25.075
Legge federale sui sistemi d’informazione delle assicurazioni sociali (LSIAS)
Page Pierre-André · P-M · Consiglio nazionale · Friburgo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Antrag der Mehrheit
Eintreten
Antrag der Minderheit
(de Courten, Aeschi, Amaudruz, Glarner, Graber, Gutjahr, Hess Erich, Thalmann-Bieri)
Nichteintreten
Antrag der Minderheit
(Aeschi, Amaudruz, de Courten, Glarner, Graber, Gutjahr, Thalmann-Bieri, Wyssmann)
Rückweisung der Vorlage an den Bundesrat
mit dem Auftrag, angesichts der zwanzig Kantone, die das Bundesgesetz über Informationssysteme in den Sozialversicherungen (BISS) in der Vernehmlassung ablehnen, die Anliegen der Kantone und der kantonalen Ausgleichskassen in der Vorlage zu berücksichtigen, insbesondere die Entwicklung einer effizienteren und kostengünstigeren dezentralen elektronischen Plattform unter Einbezug der Durchführungsstellen bei der Entwicklung und dem Betrieb.
Proposition de la majorité
Entrer en matière
Proposition de la minorité
(de Courten, Aeschi, Amaudruz, Glarner, Graber, Gutjahr, Hess Erich, Thalmann-Bieri)
Ne pas entrer en matière
Proposition de la minorité
(Aeschi, Amaudruz, de Courten, Glarner, Graber, Gutjahr, Thalmann-Bieri, Wyssmann)
Renvoyer le projet au Conseil fédéral
avec mandat de prendre en considération les demandes des cantons, vu que vingt cantons ont rejeté le projet de loi fédérale sur les systèmes d'information des assurances sociales (LSIAS) lors de la consultation, et des caisses cantonales de compensation, en particulier la demande visant à développer une plateforme électronique décentralisée plus efficiente et meilleur marché et d'impliquer les organes d'exécution lors du développement et de l'exploitation de cette plateforme.
Rechsteiner Thomas · Mit-M · Consiglio nazionale · Appenzello Interno · Il Gruppo del Centro. Alleanza del Centro. PEV.
Ich werde meine Ausführungen dreiteilen: Zuerst spreche ich zum Inhalt und zur Wirkung der Vorlage, dann zum Nichteintreten und zur Rückweisung und am Schluss zum Antrag der Kommission.
Zum Inhalt der Vorlage:
1. Mit dem Bundesgesetz über Informationssysteme in den Sozialversicherungen (BISS) wird die Grundlage für eine durchgängige elektronische Kommunikation in den Sozialversicherungen der ersten Säule geschaffen. Im Zentrum stehen die Digitalisierung der ersten Säule, also der AHV und vor allem der IV, sowie die Einbindung weiterer Sozialversicherungen gemäss dem Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) über entsprechend angepasste gesetzliche Bestimmungen. Die Vorlage definiert klare Rahmenbedingungen für Plattformen, Identitätsnachweise sowie Datenschutz und Datensicherheit. Wichtig ist: Für Versicherte bleibt die Nutzung freiwillig, während Durchführungsstellen und professionell tätige Akteure zur elektronischen Kommunikation verpflichtet werden. Kernstück ist eine zentrale E-Plattform für die erste Säule als einheitlicher Zugangspunkt.
2. Technische Aspekte inklusive Interoperabilität: Die heutige IT-Landschaft im Bereich der ersten Säule ist historisch gewachsen, fragmentiert und wenig standardisiert. Unterschiedliche IT-Pools der Ausgleichskassen und IV-Stellen kommunizieren oft nicht automatisiert miteinander. Die Vorlage setzt hier an und verlangt einen standardisierten, strukturierten und automatisierten Datenaustausch über definierte Schnittstellen. Dadurch wird Interoperabilität zwischen den Systemen sichergestellt. Die Authentifizierung erfolgt über eine anerkannte elektronische Identität, was einen sicheren Zugang ermöglicht. Gleichzeitig bleibt die dezentrale Struktur der Sozialversicherungen erhalten, während die Kommunikation über Plattformen harmonisiert wird. Dies schafft die Grundlage für moderne Anwendungen, etwa datenbasierte Prozesse, und den Einsatz neuer Technologien.
3. Zu den Kosten der Vorlage: Für die Entwicklung der E-Plattform und der digitalen Dienstleistungen rechnet der Bund mit Investitionskosten von rund 15 Millionen Franken. Diese werden unterschiedlich durch den Ausgleichsfonds von AHV und IV getragen und belasten den Bundeshaushalt nicht direkt. Dem gegenüber stehen erhebliche Einsparpotenziale: Bereits heute fallen jährlich rund 25 Millionen Franken an Portokosten an. Hinzu kommen Verwaltungskosten von rund 10 Millionen Franken für manuelle Dienstleistungen. Die Digitalisierung ermöglicht hier langfristig substanzielle Effizienzgewinne.
4. Zum Nutzen für die Versicherten: Für die Versicherten - es geht um alle, die AHV-Beiträge zahlen - bringt die Vorlage vor allem Transparenz und Geschwindigkeit. Künftig können sie ihre AHV-Beiträge online einsehen, Beitragslücken erkennen und provisorische Rentenberechnungen unmittelbar durchführen lassen. Der Zugang erfolgt einfach, sicher und ohne Medienbrüche. Insgesamt stärkt die Vorlage die Nachvollziehbarkeit, verbessert den Service und schafft einen zeitgemässen digitalen Zugang zu zentralen Leistungen der Sozialversicherungen.
Unsere Kommission hat Anhörungen organisiert und auf die Rückmeldungen der Vernehmlassung reagiert. Es ist ein Nichteintretensantrag vorhanden, den die Kommission mit 16 zu 8 Stimmen abgelehnt hat. Die Kommission hat ihn beraten; er ist vom Ergebnis der Vernehmlassung motiviert. Zentralisierungsängste und mögliche Umsetzungsprobleme sind zusätzliche Argumente für diesen Antrag. Letztlich soll kein neues Gesetz geschaffen werden, sondern alles in den bestehenden Gesetzen abgebildet werden. Das ist die Begründung für diesen Antrag.
Es gibt einen Rückweisungsantrag, der in der Kommission mit 15 zu 8 Stimmen abgelehnt worden ist. Mit dem Auftrag, die Kantone besser einzubinden und eine dezentrale Lösung zu favorisieren, soll die Vorlage zurückgewiesen werden. Ich informiere Sie dann erneut in der Detailberatung, wo diese Kritikpunkte eingearbeitet worden sind, sofern der Rückweisungsantrag nicht angenommen wird. Die Kommission hat den Rückweisungsantrag mit 15 zu 8 Stimmen abgelehnt.
Im Namen der Kommission bitte ich Sie, auf die Vorlage einzutreten, keine Rückweisung vorzunehmen und das Geschäft zu beraten.
Prelicz-Huber Katharina · Mit-F · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo dei Verdi
Herr Kollege, ich habe eine Rückfrage, die das Eintreten betrifft: Sie haben vorhin die Digitalisierung erwähnt, die freiwillig bleibt. Wurde auch diskutiert, dass es für jene kostenlos bleiben soll, die weiterhin die papierne Variante beziehen wollen?
Rechsteiner Thomas · Mit-M · Consiglio nazionale · Appenzello Interno · Il Gruppo del Centro. Alleanza del Centro. PEV.
Besten Dank für diese Frage. Wir haben die Kosten thematisiert, die beim Ausgleichsfonds sowie bei der AHV und der IV anfallen. In Bezug auf Kosten für jene, die analog bleiben wollen, ist festzuhalten, dass die Kosten unverändert bleiben sollen. Ich erinnere mich nicht daran, dass in der Kommission etwas anderes diskutiert worden wäre, d. h., es soll weiterhin kostenlos sein.
Piller Carrard Valérie · Mit-F · Consiglio nazionale · Friburgo · Gruppo socialista
La loi fédérale sur les systèmes d'information des assurances sociales (LSIAS) pose les bases légales nécessaires à une procédure administrative électronique dans les assurances sociales du premier pilier et les allocations familiales. Elle vise, d'une part, à faciliter l'accès des citoyens à leurs données et, d'autre part, à permettre aux autorités d'échanger des données de manière automatisée et sécurisée.
Aujourd'hui, le constat est simple : le système est devenu complexe et fragmenté. Les organes du premier pilier fonctionnent avec plusieurs pools informatiques, auxquels s'ajoutent encore les systèmes propres aux autres assurances sociales, avec pour résultat des échanges peu standardisés, peu automatisés et souvent inefficaces. La LSIAS apporte une réponse concrète à cette situation. Elle permet de standardiser et d'automatiser la communication électronique, tout en garantissant la sécurité des données.
Au coeur du projet se trouve une plateforme électronique du premier pilier, gérée par la Centrale de compensation. Dès 2028, les assurés pourront, en s'authentifiant avec une identification électronique, consulter leurs données, vérifier leurs cotisations AVS, identifier d'éventuelles lacunes et obtenir une estimation de leur rente. Ils pourront également choisir de recevoir leurs documents de manière numérique. J'ajoute un point important : l'utilisation de cette plateforme restera facultative pour les assurés. En revanche, la communication électronique entre institutions deviendra la norme.
Sur le plan financier, le projet représente un investissement d'environ 15 millions de francs, financé par les fonds des assurances sociales, sans impact sur le budget de la Confédération. Il permettra surtout de réaliser des économies significatives d'environ 25 millions de francs de frais postaux par an, auxquels s'ajoutent environ 10 millions de coûts administratifs, soit 35 millions de francs d'économies.
La commission a examiné ce projet de manière approfondie. Elle a entendu les organes d'exécution, les assureurs, les partenaires sociaux ainsi que le préposé fédéral à la protection des données et à la transparence. Elle soutient clairement la numérisation, tout en insistant sur un point essentiel : le respect du fédéralisme et des compétences actuelles.
La minorité Aeschi demande le renvoi au Conseil fédéral pour une meilleure prise en compte des demandes des cantons et des caisses cantonales de compensation, notamment celle de développer une plateforme électronique décentralisée plus efficiente et moins chère. L'idée sous-jacente est de charger l'administration de soumettre un nouveau projet qui ne passe pas par la création d'une nouvelle loi spéciale, comme c'est le cas avec la loi que nous vous présentons aujourd'hui. Une autre demande de renvoi au Conseil fédéral a été déposée en commission. En effet, il y avait une certaine inquiétude sur un éventuel changement d'attribution dans les tâches, compétences et responsabilités de la Centrale de compensation et des organes d'exécution.
Ces préoccupations ont été prises au sérieux. Deux rapports complémentaires ont été demandés au Conseil fédéral. Leurs conclusions sont claires : il n'y a pas de transfert de compétences, mais une consolidation du système existant, dans le respect du principe de responsabilité partagée. Concernant la création d'une loi spécifique, la LSIAS garantit la transparence, renforce la sécurité juridique et évite une réglementation dispersée. Renoncer à cette loi risquerait de retarder et compliquerait la numérisation du premier pilier. Ce projet est nécessaire et pragmatique. Il permet de simplifier les démarches pour les assurés, d'améliorer l'efficacité administrative et de réduire les coûts.
La commission est entrée en matière, par 16 voix contre 8 et 0 abstention, et a rejeté la proposition de renvoi, par 15 voix contre 8 et 0 abstention.
Au nom de la commission, je vous invite donc à entrer en matière sur cet objet et à refuser la proposition de renvoi.
de Courten Thomas · Mit-M · Consiglio nazionale · Basilea-Campagna · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Ich beantrage Ihnen heute, sich auf kein neues IT-Abenteuer im Bereich der Sozialversicherungen einzulassen und auf diese Vorlage nicht einzutreten. Als Minderheit haben wir bereits in der Kommission darauf hingewiesen, dass keine klare Notwendigkeit für den Erlass eines neuen Gesetzes besteht. Wir sind der Auffassung, dass eine Anpassung der bestehenden Regelungen im ATSG und in den bestehenden Spezialgesetzen möglich und vor allem sinnvoller ist. Die Vorlage des Bundesrates sieht diese Änderungen ebenfalls bereits im ATSG, AHVG, IVG, ELG, UVG, MVG, EOG, FLG, FamZG, AVIG und BGEID vor. Ein zusätzliches Spezialgesetz macht keinen Sinn.
Die Absicht des Bundesrates ist die Schaffung einer E-Plattform der ersten Säule, um eine Zentralisierung der heutigen Informationssysteme der Kantone und der Durchführungsstellen zu erreichen. Alle entsprechenden Kompetenzen sollen aus der heute dezentralen Struktur an den Bund verlagert werden, einschliesslich aller organisatorischen Bestimmungen zu den Informationssystemen sowie zu deren Finanzierung, Aufsicht und Kontrolle. Damit greift der Bundesrat, ich muss es betonen, einmal mehr in die föderalen Strukturen der Schweiz ein. Er zwingt die Kantone mit einem weiteren grossen IT-Projekt des Bundes in ein neues System, was erfahrungsgemäss mit grösseren Risiken verbunden ist. Die gewachsenen und funktionierenden Strukturen in den Kantonen sollen ausgehebelt und durch eine zentral gesteuerte Plattform mit vorgegebenen Eckwerten und Strukturen ersetzt werden. Damit demontieren wir ein weiteres Mal unser föderalistisches Erfolgsmodell. In der Vernehmlassung waren 20 Kantone gegen die Vorlage. Es gab auch sonst sehr viel Kritik. Auf eine solche Vorlage gibt es unseres Erachtens deshalb nur eine Antwort: Nichteintreten.
Die beabsichtigten Regulierungen könnten alle in die bestehenden Gesetze eingefügt werden. Die Bestimmungen zur E-Plattform der ersten Säule könnten ins AHVG eingefügt werden; alle übrigen Spezialgesetze könnten um entsprechende Verweise ergänzt werden. So könnten sie auch in den übrigen Sozialversicherungen der ersten Säule und dem Familienzulagensystem Anwendung finden.
Die gesamtschweizerisch verwendbaren Informationssysteme wären im bestehenden Gesetz derjenigen Versicherung zu regeln, welche das Informationssystem am meisten nutzt. In den Gesetzen der übrigen Versicherungen, welche das Informationssystem ebenfalls nutzen, wäre auf das Informationssystem und seine Regelungen zu verweisen, um den datenschutzrechtlichen Anforderungen Rechnung zu tragen.
Die organisatorischen Bestimmungen könnten ebenso in den bestehenden Spezialgesetzen angepasst werden. Die Finanzierung eines Informationssystems sollte sicher auch in jenem Gesetz geregelt werden, in welchem das Informationssystem an sich geregelt wird. Die Bestimmungen des neuen Bundesgesetzes über Informationssysteme in den Sozialversicherungen (BISS) wären nach unserer Auffassung stringenter im Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) zu verankern, sodass die Regelungen für alle Sozialversicherungen verbindlich werden.
