15.431
Keine staatlichen Leistungen für illegal Anwesende
Verfahrensbeitrag
Antrag der Mehrheit
Der Initiative keine Folge geben
Antrag der Minderheit
(Brand, Amaudruz, Bugnon, Fehr Hans, Pantani, Rutz Gregor)
Der Initiative Folge geben
Proposition de la majorité
Ne pas donner suite à l'initiative
Proposition de la minorité
(Brand, Amaudruz, Bugnon, Fehr Hans, Pantani, Rutz Gregor)
Donner suite à l'initiative
Markwalder Christa · P-F · Nationalrat · Bern · FDP-Liberale Fraktion
Präsidentin (Markwalder Christa, Präsidentin): Sie haben einen schriftlichen Bericht der Kommission erhalten.
Amaudruz Céline · Mit-F · Nationalrat · Genf · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
L'initiative parlementaire du groupe UDC a pour titre "Pas de prestations de l'Etat pour les personnes résidant illégalement en Suisse". Vous me direz, encore une fois: "Logique." Eh bien, ce n'est pourtant pas tout à fait le cas. Les personnes qui résident en Suisse sans autorisation de séjour se trouvent illégalement dans notre pays et enfreignent ainsi le droit suisse. Ces mêmes personnes qui séjournent illégalement sur notre territoire doivent le quitter. Elles doivent donc être expulsées.
Cependant, l'octroi d'une aide d'urgence aux personnes qui se trouvent illégalement dans notre pays incite les personnes concernées à faire tout leur possible pour éviter le renvoi. Ceci s'applique particulièrement aux personnes qui ne peuvent être expulsées car elles ne coopèrent pas, à celles qui s'opposent à un renvoi, qui passent dans la clandestinité. Outre le fait de rendre la Suisse encore plus attrayante, l'aide d'urgence actuellement accordée après l'échéance de l'autorisation de séjour délivre un message contradictoire aux personnes qui doivent quitter la Suisse. Elles comprennent en effet que leur présence est tolérée par l'Etat, puisque ce même Etat les soutient économiquement. Quel crédit peuvent accorder des personnes à une décision de renvoi exécutoire, quand parallèlement des prestations d'aide d'urgence leur sont octroyées? D'ailleurs, l'Etat d'origine de ces personnes n'a jamais versé et n'envisage pas de verser de telles prestations, même à ses propres ressortissants.
L'aide d'urgence reste attrayante pour ses bénéficiaires. Elle est plus intéressante que la capacité d'achat qu'offrent les salaires médians de nombreux pays. A titre d'exemple, le salaire moyen en Erythrée n'est que de 38 dollars. L'aide d'urgence n'a pas eu l'effet dissuasif escompté. Seuls 12 à 17 pour cent des personnes déboutées quittent le pays de façon contrôlée. Victime de son attractivité, la Suisse fait déjà face à une hausse constante des coûts d'asile. Comme nous l'avions déjà mentionné lors de la discussion sur une autre initiative parlementaire déposée par notre groupe, nous savons que les coûts de l'asile vont exploser, parce que les demandes vont augmenter fortement.
A cela s'ajoute une exécution déficiente des décisions de renvoi. Il n'est plus acceptable que des personnes ne disposant plus du droit de séjourner sur notre territoire continuent à percevoir une aide d'urgence.
Il convient, d'une part, de réduire l'attractivité de la Suisse pour les migrants et, d'autre part, d'accélérer le renvoi des personnes qui séjournent illégalement en Suisse. Dans les structures d'accueil, les déboutés de l'asile et les personnes frappées d'une décision de non-entrée en matière continuent à occuper de nombreuses places, alors que ces dernières font défaut. Il n'appartient pas à la Suisse de subvenir, ad vitam aeternam, aux besoins de personnes qui ne devraient plus se trouver sur son territoire.
Aujourd'hui, l'aide d'urgence équivaut pratiquement à l'aide sociale et ne permet pas d'exercer la pression nécessaire pour inciter à un départ volontaire. Il convient donc d'inscrire dans la Constitution le principe selon lequel l'Etat n'accorde pas son soutien aux personnes résidant illégalement en Suisse.
