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Schülerinnen und Schüler ohne Kopfbedeckung an öffentlichen Schulen
Aebi Andreas · P-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Antrag der Mehrheit
Der Initiative keine Folge geben
Antrag der Minderheit
(Steinemann, Addor, Bircher, Buffat, Glarner, Marchesi, Rutz Gregor)
Der Initiative Folge geben
Proposition de la majorité
Ne pas donner suite à l'initiative
Proposition de la minorité
(Steinemann, Addor, Bircher, Buffat, Glarner, Marchesi, Rutz Gregor)
Donner suite à l'initiative
Präsident (Aebi Andreas, Präsident): Sie haben einen schriftlichen Bericht der Kommission erhalten.
Addor Jean-Luc · Mit-M · Nationalrat · Wallis · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
A la base de ma démarche se trouve l'initiative populaire déposée en Valais "pour des élèves tête nue dans les écoles publiques valaisannes", qui a été déclarée irrecevable. Irrecevabilité que le Tribunal fédéral a confirmée au motif que cette initiative - dont j'ai repris le texte - porterait une atteinte disproportionnée à la liberté religieuse. Le résultat, c'est que l'on a refusé aux Valaisans le droit de voter à ce sujet. Ce n'est quand même pas rien dans une démocratie.
Cette initiative est-elle discriminatoire? Evidemment pas. De discrimination, il n'est question ni dans son titre ni dans son texte. Elle n'opère aucune discrimination, ni de nature religieuse ni entre groupes de personnes, en particulier entre élèves de sexe féminin et masculin.
S'agit-il d'un problème religieux? Là encore, non. Si l'on veut parler d'un vêtement comme le hidjab, parce que l'on peut évidemment aussi en parler, il est tout à fait contestable de le considérer comme un signe religieux, comme le fait le Tribunal fédéral. Il n'est évidemment pas que cela. Pour certains, il peut être surtout un signe politique qui manifeste la présence et la progression de l'islam. Par ailleurs, le port du hidjab varie en fonction des diverses pratiques de l'islam. Mon ancien professeur de droit constitutionnel, Etienne Grisel, qui, à ma connaissance, n'était pas UDC, a écrit que le port du voile n'a que des rapports assez lointains avec la religion, si bien que la question, selon lui, ne doit pas être tranchée à la lumière de la liberté religieuse. Je partage évidemment cette appréciation.
J'ajoute que nous touchons ici à une question de civilisation, qui justifie le recours au droit constitutionnel fédéral. Quoi qu'il en soit, même si le motif est erroné, c'est en raison de la prétendue violation d'un droit constitutionnel que le Tribunal fédéral a empêché le libre exercice d'un droit démocratique. C'est donc bel et bien par une disposition de même rang, à savoir de rang constitutionnel, que l'on peut espérer régler le problème. Ces considérations constitutionnelles me donnent l'occasion de rappeler que dans la Constitution fédérale il y a d'autres principes que le Tribunal fédéral semble avoir oubliés. Je veux parler de l'égalité entre les sexes ou, si l'on parle de mineurs ou d'enfants, de la liberté personnelle. Des libertés auxquelles le port de certains effets vestimentaires comme le hidjab portent manifestement atteinte.
Mon initiative pourrait-elle toucher la communauté juive? Je ne le pense pas. Pour deux raisons. D'une part parce qu'il est question de têtes nues et que la kippa ne recouvre pas toute la tête, et d'autre part, parce que la kippa - au contraire du hidjab par exemple - me semble être un signe exclusivement religieux.
Passons au fédéralisme. Fédéraliste (Cloche du président), mon texte l'est, incontestablement. - Ce n'est pas tout à fait la "Polizeistunde". (Remarque intermédiaire du président: Les trois minutes, Monsieur. Ce sont déjà trois minutes vingt.) Si vous le lisez bien, la base constitutionnelle que je demande n'a pas vocation à prononcer une interdiction sur tout le territoire suisse. (Cloche du président)
Aebi Andreas · P-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Präsident (Aebi Andreas, Präsident): Das Wort für die Minderheit hat Frau Steinemann. Wir halten diese drei Minuten ein. Alle haben das gleiche Recht. Bitte, Frau Steinemann. (Remarque intermédiaire Addor: Mais si on ne peut plus parler, dans un Parlement dont la vocation est quand même de parler et de mener des débats, eh bien je vais me taire [Hilarité] et vous recommander de soutenir cette initiative parlementaire.) Frau Steinemann, Sie haben das Wort.
