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Stau am Gotthard. Weniger Wartezeit für Reisecars
Huber Gabi · Mit-F · Nationalrat · Uri · Freisinnig-demokratische Fraktion
Mit der Motion wird der Bundesrat beauftragt, geeignete Massnahmen zu treffen, damit Reisecars bei Stausituationen am Gotthard auf die Kantonsstrasse ausweichen und vor den Tunnelportalen im Norden und im Süden, also in Göschenen und in Airolo, wieder auf die Autobahn einfahren können.
Der Motionär macht für die von ihm gewünschte Privilegierung der Reisecars in Stausituationen touristische und ökologische Gründe geltend. Ihre Kommission lehnt dieses Anliegen wie auch der Bundesrat ab, und zwar aus folgenden Gründen:
Bei der Strecke zwischen Amsteg und Göschenen handelt es sich um eine eigentliche Gebirgsautobahn, welche mit kaum einem anderen Streckenabschnitt auf dem schweizerischen Nationalstrassennetz verglichen werden kann. Neben der Autobahn A2 verläuft im engen Talkessel des Urner Oberlandes die Kantonsstrasse, welche der Erschliessung der Gemeinden im Oberland sowie im Urserental dient. Dieses Strassenteilstück lässt sich nicht mit jenem auf der Südseite des Gotthard-Strassentunnels vergleichen. Während die Kantonsstrasse auf der Südseite leicht ansteigt und einigermassen gerade verläuft, birgt die Strecke Amsteg-Wassen sehr gefährliche Abschnitte mit engen und unübersichtlichen Kurven. Das Kreuzen ist an vielen Stellen erheblich erschwert und teilweise gar unmöglich. Heute passieren pro Stunde etwa vier Busse der Auto AG Uri diese Strecke - nicht auszudenken, was passieren würde, wenn zusätzlich auch noch ortsunkundige Chauffeure und ausländische Cars diese Strecke befahren würden! Schon heute gilt auf diesem Streckenabschnitt ein Verbot für Lastwagen. Dies kommt nicht von ungefähr.
Aber auch in den räumlich beengten Verhältnissen auf der Tessiner Seite des Gotthard-Strassentunnels käme es zu unzumutbaren Zuständen. Umfahren die Verkehrsteilnehmer Staus auf den Nationalstrassen auf dem untergeordneten Strassennetz, dann ist es so, das zeigt die Erfahrung, dass die verfügbaren Kapazitäten auf dem untergeordneten Strassennetz oft sehr rasch aufgebraucht sind und der Verkehr zum Erliegen kommt. Die Folge sind unzumutbare Beeinträchtigungen in den betroffenen Dörfern. So können beispielsweise die Einwohner ihren Geschäften nicht mehr nachgehen, oder der strassengebundene öffentliche Verkehr bleibt im Stau stecken. Die Rettungskräfte können ihre Einsatzorte nicht mehr erreichen. Sind beide Achsen verstopft, so kommt die Rettungsachse zum Erliegen; dies hätte insbesondere in Notsituationen massive Konsequenzen. Hinzu kommt, dass die Umfahrung des Staus über das untergeordnete Strassennetz oft länger dauert als das Ausharren auf der Nationalstrasse.
Das Vermeiden einer solchen Situation und das gleichzeitige Bevorzugen ausgewählter Fahrzeugkategorien wären nur möglich, wenn sämtliche betroffenen Autobahnanschlüsse durch den Einsatz von Polizeikräften aktiv bewirtschaftet würden. Die Polizei müsste dafür sorgen, dass die privilegierte Fahrzeugkategorie die Autobahn verlassen könnte, den übrigen Durchgangsverkehr müsste sie davon abhalten. Diese Massnahme wäre mit unverhältnismässigen Personalkosten verbunden und in der Praxis schwierig umzusetzen. Sie rechtfertigt sich, wenn eine aktive Bewirtschaftung eines Autobahnanschlusses durch Polizeikräfte aus Sicherheitsgründen unerlässlich ist.
