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Bericht des Bundesrates zu den Brics-Staaten
Wehrli Laurent · Mit-M · Nationalrat · Waadt · FDP-Liberale Fraktion
Dans sa séance des 16 et 17 octobre 2023, la Commission de politique extérieure du Conseil national a décidé, à l'unanimité, de vous proposer un postulat demandant au Conseil fédéral un rapport sur les Etats du groupe des Brics, et vous recommande de l'approuver. Le Conseil fédéral soutient également le dépôt de ce postulat.
Par ce postulat, le Conseil fédéral sera chargé de présenter un rapport dans lequel il évaluera l'influence qu'auront les Etats du groupe des Brics sur l'ordre mondial ces prochaines années, et où il définira la stratégie que la Suisse adoptera vis-à-vis de ces pays en tant que groupe d'Etats.
Pour mémoire, rappelons que les pays du groupe des Brics sont le Brésil, la Russie, l'Inde, la Chine et l'Afrique du Sud. Ils représentent 41 pour cent de la population et 26 pour cent de l'économie du monde. Dès le 1er janvier 2024, l'Argentine, l'Egypte, l'Ethiopie, l'Iran, l'Arabie saoudite et les Emirats arabes unis intégreront officiellement ce groupe. Les Etats du groupe des Brics représenteront, dès lors, plus de 40 pour cent de la population et 36 pour cent de l'économie mondiale. Par ailleurs, le 10 août 2023, treize autres pays ont soumis leur demande d'adhésion.
Pour votre Commission de politique extérieure, il est donc opportun que la Suisse adopte une stratégie claire vis-à-vis des Brics en tant que groupe d'Etats, portant notamment sur les points suivants: premièrement, le multilatéralisme, sachant que les Etats du groupe des Brics se considèrent comme un contrepoids à l'ordre mondial actuel; deuxièmement, la sécurité et la formation de blocs, en regard aussi de la politique de sécurité de la Suisse et de l'évolution sécuritaire mondiale, avec les conflits en Ukraine et au Proche-Orient, pour ne citer que ceux-ci; troisièmement, l'économie extérieure et le système financier, en particulier en ce qui concerne la sécurité d'approvisionnement de notre pays, les évolutions des flux commerciaux et la volonté de diminuer les dépendances. Les questions liées au système financier sont aussi importantes, avec la volonté affirmée des Brics d'une plus grande intégration financière entre eux, voire de la création d'une monnaie commune.
En conclusion, je vous rappelle que votre commission vous recommande à l'unanimité d'approuver, tout comme le Conseil fédéral, ce postulat visant la mise en place d'une stratégie concernant les Etats du groupe des Brics, vu les défis qu'un tel groupe et ses futurs développements représentent.
Molina Fabian · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion
An ihrer Sitzung vom 16. und 17. Oktober 2023 hat sich Ihre Aussenpolitische Kommission mit den jüngsten Entwicklungen rund um die Brics-Staaten befasst und empfiehlt Ihnen einstimmig, das vorliegende Postulat anzunehmen. Mit diesem Postulat wird der Bundesrat beauftragt, einen Bericht vorzulegen, in dem er den Einfluss der Brics-Staaten auf die Weltordnung und allfällige Entwicklungen in den nächsten Jahren beurteilt und dazu eine Strategie festlegt.
Zur Erinnerung: Die Brics-Staaten sind die Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Sie stellen 41 Prozent der Weltbevölkerung und 26 Prozent der Weltwirtschaft. An ihrem Gipfel vom 22. bis 24. August 2023 in Johannesburg, dem wahrscheinlich wichtigsten Gipfel der Brics-Staaten seit ihrer Gründung 2009, beschlossen diese, ab dem 1. Januar 2024 zusätzlich Argentinien, Ägypten, Äthiopien, Iran, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate aufzunehmen. Dann werden 40 Prozent der Weltbevölkerung und 36 Prozent der Weltwirtschaft durch die Brics-Staaten, also durch diese Länder, repräsentiert sein.
Während China und Russland die Vereinigung der Brics-Staaten insbesondere als Plattform verstehen, um ihre Einflusszonen auszubauen und Unterstützung gegen den Westen, allen voran gegen die USA, zu organisieren, sehen Brasilien, Südafrika und Indien diese als Speerspitze des globalen Südens, um ungerechte Strukturen und Regeln der real existierenden Weltwirtschaftsordnung und des Multilateralismus zu beseitigen. Wir erleben in den letzten Monaten und Jahren immer mehr, dass die westliche Perspektive und die Perspektive des globalen Südens auseinanderklaffen. Der Versuch, die Phänomene, die uns alle als Weltgemeinschaft beschäftigen, zu erklären, wird immer schwieriger. Entsprechend scheint es Ihrer Kommission angemessen, dass der Bundesrat sich vertieft mit dieser Situation auseinandersetzt und versucht, hier für die Schweiz auch eine Rolle zu definieren.