Deshalb bitte ich Sie, nicht auf diese Vorlage einzutreten.
Aeschi Thomas · Mit-M · Consiglio nazionale · Zugo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Die SVP-Fraktion begrüsst grundsätzlich die Digitalisierung bei der ersten Säule und der Verwaltung der Familienzulagen. Ebenfalls begrüssen wir, dass die Durchführungsstellen, also die Verbands- und kantonalen Ausgleichskassen, neu in die Entwicklung und den Betrieb der digitalisierten Plattformen mit einbezogen werden.
Trotzdem beantragen wir die Rückweisung der Vorlage an den Bundesrat wegen folgendem zentralen Punkt, der hineingebracht wurde: Wir sagen Nein zu einer Zentralisierung unter technischen Vorwänden. Das Hauptanliegen, dass Versicherte einfach, schnell und sicher über das Internet auf ihre Daten zugreifen können, um dort ihre geleisteten AHV-Beiträge einzusehen und Informationen über allfällige Beitragslücken abzurufen, lässt sich auch mit einem elektronischen Datenaustausch zwischen den verschiedenen Durchführungsstellen der AHV, also den Verbands- und kantonalen Ausgleichskassen sowie der Zentralen Ausgleichsstelle (ZAS), erreichen. Hierzu braucht es einzig eine Revision des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), aber nicht ein neues Bundesgesetz über Informationssysteme in den Sozialversicherungen (BISS).
Die aktuelle Gesetzesvorlage zum BISS führt unter technischen Vorwänden zu einer De-facto-Zentralisierung des derzeitigen Systems. Dabei geht wichtiges Praxiswissen der unabhängigen Durchführungsstellen verloren. Auch ist zu befürchten, dass die Bedürfnisse der Versicherten und Mitglieder zukünftig weniger berücksichtigt werden und die heutigen, aufgrund des Wettbewerbs unter den Kassen kosteneffizienten Abläufe durch ineffiziente, schwerfällige und verbürokratisierte Prozesse ersetzt werden. Die heutige vielfältige Systemlandschaft bei den Verbands- und kantonalen Ausgleichskassen ist eine Garantin für Bürgernähe und für eine gesunde Konkurrenz zwischen den verschiedenen Anbietern um innovative Lösungen.
Eine Zentralisierung der IT beim Bund führt jedoch - und hier gibt es Unmengen von Beispielen - leider oft zu teuren, ineffizienten und bürokratischen Anwendungen. Noch immer nicht gelöst ist beispielsweise die schwerwiegende Funktionsstörung, die bei der neuen, zentralisierten Zahlungsplattform der Arbeitslosenversicherung aufgetaucht ist.
Entsprechend bitte ich Sie, die Rückweisung an den Bundesrat zu unterstützen, damit die Einrichtung eines standardisierten Austauschs von AHV-Daten ermöglicht wird, nicht jedoch über eine zentralisierte Plattform in den Händen des Bundes, sondern vielmehr auf Basis der bereits von den Ausgleichskassen entwickelten Lösungen. Es gilt, Doppelspurigkeiten zu vermeiden und unnötige Kosten zu verhindern, die letzten Endes den Arbeitgebern, den Kantonen und damit den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern aufgebürdet werden.
Danke für die Unterstützung unseres Rückweisungsantrags zugunsten einer effizienten und kostengünstigen dezentralen elektronischen Plattform unter Einbezug der Durchführungsstellen bei der Entwicklung und dem Betrieb; sagen Sie damit Nein zu einer weiteren Zentralisierung beim Bund.
Glarner Andreas · Mit-M · Consiglio nazionale · Argovia · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Sie haben es bereits gehört: Wir beantragen Ihnen, nicht auf die Vorlage einzutreten, und sollten Sie dies nicht gutheissen, die Rückweisung an den Bundesrat.
Die Vorlage soll ein elektronisches Verwaltungsverfahren in den Sozialversicherungen der ersten Säule und bei den Familienzulagen einführen, wobei eine weitere Ausweitung nicht ausgeschlossen ist. Der zweite Schritt wird dann wohl sein, dass auch alle Pensionskassen gezwungen werden, auf die Plattform zu kommen. Damit hätte dann der Staat die vollständige Transparenz über alle Pensionskassenguthaben. Sie wissen, wohin das führen könnte.
Die Durchführungsstellen und die Versicherungsträger sollen verpflichtet werden, untereinander und mit weiteren Akteuren elektronisch über eine gemeinsame Plattform zu kommunizieren. Unter anderem sollen dezentrale Systeme und Instrumente besser verknüpft werden. Bei den kantonalen Ausgleichskassen ist die Sorge sehr gross, dass sie Einfluss verlieren werden. Sie sind der Meinung, dass mit ihren Systemen eine Umsetzung möglich wäre.
Wie Sie wissen, werden hohe Zusatzkosten anfallen, und es wird auch mehr Personal benötigt werden. Der Bund alleine rechnet mit 15 Millionen Franken. Am Ende dürfte die Rechnung erfahrungsgemäss wieder viel höher ausfallen, und die Kosten dürften auf die Bevölkerung abgewälzt werden.
Beim EDI ist die klare Tendenz zu beobachten, Zentralisierung und Steuerung durch Digitalisierung voranzutreiben, was wir entschieden ablehnen. Die bewährten dezentralen Strukturen der kantonalen Durchführungsstellen würden geschwächt. Zudem birgt die grosse Datenkonzentration Risiken für Cyberangriffe und Systemausfälle, was unserer Meinung nach angesichts dieser sensiblen Daten nicht akzeptabel ist. Herr Kollege Aeschi hat bereits erwähnt, was passiert, wenn beim Bund mal was ausfällt.
Dabei hat die Verwaltung bei der Ausarbeitung einmal mehr die zuständigen Akteure zu wenig gewürdigt und den Bedarf der Durchführungsstellen falsch eingeschätzt. Fast alle Kantone schreiben uns, dass die Regelung nicht in einem Spezialgesetz, sondern im AHV-Gesetz oder im ATSG erfolgen solle.
Sie sind auf bestem Weg, wieder einmal ein Gesetz zu beschliessen, das niemand ausser die Bundesverwaltung so richtig will. In Anbetracht der 20 Kantone, die das Bundesgesetz ablehnen, müssen wir die Vorlage mit dem klaren Auftrag an den Bundesrat zurückweisen, die Anliegen der Kantone und der kantonalen Ausgleichskassen, insbesondere die Entwicklung einer effizienteren und kostengünstigen dezentralen elektronischen Plattform unter Einbezug der Durchführungsstellen bei der Entwicklung und dem Betrieb, zu berücksichtigen.
Nicht nur 20 Kantone, auch 37 von insgesamt 67 Vernehmlassungsteilnehmenden lehnen das BISS entschieden ab. Wir warnen davor, eine Vorlage zu verabschieden, die nicht im Interesse der Kantone ist.
Wir alle wissen: Viele IT-Projekte des Bundes sind sehr schlecht gelaufen. Beim Projekt Insieme hatten wir einen Totalausfall, der über 100 Millionen Franken gekostet hat. Die Risiken scheinen hier wieder einmal sehr gross zu sein.
Also: Geben wir dem Bundesrat die Chance, eine Vorlage zu bringen, die die Hauptakteure, nämlich die Kantone, begrüssen können.
Hässig Patrick · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo verde liberale
Wer heute mit einer Sozialversicherung kommuniziert, muss sich vorkommen wie im Jahr 2000 oder vielleicht sogar im Jahr 1990. Viel zu oft passiert die Kommunikation per Post. Dabei vergehen Wochen, und es werden alleine für die Versandgebühren Millionen Franken ausgegeben. Wer einen AHV-Kontoauszug bestellen will, wartet bis zu drei Wochen. Für eine Rentenvorausberechnung dauert es noch länger.
Heute beraten wir deshalb ein Gesetz, das überfällig ist. Das BISS bringt die Sozialversicherungen ins digitale Zeitalter. Die Grünliberale Fraktion unterstützt diese Vorlage ausdrücklich. Die Versicherten profitieren direkt. Sie sehen ihre Beitragskonten auf einen Blick. Sie erkennen frühzeitig, wenn eine Beitragslücke droht. Und sie können freiwillig ihre gesamte Kommunikation mit der AHV, der IV, der EO und der Familienausgleichskasse digital abwickeln. Wer lieber per Post kommuniziert, kann das selbstverständlich weiterhin tun.
Auch die Durchführungsstellen werden entlastet. Die Suva muss heute z. B. sämtliche Verfügungen per Post zustellen, auch an Arbeitgebende, die das längst nicht mehr verstehen und lieber digital kommunizieren würden. Die Koordination zwischen AHV und IV läuft teilweise auch noch über die physische Post. Das ist ineffizient und kostspielig.
Das BISS schafft hier endlich die nötige gesetzliche Grundlage, um die Kommunikation zu modernisieren. Wichtig: Dieses Gesetz ist eine schlanke Lösung. Die Zentrale Ausgleichsstelle kann bei der Erarbeitung der Plattform auf Bestehendem aufbauen. Die Register sind vorhanden, eine Formularlösung existiert bereits. Die Plattform ist eine logische Weiterentwicklung und kein neues IT-Megaprojekt. Der Bund wird sich an diesen Bissen nicht verschlucken. Das BISS ist konsequent auf Standards und Schnittstellen ausgerichtet. Dezentrale Strukturen bleiben erhalten, aber sie kommunizieren künftig elektronisch und standardmässig miteinander. Die Vergangenheit hat klar gezeigt, dass es nicht funktioniert, Standardisierungen über die historisch gewachsenen IT-Pools zu erreichen. Mit dem BISS werden die Lehren daraus gezogen.
Die Digitalisierung der Sozialversicherungen durch das BISS beginnt mit der ersten Säule. Das Gesetz bildet die Basis, auf der anschliessend auch die anderen Sozialversicherungen schrittweise eingebunden werden können.
Ich bitte Sie im Namen der Grünliberalen Fraktion, auf die Vorlage einzutreten und diesem wichtigen Digitalisierungsschritt zuzustimmen.
Porchet Léonore · Mit-F · Consiglio nazionale · Vaud · Gruppo dei Verdi
Je dois vous dire que je ne comprends pas très bien ce débat. Entendez-moi bien : je comprends bien la loi et l'importance de la mettre en oeuvre, mais j'ai un peu de peine à comprendre l'émotion que cela a suscitée au sein de notre commission et que cela suscite aussi au sein de ce Parlement. En effet, je dois quand même rappeler que la loi que nous examinons ce matin, la loi fédérale sur les systèmes d'information des assurances sociales - ou LSIAS, ce qui va, nous, francophones, nous embêter toute la matinée - pose enfin les bases légales nécessaires pour une procédure administrative électronique de bout en bout dans le domaine des assurances sociales du premier pilier et dans les allocations familiales. Les autres assurances sociales pourront aussi être intégrées dans cette communication électronique.
Ce projet tombe sous le sens et, pour cela, j'aimerais simplement relire le constat que le Conseil fédéral a fait dans son message : "Le domaine des assurances sociales ne dispose pas encore de bases légales autorisant une numérisation intégrale, si bien que de nombreux processus se déroulent sur papier" - en 2026, donc - "et sont souvent peu efficaces. Les données sont fréquemment échangées par courriel et au moyen de documents PDF" - toujours en 2026 -, "ce qui empêche leur traitement structuré. Cette situation allonge les temps de traitement, complique le recours à des technologies modernes comme l'intelligence artificielle et empêche une communication électronique moderne." Quand on a dit cela, je trouve qu'on a dit à peu près 95 pour cent de ce qui était important dans ce projet de loi, c'est-à-dire qu'il tombe sous le sens. Surtout, grâce à la numérisation, nous essayons, par le biais de ce projet, de faciliter l'accès des assurées et des assurés à ces informations, parce que le problème des lacunes de cotisation prend de plus en plus d'ampleur et ce phénomène s'explique souvent par un manque de connaissances et une sensibilisation insuffisante à la prévoyance vieillesse. Grâce aux relevés numériques annuels et faciles à comprendre, nous pourrons renforcer les connaissances des assurées et des assurés et ainsi les sensibiliser davantage à la prévoyance vieillesse. De plus, par voie numérique, l'automatisation permet de réaliser énormément d'opérations d'efficience et n'entraîne pas de coûts supplémentaires significatifs. C'est même le contraire, puisque nous allons pouvoir économiser grâce à cette efficience. Et tout cela se fait sans obligation.
Évidemment, dès qu'il y a changement, il y a résistance au changement. La nouveauté peut faire peur. Je dois aussi vous dire, sans détailler les débats secrets, qu'en commission le combat d'ego ou plutôt de pouvoir auquel on a assisté entre les caisses était quand même assez représentatif de ce qui se joue vraiment ici. Certaines caisses ne souhaitent pas confier une partie - une petite partie - de leur gestion sur le plan fédéral, alors que le know-how pour gérer des systèmes informatiques est long à développer. Il est donc indispensable qu'il soit confié à des personnes qui puissent le faire sur le long terme, avec compétence et de manière coordonnée. Il n'est pas réaliste de penser que chaque caisse pourra développer ces compétences.
Ce que propose ce projet est donc à la fois logique, pratique et économique. Les résultats de la consultation mentionnent globalement le besoin de numérisation, puisque les participants et les participantes ont approuvé la volonté de la Confédération en matière de numérisation. De plus, une large majorité s'est prononcée en faveur d'une plateforme commune. Il n'y a donc pas de raison de ne pas entrer en matière.
La minorité Aeschi proposant le renvoi met en avant le fait que 20 cantons refuseraient le projet. Je peux vous citer d'autres lois où la majorité des cantons refuse le projet, par exemple la taxe sur les urgences hospitalières, face auxquelles la majorité a dit : "tant pis pour les cantons". C'est important de dire que les cantons ne sont pas opposés à ce projet, car ils souhaitent davantage de numérisation ; ils sont opposés au fait qu'il y ait une loi spéciale. On se retrouve donc dans une situation technique, d'autant plus qu'il a été reconnu qu'il était plus judicieux de régler cela dans une loi spéciale. Cette variante serait moins complexe et moins bureaucratique. Cela devrait soulager mes collègues bourgeois de l'hémicycle. Il n'y a donc aucune raison valable de renvoyer le projet au Conseil fédéral, et encore moins de refuser l'entrée en matière.
Je vous invite donc à suivre le vote du groupe des Verts et d'entrer en matière.
