engagement finanziell auch eine positive Seite habe. Wenn wir das Ergebnis der Abstimmung hier ausdrücklich respektieren, so müssen wir gleichzeitig festhalten: Diese damals in Aussicht gestellte Möglichkeit, diese Absicht, ist irgendwann einmal umzusetzen. Der Zeitpunkt dafür ist gekommen: Es können jetzt Botschaften aufgehoben werden, die für die Schweiz keine wesentliche Funktion mehr haben - aber man muss endlich damit beginnen.

Zusätzlich gewinnt eine Idee im EDA an Bedeutung. Es gelte - vernimmt man - den humanitären Zweig, den Entwicklungshilfezweig, unserer Aussenpolitik zu verstärken, wozu die Deza-Büros aufzuwerten seien. Man kann über solche Schwerpunktverlagerungen selbstverständlich diskutieren. Aber auch dabei hat man Prioritäten zu setzen: Anderes, dem weniger Bedeutung beigemessen wird, muss abgebaut bzw. zurückgefahren werden. Politik darf sich doch nicht darauf beschränken, überall dort, wo man kann, neue Funktionärsstellen zu schaffen; Politik verlangt doch nach dem Setzen von Prioritäten. Wenn man die Schwerpunkte der Aussenpolitik anders setzt, hat man frühere Engagements zurückzunehmen. Nur auf diese Weise geht man mit dem vorhandenen Geld haushälterisch um und setzt es dort ein, wo man auch die Prioritäten setzt. Da ist noch grosser Spielraum auszumachen. Er muss endlich genutzt werden.

Die eigentlichen Profiteure unseres Staates, Frau Genner, sind die Funktionäre, die Funktionärsapparate, die unter Ihrem Schutz, überhaupt unter dem Schutz der Linken in allen Bereichen immer neu aufgebaut, weiter ausgedehnt und immer wieder vergrössert werden. Dort wird der Staat abgezockt, und zwar ganz massiv!

Den zweiten Bereich, den ich noch kurz streife, betrifft "Präsenz Schweiz". Wir wissen, dass private Institutionen, Fremdenverkehrsinstitutionen beispielsweise, effizienter arbeiten als diese Staatsstelle, weil die privaten Institutionen profitorientiert sind. Das sind Feststellungen, die sich sogar aus Kommentaren unserer Aussenministerin heraushören lassen. Aber auch dazu sind dann einmal die Konsequenzen zu ziehen: Wenn "Präsenz Schweiz" wenig Bedeutung hat und wenig Wirkung erzielt, dann soll das von ihr behandelte Feld der Privatwirtschaft überlassen werden.

Finanzpolitik heisst Prioritäten setzen, heisst auch abbauen, wo eine Aufgabe an Bedeutung verliert. Aber das Setzen von Prioritäten muss endlich an die Hand genommen werden - Beispiele dafür habe ich Ihnen aufgezeigt.

Marty Kälin Barbara · Mit-F · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo socialista

Wir haben soeben das Entlastungsprogramm fertig beraten, das nächste Sparpaket wird bereits geschnürt, und dazwischen haben wir kurz Gelegenheit, uns mit dem Budget auseinander zu setzen. Aber ist denn wirklich eine Auseinandersetzung möglich? Haben wir überhaupt irgendwelchen Spielraum unter dem Druck der Sparvorgaben, der Steuerentlastungen, der Schuldenbremse? Nein, den haben wir nicht. Wir sind in einem finanziellen Korsett gefangen, das Sparen, Sparen, Sparen heisst. Spielraum bleibt dabei kaum, und entsprechend kurz fielen die Beratungen in der Finanzkommission aus. Dieses Korsett haben wir uns selber angelegt. Wir laufen dabei aber Gefahr, unsere Budgethoheit zur Farce werden zu lassen. Die Politik kann unter derart rigiden Vorgaben nicht auf Konjunkturschwankungen reagieren, sie kann nicht politisch handeln. Der Staat kann sich nicht antizyklisch verhalten, und er kann nicht investieren, wenn sonst niemand investiert. Er kann keine Arbeitsplätze erhalten und keine Lehrstellen schaffen, wenn er Personal abbauen und Aufgaben streichen muss und wenn auch in Bildung und Ausbildung gespart wird.

Wir reden nicht über Aufgaben, wir reden bloss über Ausgaben. Wir fragen nicht, was sinnvoll und notwendig ist, wir fragen bloss, was es kostet. Wir hören immer wieder, der Staat wäre längst bankrott, wenn er eine Unternehmung wäre, und er müsste nach unternehmerischen Grundsätzen geführt werden. Das ist falsch, denn der Staat ist keine Firma. Der Staat hat nämlich unter anderem auch für all jene zu sorgen, die von der Wirtschaft ausgelagert und outgesourct werden und die nicht mehr für sich selber sorgen können. Das ist mit ein Grund, warum die Sozialausgaben steigen. Der Staat übernimmt diejenigen Menschen, die in den Unternehmen und in der Wirtschaft oder gar in der Gesellschaft keinen Platz mehr haben, und er übernimmt diejenigen Aufgaben, die keine Rendite bringen, dafür aber manchmal Gewinn. Der Staat hat dafür zu sorgen, dass alle die gleich langen Spiesse und die gleichen Chancen haben. Ein Unternehmen hat auch die Freiheit, ungerecht zu sein. Kommt noch dazu, dass ein Drittel aller Ausgaben zweckgebunden ist und die Subventionen 30,8 Milliarden Franken ausmachen, das sind 62 Prozent des gesamten Aufwandes des Bundes.

Sparen beim Bund heisst in der Regel genau das, was wir im Entlastungsprogramm soeben gemacht haben: Verschieben der Kosten an eine andere Instanz oder auf eine andere Ebene.

