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14. Mai 2002 Basel-Landschaft Deutsch

Rubrum

Verf. Kantonsgericht Verf. Vorinstanz 28-02/201 (A 57) C 2001/1192

Kantonsgericht Basel-Landschaft Abteilung Zivil— und Strafrecht Dreierkammer Urteil vom 14. Mai 2002 Mitwirkend: Präsident Thomas Bauer Richter René Borer (Referent) Richter Markus Mattle Gerichtsschreiberin i.V. Katrin Frauchiger

Y AG, Appellatin

gegen

X vertreten durch Ackermann Fioroni Susanne, Advokatin, Spittelerhof, Kasernenstrasse 22a, Postfach 569, 4410 Liestal Appellant

betreffend

provisorische Rechtsöffnung in der Betreibung Nr. 20113686 des Betreibungsamtes Liestal vom 24. Oktober 2001

I.

Mit Urteil vom 25. Februar 2002 bewilligte der Bezirksgerichtspräsident zu Liestal das von der Gesuchsklägerin und heutigen Appellatin gestellte Rechtsöffnungsbegehren in der Betreibung Nr. XXXX des Betreibungsamtes Liestal gegen den Gesuchsbeklagten und heutigen Appellanten für die Forderung von Fr. 42778.80 nebst Zins zu 13.5% seit 19. Oktober 2001 und Fr. 56'745.45 Zinsen (Ziffer 1). Der Appellant wurde ausserdem dazu verpflichtet, der Appellatin direkt die Zahlungsbefehlskosten in Höhe von Fr. 100.-- und die Rechtsöffnungskosten von Fr. 400.-- zu bezahlen (Ziffer 2).

Zur Begründung führte der Bezirksgerichtspräsident aus, dass der von der Appellatin beigebrachte Barkredit-Vertrag vom 28. Juni 1990 das unterschriftlich bekräftigte Versprechen des Appellanten enthalte, das ihm gewährte Darlehen in Höhe von Fr. 60'000.-- mit einem Zins von 13.5% p.a. in 48 Monatsraten à Fr. 1'624.60, erstmals am 31. Juli 1990, letztmals am 30. Juni 1994 der Schweizerischen Volksbank zurückzubezahlen. Es sei gerichtsnotorisch, dass die Schweizerische Volksbank von der Credit Suisse übernommen warden sei. Gemäss Bestätigung der Credit Suisse sei die Forderung aus dem vorliegenden Barkredit-Vertrag an die Y AG in Bern zediert worden. Auf Grund der Fusion mit der Appellatin, welche die Aktiven und Passiven der y AG gemäss Tagebuchauszug aus dem Handelsregister Bern vom 29. Dezember 1995 übernommen habe, sei die Aktivlegitimation der Appellatin zu bejahen. Die vom Appellanten eingewendete Befreiung der persönlichen Leistungspflicht in Folge Eintretens eines Versicherungsfalles ergebe sich weder aus dem Darlehensvertrag vom 15. Juli 1987 noch aus dem Barkredit-Vertrag vom 28. Juni 1990. Dass die Appellatin verpflichtet gewesen sei, vor Inanspruchnahme des Appellanten die Leistungsverweigerung bei der Z anzufechten, lasse sich weder den genannten Verträgen noch dem Gesetz entnehmen. Die Appellatin bzw. ihre Rechtsvorgängerin habe ihre vertraglichen Pflichten erfüllt, dies sei auch nicht bestritten. Damit liege ein provisorischer Rechtsöffnungstitel im Sinne von Artikel 82 Absatz 1 SchKG vor. Der Appellant habe keine Einwendungen, welche die Schuldanerkennung entkräften, sofort glaubhaft gemacht (Artikel 82 Absatz 2 SchKG).

II.

Mit Leistung des Appellationskostenvorschusses erklärte die Vertreterin des Appellanten am 4. März 2002 beim Bezirksgericht Liestal die Appellation und beantragte sinngemäss, das Urteil der Vorinstanz sei aufzuheben und die provisorische Rechtsöffnung zu verweigern. Eine schriftliche Appellationsbegründung wurde nicht eingereicht.

