23.3941
Carne coltivata. Sì all'innovazione, no all'iperregolamentazione
Riniker Maja · P-F · Consiglio nazionale · Argovia · Gruppo liberale radicale
Präsidentin (Riniker Maja, Präsidentin): Die Motion Schneider Meret wurde von Herrn Glättli übernommen.
Glättli Balthasar · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo dei Verdi
Ich habe die Ehre, die Motion Schneider Meret 23.3941 vorzustellen. Sie macht etwas, das uns Grünen nicht immer zugeschrieben wird, das aber durchaus auch in unserer DNA liegt, nämlich Regulierung dort abzubauen, wo sie den Fortschritt hemmt. Das ist genau ein solcher Fall. Es geht darum, die Zulassungsprozesse und Bewilligungsverfahren für sogenannte Novel Foods, das heisst insbesondere kultiviertes Fleisch und Lebensmittel, die mit Präzisionsfermentation produziert werden, zu vereinfachen und zu beschleunigen und so die Innovation in der Schweiz zu stützen.
Man könnte z. B. einen Leitfaden zu den Anforderungen an die Sicherheitsbewertungen neuartiger Lebensmittel publizieren, so wie das andere Länder wie etwa Singapur machen. Das würde für die Unternehmen maximale Transparenz und unkomplizierte Innovation bedeuten. Warum ergibt das Sinn? Die zelluläre Landwirtschaft und Präzisionszüchtungen von alternativen Proteinen sind vielversprechende Ansätze, um eine nachhaltige Ernährung der Weltbevölkerung sicherzustellen. Innovative Start-ups und Player aus der Landwirtschaft sind in der Schweiz aktuell aber nicht in einer besonders attraktiven Situation, um hier zu investieren. Die Bewilligungsprozesse dauern zu lange. Für Unternehmen und auch für Bäuerinnen und Bauern, die mit Präzisionsfermentation arbeiten, sind die Dauer und das Outcome oft sehr schwer oder gar nicht abschätzbar. Das heisst, der jetzige Novel-Food-Prozess ist ziemlich oldschool. Er hemmt Innovation.
Was heisst das konkret? Damit Sie sich eine Vorstellung machen können: Ein Bewilligungsverfahren beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen dauert etwa zwei Jahre ab Einreichung des Antrages. Hinzurechnen muss man noch die Zeit für die Studien zur Lebensmittelsicherheit und die Dauer der Produktentwicklung selbst. Die Schweiz wird hier, ganz banal gesagt, international überholt, obwohl wir in diesem Bereich eigentlich ein grosses Innovationspotenzial hätten. Die Singapore Food Agency hat genau diesen Ansatz, den wir hier vorschlagen, gewählt: Sie hat einen Leitfaden mit spezifischen Sicherheitsanforderungen an die Zulassung von kultivierten Fleischerzeugnissen gemacht und ist jetzt daran, diese Anträge auf Einzelfallbasis zu prüfen, konstruktiv mit den lokalen Start-ups sowie, in den Phasen der frühen Forschung und Produktentwicklung, mit den Unternehmen zusammenzuarbeiten. Genau das ist das Modell, das uns auch für die Schweiz vorschwebt: Zusammenarbeit der Bewilligungsbehörden mit den Unternehmen statt behindernde Bürokratie. Die Prozesse müssen transparent, unkompliziert, rasch und effektiv sein.
Heute haben wir eine andere Situation, wir übernehmen die EU-Richtlinien quasi ungeprüft. Wir müssten das aber nicht tun, sie sind für Schweizer Verhältnisse nicht optimal. Ein eigener Ansatz könnte flexibler, effektiver, klarer für den Antragsteller sein und wäre für den Schutz der Konsumentinnen und Konsumenten trotzdem in keiner Weise nachteilig. Deshalb wird es Sie nicht wundern, dass Ihnen nicht nur wir Grünen, sondern auch die Industrie die Annahme dieser Motion empfiehlt - Migros, Bühler, Hilcona, Danone, Swissoja oder Planted, um nur einige zu nennen. Sie alle wären dafür, eine Änderung im Sinne der Motion anzunehmen. Das würde die Innovationskraft und das Unternehmertum in der Schweiz zugunsten einer zukunftsgerichteten Lebensmittelproduktion und Lebensmittelwirtschaft stärken.
Danke für die Unterstützung.
Baume-Schneider Elisabeth · BR-F · Consiglio federale · Giura
Depuis le dépôt de cette motion, les deux chambres ont transmis au Conseil fédéral, en février 2024, la motion Schneider Meret 23.3408, "Tester et approuver de nouveaux aliments. Promouvoir l'innovation en Suisse". Pour y donner suite, l'ordonnance sur les denrées alimentaires et les objets usuels sera modifiée lors de sa prochaine révision, vraisemblablement courant 2026.
Les nouvelles dispositions permettront ainsi de procéder à des tests, notamment de pré-commercialisation, avant que l'autorisation ne soit délivrée. Grâce à ces nouvelles dispositions, on pourra alors évaluer rapidement le potentiel du marché. Cette démarche s'inscrit donc dans le but de promouvoir l'innovation en Suisse, dans un cadre certes strictement contrôlé, et prouve que la volonté n'est pas de mettre les bâtons dans les roues de l'industrie, mais bien de faire une appréciation de la proportionnalité de l'innovation qu'il y a lieu de promouvoir, mais aussi de la sécurité relative à la mise sur le marché de produits.
En effet, la loi sur les denrées alimentaires a pour but de protéger la santé et de prévenir de potentielles tromperies les consommatrices et consommateurs. Compte tenu du caractère innovant de nouveaux types de denrées alimentaires - comme vous avez dit, les "novel foods" -, il faut quand même pouvoir démontrer qu'ils sont sans risque. Leur mise sur le marché est soumise à un processus d'approbation particulier, et la procédure est stricte. La procédure applicable à l'approbation des nouvelles sortes de denrées alimentaires depuis 2017 a, aux yeux du Conseil fédéral, fait ses preuves. Elle permet de démontrer l'innocuité d'un nouvel aliment. L'Office fédéral de la sécurité alimentaire et des affaires vétérinaires (OSAV) dispose des compétences pour procéder à une évaluation dans de bonnes conditions, et les enjeux, notamment de la sécurité alimentaire, justifient, aux yeux du Conseil fédéral, de suivre une procédure formelle qui doit être respectée.
La Suisse a des exigences identiques à celles de l'Union européenne. Or, cette dernière a justement édité un guide d'évaluation que nous appliquons également. Dès lors, nous considérons, d'une part, que le guide qui est demandé dans la motion existe, et que le fait de simplifier et d'accélérer les procédures entraînerait des problèmes de compatibilité de nos processus avec ceux de l'Union européenne. D'autre part, il n'est pas certain que la sécurité des nouvelles sortes de denrées alimentaires pourrait être entièrement garantie. Toutefois, je crois que l'élément le plus probant, c'est la modification de l'ordonnance. Le suivi de ces nouvelles dispositions permettra par la suite une évaluation de la nécessité de modifier d'autres bases légales.
Dès lors, je vous remercie de rejeter cette motion.
Votazione
Präsidentin (Riniker Maja, Präsidentin): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 94 Stimmen
Dagegen ... 87 Stimmen
(8 Enthaltungen)