In der Finanzkommission haben wir das Budget unter dem Eindruck all der parallelen, gleichzeitigen und sich zum Teil auch überschneidenden Spar- und Entlastungsvorgaben beraten. Wir haben alle Anträge diskutiert und am Budget des Bundesrates kaum etwas geändert. Dennoch kam ganz am Schluss, nach Abschluss der Detailberatungen, der Antrag Zuppiger für eine Erhöhung der Kreditsperre auf 1 bzw. 2 Prozent zur Abstimmung. Bundesrat Villiger hat diesen Antrag unterstützt, und die Kommissionsmehrheit ist ihm gefolgt. Ich möchte daher vom Finanzminister zwei Fragen beantwortet haben:

1. War denn das Budget, das der Bundesrat dem Parlament vorgelegt und an dem die Finanzkommission kaum etwas geändert hat, verfassungskonform? Oder um es vielleicht etwas pointierter zu formulieren: Entsprach das Budget des Bundesrates der im Anhang zur Botschaft zur Schuldenbremse vorgelegten Formel, die inzwischen offenbar Verfassungsstatus erhalten hat, ohne dass das Volk ihr explizit zugestimmt hätte?

2. Wie sieht die Haltung des Bundesrates bzw. des Finanzministers jetzt nach der Beratung des Entlastungsprogramms aus? Das Entlastungsprogramm 2003 greift primär ab dem Jahr 2005, wir beraten aber den Voranschlag 2004, der so, wie er jetzt vorliegt, den Vorgaben der Schuldenbremse entspricht. Teilt der Bundesrat daher die Auffassung, dass nach den Beschlüssen des Parlamentes die Erhöhung der Kreditsperre hinfällig geworden ist?

Weyeneth Hermann · Mit-M · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Ich möchte zu etwas Allgemeinem und etwas Speziellem reden.

Zuerst das Allgemeine: Ich habe hier das Manuskript einer Rede vor mir, die im Januar 1996 gehalten wurde. Ich überlasse es Ihrer Fantasie zu erraten, wer diese Rede gehalten hat. Ich lese in dieser Rede von 1996: "Oft habe ich den Eindruck, dass Politiker und Volk das Gejammer über die Defizite der öffentlichen Hand nicht mehr ernst nehmen. Seit Jahren wird der Sparteufel an die Wand gemalt, aber offenbar haben noch zu wenige wirklich etwas gespürt. Die ersten 2 Milliarden Defizit machten dem Parlament gewaltige Mühe, die nächsten 4 bis 6 Milliarden wurden fast mit Achselzucken quittiert. Anlass zur Zurückhaltung bei neuen Ausgaben waren sie kaum. Wir haben uns daran gewöhnt, auf Pump und über unsere Verhältnisse zu leben." 1996!

Es folgt dann eine Analyse, und in der Analyse steht in Punkt 5: "Obwohl die Wirtschaft nur zögernd wächst, befinden wir uns weder in einer Rezession noch in einer Deflation. Sogar wer der antizyklischen Finanzpolitik das Wort redet, müsste jetzt für eine ausgeglichene Rechnung plädieren. Wenn jetzt eine neue Rezession käme, drohte der rasche Absturz in die finanzpolitische Instabilität." Unter den Punkten 6 und 7 heisst es: "Finanzpolitik betreibt man eben nicht beim Budget oder bei hektisch improvisierten Sparprogrammen. Finanzpolitik betreibt man bei den laufenden Geschäften. Die bisherige Sparpolitik .... hat das Problem nicht endgültig gelöst. Sie stösst an Grenzen. Es ist, auf gut neudeutsch, ein neuer Approach zu suchen."

In den Folgerungen aus dieser Analyse steht unter Punkt 1: "Das Haushaltdefizit ist innerhalb von wenigen Jahren zu beseitigen. Dies ist als sachlich und zeitlich verbindliches Ziel festzulegen. Innerhalb einer Legislatur wird das kaum möglich sein. Sechs Jahre wären ein denkbarer Zeitraum." Wir sind nun am Ende des siebten Jahres nach dieser Rede. Ein letzter Punkt, den ich aufführen möchte: "Die sich in der Vernehmlassung befindende Schuldenbremse kann den Budgetausgleich nicht herbeiführen. Aber sie kann eine ausgeglichene Rechnung langfristig sichern." Ich habe diesen Worten nichts beizufügen.

Ich komme nun zum speziellen Problem: Wir haben 1998 die Flugsicherung privatisiert. Ich liess mich damals vom damaligen Vizedirektor der Eidgenössischen Finanzverwaltung überzeugen, dass dies ein richtiger Schritt sei. Ich bedaure heute, diesem Schritt jemals zugestimmt zu haben. Denn die Finanzierung dieses privaten Unternehmens nimmt kein Ende, und es wird uns zur Finanzierung dieses Unternehmens wieder eine Viertelmilliarde Franken häppchenweise aus dem Sack gezogen. In diesem Jahr bewilligen Sie Nachkredite von 20 Millionen Franken, im Budget des nächsten Jahres sind 50 Millionen Aktienkapitalerhöhung aufgestockt. Angemeldet ist eine weitere Sanierung der Pensionskasse - wir haben diese schon mal aufgestockt - im Ausmass von 130 Millionen Franken. Dazu machen wir noch für 40 Millionen Investitionen für diese Unternehmung, die auch wir berappen.