Marti Samira · Mit-F · Consiglio nazionale · Basilea-Campagna · Gruppo socialista
Die SP-Fraktion unterstützt das Digitalisierungsbestreben in der ersten Säule und wird auf dieses Geschäft eintreten. Schliesslich ist das Vorhaben dieses Geschäfts ein Gebot der Stunde. Die fehlende Digitalisierung kostet den Ausgleichsfonds viel Geld. Heute bezahlen wir jährlich 10 Millionen Franken an die Ausgleichskassen als Entschädigung für die Zustellung der Auszüge aus den individuellen Konten und der Rentenvorausberechnungen. Dazu kommen 25 Millionen Franken an Portokosten; auch diese bezahlen wir via Ausgleichsfonds. Mit der elektronischen Kommunikation zwischen den verschiedenen Behörden und den Versicherten können zumindest Teile dieser Kosten eingespart werden.
Ich möchte ein paar Worte zur Begründung des Rückweisungsantrags verlieren: Die Kantone unterstützen die Digitalisierung der ersten Säule, und es ist den Kantonen klar, dass es dafür eine zentralisierte Lösung braucht. Es stimmt also nicht, dass 20 Kantone gegen diese Vorlage sind, im Gegenteil. In der Vernehmlassung und auch bei den Kantonen sorgte die Frage für Verwirrung, wo diese Digitalisierung geregelt werden soll. Braucht es dafür wirklich ein neues Spezialgesetz, das BISS, oder funktioniert es auch mit Regelungen im ATSG?
Die Kantone waren damals der Ansicht, dass eine Regelung im ATSG schlanker sei als ein neues Gesetz. Und das scheint vielleicht im ersten Moment auch logisch. Allerdings ist die Kommission in den Beratungen zum Schluss gekommen, dass es in diesem Fall genau umgekehrt ist und dass die Regelung im Spezialgesetz die schlankere Variante ist. Eine Regelung im ATSG hätte plötzlich auch private Versicherungen dazu gezwungen, mit der Plattform des Bundes zusammenzuarbeiten; das liegt daran, dass der Geltungsbereich dieses Gesetzes breiter ist. Und das wäre weder die Absicht des Bundesrates noch der Kommission noch dieser privaten Versicherer. Darum hätte es wiederum viele Ausnahmeregelungen gebraucht.
Langer Rede kurzer Sinn: Wir sind zum Schluss gekommen, dass die Regelung in einem Spezialgesetz, dem BISS, und die Umsetzung mit einer digitalen Plattform des Bundes in dieser Form, die jetzt vorliegt, am schlankesten sind. Und das ist auch das Anliegen der Kantone: Sie sind nicht gegen die Digitalisierung der ersten Säule, und sie sind auch nicht gegen diese Plattform. Das möchte ich mit Blick auf die Begründung des Nichteintretensantrags respektive des Rückweisungsantrags sagen.
Mit den jetzt vorgeschlagenen Anpassungen erfolgen auch keine Übertragungen von Rollen und Zuständigkeiten anderer Akteure. Das bestätigt nicht nur das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV), sondern das bestätigen auch die Durchführungsstellen in einem gemeinsam verfassten Bericht. Es gibt also auch keinen Grund, diesbezüglich die Beratungen weiter zu verzögern. Man kann sagen, dass das BSV seine Hausaufgaben gemacht hat. Die Ausgleichskassen werden auch angemessen einbezogen. Wir sehen das dann in der Detailberatung zum Gesetz noch konkreter.
Ich bitte Sie also, auf diese Vorlage einzutreten.
Roduit Benjamin · Mit-M · Consiglio nazionale · Vallese · Il Gruppo del Centro. Alleanza del Centro. PEV.
Lors de la consultation, il a été relevé que l'objectif de la nouvelle loi, à savoir permettre l'accès électronique aux services des assurances sociales, pouvait être atteint de manière simple, rapide et harmonisée par une adaptation des bases légales en vigueur. Cela devrait d'ailleurs être l'objectif majeur de toute loi.
Dans l'ensemble, le groupe du Centre salue l'adaptation des services administratifs à la numérisation croissante, y compris dans le domaine des assurances sociales. Il s'agit d'une étape importante pour rendre les processus plus efficaces et offrir aux citoyens un service adapté à notre époque. Cela a été rappelé : nous sommes en 2026. Il convient ainsi de viser une numérisation continue et sans rupture de média pour toutes les assurances sociales et pas seulement pour le premier pilier ou pour les allocations familiales.
Le groupe du Centre tient toutefois à souligner qu'une transformation numérique ne peut aboutir que si tous les acteurs concernés, en particulier les cantons, mais également les organes d'exécution décentralisés, sont activement impliqués et que leurs préoccupations et leurs demandes sont prises au sérieux. Il est essentiel que les autorités fédérales collaborent étroitement avec les cantons lors de la mise en oeuvre de la numérisation et développent des solutions en commun et non contre la volonté des cantons. C'est la seule façon de garantir une numérisation durable et réussie qui réponde aux besoins de tous les citoyens. À cet égard, il est également essentiel pour le groupe du Centre de veiller à ce que les personnes peu familiarisées avec le numérique, par exemple les personnes âgées ou celles ayant un accès limité aux médias numériques, ne soient pas exclues. Évitons toute fracture numérique.
Il faut avouer que nous étions sceptiques à l'issue de la consultation, notamment concernant quatre éléments. Premièrement, nous l'étions en raison de la complexité et de la technicité d'une loi dont le dépliant comporte 80 pages pour une intention somme toute très simple, qui est de permettre un accès numérique rapide aux données relatives à la santé et à la prévoyance. Deuxièmement, la conciliation d'une structure centralisée avec le maintien des tâches, compétences et responsabilités de la Centrale de compensation et des organes d'exécution ne nous semblait pas garantie. Nous avions d'ailleurs déposé une proposition de renvoi à ce sujet sous réserve d'un mandat. Le rapport fourni par l'administration, relatif à la collaboration avec les organes d'exécution et approuvé par la Centrale de compensation - je le répète, approuvé par la Centrale de compensation - a cependant démontré qu'il est normal que la numérisation s'accompagne d'un certain degré de centralisation de l'information, par exemple avec le principe de collecte unique des données "once only", mais qu'elle ne saurait centraliser des tâches dont l'exécution doit garantir le fédéralisme dans le domaine des assurances sociales.
Troisièmement, les frais administratifs, informatiques et d'interfaces à charge des cantons nous semblaient sous-estimés. À cet effet, l'administration a démontré que la modernisation des procédures et de l'échange de données de manière simple, sûre et continue devrait permettre de réaliser des économies. À long terme, elle conduira également à la mise en place de processus plus modernes, mieux adaptés au monde du travail et à la société d'aujourd'hui.
Enfin, il s'agissait d'obtenir une meilleure garantie concernant la sécurité des données, à la lumière du vote populaire de l'automne passé, très serré, concernant la loi sur l'e-ID.
Cela étant, les aménagements apportés par notre commission en séance du 13 février dernier, en particulier ceux relatifs à la collaboration avec les organes d'exécution, rendent désormais le projet acceptable du point de vue du groupe du Centre. Nous nous opposerons ainsi à la minorité de Courten, qui demande de ne pas entrer en matière sur le projet, et à la minorité Aeschi, qui demande de le renvoyer au Conseil fédéral, estimant, de manière un peu insidieuse, malgré les garanties données, que les demandes des cantons et des organes d'exécution ne sont pas suffisamment prises en compte.
Vous l'avez compris : nous accepterons l'entrée en matière.
Silberschmidt Andri · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo liberale radicale
Wir sprechen heute über das Bundesgesetz über Informationssysteme in den Sozialversicherungen (BISS), das es für die Digitalisierung der ersten Säule zwingend braucht. Vereinfacht gesagt, geht es darum, dass Bürgerinnen und Bürger einen einfachen digitalen Zugriff auf die Informationen ihrer eigenen Sozialversicherungen erhalten, z. B. in der AHV.
Heute besteht ein analoger Prozess, wenn man wissen will, wie viel man in die AHV einbezahlt hat, wie hoch die eigene Rente ausfallen wird und ob Beitragslücken bestehen, die man noch ausgleichen will. Dieser Prozess dauert Tage, wenn nicht Wochen und ist sehr komplex, weil sich die verschiedenen Durchführungsstellen untereinander abstimmen müssen. Dabei ist zu klären, wo eine Person überall AHV-Beiträge geleistet hat; anschliessend müssen die Daten zusammengeführt und der betroffenen Person in Form eines Auszuges aus dem individuellen Konto mitgeteilt werden.
Mit dem BISS soll sich dies ändern. Künftig soll es in der ganzen Schweiz ein Portal geben, über das sich Bürgerinnen und Bürger bzw. versicherte Personen einloggen und per Knopfdruck alle relevanten Informationen abrufen können, d. h. etwa die voraussichtliche Rentenhöhe oder bestehende Beitragslücken.
Weshalb braucht es nun dieses Gesetz? Grundsätzlich gilt, dass alles staatliche Handeln eine gesetzliche Grundlage benötigt. Die Regulierung der ersten Säule, d. h. der AHV, der IV, der EO und der Familienzulagen, liegt bereits heute beim Bund; die Leistungen sind national geregelt. Die Durchführung der ersten Säule ist jedoch bei den Kantonen und teilweise auch bei den Verbandsausgleichskassen angesiedelt. Es bestehen öffentliche und private Ausgleichskassen, die die erste Säule abwickeln. Für die Digitalisierung ergibt es jedoch wenig Sinn, wenn zehn oder zwanzig unterschiedliche Online-Portale bestehen.
Dies hat auch die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) erkannt. Allen, die argumentieren, es brauche keine Lösung des Bundes, sondern eine der Kantone, sei der Bericht der EFK zur Lektüre empfohlen. Er fällt bezüglich der bisherigen Digitalisierungsanstrengungen der Ausgleichskassen leider wenig schmeichelhaft aus. Er zeigt, dass diese bisher hohe Kosten verursacht haben und dass keine gemeinsame Lösung erzielt werden konnte. Auch aus diesem Grund ist es im Interesse der Steuerzahler sinnvoller, ein einziges Portal statt mehrere Dutzend Portale zu betreiben.
Übrigens machen wir im Gesundheitswesen derzeit genau das Gleiche: das Patientendossier, das neu "Gesundheitsdossier" heisst. Auch dort ist man zur Überzeugung gelangt, dass es in einem Land mit 9 Millionen Einwohnern keinen Wettbewerb bei der digitalen Grundinfrastruktur braucht. Bei der Autobahn und beim Schienennetz haben wir ja auch keinen Wettbewerb. So ist es auch hier sinnvoll, dass wir eine einheitliche Infrastruktur haben, die den Bürgerinnen und Bürgern einen einfachen Zugang zu ihren Vorsorgedaten gibt.
Dieses relativ schlanke Bundesgesetz über Informationssysteme in den Sozialversicherungen setzt also gemeinsame Standards. Es übernimmt nicht die Aufgaben der Durchführungsstellen; es ist ganz klar und bewusst so gemacht, dass diese weiterhin bei den Kantonen bleiben. Aber es definiert in Zukunft Standards, wie man digital miteinander kommuniziert und wie die Versicherten entsprechend an die Informationen kommen, die sie betreffen. Wir haben jetzt gehört, dass dies langfristig weniger Kosten verursacht, weil der heutige papierlastige Prozess zwar nicht hinfällig wird, aber sicherlich abnehmen wird.
Wir von der Mehrheit haben auch Folgendes gemacht: Wir haben selbstverständlich die Kritik aus der Vernehmlassung ernst genommen und wollen einen Passus ins Gesetz schreiben, mit dem den Durchführungsstellen explizit auch das Recht eingeräumt wird, in die Entwicklung dieser Plattform eingebunden zu werden. Das ist auch mir persönlich ein grosses Anliegen. Die Durchführungsstellen leisten in den Kantonen eine sehr wichtige und hervorragende Arbeit. Wir müssen sie einbeziehen, wenn auf nationaler Ebene eine solche Plattform entwickelt wird. Das soll nun explizit im Gesetz verankert werden. Ich danke auch den Durchführungsstellen, dass sie sich so engagiert haben.
Das Bundesgesetz über Informationssysteme in den Sozialversicherungen ist auch eine Grundlage für ein digitales Vorsorgeportal. Wir regeln hier bewusst lediglich die staatliche Sozialversicherung und nicht die private, also nicht die zweite und die dritte Säule. Aber wenn wir einen guten digitalen Zugang zur ersten Säule ermöglichen, ist es viel einfacher, auch Portale zu bauen, die den Leuten eine Gesamtübersicht über die eigene Vorsorgesituation bieten. Dazu leistet dieses Gesetz ebenfalls einen wichtigen Beitrag.
Ich bitte Sie, auf die Vorlage einzutreten und sie nicht an den Bundesrat zurückzuweisen.
Baume-Schneider Elisabeth · BR-F · Consiglio federale · Giura
Dans le cadre du traitement du présent projet de loi, plusieurs questions critiques ont été soulevées - je dois bien le dire - de manière légitime. Elles ont été débattues en commission et je peux vous assurer que pour le présent projet de loi un certain nombre de critiques a été pris en considération.
Premièrement, pourquoi une nouvelle loi ? Cet aspect a été discuté, débattu et critiqué lors de la consultation aussi bien par les cantons - cela a été dit - que par les organes d'exécution. Je peux véritablement désormais affirmer que nous avons abordé et examiné de manière approfondie cette question, qui était légitime et nécessaire. Si la plateforme était intégrée dans la LPGA, elle devrait être utilisée par toutes les assurances sociales, y compris les assureurs maladie et - cela a été dit - possiblement par des assureurs privés, ce qui serait complexe. À l'inverse, l'absence de loi spécifique impliquerait d'introduire des références complexes et peu lisibles dans toutes les lois spéciales du premier pilier.
La minorité Aeschi demande le renvoi du projet en argumentant qu'une plateforme électronique décentralisée permettrait d'aboutir à une solution plus efficace et moins coûteuse. Néanmoins, le projet prend en considération les enseignements tirés d'autres projets numériques, notamment du dossier électronique du patient. Certaines solutions techniques doivent être gérées de manière centralisée, afin que l'ensemble des assurés, indépendamment de leur lieu de résidence ou encore indépendamment de leur employeur, disposent du même accès à leurs données. La plateforme centrale proposée constitue donc un élément clé du projet.
Die Idee einer zentralen Plattform beim Bund löst bei den Durchführungsstellen teilweise Ängste aus. Klar ist jedoch, dass das Projekt nicht auf eine Zentralisierung der ersten Säule abzielt. Die dezentrale föderale Organisation der ersten Säule funktioniert gut und soll nicht infrage gestellt werden. Sie muss aber modernisiert werden, um mit den technologischen Entwicklungen Schritt zu halten. Weder das neue Gesetz noch die elektronische Plattform ersetzen zudem die bestehenden IT-Systeme der IV-Stellen und AHV-Ausgleichskassen.
