15.3939
Kinderzulagen bedarfsabhängig ergänzen
Feri Yvonne · Mit-F · Nationalrat · Aargau · Sozialdemokratische Fraktion
Meine Motion verlangt, dass die Kinderzulagen künftig nicht mehr für alle Kinder in der gleichen Höhe ausbezahlt werden, sondern schweizweit bedarfsabhängig ausgeschüttet werden, respektive dass ein Minimum definiert und dann für finanziell schwächere Familien der Betrag erhöht wird.
Familien und Kinder sind in der Schweiz überdurchschnittlich von Armut bedroht. Besonders armutsgefährdet und daher zu einem hohen Anteil durch die Sozialhilfe unterstützt sind Kinder von alleinerziehenden Müttern, von Eltern mit Migrationshintergrund, aus bildungsfernem Umfeld sowie aus kinderreichen Familien. Um diese Kinder nachhaltig aus der Armut bzw. aus der Sozialhilfe zu holen, bedarf es verschiedener Massnahmen.
In der Vergangenheit stand die Einführung von Familienergänzungsleistungen auf Bundesebene zur Debatte, wurde jedoch mehrfach abgelehnt. Familienergänzungsleistungen sind bisher in vier Kantonen erfolgreich umgesetzt und haben durch ihre existenzsichernde Ausgestaltung eine senkende Wirkung auf die Sozialhilfequote bei Familien erzielt. Das Modell von bedarfsabhängig erweiterten Kinderzulagen lässt die geltende Kompetenzaufteilung zwischen Bund und Kantonen unangetastet und ist eine geeignete Lösung, die über den Grundsatz "Ein Kind, eine Zulage" direkt mit dem Kind verknüpft ist.
In seinem Bericht "Familienpolitik. Auslegeordnung und Handlungsoptionen des Bundes" vom 20. Mai 2015 erörterte der Bundesrat vier Handlungsfelder: wirtschaftliche Absicherung der Familien und Bekämpfung der Familienarmut, Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit, Anpassung des Familien- und Erbrechts an die realen Lebensformen sowie die Förderung der Familien als solche. Er stellte drei Massnahmen vor, die vertieft geprüft werden sollen: die Schaffung einer gesetzlichen Grundlage, damit der Bund die familienergänzende Betreuung besser unterstützen kann, die Schaffung eines Rechtsanspruchs auf Reduktion des Beschäftigungsgrads bei der Geburt eines Kindes sowie die Einführung bedarfsabhängiger Kinderzulagen zur Bekämpfung der Familienarmut. Der Bund könnte die von mir geforderten ergänzenden Zahlungen aufgrund von Artikel 116 der Bundesverfassung einführen, um finanziell schlechtgestellte Familien gezielt zu unterstützen.
Damals erwähnte der Bundesrat in seinem Bericht mein Anliegen positiv. Da Familienergänzungsleistungen gemäss mehrmaligen Aussagen des Bundesrates in der Kompetenz der Kantone liegen, erscheinen bedarfsabhängige Ergänzungen zur heutigen Kinderzulage eine schweizweite gute Möglichkeit, die Armut bei Kindern zu verringern. Am Grundsatz "Ein Kind, eine Zulage" soll festgehalten werden. Es geht darum, dass die heutigen Kinderzulagen erhalten bleiben und darüber hinaus bedarfsabhängige Ergänzungen ausbezahlt werden sollen.
Die Kinderzulagen sind in den letzten Wochen in aller Munde - Sie wissen es -, und zwar als Ausgleichsmassnahme für die Steuervorlage 17. Dort geht es jedoch um die Mindesthöhe der ausbezahlten Kinderzulagen, nicht um das System an und für sich. Meine Motion ändert daran nichts. Es geht um eine Präzisierung respektive um eine andere Auszahlungsform. Ich höre von den bürgerlichen Politikern und Politikerinnen immer wieder das Argument, dass Gelder nicht nach dem Giesskannenprinzip verteilt werden sollen. Hier haben wir es in der Hand, dieses Prinzip zu ändern.
Nehmen wir die Motion an, und bezahlen wir künftig bedarfsabhängige Kinderzulagen! Die von Armut betroffenen Familien werden es Ihnen danken.
Berset Alain · VPBR-M · Bundesrat · Freiburg
L'introduction d'allocations pour enfant sous condition de ressources, pour lutter contre la pauvreté des familles, est l'une des options que le Conseil fédéral a examinées dans le rapport du 20 mai 2015, "Politique familiale - état des lieux et possibilités d'action de la Confédération", en réponse au postulat Tornare 13.3135. Les bénéficiaires de ce type d'allocation seraient des familles touchées ou menacées par la pauvreté, alors même que leurs membres exercent une activité lucrative. Elles auraient pour but principal de compenser une partie de la perte de gain occasionnée par la garde des enfants.
Dans la conclusion de ce rapport, le Conseil fédéral a rejeté l'introduction d'allocations sous condition de ressources pour les raisons suivantes. Premièrement, les dépenses engendrées par ce type d'allocation se situeraient entre 300 et 600 millions de francs par an, suivant les mesures adoptées. Le Conseil fédéral est arrivé à la conclusion que l'état des finances ne lui permettait pas de faire de telles dépenses. Deuxièmement, des allocations sous condition de ressources réglementées par le droit fédéral iraient, de l'avis du Conseil fédéral, à l'encontre de la répartition des compétences entre la Confédération et les cantons. Par conséquent, ce n'est pas une question dont on peut discuter isolément, sans mener une discussion d'ensemble sur la répartition des compétences entre les cantons et la Confédération.
J'aimerais encore citer deux éléments qui me paraissent jouer un rôle dans ce débat. Le premier est le Programme national de prévention et de lutte contre la pauvreté. La lutte contre la pauvreté des familles est un objectif fondamental et les cantons, les villes et les communes s'engagent dans ce programme, mais le Conseil fédéral n'est pas inactif. C'est la raison pour laquelle nous avons, en 2014, lancé un programme national de cinq ans pour prévenir et lutter contre la pauvreté en Suisse. La lutte contre la pauvreté des familles, dans ce cadre-là, occupe une place importante. Le second élément est un débat que vous avez tenu au Parlement sur l'introduction de nouvelles aides financières pour l'accueil extrafamilial des enfants. Ces aides visent notamment - c'est plus des trois quarts de ce projet - à réduire les frais de garde qui, dans beaucoup d'endroits, sont aujourd'hui trop élevés pour les familles - en tout cas par rapport aux pays qui nous entourent. Les débats à ce sujet sont terminés et lors du vote final, qui aura lieu demain, le Conseil fédéral souhaite vivement que la majorité d'entre vous soutienne ce projet qui nous permettra d'apporter une contribution importante à l'amélioration de la conciliation entre vie familiale et vie professionnelle.
Abstimmung
Präsident (Stahl Jürg, Präsident): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 54 Stimmen
Dagegen ... 132 Stimmen
(2 Enthaltungen)