Anlässlich der heutigen kantonsgerichtlichen Verhandlung erschienen der Appellant mit seiner Parteivertreterin und deren Substitutin.

Die Substitutin stellte folgende Anträge: Das Urteil des Bezirksgerichtspräsidenten zu Liestal vom 25. Februar 2002 sei unter o/e-Kostenfolge aufzuheben. Eventualiter sei die Rechtsöffnung nur für den Betrag von Fr. 42'778.80 nebst Zinsen seit 19. Oktober 2001 zu bewilligen. Zur Begründung führte die Rechtsvertreterin des Appellanten im Wesentlichen aus, dass der Darlehensvertrag vom 28. Juni 1990 eine integrierte Restschuldversicherung bei der Z beinhalte. Sie verwies dabei auf Ziffer 3.1 der AGB des Kreditvertrages und betonte insbesondere, dass der Appellant durch die vertraglich vereinbarte Restschuldversicherung seit Oktober 1991 infolge dauernder Krankheit bzw. Invalidität von der monatlichen Ratenzahlung in Höhe von Fr, 1'624.60 entlastet, bzw. befreit werde. Es liege im vorliegenden Fall ein Dreiparteienverhältnis vor. Zwischen dem Appellanten und der Z liege kein Vertrag vor. Nur die Bank könne aus der Restschuldversicherung Forderungsrechte geltend machen, aber nicht der Appellant. Die Versicherung habe der Bank lediglich mitgeteilt, dass der Appellant gemäss Artikel 6 WG schon in ärztlicher Behandlung gewesen sei, als die Restschuldversicherung abgeschlossen worden sei: diese blosse Behauptung sei nicht begründet worden. Der Appellant könne glaubhaft machen, dass er erst später arbeitsunfähig geworden sei, beziehungsweise dass er nicht schon vorher in ärztlicher Behandlung gewesen sei. Da der Appellant kein selbständiges Forderungsrecht gegenüber der Versicherung habe, liege kein echter Vertrag zu Gunsten Dritter vor. Die Bank hätte die angeblich vorherige ärztliche Behandlung abklären lassen und diesen Einwand geltend machen müssen, aber sie habe dies unterlassen. Dieses Fehlverhalten der Bank könne nicht dem Appellanten angelastet werden. Beweise für die Arztbehandlung, die angeblich vorher stattgefunden haben solle, seien keine eingereicht worden. Die Rechtsvertreterin des Appellanten beantragte somit die Gutheissung der Appellation.

Die Vertreterin führte weiter aus, falls die Schuldpflicht weiterbestehe, so sei nur der Betrag von Fr. 42'778.80 nebst Zinsen seit 19. Oktober 2001 geschuldet. Es sei nämlich nicht nachzuvollziehen, wie die Zinsberechnung zustandegekommen sei. Nach sovielen Jahren sei die Geltendmachung von einem Zinsbetrag in dieser Höhe rechtsmissbräuchlich.