Was ist nun der Stein des Anstosses? Wenn wir das alles bezahlt haben, werden wir dann feststellen, was da in bunten Prospekten angekündigt ist, nämlich dass man in Europa eine einheitliche Flugsicherung schaffen wolle. Wenn wir das alles gemacht haben, stellen wir fest, dass der Raum, zurückgeführt auf den urschweizerischen Luftraum, zu klein ist, um eine eigene Flugsicherung zu betreiben. Ganz klar spreche ich mich aber dagegen aus, dass man uns 50 Millionen Franken Aktienkapitalerhöhung im Rahmen dieses Budgets unterjubelt, um diese erfolglose Privatisierungsübung unter dem Titel "Ausserordentlicher Zahlungsbedarf" zu vertuschen. Eine Aktienkapitalerhöhung, die eine Umwandlung eines Tresoreriedarlehens des Bundes beinhaltet, ist kein ausserordentlicher Zahlungsbedarf nach Artikel 24c des Finanzhaushaltgesetzes. Es ist ein ganz normaler Vorgang.

Hofmann Urs · Mit-M · Consiglio nazionale · Argovia · Gruppo socialista

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren, am 2. Dezember 2001, stimmte das Schweizervolk mit einer grossen Mehrheit der Schuldenbremse zu. Doch entgegen der immer wieder kolportierten Meinung wurde damit in der Verfassung nicht mehr und nicht weniger festgeschrieben, als dass der Bundeshaushalt auf Dauer ausgeglichen sein soll und Einnahmen und Ausgaben unter Berücksichtigung der Konjunkturlage im Gleichgewicht zu halten sind. Die Schuldenbremse enthält jedoch keine automatische Legitimation für eine Finanzpolitik, wonach der Bundeshaushalt auf ewige Zeiten allein durch Massnahmen auf der Ausgabenseite im Lot zu halten sei, was auch immer bei den Einnahmen geschehen möge.

Seit dieser Volksabstimmung sind denn auch nicht etwa die Ausgaben explodiert. Vielmehr sind die Einnahmen des Bundes rezessionsbedingt massiv eingebrochen. Dennoch wurde vor einigen Monaten ein Steuerpaket geschnürt, das, sollte es das Volk im nächsten Mai annehmen, nochmals Ausfälle in Milliardenhöhe bei Bund, Kantonen und Gemeinden nach sich ziehen würde. Und nun sollen trotz des Entlastungsprogramms 2003 mit Einsparungen in der Grössenordnung von rund 3 Milliarden ab 2006 mit einer Verzichtplanung weitere 2,5 Milliarden Franken pro Jahr eingespart werden. Wir haben heute Morgen darüber diskutiert. Dass die Einnahmenseite hier nicht ernsthaft geprüft wird, zeigt eindrücklich Folgendes: In Tat und Wahrheit geht es vielen in diesem Saal nicht primär darum, den Staatshaushalt langfristig ausgeglichen zu halten. Angestrebt wird vielmehr, ungeachtet der Finanzlage, ein anderer Staat, der sich auf irgendwelche Kernaufgaben beschränken soll. Unter dem Deckmantel finanzpolitischer Sachzwänge sollen sachpolitische Entscheide des Parlamentes und des Volkes unterlaufen werden.

Die angeblich zu hohe Staats- und Steuerquote in unserem Land - es wurde heute Morgen immer wieder von Ihrer Seite gesagt - seien schuld an der Wachstumsschwäche und gefährdeten unseren Wohlstand. Der Verzicht auf jegliche Mehreinnahmen und gleichzeitig weitere Steuerentlastungen werden als Zaubermittel für den Aufschwung angepriesen. Dem Volk wird diese Finanzpolitik nach dem Gusto von Economiesuisse mit einer doppelten Strategie schmackhaft gemacht. Zum einen wird immer wieder eine Aufblähung der Verwaltung und des Beamtenapparates angeprangert, in Bern werde masslos Geld verlocht, ohne dass, mit Ausnahme einiger weniger Profiteure, jemand etwas davon habe. Zusätzliches Sparen gerade im Personalbereich sei deshalb ohne weiteres möglich, man müsse nur wollen - auch heute kommen ja wieder solche Anträge.

Zum anderen wird unter dem Motto "Weniger Staat - weniger Steuern - mehr Geld zum Leben" der Lockvogel tieferer Steuern fliegen gelassen, obwohl einfach nachzuweisen ist, dass mit Gebühren anstelle von Steuern und mit privatisierten staatlichen Leistungen für die grosse Mehrheit des Volkes am Schluss weniger in der Tasche bleibt, als dies heute der Fall ist.

Diese Grundhaltung zeigt sich auch wieder bei der Diskussion um den Voranschlag 2004. Mit dem Entlastungsprogramm haben wir in den letzten Wochen und auch noch heute Morgen klare Rahmenbedingungen für die nächsten drei Jahre formuliert, auch für den Voranschlag 2004 und gerade auch im Personalbereich. Dennoch haben Sie mir jetzt wieder Anträge auf den Tisch gelegt, nach denen aus Prinzip nochmals und kurzfristig undifferenziert gespart werden soll. Es sind dies die Anträge, 150 Millionen Franken im Bereich der Personalausgaben zu sparen. Es ist der "Wildheuer-Antrag" von Herrn Schlüer, plötzlich noch 50 Millionen beim Departement für auswärtige Angelegenheiten einzusparen, querbeet mit der Schliessung von Botschaften, offenbar innerhalb weniger Monate. Ungeachtet der im Rahmen des Entlastungsprogramms neu fixierten Defizitlimiten der Schuldenbremse soll mit der Erhöhung der Kreditsperre ganz einfach dokumentiert werden, dass überall noch Luft drin ist.

So sind eine vernünftige Finanzplanung und Budgetierung und die Wahrnehmung der Budgetverantwortung durch die einzelnen Ämter nicht möglich. Wer gespart hat, wird mit einer höheren Kreditsperre nochmals, also doppelt gerupft, und wer freiwillig Zurückhaltung geübt hat, dem wird nachher unter die Nase gerieben, dass da offenbar noch viel mehr Potenzial zum Sparen drinliege. Eine solche Finanzpolitik, die beim Entlastungsprogramm Vorgaben beschliesst und dann beim Budget diese Vorgaben einige Wochen oder Tage später wieder korrigieren will, wird die Glaubwürdigkeit des Parlamentes untergraben.

