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Zustellungsvereitelung

AA070149 · Kassationsgericht Zürich

Del 15 nov 2007

https://lexipedia.io/it/docs/ch-zh/kassationsgericht/aa070149/de/zustellungsvereitelung

Consultato il 31 ago 2026

  1. Documenti
  2. Zurigo
  3. Kassationsgericht Zürich
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Portata: Non è stato analizzato come le decisioni successive abbiano trattato questa decisione.

AA070149

Zustellungsvereitelung

Kassationsgericht des Kantons Zürich

Kass.-Nr. AA070149/U/la

Mitwirkende: die Kassationsrichter Moritz Kuhn, Bernhard Gehrig, Andreas Donatsch, die Kassationsrichterin Yvona Griesser und der Kassationsrichter Reinhard Oertli sowie der juristische Sekretär Jürg-Christian Hürlimann

Zirkulationsbeschluss vom 15. November 2007

in Sachen

B GmbH, …, Schuldnerin, Rekurrentin und Beschwerdeführerin

gegen

H SA, …, Gläubigerin, Rekursgegnerin und Beschwerdegegnerin

betreffend Konkurseröffnung

Nichtigkeitsbeschwerde gegen einen Beschluss der II. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich vom 27. September 2007 (NN070098/U)

Erwägungen

1. Mit Verfügung vom 15. August 2007 eröffnete der Konkursrichter am Bezirks- gericht Hinwil den Konkurs über die Beschwerdeführerin (ER act. 12 = OG act. 2). Dagegen erhob die Beschwerdeführerin Rekurs beim Obergericht (OG act. 1). Mit Verfügung vom 20. August 2007 forderte der Präsident der II. Zivilkammer des Obergerichts die Beschwerdeführerin auf, verschiedene Unterlagen zur Glaub- haftmachung ihrer Zahlungsfähigkeit einzureichen (OG act. 8). Diese Verfügung konnte der Beschwerdeführerin zweimal nicht zugestellt werden (OG act. 9/2). Mit Beschluss vom 27. September 2007 wies das Obergericht den Rekurs ab und er- öffnete mit Wirkung vom gleichen Tag, 12.20 Uhr erneut den Konkurs über die Beschwerdeführerin (OG act. 10 = KG act. 2).

Mit Eingabe vom 30. September 2007 erhob die Beschwerdeführerin Nichtigkeits- beschwerde mit dem sinngemässen Begehren, es seien der genannten Be- schluss des Obergerichts und die Konkurseröffnung aufzuheben (KG act. 1). Der Präsident des Kassationsgericht verlieh der Nichtigkeitsbeschwerde mit Verfü- gung vom 3. Oktober 2007 in dem Sinn aufschiebende Wirkung, dass das Kon- kursverfahren vorläufig nicht weitergeführt werden kann (KG act. 4). Die Be- schwerdegegnerin beantwortete die Nichtigkeitsbeschwerde innert Frist nicht. Das Obergericht verzichtete auf eine Vernehmlassung (KG act. 8).

2. a) Das Obergericht hält fest, gemäss Art. 174 Abs. 2 SchKG habe die Schuld- nerin nicht nur einen der drei gesetzlich vorgesehenen Konkurshinderungsgründe (Tilgung, Hinterlegung oder Gläubigerverzicht) zu beweisen, sondern im Weiteren auch ihre Zahlungsfähigkeit glaubhaft zu machen. Vorliegend habe die Be- schwerdeführerin bereits mit der Einreichung des Rekurses belegt, dass sie die Konkursforderung am 16. August 2007 beim Betreibungsamt zuhanden der Gläu- bigerin (Beschwerdegegnerin) einbezahlt und somit noch während der Rekursfrist getilgt habe. Die Beschwerdeführerin habe jedoch innert Frist keine weiteren Un- terlagen zur Glaubhaftmachung ihrer Zahlungsfähigkeit eingereicht. Aus dem Be- treibungsregisterauszug gehe hervor, dass noch eine Betreibung der Eidgenössi- schen Steuerverwaltung über einen Betrag von Fr. 8'000.-- offen sei. Hierzu fän- den sich keine weiterführenden Angaben bei den Unterlagen. Aus dem Betrei- bungsregisterauszug gehe zwar hervor, dass die Beschwerdeführerin alle übrigen Betreibungen jeweils durch Zahlung habe erledigen können. Bei der offenen Be- treibung handle es sich jedoch um den höchsten in den letzten zwei Jahren be- triebenen Betrag. Auch wenn an die Glaubhaftmachung der Zahlungsfähigkeit keine hohen Anforderungen zu stellen seien, sei diese doch darzulegen. Vorlie- gend fehlten jegliche Hinweise, dass die Beschwerdeführerin über ausreichende liquide Mittel verfüge, mit welchen die Gläubiger bei Fälligkeit ihrer Forderungen befriedigt werden könnten. Mangels schlüssiger Belege könne deshalb nicht von der Zahlungsfähigkeit der Beschwerdeführerin ausgegangen werden (KG act. 2 S. 3 Erw. 2 b).

