07.3766
Aufnahme der liechtensteinischen Vorsorgeeinrichtungen in den Sicherheitsfonds
Berset Alain · P-M · Ständerat · Freiburg · Sozialdemokratische Fraktion
Antrag der Mehrheit
Annahme der Motion
Antrag der Minderheit
(Altherr, Forster)
Ablehnung der Motion
Proposition de la majorité
Adopter la motion
Proposition de la minorité
(Altherr, Forster)
Rejeter la motion
Le président (Berset Alain, président): Vous avez reçu un rapport écrit de la commission. La commission propose, par 3 voix contre 2 et 2 abstentions, d'adopter la motion. Une minorité propose de la rejeter.
Schwaller Urs · Mit-M · Ständerat · Freiburg · Fraktion CVP/EVP/glp
Worum geht es? Die Motion "beauftragt den Bundesrat, im Verkehr mit den liechtensteinischen Behörden eine Annäherung" - sofern das notwendig ist - "der liechtensteinischen Anlagebestimmungen an jene der Schweiz und die Sicherstellung einer gleichwertigen Stiftungsaufsicht, wie sie in der Schweiz mit der Strukturreform BVG bezweckt wird, anzustreben". Die Kommission empfiehlt mit 3 zu 2 Stimmen - das Abstimmungsresultat ist nicht überragend, aber es war am Schluss einer Sitzung - die Annahme der Motion. Der Bundesrat beantragt Ablehnung. Aber in der Sache selber liegen die Mehrheit und die Minderheit sehr wenig auseinander. Der Nationalrat, das sei als Vorbemerkung gesagt, hat die Motion mit 124 zu 36 Stimmen angenommen.
Kurz erklärt geht es um Folgendes: Der Sicherheitsfonds wird von den Arbeitnehmer- und Arbeitgebergeldern gespiesen. Es ist daher konsequent, wenn die liechtensteinischen und die schweizerischen Vorsorgeeinrichtungen gleichwertige Vorschriften und auch eine gleichwertige Aufsicht haben. Die Mehrheit wollte mit ihrem Ja das Bestreben des Bundesrates unterstützen, hier im gegebenen Moment bei den liechtensteinischen Behörden auf eine gleichwertige Ausgestaltung der Sicherheits- und Aufsichtsorgane hinzuwirken. Sie sehen, dass die Minderheit wie auch der Bundesrat Ablehnung beantragen. Sie gehen davon aus, dass der Bundesrat die Entwicklung bei den liechtensteinischen Vorsorgeeinrichtungen ohnehin verfolgt und dass nach Abschluss der Strukturreform auch im Zweitrat die entsprechenden Angleichungen vorgenommen werden.
Das ist eigentlich alles. Ich vertrete hier die Mehrheit. Es wird interessant sein, Vertreter der Minderheit und dann sicher noch den Bundesrat zu hören. Bezüglich des Endresultats sind wir eigentlich auf der gleichen Line, das muss man sagen; es ist rein eine Frage der Auslegung bzw. der Annäherung an das gleiche Ziel.
Altherr Hans · Mit-M · Ständerat · Appenzell A.-Rh. · Freisinnig-demokratische Fraktion
Ich danke zunächst dem Kommissionssprecher für die ausgewogene Darstellung der Problematik. Der Antrag der Minderheit ist in erster Linie ein Antrag gegen das Durchwinken einer scheinbar unproblematischen Motion. Wenn Sie sie annehmen, passiert nicht viel, wenn Sie sie ablehnen, passiert auch nicht viel. So gesehen, geht es nicht um wahnsinnig viel. Ich möchte Sie aber bitten, sich in der politischen Arbeit auf das Wesentliche zu beschränken und diese Motion abzulehnen.
Die Situation ist so, wie sie der Kommissionssprecher geschildert hat. Ich möchte ihn nur in einem Punkt korrigieren. Er hat gesagt, die Motion verlange eine Annäherung der Anlagebestimmungen, sofern das notwendig sei. "Sofern das notwendig ist" steht nicht im Motionstext. Der Motionstext ist ein Auftrag an den Bundesrat, eine Annäherung der liechtensteinischen Anlagebestimmungen an jene der Schweiz anzustreben. Liechtenstein hat andere Anlagebestimmungen, aber es hat durchaus detaillierte Anlagebestimmungen. Aus meiner Sicht, aus der Sicht der Minderheit, ist nicht klar, weshalb diese Annäherung angestrebt werden soll.