Ces dernières années, les assurances sociales, comme l'AVS, l'AI ou le régime des APG, ont numérisé un certain nombre de leurs processus. Toutefois, la communication électronique reste encore insuffisante et insuffisamment automatisée et standardisée aujourd'hui. La nouvelle loi fédérale sur les systèmes d'information des assurances sociales (LSIAS) représente ainsi une avancée majeure dans la stratégie numérique de la Confédération et elle fait progresser la numérisation du premier pilier.
La majorité de votre commission partage cette appréciation et propose ainsi l'entrée en matière sur le projet, par 16 voix contre 8. Une minorité de Courten demande de ne pas entrer en matière, alors qu'une minorité Aeschi demande le renvoi du projet au Conseil fédéral afin de prendre en considération les demandes des cantons et des caisses cantonales de compensation. La LSIAS crée le cadre nécessaire pour une communication électronique sécurisée et efficace pour l'exécution des assurances sociales du premier pilier. Au coeur du projet figure donc la mise en place d'une plateforme électronique centrale qui est destinée aux offices AI, aux caisses de compensation AVS, aux autres instances administratives - on peut penser aux assurances-accidents ou encore aux services cantonaux des impôts - et surtout et en premier lieu aux assurés, c'est-à-dire à l'ensemble de la population.
Für die Versicherten bietet die Plattform einen einfachen, sicheren und direkten Zugang zu ihren Daten der ersten Säule. Sie wird von der Zentralen Ausgleichsstelle verwaltet und ermöglicht es, eine automatisierte Simulation ihrer AHV-Rente durchzuführen; denn nur gut informierte Personen können fundierte Entscheidungen treffen.
Les bénéficiaires de prestations AI ou encore d'allocations pour perte de gains pourront également disposer de la plateforme pour déposer des demandes de remboursement directement en ligne avec un traitement plus rapide. La plateforme permettra enfin aux autorités de transmettre en toute sécurité des documents tels que des décisions et des factures.
Outre les dispositions prévues dans la LSIAS, le projet prévoit également des modifications de la loi fédérale sur la partie générale du droit des assurances sociales (LPGA). La plus importante concerne la communication électronique. L'ensemble des assurances sociales relevant de la LPGA, donc également l'assurance-chômage, l'assurance-maladie, l'assurance-accidents, seront tenues de communiquer entre elles par voie électronique. Les assurés resteront quant à eux libres de choisir. Ils pourront donc utiliser la nouvelle offre numérique ou alors continuer à échanger avec leur assurance par voie postale.
Le projet présente également un potentiel d'économies, car il réduit les coûts administratifs grâce à la communication électronique. En effet, aujourd'hui, les fonds de compensation de l'AVS, de l'AI et des APG consacrent chaque année 25 millions de francs en frais postaux, auxquels s'ajoutent environ 10 millions pour couvrir les frais d'administration. Une partie de ces coûts pourra dès lors être économisée.
Cela a été mentionné également, l'audit de la transformation numérique du premier pilier, réalisé par le Contrôle fédéral des finances, a été critique, disons-le de manière transparente. Je cite un élément qu'il a mentionné : il parle effectivement de la nécessité de numérisation, en mentionnant qu'elle "ne pourra aboutir que si tous les acteurs concernés, et plus particulièrement l'OFAS et les organes d'exécution, coordonnent leur action dans un esprit de coopération." Grâce aux travaux en commission, cette coopération a été non seulement abordée, mais inscrite désormais dans la loi.
En conclusion, le projet constitue une étape importante pour la modernisation du premier pilier. Il améliore l'accès des assurés à leurs informations. Ces informations leur appartiennent. Il simplifie également la communication entre les institutions et il rend l'exécution des assurances sociales plus efficace.
Dès lors, je vous remercie de suivre la majorité, d'entrer en matière et de rejeter les propositions de minorité de Courten et Aeschi.
Rechsteiner Thomas · Mit-M · Consiglio nazionale · Appenzello Interno · Il Gruppo del Centro. Alleanza del Centro. PEV.
Ich möchte aus Sicht der Kommission zu zwei Punkten Stellung nehmen, um diese klarzustellen, erstens zum Thema der Zentralisierung und zweitens zur Frage, weshalb ein separates Gesetz erforderlich ist.
1. Im Rahmen der Diskussion wurde heute gesagt, die Kantone würden verlieren, weil das eine Zentralisierungsvorlage sei. Fakt ist, dass im Rahmen der Vernehmlassung in Bezug auf die Mitsprache der Durchführungsstellen Vorbehalte gemacht wurden. In der Kommission haben wir das diskutiert. Der gesetzliche Anker, durch den ein Zusammenhang mit einer Zentralisierung vielleicht hergestellt werden könnte, ist einzig, dass die Zentrale Ausgleichsstelle (ZAS) eine neue Aufgabe übernimmt, welche nun endlich gesetzlich festgeschrieben wird, und dass sämtliche zentralen Informationssysteme des Bundes für die erste Säule in einem neuen Gesetz - nämlich in dem, von dem wir heute sprechen - transparent geregelt werden. Das ist kein Machtabbau bei den Kantonen, sondern das ist einfach eine gute gesetzliche Grundlage, damit diese Plattform funktioniert.
Was auch im Gesetz steht, und das hat auch nichts mit Zentralisierung zu tun, ist, dass sämtliche Versicherer nach ATSG - das sind die AHV, die IV und die weiteren Sozialversicherungen in der ersten Säule - den Versicherten einen elektronischen Kommunikationskanal anbieten müssen und auch Vorgaben zur Interoperabilität untereinander, also IV mit AHV usw., einhalten müssen. Wenn man sagt, Zentralisierung sei Machtabbau bei den Kantonen, möchte ich noch einmal in Erinnerung rufen, dass es vor allem für die Versicherten eine bessere Governance geben wird, als wenn eine dezentrale Struktur vorhanden wäre. Mit dieser Vorlage werden auch die Durchführungsstellen nicht abgeschafft; sie haben die gleichen Funktionen.
2. Weshalb braucht es ein neues Gesetz? Es gab in der Kommission eigentlich drei Varianten: Die erste war, alles im ATSG zu regeln. Das hätte dann kein neues Gesetz gegeben, aber die Gründe dagegen sind klar: Die Plattform bei der ZAS müsste für die elektronische Kommunikation mit den Versicherten auch von der Kranken-, der Unfall- und der Arbeitslosenversicherung benutzt werden, aber die anderen Informationssysteme des Bundes in der ersten Säule würden in separaten Spezialgesetzen geregelt bleiben. Deshalb, weil das unübersichtlich wäre, hat die Kommission nicht diesen Weg gewählt.
Der zweite Weg wäre, alles im AHV-Gesetz zu regeln: Das hätte aber sehr komplexe Verweisbestimmungen in allen Spezialgesetzen zur ersten Säule zur Folge und wäre ebenfalls sehr unübersichtlich.
Der gewählte Weg ist das Spezialgesetz BISS mit einer transparenten Übersicht über sämtliche Informationssysteme des Bundes der ersten Säule und einer klaren Regelung der Finanzierung.
Zur Klärung: Ein Votant für Nichteintreten hat gesagt, dass das allenfalls auf weitere Sozialversicherer oder Versicherer ausgedehnt würde. Die Kommission hat einen Bericht in Auftrag gegeben, wie das wäre, wenn weitere Versicherer zur elektronischen Kommunikation verpflichtet würden. Das Ergebnis dieses Berichtes wird im Zweitrat, im Ständerat, diskutiert. Dann werden wir Rückmeldungen haben, ob das einerseits sinnvoll und andererseits gewünscht ist.
Piller Carrard Valérie · Mit-F · Consiglio nazionale · Friburgo · Gruppo socialista
J'aimerais rassurer les personnes qui ont écouté et entendu ce débat et amener une explication supplémentaire, notamment par rapport à la proposition de renvoi et à la proposition de non-entrée en matière. J'ai juste l'impression que l'on n'était pas du tout dans la même commission avec certains représentants du groupe UDC. Je crois que les éléments qui ont été discutés en commission, que les critiques, aussi, et les différentes remarques qui ont été émises lors de la consultation ont été entendues et ont été discutées. Nous avons demandé des rapports supplémentaires afin d'être aussi rassurés sur la mise en oeuvre de cette loi. Et comme vous pourrez le constater lors de la discussion des différents articles, nous avons aussi amélioré cette loi à la suite de la consultation. Dès lors, aujourd'hui, on est face à un projet équilibré, qui va dans la bonne direction et qui tient compte de la volonté d'avoir une bonne collaboration entre l'administration fédérale et les organes d'exécution. Nous savons en effet qu'il est essentiel de pouvoir réussir la mise en oeuvre de ce projet, ce qui passe, notamment, par une bonne collaboration.
Je vous invite donc à entrer en matière et à rejeter le renvoi de ce projet.
Page Pierre-André · P-M · Consiglio nazionale · Friburgo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Le président (Page Pierre-André, président): Nous votons sur la proposition de non-entrée en matière de la minorité de Courten.
Votazione
Abstimmung - Vote
Für Eintreten ... 126 Stimmen
Dagegen ... 62 Stimmen
(0 Enthaltungen)
Page Pierre-André · P-M · Consiglio nazionale · Friburgo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Le président (Page Pierre-André, président): Nous votons maintenant sur la proposition de renvoi de la minorité Aeschi.
Votazione
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Minderheit ... 62 Stimmen
Dagegen ... 128 Stimmen
(0 Enthaltungen)
Page Pierre-André · P-M · Consiglio nazionale · Friburgo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Bundesgesetz über Informationssysteme in den Sozialversicherungen
Loi fédérale sur les systèmes d'information des assurances sociales
Detailberatung - Discussion par article
Titel und Ingress, Art. 1-3
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Titre et préambule, art. 1-3
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Le président (Page Pierre-André, président): Nous allons mener un seul débat sur les propositions des différentes minorités.
Aeschi Thomas · Mit-M · Consiglio nazionale · Zugo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Mit meinem Minderheitsantrag bitte ich Sie, bei Artikel 4 folgenden Zusatz einzufügen: "Personen, die sich ohne gültigen Aufenthaltsstatus in der Schweiz aufhalten, wird kein Zugang zur Plattform gewährt. Der Bundesrat regelt die Einzelheiten."
Es wird geschätzt, dass sich aktuell 100 000 bis 200 000 Personen als Illegale in der Schweiz aufhalten. Viele dieser Personen sind bei der AHV registriert, obwohl sie eigentlich gar nicht im Land sein dürften.
Bitte stimmen Sie meinem Minderheitsantrag zu, damit sichergestellt wird, dass nicht Schweizer Beitrags- und Steuerzahler solche Illegalen bei den Sozialversicherungen querfinanzieren.
de Courten Thomas · Mit-M · Consiglio nazionale · Basilea-Campagna · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Die Mehrheit der Kommission verlangt hier zusätzliche Governance-Regeln. Der Bundesrat hat in seiner Vorlage darauf verzichtet. Entsprechend waren diese Regeln auch nicht in der Vernehmlassung.
Artikel 22a fordert, dass das BSV für die gesamtschweizerischen Informationssysteme, die im BISS geregelt sind, ein zuständiges Steuerungsgremium einführt, in dem auch die Durchführungsstellen vertreten sind. Dieses Gremium soll auch die gesamtschweizerischen Standards und die Priorisierung der Projekte verantworten. Der Bundesrat hat in der Kommission erklärt, er sei bereits daran, ein solches Gremium zu etablieren und die Kompetenzen zu klären.
Page Pierre-André · P-M · Consiglio nazionale · Friburgo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Le président (Page Pierre-André, président): Monsieur de Courten, je vous interromps brièvement. Mesdames et Messieurs, le bruit est insupportable ce matin. Je vous prie donc de sortir si vous souhaitez discuter.
de Courten Thomas · Mit-M · Consiglio nazionale · Basilea-Campagna · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Merci Monsieur le Président.
Der Bundesrat hat bereits in der Kommission erklärt, er sei schon daran, ein solches Gremium zu etablieren und die Kompetenzen zu klären. Eine entsprechende gesetzliche Grundlage erachten wir deshalb als nicht notwendig. Wichtig ist die Mitwirkungspflicht der Durchführungsstellen vor allem bei der Priorisierung der Digitalisierungsprojekte. Es ist zentral, dass man auch auf die Bedürfnisse der Durchführungsorgane fokussiert.
In Artikel 22b geht es um die Aspekte Transparenz, Standardisierung und Berichtspflichten. Selbstverständlich erwarten auch wir von den Durchführungsstellen Transparenz über die Kosten einschliesslich der IT-Kosten. Ein gutes Beispiel dafür, dass das geht, sind die Pensionskassen. Dort sind die Verwaltungskosten ja auch einfach vergleichbar, und es gibt auch entsprechende Benchmarks und Berichte.
Wenn die Projekte teurer werden, werden die Kosten am Schluss einfach auf die Versicherten abgewälzt, die sich nicht dagegen wehren können. Das BSV steht deshalb in der Verantwortung, diese Informationen einzuholen und zu publizieren. Eine gesetzliche Regelung, welche die Verantwortung an zusätzliche Gremien weiterdelegiert, ist nicht opportun. Das Gleiche gilt unter Betonung der Autonomie der Durchführungsstellen auch für Letztere. Verantwortlichkeiten müssen wahrgenommen werden und dürfen nicht einfach gesetzlich weiterdelegiert werden.
Ich bitte Sie, meinen Minderheiten zu folgen.
Page Pierre-André · P-M · Consiglio nazionale · Friburgo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Le président (Page Pierre-André, président): La proposition de la minorité Rechsteiner Thomas est présentée par M. Lorenz Hess.
Hess Lorenz · Mit-M · Consiglio nazionale · Berna · Il Gruppo del Centro. Alleanza del Centro. PEV.
Ich vertrete die Minderheit Rechsteiner Thomas.
Gemäss geltendem Recht sind die Leistungen der AHV und der IV mit jenen der obligatorischen Unfallversicherung sowie der Militärversicherung zu koordinieren. Mit der Einführung der Pflicht zur elektronischen Kommunikation zwischen den Sozialversicherern muss auch die heutige Praxis des Melde- und Verrechnungsverfahrens gesetzlich verankert werden. Nur so kann eine medienbruchfreie und durchgängige elektronische Kommunikation gewährleistet werden, die den Anforderungen des neuen Datenschutzgesetzes (DSG) entspricht. Artikel 50a AHVG, Artikel 97 UVG und Artikel 95 MVG sind entsprechend zu ergänzen, um die heutige Praxis des Melde- und Verrechnungsverfahrens gesetzlich zu verankern.
Dieser Konzeptantrag gibt quasi einen gesetzlichen Anker, damit die Datenbekanntgabe zwischen AHV, IV, UVG und MVG für die Koordination der Leistungen, die Abklärung der Versicherungspflicht und das Festsetzen der Versicherungsprämien oder der Renten gegeben ist. Nur so ist eine medienbruchfreie und durchgängige elektronische Kommunikation gewährleistet. Damit das mit dem Datenschutzgesetz konform ist, braucht es eben die genannte gesetzliche Verankerung. Damit kann z. B. die Mitteilung eines IV-Entscheids neu auch auf elektronischem Weg von der IV an den UVG-Versicherer gemacht werden. Dieser benötigt das zur Festsetzung seiner Leistungen.
