72 IV 71
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Rubrum
24. Auszug aus dem Urteil des Kassationshofes vom 8. März 1946 i. S. Duetsech gegen Egloif und Staatsanwaltschaft des Y Kantons Thurgau, Art. 303 StGB ; falsohe. Anschuldigung.
Sachverhalt
1. Unter Vorbehalt der Wiederaufnahme des Verfahrens wird die - Niehtschuld des Beschuldigten durch ein freiasprechendes Urteil oder dureh einen gegen ihn ergangenen Aufhebungsbeschluss auch für das Verfahren gegen den, der die“falsche Anschuldigung erhoben hat, verbindlich festgestellt sErw. 1).
2. Falsche Anschuldigung, begangen durch Einreichung einer Strafanzeige, die objektiv zum grössten Teil wahre Tatsachen berichtet, aber wider besseres Wissen Auslassungen, Beifügungen, falsche Verdächtigungen und die Behauptung der zum angezeigten Verbrechen oder Vergehen gehörenden gubjektiven Voraussetzungen enthält (Erw. 2).
Art. 303 CP, Déronciation calomnieuse.
1. Le juge appelé à statuer sur le crime de dénonciation calomnieuse est lié, en ce qui concerne l'innocence de la personne dénoncée et sous réserve d’une reprise de la procédure contre celle-ci, par le jugement d’acquittement dont elle a fait l'objet ou par le prononcé de non-lieu dont elle a bénéficié (consid. 1).
2, Dénonciation calomnieuse, consistant dans le dépôts d’une plainte pénale, qui relate ‘des faits vrais pour la pius grande partie, mais qui à dessein en tait d’autres, ajoute à ce qui est, émet de faux soupgons et affirme de mauvaise foi l’existence des conditions subjectives requises pour les crimes et délits dénoncés sconsid. 2).
Art. 303 CP. Denuncia mendace.
1. Tl giudice chiamato a pronunciarsi sul reato di denuncia mendace è vincolato, per quanto concerne l’innocenza della persona denunciata e con risgerva di una ripresa della procedura contro di lei, dalla sentenza di assoluzione prolata nei suoi confronti 0 dal decreto di abbandono, di cui ha beneficiato (consid. 1).
2. Denuncia mendace consistente nello sporgere una querela penale che riferisce fatti per lo più veri, ma che tace altri fatti;
lunge a quanto è, emette falsi sospetti e affflrma in mala fede Pesistenza delle condizioni soggettive richieste per i crimini 0 delitti denunciati (consid. 2).
Erwägungen
1.
Der Beschwerdeführer ist in Anwendung von Art. 303 Zif. 1 Abs, I StGB verurteilt worden. Nach dieser Bestimmung macht sich strafbar, « wer einen - Nichtschuldigen wider besseres Wissen bei der Behörde eines Verbrechens oder eines Vergehens beschuldigt, in der Absicht, eine Strafverfolgung gegen ibn herbeizuführen ». Dass Notar Eglofff der Verbrechen und Vergehen, welche ihm die Strafklage des Beschwerdeführera vorgeworfen hat, nicht schuldig ist, ergibt sich für den Riehter, der über die Anwendung des Art. 303 zu urteilen hat, verbindlich aus dem Aufhebungsbeschtuss der thurgauischen Anklagekammer vom 24. März 1944. Dieser Beschluss hat das Strafverfahren — unter Vorbehalt der Wiederaufnahme wegen neuer Tatsachen oder Beweismittel — gleich einem - gerichtlichen Urteil endgültig erledig6. Damit verträgt es sich nicht, die Schuldfrage im Verfahren wegen falscher Anschuldigung erneut zu erörtern ; das ginge gegen das Wesen des Urteils, das feststellt, was Recht ist. Die praktischen Folgen zweier sich widersprechender Entscheide, von denen der eine die Schuld verneinen, der andere síe auf Grund der gleichen Tatsachen und Beweismittel bejaben würde, wären unhaltbar, namentlich dänn, wenn ein Verurteilter mit einer Gegenanzeige wegen falscher Anechuldigung ohne Anrufung neuer Tatsachen oder Beweis-