Erwägungen

1. Gemäss § 5 Ziffer 1 ZPO sind die Bezirksgerichtspräsidien für die Bewilligung der provisorischen Rechtsöffnung zuständig. Nach § 9 ZPO kann gegen die Urteile vier Ro7irkanarinhtcnr cirlicn nppolliart %yarrfçn %uann rlar Straitwart am Enrle Her Parteiverhandlung ohne Zinsen und Kosten Fr. 8'000.-- oder der durch das Urteil erlittene Nachteil, Zinsen und Kosten nicht gerechnet, mehr als Fr. 5'000.-- beträgt. Bei Rechtsöffnungsentscheiden ist die Appellation gemäss § 216 ZPO innert drei Tagen ab Urteilseröffnung bei der Kanzlei desjenigen Gerichts, welches das Urteil gefällt hat, mündlich oder schriftlich zu erklären. innert gleicher Frist ist der vom erstinstanzlichen Richter festgesetzte Kostenvorschuss zu bezahlen. Hinsichtlich der übrigen Zulässigkeitsvoraussetzungen einer Appellation gelten für die Rechtsöffnungsbeschlüsse die allgemeinen Bestimmungen. Gegen das Urteil des Bezirksgerichtspräsidenten zu Liestal vom 25. Februar 2002, welches den Parteien am 28. Februar 2002 eröffnet wurde, hat die Vertreterin des Appellanten am 4. März 2002 appelliert. Der letzte Tag der Frist fiel zwar auf den 3. März 2002, einen Sonntag, die Frist endete deshalb gemäss § 46 GOG am darauffolgenden Werktag, nämlich am Montag, den 4. März 2002. Die Appellation erfolgte somit rechtzeitig. Da die weiteren formellen Voraussetzungen ebenfalls erfüllt sind, ist auf die Appellation einzutreten. Dass die Appellatin der Hauptverhandlung ferngeblieben ist, zeitigt keine Verwirkungsfolgen, da im summarischen Verfahren bei Ausbleiben einer Partei auf Grund der Aktenlage und den Ausführungen der erschienenen Partei entschieden werden kann (vgl. § 262 Ziffer 4 ZPO).

2. a) Gemäss Artikel 82 Absatz 1 SchKG kann der Gläubiger die provisorische Rechtsöffnung verlangen, wenn seine Forderung auf einer durch eine öffentliche Urkunde festgestellten oder durch Unterschrift bekräftigten Schuldanerkennung beruht. Gemäss Absatz 2 derselben Bestimmung spricht der Richter die provisorische

Rechtsöffnung aus, sofern der Betriebene nicht Einwendungen, welche die Schuldanerkennung entkräften, sofort glaubhaft macht. Eine Schuldanerkennung ist eine Willenserklärung des Schuldners, worin er unterschriftlich anerkennt, eine bestimmte Geldsumme bei deren Fälligkeit zu bezahlen. Eine Schuldanerkennung kann auch mit einer Suspensivbedingung verknüpft sein und aus mehreren Urkunden bestehen, sofern zwischen der Anerkennungserklärung und den weiteren Aktenstücken ein offensichtlicher und unzweideutiger Zusammenhang besteht. Die Höhe der Forderung muss in der Schuldanerkennung oder in einem darauf verweisenden Schriftstück beziffert werden. Wird sie nicht in der Schuldanerkennung beziffert, sondern ergibt sie sich aus den darauf verwiesenen weiteren Urkunden, so muss sie anhand der eingereichten Unterlagen einfach ausgerechnet werden können (Daniel Staehelin, Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, Basel 1998, Artikel 82 N 15, 21 ff.).

b) Die Appellatin lest einen Darlehensvertra g ins Recht. Ein verzinsliches Darlehen ist ein vollkommen zweiseitiger Vertrag bezüglich der Überlassung der Darlehensvaluta und der Zinspflicht (vgl. Rolf H. Weber, Berner Kommentar, Artikel 82 OR N 59). Der B unterzeichnete Vertrag über ein verzinsliches Darlehen ist ein Rechtsöffnungstitel für die Zinsen und die Rückzahlung des Darlehens. Dabei hat der Gläubiger bloss die Fälligkeit nachzuweisen (Staehelin, a.a.O., Artikel 82 N 120).