Wir von der SP-Fraktion lehnen deshalb derartige undifferenzierte Sparanträge, wie sie heute auf dem Tisch liegen, ab.

Bührer Gerold · Mit-M · Consiglio nazionale · Sciaffusa · Gruppo radicale liberale

Wenn die Freisinnigen diesem Budget nur mit Bedenken, mit Unbehagen und nur unter der Annahme zustimmen, dass das zweite Entlastungsprogramm auch umgesetzt wird, dann hat das nichts mit Budgetrhetorik zu tun, sondern mit unserer tiefen Sorge um die Bundesfinanzen.

Es ist vorhin aus einer Rede vor einigen Jahren zitiert worden. Wenn ich den Film zurückdrehe zur Rechnungsdebatte des Jahres 2000, war diese leider der Startschuss für eine Finanzpolitik an der Realität vorbei. Wir haben das "Rechnungsgeschenk 2000" mit dem Überschuss von über 4 Milliarden Franken, welcher notabene primär auf Sonderfaktoren zurückzuführen war, zum Anlass genommen, eine lockere Ausgabenpolitik einzuschalten. Ich könnte die Sprecher der SP-Fraktion zitieren, die uns damals auch vorgeworfen haben, wir würden den Pessimismus an die Wand malen. Nein, meine Damen und Herren, Sie bauen eine Finanzpolitik im Reich der Illusionen, aber Illusionen sind kein Fundament für eine solide Finanzpolitik! Es ist auch nicht so, wie es vorhin erwähnt worden ist, Kollege Hofmann Urs, dass die Schuldenbremse einfach verlangt, dass Einnahmen und Ausgaben ausgewogen zu sein haben. Die Schuldenbremse verlangt vielmehr über den Konjunkturzyklus hinweg, dass sich die Ausgaben nach den Einnahmen zu richten haben. Das Volk hat mit 84 Prozent nicht einer Ausgewogenheit zugestimmt, wonach man auch auf der Einnahmenseite die Spirale nach oben laufen lassen kann, sondern es hat der Schuldenbremse zugestimmt, gemäss der wir ausgabenseitig mittelfristig endlich die Korrekturen zu machen haben.

Wir sind heute beim Budget und beim Entlastungsprogramm gefordert, uns endlich den Realitäten zu stellen und dem Volk aufzuzeigen, wie wir sukzessive diesen Haushalt sanieren wollen. Man kann mit ideologischer Rhetorik drei Entwicklungen nicht wegdiskutieren:

Erstens: Wir haben es über die Konjunktur hinaus mit einer strategischen Wachstumsschwäche zu tun. In den Sechzigerjahren hatten wir noch ein Realwachstum von über 4 Prozent pro Jahr, heutzutage sind wir glücklich, wenn wir es auf 2 Prozent bringen. Das ist die eine Realität.

Zweitens: Man kann zwar der Steuerspirale nach oben huldigen, die Realität ist aber die, dass der internationale Steuerwettbewerb zunehmen und nicht abnehmen wird. Schauen Sie, was allein in den neuen mittel- und osteuropäischen Ländern an Steuerwettbewerb anzulaufen beginnt. Verschliessen Sie die Augen vor dieser Realität nicht!

Drittens: Die Demographie ist ein Phänomen, das eben einschneidende Auswirkungen auf die Sozialwerke und auf die Finanzen hat.

Es sind vor allem zwei Dinge, die uns ganz besonders Sorge bereiten:

1. Es ist von Kollege Weyeneth erwähnt worden: Die Schuldenbremse ist in diesem Budget mit den Korrekturfaktoren sehr grosszügig interpretiert worden. Die 4,5 Milliarden Franken an Mehrausgaben, die wir aufgrund dieser Korrekturfaktoren zulassen, sind nicht nur nach meiner Meinung - das sehen Sie, wenn Sie die heutige "NZZ" lesen - eine problematische und grosszügige Auslegung des Schuldenbremsen-Mechanismus. Die Zeitung titelt heute Morgen: "Kreative Schweizer Finanzpolitiker". Ich glaube, wir haben eine sehr hohe Verantwortung: Wir müssen mit dem Entlastungsprogramm 2 zeigen, dass wir diese Schuldenbremse letztlich einhalten. Wenn uns das nicht gelingt, wird es einen gefährlichen Vertrauensbruch geben.

2. Das Schuldenwachstum ist ja so gravierend, weil wir die Augen vor schlechten Debitoren und vor den Lücken in den Pensionskassen einfach zugemacht haben. 13 Milliarden Franken Darlehen an die SBB sind lange Zeit einfach aktiviert worden. Die mussten wir abschreiben; der Finanzminister musste die Schulden "ernten". Anfang der Neunzigerjahre hat uns der damalige Finanzminister versprochen, die Unterdeckung bei den Pensionskassen sei kein Problem. Tatsache ist, dass wir durch die Ausfinanzierung 22 Milliarden Franken an zusätzlichen Schulden erlitten haben. Und jetzt kommen die Pensionskassen von SBB und PTT, die ausfinanziert worden sind, und wollen erneut Steuermittel, um damit Fehler in ihrer Pensionskassenpolitik zu begleichen. Hier möchten wir jetzt schon den Warnfinger heben und den Bundesrat ermuntern, die Vorlage, die im nächsten Jahr kommen wird, nicht wieder mit Präjudizien zu beladen, die letztlich einmal mehr dem Vertrauen in eine stabilitätsorientierte Finanzpolitik schaden.

