25.3744
Introduzione di una tassa sul transito da confine a confine sulle strade svizzere in funzione delle condizioni di traffico e basata sull'articolo 82 capoverso 3 in combinato disposto con l'articolo 84 capoverso 1 della Costituzione
Page Pierre-André · P-M · Consiglio nazionale · Friburgo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Antrag der Mehrheit
Annahme der Motion
Antrag der Minderheit
(Schaffner, Jauslin)
Ablehnung der Motion
Proposition de la majorité
Adopter la motion
Proposition de la minorité
(Schaffner, Jauslin)
Rejeter la motion
Le président (Page Pierre-André, président): Vous avez reçu un rapport écrit de la commission.
Stadler Simon · Mit-M · Consiglio nazionale · Uri · Il Gruppo del Centro. Alleanza del Centro. PEV.
Das Phänomen ist eindeutig und uns allen bekannt. Früher ging man an Ostern in die Kirche, und der Osterhase kam vorbei. Heute steht man an Ostern auf den Nord-Süd-Achsen im Stau. Im letzten Jahr wurden hier im Nationalrat mehrere Vorstösse zu einer dynamischen Maut am Gotthard und am San Bernardino mit Stichentscheid der Präsidentin abgelehnt. Nach diesen Beschlüssen wurden im Nationalrat fünf gleichlautende Motionen aus fünf verschiedenen Fraktionen und mit insgesamt 93 Unterzeichnenden zu einer Durchfahrtsabgabe eingereicht. Ständerat Chiesa reichte einen gleichlautenden Vorstoss im Ständerat ein, welcher im September im Ständerat einstimmig angenommen worden ist.
Ich komme zum Inhalt. Die vorliegende Motion verlangt eine Durchfahrtsabgabe für Fahrzeuge, welche die Schweiz von einem zu einem anderen Nachbarstaat auf der Strasse durchqueren. Die Durchfahrtsabgabe betrifft nur Fahrzeuge, die die Schweiz durchqueren und sich nicht wesentlich im Inland aufhalten. Ausgenommen sind Fahrzeuge, die gestützt auf völkerrechtliche Vereinbarungen, wie das Freizügigkeitsabkommen und das Landverkehrsabkommen, Anspruch auf eine Befreiung von solchen Abgaben haben. Die Durchfahrtsabgabe soll einen Lenkungscharakter haben, d. h., dass sich die Höhe der Abgabe nach der Verkehrsdichte sowie nach der Tageszeit und dem Wochentag richtet. Das Ziel ist es, die Spitzenbelastung auf den Nationalstrassen durch den Transitverkehr zu reduzieren. Die Einnahmen sollen in den Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds (NAF) fliessen.
Der Grund für all diese Vorstösse ist bekannt. Die Staubelastung auf den Nord-Süd-Achsen nimmt laufend zu. Das führt besonders im Berggebiet zu Ausweichverkehr auf den Kantonsstrassen. An Ostern, Pfingsten, Auffahrt und zu Ferienbeginn kommt es auf den Nord-Süd-Achsen immer zu einer Verkehrsüberlastung. Das Problem hat sich in den vergangenen zehn Jahren massiv verschärft. Es kommt praktisch jedes Wochenende zu einer Verkehrsüberlastung, vom Frühling bis zum Herbst. 90 Prozent der Stautage auf den Nord-Süd-Achsen fallen in die Zeit zwischen Ostern und Oktober.
Genau hier setzt die Durchfahrtsabgabe mit einem dynamischen Pricing an. Mit variablen Preisen will man erreichen, dass die Verkehrsspitze geglättet wird. Auch finanzpolitisch ist dieser Vorstoss interessant, so kann der Staat beispielsweise bei 21 Franken für eine Durchfahrt über 110 Millionen Franken einnehmen. Dies würde die Speisung des NAF doch erheblich unterstützen.
