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Validità delle iniziative popolari. Decisione giuridica prima della raccolta delle firme / Decisione concernente la validità di un'iniziativa popolare prima della raccolta delle firme

18988 · Bollettino ufficiale

Del 13 apr 2011

https://lexipedia.io/it/docs/ch/ab-bo-bu/18988/it/validita-delle-iniziative-popolari-decisione-giuridica-prima-della-raccolta-delle-firme-decisione-concernente-la-validita-di-un-iniziativa-popolare-prima-della-raccolta-delle-firme

Consultato il 10 set 2026

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  3. Bollettino ufficiale
Fonte

Oggetto parlamentare: Decisione concernente la validità di un'iniziativa popolare prima della raccolta delle firme (10.3885),

09.521, 10.3885

Validità delle iniziative popolari. Decisione giuridica prima della raccolta delle firme / Decisione concernente la validità di un'iniziativa popolare prima della raccolta delle firme

Intervento procedurale

09.521

Antrag der Mehrheit

Der Initiative keine Folge geben

Antrag der Minderheit

(Hodgers, Heim, Hiltpold, Leuenberger-Genève, Roth-Bernasconi, Schenker Silvia, Tschümperlin, Zisyadis)

Der Initiative Folge geben

Proposition de la majorité

Ne pas donner suite à l'initiative

Proposition de la minorité

(Hodgers, Heim, Hiltpold, Leuenberger-Genève, Roth-Bernasconi, Schenker Silvia, Tschümperlin, Zisyadis)

Donner suite à l'initiative

Humbel Ruth · Mit-F · Consiglio nazionale · Argovia · Gruppo PCD/PEV/glp

Mit ihrer Initiative vom 11. Dezember 2009 verlangt Nationalrätin Isabelle Moret, die Bundesverfassung so zu ändern, dass in Fällen, in denen sich die Frage stellt, ob eine Volksinitiative für ungültig erklärt werden soll, eine richterliche Instanz auf Ersuchen und vor Beginn der Unterschriftensammlung über diese Frage entscheidet.

Begründet wurde die Initiative im Wesentlichen damit, dass die heutige Regelung von Artikel 139 Absatz 3 der Bundesverfassung, wonach die Bundesversammlung eine Volksinitiative für ganz oder teilweise ungültig erklären kann, wenn diese die Einheit der Form, die Einheit der Materie oder zwingende Bestimmungen des Völkerrechtes verletzt, zwei Hauptnachteile habe:

1. Die Überprüfung der Gültigkeit einer Initiative findet nach der Unterschriftensammlung statt, zu einem Zeitpunkt also, in dem der demokratische Prozess bereits begonnen hat, denn 100 000 Personen haben mit ihrer Unterschrift eine Initiative unterstützt, die sich vielleicht später als ungültig erweist.

2. Der Entscheid über die Gültigkeit einer Initiative ist Sache der Bundesversammlung; diese ist eine politische Instanz, was dazu führt, dass beim Entscheid neben rechtlichen auch politische Überlegungen einfliessen.

Die parlamentarische Initiative verlangt, dass die beiden Mängel folgendermassen behoben werden:

1. Der Entscheid, ob eine Volksinitiative für ungültig erklärt werden soll, muss vor der Unterschriftensammlung gefällt werden.

2. Der Entscheid, ob eine Volksinitiative für ungültig erklärt werden soll, sollte einzig aufgrund von rechtlichen Überlegungen gefällt werden, was nur durch ein Gericht sichergestellt werden kann.

Die Staatspolitische Kommission des Nationalrates hat an ihrer Sitzung vom 21. Oktober 2010 die parlamentarische Initiative Moret vorgeprüft. Die Kommission ist der Ansicht, dass die Frage der Gültigkeitserklärung von Volksinitiativen einer intensiven Überprüfung unterzogen werden muss. Es ist problematisch, wenn eine Unterschriftensammlung zugelassen wird und dann erst im Nachhinein die Gültigkeit der Initiative überprüft wird. Neben den materiellen Kriterien für eine Ungültigerklärung muss auch das Verfahren der Gültigkeitsprüfung überdacht werden.