Ich bitte Sie, dieser Minderheit zuzustimmen.
Hässig Patrick · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo verde liberale
Ich äussere mich im Namen der Grünliberalen Fraktion zu den Anträgen. Wir werden überall der Kommissionsmehrheit folgen, ausser bei der Minderheit Rechsteiner Thomas, die wir unterstützen werden. So erreichen wir, dass die Koordination zwischen den Sozialversicherungen tatsächlich schneller und effizienter wird. Dafür braucht es ein medienbruchfreies Verfahren - wir haben es gehört -, d. h., Prozesse müssen durchgängig digital funktionieren.
Gemäss geltendem Recht müssen sich AHV und IV mit der obligatorischen Unfallversicherung und der Militärversicherung koordinieren. Heute muss aber jeder Datenaustausch zwischen AHV, IV, Unfallversicherung und Militärversicherung im Einzelfall begründet und angefragt werden. Das ist ineffizient, und es ist vor allem auch fehleranfällig. Mit der vorgeschlagenen Änderung wird erreicht, dass die Sozialversicherungen diese Daten automatisch digital erhalten. Da die Versicherer diese Daten für ihre gesetzliche Aufgabenerfüllung zwingend benötigen, ist ein automatischer Austausch sinnvoll, und es ist deutlich effizienter, als wenn sie die Daten mühsam im Einzelfall beschaffen müssen.
Bei den restlichen Anträgen bitten wir Sie, der Kommissionsmehrheit zu folgen. Ich begründe rasch unsere Entscheide:
Eine Minderheit Aeschi fordert, dass Personen ohne gültigen Aufenthaltsstatus keinen Zugang zur Plattform für die elektronische Kommunikation haben sollen. Für uns ist klar, dass die Personen, die bei einer Sozialversicherung angeschlossen sind, Zugang zu der entsprechenden Plattform haben sollen - niemand mehr, aber auch niemand weniger. Der Minderheitsantrag ist deshalb unnötig.
Eine Minderheit de Courten fordert, auf den Einsatz eines Steuerungsgremiums für gesamtschweizerische Informationssysteme zu verzichten. Wir werden diesen Minderheitsantrag ablehnen, denn ein solches Steuerungsgremium erlaubt eine bessere Abstimmung mit den Durchführungsstellen. Ausserdem beschliessen so alle relevanten Akteure einheitliche Standards. Das kommt schlussendlich allen zugute.
Schliesslich noch zur letzten Minderheit, einer weiteren Minderheit de Courten: Die Kommissionsmehrheit möchte dem BSV die Kompetenz geben, standardisierte technische Schnittstellen vorzuschreiben. Aus unserer Sicht sind solche verbindlichen Vorgaben unabdingbar. Nur mit sinnvollen einheitlichen Standards wird das Vorhaben richtig zum Fliegen kommen. Die Minderheit de Courten will diesen Artikel streichen, weshalb wir auch diesen Minderheitsantrag ablehnen.
Zusammengefasst empfiehlt Ihnen die Grünliberale Fraktion, dem Minderheitsantrag Rechsteiner Thomas zuzustimmen und sonst überall der Kommissionsmehrheit zu folgen.
Roduit Benjamin · Mit-M · Consiglio nazionale · Vallese · Il Gruppo del Centro. Alleanza del Centro. PEV.
Notre prise de position sera simple à définir : nous soutiendrons toutes les propositions de majorité, sauf à l'article 50a, où nous soutiendrons la minorité Rechsteiner Thomas. Nous saluons en particulier les points suivants. Premièrement, la Centrale de compensation associe les organes d'exécution au développement et à l'exploitation de la nouvelle plateforme sur les plans stratégique, technique et opérationnel. Deuxièmement, ces acteurs doivent instituer, avec l'OFAS, un organe de pilotage chargé de définir les priorités, les modalités de mise en oeuvre et les standards pour les systèmes d'information utilisables à l'échelle suisse. Troisièmement, l'OFAS doit édicter des directives techniques en matière d'interopérabilité. Quatrièmement, il y a une obligation d'établir un compte rendu relatif aux frais administratifs et informatiques des organes d'exécution permettant d'accroître la transparence. Cinquièmement, toutes les personnes qui se sont enregistrées sur la plateforme du premier pilier reçoivent automatiquement et chaque année un extrait des cotisations qu'elles ont versées à l'AVS, attirant ainsi l'attention des assurés sur d'éventuelles lacunes de cotisations. Sixièmement, les plateformes doivent être aussi proposées de façon accessible dans les domaines de l'assurance-chômage, de l'assurance-maladie, de l'assurance-accidents et de l'assurance militaire. Septièmement, elles doivent être protégées contre toute modification ou consultation non autorisée jusqu'à leur notification. Huitièmement, les décisions doivent pouvoir être notifiées au moyen d'une telle plateforme non seulement à l'attention des personnes assurées, mais aussi d'autres parties prenantes, comme les employeurs. Neuvièmement, il y a, en vue du traitement du projet au deuxième conseil, un mandat chargeant l'administration d'examiner dans quelle mesure les employeurs ou les assurances privées pourraient également être tenus de communiquer par voie électronique.
Comme vous le voyez, toutes ces propositions de la majorité font que le projet est en bonne voie.
Enfin, concernant la proposition de minorité Rechsteiner Thomas qui a été développée par mon collègue Lorenz Hess, nous vous recommandons de l'accepter si nous voulons atteindre l'objectif d'une meilleure coordination entre les assureurs sociaux. En effet, pour garantir une procédure administrative électronique de bout en bout et sans rupture de média, il ne suffit pas de réglementer uniquement le canal de communication électronique. Il faut également inscrire dans la loi quelles données peuvent être échangées à des fins de coordination entre les assurances sociales, en complément de l'assistance administrative selon la loi sur la partie générale du droit des assurances sociales, qui exige que les données soient fournies "dans des cas particuliers et sur demande écrite et motivée".
Il s'agit notamment de faire en sorte que les assurances sociales reçoivent les données dont elles ont de toute façon impérativement besoin pour accomplir leurs tâches légales, mais qui doivent aujourd'hui être obtenues de manière laborieuse au cas par cas. Sur ce plan, cela ne va plus. D'une part, l'ajout de cette précision garantirait une meilleure coordination entre les assurances sociales, permettrait d'accélérer les procédures et éviterait les demandes de remboursement. D'autre part, la sécurité juridique s'en trouverait renforcée et les exigences en matière de protection des données relatives à l'existence d'une base légale suffisante seraient mieux prises en compte. Ces exigences de la minorité Rechsteiner Thomas - vous l'avez compris - nous ramènent au coeur même de la loi.
Dernière précision évidente : lors du vote sur l'ensemble, le groupe du Centre soutiendra le projet.
Porchet Léonore · Mit-F · Consiglio nazionale · Vaud · Gruppo dei Verdi
Nous allons suivre toutes les propositions de la majorité de la commission durant cette discussion par article. Je commencerai par m'opposer très fermement à la proposition de la minorité Aeschi, qui démontre la grande capacité de l'UDC à lutter contre, enfin, à mettre le mot "étranger" dès qu'il est possible dans n'importe quel débat. Cela n'a évidemment pas de sens ici, puisqu'il s'agit de favoriser l'échange de données et d'informations, ce qui est un avantage pour l'ensemble des assurées et des assurés. Il est donc important que toutes les personnes qui ont accès à ces assurances sociales puissent participer aux échanges d'informations. Nous rejetterons donc cette proposition de minorité xénophobe.
Les deux propositions de la minorité de Courten seront aussi rejetées, puisqu'il est important à nos yeux que l'OFAS puisse instituer un comité de pilotage permanent qui serait composé des représentantes et des représentants de l'OFAS, de la Centrale de compensation (CdC) ainsi que des organes d'exécution. Il est important qu'une grande transparence puisse être faite dans ce domaine. En effet, cela a souvent été discuté dans le domaine de la numérisation, un manque de transparence règne encore dans le cas des assurances sociales et des organismes d'exécution en matière de coûts, y compris dans le domaine informatique. Dans le cas des caisses de pension, les frais administratifs sont facilement comparables, car il existe également des références et des rapports. En revanche, la situation est très opaque sur le plan des organes d'exécution. Ceux-ci disposent, en outre, de certains monopoles qu'il convient de questionner. Si les projets deviennent plus coûteux, les frais sont finalement simplement répercutés sur les assurés qui ne peuvent s'y opposer. Il est donc important que l'OFAS ait la responsabilité de recueillir ces informations et de les publier, afin de gagner en transparence.
Nous vous invitons donc à rejeter les propositions de la minorité de Courten.
Nous nous opposerons aux propositions de la minorité Rechsteiner Thomas, qui visent une augmentation de la communication et de l'échange de données, par crainte pour la protection de ces données, même si nous comprenons les raisons et l'esprit qui ont motivé notre collègue Rechsteiner à déposer ces objets. C'est particulièrement le cas en matière de coordination nécessaire entre les assurances sociales. Puisque nous avons quelques craintes dans la formulation, et notamment l'utilisation de ces données, nous allons nous opposer à cette minorité. Par contre, nous invitons les différentes assurances sociales à dialoguer entre elles au sein du groupe de travail dans lequel elles dialoguent déjà, afin de reprendre ces propositions, d'améliorer leur collaboration et, si nécessaire, de revenir vers le Conseil des États avec un texte mieux travaillé en matière de protection des données.
Si cela s'avérait satisfaisant en matière de protection des données, alors nous soutiendrions cette proposition.
Roduit Benjamin · Mit-M · Consiglio nazionale · Vallese · Il Gruppo del Centro. Alleanza del Centro. PEV.
Chère collègue, je suis très surpris de votre argumentation concernant la minorité Rechsteiner Thomas. Êtes-vous consciente que toutes les assurances sociales ont besoin de données, qu'elles échangent entre elles, cela pour de meilleures prestations pour les assurés ? Or, la réalité, aujourd'hui, est que chaque assurance a son carnet de données. Il faut presque mendier les données auprès de ces instances. Je prendrai un exemple dans le domaine du sauvetage - Mme la conseillère fédérale a été nantie de ce problème. Actuellement, les assureurs ont certaines données, les cantons aussi. Au final, on n'améliore pas les prestations. Êtes-vous consciente de ce problème ?
Porchet Léonore · Mit-F · Consiglio nazionale · Vaud · Gruppo dei Verdi
Je pourrais répondre simplement que oui, absolument. Je vais quand même me permettre d'élaborer la réponse. Notre problème est vraiment que le texte et les minorités ne précisent pas comment on utilise ces données et qu'on n'en a pas discuté suffisamment ou qu'il n'y a pas eu d'ouverture dans la discussion en commission pour savoir comment on allait, par exemple, régler ce problème de protection des données dans l'ordonnance. C'est pour cela que, comme je l'ai dit, j'appelle de mes voeux soit une solution faite entre les assurances, soit que cette proposition revienne au Conseil des États avec plus de sécurité sur la protection des données, notamment, par exemple, avec des solutions pour régler ce problème de l'utilisation des données dans l'ordonnance, si c'est là que cela doit se faire. À ce moment, nous soutiendrons cette proposition, parce que nous partageons vos préoccupations, Monsieur Roduit. Cela n'arrive pas souvent, mais cela arrive.
Marti Samira · Mit-F · Consiglio nazionale · Basilea-Campagna · Gruppo socialista
Ich kann es kurz machen: Die SP-Fraktion folgt in allen Punkten der Mehrheit. Wichtig ist für uns, dass die elektronische Kommunikation für die Versicherten freiwillig bleibt; dies wird auch so sein. Zudem begrüssen wir, dass die Kommissionsmehrheit unseren Antrag unterstützt hat, wonach die Digitalisierung den Versicherten einen konkreten Nutzen im Sinne ihrer Altersvorsorge bringen soll. Namentlich der Anstieg der Beitragslücken in der AHV bereitet uns Sorgen. Mittlerweile weist fast jeder fünfte Neurentner bzw. jede fünfte Neurentnerin Beitragslücken in der AHV auf, und ein fehlendes Beitragsjahr hat direkte Konsequenzen von bis zu über 2 Prozent weniger Rente. Diese Lücken stellen unbestritten ein Problem dar. Dies zeigen auch Vorstösse aus allen politischen Lagern zu diesem Thema.
Mittels elektronischer Kommunikation können Rentenauszüge häufiger, kostengünstiger, proaktiv, besser verständlich und im besten Fall sogar interaktiv zur Verfügung gestellt werden. Damit lässt sich auch das Wissen und die Kompetenz im Umgang mit der eigenen Altersvorsorge stärken. Dieser vereinfachte Zugang zu den Rentenauszügen steht allerdings nur jenen Versicherten offen, die auf elektronische Kommunikation umstellen. Dies kann, selbstverständlich ohne Zwang, im besten Fall auch einen positiven Anreiz zur Nutzung dieser Plattform darstellen.
Dann möchte ich einige Worte zur Minderheit Rechsteiner Thomas sagen. Deren Konzeptantrag befasst sich mit der Frage der Datenbekanntgabe zwischen den verschiedenen Versicherungen, nämlich AHV, IV, UVG und MVG, zur Koordination ihrer Leistungen, zur Abklärung der Versicherungspflicht sowie zum Festsetzen der Prämien oder der Rente. Aktuell erfolgen solche Abfragen punktuell und nicht automatisiert, auch aus Datenschutzgründen. Es ist unbestritten, dass die Digitalisierung hier einen wichtigen Beitrag zur Vereinfachung der Abläufe leisten kann. Der vorliegende Antrag verlangt jedoch eine vollständige Übergabe der Daten. Die Unfallversicherung erhielte automatisiert Zugriff auf sämtliche Daten der ersten Säule, was im Hinblick auf das Prinzip der Datensparsamkeit heikel ist und zudem zu Problemen mit dem Datenschutzgesetz führt, das Sie hier verabschiedet haben.
Es ist heute nicht abschliessend klar, auch dies konnte in der Kommission nicht dargelegt werden, welche Daten die verschiedenen Versicherungen in der Praxis konkret voneinander benötigen. Derzeit arbeiten die zuständigen Stellen mit allen beteiligten Akteuren an einer Kartografie der Datenflüsse zwischen der ersten Säule und den übrigen Sozialversicherungen sowie innerhalb der ersten Säule. Es erscheint sinnvoll, diese Arbeiten abzuwarten. Der Minderheitsantrag Rechsteiner Thomas käme hingegen einem Blankocheque für sämtliche Datenflüsse gleich, bei denen heute weder klar ist, ob sie überhaupt notwendig sind, noch, ob sie aus datenschutzrechtlicher Sicht verhältnismässig sind. Um gleichzeitig eine medienbruchfreie Kommunikation sicherzustellen, erachten wir es als sinnvoll, diese Arbeiten abzuwarten und anschliessend zu prüfen, ob gegebenenfalls gesetzlicher Handlungsbedarf besteht oder nicht, dann jedoch gezielt auf die konkreten Bedürfnisse der Sozialversicherungen aus dem Alltag ausgerichtet und unter Berücksichtigung des Datenschutzgesetzes.
