Geltung: Wie spätere Gerichte diesen Entscheid behandelt haben, wurde nicht ausgewertet. Keiner der 3 zitierenden Entscheide wurde ausgewertet.

RRB Nr. 1098/2017

Schulrauminfrastruktur Sekundarstufe II: Regionalstrategie "Winterthur u.U.", Kenntnisnahme

Rubrum

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 22. November 2017

1098. Schulrauminfrastruktur Sekundarstufe II: Regionalstrategie «Winterthur und Umgebung»

Erwägungen

1. Ausgangslage Die Bevölkerung im Kanton Zürich wächst von 2014 bis 2040 gemäss Prognosen um 24% (Statistisches Amt des Kantons Zürich, Bevölkerungsprognosen 2016). Dies führt in den nächsten Jahren zu einer Zunahme an Schülerinnen und Schülern auf der Sekundarstufe II. Für die Region Winterthur und Umgebung wird mit einer Zunahme der Zahl der Mittelschülerinnen und Mittelschüler von rund 550 (+22%) gerechnet, im Bereich der Berufsfachschulen, insbesondere in den Berufsfeldern Gesundheit und Soziales, mit einer Zunahme von rund 2600 (+25%) Lernenden. Der Regierungsrat hat mit Beschluss Nr. 376/2013 die Grundsätze für die Entwicklung der räumlichen Infrastruktur für den Schulraum der Sekundarstufe II festgelegt. Er hat die Bildungsdirektion beauftragt, in Zusammenarbeit mit der Baudirektion regionale Strategien auszuarbeiten und entsprechende Anträge zu unterbreiten. Inzwischen wurden folgende regionale Strategien beschlossen: – die Regionalstrategie 1, Stadt Zürich, «Berufsbildungsmeile» (RRB Nr. 850/2016); – die Regionalstrategie 3, «Pfauen» und rechtes Zürichseeufer, die aus folgenden Beschlüssen besteht: Vorlage 5261, Errichtung einer Kantonsschule in Uetikon am See, sowie RRB Nrn. 1064/2014 und 975/2016, Verlegung des Bildungszentrums für Erwachsene (BiZE) in die Militärkaserne; – die Regionalstrategie 4, Knonaueramt/Limmattal/Zürich-West (RRB Nr. 1375/2014). Neu liegen die Grundlagen für die Festlegung der «Regionalstrategie 6 Winterthur und Umgebung, Sekundarstufe II» vor. Das Mittelschul- und Berufsbildungsamt beauftragte Wüest Partner AG, Zürich, mit der Ausarbeitung einer Strategie mit Bestandesanalyse, langfristiger Bedarfsermittlung sowie Lösungsansätzen für die Abdeckung des Schulraumbedarfs. Die Strategie umfasst die Kantonsschule Büelrain, die Kantonsschulen Im Lee und Rychenberg sowie die Berufsbildungsschule Winterthur, die Berufsfachschule Winterthur, die Wirtschaftsschule Kaufmännischer Verband Winterthur mit privater Trägerschaft sowie das Zentrum für Ausbildung im Gesundheitswesen.

2. Ergebnisse

2.1 Schulraumbedarf Mittelschulen und Berufsfachschulen Die Berechnungen der heutigen Auslastung zeigen sowohl für die Mittelschulen als auch für die Berufsfachschulen, dass sie bei den Schulzimmern im Bereich der angestrebten Werte oder leicht darüber liegen. Mit dem erwarteten Schülerzuwachs in den nächsten Jahren werden die angestrebten Auslastungen sowohl bei den Mittelschulen als auch bei den Berufsfachschulen mehrheitlich deutlich übertroffen. Der Einsatz neuer Medien, Informationskanäle und neuer Lehr- und Lernformen (z. B. Blended Learning) führte bisher nicht zu einem geringeren Bedarf an Schulraum. Insbesondere die Kantonsschule Rychenberg weist im Bereich der Unterrichtszimmer und Fachzimmer Nutzungen über den angestrebten Auslastungen auf. Gesamthaft über alle drei Mittelschulen betrachtet, werden bis 2030 rund 20–30 zusätzliche Unterrichtszimmer und drei Turnhallen benötigt. Die Berechnung für die Berufsfachschulen zeigt, dass die Auslastung sowohl beim Zentrum für Ausbildung im Gesundheitswesen als auch bei der Wirtschaftsschule Kaufmännischer Verband Winterthur zurzeit geringfügig über den angestrebten Werten liegt. Bei der Berufsbildungsschule Winterthur liegt die Auslastung knapp unter der angestrebten Grösse. Bei der Berufsfachschule Winterthur trifft dies nur aufgrund der Nutzung von Mietflächen zu. Im Bereich Sport ist zurzeit die Auslastung einzig bei der Berufsbildungsschule Winterthur und beim Zentrum für Ausbildung im Gesundheitswesen unterhalb der Zielvorgabe. Bis 2030 ergibt sich ein Bedarf von rund 35 zusätzlichen Unterrichtszimmern und vier bis fünf Turnhallen.