Insbesondere möchte die Aussenpolitische Kommission vom Bundesrat wissen, wie sich die Schweiz in Bezug auf den Anspruch der Brics-Staaten, den Multilateralismus zu verändern, positioniert; sie möchte wissen, welche Postulate der Brics-Staaten aufgenommen werden sollen und welche abzulehnen sind. Des Weiteren geht es darum, zu analysieren, welchen Einfluss die verstärkte Zusammenarbeit der Brics-Staaten auf die Sicherheit und die Blockbildung auch für Europa haben könnte und welche Strategie die Schweiz hier verfolgt. Schliesslich bieten die Brics-Staaten auch aussenwirtschaftlich eine gewisse Perspektive und ein Potenzial für die Schweiz, mit dem sich die Schweiz vertieft auseinandersetzen sollte. Dazu gibt es bisher noch keine Analyse vonseiten des Bundesrates.
Zusammenfassend bitte ich Sie, Ihrer einstimmigen Kommission wie auch dem Bundesrat zu folgen und dieses Postulat anzunehmen.
Cassis Ignazio · BR-M · Bundesrat · Tessin
Der Bundesrat hat die Entwicklung betreffend Brics von Beginn weg eng verfolgt und immer wieder darüber berichtet. Sie haben es von Nationalrat Molina gehört: Brics steht für Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Der Bundesrat hat seine Politik dabei länderspezifisch definiert. Die Brics-Staaten sind sehr unterschiedlich. Dem trägt die Schweiz in ihrer Interessenwahrung Rechnung. Die Brics-Staaten sind bisher keine internationale Organisation. Am 15. Gipfel der Brics-Staaten diesen August wurden sechs Staaten eingeladen, Mitglied zu werden. Vier davon haben zugesagt: Ägypten, Äthiopien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Iran. Argentinien wird gemäss den bisherigen Angaben der neuen Führung die Einladung ablehnen. Von Saudi-Arabien, dem sechsten Land, ist keine offizielle Reaktion bekannt.
Bevor ich diese Erweiterung einordne, sage ich einige Punkte zum bisherigen Brics-Format. Die Brics-Staaten verstehen sich als strategische Partnerschaft und treffen sich jährlich zu einem Gipfel. Daneben besteht eine Vielzahl von Austauschformaten und Veranstaltungen. 2014 wurde die sogenannte neue Entwicklungsbank geschaffen mit Sitz in Schanghai. Die Handlungsfähigkeit der Brics-Gruppe war bisher eher begrenzt. Grund ist die Heterogenität der Mitglieder. Die Stellungnahmen der Brics-Staaten zeugen aber durchaus von gemeinsamen Anliegen. Dazu gehört die Anpassung der UNO und anderer globaler Institutionen an die neuen Machtverhältnisse. Auch die Reduktion der Dominanz des US-Dollars und die Kritik an westlichen Sanktionen sind wichtige Themen.
Die Brics-Staaten widerspiegeln zweierlei: erstens das wachsende Selbstbewusstsein von Ländern des globalen Südens und zweitens die Kritik vieler dieser Staaten, dass der Westen heute zu viel Einfluss auf die internationale Ordnung hat. Diese Kritik stammt nicht nur von Autokratien, sondern auch von Staaten wie Indien, Brasilien und Südafrika, die eine grössere Mitsprache einfordern.
Mit der Erweiterung der Brics wird die Gruppe geografisch und politisch breiter abgestützt. Sie stellt aber keinen homogenen Block und keine Allianz dar. Was heisst das für die Schweiz? Wir wissen noch nicht, auf welche Agenda sich die Brics plus einigen können. Die Brics-Erweiterung zeigt aber, dass wir uns im Übergang zu einer weniger westlich geprägten Welt befinden. Es besteht die Gefahr der Fragmentierung der globalen Gouvernanz.
Pour la Suisse, l'élargissement des Brics est actuellement davantage lié à des questions politiques qu'économiques. Quelle conclusion tire la Suisse de la montée en puissance des pays du Sud? Comment se positionne-t-elle dans la discussion pour le futur ordre international? La stratégie de politique extérieure 2024-2027 offre l'opportunité de dresser un état des lieux sur ces questions et de formuler les orientations de la future politique étrangère de la Suisse. Le Conseil fédéral a consulté vos Commissions de politique extérieure et les cantons ce projet de stratégie. La consultation se termine cette semaine et le Conseil fédéral adoptera définitivement la stratégie début 2024.
Le Conseil fédéral continuera toutefois à suivre de près l'évolution des Brics après l'adoption de la stratégie. Il continuera de rapporter à ce sujet et est donc prêt à accepter le postulat.
Nussbaumer Eric · P-M · Nationalrat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion
Präsident (Nussbaumer Eric, Präsident): Die Kommission und der Bundesrat beantragen die Annahme des Postulates.
Angenommen - Adopté