25.3016
Verteidigungsfähigkeiten gegen Biowaffen stärken
Chappuis Isabelle · Mit-F · Nationalrat · Waadt · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Il y a quelques années, un virus a mis notre société à l'arrêt. Depuis, la biologie est entrée dans une nouvelle ère, celle de la programmation du vivant, où l'intelligence artificielle permet de concevoir des agents pathogènes, par exemple de nouveaux virus, avec une rapidité et une précision inouïes. Aujourd'hui, la menace biologique n'est pas seulement naturelle, elle peut être délibérée, ciblée. Elle peut être invisible et elle s'intègre dans des stratégies de guerre hybride mêlant cyber, désinformation et attaques biologiques.
La biologie de synthèse, cette discipline qui permet de concevoir et fabriquer des organismes vivants à partir de plans génétiques d'ADN, est désormais considérée comme une menace stratégique. Les briques d'ADN sont disponibles en ligne, leurs usages sont difficilement traçables et leurs impacts potentiels sont massifs et absolument effrayants. Les technologies qui, hier, exigeaient des moyens étatiques sont aujourd'hui à la portée des laboratoires privés.
Pourquoi proposer ce postulat aujourd'hui ? Parce que les barrières techniques pour produire des agents biologiques dangereux diminuent. Parce que l'IA, l'intelligence artificielle, permet de simuler, d'optimiser et de rendre ces manipulations beaucoup plus rapides. Et parce que les doctrines militaires évoluent : les attaques biologiques pourraient être intégrées dans des conflits hybrides ou être utilisées par des acteurs non étatiques.
Mais la Suisse n'est pas sans moyens. Elle dispose de bases solides pour devenir un modèle de protection biologique : le laboratoire de Spiez, qui fête ses 100 ans cette année et qui fait partie des institutions les plus reconnues dans le monde pour la détection et l'analyse des agents NRBC - nucléaires, radiologiques, biologiques et chimiques - ; le centre de compétences NRBC de l'armée, qui renforce la doctrine de défense dans ce domaine ; la stratégie NRBC qui a été adoptée en 2019 et qui doit maintenant entrer dans une phase opérationnelle renforcée ; nos écoles polytechniques fédérales et leurs excellentes recherches ; des entreprises innovantes qui développent des capteurs pour agents pathogènes et des systèmes de détection précoces.
Malgré ces bases solides, et même si le Conseil fédéral recommande le rejet du postulat en invoquant l'existence de conférences et de plans, la réalité montre de réelles lacunes. La fameuse stratégie NRBC de 2019 n'a pas encore permis la mise en oeuvre d'un système national de détection biologique. La surveillance des eaux usées est encore très limitée. Seuls trois virus sont aujourd'hui suivis, sans cadre légal ni financement pérenne.
Aucun monitoring sanitaire n'est en place dans les aéroports. En cas d'attaque biologique, les collaborations entre services d'urgence ne sont pas encore à la hauteur du défi, comme l'a souligné le Center for security studies de l'EPFZ. Pendant que nous hésitons, d'autres pays avancent : les États-Unis, la Chine, l'Union européenne, le Royaume-Uni ou encore la Norvège ont déjà élevé la biosécurité au rang de priorité stratégique. Une task-force internationale sur le bioterrorisme recommande d'ailleurs aux gouvernements de renforcer sans délai leurs capacités de détection rapide face aux menaces biologiques. Et nous ? Nous avons l'expertise, nous avons la confiance internationale, nous avons des institutions reconnues, mais il nous manque encore une capacité coordonnée d'anticipation et de détection précoce.
Ce postulat, accepté par votre commission par 17 voix contre 0 et 7 abstentions, demande de l'action. Il propose de réaliser une analyse des capacités nationales d'anticipation et de détection précoce. Il vise à renforcer notre souveraineté biologique en coordonnant les efforts fédéraux et cantonaux. Ce n'est pas un luxe, c'est une nécessité ! La population suisse attend que nous puissions détecter à temps les risques et pas seulement les subir. Ce que nous proposons est un système d'alerte biologique, connecté, agile, réactif : un filet de sécurité pour demain.