Die dynamische Maut hätte für alle Durchfahrten - ausser für jene der Bevölkerung der angrenzenden Kantone - gegolten. Dies ist bei der Durchfahrtsabgabe nicht mehr der Fall; sie betrifft nur noch Fahrzeuge, welche die Schweiz ohne wesentlichen Aufenthalt durchqueren. Wieso ist sie dennoch gerechtfertigt? Auf Seite 11 des Berichtes in Erfüllung des Postulates 22.4044 hat der Bundesrat die Verkehrssituation sehr gut zusammengefasst. Er stellt fest, dass an Tagen, an denen die Berggebiete stark vom Verkehr und insbesondere vom Ausweichverkehr betroffen sind, 80 Prozent der Fahrzeuge ein ausländisches Kennzeichen haben. Das heisst doch nichts anderes, als dass genau hier das Verursacherprinzip zum Tragen kommt.
Mit dem variablen Pricing kann man den Preis für die Durchfahrt beeinflussen. Da es sich auf der Nord-Süd-Achse häufig um Ferienverkehr handelt, kann man mit einer intelligenten Planung dafür sorgen, dass man einen niedrigeren Preis bezahlen muss. Wir haben also hier ein durch und durch marktwirtschaftliches Instrument. Damit kann die Durchfahrtsabgabe auch die Verkehrsspitzen mit all ihren negativen Nebenfolgen, wie dem Ausweichverkehr, brechen. Zudem gibt es auch einen gewissen Ausgleich zu Transitrouten in den Nachbarländern, wo man erhebliche Abgaben kennt. Es darf ja nicht sein, dass man von Nachbarländern einen Umweg über die Schweiz zum Liegestuhl in den Süden macht, nur weil dieser Weg fast gratis, wenn auch nicht kürzer, ist.
Die Motion stützt sich auf Artikel 84 Absatz 1 der Bundesverfassung. Dieser verpflichtet den Bund, das Alpengebiet vor den negativen Auswirkungen des Transitverkehrs zu schützen und dessen Belastung auf ein für Mensch, Tier, Pflanzen und Lebensräume unschädliches Mass zu begrenzen. Die Durchfahrtsabgabe dient diesem verfassungsmässigen Ziel, indem sie den blossen Transitverkehr ohne nennenswerten Nutzen für die Schweiz weniger attraktiv macht und gleichzeitig zur Reduktion der Anzahl Staustunden auf der Nationalstrasse beiträgt.
Die Kommission beantragt mit 16 zu 2 Stimmen bei 5 Enthaltungen, die Motion anzunehmen.
Wasserfallen Christian · Mit-M · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo liberale radicale
Herr Kollege Stadler, Sie wollen ja diese Durchfahrtsabgabe nur für den Transitverkehr auf der Nationalstrasse. Aber das bedeutet ja, dass diejenigen, die Geld sparen wollen, gerade explizit auf die Kantonsstrasse ausweichen. Meine Frage dazu: Ab wann spricht man dann bei einer Transitfahrt von Grenze zu Grenze von einem wesentlichen Aufenthalt? Würde ein Mittagessen auf einer Autobahnraststätte reichen?
Stadler Simon · Mit-M · Consiglio nazionale · Uri · Il Gruppo del Centro. Alleanza del Centro. PEV.
Nein, also bei der Umsetzung könnte man zum Beispiel - es liegt natürlich selbstverständlich am ASTRA bzw. dem Bundesrat, das zu definieren - einen Zeitraum definieren, in welchem man die Schweiz wieder verlassen muss, damit man nicht unter die Durchfahrtsabgabe fällt. Das ist ein Zeitfaktor, der in meinen Augen relativ einfach und unbürokratisch umsetzbar ist.
Farinelli Alex · Mit-M · Consiglio nazionale · Ticino · Gruppo liberale radicale
La commissione vi propone di accogliere la mozione 25.3744. Essa chiede al Consiglio federale di presentare un progetto che consenta di introdurre una tassa sul traffico di transito da confine a confine, modulata in funzione delle condizioni del traffico. La proposta è stata approvata in commissione con 16 voti contro 2 e 5 astensioni.
