20.3221
Sfruttare l'automazione per un trasporto merci su rotaia più efficiente
Aebi Andreas · P-M · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Antrag der Mehrheit
Annahme der Motion
Antrag der Minderheit
(Giezendanner, Quadri, Rutz Gregor, Sollberger, Umbricht Pieren, Wobmann)
Ablehnung der Motion
Proposition de la majorité
Adopter la motion
Proposition de la minorité
(Giezendanner, Quadri, Rutz Gregor, Sollberger, Umbricht Pieren, Wobmann)
Rejeter la motion
Präsident (Aebi Andreas, Präsident): Sie haben einen schriftlichen Bericht der Kommission erhalten.
Storni Bruno · Mit-M · Consiglio nazionale · Ticino · Gruppo socialista
La mozione Dittli 20.3221, "Sfruttare l'automazione per un trasporto merci su rotaia più efficiente", approvata dal Consiglio degli Stati il 15 settembre chiede al Consiglio federale di presentare un programma di finanziamento e di attuazione coordinata delle innovazioni tecniche che consenta, in particolare, un'automazione parziale dell'ultimo miglio nel traffico merci su rotaia e una gestione semplificata dell'interfaccia strada-ferrovia nelle catene logistiche multimodali.
Da vent'anni siamo nel ventunesimo scolo, eppure, sebbene il trasporto merci in carri completi rimanga di fondamentale importanza per il traffico interno, sie per le importazioni che per le esportazioni, esso in parte viene gestito più o meno come nel 1800, quando è nata la ferrovia in Svizzera. Diversi processi operativi nei terminali e sui binari di raccordo si svolgono ancora manualmente, senza supporto tecnico o digitale. Eppure, negli ultimi decenni in Svizzera abbiamo investito decine di miliardi di franchi per modernizzare e potenziare l'infrastruttura ferroviaria, da Ferrovia 2000 ad Alptransit: abbiamo adottato il "European Train Control System" (ETCS) per migliorare la capacità e la sicurezza della nostra rete ferroviaria; e abbiamo anche modernizzato le composizioni per il traffico passeggeri. Il tutto ha portato ad un notevole aumento dell'utenza; nel 2019 abbiamo superato 1,3 milioni di passeggeri al giorno.
Per quanto riguarda le merci siamo invece rimasti fermi. I singoli carri vengono ancora accoppiati a mano con i ganci e giunti del 1800. È un'operazione che richiede all'operatore di infilarsi in un angusto spazio tra due vagoni, passando sotto i respingenti. È un lavoro pericoloso, pesante, esposto alle intemperie e oltretutto costoso che mal si concilia con le possibilità che la tecnologia offre oggi. Infatti, l'accoppiamento automatico digitale per carri merci è già in fase pilota, e le prove stanno dando buoni risultati. Si agisce in modo coordinato a livello europeo. Da metà 2020 sono in corso prove d'esercizio alle quali partecipa il nostro paese.
Un'altra novità dal grande potenziale per l'efficienza del traffico merci su rotaia, che sarà omologata a breve, è la prova automatica dei freni. Assieme all'accoppiamento automatico digitale accelera l'assemblaggio dei treni. È quasi una rivoluzione digitale! Renderà più competitiva la ferrovia in rapporto alla strada e questo potrà contribuire a ridurre il traffico merci stradale.
Per rimanere concorrenziale, il trasporto per carri merci completi richiede innovazioni. Bisogna sviluppare questo vettore di trasporto ambientalmente sostenibile, modernizzando le catene logistiche multimodali, che oggi sono carenti nell'ultimo chilometro. La Confederazione può promuovere gli investimenti in innovazioni tecniche nel settore del trasporto merci per ferrovia. Per farlo deve elaborare un programma per il finanziamento e il coordinamento dell'introduzione di nuove tecnologie. Il programma dovrà prevedere incentivi per un'attuazione mirata e sollecitare un'automazione parziale dell'ultimo chilometro con il coinvolgimento di ferrovie, detentori di carri e raccordi ferroviari.