In einem zweiten Punkt verlangt die Motion die Sicherstellung einer gleichwertigen Stiftungsaufsicht, wie sie in der Schweiz bezweckt wird. Nun kann ich Ihnen sagen, und das steht auch im Bericht des Bundesrates: In Liechtenstein ist diese Stiftungsaufsicht bereits realisiert. Die Stiftungsaufsicht ist bei der dortigen Finanzmarktaufsicht angesiedelt, vergleichbar mit unserer Finma. Das ist also bereits erfüllt. Was hier anzustreben ist, erschliesst sich mir nicht.
Ich möchte die Situation etwa mit folgender aus dem praktischen Leben vergleichen: Sie kommen in einen Park und sehen dort eine Mutter. Das Kind spielt im Sandkasten. Die Situation ist völlig ruhig, es ist keine Gefährdung erkennbar. Sie sagen jetzt der Mutter: Passen Sie um Himmels willen auf Ihr Kind auf! Dieser Hinweis ist nicht falsch, aber er ist völlig unnötig. Dazu kommt, dass Sie auch dem Kind gegenüber ein falsches Signal aussenden. Es könnte Sie nämlich so verstehen, dass Sie sagen, es sei ein schwieriges, ein nachlässiges oder ein gefährliches Kind. Auch das ist unnötig, es ist aber auch falsch, wie die Motion, zumal es sich dabei nicht um ein Kind, sondern mit Liechtenstein um einen souveränen Staat handelt, der bereits gehandelt hat.
Aus diesen beiden Überlegungen ersuche ich Sie, diese Motion abzulehnen.
Couchepin Pascal · BPR-M · Bundesrat · Wallis
Je voudrais ajouter que le dernier argument de Monsieur Altherr a quand même son importance. Le Liechtenstein n'est pas une puissance qui nous menace. C'est un pays ami, souverain, et cette motion me laisse un petit sentiment désagréable dans le sens où l'on a l'impression que les Suisses expriment une certaine méfiance à l'égard d'un pays voisin ami, avec lequel on a beaucoup de bonnes relations.
Mais venons-en à des arguments plus concrets. La législation de la Principauté du Liechtenstein est aujourd'hui déjà très proche de la législation suisse, notamment en ce qui concerne les placements et les normes comptables. Il y a quelques différences, mais parfois celles-ci sont plutôt en faveur de la sécurité du côté liechtensteinois qu'en Suisse. Par exemple, la législation du Liechtenstein interdit le placement chez l'employeur, ce que la Suisse autorise et, parfois, il y a des accidents. Les différences ne sont pas toujours des différences qui exprimeraient une attitude plus laxiste. Au contraire, dans certains cas, les Liechtensteinois sont plus sévères que nous en matière de normes de placement.
En ce qui concerne la surveillance, nous pensons que le niveau de surveillance au Liechtenstein est comparable à celui de la Suisse. Les caisses de pension sont globalement soumises à des exigences similaires à celles que doivent remplir les institutions suisses et, notons-le, la plupart du temps, ce sont des experts suisses, au courant des normes suisses, qui contrôlent les institutions du Liechtenstein.
D'autre part, il y a maintenant devant les Chambres fédérales un projet de réforme structurelle de la surveillance (07.055). Dès lors, il ne nous paraît pas tout à fait adéquat de demander au Liechtenstein d'adopter les normes suisses au moment même où nous-mêmes sommes en train de les modifier avec le projet de surveillance. La logique, ce serait d'abord de savoir ce que nous voulons faire chez nous, de modifier notre législation, et après d'ouvrir des négociations avec le Liechtenstein en disant: "Cela est important, cela est moins important, là vous pouvez avoir des divergences."
C'est la raison pour laquelle cette motion, qui a été déposée avant qu'on ait envoyé le message sur la réforme de la surveillance, ne nous paraît pas adéquate et, surtout, pas très élégante à l'égard du Liechtenstein qui ne représente aucune menace pour la Suisse. Je peux vous le confirmer: j'ai rencontré encore récemment le prince héritier qui est un homme remarquable et qui ne m'a pas paru "dangereux" pour la Suisse.
Berset Alain · P-M · Ständerat · Freiburg · Sozialdemokratische Fraktion
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 11 Stimmen
Dagegen ... 12 Stimmen