25.061
Gaststaat 2026-2029
Michel Matthias · Mit-M · Ständerat · Zug · FDP-Liberale Fraktion
Der Bundesrat legt mit dieser Botschaft die Grundlage dafür, wie die Rolle der Schweiz als Gaststaat in den nächsten vier Jahren zu sichern ist. Der Bundesrat spricht sogar von einer Stärkung der Gaststaatrolle. Angesichts der Krise des Multilateralismus, des Rückzugs einiger Länder aus ihren entsprechenden Engagements gegenüber internationalen Organisationen und der gleichzeitig steigenden Konkurrenz anderer Länder im Bestreben, Gaststaat zu sein, kann man eigentlich schon dankbar sein, wenn die Schweiz und insbesondere Genf unsere Rolle als Gaststaat sichern können. Das Paket für die nächsten vier Jahre umfasst entsprechend dem Entwurf zum Bundesbeschluss erstens den Hauptkredit von 122,6 Millionen Franken, zweitens einen Beitrag an die Sicherheit und den Aussenschutz der Standorte internationaler Organisationen und drittens ein Darlehen an die Immobilienstiftung Fipoi.
Der Zahlungsrahmen gemäss Artikel 1 des Bundesbeschlusses in der Höhe von 122,6 Millionen Franken setzt sich zum einen entsprechend den vier Handlungsfeldern der Botschaft zusammen: rund 33 Millionen Franken zur Ansiedlung internationaler Organisationen, rund 52 Millionen Franken für die Sicherung der guten Infrastruktur, 10 Millionen Franken für die Förderung von Partnerschaften sowie 14 Millionen Franken für die Gouvernanz der neuen Technologien. Dies sind die vier Handlungsfelder.
Inbegriffen ist im Hauptkredit zum andern ein dringlicher Kredit von 21,5 Millionen Franken. Er ist Teil eines dringlichen Massnahmenpakets für die Jahre 2025 und 2026. Dieses dient hauptsächlich dazu, den Erlass der Rückzahlung von Darlehen internationaler Organisationen an die Immobilienstiftung Fipoi zu finanzieren. Dies war und ist nach wie vor eine Notmassnahme, deren Tranche für das Jahr 2025 unser Rat letzte Woche - Sie mögen sich erinnern - im Rahmen des Nachtrags II genehmigt hat. Die Tranche für das Jahr 2026 würden wir heute genehmigen. Wie schon letzte Woche sei nochmals erwähnt, dass diese dringlichen Massnahmen, insbesondere die Aussetzung von Darlehensrückzahlungen, nicht bedingungslos gewährt werden, sondern an die Bedingung geknüpft sind, dass die in Genf ansässigen Organisationen während zehn Jahren mit ihren Arbeitsplätzen dort verbleiben.
Jetzt noch ein Wort zur strategischen Einordnung dieser vierjährigen Botschaft: Die Botschaft entspricht den vom Bundesrat gesetzten und vom Parlament weitgehend selbst genehmigten strategischen Prioritäten. Dazu drei Hinweise: Erstens hat das Parlament die Legislaturplanung genehmigt, mit dem klaren Ziel, die Rolle der Schweiz als Gaststaat nicht nur zu sichern, sondern zu stärken. Zweitens haben wir bei der Beratung der Aussenpolitischen Strategie 2024-2027 vor einem Jahr in diesem Rat die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des internationalen Genf ausdrücklich begrüsst. Drittens umfasst die nationale Cyberstrategie - es ist eine Strategie des Bundesrates - die Verbesserung der allgemeinen Rahmenbedingungen für den Schutz des internationalen Genf vor Angriffen aus dem Cyberraum. Dieser Schutz vor Cyberangriffen ist ja auch dem Parlament aufgrund verschiedener Motionen generell ein Anliegen. Hier wird er nun für das internationale Genf operationalisiert.
Das Fazit aus diesen strategischen Vorgaben: Die Vorlage des Bundesrates ist eine Operationalisierung dieser strategischen Ziele, welche das Parlament jeweils unterstützt hat. Entsprechend rechtfertigt sich aus unserer Sicht auch die Erhöhung dieses Zahlungsrahmens um 5 Prozent im Vergleich zur Vorperiode.
Noch drei Hinweise im Rahmen des Eintretens:
1. Es scheint mir wichtig, zu betonen, dass diese Kredite nicht irgendwo im Ausland und nicht für dort tätige NGO eingesetzt werden. Es handelt sich nicht um Entwicklungszusammenarbeit, sondern um eine Sicherung und Stärkung des Standorts Schweiz im Inland für den Verbleib und die weitere Ansiedlung internationaler Organisationen. Es ist Standortpolitik.
2. Zentral ist diese Stärkung auch mit Blick auf das konkurrierende Umfeld. Nie zuvor war das Buhlen um die Ansiedlung internationaler Organisationen stärker als heute. Es ist ja eigentlich etwas speziell: Zum einen ist der Multilateralismus in der Krise, und zum andern konkurrieren global gleichwohl viele Standorte gerade um die Ansiedlung internationaler Organisationen und um die Durchführung von Konferenzen. Wir liessen uns in der Kommission von der Verwaltung Unterlagen zur Konkurrenzsituation zukommen; diese wurde analysiert. Es wurden 24 Konkurrenzstandorte weltweit analysiert, und 14 davon stehen, gemäss der Beurteilung der Verwaltung, in starker Konkurrenz zur Schweiz. Diese befinden sich hauptsächlich in Europa - Berlin, Paris, Bonn, Wien, Valencia -, dann aber auch im arabischen Raum.
3. Ein abschliessender Gedanke zum Eintreten: Wenn es in den Diskussionen jeweils um Neutralitätspolitik oder um das Engagement der Schweiz für Frieden und Humanität in der Welt geht, besteht, so glaube ich, doch mehrheitlich ein Konsens zwischen unseren Räten darüber, dass die Schweiz ihre Stärke als sicherer und vertrauenswürdiger Ort für Friedensgespräche, für internationale Konferenzen und als Sitz internationaler Organisationen ausspielen soll - ja, dass wir diese Stärke ausbauen sollen. Wir tun dies mit den bekannten Schweizer Qualitäten: Sicherheit, Zuverlässigkeit, Tradition, Hort der Vernetzung. Andere können diese nicht einfach mit Geld einkaufen, auch wenn das versucht wird.
Aber ein gewisses Mass an Investitionen braucht es auch. Es ist wie bei der Renovation bzw. der aktuellen Ausrüstung eines bewährten, schon älteren und traditionsreichen Hauses. Es geht nicht um Luxus wie goldene Wasserhähne. Aber es geht darum, das Haus instand zu halten, es in der Krise des Multilateralismus erdbebensicher zu machen, es mit den heutigen notwendigen digitalen Infrastrukturen auszurüsten. Um das geht es. Diese Ausführungen zeigen, dass aus Sicht der Mehrheit der Kommission auch der Umfang dieser Kredite notwendig ist. Ich komme bei den Minderheiten darauf zu sprechen.
Mit diesen Worten danke ich Ihnen für das Eintreten, das die Kommission einstimmig beantragt.
Sommaruga Carlo · Mit-M · Ständerat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion
En tant qu'élu genevois, mais aussi en tant qu'auteur de la motion 12.4267, "Renforcer la Genève internationale et la Suisse comme places d'accueil de la diplomatie internationale et multilatérale", acceptée en 2014 déjà par les deux conseils, et à l'origine des messages périodiques en faveur de l'État hôte, la transmission du message concernant les mesures à mettre en oeuvre pour renforcer le rôle de la Suisse comme État hôte pour la période 2026 à 2029 par le Conseil fédéral au Parlement est non seulement un moment significatif de politique extérieure, mais aussi un rappel de la nécessaire continuité de l'engagement de notre Parlement en faveur de la Genève internationale. Cette année, la transmission du message par le Conseil fédéral et son traitement au Parlement interviennent dans un contexte particulier. D'une part, ce message arrive avec deux ans de retard, dès lors que le dernier message couvrait la période 2020-2023. Vu ce retard de traitement, qui a poussé à s'interroger, à l'époque, sur la volonté réelle du Département fédéral des affaires étrangères de poursuivre son effort pour la Suisse et la Genève internationale, le Conseil fédéral a passé une période transitoire de deux ans sans nouvelle impulsion stratégique, en prolongeant les mesures du message précédent pour les années 2024 et 2025. Finalement, le message en faveur de la Genève internationale et de la Suisse internationale, c'est-à-dire le message pour l'État hôte, avec les mesures et les moyens financiers, est là - et c'est l'essentiel. D'autre part, ce message pour la période 2026-2029 arrive alors que l'architecture juridique mondiale, construite patiemment depuis la fin de la Deuxième Guerre mondiale, se défait progressivement.