La Commissione dei trasporti e delle telecomunicazione ha approvato la mozione con 18 voti contro 7. Vi invito ad accogliere questa mozione.
Kutter Philipp · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Il Gruppo del Centro. Alleanza del Centro. PEV.
Ständerat Josef Dittli möchte, dass der Bundesrat ein Konzept erarbeitet "für die Finanzierung und für die koordinierte Umsetzung technischer Neuerungen [...], welche insbesondere eine (Teil-)Automatisierung der letzten Meile im Schienengüterverkehr ermöglichen". Der Motionär bemängelt, dass heute im Schienengüterverkehr noch viele Arbeitsschritte manuell und ohne technische oder digitale Unterstützung erfolgen. Um die Transformation zu beschleunigen, soll der Bund eine aktivere Rolle einnehmen. Der Motionär möchte damit erreichen, dass die Effizienz auf der Schiene weiter erhöht wird und dass die körperliche Belastung in den betroffenen Berufsgattungen reduziert werden kann.
Der Bundesrat hat am 12. August 2020 dazu Stellung genommen. Er beantragt Annahme der Motion. Der Ständerat hat am 15. September 2020 die Diskussion geführt und die Motion ohne Gegenstimme angenommen.
Am 20. Oktober hat die KVF-N die Motion diskutiert. Sie begrüsst grundsätzlich die aktuelle Entwicklung hin zu mehr Automatisierung und die damit einhergehende Effizienzsteigerung im Schienengüterverkehr. Sie stellt weiter fest, dass für das Anliegen des Motionärs grundsätzlich eine gesetzliche Grundlage besteht. Gemäss Artikel 10 des Gütertransportgesetzes kann der Bund Investitionen in technische Neuerungen im Gütertransport fördern. Eine Mehrheit der Kommission ist der Ansicht, dass dies in diesem Falle geschehen soll. Die Industrie soll von den neuen Technologien namentlich durch die Einführung der automatischen Kupplung sowie der automatischen Bremsprüfung möglichst rasch profitieren können.
Es ist wichtig, das Umfeld zu beachten. Es gibt eine europäische Initiative in diesem Bereich. Diese möchte die automatische Kupplung europaweit flächendeckend etablieren. Der Zeitpunkt ist also günstig. Die Schweiz kann und soll hier - bitte verzeihen Sie den Kalauer - einkuppeln. Das klingt einfacher, als es ist. Es gibt viele technische Fragen zu klären. Indem der Bund eine aktive Rolle übernimmt, ist eher sichergestellt, dass die Teilautomatisierung auf der letzten Meile rechtzeitig und international abgestimmt erfolgt. So weit die Position der Kommissionsmehrheit.
Eine Minderheit ist der Ansicht, dass es sich bei den betroffenen Waggonhaltern meist um private Anbieter handelt und dass sie auch privat handeln sollen. Die Minderheit ist überzeugt, dass der Eingriff des Bundes nicht nötig ist. Die Waggonhalter hätten selbst ein Interesse an dieser Automatisierung, weil sich dadurch die Effizienz und Wirtschaftlichkeit steigern lasse.
Die KVF-N beantragt Ihnen mit 18 zu 7 Stimmen Annahme der Motion. Im Namen der Kommissionsmehrheit bitte ich Sie, der Motion zuzustimmen.
Giezendanner Benjamin · Mit-M · Consiglio nazionale · Argovia · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Tatsächlich ist es so, dass die Bahnwaggons heute noch immer angekoppelt werden wie vor hundert Jahren. Möglicherweise haben Sie schon einmal gesehen und sicher schon mal gehört, wie der grosse, 20 Kilogramm schwere Bügel eines Waggons in die Kupplungsvorrichtung eines anderen Waggons fällt. Dann muss man noch rangieren und die pneumatische Bremse ankoppeln. Es ist unbestritten, dass hier Innovation gefragt ist, es ist unbestritten, dass die Bahnen hier eine Automatisierung vornehmen sollten.