3. a) Zweiseitige Verträge sind unter anderem dann als Rechtsöffnungstitel zuzulassen, wenn der Schuldner im Rechtsöffnungsverfahren nicht behauptet, die Gegenleistung sei nicht oder nicht ordnungsgemäss erbracht worden oder wenn der Schuldner vorleistungspflichtig ist. Wenn also feststeht, dass der Gläubiger seiner Vertragspflicht nachgekommen ist, kann Rechtsöffnung erteilt werden (vgl. dazu Staehelin, a.a.O., Artikel 82 N 98 ff.).

b) Der von der Appellatin beigebrachte Barkredit-Vertrag vom 28. Juni 1990 enthält das unterschriftlich bekräftigte Versprechen des Beklagten, das ihm gewährte Darlehen in Höhe von Fr. 60'000.-- mit einem Zins von 13.5% p.a. in 48 Monatsraten à Fr. 1'624.60, erstmals am 31. Juli 1990, letztmals am 30. Juni 1994 der Schweizerischen Volksbank zurückzuzahlen. Dieser Vertrag ersetzte wegen Kreditaufstockung den Darlehensvertrag vom 15. Juli 1987, welcher ebenfalls eine integrierte Restschuldversicherung bei der Z beinhaltete. Die V wurde von der K übernommen, was gerichtsnotorisch ist. Gemäss Bestätigung der K ist die Forderung aus dem vorliegenden Barkredit-Vertrag an die Y AG in Bern formgültig zediert worden. Auf Grund der Fusion der Klägerin, welche die Aktiven und Passiven derY AG gemäss Tagebuchauszug aus dem Handelsregister Bern vom 29. Dezember 1995 übernommen hat, ist die Aktivlegitimation der Appellatin zu bejahen. Mit dem Barkredit-Vertrag liegt also eine Schuldanerkennung vor, welche die Appellatin zur Rechtsöffnung berechtigt.

4. a) Die provisorische Rechtsöffnung kann ausgesprochen werden, sofern der Betriebene nicht Einwendungen, welche die Schuldanerkennung entkräften, sofort glaubhaft macht. Glaubhaftmachen ist mehr als Behaupten und weniger als Beweisen. Glaubhaftmachen erfordert eine geringere Wahrscheinlichkeit als die volle Oberzeugung; es genügt bereits eine erhebliche Wahrscheinlichkeit für die Richtigkeit einer behaupteten Tatsache (Adrian Staehelin / Thomas Sutter, Zivilprozessrecht, Zürich 1992, § 14 N 92, § 23 N 23). Im Verfahren der provisorischen Rechtsöffnung sind alle Einreden und Einwendungen zu hören, welche zivilrechtlich von Bedeutung sind.

b) Der Appellant wendet ein, er sei von der Schuld befreit, da eine Restschuldversicherung abgeschlossen warden, und der Versicherungsfall eingetreten sei. Eine Restschuldversicherung ist eine kollektive, nicht rückkaufsfähige Lebensversicherung für den Fall von Tod und / oder Erwerbsunfähigkeit. Versicherungsnehmer ist bei den Restschuldversicherungen eine Bank. Der Vertrag untersteht vollumfänglich dem Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (WG). Eine Restschuldversicherung ist in der Regel mit einem Kleinkredit kombiniert. Sie wird auf das Leben des Schuldners abgeschlossen und ist so ausgestaltet, dass die ausstehenden Abzahlungsraten durch die Versicherungsleistungen getilgt werden, falls der Schuldner während der vereinbarten Abzahlungsdauer stirbt oder erwerbsunfähig wird (Rudolf Küng, WG- Kommentar, Basel 2001, Artikel 76 N 17).

c) Der Versicherungsnehmer ist gemäss Artikel 76 WG befugt, ohne Zustimmung des Versicherers einen Dritten als Begünstigten zu bezeichnen. Bei Leistungen, die bei Erwerbsunfähigkeit fällig werden, wird der Versicherungsnehmer in der Regel sich selbst begünstigen und nicht einen Dritten (Küng, a.a.O., Artikel 76 WG N 2). Genau diese Situation liegt in diesem Fall vor. Versicherungsnehmer und Vertragspartner bei der Restschuldversicherung ist somit die Bank und nicht der Appellant. So steht denn auch in Ziffer 1. a) der Allgemeinen Versicherungsbedingungen für Restschuldversicherungen der Z , dass die Versicherung auf dem Vertrag zwischen der Bank und derZ beruht. Auch in Ziffer 2 des Barkredit-

