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Rassismus, Sexismus und Diskriminierung im Schweizer Fussball und wer trägt die Verantwortung?
Wortlaut
Wie viele Vorfälle wurden 2023/24 bis 2025/26 erfasst, aufgeschlüsselt nach Profi-/Amateurbereich, Frauen-/Männerfussball, Nachwuchs und Diskriminierungsform?
Welche Anforderungen zum Schutz vor Diskriminierung knüpft der Bund heute an seine Sportförderung, etwa über Jugend+Sport oder öffentliche Infrastruktur?
Gibt es beim SFV ein einheitliches, für alle Ligen und Vereine verbindliches System zur Erfassung und Bearbeitung diskriminierender Vorfälle? Falls ja, wie wird es ausgewertet und veröffentlicht?
Welche Sensibilisierungsmassnahmen sind für Schiedsrichter:innen, Trainer:innen, Funktionär:innen sowie Sicherheits- und Vereinsverantwortliche verpflichtend?
Wie viele Verfahren wegen rassistischer oder sexistischer Vorfälle wurden in den letzten drei Saisons eröffnet und wie endeten sie?
Wie beurteilt der Bundesrat den Interessenkonflikt, wenn Betroffene Vorfälle bei Strukturen melden müssen, gegen die sich der Vorwurf richtet?
Welche messbaren Ziele zur Bekämpfung von Diskriminierung enthält die SFV-Strategie 2026–2030? Wird der Bundesrat auf eine jährliche öffentliche Berichterstattung über Vorfälle, Verfahren, Sanktionen und Prävention hinwirken?
Begründung
Im Schweizer Fussball kommt es zu rassistischen, sexistischen, antisemitischen und queerfeindlichen Vorfällen. Betroffen sind Spieler:innen, Schiedsrichter:innen, Trainer:innen, Funktionär:innen und Zuschauer:innen. Über 12'600 Menschen fordern mit ihrer Unterschrift wirksame Massnahmen. Der SFV verspricht in seiner Strategie 2026–2030 «mehr und besseren Fussball. Für alle.». Ob dieses Ziel erreicht wird, ist kaum überprüfbar. Fussball erreicht Millionen und prägt Kinder und Jugendliche. Was auf dem Platz, auf den Rängen oder online toleriert wird, wirkt über den Sport hinaus.
Heute fehlen Grundlagen: Unbekannt ist, wie viele Vorfälle geschehen, gemeldet werden und welche Folgen sie haben. Ohne verlässliche Daten lassen sich Ausmass und Wirkung von Massnahmen nicht beurteilen. Auch bei Meldungen besteht ein strukturelles Problem: Wer einen Vorfall dem eigenen Verein oder einem Verbandsorgan melden muss, hat wenig Anreiz dazu. Eine unabhängige Anlaufstelle könnte diese Lücke schliessen.
Der SFV will «für alle» da sein, aber dieser Anspruch muss anhand von Zahlen und Ergebnissen überprüfbar sein. Der Bund unterstützt den Sport mit öffentlichen Mitteln und trägt Verantwortung, klare Erwartungen zu formulieren.