2.2 Umsetzungsbedarf Mittelschulen Gestützt auf den prognostizierten Flächenbedarf wurden unterschiedliche Lösungsvarianten geprüft. Die Variante A legt den Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung der bestehenden Standorte. Mit der Variante B wird vorgeschlagen, das Angebot der Kantonsschule Büelrain auf das Gymnasium zu konzentrieren und die Handelsmittelschule und die Informatikmittelschule an einem neuen Standort zu führen und so Platz für den Zuwachs im Gymnasium zu erhalten. Variante C schlägt vor, mit einem Neubau an der Tösstalstrasse 29/31 den Zuwachs aufzufangen. Als tragfähigste Variante erweist sich die Variante A mit einer Konzentration des Schulbetriebes an den drei bestehenden Kantonsschulstandorten und einem Neubau von rund 20–30 Unterrichtszimmern und drei Turnhallen im bestehenden Perimeter der Kantonsschulen Rychenberg und Im Lee.

Da vor allem an der Kantonsschule Rychenberg mit einem zusätzlichen Kapazitätsbedarf zu rechnen ist, liegt das Schwergewicht dieser Variante auf der Entwicklung im Perimeter der Kantonsschulen Rychenberg und Im Lee. Diese Schulen sollen im Bereich der Unterrichtszimmer, Chemie und Bildnerisches Gestalten zusammenarbeiten, wie bereits beim Sport, wodurch die Kantonsschule Rychenberg entlastet wird. Langfristig soll ein Ersatzneubau an der Kantonsschule Im Lee – z. B. am Standort des heutigen Varielbaus – mit rund 20–30 Unterrichtszimmern erstellt werden. Zudem wird der Bau von drei Turnhallen im Areal der Kantonsschulen Rychenberg und Im Lee geplant.

2.3 Umsetzungsbedarf Berufsfachschulen Gestützt auf den prognostizierten Flächenbedarf wurden unterschiedliche Lösungsvarianten geprüft. Bei der Variante A wird der Schwerpunkt auf die Konzentration der einzelnen Schulen an ihren jeweiligen Standorten gelegt. Die Variante B beabsichtigt eine Clusterbildung Gesundheit und Soziales, z. B. beim Sulzer-Areal, verbunden mit einer Entlastung der Berufsfachschule Winterthur. Die Variante C geht von einer Auslagerung des Zentrums für Ausbildung im Gesundheitswesen an einen noch nicht bestimmten Standort und einem Neubau an der Tösstalstrasse aus. Als tragfähigste Variante erweist sich die Variante A. Auf zusätzliche Mietflächen soll soweit als möglich verzichtet werden. Nachdem die Prüfung einer möglichen Nutzung des Werks 1 auf dem Sulzer-Areal für die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften zu keinem positiven Ergebnis geführt hat, wird auch im Bereich der Sekundarstufe II auf eine Weiterentwicklung von weiteren Neubauten als Mietlösungen für Bildungszwecke auf dem Sulzer-Areal abgesehen. Hingegen soll ein Neubau an der Tösstalstrasse, gegenüber den bestehenden Bauten der Berufsfachschule Winterthur und angrenzend an die Wirtschaftsschule Kaufmännischer Verband Winterthur, mit 40–50 Unterrichtszimmern und drei Turnhallen errichtet werden. Diese Vorgehensweise ermöglicht die Abdeckung des prognostizierten Schulraumbedarfs und die Aufgabe von dezentralen Mietflächen. Diese Entwicklungsstrategie wurde durch den Regierungsrat mit dem Kauf der dazu benötigten Landflächen gemäss RRB Nrn. 936/2011 und 173/2016 bereits eingeleitet. Durch die zusätzlichen Flächen im Neubau kann die Berufsfachschule Winterthur Mietflächen abgeben. Dadurch konzentriert sich der Perimeter der Schule auf den Bereich des Stammschulhauses an der Tösstalstrasse. Mit der Übernahme der ehemaligen Mietflächen der Berufsfachschule Winterthur kann das Zentrum für Ausbildung im Gesundheitswesen seinen bestehenden Standort im Bereich Turbinen-/Zürcherstrasse festigen und ausbauen.

3. Nächste Schritte Auf der Grundlage der Erkenntnisse aus der Regionalstrategie 6 sind im Bereich der Mittelschulen mittelfristig die Voraussetzungen für die Planung und den Bau dreier Turnhallen und eines Neubaus für 20–30 Unterrichtszimmer im Perimeter der Kantonsschulen Rychenberg und Im Lee zu schaffen. Für die Berufsfachschulen sind grundlegende Entscheide für die Erweiterung im Bereich der Tösstalstrasse mit den getätigten Grundstückkäufen bereits getroffen worden. Die laufende Erarbeitung des kantonalen Gestaltungsplanes schafft die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Umsetzung des Neubaus an der Tösstalstrasse. Auf dieser Grundlage ist mit der Planung für den Bau von drei Turnhallen und rund 40–50 Unterrichtszimmern zu beginnen. In Abstimmung mit der baulichen Entwicklung können die Mietflächen künftig entsprechend verringert werden.

Dispositiv

Auf Antrag der Bildungsdirektion und der Baudirektion beschliesst der Regierungsrat:

I. Der Bericht «Regionalstrategie 6 Winterthur und Umgebung, Schulen Sekundarstufe II» vom 19. September 2017 von Wüest Partner AG, Zürich, wird zur Kenntnis genommen.

II. Der Regionalstrategie wird gemäss Ziff. 2 festgesetzt.

III. Die Bildungsdirektion und die Baudirektion werden mit der Umsetzung beauftragt.

IV. Mitteilung an die Finanzdirektion, die Baudirektion und die Bildungsdirektion.

Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:

Husi

Cità en