Vertrages findet sich der Satz, dass die Restschuldversicherung von der Bank abgeschlossen wird. Als versicherte Person ist im Barkredit-Vertrag der Appellant aufgeführt, der Prämiensatz, der in den Zins- und Verwaltungskosten inbegriffen ist, beträgt 1.12% p.a. Versicherungsnehmer und Versicherter müssen nicht identisch sein, obwohl es in der Regel so ist (Kung, a.a.O., Artikel 76 N 1). Die Bank hat sich selbst in der Weise begünstigt, dass die Versicherung im Falle der Erwerbsunfähigkeit des Appellanten die Ratenzahlung an Stelle des Appellanten übernimmt.

5. a) Die Versicherung verweigerte die Zahlungen der Raten unter Hinweis auf Artikel 6 WG, wonach die Versicherungsgesellschaft bei Abgabe einer unrichtigen Erklärung die Leistungen verweigern kann. Werden Leistungen fällig, so kann der Versicherer gegenüber dem Begünstigten alle Einreden geltend machen, die auf den Versicherungsvertrag zurückgehen. Der wichtigste Fall ist Artikel 6 WG, der Rücktritt des Versicherers vnm Vertrag wegen Verletzung der Anzeigepflicht bei der Antragstellung (vgl. Küng, a.a.O., Artikel 78 WG N 4). Die Versicherung rechtfertigte die Verweigerung der Leistungen an die Bank dadurch, dass der Appellant sich bereits zur Zeit des Vertragsabschlusses in medizinischer Behandlung befunden haben sollte wegen des Leidens, das ihn nun zu 100% arbeitsunfähig macht (vgl. Schreiben vom 21. August 1992 der Z an die Appellatin, Beilagen der Appellatin). Dies wird aber von der Z weder durch entsprechende Arztzeugnisse oder sonstige Schreiben belegt und ist damit eine blosse Behauptung. Es kommt hinzu, dass sich der Appellant mehrmals gegen die Leistungsverweigerung durch die Z gewehrt hat, was durch mehrere Schreiben belegt ist (vgl. Schreiben des Appellanten vom 30. August 1992 und vom 9. Oktober 1992, Beilage 7 und 9 des Appellanten).

b) Versicherungsnehmer und damit Vertragspartner der Versicherung ist allerdings - wie in Ziffer 3 dargelegt wurde - nicht der Appellant, sondern die Bank. Obwohl zwei Verträge vorliegen, der Barkredit-Vertrag zwischen dem Appellanten und der Bank, und der Versicherungsvertrag zwischen der Versicherung und der Bank, können diese Verträge nicht gesondert betrachtet werden. Bei der Restschuldversicherung handelt es sich um eine zusätzliche Dienstleistung für den Kreditnehmer. So hat die Bank zwar ein primäres Interesse am Abschluss einer Restschuldversicherung, aber auch der Versicherte hat Vorteile (vgl. Heinz Meyer, Die Restschuldversicherung im Abzahlungs- und Kreditgeschäft, in: SJZ 1967, 63. Jahrgang, S. 133 ff.). Die Bank hätte als Vertragspartnerin der Versicherung der Einrede der Versicherung von Artikel 6 VVG nachgehen und Belege verlangen können. Der Appellant hat bezüglich des Restschuldversicherungsvertrages kein eigenes Forderungsrecht. Hinzu kommt, dass der Appellant diverse Arztzeugnisse eingereicht hat, weiche angeben, zu welcher Zeit er sich wegen allfälliger Leiden in ärztlicher Behandlung befand. Der Appellant kann natürlich nicht belegen, dass er sich bereits zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses nicht in ärztlicher Behandlung befand. Der Beweis des Nichtvorhandenseins von Tatsachen kann auch schwierig oder gar unmöglich sein (vgl. Staehelin / Sutter, a.a.O., § 14 N 110). Das summarische Verfahren der provisorischen Rechtsöffnung beschränkt sich allerdings auf die sofort liquiden Beweismittel. Deshalb muss der Appellant im summarischen Verfahren keinen Beweis erbringen. Die Beweismittel werden daher auf die von den Parteien eingereichten Schriftstücke beschränkt (vgl. Staehelin / Sutter, a.a.O., § 17 N 2). Der Appellant hat somit glaubhafte Einwände gegen die Forderung, für welche die Betreibung angehoben wurde, geltend gemacht, insbesondere, dass der Versicherungsfall eingetreten ist, und er nicht bereits zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses in ärztlicher Behandlung war. Die Appellatin hat hingegen kein°c Belege eingereicht, um di e. Behauptung der Versicherung zu untermauern. Damit entfällt die Grundlage für die Erteilung der provisorischen Rechtsöffnung, welche klare Verhältnisse voraussetzt, die hier fehlen. Vielmehr ist in einem Forderungsprozess die materielle Rechtslage abzuklären, wobei in