Doch die ganz grosse Frage ist: Muss diese Innovation durch den Steuerzahler bezahlt werden? Ich kann Ihnen sagen, wenn wir eine entsprechende Gesetzesgrundlage oder dieses Konzept ausarbeiten, werden wir einmal mehr ausländische Waggon-Anbieter, ausländische Player unterstützen und einen relativ kleinen Effekt hier in der Schweiz haben. Nehmen Sie beispielsweise den Waggon-Anbieter Wascosa in Luzern, eine vorbildliche Unternehmung mit über 14 000 Bahnwaggons, welche europaweit eingesetzt und vermietet werden; oder nehmen Sie die Firma Hupac, auf die wir alle stolz sind, die Waggons aus ganz Europa durch die Alpen transportiert. In Zukunft würde die Eidgenossenschaft diese Kupplungen finanzieren, diese Kupplungen subventionieren. Es ist doch nicht richtig, dass wir hier Gelder sprechen. Diese Innovation ist im eigenen Interesse der Bahn-Anbieter - der Mieter dementsprechend -, damit sie effizienter werden. Deshalb bitte ich Sie, sprechen Sie nicht wieder gute Steuerfranken für ausländische Vorhaben. Wenn wir investieren, sollten wir in die eigene Infrastruktur investieren und nicht in Waggons, welche möglicherweise nie durch die Schweiz fahren.
Gestatten Sie mir noch diese Anmerkung: Wenn wir über den Wagenladungsverkehr in der Schweiz sprechen, so ist zu sagen, dass dieser Wagenladungsverkehr teilweise verschwinden wird. Man wird in Zukunft nicht mehr einzelne Wagen, sondern nur noch Kompositionen rangieren. Wenn Sie die Kompositionen anschauen, wird es nicht mehr für jeden Waggon einen Kupplungsprozess geben, nein, es wird so sein, dass man in Zukunft nur noch zwischen der Lokomotive und dem ersten Wagen die Kupplung wird automatisch schliessen müssen.
Wir würden mit dieser Motion hier grossflächig Geld sprechen, und die Effizienz wäre ganz klein. In diesem Sinne: Lehnen Sie diesen Vorstoss bitte ab.
Sommaruga Simonetta · BPR-F · Consiglio federale · Berna
Automation ist heute in aller Munde. Im Schienengüterverkehr - und das ist unbestritten, das wurde auch heute Morgen nicht bestritten - ist sie bis jetzt leider noch weitgehend ein Fremdwort geblieben. Sehr viele Arbeiten erfolgen, insbesondere beim Rangieren, immer noch manuell. Das heisst, die Wagen werden, wie noch vor hundert Jahren, von Hand gekuppelt. Nationalrat Giezendanner hat jetzt gerade sehr bildlich beschrieben, wie das tönt. Diese Arbeit ist nicht nur anstrengend, sie ist auch gefährlich und sie ist zeit-, personal- und damit kostenintensiv. Dieser Rückstand bei der Automation schwächt die Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs und gefährdet die Zukunft des Einzelwagenladungsverkehrs.
Dank der Einführung der automatischen Kupplung wird der Rangiervorgang beschleunigt und sicherer. Wagen und Lokomotiven werden automatisch zusammengehängt, und zwar ohne Verletzungsgefahr für die Rangierarbeiter. Automatische Kupplungen sind ein wichtiges Element, um den Schienengüterverkehr effizienter, pünktlicher und konkurrenzfähiger zu machen. Sie sind auch die Voraussetzung dafür, dass ein Güterwagen durch Draht- und Stromleitungen intelligent wird. Was macht ein intelligenter Güterwagen? Er kühlt z. B. automatisch die Ware, die er transportiert, oder er übermittelt Informationen über die Ladung.