In diesem Sinne bitte ich Sie, in allen Punkten der Mehrheit zu folgen.
Silberschmidt Andri · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo liberale radicale
Ich möchte gerne auf Artikel 22a und Artikel 22b eingehen, welche wir in der Kommission eingeführt haben. Es geht hier um das Steuerungs- und Mitwirkungsgremium.
Ich verstehe nicht, weshalb der Minderheitssprecher das ablehnt, zumal es der SVP-Fraktion in der Beratung ein Anliegen war, dass die kantonalen Durchführungsstellen in die Gesetzgebung einbezogen werden. Genau das stellen wir mit Artikel 22a sicher. Wir stellen sicher, dass nicht ausschliesslich der Bund Standards festlegen kann, sondern dass ein Gremium mit Vertreterinnen und Vertretern des BSV, der ZAS sowie der Durchführungsstellen verbindlich die Standards festlegt, die Digitalisierungsprojekte priorisiert und die Umsetzungsmodalitäten festlegt. Genau das, was die Minderheitssprecher moniert haben, haben wir in Artikel 22a aufgenommen. Die Durchführungsstellen werden nicht nur angehört, sondern sind Teil des Steuerungs- und Mitwirkungsgremiums.
Artikel 22b ist wie auch Artikel 22a inspiriert von der Analyse der Eidgenössischen Finanzkontrolle, deren Bericht ich wirklich zur Lektüre empfehlen kann. Hier verlangen wir, dass das BSV verbindliche Vorgaben bei der Standardisierung, bei der Interoperabilität wie auch bei der einheitlichen Erfassung der IKT-Kosten macht. Ich denke, Absatz 1 Buchstabe a wird man im Ständerat streichen können, weil das im AHVG bereits geregelt ist. Die Buchstaben b und c sowie Absatz 2 sind hingegen nach wie vor wichtig; deshalb unterstützen wir diese auch.
Ich möchte noch kurz auf den Antrag der Minderheit Rechsteiner Thomas zu sprechen kommen, welchen wir ebenfalls unterstützen. Wenn ich den Antrag dieser Minderheit lese, stelle ich fest: Es steht klar geschrieben, dass die Unfallversicherung wie auch die Militärversicherung nur dort Zugriff auf die Daten haben, wo das zur Koordinierung der Leistungen notwendig ist. Es ist also nicht ein Blankocheque, wie vorhin erwähnt wurde. Unserer Meinung nach ist es richtig, dass die Unfallversicherung wie auch die Militärversicherung Teil dieser Plattform sein können, weil wir sonst wieder neue Medienbrüche haben. Deshalb ist es aus unserer Sicht sehr wichtig, dass wir diese Minderheit Rechsteiner Thomas unterstützen. Wie gesagt, es ist kein Blankocheque; es steht im Gesetz klar, dass nur dort Zugriff gewährt wird, wo es zur Koordination der Leistungen notwendig ist.
Das Datenschutzgesetz findet natürlich auch im Bundesgesetz über Informationssysteme in den Sozialversicherungen Anwendung. Wenn jetzt gesagt wird, es gebe ja noch ein Datenschutzgesetz, dann ist das in der Tat so. Das Gesetz, das wir beraten, setzt das Datenschutzgesetz nicht ausser Kraft. In diesem Sinne finde ich die Begründung dagegen ein bisschen überzogen. Ich denke, wir sollten diese Minderheit unterstützen. Wenn man dann in dieser Gruppe, wo man das jetzt definieren will, weitergekommen ist, kann man im Ständerat noch die eine oder andere Präzisierung vornehmen. Ich denke, es ist wichtig, dass wir in dieses Gesetz alle Sozialversicherungen einbeziehen.
Graber Michael · Mit-M · Consiglio nazionale · Vallese · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Namens der SVP-Fraktion ersuche ich Sie um die Unterstützung sämtlicher Minderheiten. Bei Artikel 4, der Minderheit Aeschi, geht es darum, dass Personen, die sich ohne gültigen Aufenthaltsstatus in der Schweiz aufhalten, kein Zugang zu dieser Plattform gewährt wird. Das entspricht auch der Logik der parlamentarischen Initiative 25.423, "Abschaffung des Pull-Effekts für Illegale in der Sozialversicherung", welcher Ihre Staatspolitische Kommission am 23. Oktober des letzten Jahres Folge gegeben hat. Im Bereich der AHV und der IV sollen mit dieser parlamentarischen Initiative neu ausländische Staatsangehörige, welche während der Beitragszeit nicht im Besitz einer gültigen ausländerrechtlichen Bewilligung sind, auch nicht versichert sein.
In der Logik dieser parlamentarischen Initiative wäre es nichts anderes als normal, wenn Sie dem Minderheitsantrag Aeschi zu Artikel 4 zustimmen würden. Denn warum sollen Personen, welche sich illegal im Land aufhalten und illegal gearbeitet haben, also Kriminelle, Zugang zu dieser Plattform erhalten und sich einen fein säuberlich sortierten Überblick über ihre Sozialversicherungsansprüche verschaffen können? Mit Verlaub: Das ist grotesk und lässt sich mit gesundem Menschenverstand schlicht nicht rechtfertigen.
Bei den Artikeln 22a und 22b ersuche ich Sie, den Minderheiten de Courten zuzustimmen. Da geht es um dieses ständige Steuerungsgremium. Das heisst: noch mehr Zentralisierung, noch ein Gremium mehr, noch mehr Beamte und noch mehr Steuergelder. Den verbindlichen Vorgaben zur Standardisierung gemäss Artikel 22b mag zwar eine hehre Absicht zugrunde liegen. Aber hier gilt es zu bedenken, dass 20 Kantone die Vorlage ablehnten. Mit diesen Bestimmungen entziehen wir einfach den Kantonen weitere Kompetenzen, welche bisher, und das wurde in der ganzen Debatte hier im Saal noch nicht honoriert, eine grundsätzlich gute Arbeit in der Verwaltung und Zurverfügungstellung dieser Daten gemacht haben. Die Vergangenheit hat uns gelehrt: Es kommt selten besser, wenn es der Bund macht. Dafür gibt es zahllose Beispiele gerade im Bereich der Digitalisierung.
Weiter bitte ich Sie namens unserer Fraktion, dass Sie der Minderheit Rechsteiner Thomas zustimmen. Die Datenbekanntgabe an die Organe der Unfallversicherung, der Militärversicherung, der AHV und der IV ist ebenfalls etwas, was der gesunde Menschenverstand schlicht gebietet, wenn es um Abklärungen von Massnahmen und von Leistungen geht. Transparenz beugt Sozialversicherungsbetrug vor und schont damit die Steuerzahler. Wenn man schon eine solche Plattform schafft, was wir ja ausdrücklich ablehnen, dann muss man zumindest die evidenten Vorteile davon für die Sozialversicherungen und damit zugunsten der Steuerzahler nutzen. Ansonsten verkommt die Vorlage vollends zu einem digitalen Papiertiger ohne einen wirklichen Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger, deren Steuergelder für die Alimentierung der heute grosszügigen Leistungen und Massnahmen verwendet werden.
Baume-Schneider Elisabeth · BR-F · Consiglio federale · Giura
La commission a donc examiné de manière approfondie le projet de loi et les discussions ont permis d'aboutir à des adaptations qui permettent d'améliorer l'efficacité et la portée de la plateforme, ainsi que de la numérisation du premier pilier. Néanmoins, je vous proposerai de rejeter les différentes minorités.
Premièrement, la minorité Aeschi prévoit que les personnes sans statut de séjour valable en Suisse n'auront pas accès à la plateforme. Or, il est important de le préciser, la plateforme centrale est conçue comme une plateforme purement informative, qui ne crée aucun droit à des prestations. Avec la plateforme, il est uniquement prévu de donner aux assurés un accès numérique facilité à leurs données de prévoyance. L'accès est d'ailleurs déjà limité. Il nécessite une identification par le biais d'une identité électronique reconnue, par exemple, et le numéro AVS. Dès lors, n'auront accès à la plateforme que les personnes qui ont ou qui avaient une assurance sociale en Suisse. Si ces conditions sont remplies, il est pratiquement impossible, d'un point de vue technique, d'en empêcher l'accès. De plus, la plateforme n'est pas le seul moyen d'accéder aux données de prévoyance ; la personne peut y accéder par le biais des caisses de compensation ou des offices AI cantonaux.
Pour ces raisons, je vous invite à suivre la majorité et à rejeter la minorité Aeschi.
Une minorité de Courten propose en outre de renoncer à créer un organe de pilotage et de participation pour les systèmes d'information à l'échelle nationale. Toutefois, la numérisation du premier pilier ne peut fonctionner que si la Confédération, c'est-à-dire l'OFAS et la Centrale de compensation, collabore étroitement et de manière durable avec les organes d'exécution, notamment dans le cadre d'instances communes. Dans ce contexte, des travaux sont en cours afin de clarifier et de préciser, avec l'ensemble des acteurs, les rôles, les compétences et les mécanismes de décision. C'est extrêmement important pour aboutir à des systèmes non seulement qui fonctionnent, mais qui créent aussi de la confiance.
La disposition proposée par la majorité vise donc à inscrire cette collaboration dans la loi et à lui donner un cadre contraignant bienvenu. Elle correspond en outre à la recommandation formulée dans le rapport du Contrôle fédéral des finances sur la numérisation dans le premier pilier.
Je vous invite dès lors à suivre la majorité de la commission et à rejeter la proposition de minorité de Courten.
Une autre minorité de Courten vise, quant à elle, la suppression des règles relatives à la transparence des coûts ainsi qu'à la standardisation et à l'interopérabilité des systèmes d'information. Il s'agit toutefois de conditions essentielles, là aussi, pour que la Confédération puisse exercer efficacement sa fonction de pilotage, mais aussi sa fonction de surveillance. Le Contrôle fédéral des finances a d'ailleurs invité l'OFAS à utiliser de manière plus systématique ces instruments de pilotage existants, notamment en ce qui concerne les coûts informatiques. Là aussi, je vous invite à suivre la majorité de votre commission.
Enfin, la minorité Rechsteiner Thomas souhaite permettre un accès automatisé aux données, par exemple de l'AI, pour les assureurs-accidents. La question est sensible sur l'obligation de la motivation préalable et sur le volume ou sur la nature des données à transmettre.
Das Anliegen ist nachvollziehbar. Der Antrag der Minderheit würde jedoch auf unserer Seite zu weit gehen. Es würde der Militär- und der Unfallversicherung Zugang zu allen Daten der ersten Säule gewähren. Wir dürfen nicht vergessen, dass es sich dabei teilweise um besonders sensible Daten handelt, insbesondere um Daten zur Gesundheit oder zur Invalidität. Das BSV hat in Zusammenarbeit mit den betroffenen Versicherern ein Projekt lanciert. Ziel ist es, die Datenflüsse zu analysieren und die notwendigen rechtlichen Grundlagen zu klären, um einen gezielten und nachvollziehbaren Datenaustausch zu ermöglichen.
Cependant, nous l'avons indiqué en commission, ce projet de discussions n'est pas encore suffisamment avancé à l'heure actuelle. J'ai demandé à l'OFAS de mettre la priorité sur ces discussions. Je crois que tout le monde est intéressé à clarifier la nature des données à transmettre pour faciliter et favoriser le travail de concertation entre les assurances, mais aussi pour aller en faveur des assurés. L'objectif est de pouvoir présenter une disposition correspondante, donc d'être pragmatique, en faisant une proposition au Conseil des États.
Au vu de ces considérations, je vous invite donc à suivre la majorité de votre commission et à rejeter la minorité Rechsteiner Thomas, qui sera reprise en fonction des propositions au Conseil des États.
Piller Carrard Valérie · Mit-F · Consiglio nazionale · Friburgo · Gruppo socialista
Notre commission s'est penchée sur les différents articles qui composent ce projet de loi. Nous avons apporté plusieurs adaptations, acceptées à l'unanimité, afin de préciser certains éléments, notamment la collaboration entre l'administration, la Centrale de compensation et les organes d'exécution, comme à l'article 4 alinéa 2ter et à l'article 18, mais aussi pour apporter plus de sécurité juridique dans la gestion des canaux pour permettre des transferts de données de système d'information à système d'information, comme à l'article 37a alinéa 2, lettres a, b et c, ou encore à l'article 49, où nous avons modifié l'alinéa 1bis afin de clarifier la communication de décisions qui peuvent être notifiées valablement par voie électronique non seulement aux personnes assurées, mais aussi à l'ensemble des parties, notamment les employeurs.
En ce qui concerne les différentes propositions de minorité, à l'article 4 alinéa 2bis, la minorité Aeschi propose que l'accès à la plateforme ne soit pas accordé aux personnes résidant en Suisse sans statut de séjour valable. La commission a rejeté cette proposition, par 16 voix contre 8. Elle estime que l'instauration d'une telle restriction d'accès serait contraire au fonctionnement du système, qui est conçu comme une plateforme purement informative. Cette loi ne crée donc aucun droit à des prestations, mais rend simplement transparentes et accessibles les informations qui existent déjà. Aussi, les caisses de compensation ne sont pas les instances compétentes pour vérifier le statut au regard du droit des étrangers. Cette tâche relève de la compétence d'autres autorités.
Pour ce qui est des propositions de minorité de biffer les articles 22a et 22b, ces deux articles s'inscrivent directement dans les conclusions du rapport du Contrôle fédéral des finances "Audit de la transformation numérique du 1er pilier" qui nous a été présenté en commission en février dernier. Dans ce rapport, plusieurs recommandations avaient été émises, notamment sur la gouvernance, qui n'était pas suffisamment claire, et sur le manque de transparence en matière de coûts. C'est pourquoi la majorité de la commission propose, à l'article 22a, que l'OFAS mette en place un organe de pilotage permanent à l'échelle nationale pour les systèmes d'information régis par la LSIAS, avec la participation des organismes d'exécution. Cet organe devra notamment définir les normes nationales, les modalités de mise en oeuvre et prioriser les projets.
À l'article 22b, nous avons intégré les aspects de la transparence, de la standardisation et de l'obligation de rendre compte ; éléments qui faisaient défaut à ce projet de loi. Nous devons disposer en effet de données comparables et saisies uniformément, afin d'identifier les fausses incitations économiques. Il est donc essentiel que l'OFAS collecte ces données et les rende publiques.