Premièrement, l'agression de l'Ukraine par un membre permanent du Conseil de sécurité, en violation crasse de la Charte des Nations Unies, se poursuit. La Chine remet en cause de manière frontale les valeurs universelles des droits de l'homme et réprime en masse les Tibétains et les Ouïghours. Aux USA, on assiste à la mise en place unilatérale, par la force ou par des ukases présidentiels, de la domination militaire, financière, industrielle, commerciale, scientifique et culturelle à travers le monde, sans aucune considération pour le droit international, les engagements multilatéraux, ni pour l'ONU et les organisations onusiennes, qui sont asséchées financièrement, sans parler non plus de la volonté de détruire l'Union européenne, comme cela ressort clairement de la "National Security Strategy" publiée par le président Trump la semaine dernière.
En Palestine, on assiste à la violation délibérée du droit international, tout particulièrement du droit international humanitaire, avec le génocide qu'Israël poursuit encore aujourd'hui à Gaza. Au Soudan, les massacres de masse se poursuivent sans que rien ni personne ne les arrête. En République démocratique du Congo (RDC), la population et surtout les femmes subissent l'agression sanguinaire du Rwanda par le truchement du M23 pour accéder à de précieux minerais vendus aux plus grandes puissances économiques. Les avis de la Cour internationale de justice sont ignorés, et les juges de la Cour pénale internationale sont mis sous sanction pour les forcer à abandonner des procédures.
La diplomatie internationale et le multilatéralisme, dont la Genève internationale est la capitale opérationnelle, avec ses 46 organisations internationales, 183 représentations diplomatiques et 460 organisations non gouvernementales, plus de 6000 conférences de tous types chaque année et 32 000 fonctionnaires, subit de plein fouet ces coups de boutoir. Cela s'est traduit par la diminution drastique des budgets des organisations internationales, avec pour conséquence, certes, des programmes bienvenus d'amélioration de l'efficience, mais également des réductions rapides du nombre de collaboratrices et collaborateurs, ainsi que le déplacement de nombreux postes de travail de New York et de Genève vers des hubs thématiques internationaux dans les pays du Sud nettement moins chers, et ce, sur instruction du secrétaire général des Nations Unies.
Aujourd'hui, on estime déjà à près de 3000 les emplois supprimés au sein des organisations gouvernementales et non gouvernementales internationales de la Genève internationale. À cela s'ajoute la concurrence de villes et pays qui disposent de moyens financiers considérables, comme le Qatar, qui avance discrètement ses pions pour attirer chez lui des conférences et le siège d'organisations.
Pour la Confédération, et cela ressort bien du message du Conseil fédéral, consolider la Genève internationale, ce n'est pas combler les coupes financières des USA ou la réduction des contributions d'autres pays, ce qui serait de toute façon impossible, mais c'est contribuer, avec des mesures ciblées très concrètes, à l'accompagnement des organisations internationales dans la phase de restructuration actuelle, favoriser le maintien à Genève des directions stratégiques des organisations internationales, renforcer les hubs thématiques déjà existants à Genève, comme la santé, les droits de l'homme, l'humanitaire, le commerce ou le désarmement et, finalement - ce qui est essentiel - garantir la pérennité de la plateforme diplomatique multilatérale la plus large possible.
En deux mots, soutenir la Genève internationale, et donc le projet en lien avec le message du Conseil fédéral, c'est soutenir le multilatéralisme, qui décline ; un acte essentiel de notre politique extérieure.
Couper les crédits ou réduire les crédits de l'État hôte, c'est de fait soutenir l'objectif des grandes puissances d'affaiblir le multilatéralisme.
J'aimerais rappeler ici que le canton de Genève n'a pas attendu l'action et le message du Conseil fédéral pour agir. Depuis de nombreuses années, le canton engage annuellement environ 7 millions de francs en faveur de l'État hôte à Genève. Cette année, dans un contexte extraordinaire et d'urgence, le canton a même anticipé et stimulé l'engagement de la Confédération, assumant très rapidement ses responsabilités de canton hôte face aux soudaines coupes de l'USAID. Il l'a fait d'une part, en votant, en février 2025 déjà, une aide urgente de 10 millions de francs destinée aux ONG internationales sises à Genève, pour assurer à titre transitoire le paiement des salaires. D'autre part, il a créé, en mai 2025, une fondation dotée de 50 millions de francs ayant pour objectif d'aider les organisations internationales à trouver de nouveaux modèles de fonctionnement face à la pression financière, d'encourager de nouvelles formes de collaboration au sein de la Genève internationale et enfin, de défendre le multilatéralisme.
Avec son message du 20 juin 2025, qui propose un crédit de 130,4 millions de francs et un prêt de 78 millions de francs en faveur de la Fipoi pour procéder à la rénovation des bâtiments appartenant à la fondation, le Conseil fédéral vise juste, même s'il le fait - de mon point de vue - de manière trop modeste. Les quatre axes stratégiques qui figurent dans le message et que le rapporteur a évoqués répondent de manière adéquate aux défis actuels connus. Reste que le Conseil fédéral n'a pas prévu de réserves pour les situations de crise qui ne manqueront pas de se présenter ces quatre prochaines années, ce qui justifie la proposition de minorité demandant 30 millions de francs de plus.
Avant de conclure, je tiens à m'arrêter un instant sur le soutien à la Fipoi, organisme central de consolidation de la Genève internationale.
La semaine passée, notre chambre a largement adopté, dans le cadre du supplément II au budget 2025, des moyens supplémentaires en faveur de la Fipoi permettant de supprimer le remboursement des tranches 2025 et 2026 des prêts accordés à certaines organisations. Si ce choix résiste au Conseil national, ce sera un coup de pouce très important dans un moment difficile, qui ira plus loin que la suspension des paiements prévue dans le message. Cela ne changera rien au cadre financier, mais réduira la pression sur les organisations internationales fidèles à la Genève internationale.
Le prêt de 78 millions de francs à la Fipoi, complété par une contribution à fonds perdu de 52 millions de francs du canton de Genève, permettrait de mettre à niveau des infrastructures conférencières modernes et de qualité, indispensables pour la poursuite de l'accueil de conférences de haut niveau à Genève. Jusqu'à présent, les prêts accordés par la Confédération étaient destinés à la rénovation et à la construction des bâtiments des organisations internationales - ONU, OIT, UIT, etc. Cette fois-ci, il s'agit d'améliorer et de mettre à niveau les bâtiments appartenant à la Fipoi, donc des instruments de travail de la Genève internationale appartenant aux entités publiques nationales et cantonales. En misant sur l'amélioration de l'accueil, le renforcement de la protection des données des acteurs de la Genève internationale et la sécurité, la Confédération améliore l'attractivité de la Suisse comme État hôte.
Je tiens toutefois à signaler que j'ai des difficultés à suivre le Conseil fédéral concernant le financement de la fondation Gesda, qui absorbe un budget important qui pourrait servir à soutenir la présence des ONG internationales actives dans les thématiques genevoises. Je reste convaincu que la Gesda, qui a le mérite d'exister et de faire un bon travail, doit accroître ses ressources essentiellement auprès des fondations philanthropiques et du secteur privé et non pas par des contributions supplémentaires de la Confédération.
En conclusion, je vous invite à entrer en matière et à accepter l'arrêté, sous réserve de la proposition de minorité dont nous discuterons tout à l'heure.
Gmür-Schönenberger Andrea · Mit-F · Ständerat · Luzern · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Die heutige Debatte betrifft auch andere Akteure neben jenen des internationalen Genf. Es geht namentlich auch um den Sport. Ich lege meine Interessenbindung offen: Ich bin Präsidentin der parlamentarischen Gruppe Sport. Es gibt in der Schweiz rund 70 internationale Sportverbände. Wir verfügen über ein einzigartiges Netzwerk, das eben auch dort Türen öffnen kann, wo die traditionelle Diplomatie an ihre Grenzen stösst. Diese Sportdiplomatie verschafft uns immer wieder parallele und komplementäre Kanäle und einen direkten und weltweiten Zugang zu Entscheidungsträgern. Der internationale Sport muss deshalb als vollwertiger diplomatischer Kanal verstanden werden, gleichwertig mit traditioneller Diplomatie, mit der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Kultur. Auch die wirtschaftliche Dimension des Sports ist nicht zu unterschätzen. Die Sportorganisationen generieren eine erhebliche Wertschöpfung und schaffen hochqualifizierte Arbeitsplätze. Man rechnet mit wirtschaftlichen Auswirkungen von rund 1,68 Milliarden Franken. Schlussendlich profitiert auch die Marke Schweiz.