Bien entendu, une partie des frais de retour peut être prise en charge dans certains cas, comme le permet aujourd'hui déjà l'exécution d'une décision en matière d'asile.
Je vous remercie de bien vouloir donner suite à cette initiative parlementaire.
Brand Heinz · Mit-M · Nationalrat · Graubünden · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Ich möchte Ihnen im Namen der Kommissionsminderheit den Antrag stellen, der zur Diskussion stehenden parlamentarischen Initiative "Keine staatlichen Leistungen für illegal Anwesende" Folge zu geben. Worum geht es bei dieser parlamentarischen Initiative? Sie will die Ausrichtung der Nothilfeleistungen gemäss Artikel 12 unserer Bundesverfassung beschränken. Sie will eine Beschränkung einerseits in zeitlicher Hinsicht, andererseits in Bezug auf die Adressaten.
Die Nothilfebestimmung ist bekanntlich mit der Totalrevision unserer Bundesverfassung im Jahre 1999 in die Verfassung eingefügt worden. Sie strebt im Wesentlichen an, Menschen, Personen, die in diesem Land leben und die vorübergehend - mit Betonung auf "vorübergehend" und kurzfristig - in eine Notlage geraten sind, vor einem menschenunwürdigen Dasein in Not und "unter Brücken" zu bewahren. Nothilfe ist aber keine subsidiäre Form der Sozialhilfe, etwas weniger und etwas einfacher erhältlich. Genau dazu ist aber die Nothilfe heute verkommen, namentlich im Asylbereich. Personen, die nach Abschluss des Asylverfahrens ihrer Ausreisepflicht keine Folge geleistet haben, die ihre zwangsweise Rückführung in ihren Herkunftsstaat vereiteln, können trotz dieses verpönten Verhaltens eine staatliche Unterstützung gestützt auf Artikel 12 unserer Bundesverfassung geltend machen.
Es ist stossend, dass heute Personen, die erstens rechtmässig ergangene Entscheide missachten, die zweitens auferlegten Rechtspflichten keine Folge leisten und die drittens staatliches Handeln mutwillig und vorsätzlich vereiteln, dennoch und in zeitlich unbeschränktem Umfang Nothilfeleistungen in Anspruch nehmen können. In letzter Konsequenz bedeutet die geltende Praxis, dass illegales Verhalten, illegales Handeln nicht nur geschützt, sondern sogar noch staatlich gefördert wird. Dies kann und darf - nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern vor allem auch aus rechtsstaatlichen Gründen - nicht weiter hingenommen werden. Diese Nothilfe, gestützt auf Artikel 12 der Bundesverfassung, ist deshalb zeitlich zu beschränken, für ausländische Staatsangehörige mit einer Aufenthaltsbewilligung bis zum Ablauf dieser Aufenthaltsbewilligung, für ehemalige Asylsuchende bis zum Ablauf ihrer Ausreisefrist.
Diese Rechtsänderung drängt sich aber auch noch aus einem anderen Grund auf. Wir kämpfen heute gegen die illegale Zuwanderung. Wir kämpfen gegen den Asylmissbrauch. Wir kämpfen in Sisyphusarbeit darum, die Asylverfahren zu verkürzen. All das macht doch keinen Sinn, wenn wir am Schluss unserer Bemühungen die Entscheide nicht vollziehen, sondern das illegale Verweilen mittels Nothilfe sogar noch fördern und unterstützen. Kein Gesetz, kein Staatsvertrag, keine Konvention, auch nicht das ungeschriebene Völkerrecht zwingen uns zu diesen Leistungen. Es ist einzig und alleine unsere Auslegung der Bundesverfassung, welche zur Ausrichtung dieser Leistungen Veranlassung gibt. Wir haben es daher in unserer Hand, diese Bestimmung zu präzisieren, und zwar eben im Sinne der zur Diskussion stehenden parlamentarischen Initiative.
Ich möchte Sie deshalb dringend ersuchen, dieser parlamentarischen Initiative Folge zu geben und damit die Ergänzung der bestehenden völkerrechtlichen Bestimmungen im Sinne der beantragten Beschränkung zu ermöglichen.
