Nachtrag 18 zu Wegleitung über die Versicherungspflicht in der AHV/IV (WVP); gültig ab 01.01.2026
Nachtrag 18 zu Wegleitung über die Versicherungspflicht in der AHV/IV (WVP)
Gültig ab 1. Januar 2026
11.25
Vorwort zum Nachtrag 18, gültig ab 1. Januar 2026
Vorliegender Nachtrag enthält gewisse Überarbeitungen, Korrektu- ren kleiner Fehler sowie Anpassungen, die dem besseren Verständ- nis dienen.
In Bezug auf die Übergangsfrist betr. die Anwendbarkeit der Unter- stellung gemäss der früheren Vo 1408/71 wurde in Rz 2009.1 präzi- siert, dass diese Frist in Bezug auf die Schweiz und die anderen EFTA-Staaten per Ende 2025 abgelaufen ist.
In Rz 2078.1 wird neu festgehalten, unter welchen Voraussetzungen vorübergehende Telearbeit in einem Vertragsstaat möglich ist.
Die Auflistung der Hilfsorganisationen wurde aktualisiert (Rz 3096).
Das Hilfsblatt für die Bestimmung des anwendbaren Sozialversiche- rungsrechts bei Mehrfachtätigkeit nach Vo (EG) Nr. 883/2004 und Vo (EG) Nr. 987/2009 in Anhang 10 wurde aktualisiert, indem na- mentlich die Telearbeit integriert worden ist.
Im Anhang 15 erfolgten gewisse Präzisierungen betreffend die zu Frankreich gehörenden Departemente, Inseln und Gebiete, auf wel- che die Vo 883/2004 Anwendung findet.
Die Änderungen sind mit dem Vermerk 1/26 gekennzeichnet.
Abkürzungen
AIG Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Aus- länder und über die Integration (Ausländer- und Integrationsgesetz; SR 142.20)
Auswahl des Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AHV- BSV Beitragsrecht ausgewählt vom BSV
2009 Für die Versicherungsunterstellung von Personen, die im
1/16 Gebiet der EU und der Schweiz arbeiten und die Staatsan- gehörige der Schweiz oder eines EU- Staates sind, ist das Abkommen mit der EU anwendbar. Für die Versicherungsunterstellung von Personen, die im Gebiet der EFTA und der Schweiz arbeiten und die Staats- angehörige der Schweiz oder eines EFTA-Staates sind, ist das EFTA-Übereikommen anwendbar. Dasselbe gilt für Flüchtlinge und Staatenlose mit Wohnsitz in der Schweiz oder der EU bzw. der EFTA (s. Rz 3095). Für die Versicherungsunterstellung von allen anderen Staatsangehörigen gilt entweder das bilaterale Sozialversi- cherungsabkommen mit dem betreffenden EU-Staat bzw. das Sozialversicherungsabkommen mit Liechtenstein oder Norwegen oder das AHVG.
2009.1 Seit 1. April 2012 gelten im Verhältnis Schweiz – EU die
1/26 Vo 883/2004 und 987/2009. Seit 1. Januar 2016 gelten diese Verordnungen (inkl. die Anpassungen gestützt auf die Vo 465/2012) ebenfalls für die EFTA. Personen, die nach den Bestimmungen der Vo 883/2004 den Rechtsvorschriften eines anderen Mitgliedstaates un- terliegen als nach Titel II der Vo 1408/71, bleiben während maximal zehn Jahren (EU: Dies galt bis 31. März 2022; EFTA: Dies galt bis 31. Dezember 2025) weiterhin den Rechtsvorschriften gemäss Vo 1408/71 unterstellt, solange sich der zugrunde liegende Sachverhalt nicht ändert (Art. 87 Abs. 8 Vo 883/2004). Dasselbe gilt – im Verhältnis zur EU – für die Änderungen gemäss der am 1. Januar 2015 in Kraft getretenen Vo 465/2012 (Art. 87a Abs. 1 Vo 883/2004), welche eben- falls eine Übergangsfrist von zehn Jahren vorsieht (bis 31. Dezember 2024).
2034 Die Entsendung für Telearbeit darf grundsätzlich nicht län-
1/26 ger als 24 Monate dauern und ist nicht verlängerbar.
2078.1 Die Ausgleichskasse kann eine Entsendung bei vorüberge-
1/26 hender grenzüberschreitender Telearbeit (100% der Ar- beitszeit) in einen Vertragsstaat (ausser dem Vereinigten
Königreich, s. Rz 2078) genehmigen, wenn zwingende per- sönliche Gründe vorliegen (medizinische Gründe, Pflege von Angehörigen oder Begleitung eines entsandten Ehe- partners). Eine Verlängerung über die im Abkommen vor- gesehene Dauer hinaus wird grundsätzlich nicht akzeptiert.
3039.2 Die Staatsangehörigen der nachfolgenden Staaten:
1/24 – Albanien – Bosnien und Herzegowina – Brasilien – Kosovo – Montenegro – Nordmazedonien – Philippinen – Serbien – Tunesien – Uruguay, welche im Dienst einer diplomatischen Mission oder eines konsularischen Postens eines Nichtvertragsstaates lokal angestellt sind und sich weder in diesem Staat noch in ih- rem Heimatstaat versichern können, sind in der AHV/IV/EO und ALV versichert.