Binder Max · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Ich möchte heute noch, wenn möglich etwa um 12.50 Uhr, über den Rückweisungsantrag Zisyadis abstimmen.

Villiger Kaspar · BR-M · Consiglio federale · Lucerna

Ich möchte nur einige wesentliche Aspekte dieser Debatte herausgreifen und nicht die Budgetdiskussion wiederholen; Sie kennen die Zahlen. Dieses Budget befriedigt nicht, aber es ist trotzdem vertretbar, weil es einigermassen das Machbare spiegelt. Die Ausgaben steigen weniger stark als die Teuerung; das heisst, wir haben eine reale Stabilisierung, was wir in den letzten fünfzig Jahren nicht so häufig hatten. Das ist kein schlechtes Resultat.

Warum haben wir dann trotzdem dieses hohe Defizit? Ich muss, trotz all dem, was im Wahlkampfgetöse gesagt worden ist, nochmals darauf hinweisen, dass die Finanzpolitik der letzten Jahre bis 2001 nicht so wahnsinnig undiszipliniert war, wie das immer dargestellt worden ist. Es gelang, die grössten Defizite, die wir Anfang der Neunzigerjahre hatten, schrittweise abzubauen, aber es sind zwei Dinge passiert: Das erste - das hat Herr Bührer etwas angedeutet - war die Illusion des grossen Überschusses im Jahr 2000; dieser grosse Überschuss hat die Illusion geweckt, man könne sich wieder alles leisten. Das zweite hat mich selbst, aber auch die Fachleute der Verwaltung sehr überrascht - ich weiss, dass es viele von Ihnen schon immer gewusst haben, aber wir nicht -: Es ist dieser überdimensionierte Einbruch der Steuern, der rein konjunkturpolitisch nicht zu erklären ist und eine strukturelle Komponente hat. Die Steuern liegen ja um etwa 4 Milliarden Franken tiefer als das diesjährige Budget, das dann eben nicht eingehalten werden konnte, und ich muss sagen: Die Steuereinnahmen dieses Jahres bestätigen diesen strukturellen Sprung nach unten. Wir haben mit dem Wirtschaftswachstum sogar wieder eine leichte Zunahme eingebaut, aber eben ausgehend von einem tieferen Niveau.

Warum haben wir denn dieses Defizit nicht einfach "weggeputzt", wenn wir schon eine Schuldenbremse haben? Die Schuldenbremse würde rein nach dem Finanzhaushaltgesetz - sie ist ja allgemein in der Verfassung formuliert, aber in der Gesetzgebung konkretisiert, und Sie haben im Entlastungsprogramm noch einen neuen Akzent gesetzt -, rein rechnerisch, ein Defizit von einer halben Milliarde Franken zulassen. Wir haben 3 Milliarden mehr. Warum haben wir nicht versucht, diesen Betrag jetzt "wegzuputzen"?

Das hat zwei Gründe. Der erste wurde hier einige Male erwähnt: Kurzfristig können Sie wegen der hohen Ausgabenbindung an Gesetze hier relativ wenig machen. Sie können Investitionen "wegputzen", Sie können vielleicht bei der Armee sparen, wo die Bindung kleiner ist. Aber bei etwa 70 bis 80 Prozent der Ausgaben - 60 Prozent gesetzlich, der Rest vertraglich gebunden - sind wir gar nicht in der Lage, im grossen Stil Veränderungen vorzunehmen. Deshalb mussten wir, um den Haushalt längerfristig in den Griff zu bekommen, mit einem langfristigen Programm wie dem Entlastungsprogramm 2003 eben auch Gesetze ändern, langfristige Anpassungen vornehmen und das Wachstum bremsen. Deshalb müssen Sie, wenn Sie den Haushalt langfristig im Griff behalten wollen - auch das ist hier zu Recht gesagt worden -, vor allem im Sozialversicherungsbereich strukturelle Massnahmen ergreifen, sonst wird das nie gelingen. Sonst wird der Sozialbereich Schritt für Schritt die anderen Handlungsspielräume wegfressen. Ob Sie das mit Einnahmen, Ausgaben oder mit beidem machen wollen, ist die schwierige politische Frage. Ich habe gestern schon gesagt: Ich glaube nicht, dass es ohne Mehreinnahmen gehen wird.

Der zweite Grund ist konjunkturell: Bei der Schuldenbremse steht in der Verfassung, dass auf die Konjunktur Rücksicht genommen werden muss. Wir sind noch immer in einer schwierigen Lage. Es wäre konjunkturpolitisch völlig verfehlt, jetzt "auf einen Knall" 3 Milliarden Franken wegzusparen - abgesehen von der Machbarkeit. Das wäre falsch, das würde einen negativen Fiskalimpuls vermitteln, der das zarte Pflänzchen, das jetzt zu spriessen beginnt, durchaus zum Verdorren bringen könnte. Das ist der Grund dafür, dass es auch konjunkturpolitisch richtig ist, jetzt nicht ein Budget mit nur einer halben Milliarde Franken Defizit zu bringen. Aber wir haben, damit die Schuldenbremse nicht zum Papiertiger verkommt - hier habe ich auch eine gewisse Angst -, im Finanzhaushaltgesetz genau definiert, in welchen Schritten wir die strukturellen Defizite abbauen wollen, die eine Grössenordnung von etwa 3 Milliarden Franken haben werden, aber in der Zukunft wieder wachsen würden, wenn wir nichts machten.

