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Abschaffung der Guillotineklausel mit der EU. Nein zu einem Horizon-Europe-Abkommen mit Guillotineklausel
Aeschi Thomas · Mit-M · Nationalrat · Zug · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Die SVP-Fraktion steht einer Teilnahme der Schweiz am 9. EU-Forschungsrahmenprogramm "Horizon Europe" kritisch gegenüber. Sollte der Bundesrat diesbezüglich trotzdem Verhandlungen mit der EU aufnehmen, soll er verpflichtet werden, kein Abkommen zu unterzeichnen, das eine Verlängerung der sogenannten Guillotineklausel in Bezug auf das Personenfreizügigkeitsabkommen enthält.
Beim 8. EU-Forschungsrahmenprogramm "Horizon 2020" erfolgte die Beteiligung der Schweiz durch das Abkommen vom 5. Dezember 2014. Darin ist unter Artikel 13, "Änderung und Kündigung", vertraglich unter anderem Folgendes vereinbart:
1. Jede der Vertragsparteien kann dieses Abkommen unter Einhaltung einer Frist von sechs Monaten kündigen. Das steht in Absatz 3.
2. Wird das Abkommen zwischen der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten einerseits und der Schweizerischen Eidgenossenschaft andererseits über die Freizügigkeit gekündigt, so verliert das vorliegende Abkommen an demselben Tag seine Gültigkeit wie das oben genannte Abkommen - damit ist eben das Freizügigkeitsabkommen gemeint. Eine vorherige schriftliche Benachrichtigung ist nicht erforderlich. Das steht in Absatz 4.
Als die Bilateralen I in Kraft traten, das war am 1. Juni 2002, begann gerade das 6. EU-Forschungsrahmenprogramm zu laufen; es lief von 2002 bis 2007. Danach lief das 7. EU-Forschungsrahmenprogramm, und zwar von 2007 bis 2013. Das 8. EU-Forschungsrahmenprogramm lief per 31. Dezember 2020 aus. Das 9. EU-Forschungsrahmenprogramm trägt den Namen "Horizon Europe" und dauert vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2027.
Ungeachtet institutioneller Fragen hat die EU durchaus ein Interesse daran signalisiert, mit der Schweiz und ihren etablierten Forschungsstätten weiterhin zusammenzuarbeiten. EU-Kommissar Hahn sagte am 19. Dezember 2019 gegenüber Radio SRF, dass die Art und Weise, wie Drittstaaten wie die Schweiz an den EU-Forschungsprogrammen teilnehmen können, in die Richtung geht, "dass die Beträge, die die Forscher eines Partnerlandes bekommen, auch entsprechend von dem jeweiligen Land aufgebracht werden sollen, dass also die EU nicht dazuzahlt. Wir haben in der Vergangenheit gesehen, dass Länder wie die Schweiz, aber auch Israel und in Zukunft auch Grossbritannien, überproportional von den europäischen Forschungsgeldern profitieren."
Gemäss EDA handelt es sich beim EU-Forschungsabkommen nicht um ein Marktzugangsabkommen, sondern um ein Kooperationsabkommen. Dieses soll - wie auch für Staaten wie Israel oder Grossbritannien - losgelöst von der Personenfreizügigkeit verhandelt und abgeschlossen werden.
Entsprechend bitte ich Sie, dass Sie dieser Motion zustimmen, damit der Bundesrat eben beauftragt wird, bei möglichen zukünftigen Verhandlungen mit der EU auf eine Neuintegration der Guillotineklausel zu verzichten. Das war übrigens eine Forderung, die Petra Gössi bereits vor fünf, sechs Jahren einmal gestellt hat, als sie sagte, dass wir von dieser Guillotineklausel wegkommen müssten. Weil die Forschungsprogramme alle sieben Jahre auslaufen, bietet sich das nächste Mal, wenn wir wieder über eine mögliche Assoziierung verhandeln, die Gelegenheit, uns bei einer allfälligen Beteiligung am 9. EU-Forschungsrahmenprogramm nicht mehr freiwillig der Guillotineklausel zu unterstellen.
Ich danke Ihnen für die Unterstützung.
Parmelin Guy · BR-M · Bundesrat · Waadt
L'association de la Suisse à "Horizon Europe" est importante pour le monde académique, pour les entreprises et, au-delà, pour le maintien de notre qualité de vie en Suisse. La prospérité, la santé, l'éducation, la sécurité d'un pays, vous le savez, dépendent de ses capacités en matière de recherche et d'innovation. La coopération internationale est une condition préalable à l'innovation et à l'excellence. Elle permet de contribuer de manière significative à la compétitivité future de la Suisse dans le domaine de la recherche et de l'innovation. Pour ces raisons, l'association au programme "Horizon Europe" reste l'objectif prioritaire du Conseil fédéral. C'est pourquoi il convient d'éviter de limiter la marge de manoeuvre du gouvernement par rapport à son mandat de négociation, à propos duquel nous avons consulté vos commissions compétentes.
Permettez-moi de faire une brève rétrospective. Lors de la négociation des Bilatérales I, l'Union européenne a introduit un lien, de sorte que si l'un des sept accords du paquet était résilié, les six autres cesseraient de s'appliquer également. Cela concernait entre autres la recherche et la libre circulation des personnes. Bien que les accords ultérieurs de recherche avec l'Union européenne ne fassent plus formellement partie des Bilatérales I, la collaboration européenne en matière de recherche est étroitement liée à la libre circulation des personnes et le lien a été aussi maintenu par l'Union européenne pour le dernier programme de recherche de l'Union européenne intitulé "Horizon 2020".
Les négociations avec l'Union européenne montreront si l'accord sur la recherche doit à nouveau faire référence à l'Accord sur la libre circulation des personnes, et nous devrons naturellement évaluer globalement le résultat de ces négociations le moment venu. Nous voulons offrir les meilleures conditions possibles aux chercheurs de notre pays, et l'association au plus grand programme de recherche au monde en fait bien évidemment partie. Il s'agit pour nous de pouvoir entamer dès que possible les négociations sans condition ou sans restriction de marge de manoeuvre supplémentaire.
C'est dans ce sens qu'il faut comprendre la proposition du Conseil fédéral de rejeter la motion.
Abstimmung
Präsident (Candinas Martin, erster Vizepräsident): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 50 Stimmen
Dagegen ... 141 Stimmen
(0 Enthaltungen)