3048 Personen, die in den nachfolgenden Staaten zur Dienst-
1/24 leistung bei einer diplomatischen Mission oder einem kon- sularischen Posten der Schweiz lokal eingestellt werden (Lokalangestellte), sind nicht in der AHV/IV/EO und ALV versichert. Sie können allerdings innerhalb einer Frist von drei Monaten (Chile, Philippinen und Türkei 6 Monate) seit dem Beginn ihrer Erwerbstätigkeit verlangen, in der AHV/IV/EO und ALV versichert zu werden. Diese Vorschrift gilt für diplomatische Missionen und konsularische Posten der Schweiz in: – Albanien (nur Schweizer Staatsangehörige) – Bosnien und Herzegowina – Brasilien (nur Schweizer Staatsangehörige) – Bulgarien (nur Angehörige eines Nicht-EU-Mitgliedstaa- tes, der Schweiz) – Chile (nur Schweizer Staatsangehörige) – Kosovo (nur Schweizer Staatsangehörige)
– Kanada (Versicherung in der Schweiz ist nur möglich für in Kanada wohnhafte Schweizer Staatsangehörige) – Kroatien (nur Angehörige eines Nicht-EU-Mitgliedstaats, der Schweiz) – Liechtenstein (nur Staatsangehörige eine Nicht-EFTA- Mitgliedstaats) – Montenegro – Nordmazedonien – auf den Philippinen – Serbien (nur Schweizer Staatsangehörige) – der Türkei (nur Schweizer Staatsangehörige) – Tunesien (nur Schweizer Staatsangehörige) – Uruguay.
3049 Die Regelung gemäss Rz 3048 gilt ferner entsprechend für
1/24 die privaten Hausangestellten von Mitgliedern der diploma- tischen Mission oder des konsularischen Postens in folgen- den Staaten: – Albanien (nur Schweizer Staatsangehörige) – Bosnien und Herzegowina – Brasilien (nur Schweizer Staatsangehörige) – Bulgarien (nur Angehörige eines Nicht-EU-Mitgliedstaa- tes, der Schweiz) – Chile (nur Schweizer Staatsangehörige) – Kosovo (nur Schweizer Staatsangehörige) – Kroatien (nur Angehörige eines Nicht-EU-Mitgliedstaa- tes, der Schweiz) – Liechtenstein (nur Angehörige eines Nicht-EFTA-Mit- gliedstaates) – Montenegro – Nordmazedonien – auf den Philippinen – der Türkei (nur Schweizer Staatsangehörige) – Tunesien (nur Schweizer Staatsangehörige) – Uruguay.
3095 Flüchtlinge und Staatenlose (für die Definition s. Rz 1032),
1/26 die in der Schweiz oder in einem EU- bzw. EFTA-Staat wohnen und in einem anderen Staat arbeiten, werden für die Unterstellung wie Staatsangehörige dieser Staaten be- handelt.
3095.1 Die bilateralen Sozialversicherungsabkommen sind grund-
1/26 sätzlich auch auf die in einem Vertragsstaat wohnenden Flüchtlinge und Staatenlose anwendbar.
3096 Schweizerbürgerinnen und -bürger, die ausserhalb der EU
1/26 oder der EFTA und ausserhalb eines Vertragsstaates für eine der unten erwähnten Hilfsorganisationen arbeiten, sind obligatorisch in der AHV/IV/EO und ALV versichert: – Aqua Alimenta, Zürich; – Biovision-Stiftung für ökologische Entwicklung, Zürich; – Brücke – Le Pont, Freiburg; – CARITAS, Luzern; – Centre Ecologique Albert Schweizer (CEAS), Neuen- burg; – Christoffel Blindenmission (CBM), Thalwil; – Enfants du Monde, Le Grand-Saconnex; – FAIRMED, Bern; – Fastenaktion, Luzern; – Fondation Hirondelle, Lausanne; – Fondation Terre des hommes, Lausanne; – FRIEDA - die feministische Friedensorganisation, Bern; – Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz (HEKS), Zürich; – HELVETAS, Zürich; – IAMANEH Schweiz, Basel; – von Interaction, Bern: Medair, Mission Aviation Fel- lowship Switzerland, Morija, Lepra-Mission Schweiz, FH Suisse und World Vision Switzerland et Liechten- stein; – sämtliche Mitgliederorganisationen des Dachverbandes Kooperationsgemeinschaft (KoGe), Basel, siehe dazu die Liste unter https://koge.ch/public/ueber-uns/; – Ärzte ohne Grenzen (Médecins sans frontières Suisse; MSF), Genf; – Médecins du Monde Suisse, Neuenburg; – Save the Children Schweiz, Zürich; – Schweizerisches Rotes Kreuz (SRK), Bern; – Skat Foundation, St. Gallen; – Solidar Suisse, Zürich; – SolidarMed; Luzern; – Stiftung Kinderdorf Pestalozzi SKP, Trogen;
– SWISSAID, Bern; – SWISSCONTACT, Zürich; – Terre des hommes schweiz, Basel; – Terre des hommes Suisse, Genf; – sämtliche Mitgliederorganisationen des Dachverbandes- UNITE, Bern, siehe dazu die Liste unter www.unite- ch.org; – Vétérinaires sans Frontières Suisse, Bern; – Vivamos Mejor, Zürich; – WWF, Zürich; – Women’s Hope International (WHI), Bern.