Je vous invite à soutenir ce postulat, car se préparer est difficile, mais ne pas être prêt serait une erreur stratégique.
Zryd Andrea · Mit-F · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion
Am 28. Januar 2025 hat sich Ihre Sicherheitspolitische Kommission über das vorliegende Postulat "Verteidigungsfähigkeiten gegen Biowaffen stärken" gebeugt. Es herrschte grosse Einigkeit, und nach kurzer Diskussion konnte schnell ein Weg zum Kommissionspostulat geebnet werden.
Ich komme zum Inhalt. Der Bundesrat soll beauftragt werden, in Zusammenarbeit mit den Kantonen zu prüfen, ob die operativen Fähigkeiten und Ressourcen zur Antizipation aufkommender Risiken und zur Früherkennung biologischer Kampfstoffe und gefährlicher Krankheitserreger ausreichend sind und ob diese der aktuellen Bedrohungslage entsprechen.
Neue Biotechnologien erfordern einen verstärkten Schutz der Bevölkerung vor Biowaffen und gefährlichen Krankheitserregern. Im Kontext der Kriegsführung ist der Einsatz von Biowaffen möglich. Das können Tierseuchen sein, das können Getreidepilze oder anderes sein. Gemäss nationaler Risikoanalyse sind Pandemien das grösste gesellschaftliche Risiko für die Schweiz. Die veränderte geopolitische Lage fällt in eine Zeit biotechnologischer Durchbrüche. Die biologische Revolution ist in vollem Gange.
Die Schweiz hat mit der Strategie ABC-Schutz von 2019 und der Schaffung der neuen Austauschplattform ABC des Bundes wichtige Fortschritte erzielt. Das ist auch gut so. Der B-Schutz hinkt, wie meine Vorrednerin bereits erwähnt hat, dem A- und C-Schutz jedoch hinterher. Zivile Einsatzkräfte sind oft mangelhaft für die Abwehr von Biowaffen ausgerüstet. Epidemiengesetz und Pandemieplan reichen nicht aus, um die Defizite zu beheben. Die Antizipation und die Früherkennung als Bedingung für eine rasche Abwehr von Biowaffen sind daher unbedingt zu verstärken. Es wurde erwähnt, dass neben der zu unterstützenden Früherkennung von biologischen Waffen auch eine effektive nationale Koordination aufgebaut werden solle. Aus den Lehren der Covid-19-Pandemie gehe hervor, dass die Aufsplittung der Zuständigkeit zwischen Bund, Kantonen und weiteren Institutionen oft auch Defizite aufzeige. Diese gilt es jetzt effektiv anzugehen.
Aktuelle und zukünftige Bedrohungen sollen früh erkannt werden, und technologische Fortschritte wie KI müssen unbedingt mit einbezogen werden. Ebenfalls wurde aufgezeigt, dass der Schutz vor biologischen Waffen im Gegensatz zu jenem vor atomaren und chemischen Bedrohungen hinterherhinkt. Aus den Diskussionen mit Fachleuten aus dem Labor Spiez hat sich ergeben, dass wir aktuell nicht bereit sind, um einer allfälligen biologischen Bedrohung standzuhalten. Es wurde darauf hingewiesen, dass ein ähnliches Postulat bereits 2021 von Nationalrat Fridez eingereicht wurde, das damals leider auf taube Ohren gestossen ist. Die geopolitische Ausgangslage hat sich verschärft, und so soll ein neuer Versuch erfolgreich werden. Es geht darum, zukünftige Krisen zu verhindern und die Bevölkerung zu schützen.
Die SiK hat sich mit 17 zu 0 Stimmen bei 7 Enthaltungen für das Postulat ausgesprochen.