diesem Prozess die Bank als Klägerin aufzutreten hat. Aus diesen Gründen kann die Rechtsöffnung nicht erteilt werden.

6. Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass die Appellation gutgeheissen und das Urteil der Vorinstanz vom 25. Februar 2002 aufgehoben wird.

7. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens und in Anwendung von Artikel 48 der Gebührenverordnung zum SchKG sind die Kosten des kantonsgerichtlichen Verfahrens in der Höhe von Fr. 600.-- der Appellatin aufzuerlegen. Dem Antrag der Vertreterin des Appellanten entsprechend gehen die ausserordentlichen Kosten zu Lasten der Appellatin. Die eingereichte Honorarnote der Vertreterin des Appellanten beläuft sich auf Fr. 1'314.45.

Demgemäss wird erkannt:

:1/: Das Urteil des Bezirksgerichtspräsidenten zu Liestal vom 25. Februar 2002, lautend:

" 1. Es wird die provisorische Rechtsöffnung gegen die Beklagtenpartei bewilligt für Fr. 42778.80 nebst Zins zu 13.5% seit 19.10. 2001 und für Fr. 56745.45 Zinsen.

2. Ausserdem hat die Beklagtenpartei der Klagpartei direkt zu bezahlen:

  • Zahiungsbefehlskosten Fr. 100.--

  • Rechtsöffnungskosten Fr. 400.

Für die in Ziffer 2 genannten Beträge kann ebenfa lls die Fortsetzung der Betreibung verlangt werden. "

wird in Gutheissung der Appellation aufgehoben und durch folgende DCSLIfi1f11U1lyCL1 CISCLLI.

" 1. Das Begehren um Rechtsöffnung in der Betreibung Nr. XXXX des Betreibungsamtes Liestal vom 24. Oktober 2001 wird voltumfänglich abgewiesen.

2. Die Kosten des Zahlungsbefehls in Höhe von Fr. 100.– und die Rechtsöffnungskosten von Fr. 400.-- trägt die Klägerin. "

Il. Die kantonsgerichtliche Gebühr in Höhe von Fr. 600.-- wird der Appellatin auferlegt.

Ill. Dem Appellanten wird für das Appellationsverfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'314.45 (inklusive Auslagen und MwSt.) zu Lasten der Appellatin zugesprochen.

IV. Mündlich eröffnet. Schriftliche Mitteilung an die Parteien. In Rechtskraft.

räsident --47zweie,- Gerichtsschreiberin i.V.

Thomas Bauer Katrin Frauchiger

Disposizioni modificate da allora

Questa decisione interpreta disposizioni il cui atto è stato nel frattempo nuovamente consolidato. Se sia cambiato l’articolo stesso non è registrato.