Der konkrete Vorschlag der Initiantin, dass eine richterliche Behörde den Entscheid über die Gültigkeit einer Volksinitiative vor Beginn der Unterschriftensammlung fällt, vermag die Kommissionsmehrheit indes nicht zu überzeugen. Zum einen zweifelt die Kommission daran, dass es richtig ist, neu einem Gericht die Prüfung der Gültigkeit von Initiativen zu übertragen. Es ist fraglich, ob angesichts der grossen politischen Bedeutung einer Ungültigkeitserklärung einer Volksinitiative nicht nach wie vor das Parlament die Verantwortung übernehmen sollte. Direkte Demokratie bedeutet auch Kommunikation zwischen den Repräsentierenden und den Repräsentierten. Vor diesem Hintergrund scheinen gewählte Volksvertreterinnen und Volksvertreter besser geeignet als Richter und Richterinnen, gegenüber der Öffentlichkeit einen Ungültigkeitsentscheid zu vertreten.

Zum andern stellt sich die Frage, ob es zweckmässig ist, eine aufwendige Prüfung der Gültigkeit von Volksinitiativen vorzunehmen, die noch gar nicht zustande gekommen sind und hinter denen vielleicht nur ein paar Einzelpersonen stehen. Diese Personen könnten dann ein Anliegen einreichen, für welches sie unter Umständen kaum die Unterstützung von 100 000 Stimmberechtigten finden würden, und trotzdem würden sie damit eine Parlamentsdebatte oder einen Gerichtsentscheid - je nach zuständiger Behörde - provozieren. Damit würden diese Personen staatliche Gratiswerbung für ihr Anliegen im Hinblick auf die Unterschriftensammlung erhalten.

Allerdings hat die Kommission wie erwähnt Verständnis für das Anliegen. Es ist unbefriedigend, wenn eine Volksinitiative erst nach der Sammlung von 100 000 Unterschriften als ungültig beurteilt wird. Die Kommission wartet deshalb auf die Vorschläge, die der Bundesrat im Rahmen seines in Aussicht gestellten Zusatzberichtes zum Bericht betreffend das Verhältnis von Völkerrecht und Landesrecht unterbreiten wird. Die Kommission wurde darüber informiert, dass der Bundesrat Vorschläge zu einer konsultativen Vorprüfung von Volksinitiativen durch eine Verwaltungsstelle prüft.

Damit verschiedene Varianten auf dem Tisch liegen, hat die Kommission mit 15 zu 9 Stimmen die Einreichung des Postulates 10.3885, "Entscheid über die Gültigkeit einer Volksinitiative vor der Unterschriftensammlung", beschlossen, mit welchem der Bundesrat beauftragt wird, im erwähnten Zusatzbericht auch die möglichen Verfahrensweisen für eine definitive Gültigkeitsprüfung vor der Unterschriftensammlung aufzuzeigen. Die Kommission will sich vertieft mit allen denkbaren Varianten auseinandersetzen, jedoch keine voreiligen Vorentscheide fällen, bevor die einzelnen Vorschläge auf dem Tisch liegen.

Interessant in diesem Zusammenhang sind die Überlegungen des aussenpolitischen Think-Tanks "foraus - Forum Aussenpolitik". Die Studienabsolventen haben gestern ihr Diskussionspapier zur Reform des Initiativrechts präsentiert und schlagen drei Varianten zur Reform der Volksbegehren vor, die eine Harmonisierung zwischen Volksinitiativen, verfassungsmässigen Grundrechten und dem Völkerrecht ermöglichen sollten. Diese Überlegungen sind in die Arbeiten einzubeziehen.

Die Kommission beantragt mit 14 zu 10 Stimmen, der Initiative keine Folge zu geben. Mit 15 zu 9 Stimmen beantragt sie indes, dem Kommissionspostulat 10.3885, "Entscheid über die Gültigkeit einer Volksinitiative vor der Unterschriftensammlung", zuzustimmen. Ich bitte Sie, den Anträgen der Kommissionsmehrheit zu folgen.

Hiltpold Hugues · Mit-M · Consiglio nazionale · Ginevra · Gruppo liberale-radicale

L'initiative parlementaire Moret 09.521 a été déposée par son auteure le 11 décembre 2009. Elle vise à modifier la Constitution de façon à ce qu'en cas de doute sur la nullité du texte d'une initiative populaire, cette question soit tranchée sur requête par une instance judiciaire, et ceci avant la récolte des signatures.

La Commission des institutions politiques a décidé, le 18 novembre dernier, de ne pas donner suite à cette initiative parlementaire, par 15 voix contre 10, mais elle a décidé en revanche d'adopter le postulat de commission 10.3885, par 14 voix contre 9.