La maggioranza della commissione è partita da una constatazione semplice: il traffico di transito attraverso le Alpi non è più un fenomeno occasionale, ma una pressione regolare e molto pesante sui territori interessati, e non si tratta soltanto di tempi di attesa più lunghi. Nei giorni di punta la rete di strade nazionali è sotto stress e il traffico si riversa di riflesso sulle strade locali, con conseguenze tangibili per la popolazione e per l'ambiente. Non è un caso che, come relatori della commissione, siano presenti un urano - il collega Stadler - e un ticinese - il sottoscritto. Questa idea, lavorata dal collega Paolo Pamini, è stata depositata al Consiglio degli Stati e da cinque colleghi al Consiglio nazionale - tutti provenienti da regioni impattate in maniera importante da questo fenomeno.
In commissione è stato ricordato che, nei mesi con maggior transito, la quota di veicoli esteri raggiunge circa il 60 per cento nella galleria del Gottardo e circa il 50 per cento lungo il passo del San Gottardo. Nelle giornate più congestionate si è evocata anche una presenza di traffico estero con percentuali ancora più elevate. Questi elementi hanno convinto la maggioranza che il problema del traffico di puro attraversamento esiste, è concreto e merita una risposta mirata.
Il Consiglio federale raccomanda di respingere questa mozione. Le obiezioni sono note: la possibile necessità di una modifica costituzionale, l'onere amministrativo, la complessità dei controlli e le difficoltà di distinguere in modo sufficientemente preciso tra chi attraversa il Paese senza fermarsi e chi vi soggiorna. Tutte questioni lecite che andranno chiarite nell'ambito della messa in pratica di questa mozione e che permetteranno, nello sviluppo di una base legale, di essere affrontate in maniera confacente al diritto.
Accogliere la mozione non significa infatti anticipare oggi un modello definitivo. Significa invece chiedere un lavoro serio di progettazione per capire come intervenire in modo efficace e compatibile con il nostro ordinamento.
Dal profilo finanziario, già l'introduzione di una tassa moderata di 21 franchi a veicolo - mezzi pesanti esclusi, essendo già gravati dalla tassa sul traffico pesante - farebbe avere alla Confederazione un incasso di oltre 110 milioni di franchi all'anno. Questo coprirebbe ampiamente e agevolmente qualsiasi costo di implementazione, oltre che contribuire a finanziare l'infrastruttura.
La commissione ha ritenuto importante mandare un segnale politico chiaro. Quando il traffico paralizza un asse alpino non blocca soltanto una strada, ma si mette sotto pressione un intero territorio. Per le regioni interessate, il traffico di transito non è una nozione teorica, ma una realtà quotidiana fatta di code, rumore, inquinamento e perdita di qualità di vita. Queste non sono impressioni, ma sono elementi che spiegano perché la maggioranza della commissione ritiene necessario esplorare nuovi strumenti di intervento.
Una minoranza della commissione propone il rigetto, temendo in particolare problemi di applicazione e un possibile effetto discriminatorio nei confronti del traffico estero. Sono preoccupazioni che dovranno essere esaminate con attenzione nella fase successiva, ma per la maggioranza non vi sono motivi sufficienti oggi per rinunciare sin d'ora ad esplorare le possibilità date dal diritto.
In definitiva, la commissione vi invita ad accogliere questa mozione. Il messaggio è semplice: chi sopporta il peso del traffico di transito non può essere lasciato solo con questo problema. Spetterebbe quindi al Consiglio federale presentare le basi necessarie per trasformare queste esigenze in proposte concrete e applicabili.
Pamini Paolo · Mit-M · Consiglio nazionale · Ticino · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Egregio collega, la ringrazio per l'intervento. Prima il collega Wasserfallen ha posto una domanda al co-relatore riferendosi soltanto alle strade nazionali. Mi può confermare che questa imposta di transito non riguarda soltanto l'uso delle strade nazionali ma che si tratta di un'imposta contro la congestione dell'intera rete nazionale?
