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Comunicazioni del presidente

Engler Stefan · P-M · Consiglio degli Stati · Grigioni · Il Gruppo del Centro. Alleanza del Centro. PEV.

Es ist schön, dass wir heute eine Delegation des Kantons Zug unter der Leitung von Kantonsratspräsident Stefan Moos und der Kantonsratsvizepräsidentin bei uns begrüssen dürfen.

Liebe Gäste aus dem Kanton Zug, ich freue mich, Sie an diesem besonderen Ort willkommen zu heissen. Von den Besuchertribünen aus können Interessierte während der Session unsere Debatten direkt mitverfolgen und miterleben, wie wir diskutieren, um Lösungen ringen und Entscheidungen treffen. Wie in Ihrem Kantonsrat können im Ständerat die Mitglieder jederzeit zu allen Geschäften das Wort verlangen. Aber anders als bei Ihnen gibt es bei uns keine Möglichkeit, die Redezeiten einzuschränken oder die Rednerliste zu schliessen - wir sind da auf den guten Willen der Ratsmitglieder angewiesen. Die offene und lebendige Debatte in unserem Rat ist aber auch ein wesentlicher Ausdruck unserer Demokratie.

Doch nicht nur die Debatten, die hier stattfinden, erzählen von unserer Demokratie - auch das Parlamentsgebäude selbst. Es ist weit mehr als ein Ort, an dem politische Entscheide gefällt werden. Wer genau hinschaut, entdeckt überall Hinweise auf wichtige Ereignisse und Persönlichkeiten unserer Geschichte.

Wenn Sie Ihren Blick auf die Bögen direkt gegenüber richten, entdecke Sie verschiedene Jahreszahlen. Eine davon sticht besonders hervor: 1370. In jenem Jahr entstand der Pfaffenbrief. Man könnte sagen, eine frühe Schweizer Version von "setzen wir uns zusammen und regeln das gemeinsam". Damals beschlossen die Städte Zürich und Luzern, die inneren Orte Uri und Schwyz und Stadt und Amt Zug eine gemeinsame Rechtsordnung. Ziel war es, für Ordnung zu sorgen und das Zusammenleben zu erleichtern. Künftig sollten die Konflikte nicht mehr mit Gewalt, sondern mit gemeinsamen Regeln gelöst werden. Der Pfaffenbrief ist somit, entgegen seinem Namen, nicht primär eine Einschränkung der klerikalen Macht, sondern Ausdruck einer nicht mehr personellen, sondern territorialen Rechtsordnung.

Schon damals ging es darum, sich an einen Tisch zu setzen und für die unterschiedlichen Interessen gemeinsam Lösungen zu finden. Genau dieser Gedanke prägt unsere parlamentarische Arbeit bis heute. Dass wir miteinander sprechen, einander zuhören und nach tragfähigen Lösungen suchen ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Tradition, die in unserem Land tief verwurzelt ist. Besonders schön ist: Zug war von Anfang an Teil dieser Entwicklung und hat damit schon früh an der Geschichte unseres Landes mitgeschrieben.

Liebe Gäste aus Zug, es gibt noch ein weiteres Zuger Motiv hier im Parlamentsgebäude. Wussten Sie, dass Ihre beiden Ständeräte, Matthias Michel und Peter Hegglin, wie alle Ständerätinnen und Ständeräte gleich zwei Sitze haben? Einen hier im Ständeratssaal und einen zweiten im Nationalratssaal.

Wenn die Vereinigte Bundesversammlung tagt, nehmen wir Ständerätinnen und Ständeräte dort auf den für uns reservierten Sitzen Platz. Die kunstvoll geschnitzten Holzstühle sind mit Pflanzenmotiven, die jeweils für einen der 26 Kantone stehen, verziert. Im Falle des Kantons Zug sind dies der Löwenzahn und der Bärenklau. Man könnte also sagen: Ihre beiden Ständeräte sitzen mitten auf einer Zuger Wiese - mit dem kleinen Unterschied, dass der Blick nicht auf den Zugersee, sondern auf die Politik gerichtet ist.

Liebe Zugerinnen, liebe Zuger, ich freue mich, Sie heute hier begrüssen zu dürfen. Ich wünsche Ihnen einen spannenden Aufenthalt, interessante Einblicke in die Arbeit unseres Parlamentes und viel Freude beim Entdecken dieses besonderen Gebäudes - herzlich willkommen! (Beifall)