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Interpellation - Reifenabrieb raus aus unseren Gewässern: Zeitnah und nicht in 50 Jahren
Wortlaut
Der Hitzesommer 2026 hat gezeigt, dass Wasser ein kostbares Gut ist, sowohl in ausreichender Menge als auch in guter Qualität. Mit dem Klimawandel wechseln sich vermehrt Trockenphasen und Starkniederschläge ab, was auch der Wasserqualität zusetzt. So lagert sich Mikroplastik in trockenen Perioden auf Strassen, Dächern und anderen versiegelten Flächen ab. Bei starkem Regen werden sie auf einen Schlag abgeschwemmt und gelangen über die Kanalisation in Bäche, Flüsse und Seen, ein Effekt, der mit häufigeren Extremwetterlagen zunimmt. Grösste Quelle an Mikroplastik ist der Reifenabrieb. Heute gelangen jährlich 10'000 Tonnen in die Umwelt und davon rund 4000 Tonnen in Schweizer Gewässer.
Seit 2002 müssten die Abwässer von stark befahrenen National- und Kantonsstrassen daher behandelt werden. 2023 hat der Bundesrat im Bericht «Reifenabrieb als grösste Quelle von Mikroplastik. Massnahmen zur Verminderung» zwar ein Massnahmenplan vorgelegt, gemäss Antwort auf die IP 25.3381 besteht jedoch ein enormer Rückstand in der Umsetzung dieser Vorgabe: Mit einer vollständigen Umsetzung sei erst in ca. 50 Jahren zu rechnen. Dabei könnten entwässerungstechnische Strassensanierungen den Anteil Mikroplastik, der in Gewässer gelangt, halbieren.
In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat um Beantwortung folgender Fragen:
Teilt der Bundesrat die Befürchtung, dass vermehrte Starkniederschläge, die besonders nach sehr heissen und trockenen Sommern zu erwarten sind, zu einem erhöhten Eintrag von Mikroplastik in Oberflächengewässer führen kann und sich damit die Problematik akzentuieren wird?
Wie stellt der Bundesrat sicher, dass die Vorgabe auf den Nationalstrassen rascher und nicht erst in 50 Jahren eingehalten wird und wie beurteilt er die Umsetzung in den Kantonen?
Wie lauten die in der IP 24.3329 für Mitte 2025 in Aussicht gestellten Zielvorgaben für Rückgewinnungsraten?
Wie priorisiert der Bundesrat die entwässerungstechnische Strassensanierungen (zeitlich und örtlich) und welche Rückhaltewirkung soll an diesen prioritären Standorten erzielt werden, um den Eintrag möglichst effektiv zu reduzieren?
Welche Massnahmen sieht der Bundesrat vor, um die Eintragung von Reifenabrieb aus anderweitig versiegelten Flächen und Strassen zu verringern?