Doch dieser Status ist nicht selbstverständlich. Der internationale Wettbewerb verschärft sich; wir haben es vom Kommissionsberichterstatter bereits gehört. Ähnlich wie es derzeit das internationale Genf mit seinen Organisationen erlebt, investieren immer mehr Länder massiv, um unsere Sportorganisationen anzuziehen. Wenn wir unsere Wettbewerbsfähigkeit nicht verbessern, riskieren wir nicht nur den Verlust von Sportorganisationen und damit den Verlust unserer Strahlkraft im internationalen Sport, sondern auch den Verlust dieses wichtigen diplomatischen Hebels.
Es ist zu begrüssen, dass der internationale Sport in der Botschaft zum Gaststaatgesetz erwähnt wird. Doch wir sollten in die Stärkung des Standortes noch mehr investieren, indem wir die Rahmenbedingungen für internationale Sportorganisationen in unserem Land weiter verbessern, um wettbewerbsfähig bleiben zu können.
Ich danke Herrn Bundesrat Cassis für seine Bemühungen, und ich bitte Sie, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, nicht nur dem Gesetz zuzustimmen, sondern künftig das Engagement zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für internationale Sportorganisationen in der Schweiz weiter zu intensivieren und zu verbessern.
Cassis Ignazio · BR-M · Bundesrat · Tessin
Der Multilateralismus ist ein Pfeiler unserer Aussenpolitik, und die Schweiz profitiert von ihm. Dieser Multilateralismus steckt heute aber in einer Vertrauenskrise, ausgelöst durch gesellschaftliche Veränderungen, geopolitische Spannungen und den damit verbundenen Rückzug von wichtigen Mitgliedstaaten, allen voran den Vereinigten Staaten. Dieser Rückzug hat konkrete und direkte Folgen für die Schweiz und insbesondere für Genf, den zweiten Hauptsitz der Vereinten Nationen. Das internationale Genf ist ein strategisches Instrument für die Schweiz, ein Schaufenster unserer Aussenpolitik und ein weltweit einzigartiger Ort des Dialoges. Das internationale Genf ist auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, der 1 Prozent zum schweizerischen Bruttoinlandprodukt beiträgt.
Als Gaststaat will und muss die Schweiz besondere Anstrengungen unternehmen, neben ihrer Rolle als Mitglied- und Geberstaat. Das internationale Genf soll in diesen turbulenten Zeiten eben kompetitiv bleiben, denn die Konkurrenz schläft nicht. In den letzten Monaten haben Beitragskürzungen von Mitgliedstaaten zu Liquiditätsengpässen geführt. Gleichzeitig hat sich der globale Wettbewerb um internationale Organisationen deutlich verschärft, wie auch hier drinnen mehrmals betont worden ist. Es lauert die Gefahr, dass gewisse Organisationen aus Genf wegziehen; ich komme später auf diesen Punkt zurück. Der Bund und der Kanton Genf arbeiten koordiniert zusammen, um den Erhalt und die Weiterentwicklung dieses Ökosystems zu gewährleisten. In diesem Sinne begrüsse ich die Gründung einer Stiftung für die Anpassung des internationalen Genf, der Fondation pour l'adaptation de la Genève internationale, durch den Kanton Genf und die Hans-Wilsdorf-Stiftung.
Der Bundesrat hat am 20. Juni dieses Jahres ein dringliches Massnahmenpaket zur Stärkung des internationalen Genf für die Jahre 2025 und 2026 sowie gleichzeitig die Botschaft über die Massnahmen zur Stärkung der Rolle der Schweiz als Gaststaat 2026-2029 verabschiedet. Sie sehen in der Chronologie eine gewisse Überlappung zwischen dringlichen Massnahmen und gewöhnlichen Massnahmen. Diese Massnahmen umfassen nämlich folgende Elemente:
Premièrement, à court terme, c'est-à-dire cette année et l'année prochaine, il y a un programme de mesures urgentes de 83 millions de francs destiné à soutenir les organisations en difficulté, notamment en raison de la diminution des contributions attendues. C'est le financement pour l'adaptation de la Genève internationale. Deuxièmement, à moyen terme, pour la période 2026-2029, il y a le crédit-cadre pour la stratégie de l'État hôte, d'un montant d'environ 110 millions de francs, afin de préserver l'attractivité de Genève face à une concurrence internationale de plus en plus vive. L'objectif est d'éviter des départs d'organisations vers d'autres villes au coût moindre. Troisièmement, à long terme, de 2027 à 2029, il y a un programme extraordinaire d'investissement immobilier de 78 millions de francs, soit 26 millions par année entre 2027 et 2029, car la qualité des infrastructures est à la fois une condition essentielle d'accueil et une carte de visite pour notre pays.
Le message comprend ainsi quatre champs d'action visant à renforcer notre rôle d'État hôte. Vous les avez lus. Le point 1 concerne l'accueil ; le point 2 concerne les infrastructures ; le point 3 concerne les partenariats ; et le point 4 concerne le thème de la gouvernance des nouvelles technologies. Ce dernier champ d'action regroupe par exemple la fondation Geneva Science and Diplomacy Anticipator (Gesda), le sommet "Artificial intelligence for good", ou encore la Geneva Internet Platform.
Le 3 octobre dernier, le message a été approuvé sans opposition par la Commission des finances du Conseil des États. La Commission de politique extérieure a ensuite pris position et, après distribution d'informations complémentaires, a décidé, le 6 novembre, presque à l'unanimité, de soutenir ce projet. Aucun membre ne s'y est opposé. Le Conseil fédéral remercie également le Conseil des États d'avoir accepté le 3 décembre, à une très large majorité, le supplément II au budget 2025, qui comprend justement les mesures urgentes pour la Genève internationale pour cette année ; les mesures qui permettent une adaptation à ce nouveau contexte géopolitique.
Pour sa part, le Conseil national a adopté le message le 15 septembre, à une large majorité.
La Genève internationale subit une crise et il est nécessaire de lui octroyer des moyens adéquats pour y faire face à court et à moyen terme. La Genève internationale est en train de s'adapter aux nouvelles conditions-cadres mondiales. Les pays voisins ne dorment pas. Ils sont en train d'attirer chez eux des organisations basées à Genève. C'est déjà le cas, par exemple, de l'Unicef, dont le siège régional va quitter Genève pour Rome et Amman. De plus, certains États du Golfe se positionnent proactivement pour offrir leurs bons offices ou encore accueillir des conférences internationales. D'autres villes plus proches, comme Bonn, Turin ou Vienne, se profilent, parfois même un peu agressivement, pour accueillir des entités jusqu'ici basées à Genève.
Die beantragten Beiträge verschaffen uns einen wichtigen Anreiz in den Verhandlungen, die wir derzeit mit zahlreichen Organisationen führen, damit sie sich für den Standort Genf verpflichten. Der Kanton Genf leistet auch wichtige Beiträge, er hat - Sie haben es gehört - kürzlich die Fondation pour l'adaptation de la Genève internationale gegründet, mit einem Anfangsbetrag von insgesamt 50 Millionen Franken. Zusätzlich sind noch 10 Millionen Franken vom Kanton Genf und 2 Millionen Franken von der Stadt Genf zur Verfügung gestellt. Diese Unterstützung des internationalen Genf erfolgt in enger Kooperation mit uns, und wir schauen, dass alles stimmig ist.
Sulla base di tutte queste considerazioni vi invito in nome del Consiglio federale ad approvare questo messaggio.
Engler Stefan · P-M · Ständerat · Graubünden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen
L'entrée en matière est décidée sans opposition
Bundesbeschluss über die Massnahmen zur Stärkung der Rolle der Schweiz als Gaststaat 2026-2029
Arrêté fédéral sur les mesures à mettre en oeuvre pour renforcer le rôle de la Suisse comme État hôte pour la période 2026-2029
Detailberatung - Discussion par article
Titel und Ingress
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates
Titre et préambule
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil national
Angenommen - Adopté
Art. 1
Antrag der Mehrheit
Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates
Antrag der Minderheit I
(Rieder, Germann)
Abs. 1
... ein Zahlungsrahmen von 61,3 Millionen Franken bewilligt.