Farinelli Alex · Mit-M · Consiglio nazionale · Ticino · Gruppo liberale radicale
Grazie, collega Pamini, per questa domanda. È effettivamente così. La mozione chiede di affrontare il problema nel complesso. Starà poi al Consiglio federale regolare tutti i dettagli che sono stati evocati.
Schaffner Barbara · Mit-F · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo verde liberale
Diese Motion vereint zwei Themen, die der GLP wichtig sind, die aber zu einer unterschiedlichen Beurteilung der Motion führen. Einerseits entspringt die Motion einem seltsamen Verständnis von nachbarschaftlichem Zusammenleben. Sie zielt faktisch darauf ab, den ausländischen Transitverkehr durch die Schweiz, nur diesen, gezielt zu belasten. Gerade in einer Zeit, in der die Schweiz ihre Beziehungen zu Europa mit den Bilateralen III zu stabilisieren und weiterzuentwickeln versucht, ist das kein zielführender Weg, auch wenn eine mögliche Lösung offenbar durch das Landverkehrsabkommen nicht explizit ausgeschlossen ist. Das war der Grund, wieso die GLP-Fraktion als einzige Fraktion beim Einreichen der gleichlautenden Motionen nicht mitmachte.
Andererseits spricht die Motion ein Anliegen an, das auch uns Grünliberalen sehr wichtig ist, nämlich die verursachergerechte und nutzungsabhängige Finanzierung der Strasseninfrastruktur und eine Glättung der Verkehrsspitzen. Der Mehrheitssprecher hat im Prinzip ein flammendes Plädoyer für Mobility-Pricing gehalten. Dahinter könnte die GLP voll stehen. Die GLP-Fraktion will aber die Thematik viel grundsätzlicher angehen und das verfassungsrechtliche Flickwerk, das wir jetzt schon haben, nicht noch weiter vergrössern.
Die Verfassung sagt zwar, die Benutzung der öffentlichen Strassen sei gebührenfrei, aber heute schon gibt es Ausnahmen von diesem Grundsatz. Die gewichtigste Ausnahme ist die leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA), dann gibt es die Autobahnvignette, und für Elektrofahrzeuge wird eine weitere Ausnahmeregelung diskutiert. Zur Umsetzung der vorliegenden Motion für eine Durchfahrtsabgabe bedürfte es einer neuen verfassungsrechtlichen Ausnahmeregelung. Gleichzeitig wäre auch die praktische Umsetzung sehr aufwendig. Eine lückenlose Überwachung der Grenzübergänge wäre ebenso notwendig wie eine mit Sicherheit umstrittene Definition, was überhaupt eine Durchfahrt ist. Wie wollen wir zuverlässig feststellen respektive überhaupt definieren, wer nur durchfährt? Wie gehen wir mit Grenzregionen um, etwa im Dreiländereck Basel, wo Grenzübertritte Teil des Alltags sind? Ab welcher Distanz zwischen Ein- und Ausfahrt in die Schweiz ist eine Fahrt eine Durchfahrt? Wie verhindern wir neue Ungerechtigkeiten und Umgehungsstrategien?
Dabei stehen wir ohnehin vor grundlegenden Reformen. Durch die Elektrifizierung des Verkehrs reduzieren sich die Einnahmen aus der Mineralölsteuer allmählich. Es ist deshalb absehbar, dass wir das heutige Finanzierungssystem durch eine neue, verursachergerechte Lösung ersetzen müssen. Genau darin liegt auch eine Chance. Anstatt ein kompliziertes Spezialregime für den Transitverkehr zu schaffen, sollten wir den nächsten Schritt gehen und zu einem allgemeinen Mobility-Pricing in Form einer einheitlichen, distanzabhängigen und LSVA-ähnlichen Strassennutzungsgebühr für alle übergehen.
