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Anpassung der möglichen Dividendenausschüttung bei gemeinnützigen Wohnbauträgern an die zeitgemässen Umstände
Badran Jacqueline · Mit-F · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion
Es gibt in unserer Welt manchmal eigenartige Dinge, die zu noch eigenartigeren Dingen führen können. Artikel 37 Absatz 1 Buchstabe b der geltenden Verordnung über die Förderung von preisgünstigem Wohnraum koppelt die statutarisch beschränkten Dividendenausschüttungen an Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe a des Bundesgesetzes über die Stempelabgaben. Dort werden Genossenschaften, deren gemeinnütziger Zweck die Beschaffung von Wohnungen zu mässigen Mietzinsen ist, von der Stempelabgabe befreit, sofern nach ihren Statuten die Dividende auf höchstens 6 Prozent des einbezahlten Gesellschafts- oder Genossenschaftskapitals beschränkt wird.
Jetzt fragen Sie sich vielleicht, was 6 Prozent in der heutigen Zinssituation mit Gemeinnützigkeit zu tun haben - Herr Fässler grinst schon dort hinten, ich weiss auch, warum. Er wird sich sagen, das habe nicht mehr viel mit Gemeinnützigkeit zu tun. Es ist natürlich ein historisches Unding. Wir haben heutzutage Negativzinsen; mit 6 Prozent Eigenkapitalrendite würde sich jeder die Finger lecken. Nun ist es auch so, lieber Bundesrat Guy Parmelin - ich wäre froh, Sie würden genau herhören -, dass das dem Missbrauch Tür und Tor öffnet. Es ist nicht nur systematisch gesehen Blödsinn, einen festen Zins in ein Gesetz zu schreiben und den Wert nicht an einen Referenzzins zu koppeln, weil die Zinsen ja schliesslich schwanken, sondern es öffnet dem Missbrauch Tür und Tor.
Jetzt gibt es zum Beispiel eine Lex Koller, die es Personen aus dem Ausland oder ausländisch beherrschten Immobilienkonzernen verbietet, Boden ohne Bewilligung zu erwerben. Was machen diese, um die Lex Koller zu umgehen? Sie gründen eine gemeinnützige Genossenschaft nach schweizerischem Recht, dann kommen sie noch an lukrative Aufträge heran. - Kollege Amstutz, verschieben Sie bitte das Gespräch mit dem Herrn Bundesrat; das hier wäre jetzt wirklich wichtig. - Na gut; da sieht man, was der SVP die Gemeinnützigkeit wert ist. (Teilweise Heiterkeit) Da werden Umgehungsstrukturen gegründet von Firmen, die zum Beispiel zu hundert Prozent von Konzernen aus Frankreich oder zu hundert Prozent von Konzernen aus Indien beherrscht sind. Sie gründen Genossenschaften und kommen so noch zusätzlich an lukrative Aufträge der öffentlichen Hand, die ihren Boden zum Beispiel im Baurecht an gemeinnützige Genossenschaften abgibt. Sie können dann trotzdem 6 Prozent Rendite erwirtschaften.
Das geht nicht. Das muss man ändern. Es ist doch schön, wenn man das in einer Verordnung ändern kann. Das ist ganz einfach, das gibt nicht so viel Arbeit für Sie - und auch eine Gesetzesänderung bei der Stempelabgabe nicht. Ich meine, um Steuersubventionen zu gewähren, ändert man ja das Stempelabgabengesetz dauernd, alle paar Jahre mal, was uns dann jeweils ein paar Hundert Millionen Franken kostet. Aber hier sagt die Verwaltung, da habe man jetzt keinen Handlungsbedarf. Doch, wir haben Handlungsbedarf! Die Verwaltung bestreitet übrigens auch, Herr Bundesrat Parmelin, dass es Umgehungsvehikel gibt. Ich weiss, dass es sie gibt. Das kann bewiesen werden. Zum Beispiel hat Losinger Marazzi, zu hundert Prozent vom französischen Konzern Bouygues beherrscht, genau das getan, um die Lex Koller zu umgehen und an lukrative Bodenreserven der öffentlichen Hand zu gelangen.
Ich bitte also, diese simple Sache zu ändern und keinen festen Zinssatz mehr in das Gesetz zu schreiben, sondern den Wert an den Referenzzinssatz zu koppeln, genau so, wie es sich systematisch gehört. Dann würde gleichzeitig auch dem Missbrauch Einhalt geboten, und das Gemeinnützigkeitsprinzip, das in der Schweiz gerade im Immobilienbereich nun mal wichtig und wesentlich ist, könnte auch wirklich gelebt und nicht missbraucht werden.
Parmelin Guy · BR-M · Bundesrat · Waadt
Je vais vous présenter la position du Conseil fédéral, et non pas celle de Guy Parmelin, ni celle de l'administration. Cette motion charge le Conseil fédéral de modifier l'article 37 alinéa 1 lettre b de l'ordonnance encourageant le logement à loyer ou à prix modérés. L'objectif est que la limitation statutaire des dividendes atteigne au maximum le taux d'intérêt de référence en vigueur plus une prime de risque appropriée, par exemple de 1 pour cent.
L'article 37 alinéa 1 lettre b de l'ordonnance contient par ailleurs une référence à l'article 6 alinéa 1 lettre a de la loi fédérale sur les droits de timbre: une organisation est réputée d'utilité publique au sens de la loi sur le logement si elle limite ses dividendes à 6 pour cent au maximum du capital libéré de la coopérative, conformément à l'article 6 alinéa 1 lettre a de la loi fédérale sur les droits de timbre.
Il serait théoriquement possible d'utiliser les coopératives d'utilité publique comme instruments d'investissement. Mais un rendement du capital pouvant atteindre 6 pour cent serait difficile à concilier avec les valeurs de la construction de logements d'utilité publique. Toutefois, malgré l'actuel bas niveau des taux hypothécaires, nous n'avons pas connaissance d'exemples de rendements élevés du capital investi dans la construction de logements d'utilité publique.
En pratique, les coopératives d'utilité publique n'épuisent pas la marge de manoeuvre légale. Souvent, elles prévoient dans leurs statuts qu'aucun intérêt n'est versé sur le capital de la coopérative. Si un intérêt est prévu, celui-ci se trouve en général bien en dessous des 6 pour cent autorisés. Pour une coopérative d'habitation, il semble en outre approprié que l'approbation d'utilité publique au sens de la loi sur le logement et l'exonération de la taxe d'émission soient soumises à la même restriction en matière de dividende. Même s'il peut y avoir des chevauchements, les deux bases juridiques susmentionnées ont des objectifs et des groupes cibles différents. Il faut en tenir compte dans l'intérêt des maîtres d'ouvrage d'utilité publique.
Pour une reconnaissance de l'utilité publique au sens de la loi sur le logement, d'autres exigences doivent encore être satisfaites. Hormis le montant des dividendes, l'article 37 OLOG impose en effet d'autres conditions pour qu'une organisation oeuvrant dans la construction soit réputée d'utilité publique et ait accès aux subventions des pouvoirs publics. D'un point de vue pragmatique, il n'est donc pas nécessaire de changer le système. Il n'y a pas de cas d'abus connus en pratique.
C'est pour ces raisons que le Conseil fédéral vous propose de rejeter la motion.
Abstimmung
La presidente (Carobbio Guscetti Marina, presidente): Il Consiglio federale propone di respingere la mozione.
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 53 Stimmen
Dagegen ... 132 Stimmen
(0 Enthaltungen)