24.3206
Maggiore trasparenza e prezzi equi con le possibilità di cooperazione tra produttori
Rüegsegger Hans Jörg · Mit-M · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Die Stellungnahme des Bundesrates vermag nicht zu überzeugen, was die Bildung von Gegenmacht der Anbieter landwirtschaftlicher Erzeugnisse gegenüber der hochkonzentrierten Abnehmerseite betrifft. Zwei Hauptprobleme von Artikel 8a des Landwirtschaftsgesetzes sind, dass erstens lediglich Richtpreise zulässig sind und dass zweitens Richtpreise zwischen Lieferanten und Abnehmern zwar ausgehandelt werden, diese aber nur eingehalten werden, sofern beide einverstanden sind. Ich werde die Problematik später anhand von zwei Beispielen verdeutlichen.
Richtpreise ermöglichen grundsätzlich keinen Aufbau von Verhandlungsmacht, von Angebotsmacht, weil die Abnehmer wissen, dass die Anbieter - die Lieferanten - sich nicht daran halten müssen. Sie können daher den Preis unter den Richtpreis drücken. Der machtlose Lieferant kann dann entweder den verlangten Preis gewähren oder auf eine Belieferung verzichten, und verzichten kann er im Grunde nur, wenn er einen Ersatzabnehmer hat oder wenn er sich anderweitig Einnahmen verschaffen kann, um den angestrebten Ertrag zu erreichen.
Der Bundesrat macht geltend, dass es in verschiedenen Branchen Genossenschaften und andere gemeinwirtschaftliche Organisationen gebe, welche für ihre Mitglieder gegenüber den Abnehmern auftreten könnten, indem sie zum Beispiel eine gemeinsame Vermarktung durchführten. Diese Konstellation besteht aber bei Weitem nicht in allen Produktionsbereichen in ausreichendem Mass. Es ist auch nicht klar, unter welchen Voraussetzungen solche Organisationen für die Abnehmerseite verbindliche Preise festlegen könnten, ohne mit dem Kartellgesetz in Konflikt zu geraten. Auch ist ungeklärt, ob und wie Genossenschaften mit relativ kleinen Marktanteilen mit anderen Genossenschaften im gleichen Produktionsbereich kooperieren können, um mit der Stärkung der Angebotsmacht gleiche oder höhere Preise zu erzielen.
Die Kundgebungen von Bäuerinnen und Bauern im vergangenen Winter und Frühjahr zeigen, dass in der Landwirtschaft ein grosser Unmut herrscht. Zu den Hauptforderungen gehören faire Preise und eine gerechte Wertschöpfungsverteilung entlang der Wertschöpfungskette. Die heutigen Marktstrukturen mit den erheblichen Ungleichgewichten entlang der Wertschöpfungskette tragen wesentlich zum Preisdruck und zu den Einkommensproblemen bei. Die Ungleichgewichte sind derart angewachsen, dass die vielen Anbieter heute im Wesentlichen den zwei Detailhandelsunternehmen gegenüberstehen, die rund 80 Prozent Marktanteil haben. Deren Verhandlungsmacht und Wertschöpfungsanteile nehmen laufend zu, die Anteile der Produzentinnen und Produzenten demgegenüber nehmen ab; beispielsweise liegen die Anteile der Produzentinnen und Produzenten beim Brot heute nur noch bei 7 Prozent.
Zum ersten Praxisbeispiel: Gerade der Getreidemarkt in der Schweiz ist nicht gerecht, wo die Produzentinnen und Produzenten für vertraglich festgelegten und vorbestellten Brotweizen einen festen Anteil selbst tragen müssen, auch wenn dieser als solcher schlussendlich im Futtermittelkanal landet.
Zum zweiten Beispiel, ich komme zur Alpwirtschaft: Casalp ist eine Vereinigung von Produzenten von Berner Alp- und Hobelkäse AOP; 470 Betriebe und Alpschaften sind als Mitglieder dabei - auch aus der übrigen Schweiz. Die Bedeutung der Wertschöpfung aus dem Absatz dieses wertvollen natürlichen Produktes ist für jeden Betrieb gross. Es gab in den vergangenen Jahren Zeiten, wo die Händler versuchten, die Produzenten unter Druck zu setzen und unter dem Richtpreis Käse zu erhalten. Als sich die Produzenten zusammenschliessen wollten, kam die Weko und sagte, dass dies nicht dem Kartellgesetz entspreche.