Steinemann Barbara · Mit-F · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Das Bundesgericht hat in zwei Leiturteilen entschieden, dass Mädchen in der Schweiz mit dem Kopftuch zur obligatorischen Schule erscheinen dürfen. Eine 13-jährige Primarschülerin erschien mit einem islamischen Kopftuch, einem Hidschab, was die Schulpflege St. Margrethen mit dem Hinweis auf ihr kommunales Reglement verbot. Die Eltern klagten bis vor Bundesgericht und bekamen recht.
An dieser Stelle ein grosses Kompliment an die Schulbehörden von St. Margrethen; nicht jeder Schulleiter und jede Schulgemeindeversammlung findet die Kraft, sich dieser Entwicklung entgegenzustellen.
Damit jede Gemeinde autonom entscheiden kann, sieht die parlamentarische Initiative Addor eine Kann-Formulierung vor. Ohne diese - im Übrigen neutral verfasste - parlamentarische Initiative sind den Schulgemeinden und den Verantwortlichen in den obligatorischen Schulen die Hände gebunden.
Das zweite höchstrichterliche Urteil betrifft eine Volksinitiative im Kanton Wallis, die der Grosse Rat kurzerhand für ungültig erklärt hatte, weil die Walliser Abgeordneten eine Volksabstimmung und damit eine öffentliche Diskussion über dieses politisch heikle Thema hatten verhindern wollen.
Es ist ein Problem, das eine Minderheit unter den Zuwanderern betrifft. Die ganz grosse Mehrheit der Muslime in der Schweiz käme nie auf die Idee, der Tochter im Kindesalter ein Kopftuch aufzuzwingen. Die allermeisten Muslime in der Schweiz sind gut integriert und bereiten uns keinerlei Probleme. Wir dürfen nicht alle gesellschaftlichen Konflikte, die anderswo laufen, auch noch in die Schule tragen. Gesetze im Sinne einer säkularen Gesellschaft würden den Kindern, aber auch den Frauen den Rücken stärken.
Ich finde es selbstverständlich, dass wir uns an Ländern wie Frankreich ein Beispiel nehmen und das Kopftuch in der Schule und im Kindergarten verbieten. Ein Kind will kein politisches Zeichen setzen, es will sich nicht abgrenzen, es hat keine dezidiert religiöse Überzeugung. Das Kopftuch ist bei einem Kind einfach ein Relikt des Patriarchats. Man kann den Einwand, dass Mädchen freiwillig mit dem Gesichtsschleier zur Schule erscheinen, weder belegen noch entkräften. Ganz bestimmt gibt es Mädchen, die froh um ein solches Verbot wären, weil sie nicht die Möglichkeit haben, sich gegen ihre Eltern aufzulehnen. Wir gehen davon aus, dass sich ein Kind nicht ausgrenzen will. Wie sollen sich so junge Mädchen gegen ihre Väter durchsetzen?
Ein Kind will kein politisches Zeichen setzen und will sich nicht selber zum Aussenseiter machen. Es hat auch keine dezidiert religiöse Überzeugung. Das Kopftuch ist bei einem Kind einfach ein Relikt das Patriarchats.
Binder-Keller Marianne · Mit-F · Nationalrat · Aargau · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Sehr geehrte Frau Kollegin, anhand dieser parlamentarischen Initiative zielen Sie jetzt auf das Kinder-Kopftuch. Und dann wird von Ihnen mit sehr viel Brimborium erklärt, dass man eigentlich alles verbieten soll. Warum?
Ich wäre noch bei Ihnen, wenn es um das Kinder-Kopftuch ginge, weil ich tatsächlich das Gefühl habe, dass die Schule ein Freiraum für die Ideale unseres Staates ist. Weshalb alles andere auch verbieten, das keinen diskriminierenden Charakter hat? Warum nicht genau auf das Kopftuch zielen, wenn es schon um das Kopftuch geht?
Steinemann Barbara · Mit-F · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Ich glaube, Herr Addor wäre dann Gefahr gelaufen, dass seine Initiative eben genau deshalb vom Bundesgericht als diskriminierend qualifiziert und damit für ungültig erklärt worden wäre. Deshalb ist diese neutral abgefasst worden.
