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Mit einer Schnupper-RS für Frauen mehr Frauen und Spezialistinnen für die Armee gewinnen

21.4651 · Motion · 2021-12-17

Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport

Erledigt

Wortlaut

Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament eine Änderung des Militärgesetzes (MG) mit folgendem Inhalt vorzuschlagen:

Der Bund führt jährlich ein bis zwei freiwillige zweiwöchige vordienstliche Ausbildungslehrgänge für Interessentinnen durch.

Begründung

Für Schweizerinnen ist der Militärdienst freiwillig (Artikel 59 der Bundesverfassung).

Heute besteht für Interessentinnen kaum die Möglichkeit, einen praxistauglichen Einblick in die Militärausbildung gewinnen zu können. Infoabende oder Orientierungstage sind leider zu theoretisch, und damit wohl wenig überzeugend. E contrario ist eine direkte Anmeldung für die Rekrutenschule wiederum zu verpflichtend. Es erstaunt daher nicht, dass der heutige Frauenanteil in der Schweizerischen Armee lediglich 1 Prozent beträgt. Um Interessentinnen zu einem freiwilligen Militärdienst motivieren zu können, ist es zielführender, ihnen vorerst eine "light"-Ausbildung im Sinne eines vordienstlichen Ausbildungskurses anzubieten, dessen Absolvierung entschädigt und mittels Diploma gewürdigt wird. Nach einem ersten Kennenlernen dürfte der Zugang zur Rekrutenschule folglich niederschwelliger sein. Damit wird das bei den dienstleistungsfähigen Bürgerinnen und Bürgern vorhandene Potenzial eher ausgeschöpft, um Spezialfunktionen besetzen und eine ausgewogene Vertretung beider Geschlechter erreichen zu können. Die Schnupper-RS für Frauen würde auch die Akzeptanz und Attraktivität eines offeneren Dienstpflichtsystems - z.B. nach einem dem Norwegermodell ähnlichen System - vereinfachen, weil dannzumal schon mehr Frauen in Kaderpositionen und als Spezialistinnen in der Armee eingeteilt wären.

Antrag des Bundesrates

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.

Stellungnahme des Bundesrates

Für die Erhöhung des Frauenanteils in der Armee hat das VBS in den letzten Jahren verschiedene Massnahmen ergriffen, die sich bereits heute positiv auswirken. Leisteten 2018 noch rund 1100 Frauen Militärdienst, so sind es heute bereits rund 1500. Der Frauenanteil in der Armee ist von 0,8 Prozent auf über ein Prozent angestiegen. Im Jahr 2022 ist die Zahl an Rekrutinnen das dritte Jahr in Folge gestiegen.

Aus heutiger Sicht ist diese Zunahme unter anderem auf die höhere Sichtbarkeit von militärdienstleistenden Frauen als auch auf die verbesserte Information zurückzuführen. In den vergangenen Jahren wurden in mehreren Kantonen die Orientierungstage neugestaltet sowie das Angebot für interessierte Frauen ausgebaut. Weiter können sich Interessentinnen bereits heute an zahlreichen Berufs- und Publikumsmessen über den Militärdienst informieren. Die neugeschaffene Fachstelle "Frauen in der Armee und Diversity" betreibt seit dem 3. Januar 2022 Grundlagen- und Forschungsarbeit sowie eine Anlauf- und Meldestelle, um die Inklusion in der Armee zu steigern.

Zudem werden laufend mögliche Massnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Dienstpflicht und Familie geprüft. Die Armee prüft des Weiteren alternative Dienstleistungsmodelle, die den Armeeangehörigen mehr Flexibilität erlauben würden (siehe auch Bericht "Alimentierung von Armee und Zivilschutz" vom 26. August 2020). Weiterführende Massnahmen werden im Rahmen des zweiten Teils des Berichts zur "Alimentierung von Armee und Zivilschutz", der im Frühjahr 2022 veröffentlicht wird, ausgeführt.

Bevor der Bundesrat zusätzlich weitergehende Massnahmen beschliesst, will er die Wirkung der bereits ergriffenen Massnahmen beurteilen.

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.

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