23.4452
Die Einführung des Versorgungsmonitorings zu Arzneimitteln darf die Versorgung mit Arzneimitteln nicht schwächen
Herzog Eva · P-F · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion
Präsidentin (Herzog Eva, Präsidentin): Sie haben einen schriftlichen Bericht der Kommission erhalten. Die Kommission und der Bundesrat beantragen die Ablehnung der Motion.
Ettlin Erich · Mit-M · Ständerat · Obwalden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
N'ayez pas peur: je présenterai le rapport en allemand pour être précis. C'est pour votre confort.
Unsere Kollegin Franziska Roth hat die Motion 23.4452 am 21. Dezember 2023 eingereicht. Mit der Motion soll der Bundesrat beauftragt werden, das Versorgungsmonitoring für Arzneimittel gemäss meiner Motion 22.3859, "Masterplan zur digitalen Transformation im Gesundheitswesen. Nutzung von gesetzlichen Standards und bestehenden Daten", erst dann in Kraft zu setzen, wenn die Mehrkosten der Arzneimittel und der Leistungserbringer tarifarisch vergütet werden. Das ist die Motivation und das Ziel der Motion. Es geht dabei um Ziffer 2 der Motion 22.3859, die vom Ständerat am 26. September 2023 in einer geänderten Fassung angenommen wurde. Gemäss dieser Ziffer 2 soll einerseits eine Datenbank zum Versorgungsmonitoring eingeführt werden, andererseits - und hier stellt sich die Kostenfrage - sollen Sicherheitsmerkmale und -vorrichtungen auf den Packungen von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln obligatorisch werden.
Mit der Motion von Kollegin Roth soll vermieden werden, dass günstige Arzneimittel von den Zulassungsinhaberinnen vom Markt genommen werden, weil diese höhere Kosten haben, und sie möchte, dass die Leistungserbringer für Mehraufwände abgegolten werden. Der Bundesrat lehnt die Motion ab.
Ihre Kommission hat die Motion am 28. Juni beraten, nachdem sie ihr vom Rat zur Vorberatung zugewiesen worden war. Auch Ihrer Kommission ist es auf der einen Seite wichtig, dass sich zusätzliche Kosten aufgrund neuer Sicherheitsvorschriften nicht auf günstige Arzneimittel auswirken und Kostenerhöhungen nach sich ziehen. Auf der anderen Seite wurde diskutiert und festgehalten, dass im Rahmen des Kostendämpfungspakets 2, das wir aktuell noch beraten, vorgeschlagen wird, auf Gesetzesstufe eine differenzierte Beurteilung der Kriterien der Wirksamkeit, der Zweckmässigkeit und der Wirtschaftlichkeit - also der WZW-Kriterien - vorzusehen. Mit dieser gesetzlichen Grundlage hat der Bundesrat die Möglichkeit, zum Beispiel bei den hier genannten günstigen Arzneimitteln vorzusehen, dass die Preise nicht mehr überprüft oder gesenkt werden, um den Preisdruck zu reduzieren. Das Bundesamt für Gesundheit kann zudem bereits heute, wenn nötig, bei solch günstigen Arzneimitteln eine Preiserhöhung gewähren. Das wäre auch der Fall, wenn solche Mehrkosten aufgrund der Massnahmen gegen Fälschungen für die Zulassungsinhaberin ein Problem würden. Es ist aus Sicht des Bundesrates und der Mehrheit der Kommission sinnvoller, mit einer gesetzlichen Regelung der WZW-Prüfung insgesamt den Preisdruck auf die günstigen Arzneimittel zu reduzieren oder Preiserhöhungsgesuche im Einzelfall gutzuheissen, anstatt mit dem Giesskannenprinzip allen Arzneimitteln höhere Preise zuzugestehen.