Addor Jean-Luc · Mit-M · Nationalrat · Wallis · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Madame Steinemann, dans la mesure où ce que je propose vise finalement à permettre aux cantons d'imposer que les élèves soient tête nue dans les écoles publiques, est-ce que ce n'est pas quelque chose de très fédéraliste, dans le sens où cela permet de restaurer une liberté en faveur des cantons que le Tribunal fédéral ne leur laisse pas?
Steinemann Barbara · Mit-F · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Ich habe gesagt, Ihre parlamentarische Initiative sei mit einer Kann-Formulierung verfasst. Es ist also nicht nur die kantonale Hoheit gewahrt, sondern vor allem auch die kommunale Hoheit: Jede Gemeinde kann für sich im kommunalen Reglement selber regeln, wie sie das handhaben will.
Kälin Irène · 1VP-F · Nationalrat · Aargau · Grüne Fraktion
Sie haben es gehört, die vorliegende parlamentarische Initiative Addor möchte ein generelles Kopfbedeckungsverbot an Schulen einführen und die dafür notwendigen Verfassungsgrundlagen schaffen. Ihre Staatspolitische Kommission hat sich am 15. Oktober mit dem Anliegen befasst und ist grossmehrheitlich - mit 17 zu 7 Stimmen - zum Schluss gekommen, dieser parlamentarischen Initiative sei keine Folge zu geben, dies aus den folgenden Gründen:
Obschon sich der Initiativtext auf Kopfbedeckungen im Allgemeinen bezieht oder besser zu beziehen versucht, geht aus der Begründung deutlich hervor, dass vor allem das islamische Kopftuch gemeint ist, womit die Religionsfreiheit tangiert wird. Für die Mehrheit der Staatspolitischen Kommission stellt die Initiative daher einen unverhältnismässigen Eingriff in die Religionsfreiheit dar, die gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung das Tragen religiöser Symbole schützt.
Zudem gibt die Kommissionsmehrheit zu bedenken, dass konkrete Einzelfälle auch als Einzelfälle geregelt und pragmatisch gelöst werden können und müssen, ohne dass es allgemeine Regelungen braucht, geschweige denn eine Verfassungsänderung auf nationaler Ebene. Sollte das Tragen einer Kopfbedeckung in einem konkreten Fall den Schulbetrieb stören, so ist die Angelegenheit auf Schulbehörden- oder Gemeindeebene zu regeln. Dies ist heute gängige Praxis und hat sich auch bewährt.
Schliesslich ist festzuhalten, dass es ein Unterschied ist, ob eine Schülerin oder eine Lehrerin ein Kopftuch trägt. Eine Lehrerin vertritt den Staat und muss sich folglich an die religiöse Neutralität halten. Eine Schülerin oder ein Schüler befindet sich nicht in derselben Situation und muss daher das Recht haben, eine religiöse Kopfbedeckung zu tragen, wenn sie oder er dies möchte. Denn unsere Schülerinnen und Schüler haben ein Recht auf Religionsfreiheit. Zu diesem Schluss kam auch das Bundesgericht, das in einem konkreten Fall betreffend das Kopftuch einer Schülerin festhielt: "In einer öffentlichen Schule, die für atheistische, aber auch verschiedene religiöse Bekenntnisse offen ist, erweist sich das Kopftuchverbot als unverhältnismässig."
Aus Sicht der Kommissionsminderheit müssen die Kantone die Möglichkeit haben, das Tragen von Kopfbedeckungen an Schulen zu reglementieren, wenn sie dies als notwendig erachten. Die Religionsfreiheit dürfe nicht dahingehend interpretiert werden, dass den Behörden jeglicher Handlungsspielraum in diesem Bereich genommen werde. Darüber hinaus sei die Initiative nicht diskriminierend, da sie für alle Kopfbedeckungen gelte.
Im Namen der Mehrheit der Kommission bitte ich Sie, diese unverhältnismässige parlamentarische Initiative abzulehnen.
Marra Ada · Mit-F · Nationalrat · Waadt · Sozialdemokratische Fraktion
L'initiative a été traitée par votre commission lors de sa séance d'octobre dernier. Le texte présenté demande d'inscrire dans la Constitution l'interdiction des couvre-chefs dans les écoles. Elle découle du fait que, dans le canton du Valais, d'où est originaire l'initiant, une telle initiative populaire s'est vue déclarer non conforme par le Tribunal fédéral, car portant atteinte à la liberté religieuse.
