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Stop Talking Start Funding

61110 · Bollettino ufficiale

Del 13 giu 2023

https://lexipedia.io/it/docs/ch/ab-bo-bu/61110/it/stop-talking-start-funding

Consultato il 10 set 2026

  1. Documenti
  2. Confederazione
  3. Bollettino ufficiale
Fonte

Oggetto parlamentare: Stop Talking Start Funding (21.3768)

21.3768

Stop Talking Start Funding

Funiciello Tamara · Mit-F · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo socialista

Wir sind uns ja bekanntlich in diesem Ratssaal nicht immer einig. Doch bei der Frage "Sind Sie gegen Gewalt?" werden von ganz links bis ganz rechts alle sagen: Natürlich sind wir gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Doch allein dagegen zu sein, reicht schlicht und einfach nicht. Wenn wir es mit der Bekämpfung von Gewalt ernst nehmen, dann braucht es auch die nötigen Mittel, Ressourcen und den nötigen Einsatz.

Stop Talking Start Funding ist eine internationale Kampagne mit dem Ziel, der Bekämpfung von geschlechtsspezifischer, sexualisierter und häuslicher Gewalt die nötigen Mittel zur Verfügung zu stellen, namentlich mindestens 0,1 Prozent des BIP, und das alleine auf Bundesebene. Wir sind heute in einer äusserst bedenklichen Situation. Es gibt 430 000 Frauen in diesem Land, die Opfer einer Vergewaltigung wurden, um ein Beispiel zu nennen. Ich würde nicht sagen, dass wir die Situation im Moment ernst genug nehmen. Vor allem werden nicht die nötigen Mittel, Ressourcen oder eben auch Angebote geschaffen, um dem entgegenzuwirken. Für die präventive Täterarbeit gibt es im Kanton Bern gerade einmal eine 20-Prozent-Stelle. Frauenhäuser sind überlastet, es fehlt an Plätzen. Viele Frauenhäuser, Opferberatungen und Anlaufstellen können nicht auf eine Sockelfinanzierung zählen, was dazu führt, dass sie auf Spenden angewiesen sind, dass sie eigenes Fundraising machen müssen und auf Fälle angewiesen sind. Viele Angebote sind mangels Ressourcen nicht barrierefrei, geschweige denn in unterschiedlichen Sprachen verfügbar.

Aber auch bei der Prävention und der Strafverfolgung fehlt es an den nötigen Mitteln. Wir warten z. B. nach wie vor auf eine Beratungsstelle für Opfer von Gewalt, die 24/7 zugänglich ist. Wir hatten in diesem Rat diskutiert und auch angenommen, dass diese Beratungsstelle professionell geführt werden und 24/7 zugänglich sein muss, und zwar nicht nur telefonisch, sondern auch online. Aufgrund mangelnder Ressourcen wird dieses Angebot wohl, wie es jetzt aussieht, um einiges gekürzt. Das kann nicht das Ziel sein.

Vor diesem Hintergrund ist es ein bisschen ein Hohn, wenn der Bundesrat sagt, dass auf den Ebenen Gemeinden, Kantone und Bund zusammengerechnet vielleicht bereits mehr ausgegeben wird, als mit der Motion verlangt wird. Erstens zielt die Motion einzig auf die Bundesebene ab, und zweitens wäre es angebracht, anzuerkennen, dass Defizite bestehen, die es zu bewältigen und zu beseitigen gilt. Ich bin auf die Vorschläge gespannt, wie man das regeln will.

Bircher Martina · Mit-F · Consiglio nazionale · Argovia · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Geschätzte Kollegin, können Sie mir sagen, wie Sie beim SVP-Antrag gestimmt haben, der wollte, dass Mörder, Vergewaltiger und Kinderschänder nicht mehr von der Härtefallklausel bezüglich Ausschaffung von ausländischen, eben solchen Kriminellen ausgenommen sind?

Funiciello Tamara · Mit-F · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo socialista

Geschätzte Frau Bircher, ich bevorzuge es, Gewalt zu verhindern, statt einfach im Nachhinein zu versuchen, irgendetwas zu lösen. Mir ist es wichtiger, dass Menschen nicht sterben. Ich setze bei der Prävention an.