Eine solche Situation besteht heute beim Anschluss Göschenen. Hier sperrt die Kantonspolizei Uri die Autobahneinfahrt bei Staus von über drei Kilometern. Ein Reisecar würde sich dann also bis zur Ausfahrt Wassen in den Stau einreihen oder aber bereits die Ausfahrt in Amsteg benutzen. Wird die Ausfahrt Amsteg benutzt, entstehen wegen den topografischen Verhältnissen auf der Nordseite die genau gleichen, bereits beschriebenen Probleme. Wenn also der Nationalrat die Motion Lombardi überweisen würde, so könnte sie im Kanton Uri nicht wie gefordert umgesetzt werden.
Schliesslich ist eine ökologisch begründete Privilegierung der Reisecars problematisch, weil mittlerweile auch andere Fahrzeuge und Kategorien ökologisch verkehren und daher gleich behandelt werden müssten wie Reisecars. Die vom Motionär gewünschte Massnahme widerspräche dem Gleichheitsgebot.
Die Kommission kommt deshalb zum Schluss, dass die Verlagerung der Reisecars auf die Kantonsstrasse weder wünschenswert noch praktikabel ist, und beantragt Ihnen deshalb mit 17 zu 5 Stimmen bei 2 Enthaltungen, die Motion abzulehnen.
Giezendanner Ulrich · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Liebe Frau Huber, würden Sie diesem Parlament sagen, dass es heute absolut legal ist, mit jedem Reisecar aus jedem Land über den Gotthard zu fahren? Würden Sie mir das als Urnerin bestätigen?
Huber Gabi · Mit-F · Nationalrat · Uri · Freisinnig-demokratische Fraktion
Ja, das würde ich Ihnen bestätigen. Ich wünsche aber für Sie, dass Sie sich dann nicht in einem Bus der Auto AG Uri befinden.
Pedrina Fabio · Mit-M · Nationalrat · Tessin · Sozialdemokratische Fraktion
In questo mio ultimo intervento da questa tribuna, quale omaggio alla latinità, terrò questa relazione commissionale in parte in francese e in parte in italiano.
Réunie le 23 août 2011, notre commission a procédé à l'examen préalable de la motion déposée le 1er octobre 2010 par le conseiller aux Etats Lombardi et adoptée par le Conseil des Etats le 16 mars 2011.
La motion charge le Conseil fédéral de prendre des mesures afin que les autocars puissent rejoindre la route cantonale lors d'embouteillages au Saint-Gothard et ne revenir sur l'autoroute qu'aux entrées nord et sud du tunnel.
L'auteur de la motion relève que l'engorgement de l'A2 dû à des embouteillages récurrents est un véritable problème pour tous ceux qui empruntent cette route, en particulier pour les passagers d'autocars. Et pour cause, ces derniers ayant opté pour un moyen de transport qui se révèle plus écologique que la voiture et qui, pour un même nombre de passagers, prend bien moins de place sur les voies de circulation.
En période de vacances, lorsque le trafic est dense et que des embouteillages se forment sur plusieurs kilomètres devant l'entrée du tunnel routier du Saint-Gothard, le privilège accordé aux autocars serait, selon l'auteur de la motion, un signal fort et permettrait de rendre les personnes voyageant de manière individuelle plus attentives aux avantages des transports en commun (privés). Il n'en résulterait aucune concurrence pour les transports publics, l'autocar permettant de rallier directement, essentiellement en période de vacances, certaines destinations dans les pays du Sud, mal desservies par les transports publics.
Le Conseil fédéral invite à rejeter la motion en considérant que cette proposition comporte un privilège pour les cars touristiques qui ne se justifie pas avec des motivations environnementales et comporte une disparité de traitement par rapport aux autres usagers de la route. En plus, les mesures proposées par l'auteur entraînent des problèmes de sécurité et de gestion sur les routes cantonales, en particuliers dans le canton d'Uri, avec des routes raides et étroites qui traversent maints villages.