Artikel 8a des Landwirtschaftsgesetzes muss zwingend in einer Weise geändert werden, welche die Marktposition der Anbieterseite gegenüber der hochkonzentrierten Abnehmerseite stärkt. In Artikel 8a, "Richtpreise", heisst es: "Die Organisationen der Produzenten und Produzentinnen einzelner Produkte oder Produktegruppen oder der entsprechenden Branchen können auf nationaler oder regionaler Ebene Richtpreise herausgeben, auf die sich die Lieferanten und die Abnehmer geeinigt haben." Gerade der letzte Satzteil verhindert es heute, dass sich die Bauern zusammentun und eine Gegenmacht aufbauen können.
Ich bitte Sie, diese Motion zu unterstützen.
Parmelin Guy · BR-M · Consiglio federale · Vaud
Il s'agit de charger le Conseil fédéral de créer dans la loi sur l'agriculture une réglementation sur les possibilités de coopération entre producteurs. Plus précisément, selon le texte de la motion, il faut permettre aux producteurs de constituer un contre-pouvoir face à la forte concentration des acheteurs. Ainsi, les producteurs auraient une réelle chance de négocier des prix équitables. Le Conseil fédéral soutient les efforts de l'agriculture pour bien s'organiser dans les négociations de prix avec les acquéreurs. Il est toutefois d'avis que les possibilités existant dans la loi sur l'agriculture sont suffisantes.
En Suisse, la protection de la concurrence est assurée en premier lieu par les instruments de la loi sur les cartels et de la loi sur le marché intérieur. Par contre, pour contrebalancer les structures asymétriques du marché, la loi sur l'agriculture contient plusieurs dispositions spéciales. Selon les articles 8 et 9 de cette loi, des mesures d'entraide collective peuvent être prises par des interprofessions et des organisations de producteurs de droit privé. Le Conseil fédéral peut même rendre certaines de ces décisions obligatoires.
Les organisations de producteurs d'un produit ou d'un groupe de produits ou des branches concernées peuvent en outre publier à l'échelon national ou régional des prix dits indicatifs. Ces prix doivent être fixés d'un commun accord par les fournisseurs et les acquéreurs. L'élaboration de contrats-types conformes au droit fédéral par les interprofessions est une possibilité supplémentaire. Enfin, parallèlement à cette norme générale sur laquelle peuvent s'appuyer toutes les interprofessions agricoles, il existe une disposition spéciale pour le secteur laitier. En conclusion, le Conseil fédéral est d'avis que les possibilités existant dans la loi sur l'agriculture pour favoriser les coopérations entre producteurs agricoles sont suffisantes.
Concernant les prix indicatifs, j'ajoute qu'il faut se rappeler que la politique agricole 2007 a introduit dans la loi sur l'agriculture l'article 8a relatif aux prix indicatifs.
Etant donné que le nombre de producteurs de lait est très élevé par rapport au nombre d'acheteurs de lait, et que le producteur individuel ne connaît pas toujours exactement la situation du marché, les prix indicatifs doivent servir de référence pour les négociations de prix entre les différents échelons du marché. Les prix indicatifs fixés par les interprofessions et les organisations de producteurs ne sont pas soumis aux dispositions de la loi sur les cartels. Les accords correspondants entre les partenaires d'une filière ne doivent donc pas être sanctionnés en tant que violations du droit de la concurrence sur la base de la loi sur les cartels. Une exception spéciale a ainsi été faite pour l'agriculture, ce qui n'est pas le cas pour d'autres secteurs de l'économie. En contrepartie, et on l'oublie parfois, la fixation de prix indicatifs est liée à la condition que les entreprises individuelles ne puissent pas être contraintes de respecter les prix indicatifs.
Pour toutes ces raisons, je vous prie, au nom du Conseil fédéral, de rejeter cette motion.
Votazione
Präsident (Nussbaumer Eric, Präsident): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 161 Stimmen
Dagegen ... 22 Stimmen
(5 Enthaltungen)