Zudem wurde darauf hingewiesen, dass man gerade, also im Dezember 2023, Anpassungen beim Vertriebsanteil für die Arzneimittel vorgenommen hat. Man hat versucht, bei günstigeren Arzneimitteln höhere Vertriebsanteile zu gewähren und sie bei den teureren zu reduzieren, damit kein Anreiz besteht, teurere Medikamente abzugeben. Nicht zuletzt gilt es festzuhalten, dass im sogenannten Fabrikabgabepreis auch Kosten zur Vermeidung von Fälschungen oder zur Verbesserung der Versorgung enthalten sind. Damit sollten anfallende Mehrkosten zur Vermeidung von Fälschungen oder zur Verbesserung der Versorgung nicht via höhere Preise in der Spezialitätenliste auf die obligatorische Krankenpflegeversicherung abgewälzt werden.
Aus all diesen Gründen beantragt Ihre Kommission mit 9 zu 2 Stimmen bei 1 Enthaltung, die Motion abzulehnen. Es gibt keinen Minderheitsantrag.
Au nom de la majorité de la commission, je vous invite à rejeter la motion.
Baume-Schneider Elisabeth · BR-F · Bundesrat · Jura
Le Parlement a adopté la motion Ettlin Erich 22.3859, "Plan directeur de la transformation numérique dans le système de santé. Utilisation des standards légaux et des données existantes", qui vise, elle, à mettre en place un système de protection contre les contrefaçons des médicaments soumis à ordonnance. L'auteure de la présente motion, elle, craint que les coûts du nouveau système engendrent une réduction du nombre de médicaments disponibles. Il est donc demandé au Conseil fédéral d'évaluer les coûts engendrés par un tel système, de manière à ce que le prix des médicaments et les tarifs des fournisseurs de prestations soient augmentés en conséquence.
Toutefois, je tiens à préciser que le prix de fabrique des médicaments de la liste des spécialités est réglementé et fixé par l'Office fédéral de la santé publique et couvre les prestations du fabricant et du distributeur jusqu'à la sortie de l'entrepôt en Suisse. En conséquence, le prix de fabrique inclut déjà le coût, pour le fabricant, des mesures visant à prévenir la vente de contrefaçons et le suivi de l'approvisionnement.
La part relative à la distribution, quant à elle, s'additionne au prix de fabrique du médicament et vise à rémunérer l'ensemble des prestations logistiques des grossistes et des fournisseurs de prestations. Les coûts des mesures contre les contrefaçons et le suivi de l'approvisionnement sont donc également pris en charge pour ces prestataires. La part relative à la distribution a été adaptée au 1er juillet de cette année.
Les problèmes d'approvisionnement, quant à eux, ont des origines diverses, qui sont souvent plutôt liées à la conjoncture internationale. Cependant, le Conseil fédéral est conscient du fait que le marché suisse est de taille réduite, avec des volumes relativement modestes. Si des motifs économiques mettent en péril la disponibilité d'un médicament important, les titulaires d'autorisation peuvent déposer une demande auprès de l'Office fédéral de la santé publique visant une exception à une baisse de prix ou demander une augmentation de prix.
Zudem schlägt der Bundesrat im zweiten Massnahmenpaket zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen eine Gesetzesänderung vor, die eine differenzierte Beurteilung von Medikamenten ermöglicht. Dies kann insbesondere zur Verbesserung der Versorgungssicherheit beitragen, was im Sinne der vorliegenden Motion ist. So wäre es beispielsweise möglich, bei bestimmten Medikamenten auf die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit oder auf eine Preissenkung zu verzichten. Der entsprechende Gesetzentwurf wird derzeit im Parlament behandelt.
En conclusion, les coûts d'un système de sécurité dans le domaine de la santé, qui vise à protéger contre les contrefaçons, sont déjà inclus dans le prix de fabrique et dans la part relative à la distribution. La charge pour le système de santé sera donc accrue, sans pour autant garantir la sécurité d'approvisionnement des médicaments bon marché.
Le Conseil fédéral propose une disposition qui permet des réexamens différenciés dans le cadre du deuxième volet de maîtrise des coûts.
Nous avons pris note, et nous nous en réjouissons, que la Commission de la sécurité sociale et de la santé publique s'est prononcée également contre la motion.
Pour l'ensemble de ces raisons, je vous invite à rejeter la motion.
Herzog Eva · P-F · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion
Abgelehnt - Rejeté