23.3499
Limitare già alla fonte i prodotti contenenti composti perfluorinati (PFAS)
Candinas Martin · P-M · Consiglio nazionale · Grigioni · Il Gruppo del Centro. Alleanza del Centro. PEV.
Antrag der Mehrheit
Annahme der Motion
Antrag der Minderheit
(Jauslin, Bourgeois, de Montmollin, Gafner, Paganini, Page, Rüegger, Strupler, Wobmann)
Ablehnung der Motion
Proposition de la majorité
Adopter la motion
Proposition de la minorité
(Jauslin, Bourgeois, de Montmollin, Gafner, Paganini, Page, Rüegger, Strupler, Wobmann)
Rejeter la motion
Klopfenstein Broggini Delphine · Mit-F · Consiglio nazionale · Ginevra · Gruppo dei Verdi
La motion Maret Marianne 22.3929 a pour objectif la définition par le Conseil fédéral dans les ordonnances de valeurs spécifiques aux substances per- et polyfluoroalkylées (PFAS), soit des valeurs limites et des conditions pour l'élimination de matériaux, des valeurs de concentration pour évaluer les pollutions présentes dans le sol et dans le sous-sol ainsi que des exigences de rejet pour le déversement dans les eaux. Cette motion a été traitée il y a moins d'une heure et a été clairement acceptée.
La nouvelle proposition consiste en l'étape suivante: pour aller un peu plus loin dans le débat, la Commission de l'environnement, de l'aménagement du territoire et de l'énergie a décidé de traiter également le problème à la source et de ne pas seulement se concentrer sur les conséquences du problème. Elle a dès lors décidé, par 13 voix contre 10 et 1 abstention, de déposer la motion 23.3499.
Que demande la commission par le biais de cette motion? Dans la perspective de limiter la production et l'utilisation de produits pouvant contenir des PFAS, la motion charge le Conseil fédéral de présenter d'éventuels nouveaux composés de substitutions. Cela avait d'ailleurs été proposé dans les résultats de l'Observation nationale des eaux souterraines de 2016 - donc il y a déjà un certain temps - qui avait été publiés par l'OFEV en 2019.
La deuxième demande formulée dans la motion est la suivante: mettre en place une méthode qui permette d'établir des catégories distinctes en fonction des niveaux d'essentialité des composants PFAS. Les PFAS sont en effet présents dans des produits qui sont très variés: de l'emballage de restauration rapide à la mousse incendie, en passant par des produits médicaux et cosmétiques. Au fond, l'utilisation de ces produits peut ne pas être essentielle ou au contraire être nécessaire pour la santé, la sécurité, le fonctionnement de notre société. Elle peut encore être substituable par d'autres produits ou par d'autres pratiques. Les PFAS sont donc un groupe qui inclut plus de 4500 produits chimiques d'origine anthropique largement utilisés et qui s'accumulent au fil du temps chez l'être humain et dans l'environnement. Parmi les produits communs pouvant contenir des PFAS, on peut citer des produits aussi diversifiés, mais aussi connus que des ustensiles de cuisine avec un revêtement antiadhésif, des vêtements de plein air avec une protection imperméabilisante, des mousses qui servent à éteindre les incendies, des emballages pour la restauration à l'emporter, des produits cosmétiques, des cires, des vernis, des peintures et des produits médicaux. Lorsqu'on évoque les PFAS, on parle alors de persistance et d'étendue de contamination, de toxicité et de forte accumulation biologique.
Ces composés perfluorés se dégradent en effet très peu dans l'environnement. Ils ont d'ailleurs un surnom assez évocateur: on les surnomme souvent des polluants éternels.