La commission a estimé qu'il fallait soumettre sans plus tarder la question de la validité des initiatives populaires à un examen approfondi, examen qui devra traiter des critères matériels utilisés pour évaluer la validité des initiatives et la procédure d'examen de leur validité.

La majorité de la commission a décidé de ne pas donner suite à cette initiative parlementaire, doutant qu'il soit très pertinent d'attribuer l'examen de la validité à un tribunal et se demandant s'il n'était pas préférable que le Parlement continue d'assumer cette responsabilité, eu égard à la portée politique d'une déclaration de nullité. De surcroît, la majorité de la commission s'est demandé s'il était opportun de procéder à un examen approfondi de la validité d'une initiative populaire qui n'a même pas encore abouti et qui ne serait soutenue, par hypothèse, que par quelques personnes.

La commission est toutefois consciente que la procédure actuelle, qui prévoit qu'une initiative peut être déclarée nulle alors que formellement le texte a recueilli plus de 100 000 signatures, peut être jugée insatisfaisante. Elle attend que le Conseil fédéral lui fasse formellement part de ses propositions concernant une éventuelle modification de la procédure dans le cadre du rapport complémentaire au rapport du 5 mars 2009 sur la relation entre le droit interne et le droit international, proposition qu'elle a déjà présentée le 31 mars dernier et que nous nous réjouissons d'ores et déjà de traiter.

La minorité de la commission propose de donner suite à cette initiative parlementaire considérant que c'est une problématique qui mérite une étude plus approfondie, notamment la question de l'instance judiciaire à solliciter.

Je vous propose donc, au nom de la commission, de ne pas donner suite à l'initiative parlementaire Moret 09.521, mais en revanche d'accepter le postulat de la CIP-CN 10.3885.

Moret Isabelle · Mit-F · Consiglio nazionale · Vaud · Gruppo liberale-radicale

Permettez moi en préambule d'affirmer haut et fort que les droits populaires sont le fondement de notre démocratie et que, par mon initiative, je cherche à renforcer les droits du citoyen et non pas à les restreindre.

Quel est le problème actuel? L'article 139 alinéa 3 de la Constitution permet l'invalidation d'une initiative populaire en cas de non-respect du droit international impératif. Mon initiative ne porte pas sur les motifs d'invalidation. Je m'intéresse à deux autres points: qui est compétent pour prononcer cette invalidation et quand cette décision doit-elle être prise?

Aujourd'hui, l'Assemblée fédérale se prononce sur la validité d'une initiative après que celle-ci a abouti. Le Parlement a ainsi la possibilité de jeter à la poubelle un texte signé par 100 000 citoyens voire, comme pour l'initiative "pour le renvoi des étrangers criminels", par plus de 200 000.

Cela pose trois problèmes principaux, aux conséquences néfastes pour notre démocratie.

1. Des dizaines de milliers de citoyens peuvent se sentir ignorés, voire méprisés par le Parlement, perdant ainsi toute confiance dans notre système politique. A chaque débat mené sous la Coupole, l'Assemblée fédérale donne aux gens le sentiment que leurs droits sont sous le contrôle politique des chambres, qu'ils ne peuvent les exercer que dans la mesure où les chambres les acceptent. C'est la crédibilité des droits démocratiques qui est ici en jeu.

2. Ces débats érodent également la volonté d'engagement et de participation démocratiques de ceux qui auront travaillé pendant plusieurs années pour récolter ces signatures.

3. Les Chambres fédérales se retrouvent dans une situation très inconfortable: elles doivent décider si une initiative que des centaines de milliers de Suisses ont signée peut être présentée au peuple ou non. Le parlementaire, même s'il n'approuve pas le contenu d'une initiative, doit endosser la responsabilité de prendre une décision juridique de grande conséquence. Or certains sont pris en otage par leur volonté de respecter l'expression démocratique des signataires et d'autres votent l'invalidation uniquement pour des motifs politiques.

Pour répondre à ce problème, mon initiative comporte deux volets. La première proposition porte sur la question de savoir quand doit intervenir la décision d'invalidité. Je propose que l'examen de la validité des initiatives ne soit plus réalisé après la récolte de signatures, mais avant. En effet, j'estime que le processus démocratique commence déjà avec cette récolte et qu'une fois lancé, il ne devrait plus être stoppé. L'examen préalable est donc nécessaire tant pour maintenir la confiance des citoyens dans nos institutions que pour garantir le bon fonctionnement de nos droits démocratiques. Ce qui est paradoxal, c'est que ce sont ceux qui craignent que des initiatives soient invalidées trop facilement qui s'opposent à toute innovation dans ce domaine.

