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Guadagno di efficienza e qualità nel sistema formativo svizzero
de Courten Thomas · Mit-M · Consiglio nazionale · Basilea-Campagna · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
In diesem Saal gibt es ein paar heilige Kühe. Eine dieser heiligen Kühe sind Investitionen in Innovation und in Bildung. Dennoch erlaube ich mir, hier einmal die These in den Raum zu stellen, dass nicht jeder in die Bildung investierte Franken zwangsläufig und per se auch ein gut investierter Franken sein muss.
Der Einsatz der finanziellen Ressourcen für das Bildungswesen hat in den letzten Jahren auf Bundes- und auf Kantonsebene massiv zugenommen. Die Bildungsausgaben der öffentlichen Hand in der Schweiz sind allein in den letzten zehn Jahren um mehr als 30 Prozent gestiegen und betragen heute rund 35 Milliarden Franken pro Jahr. Gleichzeitig stagnieren die Abschlussquoten an den Schulen. Es besteht ein Mangel an qualifizierten Schulabgängern im Berufsbildungsbereich. Die durchschnittliche Ausbildungszeit bis zum Berufseinstieg verlängert sich zusehends. Die Studienerfolgsquote steigt äusserst bescheiden, und das Ranking unserer Bildungsinstitutionen im nationalen oder internationalen Vergleich zeigt keine wesentlichen Veränderungen.
Damit mehren sich die Befunde, die auf erhebliche Effizienzprobleme im schweizerischen Bildungswesen hinweisen. In der ökonomischen Betrachtung des Bildungswesens gibt es wesentliche Lücken. Diese hängen nicht zuletzt damit zusammen, dass bisher die Datengrundlagen wenig entwickelt sind und es kein aussagekräftiges Monitoringsystem gibt, geschweige denn ein Controlling, ob sich Mehrkosten und erhöhte Investitionen überhaupt lohnen.
Es ist heute in der Bildungsökonomie wohl unbestritten, dass nicht allein das Ausgabenniveau die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung fördert, sondern dass es wesentlich auf die effiziente Allokation der Mittel ankommt, um die gewünschten Effekte zu erzielen. Daher ist es nötig, den Einsatz der Mittel im Zusammenhang mit dem Gesamtsystem auf allen Bildungsstufen zu untersuchen und Aufgaben, Organisation und Strukturen zu hinterfragen. Die Evaluierung und Analyse der diesbezüglichen Problemstellung soll klären, ob die erheblichen Mehrinvestitionen im Bildungsbereich tatsächlich zu einem volkswirtschaftlichen Mehrnutzen führen bzw. wo und wie durch organisatorische und strukturelle Massnahmen Optimierungen erreicht werden können.
In diesem Sinne bitte ich um Zustimmung zu meinem Postulat.
Schneider-Ammann Johann N. · BR-M · Consiglio federale · Berna
Die Effizienz und die Qualität des schweizerischen Bildungswesens sind gut, weil sie dauerhaft überprüft werden und weil dauerhaft in sie investiert wird, damit sie besser und noch besser werden. Es ist aber nie ein Zustand erreicht, mit dem man abschliessend zufrieden sein könnte.
Die Schweiz verfügt über ein bedürfnisgerechtes und in sich kohärentes BFI-System. Den grössten Teil der öffentlichen Bildungsausgaben übernehmen mit knapp 90 Prozent die Kantone und die Gemeinden. Das widerspiegelt die föderale Struktur unseres Staates und seines Bildungssystems. Der Bundesrat ist überzeugt, dass die Kantone und Gemeinden einen hohen Anreiz haben, die Mittel effektiv und effizient einzusetzen und gleichzeitig auch die Qualität im Auge zu behalten.
Wir machen alle vier Jahre einen nationalen Bildungsbericht, und dort legen wir Rechenschaft darüber ab, ob wir Fortschritte erzielt haben oder ob die Mittel allenfalls suboptimal eingesetzt wurden. Der nächste Bericht ist anstehend. Wir werden auf dieser Basis eine nächste Überprüfung vornehmen.
Aufgrund der Zuständigkeiten und der bestehenden Instrumente erachtet der Bundesrat das Postulat als weitgehend erfüllt und bittet Sie, es nicht anzunehmen. Wir sind nicht unkritisch unserem System gegenüber - im Gegenteil, wir sind kritisch -, aber wir haben grundsätzlich die Instrumente, die Gremien und die Strukturen, um das System vorwärtszubringen. Also bitten wir, keinen zusätzlichen Aufwand zu verursachen, da wir doch bereits über das nötige Rüstzeug verfügen.
Votazione
Le président (de Buman Dominique, président): Le Conseil fédéral propose de rejeter le postulat.
Abstimmung - Vote
Für Annahme des Postulates ... 99 Stimmen
Dagegen ... 87 Stimmen
(1 Enthaltung)