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Fachhochschuladäquate Forschungsförderung
Lombardi Filippo · P-M · Ständerat · Tessin · Fraktion CVP-EVP
Il presidente (Lombardi Filippo, presidente): L'autore dell'interpellanza è parzialmente soddisfatto della risposta del Consiglio federale e chiede una breve discussione. - Non vi sono obiezioni.
Altherr Hans · Mit-M · Ständerat · Appenzell A.-Rh. · FDP-Liberale Fraktion
Ein Kollege hat mich gebeten, eine halbe Stunde zu sprechen, weil er noch Besuch auf den Tribünen erwartet. (Heiterkeit) Ich halte mich trotzdem nicht an diese Vorgabe, sondern fasse mich kurz. Ich bin wie Frau Fetz tatsächlich fast ganz befriedigt von dieser Antwort. Einen Punkt möchte ich aber noch etwas vertiefen. Ich werde mich nur zur Forschungsförderung äussern, nicht zur allgemeinen Hochschulfinanzierung, der erste Absatz der Antwort des Bundesrates interessiert also in diesem Zusammenhang nicht.
Nun zur Forschungsförderung: Nach der Auflösung des anwendungsorientierten Fördertopfs Dore stehen nun die Universitäten und die Fachhochschulen beim Nationalfonds und bei der KTI in direkter Konkurrenz. Dabei gibt es drei Ungleichgewichte zwischen den Universitäten und den Fachhochschulen:
Das erste Ungleichgewicht möchte ich mit "Köpfe" übertiteln. In den Gremien, die entscheiden, sitzen praktisch nur Universitätsprofessoren. Ihnen liegt die Grundlagenforschung näher als die anwendungsorientierte Forschung. Dazu sagt der Bundesrat, das müsse überprüft und angepasst werden und die Überprüfung sei im Gange. Dieser Punkt ist für mich okay. Davon bin ich befriedigt.
Beim zweiten Punkt haben wir meines Erachtens noch ein Problem. Das betrifft das unterschiedliche Gewicht des Mittelbaus. Die Universitäten haben einen ganz anders strukturierten Mittelbau, und sie haben vor allem die Möglichkeit, Doktoranden mit Forschungsarbeiten zu betrauen, sie dafür einzusetzen. Klar ist, dass diese Möglichkeiten den Universitäten andere Perspektiven und ein sehr grosses Potenzial eröffnen, grundsätzlich zu Forschungsresultaten zu kommen und günstiger zu diesen Forschungsresultaten zu kommen, da sie die Doktoranden ja nicht voll entlöhnen müssen. Der Bundesrat sagt zu diesem Thema, hier seien die Kantone als Träger der Fachhochschulen gefordert. Das halte ich für verfehlt; ich bin der Auffassung, dass dieser Aspekt vom Nationalfonds und von der KTI bei der Projektfinanzierung berücksichtigt werden müsste. Die Probleme sind ja direkt von den erhaltenen Aufträgen abhängig. Die Kantone können bei den zu erwartenden grossen Schwankungen durch diese Forschungsaufträge nicht einen Mittelbau finanzieren und bereitstellen. Überdies möchte ich dem Bundesrat in diesem Punkt zu bedenken geben, dass die Haltung, die er jetzt eingenommen hat, der Forderung der Fachhochschulen nach eigenen Doktoraten enormen Aufschwung geben würde. Es stellt sich die Frage, ob man das will. Ich will es nicht, und ich denke, dass es auch der Bundesrat nicht will. In diesem Punkt bin ich also nicht befriedigt.
Der dritte Punkt, wo erhebliche Unterschiede bestehen, sind die Referenzen. Um an die Fördertöpfe zu gelangen, muss man in aller Regel aufzeigen, was man schon gemacht hat. Das zementiert den Vorsprung der etablierten Organisationen, also meist der Universitäten. Nun kann man sagen, das sei gewollt, weil es Kompetenzzentren fördert. Es verhindert aber den Wettbewerb, und es behindert die noch jungen neuen Institutionen, also die Fachhochschulen. Das kann so weit führen, dass sich diese fragen, ob es überhaupt Sinn macht, sich an einem ungleichen Wettbewerb zu beteiligen. Und das wiederum darf nicht sein, weil alle Hochschulen einen Forschungsauftrag haben und weil alle auf Forschung angewiesen sind, um eine qualifizierte Lehre anbieten zu können. Zu diesem Punkt finde ich in der Antwort auf die Interpellation keine befriedigenden Ausführungen. Ich ersuche den Bundesrat, diesem Problem bei der angekündigten bzw. laufenden Evaluation die gebührende Aufmerksamkeit zu schenken, und danke ihm für seine Stellungnahme.
Schneider-Ammann Johann N. · BR-M · Bundesrat · Bern
Herr Altherr, die Profile von Fachhochschulen und Unis sind unterschiedlich; das soll so bleiben. Die Fachhochschulen sollen anders positioniert bleiben, als es die Unis sind. Deshalb habe ich jetzt von Ihnen mit Aufmerksamkeit zur Kenntnis genommen, dass Sie auch die bundesrätliche Meinung vertreten, wenn es um Doktorate hier oder dort geht.
Was die finanziellen Leistungen des Bundes anbetrifft: Herkömmlicherweise machen die Betriebsbeiträge für Lehre und Forschung - das wird nicht auseinandergenommen - in etwa 30 Prozent bei den Fachhochschulen und 20 Prozent bei den Unis aus. Wenn man dann noch die gesamten Bundesbeiträge und die gesamten Betriebskosten zusammenzählt, dann liegt der Bundesbeitrag sowohl bei den Fachhochschulen wie auch bei den Unis in der Grössenordnung von 25 Prozent.
Was ändert mit dem Hochschulförderungs- und Koordinationsgesetz (HFKG)? Wenig! Der Bund beteiligt sich an den typenspezifischen Grundfinanzierungen; das bleibt weiterhin so. Das HFKG ermöglicht es aber, dass die Gewichtung der Forschung insgesamt und auch die Gewichtung der Fachhochschulforschung etwas gestärkt werden kann. Dem werden wir Beachtung schenken. Aber es ist natürlich schon so: Die Träger sind die Kantone; sie sind in erster Linie weiterhin gefordert.
Noch ein Wort zur bereichsspezifischen Forschung: Sie wissen, dass der Schweizerische Nationalfonds eine Kategorie im Bereich der anwendungsorientierten Grundlagenforschung geschaffen hat. Damit sind vor allem die Bereiche der Gesundheit, der sozialen Arbeit und der Kunst (GSK) gemeint. Das ist auch eine Nachfolgefinanzierungsmöglichkeit für das bisherige Dore-Instrument. Es stehen also für den GSK-Bereich - wenn ich Sie richtig verstehe, ist dieser spezifisch angesprochen - weiterhin Förderunterstützungen zur Verfügung.
Ich habe Ihre Empfehlungen mitgenommen. Die unterschiedlichen Ausgangslagen sind anerkannt, und eine differenzierte Forschungsförderung ist unsere Absicht. So gesehen, ist Ihre erste Frage mit Ja beantwortet.
Was das praxisorientierte Profil betrifft, das bleiben soll, so ist auch diese Frage mit Ja beantwortet. Ich bestätige Ihnen auch ganz ausdrücklich, dass wir beim Nationalfonds darauf hinwirken, dass er sich der spezifischen Ausgangslage bei der Fachhochschulforschung, vor allem in den Bereichen Gesundheit, Soziales und Kunst, annimmt.