Ein solches System wäre einfacher, fairer und ökonomisch sinnvoller. Es würde alle Verkehrsteilnehmenden gleich behandeln, anstatt neue Abgrenzungsprobleme zu schaffen. Es könnte die bestehenden Abgaben wie die Mineralölsteuer oder die Mineralölsteuerzuschläge ersetzen. Speziell dann, wenn die Tarife je nach Strassenauslastung variieren würden, könnte sich die gewünschte Lenkungswirkung tatsächlich entfalten.
Die Motion wird heute trotz der Gegenstimmen der Grünliberalen Fraktion wohl angenommen. Wenn das der Fall ist, fordern wir den Bundesrat auf, bei der Umsetzung darauf zu achten, dass er nicht ein neues "Pflästerli" auf das System der Strassenfinanzierung klebt, sondern die Basis für ein modernes, verursachergerechtes Mobility-Pricing legt. Die Reform und die dazugehörige Verfassungsänderung sollen, wenn schon, grundsätzlicher Natur sein und die Basis für ein zukunftsgerichtetes und verursachergerechtes System der Strassenfinanzierung legen.
Pamini Paolo · Mit-M · Consiglio nazionale · Ticino · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Werte Kollegin, stimmen Sie mir zu, wenn ich behaupte, dass der Bundesrat in der Antwort auf eine Anfrage im September bestätigt hat, dass alle Grenzübergänge mit Kameras ausgestattet sind, die Nummernschilder von Autos erkennen können?
Schaffner Barbara · Mit-F · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo verde liberale
Es kommt darauf an, was Sie mit "allen Grenzübergängen" meinen. Wir haben sehr viele kleinere Grenzübergänge, bei denen keine Kamerasysteme installiert sind. Es wäre ein Einfaches für einen Automobilisten, über die - fast grüne - Grenze zu gehen und dann dieser Durchfahrtsabgabe zu entgehen.
Rösti Albert · BR-M · Consiglio federale · Berna
Die Motion Chiesa fordert die Einführung einer Durchfahrtsabgabe für den Transitverkehr durch die Schweiz. Ziel der Motion ist es, für den Verkehr von Grenze zu Grenze eine verkehrsabhängige Abgabe einzuführen. Die Höhe der Abgabe soll je nach Wochentag, Tageszeit und Verkehrsaufkommen bemessen werden und eine lenkende Wirkung erzielen. Damit soll das Verkehrsaufkommen im Transitverkehr reduziert werden. Die Durchfahrtsabgabe soll mit dem Alpenschutzartikel der Bundesverfassung - Artikel 84 Absatz 1 - begründet werden und vom Parlament zu einer Ausnahme im Sinne von Artikel 82 Absatz 3 erklärt werden.
Der Bundesrat hat Verständnis für das Anliegen der Motion. Gerade in den Reisemonaten ist der Anteil am Transitverkehr auf den Autobahnen sehr hoch und trägt wesentlich zur Stauproblematik im Nord-Süd-Verkehr bei. Die Motion kann in Übereinstimmung mit dem Abkommen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union ausgestaltet werden. Das ist hier klar zu betonen: in Übereinstimmung mit diesem Abkommen.
Nun, nach der deutlichen Zustimmung zur Motion im Ständerat und dem eindeutigen Antrag Ihrer vorberatenden Kommission macht sich der Bundesrat keine Illusionen, dass diese Motion abgelehnt bzw. heute nicht angenommen würde. Ich möchte namens des Bundesrates trotzdem auf drei kritische Punkte bezüglich der Umsetzung der Motion hinweisen, die es dann im Falle einer Annahme gegen die Empfehlung des Bundesrates zu prüfen gäbe.
Die Durchfahrtsabgabe wäre eine neue Abgabe für die Benutzung von öffentlichen Strassen. Eine solche grossflächige Erhebung einer Abgabe kann nach Ansicht des Bundesrates durch das Parlament kaum zu einer Ausnahme im Sinne von Artikel 82 Absatz 3 der Bundesverfassung erklärt werden. Man müsste bei einer Umsetzung die Verfassungsmässigkeit also genau prüfen.