Berset Alain · BPR-M · Consiglio federale · Friburgo

Durant les dernières années, il s'est passé quelques progrès assez importants dans ce domaine. Le Conseil fédéral a, pour montrer l'importance qu'il accordait à la prévention dans le domaine des violences sexuelles et sexistes, défini des priorités dans la stratégie Egalité 2030, dans le plan d'action national 2022-2026. Avec le soutien du Parlement et avec le soutien du Conseil fédéral, la ratification de la Convention d'Istanbul et sa mise en oeuvre, des montants enfin conséquents ont pu être attribués à ce domaine. Si l'on regarde les montants qui sont investis pour combattre la violence domestique et si l'on regarde les coûts générés par la violence domestique, on se rend bien compte que l'on n'est pas encore arrivé où l'on devrait être. C'est très clair; il y a encore du travail. Cela commence - vous pourriez dire: cela commence un peu tard -, mais, avec la Convention d'Istanbul, on a vraiment fait un saut. Avec le soutien du Parlement et du Conseil fédéral, on doit progresser sur ces bases.

Nous avons, sur cette base, une collaboration étroite avec les cantons et les communes, qui allouent des ressources à la prévention et à la lutte contre ces formes de violence. Il y a donc, depuis 2021, les aides financières accordées par la Confédération pour la prévention de la violence envers les femmes et la violence domestique.

En 2022 - et c'est nouveau dans l'intervalle -, le Parlement a refusé de donner suite à une demande, identique, je crois, à celle de la motion, formulée dans une pétition. En cela, le Parlement a décidé, il y a quelques mois ou une année, de suivre ou de partager l'avis du Conseil fédéral selon lequel les mesures à prendre doivent être définies en fonction de besoins concrets et qu'il faut bien sûr le faire avec les cantons et les communes, mais pas sur la base d'un montant fixe. Cela d'autant que si l'on calcule ce montant en fonction du produit intérieur brut, cela ferait évidemment un saut important en matière financière: 0,1 pour cent du PIB, c'est 750 millions de francs par année. Ce serait naturellement un saut immense par rapport à la situation que nous avons aujourd'hui. Egalement pour des raisons financières, un tel saut nous paraît difficile à réaliser.

J'aimerais également encore souligner que, depuis début 2023 - parce que les choses changent régulièrement et chaque année -, des fonds sont maintenant alloués à la mise en place d'une étude de prévalence sur la violence envers les femmes et la violence domestique. C'est une des mesures qui a été prévue par le plan d'action de la stratégie Egalité 2030. Cette étude de prévalence devrait nous donner de nouveaux éléments et de nouvelles informations pour encore progresser dans ce dossier.

Funiciello Tamara · Mit-F · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo socialista

Herzlichen Dank, geschätzter Herr Bundespräsident. Ich habe dennoch eine Frage. Ich meine, wenn wir von Sicherheit reden, sprechen wir ja nicht nur von äusserer Sicherheit, sondern auch von innerer Sicherheit. Sie sagen, 0,1 Prozent des BIP sei unglaublich viel. Aber für die äussere Sicherheit, für die Armee, geben wir ja einiges mehr an Geld aus, obwohl klar ist, vergleicht man die Zahlen, wie viele Menschen an häuslicher Gewalt sterben und wie viele wegen einer Bedrohung von aussen, dass wir da in keinem Verhältnis sind. Ich wollte Sie da nach Ihrer Meinung fragen.

Berset Alain · BPR-M · Consiglio federale · Friburgo

Noch einmal: Ich wollte damit nur darauf hinweisen, dass man mit dieser Entwicklung rund 750 Millionen pro Jahr investieren würde. Das wäre ein Riesensprung im Vergleich zur heutigen Situation.

Die Verteilung der Budgetgelder wird letztlich durch das Parlament entschieden. Sie haben folglich alle Möglichkeiten, das wirklich ziemlich stark zu ändern und zu lenken, wenn Sie das wollen. Der Bundesrat ist dann auch an die Beschlüsse des Parlamentes gebunden. Aktuell sind Gelder für die Umsetzung der Istanbul-Konvention vorgesehen wie auch für weitere Massnahmen; es sind einige Millionen, es sind aber bei Weitem nicht 750 Millionen Franken.

Votazione

Präsident (Candinas Martin, Präsident): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.

Abstimmung - Vote

Für Annahme der Motion ... 66 Stimmen

Dagegen ... 121 Stimmen

(2 Enthaltungen)