La discussion en commission a été riche. D'abord, certains ont relevé que, si apparemment elle ne concernait pas que le port du voile à l'école, elle s'articulait essentiellement autour de cette problématique, puisque la campagne valaisanne sur cette initiative n'a parlé pratiquement que de cela. A partir de ce constat, une discussion s'est engagée sur l'aspect de jurisprudence. Plusieurs arrêts ont été rendus. Le dernier en date a été rendu en 2015 par le Tribunal fédéral au sujet du port du voile dans une école de Sankt Margrethen. Le Tribunal fédéral n'a pas admis le recours des autorités, qui souhaitaient l'interdiction du voile. Le Tribunal fédéral n'a pas voulu que l'on interdise de façon générale le port du voile islamique aux élèves des écoles publiques, même si l'interdiction se fonde sur une loi au sens formel.
Dans ce cas d'espèce, le Tribunal fédéral a jugé qu'une telle mesure était disproportionnée. Notre Haute Cour a toutefois laissé la porte ouverte à une interdiction ponctuelle qui s'appuierait sur un intérêt public prépondérant, tels que le déroulement pacifique de la vie scolaire, la préservation de la paix religieuse, la protection de la liberté de conscience et de croyance des autres élèves, etc. Dans différents arrêts, il a été clairement précisé qu'il y avait une différence entre des signes religieux dans des espaces publics, les personnes représentant l'Etat - comme les enseignants - et les élèves qui manifestent un rapport privé à la religion par ces signes.
Plusieurs membres de la commission ont estimé que ce serait à travers ce prisme qu'il faudrait interpréter la proposition de l'auteur de l'initiative. D'autres membres de la commission, qui refusent de donner suite à l'initiative, estiment que le port du foulard doit être proscrit dans les classes pour une question d'égalité entre femmes et hommes. Or, la teneur argumentative de l'initiative, de même que l'auteur de cette dernière visent l'interdiction de tous les couvre-chefs, même la kippa. Pour ces mêmes membres, la kippa n'est pas un signe religieux d'oppression ou d'inégalité. En conséquence, c'est en cela que l'initiative est aussi considérée comme contrevenant à la liberté religieuse: elle empêcherait le port de signes religieux.
Enfin, d'autres estiment au contraire, en se référant à l'arrêt du Tribunal fédéral, que c'est parce que l'initiative vise le foulard qu'elle contrevient à la liberté religieuse. Le Tribunal fédéral a déjà statué que l'interdiction du foulard n'était pas nécessaire pour la bonne transmission et la bonne tenue des cours à l'école et l'égalité des chances: son interdiction serait disproportionnée.
L'auteur de l'initiative et certains membres de la commission souhaitent également que cette initiative ait un effet collatéral en donnant plus de liberté aux cantons, qu'ils estiment brimés sur ces questions. Il leur a été rétorqué que, justement, cette initiative avait une portée nationale, que les questions religieuses devaient rester du domaine du canton et que, parfois, même des règlements communaux ou scolaires suffisaient.
C'est pour toutes ces raisons que votre commission, par 15 voix contre 7, vous propose de ne pas donner suite à cette initiative.
Allez-y, Monsieur Addor!
Addor Jean-Luc · Mit-M · Nationalrat · Wallis · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Madame Marra, écoutez, on vous coupera aussi, comme moi. (Remarque intermédiaire Marra: Non, moi j'avais fini.)
La majorité de la commission a entre autres considéré que la question devait être réglée au niveau des autorités scolaires, c'est-à-dire en général des communes. Est-ce que vous savez que dans plusieurs écoles communales, il existe des règlements qui imposent la tête nue et dont l'application est paralysée par cette jurisprudence du Tribunal fédéral, ce qui suscite l'indignation des parents, entre autres, et parfois de certains élèves?
Marra Ada · Mit-F · Nationalrat · Waadt · Sozialdemokratische Fraktion
Pour l'UDC, remettre en cause les jugements du Tribunal fédéral, c'est un sport national. D'autres les respectent un peu plus. On s'en tiendra là.
Abstimmung
Präsident (Aebi Andreas, Präsident): Die Kommission beantragt, der Initiative keine Folge zu geben. Eine Minderheit Steinemann beantragt, der Initiative Folge zu geben.
Abstimmung - Vote
Für Folgegeben ... 51 Stimmen
Dagegen ... 130 Stimmen
(0 Enthaltungen)