La motion, qui a été clairement acceptée par la Commission de l'environnement, de l'aménagement du territoire et de l'énergie, permet de travailler le problème à la source et pas seulement de gérer la question des conséquences. Elle permet de limiter l'utilisation et la production des produits qui peuvent contenir des composés perfluorés PFAS, et, de fait, de limiter leur impact sur l'environnement et la santé. C'est donc un complément très clair à la motion que vous avez déjà acceptée, il y a moins d'une heure, la motion Maret Marianne 22.3929, qui vise à régler les conséquences de la pollution engendrée par ces produits chimiques. Maintenant, l'étape suivante, consiste à travailler sur la source du problème et à limiter leur utilisation et leur production. C'est donc un complément à la motion Maret Marianne, d'une part, mais aussi au postulat Moser 22.4585 qui, lui, a pour objectif un état des lieux de la situation en lien avec la pollution due aux PFAS, d'autre part.
La commission vous recommande d'accepter cette motion.
Flach Beat · Mit-M · Consiglio nazionale · Argovia · Gruppo verde liberale
Wir beschäftigen uns heute Morgen schon zum wiederholten Male mit den sogenannten PFAS. Ihre Kommission hat am 24. April 2023 die Motion Maret Marianne 22.3929, "Festlegung von PFAS-spezifischen Werten in Verordnungen", beraten, der Sie vorhin zugestimmt haben. Diese Motion will die PFAS ins Gesetz fassen, und zwar, indem Grenzwerte festgelegt werden. Die Problematik ist die, dass es sich bei PFAS um Stoffe handelt, die unglaublich lange in der Natur bleiben. Sie haben hervorragende Eigenschaften, beispielsweise kann man Oberflächen mit PFAS belegen. Sie haben aber auch andere Vorteile, beispielsweise beim Einsatz von Löschschäumen oder bei der Herstellung verschiedener Produkte, und sind für die Industrie sehr wichtig. Einige PFAS können bis heute in der Industrie, bei der Medikamentenherstellung oder bei ähnlichen Dingen noch nicht durch andere Stoffe ersetzt werden.
Die vorliegende Motion, die im Nachgang zur Diskussion über die Motion Maret Marianne in Ihrer Kommission beraten wurde, will, dass der Bundesrat aktiv gegen den Einsatz und die Verbreitung von PFAS vorgeht, indem er den Einsatz dieser Stoffe einschränkt. Es sollen potenzielle neue Ersatzstoffe zu berücksichtigen sein, wie dies beispielsweise bereits in einem BAFU-Bericht von 2019 vorgeschlagen wurde, und es soll eine Methode eingesetzt werden, bei der je nach Relevanz der Produkte zwischen den verschiedenen Kategorien unterschieden werden kann, wo PFAS auch in Zukunft eingesetzt werden sollen und wo eben nicht mehr.
Eine Kommissionsminderheit Jauslin möchte die Kommissionsmotion ablehnen. Sie sagt, man müsse zuerst Grundlagen haben, um genau zu schauen, was PFAS eigentlich sind, wo sie wirken, welche Auswirkungen sie haben und wo sie sich überhaupt ablagern und wo sie bestehen und auch was die Europäische Union diesbezüglich im Moment plant.
Die PFAS umfassen, wie das schon gesagt wurde, sehr viele Stoffe. Dazu gehören auch solche, für die es heute bereits Ersatzstoffe gibt, beispielsweise bei Produkten des Feuerlöschwesens, welchen Schaumbildner mit PFAS beigesetzt werden. Dafür gibt es heute schon andere Hilfsmittel, sodass man auf diese Fluorbestandteile verzichten kann. Es gibt aber noch keine Bestimmung, die sagt, dass die Feuerwehren nur noch PFAS-freie Stoffe einsetzen sollen.
Die EU ist im Moment auf drei Wegen unterwegs, nämlich mit einem kompletten PFAS-Verbot, mit einer Beschränkung von PFAS auf die Bereiche, in denen es im Moment nichts anderes gibt, und schliesslich z. B. mit einem Verbot von PFAS bei den Feuerlöschschäumen, bei denen es um grosse Mengen geht.
Der Kommissionsmehrheit war es ein Anliegen, die Beschränkungen aufzunehmen, weil es noch keine gesetzliche Grundlage gibt. Die Frage beispielsweise, ob PFAS auch noch durch die Abwasserreinigungsanlagen ausgeleitet werden, konnte nicht beantwortet werden, weil es noch keine Grenzwerte gibt. Entsprechend wird auch nicht gemessen. Wir haben heute bereits die Situation, dass die Kantone teilweise Verbote für Fischereien erlassen müssen, weil die Werte so hoch sind, dass sie ganz bestimmt besorgniserregend sind. Das ist beispielsweise für Fische oder auch für andere Lebensmittel denkbar.
