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Schweizer Moore als Kohlenstoff- und Wasserspeicher: Evaluation und Massnahmen zur Inwertsetzung der Funktionen der Moore in einer +3°C Schweiz
Wortlaut
Der Bundesrat wird beauftragt, zu prüfen und Bericht zu erstatten, wie gross die Kohlenstoff- und Wasserspeicherfähigkeit der Schweizer Moore insgesamt beträgt und wie viel CO2 von den Schweizer Mooren momentan emittiert wird resp. wie viel H2O abfliesst, aufgrund des beeinträchtigten Zustandes der Moore, sowie mögliche Entwicklungsszenarien. Aufgrund dieser Evaluation sollen Massnahmen geprüft werden, um die CO2-Senkeleistung und Wasserspeicherfähigkeit der Schweizer Moore zu erhalten und nach Möglichkeit zu stärken. Weitere CO2-Emissionen und Wasserspeicherverluste der Moore sind zu verhindern resp. zu reduzieren. Die geprüften Massnahmen sollen anderen Massnahmen zur CO2-Senkung und Wasserspeicherung gegenübergestellt und bewertet werden bezüglich Effizienz, Effektivität, Machbarkeit und Kosten.
Begründung
Moore zählen zu den wichtigsten natürlichen Kohlenstoff- und Wasserspeichern. Schon in einer einzigen Hektare mit einer nur 15 Zentimeter dicken Torfschicht ist ähnlich viel Kohlenstoff enthalten wie in einem hundert Jahre alten Wald auf derselben Fläche. Tatsächlich sind viele Torfschichten deutlich dicker – oft mehrere Meter. Damit spielen Moore eine entscheidende Rolle für den Klimaschutz und die Klimaadaption. Sie können bei starkem Regen grosse Wassermengen aufnehmen und zwischenzeitlich zurückhalten. Hochmoore können enorme Wassermengen speichern, nämlich bis zu 5.6 Millionen Liter Wasser pro Hektare. So tragen sie dazu bei, extreme Wetterlagen – etwa sehr trockene oder sehr nasse Phasen – abzumildern. Werden Moore jedoch zerstört oder beeinträchtigt, hat das gravierende Folgen. Der im Torf gespeicherte Kohlenstoff reagiert mit Sauerstoff und wird als CO2 freigesetzt. Zudem verlieren Moore ihre Fähigkeit, Wasser zu speichern – was den Klimawandel zusätzlich verschärft. Die Schweiz besitzt viele wertvolle Moorflächen, dennoch sind gemäss Bafu viele der Moorböden beeinträchtigt und werden von einer CO2-Senke zur einer CO2-Quelle oder die H2O Rückhaltefähigkeit geht verloren, mit negativen Folgen für Umwelt, Klima und Erhöhung der externen Kosten. In der Diskussion zu Klimaschutz und Klimaadaption aufgrund von starker Hitze, anhaltender Trockenheit oder Starkniederschlägen, wird der Regeneration und des Erhalts der Moore noch zu wenig Bedeutung geschenkt. Deshalb soll der Bundesrat prüfen, wie er die positiven Funktionen der Moore in Wert setzen kann.