Die Umsetzung einer solchen Durchfahrtsabgabe wäre administrativ sicher intensiv und würde Geld kosten. Voraussetzung wäre eine lückenlose Überwachung sämtlicher Grenzübergänge. Das wäre möglich, aber auch relativ komplex. Die rechtliche Umsetzung wäre eine Herausforderung. Es muss eine rechtlich belastbare Bestimmung formuliert werden, die die Wesentlichkeit eines Aufenthalts in der Schweiz abschliessend definiert. Aber das würden wir ja dann hier im Detail besprechen, wenn es um die Gesetzgebungsarbeiten geht.
Sie wissen, der Bundesrat lehnt die Einführung aus den genannten Überlegungen ab. Zur Verbesserung der Situation im Nord-Süd-Verkehr hat er verschiedene Massnahmen ergriffen, wie beispielsweise die grossräumige Realisierung von Geschwindigkeitsharmonisierungsanlagen, die Verlängerung und Dosierung von Autobahnausfahrten sowie die Umsetzung gemeinsamer Verkehrskonzepte mit den betroffenen Kantonen.
Jauslin Matthias Samuel · Mit-M · Consiglio nazionale · Argovia · Gruppo verde liberale
Herr Bundesrat, besten Dank für diese Ausführungen. Können Sie uns sagen, an wie vielen Grenzübergängen Sie zusätzlich technische Einrichtungen erstellen müssen? Also wie viele Grenzübergänge hat die Schweiz?
Rösti Albert · BR-M · Consiglio federale · Berna
Ich kann Ihnen das nicht auswendig sagen; wir werden das dann bei der Umsetzung sehen. Bei den hauptsächlichen Grenzübergängen haben wir elektronische Anlagen.
Knutti Thomas · Mit-M · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Herr Bundesrat, Sie haben richtigerweise betont, dass die Umsetzung nicht ganz einfach ist; die Problematik auf der Nord-Süd-Achse ist sehr gross, darin sind wir uns einig. Können Sie betreffend Kosten oder die tatsächliche Umsetzung in der Praxis noch genauere Angaben machen? Das ist aus meiner Sicht die grosse Problematik.
Rösti Albert · BR-M · Consiglio federale · Berna
Ich glaube, das wäre jetzt der falsche Zeitpunkt. Sie müssen uns mit der Annahme der Motion den Auftrag erteilen, und dann schauen wir, wie wir ihn umsetzen können. Dann ist es ein Auftrag. Technisch ist die Umsetzung sicher möglich. Ich habe gesagt, dass es Kosten verursacht. Es verursacht zwar administrative Kosten, aber auf der anderen Seite entstehen auch durch das bestehende Problem Kosten. Ich kann das heute nicht quantifizieren.
Pamini Paolo · Mit-M · Consiglio nazionale · Ticino · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Danke für Ihr Votum, Herr Bundesrat. Können Sie nochmals Bezug nehmen auf unsere Anfrage vom September und Ihre Antwort darauf, nämlich dass an allen Grenzübergängen auf Autobahnen, Hauptstrassen und Nebenstrassen bereits heute Kameras installiert sind, die Fahrzeugschilder erkennen können, und dass andere Länder wie Italien und Spanien über Autobahnabschnitte verfügen, auf denen die Mautgebühren automatisch und genau durch diese Erkennung erhoben werden?
Rösti Albert · BR-M · Consiglio federale · Berna
Das haben wir Ihnen damals so bestätigt. Ich bin jetzt nicht ganz sicher, ob alles, was Sie erwähnt haben, in der Antwort wirklich drin ist, aber wir haben das so bestätigt.
Votazione
Le président (Page Pierre-André, président): La majorité de la commission propose d'adopter la motion. Une minorité Schaffner et le Conseil fédéral proposent de rejeter la motion.
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 173 Stimmen
Dagegen ... 13 Stimmen
(3 Enthaltungen)