Glättli Balthasar · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion
Ihre Staatspolitische Kommission hatte über die Initiative der SVP-Fraktion zu entscheiden, die Ihnen beantragt, dass das verfassungsmässig geregelte Recht auf Hilfe in Notlagen dann endet, wenn eine Person keine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz mehr hat.
Ihre Kommission hat in der Mehrheit ganz klar festgehalten, dass aus ihrer Sicht nicht nur der Aspekt der Überlebenshilfe sehr stark zu gewichten ist, sondern auch die Wahrung der Menschenwürde, die Ihre Kommission als wesentliche Aufgabe unseres Staates betrachtet. Erlauben Sie mir die Bemerkung, dass die Nothilfe eben nicht eine Art von "Sozialhilfe light" ist, sondern dass die Nothilfe sehr viel niedrigere Ansätze hat und dass sie letztlich nur zur Gewährleistung der allergrundlegendsten Bedürfnisse da ist. Das heisst, es geht darum zu verhindern, dass in der Schweiz ein Mensch erfriert, verhungert oder keine medizinische Nothilfe erhält, wenn er beispielsweise eine schwere Krankheit hat.
Die Überlegungen, die Ihre Kommission geleitet haben, gingen aber auch in Richtung der Auswirkungen, die für alle anderen Menschen in der Schweiz da wären, wenn wir diese Änderung annehmen würden. Es würde nämlich bedeuten, dass ein beträchtlich grösserer Teil der Menschen untertauchen oder mangels anderer Möglichkeiten, ihr Leben zu fristen, in die Kriminalität abrutschen würde. Das wollen wir unseren Bürgerinnen und Bürgern, das wollen wir unserem Land nicht zumuten.
Schliesslich möchte ich Ihnen nicht verhehlen, dass ein Teil der Kommission ganz explizit auch auf Folgendes hingewiesen hat: Wenn es denn darum ginge, das Ziel zu verfolgen, das die SVP jetzt auch in ihrer Begründung angeführt hat, nämlich Menschen zurückzuschaffen, deren Asylgesuch abgewiesen worden ist, dann wären die bereits existierenden Formen von Vorbereitungs-, Ausschaffungs- und Durchsetzungshaft diejenigen Elemente, die wirklich garantieren könnten, dass eine Person dann abreist. Die Gefahr, dass sie einfach untertaucht, ist viel grösser, wenn man sie - sogar ohne Nothilfe - einfach auf die Strasse stellt.
Mit diesen Überlegungen empfiehlt Ihnen Ihre Kommission mit 14 zu 6 Stimmen, der parlamentarischen Initiative keine Folge zu geben.
Tuena Mauro · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Kollege Glättli, Sie wissen, dass schon heute viele Personen, welche einen Negativentscheid erhalten, untertauchen. Sind Sie bereit, Hand dazu zu bieten, dass es gelingt, diese Leute auch in ihr Herkunftsland auszuschaffen?
Glättli Balthasar · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion
Es braucht nicht mich, um da Hand zu bieten, sondern es braucht die Umsetzung des bestehenden Gesetzes. Das bestehende Gesetz legt ganz klar den Ablauf und auch die Mitwirkungspflicht der betroffenen Personen fest. Ich kann Ihnen nur wiederholen, dass es auch eine ganze Reihe von Haftmassnahmen gibt, die - ich erlaube mir, das in Klammern beizufügen - auch sehr kostenintensiv sind. Aber man unternimmt da etwas. Es gibt Kantone, die weniger Gefängnisplätze zur Verfügung stellen. Aber das ist die Art und Weise, wie unser Gesetz die Sicherstellung der Rückführung vorsieht. Es tut es nicht dadurch, dass es verlangt, dass man die Leute einfach auf die Strasse stellt, wie Sie es mit Ihrer Initiative vorschlagen, und sagt: "Schlagt euch selbst durch!" Die Wahrscheinlichkeit, dass sie dann in ihr Land zurückreisen, ist verschwindend klein. Die Wahrscheinlichkeit aber, dass sie dann hier kriminell werden, ist gross, und das wollen wir unserer Bevölkerung nicht zumuten.
