09.3719
I fondamenti del nostro ordine giuridico scavalcati dall'ONU
Kälin Irène · P-F · Consiglio nazionale · Argovia · Gruppo dei Verdi
Antrag der Mehrheit
Die Behandlungsfrist verlängern
Antrag der Minderheit
(Pfister Gerhard, Gugger, Schneider-Schneiter)
Die Motion abschreiben
Proposition de la majorité
Prolonger le délai de traitement
Proposition de la minorité
(Pfister Gerhard, Gugger, Schneider-Schneiter)
Classer la motion
Präsidentin (Kälin Irène, Präsidentin): Sie haben einen schriftlichen Bericht der Kommission erhalten.
Wehrli Laurent · Mit-M · Consiglio nazionale · Vaud · Gruppo liberale radicale
Dans sa séance du 27 juin 2022, la Commission de politique extérieure de notre conseil a décidé, par 18 voix contre 3 et 1 abstention, de vous recommander d'accorder une prolongation d'une année pour traiter la motion 09.3719 de notre ancien collègue Dick Marty, intitulée "Les fondements de notre ordre juridique court-circuités par l'ONU".
Pour mémoire, cette motion vise à assurer le respect de la justice et des procédures judiciaires également dans la prise en charge de personnes soupçonnées d'actes terroristes, afin que leurs droits fondamentaux les plus élémentaires soient assurés.
La Suisse s'engage depuis de nombreuses années pour améliorer l'Etat de droit dans les régimes de sanctions. La dernière fois, en juin 2021, elle a soumis des propositions en ce sens au Conseil de sécurité de l'ONU. La création en 2009 d'un ombudsman pour le régime de sanctions contre Al-Qaïda et l'Etat islamique a aussi constitué un progrès important. De 2018 à 2021, c'est M. Daniel Kipfer Fasciati, ancien président du Tribunal pénal fédéral, qui a officié dans cette fonction. En février 2022, M. Richard Malanjum, ancien juge en chef de la plus haute instance judiciaire de Malaisie, a pris sa succession.
Jusqu'à présent, l'ombudsman a traité 105 demandes de radiation de la liste et a soumis des recommandations au Comité des sanctions dans 96 cas. Jusqu'à présent, et c'est remarquable, le comité a accepté 100 pour cent des recommandations de l'ombudsman.
Malgré le travail efficace de l'ombudsman, des lacunes subsistent cependant en matière de respect des droits de l'homme et de garanties procédurales.
Une minorité de la commission estime toutefois, comme le Conseil fédéral, que les progrès réalisés ces dernières années dans le mécanisme de protection juridique, permettent de classer la motion.
La majorité de votre commission considère cependant qu'en accord avec les objectifs fixés pour le prochain engagement de la Suisse au sein du Conseil de sécurité de l'ONU, dès le 1er janvier 2023, il convient d'accorder une nouvelle prolongation du délai de traitement de cette motion, permettant ainsi de compléter encore l'action de la Suisse à ce sujet.
En conclusion, je vous rappelle que votre commission vous recommande de ne pas classer cette motion Marty Dick 09.3719, par 18 voix contre 3 et 1 abstention.
Arslan Sibel · Mit-F · Consiglio nazionale · Basilea-Città · Gruppo dei Verdi
An ihrer Sitzung vom 27. Juni 2022 hat Ihre Aussenpolitische Kommission mit 18 zu 3 Stimmen bei 1 Enthaltung beschlossen, die Behandlungsfrist der Motion 09.3719, "Die Uno untergräbt das Fundament unserer Rechtsordnung", um ein weiteres Jahr zu verlängern. Die Motion verlangt, dass sich der Bundesrat beim Sicherheitsrat dafür einsetzt, dass innerhalb der UNO menschenrechtliche und rechtsstaatliche Regeln durchgesetzt werden, insbesondere bei Personen, die infolge eines Sanktionsregimes auf sogenannte schwarze Listen gesetzt wurden.
Es geht um ein elementares Grundrecht, das sichergestellt werden soll. Die Schweiz setzt sich seit vielen Jahren für die Verbesserung der Rechtsstaatlichkeit in Sanktionsregimen ein. Zuletzt hat sie im Juni 2021 dem UNO-Sicherheitsrat mit der Einrichtung einer Ombudsperson für das UNO-Sanktionsregime gegen die Gruppierungen Islamischer Staat und Al-Kaida einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet. 2009 wurden ebenfalls wichtige Fortschritte gemacht.