Nous vous invitons donc, pour ces deux articles, à soutenir les propositions de la majorité de la commission, qui ont été acceptées par 17 voix contre 8, et qui sont également soutenues par le Conseil fédéral.
Concernant la minorité Rechsteiner Thomas à l'article 50a de la loi sur l'AVS, à l'article 97 de la loi sur l'assurance-accidents et à l'article 95a de la loi sur l'assurance militaire, cette proposition de minorité est un concept concernant la communication de données entre les différentes assurances mentionnées en vue de la coordination des prestations, de la détermination de l'assujettissement à l'assurance, de la fixation des primes d'assurance ou de la rente. Pour la minorité, c'est la seule façon d'assurer une communication électronique fluide et sans rupture de média. Pour que cela soit conforme à la loi sur la protection des données, il faut un ancrage légal. La majorité de la commission, qui, d'après ce que j'ai pu entendre, aurait évolué, ne souhaite pas pour le moment donner une carte blanche aux transferts de données, notamment du point de vue de la protection des données. Avec cette proposition de minorité, nous donnons à l'assurance-accidents un accès à l'ensemble des données du premier pilier.
Pour réglementer cela de manière plus précise, il faudrait clarifier dans la loi quelles données sont transmises grâce à une cartographie des flux de données. Comme expliqué en commission par l'administration, l'examen actuel des flux de données avec les assureurs-accidents et l'assurance militaire prend un certain temps, mais ce délai pourrait suffire pour préciser les flux de données avant l'examen en deuxième lecture. Il vaut donc la peine, dans l'intérêt de la qualité de la loi, d'attendre la cartographie des flux de données, puis de procéder aux adaptations légales nécessaires. Nous avons par conséquent refusé cette proposition de minorité Rechsteiner Thomas, par 16 voix contre 8.
Rechsteiner Thomas · Mit-M · Consiglio nazionale · Appenzello Interno · Il Gruppo del Centro. Alleanza del Centro. PEV.
Ich informiere Sie über die Diskussion in der Kommission, und zwar nicht nur zu den Artikeln mit Minderheitsanträgen, sondern auch zu den Artikeln, die von der Kommission in die Vorlage eingearbeitet wurden und zu denen kein Minderheitsantrag vorhanden ist.
Zuerst zum Antrag der Minderheit Aeschi zu Artikel 4 Absatz 2bis: Dieser Antrag wurde in der Abstimmung in der Kommission mit 16 zu 8 Stimmen abgelehnt. Demnach soll der Zugang zur elektronischen Kommunikation Personen verwehrt sein, welche keinen gültigen Aufenthaltsstatus in der Schweiz haben. Die Mehrheit der Kommission ist der Meinung, dass die Verankerung einer solchen Zugangsbeschränkung im Spezialgesetz BISS systemfremd ist. Weder die Zentrale Ausgleichsstelle noch die Durchführungsstellen sind die richtigen Ansprechpartner für den Abgleich des ausländerrechtlichen Status.
Tatsächlich gibt es Menschen in der Schweiz, welche trotz illegalem Aufenthalt eine AHV-Nummer haben. Grundgedanke der Minderheit war, dass kein Zugang zu Leistungen möglich ist, wenn jemand im Status eines illegalen Aufenthalts hier ist. Da die Versicherten aber die Daten weiterhin auch analog bestellen können, wäre diese Einschränkung des elektronischen Zugriffs nicht wirkungsvoll. Für die Kommissionsmehrheit stand zudem der digitale Austausch im Zentrum und nicht die Prüfung des rechtlichen Aufenthaltsstatus.
Zu Artikel 5 Buchstabe abis: Dort ist zwar kein Minderheitsantrag vorhanden, aber ich mache dennoch kurz eine Erläuterung. Die Kommission hat da eingearbeitet, dass den versicherten Personen jährlich automatisch ein einfach verständlicher Auszug aus dem individuellen Konto der AHV zur Verfügung gestellt wird. Sie haben es gehört: Er soll jährlich und automatisch erfolgen und verständlich sein. Es liegt in der Handlungskompetenz des Bundesrates bzw. der Zentralen Ausgleichsstelle, wie das gemacht wird. Gedacht ist, dass alle Versicherten erfahren können, ob sie Beitragslücken haben, und diese gegebenenfalls schnell schliessen können. Dass diese Information zur Verfügung gestellt wird, erscheint der Kommission wichtig.
Ich komme zu Artikel 22a, zum Steuerungs- und Mitwirkungsgremium: Dort gibt es einen Antrag der Minderheit de Courten. Der entsprechende Antrag wurde in der Kommission mit 17 zu 8 Stimmen abgelehnt. Bei Artikel 22a wird von der Mehrheit der Umstand berücksichtigt, dass bisher noch zu unklar war, wer beim BSV, bei der ZAS und bei den Durchführungsstellen genau welche Verantwortung hat. Deshalb will die Kommissionsmehrheit unter dem Abschnitt "Governancebestimmungen" das Steuerungs- und Mitwirkungsgremium verankern, dessen Zusammensetzung benennen und auch dessen Aufgaben aufführen. Sie will diese Massnahme auch aufgrund der Vernehmlassung und der Anhörungen einführen, bei welchen diese als notwendig erachtet wurde. Bei Artikel 22b wurde der entsprechende Antrag der Minderheit de Courten mit 17 zu 8 Stimmen abgelehnt.
Wie ich bei der Vorstellung des Geschäfts angetönt habe, hat die Kommission auch Punkte aus dem Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle aufgenommen. Dort wurde reklamiert, dass bei den Durchführungsstellen grosse Intransparenz über die Kosten, einschliesslich der IT-Kosten, herrsche. Deshalb sollen gemäss Mehrheit neu die Verwaltungskosten nach einheitlichem Standard erfasst und ausgewiesen werden. Ergänzend dazu sollen auch Vorgaben zur Standardisierung der Schnittstellen und zur Interoperabilität gemacht werden. Damit werden Datenaustausch, Anbindung der Systeme, Effizienzgewinne und Transparenz möglich.
In den Artikeln 37a bis 37c geht es um die Änderung anderer Erlasse, konkret um das ATSG. Dort ist auch kein Minderheitsantrag vorhanden. Es geht um die elektronische Kommunikation der Versicherungen untereinander und mit den Versicherten. Artikel 37a hält die Anforderungen an die Plattform für die elektronische Kommunikation, welche die Versicherungen anbieten müssen, fest.
Auch zu Artikel 49 Absatz 1bis ist kein Minderheitsantrag vorhanden, aber die Kommission hat hier eine Ergänzung beschlossen. Es geht hier um Verfügungen, welche der Versicherungsträger - die AHV, die IV oder die Militärversicherung - schriftlich erlässt. Da sollen Medienbrüche verhindert werden. Konkret sollen diese Verfügungen der Sozialversicherungen auch elektronisch übermittelt werden können, wenn entweder die Pflicht zur elektronischen Kommunikation besteht oder diese verlangt wird. Gemäss Artikel 37c BISS hat die versicherte Person die Möglichkeit, die elektronische Kommunikation zu verlangen.
Letztlich informiere ich Sie über die Minderheit Rechsteiner Thomas, übernommen von Hess Lorenz, welche erstmals bei Artikel 50a Absatz 1 Buchstabe b1 AHVG erwähnt wird. Der ursprüngliche Antrag in der Kommission wurde mit 16 zu 8 Stimmen abgelehnt. Die Mehrheit der Kommission will die automatische und vollständige Datenbekanntgabe zwischen AHV, IV, Unfallversicherung und Militärversicherung für die Koordination von Leistungen, die Abklärung der Versicherungspflicht, das Festsetzen der Versicherungspflicht, der Versicherungsprämien oder der Renten nicht ermöglichen. Gemäss der Minderheit ist diese gesetzliche Grundlage notwendig, damit der Austausch möglich ist, da heute die Datenanfrage in dieser Sache einzelfallweise und jeweils mit Begründung erfolgen muss und damit sehr aufwendig ist. Dieser Automatismus ist für die Kommissionsmehrheit aufgrund von Datenschutzbestimmungen noch nicht angebracht.
Ihre Kommission hat dem BISS sowie den Änderungen im ATSG in der Gesamtabstimmung mit 17 zu 7 Stimmen zugestimmt. Gleichzeitig hat die Kommission auch der Abschreibung von zwei Motionen zugestimmt. Das ist einerseits die Motion 23.4041, "Sozialversicherung. Umfassende und einheitliche Rechtsgrundlage für das elektronische Verfahren schaffen (eATSG)" - BISS ist nun quasi die Umsetzung davon -, andererseits meine Motion 23.4435, "AHV endlich digitalisieren".
Aus diesen Gründen bitte ich Sie im Namen der Kommission, die Mehrheitsanträge zu unterstützen, die beiden Motionen abzuschreiben und das Geschäft in der Gesamtabstimmung anzunehmen.
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Art. 4
Antrag der Mehrheit
Abs. 1, 2
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Abs. 2ter
Die ZAS bezieht die Durchführungsstellen bei der Entwicklung und dem Betrieb der Plattform nach diesem Gesetz auf strategischer, fachlicher und operativer Ebene ein.
Abs. 3
Sie kann Dritte ...
Antrag der Minderheit
(Aeschi, Amaudruz, de Courten, Glarner, Graber, Gutjahr, Thalmann-Bieri, Wyssmann)
Abs. 2bis
Personen, die sich ohne gültigen Aufenthaltsstatus in der Schweiz aufhalten, wird kein Zugang zur Plattform gewährt. Der Bundesrat regelt die Einzelheiten.
Art. 4
Proposition de la majorité
Al. 1, 2
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Al. 2ter
La CdC associe les organes d'exécution au développement et à l'exploitation de la plateforme régie par la présente loi sur les plans stratégique, technique et opérationnel.
Al. 3
Elle peut charger ...
Proposition de la minorité
(Aeschi, Amaudruz, de Courten, Glarner, Graber, Gutjahr, Thalmann-Bieri, Wyssmann)
Al. 2bis
L'accès à la plateforme n'est pas accordé aux personnes résidant en Suisse sans statut de séjour valable. Le Conseil fédéral règle les modalités.
Votazione
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit ... 131 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit ... 62 Stimmen
(0 Enthaltungen)
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Art. 5
Antrag der Kommission
Titel, Einleitung, Bst. a, b
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Bst. abis
abis. der versicherten Person, welche sich auf der Plattform nach Artikel 4 registriert hat, auf dieser automatisch jährlich einen einfach verständlichen Auszug aus dem individuellen Konto zur Verfügung zu stellen;
Art. 5
Proposition de la commission
Titre, introduction, let. a, b
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Let. abis
abis. mettre chaque année automatiquement à la disposition de l'assuré qui s'est enregistré sur la plateforme visée à l'article 4 un extrait facilement compréhensible de son compte individuel ;
Angenommen - Adopté
Art. 6-17
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Art. 18
Antrag der Kommission
Titel
Einbezug der Durchführungsstelen und Beauftragung von Dritten
Abs. 1
Die ZAS und das BSV beziehen die Durchführungsstellen bei der Entwicklung und dem Betrieb der Informationssysteme nach diesem Gesetz auf strategischer, fachlicher und operativer Ebene ein.
Abs. 2
Sie können Dritte mit der Entwicklung und dem Betrieb der Informationssysteme beauftragen.
Art. 18
Proposition de la commission
Titre
Implication des organes d'exécution et mandats confiés à des tiers
Al. 1
La CdC et l'OFAS associent les organes d'exécution au développement et à l'exploitation des systèmes d'information régis par la présente loi sur les plans stratégique, technique et opérationnel.
Al. 2
Ils peuvent charger des tiers de développer et d'exploiter les systèmes d'information régis par la présente loi.
Angenommen - Adopté
Art. 19-22
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
5a. Abschnitt Titel
Antrag der Mehrheit
Governancebestimmungen
Antrag der Minderheit
(de Courten, Aeschi, Amaudruz, Glarner, Graber, Gutjahr, Thalmann-Bieri, Wyssmann)
Streichen
Section 5a titre
Proposition de la majorité
Dispositions en matière de gouvernance
Proposition de la minorité
(de Courten, Aeschi, Amaudruz, Glarner, Graber, Gutjahr, Thalmann-Bieri, Wyssmann)
Biffer
Art. 22a
Antrag der Mehrheit
Titel
Steuerungs- und Mitwirkungsgremium
Abs. 1
Das BSV setzt für gesamtschweizerische Informationssysteme ein ständiges Steuerungsgremium ein. Das BSV regelt die Zusammensetzung, die Entscheidverfahren und die Eskalationsmechanismen.
Abs. 2
Dem Gremium gehören Vertreterinnen und Vertreter des BSV, der ZAS sowie der Durchführungsstellen an.
Abs. 3
Das Gremium wirkt verbindlich mit bei:
a. der Festlegung von Standards;
b. der Priorisierung von Digitalisierungsprojekten;
c. der Festlegung der Umsetzungsmodalitäten.
Antrag der Minderheit
(de Courten, Aeschi, Amaudruz, Glarner, Graber, Gutjahr, Thalmann-Bieri, Wyssmann)
Streichen
Art. 22a
Proposition de la majorité
Titre
Organe de pilotage et de participation
Al. 1
Pour les systèmes d'information utilisables à l'échelle suisse, l'OFAS institue un organe de pilotage permanent. L'OFAS règle la composition de l'organe, les procédures décisionnelles et les mécanismes d'intervention.
Al. 2
L'organe est composé de représentantes et de représentants de l'OFAS, de la CdC et des organes d'exécution.
Al. 3
L'organe participe de manière contraignante à la :
a. définition de standards ;
b. priorisation des projets de numérisation ;
c. définition des modalités de mise en oeuvre.
Proposition de la minorité
(de Courten, Aeschi, Amaudruz, Glarner, Graber, Gutjahr, Thalmann-Bieri, Wyssmann)
Biffer
Votazione
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit ... 131 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit ... 62 Stimmen
(0 Enthaltungen)
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Art. 22b
Antrag der Mehrheit
Titel
Transparenz, Standardisierung und Berichtspflichten
Abs. 1
Das BSV erlässt verbindliche Vorgaben zur:
a. einheitlichen Erfassung und Ausweisung der Verwaltungs- und IT-Kosten;
b. Standardisierung der technischen und semantischen Schnittstellen;
c. Interoperabilität der Informationssysteme.
Abs. 2
Die Durchführungsstellen und die ZAS sind verpflichtet, diese Vorgaben einzuhalten und die erforderlichen Daten in standardisierter Form zur Verfügung zu stellen.
Antrag der Minderheit
(de Courten, Aeschi, Amaudruz, Glarner, Graber, Gutjahr, Thalmann-Bieri, Wyssmann)
Streichen
Art. 22b
Proposition de la majorité
Titre
Transparence, standardisation et obligation de rendre compte
Al. 1
L'OFAS édicte des directives contraignantes concernant :
a. la saisie et la présentation uniformes des frais administratifs et informatiques ;
b. la standardisation des interfaces techniques et sémantiques ;
c. l'interopérabilité des systèmes d'information.