Moret Isabelle · Mit-F · Nationalrat · Waadt · FDP-Liberale Fraktion
L'initiative parlementaire du groupe UDC, "Pas de prestations de l'Etat pour les personnes résidant illégalement en Suisse", vise à modifier l'article 12 de la Constitution fédérale. Aux termes de celle-ci, les individus qui ne seraient pas titulaires d'une autorisation de séjour ne pourraient plus bénéficier de l'aide d'urgence. Selon les auteurs de l'initiative, il serait en effet contradictoire et choquant que des individus qui enfreignent le droit suisse bénéficient d'aides de l'Etat. Cette restriction constitutionnelle permettrait ainsi de garantir l'Etat de droit, mais également de réduire l'attractivité de notre pays. Interpellée par les contradictions de l'initiative, la majorité de la commission vous propose de ne pas lui donner suite.
Avant toute chose, il importe de rappeler que l'article 12 de la Constitution découle du droit fondamental qu'est la dignité humaine, tel que garanti par l'article 7 de la Constitution. L'aide d'urgence constitue donc bel et bien un droit fondamental et justiciable. Ce droit, les auteurs de l'initiative jugent loisible de le restreindre, ce que la majorité de la commission ne peut accepter. Elle rejoint ainsi l'avis du Tribunal fédéral et considère que l'aide d'urgence ne peut être supprimée, même en raison d'un séjour illégal. En effet, la dignité humaine est une garantie fondamentale de l'Etat de droit et consubstantielle à celui-ci. Dès lors, ce dernier ne saurait être protégé en étant amputé de sa substance même, comme le prévoit l'initiative.
Que l'aide d'urgence garantisse la dignité humaine ne signifie pas qu'elle soit source d'opulence. Loin s'en faut. Contrairement à certains préjugés, l'aide d'urgence garantit le strict minimum et comprend essentiellement des prestations en nature. Dans la plupart des cas, l'individu est nourri et logé en abri, mais ne reçoit pas plus d'une dizaine de francs d'argent de poche par jour. L'attractivité d'une telle situation est donc inexistante; il s'agit d'un fantasme brandi par populisme et éloigné de toute réalité.
L'attention de la majorité de la commission a également été retenue par une autre grosse contradiction. Les auteurs de l'initiative font du combat contre les infractions commises par des étrangers l'un de leurs thèmes de prédilection. Pourtant, l'initiative parlementaire aurait pour effet indéniable d'engendrer une telle criminalité. Il est en effet très probable que la privation de l'aide d'urgence n'incitera pas les individus en situation illégale à quitter le territoire. Au contraire, la plupart risquent d'être poussés dans ce que l'on appelle une "délinquance de survie". Parallèlement, ces individus disparaîtront dans la clandestinité. Ceci rendrait leur renvoi bien malaisé et serait un grave problème de sécurité publique. L'initiative aurait donc des effets contre-productifs qui iraient à l'encontre même des objectifs que les auteurs défendent.
Par ailleurs, plusieurs députés rappellent que la loi sur les étrangers contient diverses mesures de contrainte. Celles-ci prévoient des cas de figure qui permettent la détention et qui sont mieux adaptés.
Dans l'intérêt de l'Etat de droit et de notre sécurité, la commission vous invite, par 14 voix contre 6 et 1 abstention, à confirmer la position du Tribunal fédéral et à ne pas donner suite à l'initiative.
Grin Jean-Pierre · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Madame Moret, je suis d'accord avec vous sur le fait qu'il faut respecter la dignité humaine. Toutefois, l'aide d'urgence ne pourrait-elle pas être limitée dans le temps?
Moret Isabelle · Mit-F · Nationalrat · Waadt · FDP-Liberale Fraktion
Monsieur Grin, l'aide d'urgence est un droit fondamental. Et les droits fondamentaux ne sont pas limités dans le temps.
Abstimmung
Präsidentin (Markwalder Christa, Präsidentin): Die Kommissionsmehrheit beantragt, der parlamentarischen Initiative keine Folge zu geben. Eine Minderheit beantragt, der Initiative Folge zu geben.
Abstimmung - Vote
Für Folgegeben ... 64 Stimmen
Dagegen ... 121 Stimmen
(4 Enthaltungen)
Schluss der Sitzung um 13.05 Uhr
La séance est levée à 13 h 05