Le postulat 10.3885 de la Commission des institutions politiques vise à ce que le Conseil fédéral prenne position sur la première partie de mon initiative parlementaire, et je vous demande donc de bien vouloir le soutenir.

La deuxième proposition de mon initiative porte sur la question de savoir qui est compétent pour prendre la décision d'invalidité. Je suis consciente qu'elle sera davantage débattue. Je propose qu'en cas de doute sur la validité d'une initiative, la compétence d'examen et de décision finale soit transférée à une instance judiciaire. Pour éviter une charge administrative inutile, cette instance ne se prononcerait qu'après avoir été saisie, soit dans les cas douteux. Dans la grande majorité des cas, elle n'interviendrait donc pas.

Afin de permettre une plus grande marge de manoeuvre au Parlement, mon initiative laisse trois questions ouvertes qui seraient tranchées ultérieurement, soit les questions de savoir quelle doit être cette instance, qui peut la saisir et à quelles conditions elle peut être saisie.

La question qui se pose ici est la suivante: la décision d'invalidation d'une initiative est-elle de nature politique ou juridique? Les relations entre le droit constitutionnel suisse et le droit international sont de nature politique; c'est donc au législateur de trancher. Par contre, la question de la conformité d'actes législatifs entre eux est de nature typiquement juridique; c'est donc à un organe judiciaire de s'en charger. Je propose donc que le Parlement puisse se concentrer en toute liberté sur sa fonction politique, soit de seulement recommander l'acceptation ou le rejet des initiatives populaires.

Je vous rappelle qu'à chaque fois que le Parlement doit se prononcer sur la validité d'une initiative douteuse, le débat est instrumentalisé. Les opposants à l'initiative ont tendance à voter l'invalidité, même s'ils savent que les critères ne sont pas remplis, et les partisans ne se posent même pas la question de la validité. Dans ces conditions, l'examen de la validité ne remplit plus son rôle, et ce au désavantage des initiants. En effet, le risque existe que des initiatives qui ne violent pas le droit international soient invalidées pour des motifs politiques. Ce risque serait considérablement réduit si la compétence était transférée à un organe judiciaire.

Je vous remercie donc de bien vouloir soutenir le postulat de la commission qui porte sur ma première proposition, c'est-à-dire d'étudier la question de savoir quand l'examen de la validité de l'initiative doit avoir lieu. Et, à titre personnel, je vous remercie de bien vouloir soutenir aussi mon initiative parlementaire.

Hodgers Antonio · Mit-M · Consiglio nazionale · Ginevra · Gruppo dei Verdi

La minorité de la commission propose de donner suite à l'initiative parlementaire Moret. Madame Moret a soulevé deux problèmes qui existent aujourd'hui en matière d'initiative populaire: le premier est celui du moment de l'invalidation ou de la validation du texte d'une initiative populaire et le second concerne l'organe chargé de cette validation. Reste un troisième problème, qui n'est pas abordé ici, qui est celui de l'argumentation juridique qui pourrait aboutir à l'invalidation d'un texte issu d'une initiative populaire. Mais cela n'est pas abordé aujourd'hui par Madame Moret.

Au sujet du problème relatif au moment de l'invalidation, Madame Moret propose que le processus de validation ait lieu avant la récolte des signatures. Procéder ainsi aurait deux avantages.

Premièrement, les citoyens ont le droit de bénéficier d'un cadre clair pour exprimer fidèlement et sûrement leur volonté politique. En effet, un citoyen ou une citoyenne ne peut pas toujours savoir si le texte qu'on lui soumet au marché, dans son immeuble, chez des voisins pour qu'il ou elle signe, est conforme à l'ordre juridique de notre pays ou aux engagements juridiques de notre pays à l'égard de la communauté internationale. Donc, ce n'est pas au citoyen de répondre à cette question, mais bien à l'autorité politique de déterminer finalement si l'initiative populaire est conforme ou pas à notre ordre juridique et, par là même, de donner un cadre clair et sûr au citoyen afin qu'il puisse de déterminer en toute connaissance de cause. Une analyse de validité faite en amont, comme le propose Madame Moret, permettrait d'éviter cet écueil.