Herr Walter hat die Frage gestellt, ob das alles im neuen Finanzplan eingebaut sein werde. Der neue Finanzplan wird zusammen mit der Legislaturplanung im Frühjahr kommen. Sie werden ihn wahrscheinlich in der Frühjahrs- oder in der Sommersession anschauen. Ich hoffe natürlich, dass es möglich ist, diesen Finanzplan so zu machen, dass er dem entspricht. Was ich in den nächsten 14 Tagen noch beitragen kann, werde ich tun. Nachher werden das andere tun müssen.

Ich möchte doch noch vertieft auf die Frage Budget und Konjunktur eingehen, weil vor allem die Linke das kritisiert hat: Die Budgetpolitik ist ganz klar wirtschaftsrelevant. Aber es gibt natürlich verschiedene Aspekte; es gibt nicht nur den keynesianischen Aspekt der Nachfrage bezüglich Wirksamkeit des Budgets, es gibt auch längerfristige Effekte.

Es gibt angebotsseitige Effekte: Eine nachhaltige Budgetkultur, eine nachhaltige Finanzierung des Staates, schafft auch Vertrauen bei den Investoren. Man erlebt jetzt in Deutschland, was passiert, wenn man dieses Vertrauen in die Budgetpolitik nicht mehr hat. Das ist kein keynesianischer Effekt: Mein Kollege Eichel, der sich enorm Mühe gibt, könnte auch sagen, dass die Defizite der Wirtschaft helfen, und trotzdem sagt die Wirtschaft, dass sie kein Vertrauen habe, solange diese Defizite bestehen. Das ist halt so.

Der zweite Punkt betrifft die nächste Generation: Wir können uns jetzt auf Kosten der nächsten Generation verschulden, aber Sie werden damit das Wachstum der Wirtschaft Ihrer Kinder verunmöglichen.

In den Neunzigerjahren hatten wir eigentlich auch eine schwierige konjunkturelle Situation und fuhren einen restriktiven Budgetkurs, aber der wurde von einer relativ grosszügigen Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank flankiert. Sie wissen: Wir haben in kürzester Zeit wieder Wachstum erreicht. 1997 wuchs die Wirtschaft schon wieder, ohne dass wir es schon wussten, und wir haben die Arbeitslosigkeit in kürzester Zeit - ich habe es schon gesagt - von über 5 Prozent auf unter 2 Prozent reduziert. Ich schliesse nicht aus, dass das mit einer vertrauenswürdigen Finanz- und Fiskalpolitik auch jetzt wieder gelingen wird. Aber nachher, wenn wir in die Aufschwungphase kommen, ist ein restriktiver Budgetkurs eben vertretbar.

Was tun wir jetzt? Wir haben ein expansives Budget. Wenn Sie noch die versteckten Dinge dazu nehmen, die nicht in der Staatsrechnung figurieren, die aber staatsfinanzenrelevant sind - ich nenne das Defizit des FinöV-Fonds von 1,3 Milliarden Franken und das Defizit der Arbeitslosenversicherung im nächsten Jahr, das leider wahrscheinlich auch in der Grössenordnung von 1,3 Milliarden Franken liegen wird -, stellen Sie fest, dass wir zusammen mit dem Defizit einen Fiskalimpuls von über 5 Milliarden Franken haben, der der Wirtschaft hilft. Wenn Defizite die Wirtschaft retten würden, müsste es uns jetzt schon wunderbar gehen!

Ich komme noch kurz zum Personalwesen und werde mich dann beim Antrag Zuppiger dazu noch im Detail äussern. Die Kosten beim Personal sind gestiegen, aber nicht wegen einer verlotterten Personalpolitik, sondern aus verschiedenen Gründen: Sie haben jetzt die Kostentransparenz, indem wir die Arbeitgeberbeiträge für die Pensionskasse nicht mehr schuldig bleiben. Wir legen die über Sachkredite bezahlten Personalkosten transparent offen, die früher versteckt waren. Wir haben in der Bundesverwaltung wegen den anspruchsvolleren Aufgaben auch von Jahrzehnt zu Jahrzehnt eine höhere Qualifikation des Personals. Wir haben natürlich in gewissen Bereichen Personal zulegen müssen, zum Beispiel im Kontrollwesen der EBK. Ich will jetzt aus Zeitgründen nicht auf das Votum von Herrn Kaufmann eingehen, aber dort hat es mehr Bedürfnisse; dies auch bei EffVor, das ist ein Beschluss, den Sie gefällt haben, nicht wir.

Bei den eigentlichen Kosten für das Personal sind nur 0,8 Prozent eingestellt, die wir für den Teuerungsausgleich geben können. Alles andere hat mit den "Garantiefrauen" zu tun, mit Pensionskosten, mit Frühpensionierungen über Sozialpläne, nicht mit den normalen Frühpensionierungen, mit Verwaltungskosten der Publica usw., mit Kosten, für die das Personal selber nichts kann.

Es besteht ein Controlling, Herr Walter, für diesen Abbau, den wir in dieser Periode vorsehen - 1 Prozent, 2 Prozent und 3 Prozent. Das werden wir aufbauen, und wir werden nach Möglichkeiten suchen. Ich kann Ihnen sagen, das wird hart werden. Aber es war bisher immer eine Ehrensache, die Personalkosten nie zu überschreiten, und sie wurden in der letzten Zeit nie überschritten. Wir wollen das auch so halten.