Von 2018 bis 2021 amtierte Herr Daniel Kipfer, ehemaliger Präsident des Bundesstrafgerichtes, als Ombudsmann. Herr Richard Malanjum aus Malaysia ist sein Nachfolger. Bisher hat der Ombudsmann 105 Anträge auf Streichung von der Liste bearbeitet und in 96 Fällen dem Sanktionsausschuss Empfehlungen abgegeben. Es ist erstaunlich, dass der Ausschuss bis anhin alle Empfehlungen des Ombudsmanns angenommen hat.
Trotz der effektiven Arbeit der Ombudsperson bestehen weiterhin Mängel in Bezug auf die Achtung der Menschenrechte und der Verfahrensgarantien. Die Kommission zeigt sich erfreut über die Schweizer Bemühungen in den letzten Jahren. Es ist wichtig, dass UNO-Beschlüsse den Menschenrechten und den rechtsstaatlichen Prinzipien mehr Geltung verschaffen und auch weiterverfolgt werden.
Trotzdem möchte eine Minderheit der Kommission, dass die Frist nicht mehr verlängert wird, weil man das Gefühl hat, dass die bisherigen Bemühungen ausreichend seien und nicht mehr viel erreicht werden könne.
Für die Kommissionsmehrheit ist es im Sinn der Glaubwürdigkeit der Schweiz jedoch richtig, an der Motion festzuhalten und die Frist um ein weiteres Jahr zu verlängern. Mit diesem Antrag kann die Verwaltung das Anliegen weiter vorantreiben und Massnahmen mit "like-minded" Staaten ausarbeiten. Die Fristverlängerung sendet unserer Meinung nach auch ein starkes Zeichen gegen aussen und unterstreicht somit den Willen der Schweiz, dieses Vorhaben weiterzutragen. Gerade weil die Schweiz im UNO-Sicherheitsrat Einsitz erhalten wird, wäre das von grosser Bedeutung.
Deshalb bitte ich Sie im Namen der Kommissionsmehrheit, die Motion nicht abzuschreiben.
Pfister Gerhard · Mit-M · Consiglio nazionale · Zugo · Il Gruppo del Centro. Alleanza del Centro. PEV.
Ich mache es ganz kurz, damit Ihre Abreisezeit nicht unnötig weiter hinausgezögert wird. An sich handelt es sich hier um eine Kleinigkeit, aber aus "parlamentshygienischen" Gründen scheint es mir nach drei Jahren Nichterledigung dieser Motion doch schon angezeigt, diese jetzt endlich abzuschreiben. Es handelt sich um Bestrebungen, die die Schweiz mit einer Gruppe von "like-minded states" in dieser Sache in der UNO unternimmt, das heisst, im Sanktionsregime der UNO die Prozesse zu verbessern, Sanktionen zusätzlich zu legitimieren und effizienter zu machen.
Die Vertreter der Verwaltung gaben die Auskunft, dass das Anliegen der Motion bei der UNO formell durchaus als erfüllt gelten kann, dass es aber politisch sinnvoll sei, den Druck des Schweizer Parlamentes in dieser Sache aufrechtzuerhalten. Meines Erachtens ist das eine Argumentation für die Galerie. Wenn in dieser Galerie noch ein solcher Motionstitel hineingeschrieben wird, dass die UNO pauschal das Fundament unserer Rechtsordnung untergrabe, dann überlasse ich es Ihrem Urteil, ob man, kurz bevor die Schweiz im UNO-Sicherheitsrat Einsitz nimmt, die Motion nur schon wegen dieses Titels abschreiben sollte und stattdessen eine neue, zielgerichtete, auf den aktuellen Status des Problems bezogene beschliessen sollte.
In diesem Sinne würde ich persönlich für Abschreibung plädieren.
Kälin Irène · P-F · Consiglio nazionale · Argovia · Gruppo dei Verdi
Präsidentin (Kälin Irène, Präsidentin): Die Mehrheit der Kommission beantragt, die Behandlungsfrist um ein weiteres Jahr zu verlängern. Eine Minderheit Pfister Gerhard beantragt die Abschreibung der Motion.
Votazione
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit ... 126 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit ... 64 Stimmen
(1 Enthaltung)