17.026
Migration und Umzug ins Rechenzentrum CAMPUS
Fetz Anita · Mit-F · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion
Es geht hier um ein Teilprojekt innerhalb eines ganz grossen Projektes, nämlich um die Migration und den Umzug ins Rechenzentrum Campus. Die Kosten für dieses Teilprojekt betragen 41,2 Millionen Franken. Das Rechenzentrum heisst Campus und wird in Frauenfeld stehen.
Einfach zur Erinnerung und als Hintergrund, damit Sie sich im Klaren sind, dass das innerhalb eines sehr, sehr grossen Projektes steht: Der Bundesrat hat im Jahr 2014 entschieden, die heutige, sehr heterogene Rechenzentrenlandschaft des Bundes in einem Verbund von Rechenzentren zusammenzufassen und damit die Zahl der Rechenzentren deutlich zu reduzieren und gleichzeitig die künftige Kapazität der Bundesinformatik kostengünstiger und umweltschonender sicherzustellen. Wir hoffen natürlich, dass das auch geschieht.
Speziell an diesem Rechenzentrum in Frauenfeld ist auch, dass es sowohl zivil wie militärisch genutzt wird. Die Federführung für den Bau und den Betrieb liegt beim VBS. Es war in unserer Kommission ganz wichtig zu wissen, dass hier eine klare Federführung besteht. Im zivilen Bereich sollen in einem ersten Schritt die Informatikinfrastruktur des Bundesamtes für Informatik und Telekommunikation im EFD und das Informatik Service Center des EJPD zusammengeführt werden. Ins neue Rechenzentrum Campus in Frauenfeld wird dann alles zusammen integriert. Erst später folgt die IKT-Infrastruktur der Informatik des EDA. Das wird, wenn alles nach Plan läuft, etwa in den Jahren 2022/23 der Fall sein.
Einfach zur Erinnerung, was Sie alles schon beschlossen haben, das zu diesem Projekt gehört: Das ganze Immobilienprojekt für Campus, also der reale Bau, kostet 150 Millionen Franken; das ist schon bewilligt worden. Das VBS beantragt 50 Millionen für seinen Teil der Informatik, und das EFD - das ist der Kredit, den wir heute besprechen - beantragt 41,2 Millionen Franken. Dann werden wahrscheinlich nochmals Kosten von 50 Millionen Franken ausgelöst, die aber offenbar aus internen Mitteln finanziert werden können.
Die Kommission hat sehr lange und sehr kritisch nachgefragt, und zwar nicht deshalb, weil sie den ganzen Zusammenzug der Informatik-Rechenzentren nicht gut findet, sondern weil sie als gebranntes Kind weiss, dass bei solchen Grossprojekten, mit denen mehrere Ämter und Departemente verbunden sind, die Gefahr besteht, dass sie führungslos werden. Dass das nicht geschieht, war uns ein wichtiges Anliegen. Ich denke, Bundesrat Maurer wird dazu auch noch einiges sagen, um uns nochmals zu versichern, dass die Führung der Teilprojekte gewährleistet ist.
Ein letzter Punkt sind unsere kritischen Fragen. Diese konnten beantwortet werden. Wir haben dann - so wage ich jetzt zu sagen - ein unterkühltes Ja gegeben: Inhaltlich ist das Projekt zwar vollkommen überzeugend, aber wir müssen daran glauben, dass die kritischen Probleme, die es bei der Umsetzung geben kann und auf die wir mit unseren Fragen hingewiesen haben, auch wirklich bearbeitet werden - da sind wir halt ein bisschen gebrannte Kinder. Aber das Ja ist klar.
Maurer Ueli · BR-M · Bundesrat · Zürich
Investitionen in die EDV sind ein Dauerbrenner im Parlament, und es wird wohl auch einige Zeit so bleiben. Das gibt mir aber auch die Gelegenheit, darauf hinzuweisen, dass EDV-Projekte des Bundes im Betrieb in aller Regel stabil sind und gut laufen. Es ist etwas schade, dass man sich dann jeweils nur auf Projekte konzentriert, die irgendwo einmal auf die schiefe Ebene geraten sind. Das gibt es selbstverständlich auch, aber ich denke, dass die EDV des Bundes im Vergleich auch mit der EDV von Grossfirmen stabil ist und funktioniert. Es ist zu erwähnen, dass unsere EDV sehr komplex ist, mit 90 Bundesämtern, mit ganz verschiedenen Aufgaben. Das alles zu koordinieren und zu betreiben ist tatsächlich eine Aufgabe, die wahrscheinlich zu den schwierigsten EDV-Aufgaben in der ganzen Schweiz gehört.
Hier geht es um eine Investition in Rechenzentren. Der Bund hat mit seiner IKT-Strategie 2012-2015 einen Verbund der Rechenzentren beschlossen. Diese Rechenzentren kommen jetzt in verschiedenen Etappen und Paketen bei Ihnen vorbei. Das Zielbild, das ist in etwa 2023, besteht darin, dass der Bund noch vier Rechenzentren betreibt. Im Moment sind es verschiedene Zentren, an verschiedenen Standorten, kleinere, organisch gewachsen und ausgebaut. Diese kommen zum Teil ans Ende ihrer Lebensdauer oder an das Ende ihrer Kapazität. Bei der Frage der Rechenzentren ist immer auch die Datensicherheit ein zentrales Thema.