Antrag der Minderheit II
(Sommaruga Carlo, Jositsch, Roth Franziska)
Abs. 1
... ein Zahlungsrahmen von 152,6 Millionen Franken bewilligt.
a. 2026: 46,4 (gemäss Bundesrat)
b. 2027: 35,2 (plus 10 Mio. für dringende Massnahmen)
c. 2028: 35,4 (plus 10 Mio. für dringende Massnahmen)
d. 2029: 35,6 (plus 10 Mio. für dringende Massnahmen)
Art. 1
Proposition de la majorité
Adhérer à la décision du Conseil national
Proposition de la minorité I
(Rieder, Germann)
Al. 1
Un plafond des dépenses d'un montant de 61,3 millions de francs ...
Proposition de la minorité II
(Sommaruga Carlo, Jositsch, Roth Franziska)
Al. 1
Un plafond des dépenses d'un montant de 152,6 millions de francs ...
a. 2026 : 46,4 millions (selon Conseil fédéral)
b. 2027 : 35,2 millions (plus 10 Mio pour des mesures urgentes)
c. 2028 : 35,4 millions (plus 10 Mio pour des mesures urgentes)
d. 2029 : 35,6 millions (plus 10 Mio pour des mesures urgentes)
Michel Matthias · Mit-M · Ständerat · Zug · FDP-Liberale Fraktion
Die Kommission lehnt beide Minderheitsanträge mit klaren Mehrheiten ab.
Zuerst zur Minderheit I (Rieder): Diese will den Hauptkredit von rund 122 Millionen um 50 Prozent, also massiv, kürzen. Dieser Kürzungsantrag ist radikal massiver als derjenige, der im Schwesterrat, im Nationalrat, gestellt wurde. Dort hat eine Minderheit der Finanzkommission eine 15-prozentige Kürzung beantragt; diese wurde abgelehnt.
Ich möchte vier Gründe erwähnen, weshalb die Kommission diesen Kürzungsantrag mit einer klaren Mehrheit von 9 zu 2 Stimmen ablehnt:
1. Vor einer Woche ging es im Rat bei der Behandlung des Nachtragskredits schon in einer kleinen Vordebatte um dieses Thema. Kollege Rieder hat damals die hohen Beiträge oder die freiwilligen Beiträge an die internationalen Organisationen erwähnt. Vielleicht wird er das nachher nochmals tun. Ich glaube, wir müssen wirklich unterscheiden: Das eine sind die Beiträge - ob obligatorisch oder freiwillig - an internationale Organisationen. Unsere Handlungsplattform in diesem Zusammenhang ist die IZA-Botschaft, dort können wir das jeweils diskutieren, dort können wir diese Kredite behandeln. Wir haben die IZA-Botschaft vor einem Jahr verabschiedet, und wir haben dort Prioritäten gesetzt. Wir haben uns vom Bundesrat, von der Verwaltung, informieren lassen, dass bei den internationalen Organisationen in den letzten zwei Jahren zum Teil starke Kürzungen bei den freiwilligen Beiträgen stattgefunden haben, dies zum Teil im zweistelligen Prozentbereich.
Aber hier geht es nicht um die Beiträge an internationale Organisationen und NGO mit ihrem Wirken im Ausland, sondern um etwas anderes: Wir diskutieren die Rolle der Schweiz als Gaststaat - nicht als Mitglied, nicht als Gebernation, sondern als Gaststaat. Damit diskutieren wir primär, ich habe es beim Eintreten erwähnt, über Investitionen in Genf, aber auch an anderen Orten, zum Beispiel in Lausanne, wo Sportorganisationen angesiedelt sind.
2. Kollege Rieder hat es letzte Woche erwähnt, er wird es heute wahrscheinlich auch wieder tun: Es sind finanzpolitische Gründe, also das Umfeld, das Entlastungspaket, das die Minderheit I dazu bewogen hat, den Kürzungsantrag zu stellen. Ich glaube, hier muss man den Gesamtkontext sehen. Das EDA leistet seinen Beitrag an das Entlastungspaket, und es hat mit dieser Botschaft über die Massnahmen zur Stärkung der Rolle der Schweiz als Gaststaat klar eine Priorität gesetzt; anderes wurde depriorisiert.
Ich glaube, das ist ja genau das, was wir in diesem Saal immer wieder fordern. In der Regel haben es Querschnittkürzungen und die Rasenmähermethode schwer - wir fordern vom Bundesrat daher Priorisierungen. Das hat er nun getan, das hat die Kommissionsmehrheit honoriert. Entsprechend, finde ich, sollte der Rat die Priorisierungen mittragen. Ich habe zu Beginn die Strategien erwähnt, die wir jeweils mittragen: die Legislaturplanung und die aussenpolitische Strategie, in der die Stärkung des Gaststaates Schweiz und des internationalen Genf eigentlich schon angelegt ist. Also tun wir jetzt auch diesen zweiten Schritt.
3. Man kann bei jedem Kredit, der kommt, sagen, im Licht des Entlastungspakets müssten wir jetzt noch einen Schritt weiter gehen, also noch eine Massnahme zum Entlastungspaket hinzufügen. Aber es erscheint mir und unserer Kommissionsmehrheit etwas willkürlich, jedes Mal zu sagen, das gehöre jetzt auch noch ins Entlastungspaket. Ich glaube, das Entlastungspaket wurde und wird in seiner Gesamtheit beurteilt, einerseits durch unsere Kommission, andererseits nächste Woche durch unseren Rat. Es ist, glaube ich, doch entscheidend, dass unser finanzpolitisches Gewissen, die Finanzkommission, bei der Beratung des Entlastungspakets im Bereich Gaststaat keine Massnahmen, also keine Kürzungen, vorgesehen hat - weder im Budget noch im Finanzplan. Hier hätte die Finanzkommission ein erstes Mal eingreifen können. Sie hat sich aber an die bundesrätliche Planung, die jetzt mit dieser Botschaft operationalisiert wird, gehalten, also keine darüber hinausgehenden Kürzungsmassnahmen im EDA-Bereich vorgesehen. Zudem hat unsere Finanzkommission, der Herr Bundesrat hat es kurz erwähnt, einen Mitbericht an unsere Aussenpolitische Kommission ohne Kürzungsanträge verfasst.
4. Diese Halbierung wirkt irgendwie wie ein Schnellschuss. Es gibt innerhalb des halbierten Zahlungsrahmens keine Priorisierung, wir wissen nicht, wo dann depriorisiert wird. Wir wissen auch nicht, wie er sich auswirken wird und ob wir befürchten müssen, in der Konkurrenzsituation, die erwähnt worden ist, den Kürzeren zu ziehen. Nochmals: Schwächen wir nicht das, worin wir eigentlich stark sind, und pflegen wir dieses Haus, indem wir es anständig ausstatten.
Deshalb lehnt die Kommission den Minderheitsantrag I (Rieder) mit 10 zu 2 Stimmen ab.
Ich spreche noch zum Antrag der Minderheit II (Sommaruga Carlo). Im Gegensatz zur vorherigen Minderheit will diese Minderheit II die Position erhöhen, und zwar explizit für dringliche Massnahmen: 10 Millionen Franken pro Jahr für Notfallmassnahmen ab dem Jahr 2027; man will eigentlich dem Bundesrat präventiv Spielraum geben, dass er im Sinne der Flexibilität dann Notfallmassnahmen vorsehen kann. Herr Kollege Sommaruga wird seinen Minderheitsantrag noch begründen.
Die Kommissionsmehrheit lehnt dies ab. Der Bundesrat selber hat hier keinen zusätzlichen Handlungsspielraum verlangt, wir erachten insbesondere den jetzt erhöhten Kredit - 5 Prozent mehr als in der Vorperiode - als hoffentlich ausreichend, um den Gaststaatstatus zu sichern und zu stärken. Die Kommission lehnt den Minderheitsantrag II mit 9 zu 3 Stimmen ab.
In der Gesamtabstimmung nahm die Kommission die Vorlage ohne Gegenstimme bei 2 Enthaltungen an, das wollte ich noch kurz erwähnen.