Al. 2
Les organes d'exécution et la CdC sont tenus de respecter ces directives et de mettre à disposition les données nécessaires sous forme standardisée.
Proposition de la minorité
(de Courten, Aeschi, Amaudruz, Glarner, Graber, Gutjahr, Thalmann-Bieri, Wyssmann)
Biffer
Votazione
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit ... 131 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit ... 62 Stimmen
(0 Enthaltungen)
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Art. 23-26
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Änderung anderer Erlasse
Modification d'autres actes
Ziff. 1
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
mit Ausnahme von:
Art. 37a Abs. 2Bst. a
a. Authentifizierung der Benutzerinnen und Benutzer oder der Informationssysteme;
Art. 37a Abs. 2Bst. b
Streichen
Art. 37a Abs. 2Bst. c
c. Schutz der Daten bis zur Zustellung vor unberechtigter Veränderung und unberechtigter Kenntnisnahme;
Art. 49 Abs. 1bis
... eröffnet werden, wenn eine Pflicht zur elektronischen Kommunikation nach Artikel 37b besteht oder die elektronische Kommunikation nach Artikel 37c verlangt wird.
Ch. 1
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
à l'exception de:
Art. 37a al. 2 let. a
a. authentification des utilisateurs ou des systèmes d'information ;
Art. 37a al. 2 let. b
Biffer
Art. 37a al. 2 let. c
c. protection des données jusqu'à leur notification contre toute modification non autorisée ou consultation non autorisée ;
Art. 49 al. 1bis
... d'une plateforme s'il existe une obligation de communiquer par voie électronique au sens de l'article 37b ou si la communication par voie électronique a été demandée en vertu de l'article 37c.
Angenommen - Adopté
Ziff. 2 Gliederungstitel vor Art. 1; Art. 1 Abs. 3; 49 Abs. 2; 49a Abs. 3; 49b-49e; 49f Einleitung, Bst. h
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Ch. 2 titre précédant l'art. 1 ; art. 1 al. 3 ; 49 al. 2 ; 49a al. 3 ; 49b-49e ; 49f introduction, let. h
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Ziff. 2 Art. 50a Abs. 1
Antrag der Mehrheit
Bst. dter
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Antrag der Minderheit
(Rechsteiner Thomas, Aellen, Durrer, Graber, Hess Lorenz, Roduit, Silberschmidt, Vietze)
Bst. b1
b1. Organen der Unfallversicherer nach dem Bundesgesetz vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG) in Abweichung von Artikel 32 Absatz 2 ATSG, wenn die Daten zur Koordination von Leistungen notwendig sind:
1. bei Personen nach Artikel 1a Absatz 1 Buchstabe c UVG;
2. bei Hilfsmitteln nach Artikel 11 UVG;
3. beim Taggeld nach Artikel 16 Absatz 3 und 5 UVG;
4. bei Komplementärrenten im Sinne von Artikel 20 Absatz 2 sowie Artikel 31 Absatz 4 UVG;
5. bei der Hilflosenentschädigung nach Artikel 26 UVG;
6. bei der Verrechnung nach Artikel 50 UVG.
Bst. b2
b2. Organen der Unfallversicherer nach dem UVG in Abweichung von Artikel 32 Absatz 2 ATSG, wenn die Daten zur Beurteilung der obligatorischen Versicherungspflicht nach Artikel 1a und Artikel 66 UVG sowie zur Festsetzung und zum Bezug der Prämien gemäss den Artikeln 92 und 93 UVG notwendig sind.
Bst. b3
b3. der Militärversicherung nach dem Bundesgesetz vom 19. Juni 1992 über die Militärversicherung (MVG) in Abweichung von Artikel 32 Absatz 2 ATSG, wenn die Daten zur Koordination von Leistungen notwendig sind:
1. bei der Verrechnung nach Artikel 11 Absatz 3 MVG;
2. bei Zulagen für Hauspflege oder Kuren sowie der Hilflosenentschädigung nach Artikel 20 MVG;
3. bei Hilfsmitteln nach Artikel 21 MVG;
4. beim Taggeld nach Artikel 28 MVG;
5. bei der Eingliederung nach Artikel 33-39 MVG;
6. bei Invalidenrenten nach Artikel 40 MVG;
7. bei Hinterlassenenrenten nach Artikel 52-55 MVG;
8. bei der Überentschädigung nach Artikel 69 ATSG und den entsprechenden Ausführungsbestimmungen.
Bst. b4
b4. der Militärversicherung nach dem MVG in Abweichung von Artikel 32 Absatz 2 ATSG, wenn die Daten zur Anpassung der Renten an die Lohn- und Preisentwicklung nach Artikel 43 MVG notwendig sind.
Ch. 2 art. 50a al. 1
Proposition de la majorité
Let. dter
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Proposition de la minorité
(Rechsteiner Thomas, Aellen, Durrer, Graber, Hess Lorenz, Roduit, Silberschmidt, Vietze)
Let. b1
b1. aux organes des assureurs-accidents au sens de la loi fédérale du 20 mars 1981 sur l'assurance-accidents (LAA), en dérogation à l'article 32 alinéa 2 LPGA, lorsque les données sont nécessaires à la coordination des prestations concernant :
1. les personnes au sens de l'article 1a alinéa 1 lettre c LAA ;
2. les moyens auxiliaires au sens de l'article 11 LAA ;
3. l'indemnité journalière au sens de l'article 16 alinéas 3 et 5 LAA ;
4. la rente complémentaire au sens de l'article 20 alinéa 2 et article 31 alinéa 4, LAA ;
5. l'allocation pour impotent au sens de l'article 26 LAA ;
6. la compensation des prestations au sens de l'article 50 LAA.
Let. b2
b2. aux organes des assureurs-accidents au sens de la loi fédérale du 20 mars 1981 sur l'assurance-accidents (LAA), en dérogation à l'article 32 alinéa 2 LPGA, lorsque les données sont nécessaires à l'évaluation de l'assurance obligatoire au sens des articles 1a et 66 LAA et à la fixation et la perception des primes au sens des articles 92 et 93 LAA.
Let. b3
b3. à l'assurance militaire au sens de la loi fédérale du 19 juin 1992 sur l'assurance militaire (LAM), en dérogation à l'article 32 alinéa 2 LPGA, lorsque les données sont nécessaires à la coordination des prestations concernant :
1. la compensation au sens de l'article 11 alinéa 3 LAM ;
2. les indemnités supplémentaires pour les soins à domicile ou les cures et allocation pour impotent au sens de l'article 20 LAM ;
3. les moyens auxiliaires au sens de l'article 21 LAM ;
4. l'indemnité journalière au sens de l'article 28 LAM ;
5. la réadaptation au sens des articles 33 à 39 LAM ;
6. les rentes d'invalidité au sens de l'article 40 LAM ;
7. les rentes de survivants au sens des articles 52 à 55 LAM ;
8. la surindemnisation au sens de l'article 69 LPGA et des dispositions d'exécution correspondantes.
Let. b4
b4. à l'assurance militaire au sens de la LAM, en dérogation à l'article 32 alinéa 2 LPGA, lorsque les données sont nécessaires à l'adaptation des rentes à l'évolution des salaires et des prix au sens de l'article 43 LAM.
Le président (Page Pierre-André, président): Le vote vaut également pour le chiffre 6 article 97 alinéa 1 lettres b1 et b2, ainsi que pour le chiffre 7 article 95a alinéa 1 lettres a1 et a2.
Votazione
Bst. b1-b4 - Let. b1-b4
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Minderheit ... 131 Stimmen
Dagegen ... 62 Stimmen
(0 Enthaltungen)
Übrige Bestimmungen angenommen
Les autres dispositions sont adoptées
Page Pierre-André · P-M · Consiglio nazionale · Friburgo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Ziff. 2 Art. 50b; 63 Abs. 3; 71 Abs. 4, 4bis, 5, 5bis; 95 Abs. 2; Ziff. 3-5; 6 Art. 96a
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Ch. 2 art. 50b ; 63 al. 3 ; 71 al. 4, 4bis, 5, 5bis ; 95 al. 2 ; ch. 3-5 ; 6 art. 96a
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Ziff. 6 Art. 97 Abs. 1
Antrag der Minderheit
(Rechsteiner Thomas, Aellen, Durrer, Graber, Hess Lorenz, Roduit, Silberschmidt, Vietze)
Bst. b1
b1. Organen für die Durchführung des AHVG und des IVG in Abweichung von Artikel 32 Absatz 2 ATSG, wenn die Daten zur Koordination von Leistungen notwendig sind:
1. bei Massnahmen nach Artikel 7d Absatz 2 und Artikel 8 Absatz 3 IVG;
2. bei Massnahmen zur Wiedereingliederung von Rentenbeziehenden nach Artikel 8a IVG;
3. bei Versicherungsschutz nach Artikel 11 Absatz 2 und 3 IVG;
4. bei Hilfsmitteln nach Artikel 21 IVG;
5. bei Unterbruch von Eingliederungsmassnahmen nach Artikel 22bis Absatz 7 Buchstabe d IVG;
6. bei Taggeldern oder Renten nach Artikel 24 Absatz 4, Artikel 28-29 und Artikel 44 IVG;
7. bei der Hilflosenentschädigung nach Artikel 42 Absatz 6 IVG.
Bst. b2
b2. Organen für die Durchführung des AHVG in Abweichung von Artikel 32 Absatz 2 ATSG, wenn die Daten zur Beurteilung der obligatorischen Versicherungs- und Beitragspflicht nach Artikel 1a und Artikel 3 sowie für die Festsetzung und den Bezug der Beiträge nach Artikeln 4-10 und 12 AHVG notwendig sind.
Ch. 6 art. 97 al. 1
Proposition de la minorité
(Rechsteiner Thomas, Aellen, Durrer, Graber, Hess Lorenz, Roduit, Silberschmidt, Vietze)
Let. b1
b1. aux organes chargés d'appliquer la LAVS et la LAI, en dérogation à l'article 32 alinéa 2 LPGA lorsque les données sont nécessaires à la coordination des prestations concernant :
1. les mesures au sens de l'article 7d alinéa 2 et article 8 alinéa 3 LAI ;
2. les mesures de réadaptation des bénéficiaires de rente au sens de l'article 8a LAI ;
3. la couverture d'assurance-accidents au sens de l'article 11 alinéas 2 et 3 LAI ;
4. les moyens auxiliaires au sens de l'article 21 LAI ;
5. l'interruption des mesures de réadaptation au sens de l'article 22bis alinéa 7 lettre d LAI ;
6. les indemnités journalières ou les rentes au sens de l'article 24 alinéa 4, articles 28, 29 et 44 LAI ;
7. l'allocation pour impotent au sens de l'article 42 alinéa 6 LAI.
Let. b2
b2. aux organes chargés d'appliquer la LAVS, en dérogation à l'article 32 alinéa 2 LPGA, lorsque les données sont nécessaires à l'évaluation de l'obligation d'être assuré et de payer des cotisations au sens des articles 1a et 3 LAVS et à la fixation et la perception des cotisations au sens des articles 4 à 10 et 12 LAVS ;
Le président (Page Pierre-André, président): Nous nous sommes déjà prononcés sur la proposition de la minorité Rechsteiner Thomas au chiffre 2 article 50a alinéa 1.
Angenommen - Adopté
Ziff. 7 Art. 94c
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Ch. 7 art. 94c
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Ziff. 7 Art. 95a Abs. 1
Antrag der Minderheit
(Rechsteiner Thomas, Aellen, Durrer, Graber, Hess Lorenz, Roduit, Silberschmidt, Vietze)
Bst. a1
a1. Organen für die Durchführung des AHVG und des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG) in Abweichung von Artikel 32 Absatz 2 ATSG, wenn die Daten zur Koordination von Leistungen notwendig sind:
1. bei Massnahmen nach Artikel 7d Absatz 2 und Artikel 8 Absatz 3 IVG;
2. bei Massnahmen zur Wiedereingliederung von Rentenbeziehenden nach Artikel 8a IVG;
3. bei Hilfsmitteln nach Artikel 21 IVG;
4. bei Taggeldern oder Renten nach Artikel 28-29 und Artikel 44 IVG.
Bst. a2
a2. Organen für die Durchführung des AHVG in Abweichung von Artikel 32 Absatz 2 ATSG, wenn die Daten zur Beurteilung der obligatorischen Versicherungs- und Beitragspflicht nach Artikel 1a und Artikel 3 sowie für die Festsetzung und den Bezug der Beiträge nach Artikeln 4-10 und 12 AHVG notwendig ist.
Ch. 7 art. 95a al. 1
Proposition de la minorité
(Rechsteiner Thomas, Aellen, Durrer, Graber, Hess Lorenz, Roduit, Silberschmidt, Vietze)
Let. a1
a1. aux organes chargés d'appliquer la LAVS et la loi fédérale du 19 juin 1959 sur l'assurance-invalidité (LAI), en dérogation à l'article 32 alinéa 2 LPGA, lorsque les données sont nécessaires à la coordination des prestations concernant :
1. les mesures au sens de l'article 7d alinéa 2 et article 8 alinéa 3 LAI ;
2. les mesures de nouvelle réadaptation des bénéficiaires de rentes au sens de l'article 8a LAI ;
3. les moyens auxiliaires au sens de l'article 21 LAI ;
4. les indemnités journalières ou les rentes au sens des articles 28, 29 et 44 LAI.
Let. a2
a2. aux organes chargés d'appliquer la LAVS, en dérogation à l'article 32 alinéa 2 LPGA, lorsque les données sont nécessaires à l'évaluation l'obligation d'être assuré et de payer des cotisations au sens des articles 1a et 3 LAVS et à la fixation et la perception des cotisations au sens des articles 4 à 10 et 12 LAVS ;
Le président (Page Pierre-André, président): Nous nous sommes déjà prononcés sur la proposition de la minorité Rechsteiner Thomas au chiffre 2 article 50a alinéa 1.
Angenommen - Adopté
Ziff. 8-12
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Ch. 8-12
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Votazione
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Entwurfes ... 131 Stimmen
Dagegen ... 62 Stimmen
(0 Enthaltungen)
Abschreibung - Classement
Antrag des Bundesrates
Abschreiben der parlamentarischen Vorstösse
gemäss Brief an die eidgenössischen Räte (BBl 2025 2959)
Proposition du Conseil fédéral
Classer les interventions parlementaires
selon lettre aux Chambres fédérales (FF 2025 2959)
Angenommen - Adopté
Page Pierre-André · P-M · Consiglio nazionale · Friburgo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Le président (Page Pierre-André, président): L'objet va au Conseil des États.