625.711
Vereinbarung zwischen den Kantonen Bern und Solothurn betreffend die Fischerei in den Grenzgewässern der Aare
Vom 27.10.2008 (Stand 01.01.2026)
Der Kanton Solothurn, handelnd durch den Regierungsrat, und der Kanton Bern, handelnd durch die Volkswirtschaftsdirektion
gestützt auf Artikel 48 der Bundesverfassung (BV) vom 18. April 19991, Artikel 24 des Bundesgesetzes über die Fischerei (BFG) vom 21. Juni 19912, § 21 Absatz 2 des solothurnischen Fischereigesetzes (FiG) vom 12. März 20083, Artikel 67 Absatz 3 des bernischen Fischereigesetzes (FiG) vom 21. Juni 1995 4 und auf Artikel 3 und auf Absatz 2 der bernischen Fischereiverordnung (FiV) vom 20. September 19955
schliessen folgende Vereinbarung:
1. Gegenstand und Geltungsbereich
Art. 1
Diese Vereinbarung regelt die Ausübung der Fischerei und Bewirtschaftungsmassnahmen in der Aare, soweit sie die Grenze zwischen den Kantonen Bern und Solothurn bildet (von Niederholz unterhalb Büren a/A. bis zur Hagmatten bei Leuzigen und von unterhalb des Elektrizitätswerks bei Ober-Wynau bis zur Einmündung der Murg in die Aare).
2. Ausübung der Fischerei
Art. 2
Die Ausübung der Fischerei im Gewässer der Aare steht den Berechtigten beider Kantone gleichermassen offen.
Art. 3
Die Fangmindestmasse und Schonzeiten betragen:
Fischart | Fangmindestmass | Schonzeit |
|---|---|---|
Bachforelle | 38 cm | 01.10.-15.03. |
Äsche | - | ganzjährig |
Hecht | 45 cm | 01.03-30.04. |
Flussbarsch (Egli) | kein | keine |
Felchen | 25 cm | 01.11.-31.12. |
Art. 4
Die Fangzahlbeschränkungen betragen:
Fischart | Pro Tag |
|---|---|
Forellen | 6 Stk. |
Äsche | … |
Hecht | 5 Stk. |
Flussbarsch (Egli) | … |
Felchen | 25 Stk. |
Art. 5
Für Fischereiberechtigte beider Kantone bestehen für die Fischereiausübung keine tageszeitlichen Beschränkungen.
Art. 6
Sofern in dieser Vereinbarung nichts Besonderes festgelegt ist, gelten für Inhaber und Inhaberinnen einer bernischen Fischereiberechtigung die bernischen Vorschriften und für Besitzer und Besitzerinnen einer solothurnischen Fischereiberechtigung die solothurnischen Vorschriften, unbekümmert darum, ob die Fischerei auf dem Gebiet des einen oder andern Kantons ausgeübt wird.
3. Bewirtschaftungsmassnahmen und Schongebiete
Art. 7
Die Fischereiverwaltungen beider Kantone können gemeinsam Bewirtschaftungsmassnahmen und Schongebiete festlegen.
4. Fischereiaufsicht
Art. 8
Die Aufsichtsorgane beider Kantone üben die Aufsicht über die Gesamtheit der unter die Bestimmungen dieser Vereinbarung fallenden Gewässer aus.
5. Schlussbestimmungen
Art. 9
Diese Vereinbarung ersetzt diejenige zwischen den Kantonen Bern und Solothurn betreffend die Fischerei in den Grenzgewässern der Aare vom 19. / 22. September 1995.
Art. 10
Diese Vereinbarung tritt am 1. Januar 2009 in Kraft.
Art. 11
Diese Vereinbarung kann von jedem Vertragspartner mindestens 6 Monate zum Voraus auf das Ende eines Kalenderjahres durch schriftliche Erklärung gekündigt werden.
Solothurn, 27. Oktober 2008 / Bern, 4. November 2008 Frau Landammann Esther Gassler Staatsschreiber Andreas Eng Der Volkswirtschaftsdirektor A. Rickenbacher Vom Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK genehmigt am 16. Dezember 2008. Publiziert im Amtsblatt vom 9. Januar 2009.
GS 103, 116