Rieder Beat · Mit-M · Ständerat · Wallis · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Lassen Sie mich nach den wohlgezielten Nebelpetarden des Kommissionssprechers nun auch effektiv einmal etwas zu den Zahlen sagen, die vor uns liegen, und uns nicht in Allgemeinplätze flüchten. Mein Minderheitsantrag ist ein fiskalpolitischer Antrag im Umfeld unserer Haushaltsdiskussionen und stellt die Bedeutung des internationalen Platzes Genf nicht infrage. Es gibt gute Gründe, wieso Sie diesem Kürzungsantrag folgen können.
Der Kürzungsantrag beschlägt einzig Artikel 1 und lässt die Positionen der Immobilienstiftung mit 78 Millionen Franken und der Stärkung des Aussenschutzes mit 7,8 Millionen Franken unberührt. Die Erhöhung des Gaststaatbeitrags erfolgt zu einem Zeitpunkt, in dem wir uns auf grosse Herausforderungen und auf das Entlastungspaket 2027 vorbereiten müssen, mit Sachverhalten, bei denen wir in bestehende Strukturen und Verpflichtungskredite Einschnitte von bis zu 30 Prozent innerhalb unserer Budgetposten beschliessen müssen. Da ist es selbstverständlich, dass alle Sektoren ihren Beitrag leisten.
Der Sektor, den wir heute vor uns haben, leistet seinen Beitrag nicht. Er behält sein Ausgabenwachstum zwar nicht bei, aber er stagniert. Wir kürzen in diesem Bereich überhaupt nichts. Mit einer Kürzung um jährlich 15,32 Millionen Franken - das ist nämlich der Inhalt des Minderheitsantrages, nicht mehr und nicht weniger - könnten Sie im EP 27, das Sie dann nächsten Montag beraten, auf 15 bis 20 Massnahmen verzichten. Das Paket haben Sie bereits, wir werden dann sehen, wer sich bei diesen EP-Massnahmen wie positioniert. Die Mehrheit der Kommission hält im Gaststaatbereich in der Planperiode 2026-2029 und damit just in einer Phase, in der wir im Haushalt in allen Bereichen Einschnitte machen müssen, die Ausgaben hoch.
Zu den effektiven Zahlen: Das Engagement in diesem Paket beläuft sich auf 269 Millionen Franken; im Nachtrag II zum Voranschlag 2025, den Sie bereits beschlossen haben, beläuft es sich auf 38,69 Millionen Franken. Insgesamt sind es also 307,69 Millionen Franken, jährlich rund 76 Millionen Franken. Im Rahmen unserer Beratungen konnten wir feststellen, dass die Schweiz bereits jetzt alle internationalen Organisationen unterstützt, und dies grosszügig und breit. Im Jahre 2024 unterstützte der Bund eine ausgewählte Zahl von UNO-Organisationen mit insgesamt 343 Millionen Franken, 188 Millionen Franken davon freiwillig. Diese Beiträge kommen zusätzlich zum Gaststaatbetrag hinzu. Das sind also nicht Beiträge, die in irgendeiner Weise gekürzt oder eingeschränkt wurden, sondern sie wurden zusätzlich in diesen Bereich investiert. Wir engagierten uns 2024 also freiwillig, ohne gesetzliche Verpflichtung, mit 188 Millionen Franken, und beschliessen jetzt im EP 27, gesetzliche Verpflichtungen abzuschaffen und dort, wo wir diese gesetzlichen Verpflichtungen haben, Sparmassnahmen in der Schweiz durchzuführen.
In all diesen Bereichen liegen uns klare Kürzungsanträge des Bundesrates vor. Zu zwei bis drei Bereichen gibt es keinen Kürzungsantrag, und dazu gehören auch die Bereiche Gaststaatpolitik und internationale Zusammenarbeit (IZA). Bei den IZA-Ausgaben beantragt der Bundesrat zwar eine Massnahme. Diese Massnahme friert die IZA-Ausgaben ein, kürzt sie aber nicht. Herr Kollege Michel, wir setzen dort keine weiteren Sparübungen um. Die einzige Sparübung, die wir in diesem Bereich umgesetzt hatten, war zugegebenermassen die Kürzung des IZA-Kredits im letzten Jahr. Zudem ist der Schweizer Staat bei den Mitteln für die Entwicklungsbanken und für die Weltbank äusserst grosszügig. Ich habe Ihnen das letzte Mal hier dargelegt, wie weit wir über unsere Kräfte hinaus die internationalen Organisationen in diesem Bereich bereits unterstützen. Bei den IZA-Ausgaben sind zwar Einfrierungen vorgesehen. Der Bundesrat beantragt, das Ausgabenwachstum nicht mehr fortzusetzen. Damit würden wir aber nicht kürzen; auch hier wären wir zurückhaltend.
Gut, wenn Sie glauben, Sie könnten mit Geld den Standortwettbewerb gegen die anderen Staaten gewinnen, dann müssen wir mal den Einzelfall anschauen. Uns liegt ein wunderbares Beispiel vor, weshalb Genf als Standort effektiv bedroht ist. Der Fall Unicef hat mich auch beschäftigt. Ich habe mir die Zahlen heraussuchen lassen, und die Verwaltung hat die Zahlen geliefert. Ich sage Ihnen Folgendes: Schauen Sie sich einmal die Geldströme von der Schweiz an die Unicef im Vergleich zu Italien an. Sie wissen, dass 300 von 400 Stellen nach Italien verlagert wurden. Im Jahr 2024 bezahlte die Schweiz pro Kopf 11,42 Dollar an die Unicef. Es gibt Länder, die weit mehr zahlen, zum Beispiel Norwegen mit 27 Dollar. Italien zahlte 1,13 Dollar pro Kopf an die Unicef. Wieso verlegte die Unicef trotzdem Stellen nach Italien? Sie können das in der "Tribune de Genève" vom November 2025 nachlesen. Es liegt eigentlich alles auf der Hand. Die Unicef spart durch die Verlagerung von 300 Arbeitsplätzen nach Italien 54 Millionen Dollar an Lohnkosten. Auf Managerniveau P4 oder P3 kostet eine Stelle bei der UNO in Genf 170 000 bis 220 000 Franken, in Italien kostet die gleiche Stelle im Durchschnitt 52 000 Dollar. Das heisst, die Unicef spart durch die Verlagerung der Arbeitsplätze von Genf nach Rom mindestens die Hälfte ihres Lohnbudgets.
Das ist der eigentliche Grund, wieso der Standort Genf bedroht ist. Der Erfolg des internationalen Genf ist die grösste Bedrohung für Genf, weil wir hier von einem Umfeld sprechen, das diese Organisationen schlichtweg nicht mehr bezahlen können. Dieser Grund wird gerne hintangestellt, aber er ist offenkundig. Sie können diese Ungleichgewichte nicht durch zusätzliche Zahlungen auffangen. Sie versuchen, mit Leistungen im kleinen Stil das eigentliche Markenzeichen, das Genf hat, hintanzustellen. Genf ist ein traditionsreicher UNO-Standort. Wieso? Genf war bereits 1919 Hauptsitz des Völkerbundes; dies wurde bereits von Kollege Sommaruga erwähnt. Das erste Markenzeichen für Genf und für die Schweiz war die absolute Einhaltung der Neutralität - einer strengen Neutralität, die sich nicht auf die eine oder die andere Seite bewegt. Das zweite Markenzeichen war die Steuerbefreiung für alle Organisationen und für fast alle Beamte in Genf - gegenwärtig sind von 25 615 UNO-Beamten 22 446 steuerbefreit. Das dritte Markenzeichen war Multikulturalität, das heisst schnelle Erreichbarkeit, Mehrsprachigkeit, internationale Verbindungen und damit auch eine Tradition der Diplomatie. Das vierte Markenzeichen war eine hervorragende Infrastruktur, die mittlerweile gelitten hat; dort wird auch mit meinem Minderheitsantrag kein Kürzungsantrag gestellt. Das heisst, zusammen mit der humanitären Tradition, die die Schweiz immer hatte, sind das die eigentlichen Gründe, wieso sich diese internationalen Organisationen bei uns befinden.
Wenn Sie nun versuchen, das mit Geld aufzuwiegen, wird Ihnen das nicht gelingen. Das Einzige, was Sie machen können, ist, jenen UNO-Organisationen, welche den Wechsel wirklich machen wollen, klarzumachen, dass es so keine Zahlungen der Schweiz mehr geben kann. Es ist völlig unhaltbar, dass wir auch noch in diesen Bereichen mehr zahlen als der Gaststaat, der diese UNO-Organisationen übernimmt. Das ist wirklich nicht nachzuvollziehen.