Dans le canton du Tessin, ce problème ne se pose pas pour le moment, vu que, aussi en cas de bouchons, l'entrée d'Airolo reste ouverte.
Quindi, per motivi di parità di trattamento, di sicurezza e di gestione della rete stradale, il Consiglio federale propone di respingere la mozione Lombardi. Lo scorso 16 marzo il Consiglio degli Stati non ha seguito il parere del Consiglio federale adottando la mozione con una leggera maggioranza di 13 contro 11 voti.
La nostra commissione, seguendo le indicazioni del Consiglio federale, vi invita per contro a respingere la mozione e quindi a non instaurare un regime di trattamento privilegiato per i bus turistici. La commissione ritiene infatti che il trasferimento del traffico dei bus turistici sulle strade cantonali non è auspicabile e che le misure di gestione necessarie per regolare e controllare in tali condizioni il flusso alle entrate autostradali comporterebbe misure sproporzionate e di difficile attuazione. Inoltre favorire i bus per motivi ecologici costituirebbe una discriminazione rispetto ad altri autoveicoli altrettanto rispettosi - o a seconda dei punti di vista altrettanto irrispettosi - dell'ambiente.
Le strade cantonali sono già fortemente sollecitate e risulterebbero sovraccariche con un ulteriore afflusso di bus turistici, questo soprattutto nel canton Uri. Come ha evidenziato in commissione il direttore dell'USTRA Rudolf Dieterle, la polizia urana chiude l'entrata di Göschenen verso sud quando al portale si forma una certa coda, ciò a giusta ragione in quanto altrimenti il traffico di aggiramento sulla cantonale sarebbe così attrattivo da provocare un sovraccarico della cantonale e situazioni insostenibili nei villaggi di Gurtnellen, Intschi, Göschenen e così via. Egli ha pure sottolineato che l'adozione di questa misura per motivi di sicurezza è nel campo di competenza dei cantoni in quanto misura di polizia, e non è di competenza dell'USTRA.
La commissione ha quindi constatato che mentre il canton Uri adotta regolarmente questa misura di chiusura dell'entrata autostradale, il canton Ticino non l'ha applicata negli scorsi anni, il che ha regolarmente provocato un riversamento di traffico di aggiramento nei villaggi dell'Alta Leventina, provocando notoriamente disagi e pericoli di varia natura.
La commissione non ritiene necessario e neppure opportuno modificare il regime adottato dal canton Uri, d'altro canto sta al canton Ticino, nell'ambito delle sue competenze di polizia, valutare ed applicare, come peraltro sta facendo di recente, una misura di chiusura dell'entrata autostradale di Airolo in direzione nord in caso di code.
Per questi motivi, con 17 voti contro 5 e 2 astenuti, la commissione vi invita a seguire l'indicazione del Consiglio federale ed a respingere di conseguenza questa mozione.
La commission considère qu'il est inutile ou inopportun de modifier le régime adopté par le canton d'Uri; d'autre part, le canton du Tessin, dans le cadre de ses compétences de police, peut évaluer la situation et décider la fermeture de l'entrée autoroutière d'Airolo en direction nord en cas de bouchons, mesure par ailleurs appliquée récemment par la police tessinoise.
Par 17 voix contre 5 et 2 abstentions, la commission propose de rejeter la motion et vous invite ainsi à suivre le Conseil fédéral.
Giezendanner Ulrich · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Herr Pedrina, diese Woche oder letzte Woche haben Sie dafür gestimmt, dass wir die Wirtschaft fördern müssen, dass wir eventuell bei Gastrosuisse die Mehrwertsteuersätze kürzen sollten, damit die Wirtschaft wieder läuft, damit der Tourismus läuft. Wissen Sie, dass Sie es jetzt verbieten, dass die Touristen über den Gotthard ins Tessin kommen? Es ist danach nicht mehr möglich, mit einem Bus nach Andermatt hinaufzufahren. Ist Ihnen das bewusst? Ein Ja oder ein Nein reicht mir.