Pfister Martin · BR-M · Bundesrat · Zug
Der Bundesrat anerkennt die Wichtigkeit des Schutzes der Bevölkerung vor biologischen Kampfstoffen und gefährlichen Krankheitserregern, des sogenannten B-Schutzes. Insbesondere die Früherkennung aufkommender Bedrohungen und das Festlegen angemessener Massnahmen sind in diesem Bereich entscheidend. Die Bedrohungslage ist dynamisch; sie ist abhängig von den geopolitischen Entwicklungen und wissenschaftlichen bzw. technologischen Fortschritten.
Um einen angemessenen B-Schutz sicherzustellen, hat der Bund über die Jahre einige Gremien eingesetzt und zahlreiche wirkungsvolle Massnahmen ergriffen. Zu erwähnen ist etwa die Eidgenössische Kommission für ABC-Schutz. "A" steht für atomare, "B" für biologische und "C" für chemische Gefährdungen. Alle drei Bereiche werden von spezialisierten Fachpersonen und Partnern bearbeitet. Die Kommission beobachtet und analysiert laufend die wissenschaftlichen und technologischen Entwicklungen, gerade auch im Hinblick auf Risiken, die sich daraus ergeben könnten. Die sehr wichtige Früherkennung wird damit sichergestellt. Die Kommission erstellt Berichte, empfiehlt Massnahmen, führt ein Monitoring über die Umsetzung usw. durch.
Für die Gesamtkoordination beim ABC-Schutz in der Schweiz sorgen die Austauschplattform ABC des Bundes und die Koordinationsplattform ABC der Kantone. Bei beiden liegt der Fokus auf den Prozessen und auf den konkreten Massnahmen. Beide arbeiten sehr eng miteinander und natürlich auch mit der Kommission für ABC-Schutz zusammen.
Zentral ist auch die Rolle des Labors Spiez im Bundesamt für Bevölkerungsschutz. Seit 2021 ist das Labor Spiez Teil des Biohub-Systems der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Dadurch erhält die Schweiz schnellen und umfassenden Zugang zu Erregern mit epidemiologischem und pandemischem Potenzial und natürlich auch zu Informationen bezüglich biologischer Gefährdungen. Mit der internationalen Konferenzreihe Spiez Convergence antizipiert das Labor Spiez zudem die Folgen von wissenschaftlichen und technologischen Entwicklungen.
Zu erwähnen sind auch noch zwei Verordnungen, die das Krisenmanagement des Bundes allgemein betreffen. Sie kommen auch mit Blick auf die konkrete Gefährdung durch biologische Kampfstoffe oder gefährliche Krankheitserreger zur Anwendung. Die Verordnung über die Krisenorganisation der Bundesverwaltung regelt die Krisenantizipation und die Krisenbewältigung im Rahmen der Bundesverwaltung unter Einbezug der Kantone und vor allem auch der Wissenschaft. Mit der Verordnung über die Koordination im Bereich des Sanitätsdiensts wird insbesondere die Zusammenarbeit von Bund, Kantonen und Partnern im Gesundheitswesen bei Gefährdungen im Gesundheitswesen noch besser sichergestellt.
Mit diesen Massnahmen, die ich Ihnen jetzt ausgeführt habe und die auch bereits von meinen Vorrednerinnen und Vorrednern erwähnt wurden, wird eine laufende gemeinsame Weiterbearbeitung dieser Thematik ermöglicht. Damit und mit einer Reihe weiterer Massnahmen auf technischer Ebene im Bereich des B-Schutzes erachtet der Bundesrat das Anliegen des Postulates als bereits erfüllt.
Er beantragt Ihnen deshalb Ablehnung des Postulates.
Abstimmung
Präsidentin (Riniker Maja, Präsidentin): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
Abstimmung - Vote
Für Annahme des Postulates ... 186 Stimmen
Dagegen ... 0 Stimmen
(3 Enthaltungen)