19.3660
Aggiungere i contraccettivi al catalogo delle prestazioni obbligatorie dell'assicurazione malattie di base
Marti Samira · Mit-F · Consiglio nazionale · Basilea-Campagna · Gruppo socialista
Mit meiner Motion fordere ich, dass medizinisch verschriebene Verhütungsmittel für alle Bevölkerungsgruppen leichter zugänglich gemacht werden, indem sie in den Grundkatalog der Krankenversicherung aufgenommen werden. Zur Transparenz: Ich habe diesen Vorstoss im Rahmen des Projektes "engage.ch", bei dem junge Menschen aus der ganzen Schweiz ihre Ideen ins Bundesparlament tragen lassen können, mit einer jungen Frau ausgearbeitet. Sie hat sich mit dieser Idee an mich gewendet; ich fand sie überzeugend.
Der Zugang zu Verhütungsmitteln gehört nämlich zu den grundlegenden Bedürfnissen und zu den reproduktiven Rechten. Er gewährleistet die persönliche Selbstbestimmung und stärkt die öffentliche Gesundheit. Im europäischen Schnitt schneidet die Schweiz in Sachen Zugang zu Verhütungsmitteln nur gerade mittelmässig ab. Wir sind etwa auf dem Niveau von Italien oder der Türkei. Während wir in Sachen Zugang zu Informationen und Beratung sehr gut unterwegs sind, ist die Finanzierung von Verhütungsmitteln eben noch ungenügend, denn diese sind in der Schweiz sehr teuer. Gerade für junge Frauen, für junge Erwachsene und generell Menschen mit tiefen Einkommen bedeutet das real eine finanzielle Belastung. Gerade wenn das Thema in der Familie und mit den Eltern nur schwer oder gar nicht thematisiert werden kann, führt das nicht selten dazu, dass auf eine Verhütung gänzlich verzichtet wird. Eine ungewollte Schwangerschaft oder auch die Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten wird damit in Kauf genommen.
Der European Contraception Atlas 2020 empfiehlt deshalb, dass sich die Schweiz auf die Kostenrückerstattung für alle Frauen im reproduktiven Alter konzentriert und vor allem sicherstellt, dass vulnerable Gruppen und Jugendliche unterstützt sind, wie das in mehreren europäischen Ländern der Fall ist. Verhütung soll als wesentliche Gesundheitsdienstleistung und als Teil der allgemeinen Gesundheitsversorgung behandelt werden.
In der Schweiz könnte nun mit der Aufnahme in den Grundkatalog der Krankenversicherung diesem fundamentalen Anspruch auf Verhütung und Schutz vor übertragbaren Krankheiten Rechnung getragen werden.
Der Bundesrat argumentiert in seiner ablehnenden Stellungnahme damit, dass es sich dabei nicht um die Behandlung einer Krankheit handelt. Das stimmt natürlich. Aber wir verstehen die Gesundheitsversorgung ja wohl als einiges komplexer als nur als direkte Behandlung spezifischer Erkrankungen. Die obligatorische Krankenpflegeversicherung deckt auch die Kosten für Diagnosen und Behandlungen von Krankheiten, für medizinische Präventionsmassnahmen und für gewisse Leistungen während der Mutterschaft. Die Verhütung ist auch eine medizinische Präventionsmassnahme, gerade mit Blick auf die Gefahr der übertragbaren Krankheiten, deren Behandlung ja dann wiederum von den Versicherern abgedeckt ist.
Es handelt sich also um eine Lücke, die wir heute schliessen könnten, oder zumindest könnten wir den ersten Schritt tun, um Lösungen in diesem Bereich zu finden. Die Zeiten sind vorbei, in denen wir hier das Thema Verhütung und die reproduktiven Rechte der Menschen einfach ausblenden und die Folgen von unzureichender Aufklärung und Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln auf die Jungen und bei Schwangerschaft insbesondere auf die Frauen übertragen konnten.
Ich bitte Sie deshalb, meine Motion anzunehmen.
Berset Alain · BR-M · Consiglio federale · Friburgo
La demande formulée dans la motion est claire; elle vient d'être rappelée: Il s'agirait d'inscrire les moyens de contraception dans le catalogue des prestations à charge de l'assurance obligatoire des soins. Il est vrai que, dans son avis, le Conseil fédéral a rappelé que les contraceptifs ne servent ni à prévenir, ni à traiter une maladie et ne constituent pas une prestation en cas de maternité.
Je dois également attirer votre attention sur le fait que si vous souhaitiez aller dans le sens de la motion, il faudrait changer l'esprit et le sens de la loi fédérale sur l'assurance-maladie. On ne pourrait pas, de notre point de vue, simplement mettre en oeuvre ce qui est demandé dans le texte de la motion sans modifier la LAMal. C'est-à-dire que ce que vise, au sens strict, la motion, de notre point de vue, c'est une pratique qui serait illégale. La LAMal ne permet pas au Conseil fédéral d'inscrire les contraceptifs dans le catalogue des prestations de l'assurance de base sans que l'on modifie d'abord la loi. Il faudrait donc vraisemblablement, si vous souhaitez aller dans cette direction, que nous interprétions la motion comme une demande de présenter au Parlement une modification de la LAMal pour pouvoir créer une base légale pour la prise en charge des contraceptifs, ou alors une nouvelle motion qui irait dans ce sens.
Nous sommes donc très réservés, non seulement pour des raisons formelles, mais également pour des raisons matérielles. Il faut dire aussi que l'enquête suisse sur la santé de 2017 - c'est un élément qui joue un rôle dans le débat qui nous occupe actuellement - précise que les préservatifs et la contraception hormonale représentent les méthodes contraceptives les plus utilisées en 2017. Le préservatif est un contraceptif abordable qui protège contre les maladies sexuellement transmissibles et ne provoque pas d'effets secondaires sur la santé. Ainsi, les contraceptifs accessibles existent sans qu'il soit nécessaire de les inscrire dans le catalogue des prestations de l'assurance de base et sans qu'ils n'engendrent des coûts supplémentaires pour l'assurance obligatoire des soins.
Pour le reste, nous avons pris connaissance du fait qu'il existe des disparités cantonales importantes pour ce qui concerne l'accès aux moyens de contraception pour les personnes se trouvant dans une situation financière précaire. Les soutiens possibles incombent en fait aux cantons et aux communes.
C'est avec cette argumentation que je vous invite à rejeter la motion.
Votazione
Präsident (Aebi Andreas, Präsident): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 65 Stimmen
Dagegen ... 120 Stimmen
(1 Enthaltung)