Nun, Sie werden selbstverständlich am Ende der Diskussion der Mehrheit zustimmen. Irgendeines Tages werden Sie dann beim EP 27 dem Volk begründen müssen, wieso Sie in der Schweiz in Bereichen, die auch wehtun, bis zu 30 Prozent Einsparungen machen - mit Jobverlusten für diese Organisationen - und im vorliegenden Bereich keine Einsparungen machen. Das ist das fiskalpolitische Dilemma, das wir haben. Sie müssen sich im Klaren sein, dass wir hier freiwillige Zahlungen leisten - Sie können sich nicht nur auf das Gaststaatgesetz beziehen - und gleichzeitig in anderen Bereichen trotz gesetzlicher Verpflichtungen Einschränkungen vornehmen. Das ist der Haushalt, das wird so geplant.
Es gibt nun auch Ständerätinnen und Ständeräte, die sagen: Das EP 27 lehnen wir ab, wir treten nicht ein. Das ist nachzuvollziehen, und es ist dann auch konsequent, wenn Sie hier nicht Ausgaben kürzen. Dann können Sie sagen, wir kürzen nirgends. Aber das dürfte wahrscheinlich auf mittlere und längere Sicht nicht das Ei des Kolumbus sein, wenn Sie einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren wollen.
Deshalb bitte ich Sie, dieser Minderheit zuzustimmen. Es ist eine sinnvolle Kürzung. Wir können mit gezielten, fokussierten Leistungen die UNO-Organisationen, welche uns wirklich wichtig sind, in Genf behalten. Wir werden es nicht in allen Bereichen schaffen, weil die Lohn- und Mietverhältnisse in Genf schlichtweg derart hoch sind, dass Sie das nicht finanzieren können, ausser wenn die USA und andere Länder wieder zahlen. Das ist die nackte Wahrheit. In den Ergänzungsberichten, die uns die Verwaltung zugestellt hat, wurde auf die Frage, wie viele Mitarbeitende die UNO am Standort Genf abbauen würde, wenn die Schweiz die Beiträge gemäss Botschaft 25.061 und Nachtrag II nicht beschliessen würde, keine konkrete Zahl genannt.
Ich bitte Sie, der Minderheit I zu folgen.
Sommaruga Carlo · Mit-M · Ständerat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion
La minorité II que je défends propose d'augmenter le plafond des dépenses de 30 millions de francs répartis en trois tranches de 10 millions pour les années 2027, 2028 et 2029. En outre, cette augmentation du plafond des dépenses est limitée à une affectation bien précise, à savoir exclusivement à des mesures d'urgence pendant ces trois années. Cela se justifie pour diverses raisons. Comme nous l'avons vu dans le cadre du débat d'entrée en matière, et cela a été rappelé par le rapporteur, le Conseil fédéral propose un plafond des dépenses de 122,6 millions de francs pour la période 2026-2029. Dans les faits, le plafond des dépenses pour l'action ordinaire en faveur de l'État hôte au cours des quatre prochaines années est de 101 millions de francs. Pour la période quadriennale antérieure, soit celle de 2020-2023, les moyens dépensés se sont élevés à 103,8 millions de francs. Il y a donc une diminution des moyens financiers destinés aux mesures d'appui ordinaire à la Genève internationale et à l'État hôte. Si, aujourd'hui, on arrive à 122,6 millions, c'est parce qu'on y ajoute des mesures urgentes pour 2026. Toutefois, sous la pression des événements et des acteurs de la Genève internationale, dont d'ailleurs le canton de Genève, le Conseil fédéral a senti la nécessité de ces mesures urgentes pour 2026, seule solution pour répondre aux enjeux de la crise actuelle du multilatéralisme, de l'affaiblissement des organisations internationales et de leur impact sur la Genève internationale. Le Conseil fédéral a donc rehaussé le plafond des dépenses de 21,5 millions de francs, exclusivement pour des mesures urgentes à appliquer en 2026. Une juste et sage décision. De son côté, le canton de Genève, comme je l'ai dit précédemment, a débloqué au cours du premier semestre 2025 une somme totale importante de 35 millions de francs, également pour des mesures immédiates urgentes et le financement immédiat des mesures structurelles. À cette somme s'ajoute le versement de 25 millions de francs à une fondation privée par une autre fondation genevoise.
Les décisions financières du Conseil fédéral et du canton de Genève montrent de manière évidente que, dans le contexte politique international actuel très mouvant, dont les conséquences sur le multilatéralisme et la Genève internationale sont imprévisibles, il y a bien une nécessité de disposer d'une réserve en cas d'urgence. Pour la Confédération, cela passe par une augmentation du plafond des dépenses affecté aux mesures urgentes comme le propose ma minorité II. Certes, le Conseil fédéral peut toujours solliciter un financement urgent par le biais des suppléments budgétaires, comme nous l'avons fait la semaine passée. Encore faut-il qu'il y ait des disponibilités supplémentaires par rapport au budget ou qu'il soit possible de compenser la dépense supplémentaire au sein du DFAE, mais c'est extrêmement difficile et compliqué, car ce serait mettre en difficulté un autre pan de la politique extérieure, par exemple la diplomatie, le service consulaire, l'humanitaire ou le développement. L'augmentation du plafond des dépenses de 10 millions de francs sur trois ans limitée aux mesures d'urgence est donc une mesure pragmatique et en cohérence avec le cadre politique de l'État hôte et la situation très particulière que nous traversons à l'échelle mondiale. Il a été indiqué que cette proposition avait été rejetée par le Conseil national. C'est exact, mais ce serait nouveau que notre conseil abdique d'emblée devant une décision du Conseil national. L'adoption de la minorité II, que je défends, qui ne signifie aucunement une dépense supplémentaire en l'état, puisque c'est simplement une limitation du plafond, permettrait certainement de trouver un montant de compromis pour les mesures urgentes 2027-2029 avec le Conseil national.
D'aucuns m'ont fait savoir qu'un point faible de la minorité II était que les mesures n'y étaient pas listées comme pour l'année 2026. Or, forcément, les mesures ne peuvent être listées, car cela dépend de la situation qui se présentera dans deux, trois ou quatre ans. Nous espérons tous que ces mesures complémentaires ne seront pas nécessaires, mais vu l'accélération de la déconstruction du multilatéralisme, il est plus que probable qu'il faudra des mesures complémentaires pour renforcer l'attractivité de la Genève internationale.
Je vous invite donc à suivre ma minorité II.
Monsieur le président, puisque j'ai la parole, j'aimerais dire deux mots sur la minorité I (Rieder), si vous me le permettez. J'aimerais juste rappeler à notre collègue Rieder que si la Genève internationale a été constituée et renforcée après la Deuxième Guerre mondiale, elle n'a pas commencé à exister à partir de ce moment. À partir de la Deuxième Guerre mondiale, l'ONU y a installé son siège, et ensuite il y a eu d'autres organisations internationales de la famille onusienne - l'Organisation mondiale de la propriété intellectuelle, l'Organisation mondiale de la santé, l'Organisation internationale du travail -, mais qui, pour certaines étaient déjà là, et ces organisations se sont renforcées.
Cependant, d'autres thématiques sont arrivées, à savoir, par exemple, la Conférence sur le désarmement, qui a été un élément extrêmement important ; c'était effectivement lié à la neutralité. L'OMC est également venue s'implanter à Genève. On voit donc que, selon les situations historiques, des ouvertures auxquelles on ne s'attendait pas peuvent se faire à la Genève internationale. Il est vrai que le secrétariat du Gatt était à Genève, et que l'OMC était une filiation naturelle, mais l'OMC aurait pu partir ailleurs.
Maintenant, il est aussi vrai qu'il y a des directives du secrétaire général de l'ONU visant à ce que les diverses organisations délocalisent une partie de leurs salariés dans des hubs moins chers, généralement au Sud, pas à Rome, mais à Nairobi ou dans d'autres villes du Sud, afin, effectivement, de réduire les coûts.