Das klingt jetzt alles sehr einfach. Es erweist sich für die Branche aber als eine Herkulesaufgabe. Die Umrüstung des Wagenparks eines ganzen Landes bringt viele Herausforderungen mit sich. Diese reichen von der Wahl eines einheitlichen Kupplungstyps und einer möglichst kurzen Umrüstungsdauer über Fragen zur Zulassung, neue betriebliche Abläufe und die Finanzierung bis hin zu Mechanismen, damit der Gesamtnutzen fair auf die Marktteilnehmer aufgeteilt wird.
An dieser Stelle möchte ich etwas zur Minderheit Giezendanner sagen, die diese Motion ablehnt und suggeriert, dass wir allenfalls ausländische Anbieter unterstützen würden. Diese Motion will vor allem ein Konzept, denn wenn Sie hier kein Konzept haben und wenn das Zusammenspiel der verschiedenen Akteure nicht funktioniert, dann nützen Ihnen auch die Finanzen nichts. Sie brauchen hier dieses Zusammenspiel. Deshalb ist es so wichtig, dass mit dieser Motion ein Konzept, ein Gesamtkonzept erarbeitet werden soll, dies zusammen mit der Branche und mit allen Akteuren. Und dann, klar, wird auch die Frage der Finanzierung aufs Tapet kommen. Aber in erster Linie geht es hier wirklich darum, dass die Herausforderungen, um diese Automation zu erreichen, jetzt gemeinsam angegangen werden. Das kann man nur über ein breit abgestimmtes und einheitliches Konzept machen, das eben auch die Umsetzung der technischen Neuerungen beinhaltet. Die Frage der Finanzierung ist dann auch ein Teil davon.
Ich bitte Sie, die Chance jetzt zu packen, der Automation einen Schub zu geben und das Konzept erarbeiten zu lassen. Wenn es dann um die konkreten Finanzierungsfragen geht, dann schauen Sie diese selbstverständlich an. Aber die Motion jetzt abzulehnen, weil Sie sagen, dass ein ausländischer Wagen auch davon profitieren könnte, würde, so denke ich, dem Grundanliegen, das ja unbestritten ist, widersprechen.
Ich bitte Sie zusammen mit dem Ständerat und Ihrer Kommissionsmehrheit, diese Motion anzunehmen.
Giezendanner Benjamin · Mit-M · Consiglio nazionale · Argovia · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Frau Bundespräsidentin, vielleicht können Sie mir das Konzept erläutern. Es ist doch ziemlich einfach: Wir müssen das, worauf sich Europa geeinigt hat, übernehmen. Sie können ja nicht verschiedenste Wagenkupplungstypen einführen und dann denken, es würde noch miteinander harmonieren. Das Konzept kann ich Ihnen nachher kurz ausdrucken und mitgeben.
Deshalb dürfen wir, glaube ich, diesen Vorstoss abschreiben, nicht wahr?
Sommaruga Simonetta · BPR-F · Consiglio federale · Berna
Vielen Dank, ich nehme das Konzept dann gerne von Ihnen entgegen. Es geht in dieser Motion aber nicht nur um das Konzept, sondern auch um die koordinierte Umsetzung dieser technischen Neuerungen. Da muss man einfach miteinander reden, das gemeinsam planen, das gemeinsam aufgleisen. Ich denke, das ist genau das, was es jetzt braucht.
Ich bitte Sie deshalb, trotzdem bei Ihrer Kommissionsmehrheit zu bleiben.
Aebi Andreas · P-M · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Präsident (Aebi Andreas, Präsident): Die Mehrheit der Kommission und der Bundesrat beantragen die Annahme der Motion. Eine Minderheit Giezendanner beantragt die Ablehnung der Motion.
Votazione
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 136 Stimmen
Dagegen ... 50 Stimmen
(0 Enthaltungen)