3104.7 Auf dem individuellen Konto ist die Beitragszeit (Monate
1/26 und Jahr) sowie das Einkommen von null ergänzt mit dem Code D für alle Jahre, in denen die Voraussetzungen der Weiterversicherung nachweisbar erfüllt waren, einzutragen (s. Wegleitung zum Versichertenregister (WL-VR),
Ziff. 3.3.18 „IK Meldung“, „EintragungIKMeldung“,
„CodeADS“). Als Erläuterung des Codes D ist auf den IK- Auszügen der Text „Nichterwerbstätiger Ehegatte im Aus- land“ zu verwenden (für ein Beispiel, s. Anhang 5
4052 Die Kasse prüft, ob die Beitrittsbedingungen erfüllt werden
1/10 (für die zuständige Ausgleichskasse, s. Rz 1030.4 WBB). Bei Ablehnung des Begehrens eröffnet sie den Entscheid mit einer einsprachefähigen Verfügung. Bei Gutheissung des Begehrens erfasst sie die betreffende Person als Ar- beitnehmerin bzw. Arbeitnehmer ohne beitragspflichtigen Arbeitgebenden (ANOBAG; Art. 6 AHVG) oder gegebenen- falls als Selbstständigerwerbende (Art. 8 AHVG) und setzt die Beiträge mit einer beschwerdefähigen Verfügung fest.
4068 Auf dem individuellen Konto ist die Beitragszeit (Monate
1/26 und Jahr) sowie das Einkommen von null ergänzt mit dem Code D einzutragen (s. Wegleitung zum Versichertenregis- ter (WL-VR), Ziff. 3.3.18 „IK Meldung“, „EintragungIKMel- dung“, „CodeADS“). Als Erläuterung des Codes D ist auf den IK-Auszügen der Text „Nichterwerbstätiger Ehegatte im Ausland“ zu verwenden (für ein Beispiel, s. Anhang 5
Anhang 10: Hilfsblatt für die Bestimmung des anwendbaren So- zialversicherungsrechts bei Mehrfachtätigkeit nach Vo (EG) Nr. 883/2004 und Vo (EG) Nr. 987/2009
Anhang 15: EU- bzw. EFTA-Gebietszugehörigkeiten
Das Abkommen mit der EU ist auf folgende Gebiete anwendbar:
– Das Königreich Belgien, die Republik Bulgarien, das Königreich Dänemark, die Bundesrepublik Deutschland, die Republik Est- land, die Republik Finnland, die Französische Republik, die Re- publik Griechenland, Irland, die Italienische Republik, die Republik Kroatien, die Republik Lettland, die Republik Litauen, das Gross- herzogtum Luxemburg, die Republik Malta, das Königreich der Niederlande, die Republik Österreich, die Republik Polen, die Por- tugiesische Republik, Rumänien, das Königreich Schweden, die Republik Slowenien, die Slowakische Republik, das Königreich Spanien, die Tschechische Republik, die Republik Ungarn und die Republik Zypern. – Dies zu Frankreich gehörenden Departemente/Inseln/Gebiete: Französisch-Guyana, Guadeloupe (enthält die Inseln la Désirade, les Saintes und Marie-Galante), Martinique, Mayotte, la Réunion, Saint-Barthélemy und der französische Teil von Saint-Martin. – Die portugiesische Inselgruppe Azoren und Madeira. – Die spanische Inselgruppe Balearen und die kanarischen Inseln – Die spanischen Städte von Ceuta und Melilla (Enklaven in marok- kanischem Gebiet). – Ålandinseln.
Das Abkommen mit der EU ist auf folgende Gebiete nicht an- wendbar:
– Andorra (Fürstentum von Andorra) – Aruba – Färöer-Inseln – Französisch-Polynesien – französische Süd- und Antarktisgebiete – Grönland – Inseln Wallis und Futuna – Monaco (Fürstentum von Monaco) – Neukaledonien und seine Nebengebiete – niederländische Antillen (Bonaire, Curaçao, Saba, Sint Eustatius, Sint Maarten) – San Marino
– St. Pierre und Miquelon – Vatikan – Zypern, nördlicher Teil (Türkische Republik Nordzypern).
Das EFTA-Übereinkommen ist auf folgende Gebiete anwend- bar:
– Republik Island, Fürstentum Liechtenstein, Königreich Norwegen, Schweizerische Eidgenossenschaft.
Das EFTA-Übereinkommen ist auf folgende Gebiete nicht an- wendbar:
– Das norwegische Territorium von Svalbard (Spitzbergen).