PFAS zählen zu jenen Verbindungen, die wir in den vergangenen Jahren bedenkenlos eingesetzt haben, weil sie einfach wahnsinnig nützlich sind. Aber die Verbreitung fand in einem Masse statt, dass wir die Kontrolle nicht mehr haben. Beispielsweise verbreiten sich PFAS beim Bauaushub in den einzelnen Kantonen einfach weiter.
Die Kommission hat am 24. April getagt. Am 3. Mai hat der Nationalrat das Postulat Moser angenommen, das auch der Bundesrat annehmen wollte. Es wurde damals aber noch bekämpft. Ich denke, das ist auch einer der Gründe, weshalb die Kommission gesagt hat, sie wolle Klarheit haben und auf Augenhöhe mit der EU legiferieren, statt abzuwarten.
Die Kommission hat die Kommissionsmotion mit 18 zu 7 Stimmen angenommen. Ich bitte Sie, der Kommission zu folgen.
Paganini Nicolò · Mit-M · Consiglio nazionale · San Gallo · Il Gruppo del Centro. Alleanza del Centro. PEV.
Geschätzter Herr Kollege Flach, Ihre letzte Bemerkung habe ich nicht verstanden. Können Sie den Kolleginnen und Kollegen erklären, was dahintersteckt, dass wir mit der Annahme des Postulates von Frau Kollegin Tiana Angelina Moser am 3. Mai genau zu diesem Thema einen teuren Postulatsbericht bestellt haben und jetzt eine Motion hinterherschicken, bevor irgendwelche Ergebnisse vorliegen?
Flach Beat · Mit-M · Consiglio nazionale · Argovia · Gruppo verde liberale
Besten Dank, Herr Kollege Paganini. Es ist tatsächlich so, ich habe versucht, es zu erläutern: Wir haben am 24. April getagt. Erst im Mai war die Abstimmung über das Postulat Moser, das dann hier - und wahrscheinlich für die Kommissionsmehrheit wider Erwarten - deutlich angenommen wurde. Insofern ist Ihre Frage berechtigt. Die Kommission hat ihrerseits, wie gesagt, mit 18 zu 7 Stimmen entschieden, der Bundesrat solle legiferieren.
Jauslin Matthias Samuel · Mit-M · Consiglio nazionale · Argovia · Gruppo liberale radicale
Die Frage von Herrn Paganini ist natürlich berechtigt: Wie viele Baustellen wollen wir betreiben, oder wie viele Baustellen soll der Bundesrat mit seiner Verwaltung betreiben? Gestern haben wir ja noch über die vielen Vorstösse diskutiert, die eingereicht werden. Und hier handelt es sich um einen Vorstoss einer Kommission, was man sich ja schon auf der Zunge zergehen lassen muss.
Vielleicht müssen wir zurückblenden: Weshalb stehen die PFAS so in der Kritik? Aufgrund ihrer einzigartigen Stabilität sind viele PFAS nicht leicht abbaubar. Einige sind sogar wasserlöslich und damit sehr mobil. Einige sind toxisch, das ist effektiv so. Daher sind weltweit die Regulierungsbehörden gefordert, Massnahmen zu ergreifen, um die Umwelt und auch die Menschen davor zu schützen.
Übrigens hat eine Studie ergeben, dass 2018 weltweit rund 4730 PFAS bekannt waren. Man geht davon aus, dass rund 250 im kommerziellen Bereich eingesetzt werden können und reguliert werden sollten. Das hat übrigens auch die EU bemerkt. Sie hat dementsprechend eine Vorlage ausgearbeitet und möchte bis September 2023 die Vernehmlassung laufen lassen; 2024 ist mit einem Entscheid zu rechnen, der irgendwann einmal im Jahr 2025 umgesetzt werden sollte.