Die Beschwerdeführerin bringt vor, ihr Geschäftsführer habe bei der Verfahren- seröffnung mit dem Rekurs angemeldet, dass er vom 30. August bis 20. Septem- ber 2007 im Ausland sein werde. Leider habe diese Information bei der Post keine Wirkung gezeigt, weshalb die Gerichtsurkunden (Fristansetzung zur Beibringung von Unterlagen zwecks Glaubhaftmachung der Zahlungsfähigkeit) retourniert worden seien. Dies hätte nicht geschehen dürfen. Weiter versichert die Be- schwerdeführerin, dass sie sämtliche Forderungen aller Gläubiger bezahlen wer- de und dies auch könne. Die vom Obergericht angeführte Forderung der Eidge- nössischen Mehrwertsteuerverwaltung basiere auf einer Einschätzung, die per Ende August 2007 zu korrigieren gewesen sei. Die effektive Forderung belaufe sich auf ca. Fr. 1'200.-- und nicht auf die im Betreibungsregisterauszug aufge- führten Fr. 8'000.-- (KG act. 1).

b) In den Akten des obergerichtlichen Rekursverfahrens, insbesondere in der Re- kursschrift (OG act. 1), finden sich keine Anhaltspunkte dafür, dass die Be- schwerdeführerin das Obergericht über den Auslandsaufenthalt ihres Geschäfts- führers orientiert habe. Im Übrigen erfolgte der erste Versuch, die Verfügung vom 20. August 2007 (Fristansetzung zur Beibringung von Unterlagen zwecks Glaub- haftmachung der Zahlungsfähigkeit) vor dem 30. August 2007 und damit vor dem geltend gemachten Ferienantritt des Geschäftsführers der Beschwerdeführerin. Wer mit einem Gerichtsverfahren rechnen muss bzw. selbst ein solches veran- lasst (wie vorliegend durch Anhebung eines Rekurses), hat dafür zu sorgen, dass ihm die Post zugestellt werden kann (Hauser/Schweri, Kommentar zum zürcheri- schen Gerichtsverfassungsgesetz, Zürich 2002, N 11 zu § 179 GVG). Nötigenfalls ist eine Drittperson mit der Entgegennahme und Weiterleitung der eingehenden Post zu beauftragen. Ist eine solche Zustellung nicht möglich, so ist sie schuldhaft verhindert im Sinne von § 179 Abs. 2 GVG und gilt damit als erfolgt. Das Oberge- richt hat zweimal vergeblich versucht, die genannte Verfügung dem Beschwer- deführer zuzustellen. Von weiteren Zustellversuchen durfte es absehen.

Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, die in Betreibung gesetzte Forderung der Eidgenössischen Steuerverwaltung beruhe auf einer inzwischen berichtigten Falscheinschätzung, lag dem Obergericht nicht vor und konnte deshalb auf jeden Fall im angefochtenen Entscheid nicht berücksichtigt werden. Ob dieses Vorbrin- gen geeignet gewesen wäre, die Zahlungsfähigkeit der Beschwerdeführerin glaubhaft zu machen, ist zweifelhaft, kann aber offen gelassen werden. Da das Kassationsgericht nur zu prüfen hat, ob der angefochtene Entscheid nach der beim Obergericht gegebenen Aktenlage an einem Nichtigkeitsgrund leidet, sind im Kassationsverfahren neue Behauptungen oder Beweismittel, welche eine Ver- vollständigung des vor Obergericht vorzubringenden Prozessstoffes bezwecken, unzulässig (von Rechenberg, Die Nichtigkeitsbeschwerde in Zivil- und Strafsa- chen nach zürcherischem Recht, 2. Aufl., Zürich 1986, S. 17). Das genannte Vor- bringen ist damit verspätet.