Le deuxième avantage est celui-ci: lorsqu'une initiative populaire est soumise au Parlement munie de plus de 100 000 signatures - ou, comme cela a été dit, de 260 000 signatures dans le cas de l'initiative "pour le renvoi des étrangers criminels" -, il est très difficile pour cet organe politique - comme ce le serait d'ailleurs aussi pour un organe judiciaire - de balayer d'un revers de main, par le biais d'une décision, une volonté exprimée par un aussi grand nombre de nos compatriotes.

Donc, une validation en amont permet d'évacuer le problème - qui concerne aujourd'hui notre Parlement et pourrait même, demain, pourquoi pas, être celui d'un organe judiciaire - et d'empêcher ainsi qu'on jette à la poubelle toutes ces signatures comme si de rien n'était.

Pour en arriver au deuxième problème soulevé par Madame Moret et qui concerne l'organe de décision, là encore, l'initiative parlementaire Moret est cohérente. Il y a aspect très particulier dans notre système institutionnel actuel: c'est le fait de demander à un organe politique de répondre à une question juridique. En effet, notre Parlement, face à une initiative populaire, peut répondre à la question de savoir s'il soutient ou non politiquement ladite initiative, mais est-il compétent pour répondre à la question de savoir si la proposition formulée dans l'initiative est compatible avec notre ordre juridique? Bien sûr que non! Il y a certains juristes dans cette salle, mais notre rôle n'est pas de déterminer si un texte est conforme à nos engagements juridiques ou à notre organisation juridique par ailleurs. Donc, il est bien plus pertinent que ce soit une institution judiciaire qui s'en charge. Est-ce au Tribunal fédéral de le faire? Est-ce à une cour constitutionnelle - qui resterait à créer - de le faire? Ces questions sont laissées ouvertes par l'auteure de l'initiative. Tant mieux!

Ce sont des dispositions qui pourront être discutées si, comme la minorité, vous acceptez aujourd'hui de donner suite à l'initiative parlementaire Moret.

Fehr Hans · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Herr Hodgers, ich weiss, dass Sie Sprecher der Kommissionsminderheit sind. Aber ist Ihnen eigentlich klar, dass ein juristischer Vorentscheid Totengräberei an der Demokratie wäre? Vous seriez un fossoyeur de la démocratie.

Hodgers Antonio · Mit-M · Consiglio nazionale · Ginevra · Gruppo dei Verdi

Non, Monsieur Fehr, je crois que la démocratie n'est pas uniquement l'expression de chaque envie. La démocratie, c'est l'expression de la volonté populaire dans un cadre juridique qu'elle s'est elle-même donné. Il n'y a pas de démocratie sans Etat de droit, Monsieur Fehr.

Sommaruga Simonetta · BR-F · Consiglio federale · Berna

Das Postulat verlangt vom Bundesrat die Prüfung der Frage, wie der Entscheid betreffend die Gültigkeit einer Volksinitiative bereits vor der Unterschriftensammlung gefällt werden könnte. Der Bundesrat beantragt nicht nur die Annahme des Postulates, sondern er hat seine Hausaufgaben bereits gemacht, indem er diese Frage in einem Zusatzbericht beleuchtet hat. Der Zusatzbericht wurde am 30. März dieses Jahres verabschiedet.

Er vertieft drei verschiedene Aspekte:

1. Zu welchem Zeitpunkt soll die Überprüfung der Frage, ob eine Initiative gültig ist oder nicht, vorgenommen werden?

2. Durch wen soll diese Überprüfung vorgenommen werden?

3. Soll es sich nur um eine Prüfung handeln, oder soll bereits ein Entscheid gefällt werden?

Der Bundesrat hat diese drei Aspekte angeschaut und verschiedene Massnahmen geprüft. Die erste Massnahme, die der Bundesrat untersucht hat und die er auch gleich vorschlägt, betrifft eine Erweiterung des Vorprüfungsverfahrens. Heute, das wissen Sie, prüft die Bundeskanzlei die Volksinitiativen vor Beginn der Unterschriftensammlung ausschliesslich auf die formellen Aspekte hin. Der Bundesrat schlägt jetzt vor, dass dieses Vorprüfungsverfahren durch eine materielle Prüfung erweitert wird, die z. B. durch das Bundesamt für Justiz und die Direktion für Völkerrecht vorgenommen werden könnte. Nach den Vorschlägen, die im Zusatzbericht erläutert werden, hätte das Ergebnis einer solchen Vorprüfung aber keine bindende Wirkung. Das heisst, weder die Initiantinnen und Initianten noch die Bundesversammlung wären an diese Stellungnahme gebunden. Von einer Einschränkung der Volksrechte könnte mit diesem Vorschlag also nicht die Rede sein.