Sie sind bereits dem Rechenzentrum Fundament begegnet. Das ist ein geschütztes Rechenzentrum der Armee im Alpenraum. Sie haben sowohl den Baukredit als auch die Ausrüstung dieses Rechenzentrums bewilligt. Es ist im Bau. Weitere Rechenzentren werden hier in Bern konzentriert. Dieses Rechenzentrum wird ausgebaut, damit es bis 2030 seine Funktion erfüllen kann. Es taucht bei Ihnen unter dem Namen Primus auf. Ein weiteres Rechenzentrum, ein geschütztes, militärisches mit dem Namen Kastro, wird Ihnen mit der Armeebotschaft dann nächstes Jahr unterbreitet.
Hier geht es um das Rechenzentrum Campus: Campus ist ein Rechenzentrum, das sowohl militärisch wie zivil genutzt wird, und es wird in Frauenfeld gebaut. Auch dieses Rechenzentrum ist bereits bewilligt worden; die Kommissionspräsidentin hat darauf hingewiesen. Sie haben mit der Immobilienbotschaft der Armee bereits die entsprechenden Kredite bewilligt. Der Bau des Rechenzentrums wurde jetzt aufgenommen. Dazu gibt es jetzt den Kredit, um dieses Rechenzentrum auszurüsten. Bei der Armee folgt dann auch eine entsprechende Botschaft. Das Zentrum ist in einem anderen geografischen Raum als Bern. Das gibt eine gewisse Sicherheit. Dafür wurde Frauenfeld gewählt, wo die Armee grundsätzlich für den Bau und den Betrieb des Rechenzentrums zuständig ist. Damit sind auch alle Energiefragen zu lösen, Abwärmenutzung usw. Die Armee wird ihren Teil, den militärischen Teil, betreiben, und wir betreiben den zivilen Teil. Damit können kleinere Rechenzentren in Bern, die ans Ende ihrer Lebensdauer gekommen sind, migriert und eben geschlossen werden. Diese Rechenzentren werden nach Frauenfeld transferiert. Gleichzeitig wie der Bereich des BIT, also unser Bereich, wird auch der Bereich des EJPD nach Frauenfeld migriert. Etwas später folgt dann noch der Bereich des EDA. Damit werden die zivilen Rechenzentren in Bern am Bundesrain 20, an der Güterstrasse 24/26, an der Monbijoustrasse 74 und an der Freiburgstrasse 130 etappenweise nach Frauenfeld überführt. Dieser Kredit dient dazu, diese Überführung sicherzustellen.
Das Projekt ist ein Schlüsselprojekt, wir werden also regelmässig darüber informieren. Wir betrachten es als technisch lösbares und nicht allzu komplexes Projekt. Es geht darum, Daten in dieses neue Rechenzentrum zu migrieren. Trotzdem ist es selbstverständlich nicht zu unterschätzen, weil in der Phase dieser Migration natürlich für eine gewisse Zeit eine Doppelführung notwendig ist, damit die Daten auch migriert werden können und dann wieder zur Verfügung stehen. Die Sicherheit ist entsprechend zu gewährleisten. Das alles wurde sehr sorgfältig vorbereitet, und wir gehen davon aus, dass das ein lösbares Problem ist, neben allen anderen, die zu lösen sind. Die Botschaft gibt im Detail darüber Auskunft, was wir hier machen werden.
Wie gesagt, es ist eigentlich eine weitere Etappe auf dem Weg zu diesem Rechenzentren-Verbund und damit ein Projekt, um mehr Datensicherheit zu gewährleisten, um die Daten auch entsprechend bewirtschaften zu können. Im Rahmen dieses Konzeptes sind wir ein gutes Stück auf diesem Weg vorangekommen. Mit dem Projekt Campus wird eine weitere Etappe vollzogen werden.
Ein Merkmal, das allen unseren Projekten anhaftet, ist die relativ lange Dauer. Aber die Migration von vier Rechenzentren auf ein einziges kann man einfach nicht in einem Tag machen, sondern sie muss in sorgfältigen Schritten erfolgen.
Aus unserer Sicht ist das Projekt gut vorbereitet. Der Bedarf ist ausgewiesen, die Risikoanalysen sind gemacht, die entsprechenden Ressourcen stehen zur Verfügung, um es auch zu betreiben. Es gibt einen detaillierten Etappenplan und entsprechende Kredite. Ich sehe keine unlösbaren Probleme, bin aber auch nicht so naiv zu sagen, es sei alles schon passiert. Es ist eine Herkulesaufgabe, die bewältigt werden muss. Die Schnittstellen sind definiert, die Verantwortlichkeiten sind zugeteilt.
Aus meiner Sicht bitte ich Sie, auf diese Botschaft einzutreten und ihr zuzustimmen.
Bischofberger Ivo · P-M · Ständerat · Appenzell I.-Rh. · CVP-Fraktion
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen
L'entrée en matière est décidée sans opposition
Bundesbeschluss über die Migration und den Umzug ins Rechenzentrum Campus (Vorhaben RZMig2020)
Arrêté fédéral sur la migration vers le centre de calcul Campus (projet MigCC2020)
Detailberatung - Discussion par article
Titel und Ingress, Art. 1-3
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates
Titre et préambule, art. 1-3
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil national
Angenommen - Adopté
Abstimmung
Art. 1
Ausgabenbremse - Frein aux dépenses
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Ausgabe ... 44 Stimmen
(Einstimmigkeit)
(0 Enthaltungen)
Das qualifizierte Mehr ist erreicht
La majorité qualifiée est acquise
Abstimmung
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Entwurfes ... 44 Stimmen
(Einstimmigkeit)
(0 Enthaltungen)