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Anpassung respektive Erweiterung von Artikel 88 Absätze 2ff. AsylG sowie Artikel 22 Absatz 1 AsylV
Glarner Andreas · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Darf man, soll man mit Sozialhilfe Geld verdienen? Natürlich würden Sie mit mir sagen: Nein. Aber genau das passiert, wenn wir das aktuelle Recht so auslegen, wie es das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau gemacht hat.
Der Kanton Thurgau hat aber ein paar aufmerksame Sozialvorsteher, die das Geld nicht einfach zum Fenster rausschmeissen, sondern mit Argusaugen dessen Verwendung beobachten. So kam eine ganz interessante Berechnung zustande, etwa bei der Unterstützung eines Sozialamtes von Januar 2016 bis August 2020 für einen vorläufig aufgenommenen Asylbewerber mit einer Bruttounterstützung von 81 000 Franken. Er selbst bemühte sich um Arbeit, hatte auch Arbeit und verdiente rund 40 000 Franken. Das gab eine Nettounterstützung von 41 000 Franken. Die Globalpauschale des Bundes für diesen Zeitraum belief sich auf 67 000 Franken, und so entstand ein Einnahmenüberschuss von 26 000 Franken. Das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau sagte eben, dass dieser Einnahmenüberschuss auf das Konto des Klienten gutgeschrieben werden müsse. Und das ist natürlich völlig absurd. Das Verwaltungsgericht sagte explizit, es sei nicht auszuschliessen, dass alleine aufgrund dieser Berechnung keine Nettoschuld resultiere, wobei der Beschwerdeführer ausdrücklich auf die Rückerstattung eines allfälligen Nettoguthabens verzichtet habe. Und dieses Nettoguthaben müsse auf der Einnahmenseite des Klienten oder Asylbewerbers verbucht werden.
Nochmals zur Veranschaulichung: Was steht in unserem Gesetz? Artikel 88 Absatz 2 des Asylgesetzes besagt: "Die Pauschalen für asylsuchende und schutzbedürftige Personen ohne Aufenthaltsbewilligung decken namentlich die Kosten für die Sozialhilfe sowie die obligatorische Krankenpflegeversicherung und enthalten zudem einen Beitrag an die Betreuungskosten." Es ist eine Pauschale, die verschiedene Kosten abdeckt. Deshalb kam das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau in seinem Urteil zum Schluss, es müsse dem Asylbewerber gutgeschrieben werden. Daher möchten wir dies gerne ändern, sodass es nachher heisst: "Die Globalpauschale ist der asylsuchenden und schutzbedürftigen Person nicht als Einnahme anzurechnen und verbleibt bei der zuständigen Behörde." Bei Artikel 22 Absatz 2 der Asylverordnung 2 möchten wir anfügen: "Personen, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen, sind von dieser Vergütung ausgenommen." Dann wäre eben klar, dass dieses Geld, das ja nicht den Einzelfall abdecken, sondern im Sinne einer Pauschale ausgerichtet werden sollte, dem Kanton und nicht dem einzelnen Asylbewerber gehört. Dies, nehme ich an, wollen auch Sie: dass es eben eine Pauschale ist, die ganz explizit nicht dem einzelnen Konto zugeordnet wird. Deshalb müssen wir den entsprechenden Passus ändern.
Ich bitte Sie höflich um Ihre Unterstützung.
Baume-Schneider Elisabeth · BR-F · Bundesrat · Jura
S'agissant de l'indemnisation des coûts d'aide sociale supportés par les cantons pour les personnes qui relèvent du domaine de l'asile, la Confédération définit dans le droit fédéral les rapports de droit de subventions entre la Confédération et les cantons. Le versement de ces subventions - ces "Pauschalen" - s'effectue au moyen de forfaits globaux, et non par la prise en charge au cas par cas. En vertu de la Constitution fédérale et de la loi sur l'asile, les cantons sont donc responsables du subventionnement aux communes ou aux organisations auxquelles ils ont délégué l'octroi de l'aide sociale.
Selon le droit en vigueur, ce sont actuellement les cantons qui ont un droit aux subventions fédérales, et non les personnes à titre individuel, ni les communes d'ailleurs. En vertu des lois cantonales en matière d'aide sociale, les personnes qui relèvent du domaine de l'asile ont droit à un soutien de la part de la Confédération, mais pas à l'octroi d'une aide sociale à hauteur du forfait global. Le forfait qui est versé prend également en considération la situation en matière de loyer et de caisse-maladie: c'est un forfait global versé aux cantons. Ensuite, chaque canton peut décider du forfait qu'il souhaite réserver à la personne en question.
Le montant de l'aide économique est donc déterminé par les besoins particuliers de l'intéressé, qui dépendent, entre autres, de l'importance d'un éventuel revenu provenant d'une activité lucrative. Je vous rejoins, c'est normal que lorsqu'il y a une activité lucrative, elle soit prise en considération. Les circonstances dans lesquelles un remboursement des prestations d'aide sociale perçues est effectué et la manière dont il doit être calculé dépendent donc pour chaque canton de la loi cantonale sur l'aide sociale, qui est applicable en l'occurrence. Les modifications de loi qui pourraient être nécessaires - vous avez mentionné un cas particulier - devraient par conséquent être réalisées au niveau cantonal.
Toute activité lucrative est d'ores et déjà prise en compte dans le calcul des subventions fédérales aux cantons, car ces derniers sont tenus de saisir immédiatement dans le système d'information central sur la migration - le Symic - le début et la fin de chaque activité lucrative. Cela dépend donc également aussi de la manière dont le canton met les données à disposition de la Confédération.
Zusammenfassend halte ich fest, dass die in der Motion geforderten Anliegen, nämlich die Berücksichtigung der Erwerbstätigkeit von Asylsuchenden sowie die Ausrichtung der Globalpauschalen an die Kantone, durch das geltende Finanzierungssystem zwischen Bund und Kantonen auf Bundesstufe bereits heute vollumfänglich erfüllt sind.
Es besteht deshalb auf Bundesebene kein gesetzlicher Anpassungsbedarf - vielleicht auf kantonaler Ebene, aber das ist etwas anderes.
Pour les raisons que je viens d'énoncer, le Conseil fédéral propose le rejet de la motion.
Abstimmung
Präsident (Nussbaumer Eric, erster Vizepräsident): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 50 Stimmen
Dagegen ... 137 Stimmen
(0 Enthaltungen)