Ich will aus Zeitgründen, damit Sie wirklich um zehn vor eins gehen können und Ihre Kommissionssprecher noch etwas sagen können, auf Äusserungen zu den ausserordentlichen Ausgaben verzichten und nur noch etwas zu diesem "Korsett" sagen. Es ist natürlich sehr unangenehm, wenn man nicht mehr ausgeben kann, als man einnimmt. Aber das ist in jeder Firma normal, das ist in jeder Familie normal. Wenn man das als "Korsett" bezeichnet, finde ich das nicht korrekt. Das ist ja genau das, was das Volk von uns erwartet. Aber wenn wir dann halt Dinge, die wichtig sind, realisieren wollen, müssen wir das durch Prioritätensetzung machen. Wir werden nicht mehr alles tun können, hier gebe ich Herrn Schlüer Recht. Wir müssen Prioritäten schaffen. Aber diese viel gescholtene Schuldenbremse ist gar nicht so hart. Erstens einmal ist sie quotenneutral. Wenn Sie Mehreinnahmen beschliessen, weil Sie in einem Bereich mehr ausgeben wollen, dann macht die Schuldenbremse mit. Denn wenn Sie mehr einnehmen, dürfen Sie mehr ausgeben.

Wenn Sie die Schuldenbremse einfach wirken lassen, ohne die Steuern zu verändern, werden die Einnahmen langfristig ungefähr mit dem realen Wirtschaftswachstum wachsen, das heisst, Sie können jedes Jahr im Staat real ein bisschen mehr ausgeben, ohne dass die Schuldenbremse das verunmöglicht. So gesehen ist sie eigentlich ein sehr korrektes Instrument, das erst noch auf die verschiedenen konjunkturellen Lagen Rücksicht nimmt. Aber ich muss natürlich sagen, dass Sie es auch relativ pingelig einsetzen müssen, und das ist nicht so angenehm. Wenn Sie heute sagen, es komme nicht so sehr auf 200 Millionen Franken an, dann werden Sie morgen sagen, es komme nicht auf 300 Millionen an, und irgendwann wird alles verlottern. Es stand schon bisher in der Verfassung, dass man die Staatsrechnung auf Dauer ausgleichen sollte - das hat nichts genützt, nicht wahr! -, und dann wird die Schuldenbremse ihre Wirkung nicht mehr haben. Dann würde, wahrscheinlich zu Recht, im Volk ein grosser Unmut herrschen. Man müsste dann wirklich zu "Korsetten" greifen, die jedoch auf der andern Seite wiederum zu wenig flexibel wären.

Ich darf hier Frau Marty Kälin noch sagen, dass ich die Erhöhung der Kreditsperre in der Kommission unterstützt habe, weil das Budget wegen der Entscheide, die Sie als Erstrat im Entlastungsprogramm gefällt haben, nicht mehr schuldenbremsenkonform war. Jetzt wird das der Fall sein, wenn Sie in der Detailberatung keine Aufstockungen machen. Deshalb werde ich Ihnen dann empfehlen, die Kreditsperre so zu belassen, wie sie der Bundesrat vorgeschlagen hat.

Ich möchte noch eine letzte, politische Bemerkung machen: Die SVP-Vertreter sagten, sie könnten nicht zu diesem Budget stehen und würden diesem Budget nicht zustimmen. Sie haben - und das akzeptiere ich - in der Kommission Anträge zur Einsparung von etwa 400 Millionen Franken gestellt. Die Erhöhung der Kreditsperre kam durch. Aber sogar wenn Sie mit allen Anträgen durchgekommen wären, hätte dieses Budget nicht eine völlig andere Qualität und würde immer noch ein Defizit von 3 Milliarden Franken aufweisen. Jetzt ist die Frage, ob Sie ein Budget, das in der Grössenordnung immer noch gleich schlecht ist, nur wegen der Ablehnung Ihrer Anträge nicht genehmigen wollen. Die Sozialdemokraten könnten nämlich hier das Gleiche tun und sagen, weil Frau Marty Kälin untergegangen sei - ich sage: zum Glück, und meine natürlich den Antrag, nicht Frau Marty Kälin selber! -, müsse man bei der Armee noch ein paar Hundert Millionen Franken sparen. Wenn dann die Linke und die Grünen auch noch sagen - die Grünen haben es ohnehin schon gesagt -, dass sie dem Budget nicht zustimmen, dann stehen wir vor der Situation, dass zwei grosse Gruppen ihre Verantwortung nicht wahrnehmen, indem sie sagen: Weil ihr nicht genau das gemacht habt, was wir wollen, stimmen wir gegen das Ganze und richten in diesem Lande Schaden an.

Das ist, was ich bei dieser politisch polarisierten Landschaft befürchte: dass man sich in der Zukunft auf solche Dinge versteift und eigentlich am Schluss gar nichts tut, nur weil die einen mehr und die anderen weniger wollen, und dass wir so eigentlich die Probleme des Landes überhaupt nicht mehr lösen können. Deshalb meine ich, es gehöre auch zur Verantwortung, dass man z. B. einem Budget, das in der nächsten Zeit die Grundlage für die Wirtschaft und den Finanzplatz ist, aber auch aufgrund des Vertrauens, das man hat, auch einmal zustimmt - vielleicht, indem man einen Moment lang die Nase zuhält -, wenn es nicht auf Franken und Rappen genau dem entspricht, was man selber möchte, vor allem, wenn man es kurzfristig gar nicht verändern kann.

In diesem Sinne bitte ich Sie, den Antrag Zisyadis zurückzuweisen. Mehr einzunehmen ist kurzfristig noch weniger möglich als noch mehr wegzusparen, und es wäre auch nicht richtig.

Binder Max · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Herr Bundesrat, Frau Marty Kälin möchte Ihnen aufgrund des Artikels 42 des Geschäftsreglements "eine kurze und präzise Zwischenfrage" stellen.

Marty Kälin Barbara · Mit-F · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo socialista

Herr Villiger, Sie haben gesagt, dass wir auf Kosten der nachfolgenden Generation leben. Ich möchte von Ihnen wissen, ob Sie nicht auch glauben, dass unser Verhalten unter dem Spardruck, unser Verhalten der Umwelt und unseren Lebensgrundlagen gegenüber, die nachfolgenden Generationen ungleich mehr belastet, weil diese Schäden irreparabel sind oder irreparabel sein können - im Unterschied zu einer vorübergehenden Verschuldung des Staates.