Cependant, la solution que nous défendons et que le Conseil fédéral défend dans ce message, c'est celle d'avoir des mesures ciblées qui permettent de garantir des plus-values par rapport aux autres places en jeu, notamment la question de la sécurité, puisque des mesures sont prises dans le message pour renforcer la sécurité. Je ne suis pas sûr qu'à Rome, on ait une sécurité aussi solide ou qu'à Nairobi ce soit également le cas. Par ailleurs, il y a la stratégie de la protection des données, avec la création d'un "safe space" pour les organisations internationales, afin qu'elles disposent de la protection de leurs données, ce qui correspond, d'ailleurs, à nos préoccupations de politique intérieure, mais aussi à une plus-value donnée pour la Genève internationale.
En d'autres termes, il y a aujourd'hui une possibilité de renforcement, par ces petites mesures ponctuelles, et sans devoir suppléer à ce que faisaient les États-Unis ou d'autres pays, avec des mesures financières extrêmement importantes de financement. C'est donc beaucoup sur l'infrastructure et sur les aspects externes de l'infrastructure que la Suisse, la Confédération et le canton de Genève misent pour permettre la fidélisation des organisations. Je pense que cette stratégie est juste. Bien sûr, on peut toujours faire des calculs d'apothicaire, mais je crois que l'enjeu est quand même, pour la Suisse et pour Genève, d'avoir cette plateforme qui renforce le rôle de la Suisse dans la politique internationale, et qui ne peut pas être monétarisée.
Merci donc de rejeter également la proposition de la minorité I (Rieder).
Broulis Pascal · Mit-M · Ständerat · Waadt · FDP-Liberale Fraktion
Après avoir entendu les porte-paroles des deux minorités, je vous encourage à vous en tenir à la majorité.
D'abord, j'aimerais remercier le Conseil fédéral d'avoir fait preuve de diligence. J'ai déposé le 19 mars dernier la motion 25.3169, qui visait à renforcer le système multilatéral en ayant à l'esprit les problèmes qui commençaient à toucher la Genève internationale et la Suisse tout entière. On était en mars, soit trois mois après l'arrivée de M. Trump au pouvoir aux États-Unis. Entre le mois de mars et aujourd'hui, on a pu constater les dégâts et le repli effectué. On a vu aussi le retour, en quelque sorte, d'un égoïsme ambiant et, implicitement, le retour de l'État-nation. Le projet du Conseil fédéral tombe à pic : entre mars et juin, le Conseil fédéral a présenté le projet, a déposé un texte qui est cohérent - cela a été relevé - sur la question qui touche à la Suisse internationale. C'est vrai qu'on devrait bannir autant la "Lausanne sportive" que la "Genève internationale" pour parler de la Suisse, parce qu'il en va de l'image de notre pays. Le projet de budget qui vous est proposé aujourd'hui représente 0,15 pour cent du total de nos dépenses annuelles.
C'est aussi l'effort que nous devons consentir. Chaque fois qu'il y a une assemblée, chaque fois qu'une conférence internationale a lieu sur le territoire suisse, on est heureux de constater que la Suisse a les bons offices, donne un cadre sécuritaire suffisant. Le message que notre chambre va donner aujourd'hui, si on en vient à suivre la minorité I (Rieder), équivaut à un repli complet.
Beaucoup de pays s'inscrivent aujourd'hui dans une volonté de rapatrier ces différentes entités. On a parlé des entités politiques, mais le sport aussi - comme l'a relevé notre collègue - est du "soft power". Quand le CIO, autour duquel gravitent 70 fédérations sportives, invite des dirigeants internationaux pour parler du sport, ils ne parlent pas que du sport, ils parlent du sport dans son ensemble : le sport sécuritaire, le sport santé, le sport de compétition, c'est un tout. C'est pour cela que le message que nous donnerions aujourd'hui en réduisant drastiquement le budget - nous ne l'avons pas fait pour la Fipoi, et je pense que ce point était crucial - serait mauvais. J'espère que, aujourd'hui, on sera clair sur le vote, pour donner en quelque sorte une assise, comme le souhaite le Conseil fédéral, à la Genève internationale, qui le mérite, puis également au canton de Vaud pour ce qui est du sport.
Je vous encourage à ne pas suivre les deux minorités et à vous en tenir à la proposition de la majorité.
Schwander Pirmin · Mit-M · Ständerat · Schwyz · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Ich bitte Sie, dem Antrag der Minderheit I (Rieder) zuzustimmen. Weshalb? Herr Bundesrat, Sie haben gesagt, es lauere die Gefahr, dass die internationalen Organisationen von Genf wegzögen. Das hörten wir 2012 schon. Damals ging es um die Erneuerung der Bauten der internationalen Organisationen. Man sprach dannzumal von 1,1 Milliarden Franken für die Unterstützung von Renovationen, und ich erinnere daran: Die internationalen Organisationen hätten die Renovationen eigentlich aus ihren laufenden Rechnungen bezahlen müssen. 2012 wurde festgestellt, dass das nicht gemacht wurde. Man beantragte dann einen Verpflichtungskredit über 1,1 Milliarden Franken; dieser stieg bis auf 2,1 Milliarden Franken im Jahr 2017. 2016 beschloss die Schweiz - also der Bund, der Kanton und die Stadt Genf -, der UNO und der WHO 400 Millionen Franken für die Totalsanierung ihrer Gebäude zu leihen, wobei der Kanton und die Stadt Genf 90 Millionen Franken übernahmen.
Und hier liegt die Stärke der Schweiz: dass eben nicht nur der Bund die internationalen Organisationen unterstützt und stärkt, sondern dass es ein Zusammenspiel zwischen Bund, Kanton und Stadt gibt. Ich erinnere daran, dass der Kanton Genf den internationalen Organisationen schon vor Jahrzehnten Bauland unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat und dies bis heute tut. Das Engagement ist also sehr gross. Wer jetzt kommt und sagt, wir würden bei dieser Vorlage etwas schwächen, der müsste einfach mal die letzten paar Jahrzehnte anschauen, um zu sehen, dass die Schweiz eine zuverlässige Partnerin ist, die die internationalen Organisationen beim Bau, bei der Infrastruktur, aber auch bei den Renovationen unterstützt; und dies - das habe ich schon einmal gesagt -, obschon die internationalen Organisationen immer gesagt haben, sie würden die Renovationen aus der laufenden Rechnung bezahlen. Das haben sie nicht getan, und trotzdem haben der Bund, der Kanton Genf und die Stadt Genf die internationalen Organisationen entsprechend unterstützt.
Ich erinnere daran, dass die Fipoi im Gründungsjahr 1964 und in den ersten paar Jahrzehnten vorwiegend von der Schweiz, mit 1,1 Milliarden Franken, unterstützt wurde. Davon waren knapp 400 Millionen Franken eine Schenkung, und der Rest war ein zinsloses Darlehen. Wir müssen eben auch diese Entwicklung, diese jahrzehntelange Unterstützung, im Auge behalten, wenn wir jetzt von diesen Zahlen, von diesen 60 Millionen oder 120 Millionen Franken, sprechen. Wir - der Bund, der Kanton Genf und die Stadt Genf - haben Milliarden ins internationale Genf investiert, und dank dem sind die internationalen Organisationen eben auch in der Schweiz geblieben. Ich glaube, das müssen Sie auch in die Waagschale werfen. Wir sind nach wie vor ein verlässlicher Partner.
Jetzt laufen ja die Renovationen des Palais des Nations mit dem Geld des Bundes, des Kantons Genf und der Stadt Genf. Man sollte vielleicht besser einmal hinschauen, wie gut diese Renovationen verlaufen; dort geht Geld verloren und nicht bei diesem Kredit über die Massnahmen zur Stärkung der Rolle der Schweiz als Gaststaat 2026-2029. Warum sage ich das? Wir müssen alle Beträge einmal ins Visier nehmen. Wir unterstützen das internationale Genf hervorragend, weitaus mehr als jedes andere Land. Ich glaube, das macht uns auch stark, und das bewirkt, dass die internationalen Organisationen in Genf bleiben, insbesondere die sieben Organisationen, deren Gebäude mit diesem Verpflichtungskredit von 2,1 Milliarden Franken renoviert wurden. Ich glaube kaum, dass diese sieben Organisationen demnächst wegziehen werden. Mit der Unterstützung durch die Schweiz haben sie sich auch verpflichtet, in Genf zu bleiben. Daher glaube ich kaum, dass wir hier von einer Schwächung sprechen können, wenn wir der Minderheit folgen.
Ich bitte Sie deshalb, der Minderheit I (Rieder) zu folgen.