Wie ist die Situation in der Schweiz? Wir haben es bereits gehört: Die Lage ist eben alarmierend. Es ist nicht so, dass wir vor diesen Schwierigkeiten die Augen verschliessen dürfen. Auch wir sind gefordert, Lösungen zu suchen. Hier muss ich den Bundesrat und die Verwaltung in Schutz nehmen. Sie haben entsprechende Vorlagen gemacht und sind entsprechend an der Arbeit. Sie haben am 3. Mai 2023 das Postulat Moser 22.4585 entgegengenommen und signalisiert, dass sie die Aufarbeitung machen und einen Aktionsplan erarbeiten werden.
Vor genau 15 Minuten - nein, es waren 20 Minuten - haben Sie auch der Annahme der Motion Maret Marianne 22.3929 zugestimmt. Dort ging es darum, die aktuelle Verordnung anzupassen. Demnach sollen Grenzwerte für die Entsorgung von Materialien festgelegt werden; es geht im Wesentlichen um die Ablagerung von Bauschutt, es geht um die Festlegung neuer Grenzwerte für die Belastung des Bodens, und es geht um Grenzwerte für die Einleitung in Gewässer.
Man sieht, es ist ein grosser Strauss, der vor uns liegt, und dann fragt man sich mit Recht: Warum kommt jetzt die UREK-N auf die Idee, noch einmal eine Motion auf die Schiene zu bringen, und warum möchte man hier die Verwaltung überstrapazieren? Das ist überhaupt nicht notwendig, und das ist auch der Grund, warum ich diesen Minderheitsantrag eingereicht habe.
Ich bitte Sie aus Vernunft, und ich bitte Sie auch aus logistischen Gründen und aus Gründen der Manpower - darf man das noch sagen: "Manpower"? Ich weiss es gar nicht -, meinen Minderheitsantrag zu unterstützen und diese Motion abzulehnen.
Rösti Albert · BR-M · Consiglio federale · Berna
Ich kann es eigentlich kurz machen. Der Bundesrat schliesst sich hier dem Minderheitssprecher an und bittet Sie, die Motion abzulehnen, dies in absoluter Kenntnis darum, dass die PFAS gefährliche Stoffe sind, wie es verschiedentlich dargelegt wurde. Es macht aber keinen Sinn, jetzt hier eine von der EU abweichende Regelung zu treffen. Es ist durchaus sinnvoll, dass wir hier auch die Arbeiten auf Ebene der EU abwarten.
In der EU läuft zurzeit eine öffentliche Konsultation zu einem Vorschlag über eine umfassende Beschränkung aller PFAS. Es wird erwartet, dass die Industrie in diesem Zusammenhang in ihren Stellungnahmen gegenüber der Europäischen Chemikalienagentur darlegen wird, für welche Anwendungen von PFAS keine Ersatzstoffe oder Ersatztechnologien verfügbar sind. Diese Informationen liegen den Schweizer Akteuren bisher noch nicht vor, und es macht keinen Sinn, hier eigene Arbeit zu machen.
Wie auch erwähnt wurde, haben Sie mit dem Postulat Moser den entsprechenden Auftrag gegeben, die ganze Angelegenheit zu untersuchen, und mit der Annahme der Motion Maret Marianne haben Sie vorhin auch festgelegt, dass wir entsprechende Grenzwerte festlegen sollen. Ich glaube, das sind diese Grundlagenarbeiten, die jetzt zuerst gemacht werden müssen, bevor hier auf diese weitere Motion eingegangen wird.
Ich bitte Sie namens des Bundesrates, die Motion abzulehnen.
Nussbaumer Eric · 1VP-M · Consiglio nazionale · Basilea-Campagna · Gruppo socialista
Präsident (Nussbaumer Eric, erster Vizepräsident): Die Mehrheit der Kommission beantragt, die Motion anzunehmen. Eine Minderheit Jauslin beantragt, die Motion abzulehnen. Der Bundesrat beantragt ebenfalls die Ablehnung der Motion.
Votazione
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 80 Stimmen
Dagegen ... 98 Stimmen
(5 Enthaltungen)