Villiger Kaspar · BR-M · Consiglio federale · Lucerna

Diese Annahme wäre dann richtig, wenn unsere heutige Politik wirklich zu solchen untragbaren Schäden führen würde, was ich so nicht glaube. Aber ich stimme Ihnen im Grundgedanken zu, dass nicht die Finanzpolitik das Einzige sein darf, was im Lande nachhaltig sein muss, es gibt durchaus auch andere Dinge, die nachhaltig sein müssen. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass ich auch eine nachhaltige Sozialpolitik für etwas Wichtiges halte, weil zum Beispiel auch soziale Stabilität ein Wirtschaftsfaktor ist, den wir nicht unterschätzen dürfen.

Marti Werner · Mit-M · Consiglio nazionale · Glarona · Gruppo socialista

Ich möchte mich nur auf einige wenige Punkte beschränken - erstens einmal zur Frage der Altlasten, die sich hier nun im Budget niederschlagen. Hier muss ich einfach noch einmal allen in Erinnerung rufen, dass diese Altlasten auf Entscheide zurückzuführen sind, die wir einmal gefällt haben. Man hat beispielsweise bei den Pensionskassen einmal gesagt, in dem System, das wir hätten, sei es sinnvoll, die Pensionskassen nicht ganz auszufinanzieren. Wir haben nun - auch im Rahmen der Auslagerung der Regiebetriebe - einen Systemwechsel beschlossen. Was nun unter diesem Titel folgt, sind die Folgekosten, das sind die Kosten dieser Entscheide. Die Liberalisierung von Post, Swisscom und SBB hat eben auch diese andere Seite der Bilanz, und das sind die Kosten, die hier nun zu Buche schlagen. Das muss man wissen, dazu muss man auch stehen, und man muss da auch ehrlich sein.

Herr Weyeneth, eine solche Altlast - im Sinne einer "Junglast", denn das haben wir erst kürzlich beschlossen - ist natürlich auch der Beschluss bezüglich Skyguide. Dieser schlägt nun hier zu Buche. Man kann entweder zahlen oder muss andere Lösungen suchen bzw. einmal gefasste Entscheide rückgängig machen. Das wäre der erste Punkt.

Zu den Personalausgaben kann ich mich kurz fassen, denn da hat Bundesrat Villiger bereits das Seine dazu beigetragen. Ich möchte einfach darauf hinweisen, dass diese Ausführungen fast auf Franken und Rappen genau auf den Seiten 58 und 59 der Botschaft enthalten sind. Es stört mich dann schon etwas, wenn man einfach wieder permanent etwas anderes sagt, obwohl schwarz auf weiss - oder schwarz auf grün, wie das bei dieser Botschaft der Fall ist - mehrfach das Gegenteil ausgewiesen wurde.

Ein weiterer Punkt ist die Frage, inwieweit wir im Rahmen unserer Budgetberatung noch frei sind. Das hat uns in der Finanzkommission natürlich sehr beschäftigt. Ich denke, der Weg, den wir hier gefunden haben, ist korrekt. Man kann hier nicht von kreativer schweizerischer Finanzpolitik sprechen. Das stützt sich auf die Beschlüsse und die gesetzlichen Grundlagen ab, für die wir uns im Rahmen des Entlastungsprogramms entschieden haben. Es ist auch volkswirtschaftlich sinnvoll, dass man auf diese Art und Weise verfährt und nicht noch weiter geht.

Ein Anliegen, da stimme ich Herrn Kaufmann vollumfänglich zu, ist dasjenige der Transparenz. Es braucht nicht nur Transparenz, sondern es braucht auch Kontinuität der Budgetierung und der Rechnungsführung. Für uns als Finanzkommission ist es je länger, je mehr ein Suchen nach Zahlen. Das sollte nicht sein. Das Zahlenmaterial sollte auch für uns so präzis, so transparent aufgearbeitet werden, dass man auch als Parlamentarier ohne grosse Mühe nachvollziehen kann, was nun wirklich gemacht wurde.

Wenn ich schon beim Zustimmen bin, muss ich - vermutlich auch im Namen der Finanzkommission - Herrn Walter zustimmen, dass es nicht nur an der Finanzkommission liegt und liegen kann, den Bundeshaushalt ins Gleichgewicht zu bringen, sondern dass da natürlich auch alle anderen Kommissionen gefordert sind. Ich bin froh, dass Herr Walter nun in die Kommission für Wirtschaft und Abgaben wechselt, die ja erheblichen Einfluss auf das Gleichgewicht der Finanzen hat.

Als Letztes noch zum Rückweisungsantrag Zisyadis: Der Antrag lag der Kommission nicht vor. Ich beantrage Ihnen aber, diesen Antrag abzulehnen. Er ist aus meiner Sicht schlichtweg nicht möglich. Wir können im Rahmen dieses Budgetprozesses keine neuen Einnahmen generieren. Das würde nichts anderes heissen, als dass wir kein Budget haben.

Binder Max · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Eintreten ist obligatorisch

L'entrée en matière est acquise de plein droit

Abstimmung - Vote

Für den Antrag Zisyadis .... 26 Stimmen

Dagegen .... 109 Stimmen

Präsident (Binder Max, Präsident): Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass Einzelanträge zum Voranschlag in Kategorie IV, das heisst also schriftlich begründet, bis Montag, 8. Dezember, 15.00 Uhr, eingereicht werden können.

Die Beratung dieses Geschäftes wird unterbrochen

Le débat sur cet objet est interrompu

Schluss der Sitzung um 12.50 Uhr

La séance est levée à 12 h 50