Im Zusatzbericht hat der Bundesrat aber auch geprüft, wie vor Beginn der Unterschriftensammlung ein Entscheid über die Gültigkeit einer Volksinitiative gefällt werden könnte. Es würde sich dabei nicht nur um eine Stellungnahme, sondern um einen eigentlichen Entscheid handeln. Eine solche Lösung hätte natürlich den Vorteil, dass kein Initiativkomitee Gefahr laufen würde, die Unterschriften für eine Initiative zu sammeln, die später für ungültig erklärt und nicht zur Abstimmung unterbreitet würde.

Diesem Vorteil stehen aber nach Auffassung des Bundesrates mehrere Nachteile gegenüber. Die Bundesversammlung würde über die Gültigkeit einer Volksinitiative bereits vor der Unterschriftensammlung entscheiden. Dann müsste sich die Bundesversammlung unter Umständen zweimal mit der gleichen Initiative befassen, nämlich dann, wenn sie die Gültigkeit der Initiative bejahen würde, denn dann müsste sie später noch einmal über Zustimmung oder Ablehnung beraten.

Ein solcher Vorentscheid durch die Bundesversammlung hätte auch den Nachteil, dass sich dann die Bundesversammlung über die Gültigkeit von Volksinitiativen aussprechen müsste, die anschliessend gar nicht zustande kämen, weil nicht genügend Unterschriften gesammelt werden könnten. Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass in den letzten Jahren immerhin ein Drittel aller lancierten Initiativen gar nie zustande gekommen sind. Es wäre auch damit zu rechnen, dass Initiativen, die von der Bundesversammlung bereits vor der Unterschriftensammlung für ungültig erklärt worden sind, leicht abgeändert und umgehend neu eingereicht würden. Schliesslich hätte die Prüfung der Gültigkeit von Volksinitiativen vor Beginn der Unterschriftensammlung auch einen erheblichen Mehraufwand zur Folge.

Als weitere Möglichkeit hat der Bundesrat geprüft, ob der Entscheid über die Gültigkeit von Volksinitiativen an das Bundesgericht übertragen werden könnte. Der Entscheid über die Gültigkeit von Volksinitiativen hat ja nach juristischen Kriterien zu erfolgen. Der Bundesrat ist aber der Auffassung, dass der Entscheid über die Gültigkeit einer Volksinitiative - das hat die Vergangenheit auch immer wieder gezeigt - immer auch eine politische Komponente hat, weshalb aus Sicht des Bundesrates auch weiterhin die Bundesversammlung das geeignete Organ ist. Ausserdem käme die Übertragung dieser Aufgabe an das Bundesgericht einer teilweisen Einführung einer Verfassungsgerichtsbarkeit gleich. Zumindest solange das Bundesgericht nicht über die Verfassungsmässigkeit von Bundesgesetzen entscheiden kann, wäre es kaum zu begründen, warum das Bundesgericht über die Verfassungsmässigkeit von Volksinitiativen entscheiden soll, während das gleiche Bundesgericht eben nicht über die Verfassungsmässigkeit von Bundesgesetzen entscheiden soll.

Abschliessend möchte ich noch den Zeitfaktor erwähnen. Die Vorverschiebung des Entscheids über die Gültigkeit von Volksinitiativen vor den Beginn der Unterschriftensammlung hätte zur Folge, dass der Beginn der Unterschriftensammlung massiv verzögert würde. Das gilt unabhängig davon, welches Organ für den Entscheid zuständig wäre. Für die Initiantinnen und Initianten wäre es folglich schwieriger, auf aktuelle, brennende Probleme mit der Lancierung einer Volksinitiative zu reagieren.

Die Abklärungen, die im Postulat verlangt werden, liegen also in diesem Zusatzbericht des Bundesrat bereits vor, weshalb der Bundesrat Ihnen zwar die Annahme des Postulates beantragt hat, aber Ihnen auch die gleichzeitige Abschreibung des Postulates beantragt, weil eben der Inhalt, die Forderungen des Postulates, mit dem Zusatzbericht des Bundesrates bereits erfüllt sind.

Votazione

09.521

Le président (Germanier Jean-René, président): Vous avez reçu un rapport écrit de la commission.

Abstimmung - Vote

Für Folgegeben ... 47 Stimmen

Dagegen ... 101 Stimmen

10.3885

Le président (Germanier Jean-René, président): La commission propose d'accepter le postulat.

Angenommen - Adopté