Pedrina Fabio · Mit-M · Nationalrat · Tessin · Sozialdemokratische Fraktion
Caro collega Giezendanner, visto che lei capisce bene l'italiano mi permetto di rispondere in italiano. I pullman turistici possono passare sul San Gottardo, ce ne sono tantissimi, ne ho incontrati ancora nelle scorse settimane, andando in giro in bicicletta; non è assolutamente un problema - e altrimenti possono mettersi in colonna e attraversare il tunnel del San Gottardo senza problemi.
Leuthard Doris · BR-F · Bundesrat · Aargau
Der Gotthard ist offensichtlich sogar im Zusammenhang mit Reisecars ein Thema, das hier zu Emotionen führt.
Sicher wollen alle in diesem Saal, dass unsere touristischen Gäste gut behandelt werden; wenn sie zu uns reisen, dann soll uns das eine gute Behandlung wert sein. Aber an der Gotthard-Nordrampe, Herr Nationalrat Giezendanner, ist es nur schon verkehrstechnisch schwierig. Frau Nationalrätin Huber, die ja als ehemalige Regierungsrätin des Kantons Uri die Situation sehr gut kennt, hat einlässlich und ausgezeichnet beschrieben, wie es mit dem Ausweichverkehr in Wassen und in Amsteg ist. Wir teilen rein von der verkehrstechnischen Ausweichmöglichkeit her die Einschätzung, dass eine solche Privilegierung der Reisecars schwierig zu bewältigen wäre, und zwar vor allem auch für die lokale Bevölkerung und für den öffentlichen Verkehr auf dem untergeordneten Netz.
Der zweite wesentliche Aspekt in der Argumentation von Herrn Ständerat Lombardi war der ökologische. Man sagt da, es sei ökologisch sinnvoll, Cars zu nutzen, in denen viele Leute sitzen können, und nicht Einzelwagen; man belohnt dies dann mit dem privilegierten Einmünden vor dem Tunnel. Aber wenn das ein Argument für eine bevorzugte Behandlung wäre, müssten wir auch die Nutzer von Hybridautos und Elektroautos belohnen. So oder so müssen wir am Gotthard eine Sanierung vornehmen, müssen wir Lösungen finden, um den Verkehr zu bewältigen, und diese Forderung hier trägt wahrscheinlich wenig zur Lösungsfindung bei.
Ich empfehle Ihnen daher, Ihrer Kommission zu folgen und die Motion abzulehnen.
Giezendanner Ulrich · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Frau Bundesrätin, ich weiss, als Aargauerin können Sie Deutsch - im Gegensatz zu Herrn Pedrina. Ich bin froh darüber. Können Sie mir den Unterschied in Bezug auf die Grösse und die Länge zwischen einem Kieslastwagen und einem Reisecar nennen, die über den Gotthard fahren? Die Lastwagen - die Solofahrzeuge, die "40-Tönner" bzw. die "34-Tönner" bei den Vierachsern - dürfen nämlich darüberfahren. Können Sie mir den Unterschied nennen zwischen einem Touristenbus und einem Kieskipper, der über den Gotthard fährt?
Leuthard Doris · BR-F · Bundesrat · Aargau
Ja, auch der Car darf über den Gotthard fahren. Es ist nicht verboten. Es gibt sicherlich schwierige Passagen, zudem gibt es auch Cars, die nicht so lang sind wie ein Kieslastwagen; es gibt unterschiedlich lange Cars, wie Sie wissen.
Walter Hansjörg · 1VP-M · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Präsident (Walter Hansjörg, erster Vizepräsident): Es liegt ein Bericht der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen vom 23. August 2011 vor. Die Kommission beantragt mit 17 zu 5 Stimmen bei 2 Enthaltungen, die Motion abzulehnen.
Abgelehnt - Rejeté