Cassis Ignazio · BR-M · Bundesrat · Tessin
Lassen Sie mich zu Beginn in etwas allgemeiner Natur - ohne in Allgemeinplätze zu flüchten, aber doch in allgemeiner Natur - in Erinnerung rufen: Die Krise des Multilateralismus, die wir heute sehen, ist lange vor dem ersten Term von Präsident Trump entstanden. Sie entstand gegen Ende der 1990er-Jahre und hat sich so entwickelt, wie die Welt sich entwickelt hat - die Welt, die uns in die heutige geopolitische Lage gebracht hat. Wir sollten nicht irgendwelchen anderen Ländern auf die Finger klopfen, sondern wir sollten sehen, dass es sich um eine Weltkrise handelt, dass der Multilateralismus ein Instrument der Welt ist und dass dieses Instrument ebenfalls in der Krise steckt.
Dieses flicken wir sicher nicht mit dieser Gaststaatbotschaft. Das wäre illusorisch. Wir flicken es auch nicht mit anderen Geldern aus der Bundeskasse. Herr Ständerat Michel hat es gut in Erinnerung gerufen: Die Beiträge im Zusammenhang mit dieser Botschaft sind noch die kleinsten Beiträge vom Bund. Viel grössere Beiträge werden vom Bund als "donor" über die IZA-Kredite gesprochen. Dort geht es um viel, viel mehr Geld als bei diesen Beiträgen, die als Mitgliedstaat wichtig sind. Ich mache Ihnen ein Beispiel: Wir sind Mitglied der WHO, die zu unserem Ökosystem Gesundheit in Genf gehört. Den Mitgliederbeitrag zahlt das EDI via BAG. Diese Mitgliederbeiträge sind relativ bescheiden. Sie sind von Organisation zu Organisation unterschiedlich, aber sie betragen vielleicht 5 bis 7 Millionen Franken pro Jahr. Weiter zahlt das EDA als Geberstaat im Rahmen der IZA-Verpflichtungskredite Beiträge, die durchaus auf etwa 30 bis 40 Millionen Franken jährlich kommen können. Dort sind gewisse Dinge gefordert, und damit werden konkrete Projekte oder Programme usw. unterstützt. Und durch diesen Beitrag zahlen wir natürlich die Anliegen der WHO bezüglich Infrastruktur und "acceuil" für gewisse Konferenzen usw.
Aber noch einmal: Auch wenn wir alle drei Zuflüsse zusammennehmen, wird das die Krise des Multilateralismus nicht lösen. In dieser Krise, und das ist die zweite wichtige Aussage, müssen auch wir uns neu erfinden. Genf und die Schweiz müssen sich in diesem weltweiten Konkurrenzkampf neu positionieren und erfinden. Und das tun wir zum Beispiel mit neuen Themen wie der Antizipation neuer Technologien. Das ist ein Thema, das für Genf neu ist. Dort sind wir an der Spitze, und dort sind wir attraktiv. Die Leute kommen, weil das Know-how hier ist.
Wir werden nicht darum herumkommen, zu akzeptieren, Plätze zu verlieren. Das ist die bittere Realität. Das werden wir nicht rückgängig machen können. Aber wir können die Krise zur Attraktivitätssteigerung des Standorts Genf, des internationalen Genf, benutzen. Ständerat Rieder, Sie haben es selber gesagt: Die Infrastruktur braucht jetzt die richtigen Injektionen. Da müssen wir besser und schneller werden, bezüglich der Digitalisierung der Konferenzen ebenfalls. Wir müssen allgemein bei der Logistik und der Infrastruktur wettbewerbsfähiger werden. Da sind andere Standorte inzwischen schneller und moderner als Genf. Das braucht Geld - das geht nicht ohne Geld. Wir könnten natürlich auch sagen, wir tun nichts und lassen alles so laufen, wie es läuft. Aber ich glaube, das wäre nicht zu verantworten - nicht aus Gründen des Bruttoinlandprodukts, sondern aus Gründen der Reputation, die das internationale Genf der Schweiz weltweit verschafft. Die Reputation der Schweiz und unserer Aussenpolitik ist zu einem guten Teil auch durch den Standort der UNO in Genf geprägt.
Ich glaube, was ich Ihnen sagen kann, ist, dass der Bundesrat diese Diskussion sehr vertieft geführt hat und zum Schluss gekommen ist, dass hier keine grosszügigen neuen Finanzierungsversprechen machbar sind, aber doch gezielte spezifische Verträge, Priorisierungen und eine Betonung gewisser Themen. Ich denke zum Beispiel an das Cluster Gesundheit, aber auch an das Cluster Digitalisierung und Antizipation neuer Technologien. Mit den bescheidenen Beträgen, die Ihnen der Bundesrat beantragt, kann er handeln, und zwar mit Mass und zusammen mit dem Kanton Genf und der Stadt Genf - ohne rot zu werden und ohne dass der Eindruck entsteht, der Bund schlafe und er sei der Einzige, der schläft.
Ich wollte noch ein Wort zum Multilateralismus sagen. Es geht nicht nur um Genf, sondern es sind auch viele andere Orte in der Schweiz betroffen. Ich denke zum Beispiel an den Kanton Waadt. Das war mit ein Grund für Ihre Motion, Herr Ständerat Broulis. Wir stehen mit dem Regierungsrat des Kantons Waadt in engem Austausch. Was von dieser Seite vom Bund verlangt wird, sind keine Gelder, sondern mehr Würde und mehr Anerkennung dessen, was getan wird. Denn der Sport als Teil des Multilateralismus, Frau Ständerätin Gmür-Schönenberger, braucht kein Geld vom Bund - er hat selbst genügend Geld, und das ist auch gut so; hier sind wir nicht unzufrieden. Er will aber auch, dass der Reputationsgewinn anerkannt wird, den er für die Schweiz schafft. Das ist der Grund, warum wir dieses Thema in dieser Vorlage aufgenommen und ihm eine gewisse Würdigung verschafft haben. Sie haben aber gesehen, dass damit keine Gelder im Verpflichtungskredit verbunden sind.
Als Fazit möchte ich Sie bitten, weder die Minderheit I (Rieder) noch die Minderheit II (Sommaruga Carlo), sondern den genau ausbalancierten Weg des Bundesrates zu unterstützen und auch keine himmlischen Erwartungen zu haben. Wir befinden uns in einer Weltkrise - ich kann es nicht klarer sagen. Das werden auch 20 Millionen Franken mehr oder weniger nicht ändern. Aber mit diesen 20 Millionen mehr oder weniger können wir die Position der Schweiz in dieser Weltkrise ändern.
Deshalb bitte ich Sie, der Mehrheit Ihrer Kommission und damit dem Bundesrat zu folgen.
Abstimmung
Abs. 1 - Al. 1
Erste Abstimmung - Premier vote
Für den Antrag der Mehrheit ... 32 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit II ... 11 Stimmen
(0 Enthaltungen)
Abstimmung
Zweite Abstimmung - Deuxième vote
Für den Antrag der Mehrheit ... 29 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit I ... 14 Stimmen
(0 Enthaltungen)
Übrige Bestimmungen angenommen
Les autres dispositions sont adoptées
Abstimmung
Art. 1 - Al. 1
Ausgabenbremse - Frein aux dépenses
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Ausgabe ... 35 Stimmen
Dagegen ... 3 Stimmen
(6 Enthaltungen)
Das qualifizierte Mehr ist erreicht
La majorité qualifiée est acquise
Engler Stefan · P-M · Ständerat · Graubünden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Art. 2
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil national
Angenommen - Adopté
Art. 3
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil national
Angenommen - Adopté
Abstimmung
Ausgabenbremse - Frein aux dépenses
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Ausgabe ... 38 Stimmen
Dagegen ... 3 Stimmen
(3 Enthaltungen)
Das qualifizierte Mehr ist erreicht
La majorité qualifiée est acquise
Engler Stefan · P-M · Ständerat · Graubünden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Art. 4, 5
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil national
Angenommen - Adopté
Abstimmung
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Entwurfes ... 36 Stimmen
Dagegen ... 3 Stimmen
(4 Enthaltungen)
Abschreibung - Classement
Antrag des Bundesrates
Abschreiben der parlamentarischen Vorstösse
gemäss Brief an die eidgenössischen Räte (BBl 2025 2205)
Proposition du Conseil fédéral
Classer les interventions parlementaires
selon lettre aux Chambres fédérales (FF 2025 2205)
Angenommen - Adopté
Präsident (Engler Stefan, Präsident): Damit ist das Geschäft erledigt.