  • Legge federale di complemento del Codice civile svizzero, Art. 82 — letto nella versione del 1 giugno 2001; l’atto è stato nuovamente consolidato il 1 giugno 2002, 1 luglio 2002, 1 gennaio 2003, 1 aprile 2003, 1 giugno 2003, 1 gennaio 2004, 1 maggio 2004, 1 luglio 2004, 1 gennaio 2005, 1 giugno 2005, 1 luglio 2005, 1 dicembre 2005, 1 gennaio 2006, 1 aprile 2006, 1 gennaio 2007, 1 maggio 2007, 1 gennaio 2008, 1 agosto 2008, 1 ottobre 2009, 1 gennaio 2010, 1 gennaio 2011, 1 gennaio 2012, 1 marzo 2012, 1 ottobre 2012, 1 gennaio 2013, 28 maggio 2013, 1 gennaio 2014, 1 luglio 2014, 1 luglio 2015, 1 gennaio 2016, 1 luglio 2016, 1 gennaio 2017, 1 aprile 2017, 1 novembre 2019, 1 gennaio 2020, 1 aprile 2020, 1 gennaio 2021, 1 febbraio 2021, 1 maggio 2021, 1 luglio 2021, 1 gennaio 2022, 1 gennaio 2023, 9 febbraio 2023, 1 settembre 2023, 1 gennaio 2024, 1 gennaio 2025, 8 luglio 2025, 1 ottobre 2025 e 1 gennaio 2026.
  • Legge federale sulla esecuzione e sul fallimento, Art. 82 — letto nella versione del 1 gennaio 2001; l’atto è stato nuovamente consolidato il 1 aprile 2003, 1 luglio 2004, 1 gennaio 2005, 1 gennaio 2007, 1 luglio 2007, 1 gennaio 2008, 1 gennaio 2010, 1 dicembre 2010, 1 gennaio 2011, 1 febbraio 2011, 1 settembre 2011, 1 gennaio 2012, 1 gennaio 2013, 1 gennaio 2014, 1 gennaio 2016, 1 luglio 2016, 1 gennaio 2017, 28 marzo 2017, 1 gennaio 2018, 1 gennaio 2019, 1 gennaio 2020, 20 ottobre 2020, 1 agosto 2021, 1 gennaio 2023, 1 luglio 2024, 1 gennaio 2025, 1 gennaio 2026 e 1 gennaio 2026.
  • Codice di diritto processuale civile svizzero, Art. 5, Art. 9, Art. 216 e Art. 262 — letto nella versione del 1 gennaio 2001; l’atto è stato nuovamente consolidato il 1 luglio 2004, 1 gennaio 2007, 1 gennaio 2011, 1 gennaio 2012, 1 gennaio 2013, 1 maggio 2013, 1 luglio 2014, 1 gennaio 2016, 1 gennaio 2017, 1 gennaio 2018, 1 gennaio 2020, 1 luglio 2020, 1 gennaio 2021, 1 gennaio 2022, 1 luglio 2022, 1 gennaio 2023, 1 settembre 2023, 1 gennaio 2025 e 1 luglio 2026.
  • Legge federale sulle armi, gli accessori di armi e le munizioni, Art. 6, Art. 76 e Art. 78 — letto nella versione del 1 marzo 2002; l’atto è stato nuovamente consolidato il 1 maggio 2007, 12 dicembre 2008, 28 luglio 2010, 1 dicembre 2010, 16 luglio 2012, 1 settembre 2012, 1 gennaio 2013, 1 luglio 2016, 15 agosto 2019, 14 dicembre 2019, 1 settembre 2020, 1 gennaio 2022, 1 gennaio 2023, 23 gennaio 2023, 1 luglio 2023 e 1 settembre 2023.
  • Legge federale sul contratto d’assicurazione, Art. 6 — letto nella versione del 1 gennaio 2001; l’atto è stato nuovamente consolidato il 1 gennaio 2006, 1 gennaio 2007, 1 dicembre 2007, 1 gennaio 2008, 1 gennaio 2009, 1 luglio 2009, 1 gennaio 2011, 1 gennaio 2022, 1 settembre 2023 e 1 gennaio 2024.