Somit erweist sich die Nichtigkeitsbeschwerde als unbegründet und ist sie abzu- weisen. Damit entfällt die ihr verliehene aufschiebende Wirkung und es kann das Konkursverfahren fortgesetzt werden.

3. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Kassationsverfahrens der Beschwerde- führerin aufzuerlegen (§ 64 Abs. 2 ZPO). Mangels erheblicher Umtriebe ist der Beschwerdegegnerin keine Prozessentschädigung zuzusprechen.

Dispositiv

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Damit entfällt die der Beschwerde verliehene aufschiebende Wirkung.

2. Die Spruchgebühr für das Kassationsverfahren wird auf Fr. 500.-- festge- setzt und der Beschwerdeführerin auferlegt.

3. Die Kosten des Kassationsverfahrens werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt.

4. Der Beschwerdegegnerin wird für das Kassationsverfahren keine Prozes- sentschädigung zugesprochen.

5. Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von Art. 90 ff. BGG innert 30 Tagen nach dessen Empfang schriftlich durch eine Art. 42 BGG entsprechende Eingabe Beschwerde gemäss Art. 72 ff. BGG an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben werden.

Sodann läuft die Frist von 30 Tagen zur Anfechtung des Beschlusses des Obergerichtes vom 27. September 2007 mit Beschwerde an das Bundesge- richt neu ab Empfang des vorliegenden Entscheides (Art. 100 Abs. 1 und 6 BGG).

Hinsichtlich des Fristenlaufes gelten die Art. 44 ff. BGG.

6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, die II. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich, den Einzelrichter im summarischen Verfahren (Kon- kursrichter) am Bezirksgericht Hinwil, das Konkursamt Wetzikon, das Betrei- bungsamt Wetzikon und das Handelsregisteramt des Kantons Zürich, je ge- gen Empfangsschein.

KASSATIONSGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Der juristische Sekretär:

Disposizioni modificate da allora

Questa decisione interpreta disposizioni il cui atto è stato nel frattempo nuovamente consolidato. Se sia cambiato l’articolo stesso non è registrato.

  • Legge sul Tribunale federale, Art. 6, Art. 42, Art. 44, Art. 72, Art. 90 e Art. 100 — letto nella versione del 1 aprile 2007; l’atto è stato nuovamente consolidato il 1 agosto 2008, 1 gennaio 2009, 1 gennaio 2011, 1 aprile 2011, 5 dicembre 2011, 1 gennaio 2012, 1 aprile 2012, 1 ottobre 2012, 1 gennaio 2013, 1 febbraio 2013, 1 luglio 2013, 1 gennaio 2014, 1 luglio 2014, 1 agosto 2014, 1 novembre 2015, 1 gennaio 2016, 1 gennaio 2017, 1 aprile 2017, 1 giugno 2017, 1 gennaio 2018, 1 gennaio 2019, 1 gennaio 2021, 1 gennaio 2022, 1 luglio 2022, 1 gennaio 2024, 1 febbraio 2024, 1 luglio 2024, 1 gennaio 2025, 1 aprile 2026 e 13 maggio 2026.
  • Legge federale sulla esecuzione e sul fallimento, Art. 174 — letto nella versione del 1 luglio 2007; l’atto è stato nuovamente consolidato il 1 gennaio 2008, 1 gennaio 2010, 1 dicembre 2010, 1 gennaio 2011, 1 febbraio 2011, 1 settembre 2011, 1 gennaio 2012, 1 gennaio 2013, 1 gennaio 2014, 1 gennaio 2016, 1 luglio 2016, 1 gennaio 2017, 28 marzo 2017, 1 gennaio 2018, 1 gennaio 2019, 1 gennaio 2020, 20 ottobre 2020, 1 agosto 2021, 1 gennaio 2023, 1 luglio 2024, 1 gennaio 2025 e 1 gennaio 2026.
  • Codice di diritto processuale civile svizzero, Art. 64 — letto nella versione del 1 gennaio 2007; l’atto è stato nuovamente consolidato il 1 gennaio 2011, 1 gennaio 2012, 1 gennaio 2013, 1 maggio 2013, 1 luglio 2014, 1 gennaio 2016, 1 gennaio 2017, 1 gennaio 2018, 1 gennaio 2020, 1 luglio 2020, 1 gennaio 2021, 1 gennaio 2022, 1 luglio 2022, 1 gennaio 2023, 1 settembre 2023, 1 gennaio 2025 e 1 luglio 2026.